Ausgabe 
17.7.1935
 
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Nr.W4 viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

Mittwoch, 17.ZM (935

Aus dem Reiche der Krau

Ferien.

Brigitte Lühr.

mv 10 JKiHute* Nut Oftekta

keine Traurigkeit auf.

Man muß nur ein fällt einem eine ganze Kinder beschäftigt. Ich

bißchen nachdenken, dann Menge ein, wie man die finde es immer besonders

fruchtbar, wenn man daran denkt, was man selbst als Kind so gern getan bat! Und in den Ferien sollte man ruhig einmal ein Auge zudrücken, wenn Bubi durch die Pfütze vatscht er braucht ja nach­her nicht mit nassen Füßen in der Schulklasse zu sitzen! Es kommt alles im Leben darauf an, es sich schmackhaft zu machen. Auch Regentage in den

Blick in den Wäscheschrank.

Unser Stolz und unsere Freude

Der ganze Stolz einer Frau ist doch wohl ihr Wäscheschrank, dem sie alle ihre Liebe und Pflege angedeihen läßt. Die älteren unter uns wer­den sich sicherlich noch erinnern an die großen dick­bauchigen Wäscheschränke der Großmütter und Müt­ter. Da lagen dann große Berge Wäsche aus selbst­gewebtem Leinen, hübsch sauber und ordentlich eingereiht und aufgebaut und mit roten oder blauen Bändern zusammengehalten Bettwäsche, manchmal mit kunstvollem Handhohlsaurn, Leibwäsche fest und stark, beinahe unverwüstlich. All dieje Wäsche mußte fast eine ganze Generation hindurch halten.

Und heute? Unsere Wäscheschränke sind nicht mehr so riesengroß; da liegen ganz bescheiden kleine Berge. Unsere verehrlichen Großmütter würden wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen­schlagen ob dieser so gering ausiehenden Wäscheaus­steuer. Aber wir behandeln unsere Wäsche mit der­selben Liebe und Leidenschaft wie unsere Ahnen. Der Wäscheschrank ist unser ureigenster Besitz, un­sere Freude und unser Stolz. Und was die moderne Wäsche auszeichnet, ist die Schlichtheit und Bescheidenheit. Da gibt es nichts überflüssiges, keinen Tand und Putz. Das Material ist vorwiegend allerfeinstes Leinen, Batist oder leichte Seide. Die Verzierungen sind zart und einfach in der Ausfüh­rung. Applikationen, Durchbruchsarbeiten, Hohl­säume, und vor allem, ein Monogramm, ohne 23er- schnörkelungen, nur große klare Linien. Mancher­lei zarte Farben schimmern uns aus dem Wäfche-

losen Jäckchen aus gelb-weiß-gestreiftem Frottö- stoff oder dickem Bauwollkrepp. Die Farben sind zu dem darunter getragenen Badeanzug abgestimmt. Dem weiten Raglanärmel des Jäckchens sind die Kragenteile angeschnitten, ebenso wie die große Tasche der Mittelbahn des Rockes angeschnitten ist. Die diagonal gestellten, ungleich versetzten Streifen eraeben eine interessante Wirkung des Anzuges.

Aus Leinen oder Kattun ist der Hosen- r o ck (ganz rechts) für die Gartenarbeit, ebenso wie das dazugehörige rot-weiß-karierte Blüschen. Der Rock hat große, dem Vorderteil angeschnittene Taschen und, wie Modell Nr. 1, einen Gurten­gürtel mit Ringoerschluß. Der große G a r t e n h u t ist aus ganz grobem, gelben Stroh mit roter Baum­wollkordel. H.

Und wenn es mal regne»....

Kinderbcschästigung in den Ferien.

.. und wenn es nun mal regnet?" Das ist die Frage, die alle Herzen bewegt, wenn man in die Frien fährt. Jeden Morgen steht man am Baro­meter, und wenn wirklich einmal Wolken aufziehen, dann überschatten sie auch gleich unsere seelische Verfassung.

Nichts ist schrecklicher als Regentage in den Fe­rien, wenn die Kinder in der fremden Umgebung nicht wissen, was sie anfangen sollen!" Das ist die ständige Klage der Mütter, die man wohl verstehen kann Aber da kann man doch Abhilfe schaffen. Mit ein wenig gutem Willen kann man die Kinder auch an regnerischen Ferientagen gut beschäftigen. - Es ist natürlich nicht angenehm, wenn die Kinder auf das Hotelzimmer beschränkt sind, es gibt ja leider erst wenige Hotels, die für die Kinder Spiel­zimmer eingerichtet haben, der kostbare Platz wird meistens anderweitig gebraucht. Doch auch im Hotel­zimmer ist es gemütlich, wenn Mutter und Vater es verstehen, die Kinder richtig zu beschäftigen.

Daß sie nicht herumtoben können wie im Freien, ist selbstverständlich, und jedes Kind wird dies auch einsehen, wenn man es ihm richtig klar macht. Mutti, was sollen wir denn spielen?" Ja, Mutti, nun heißt es: auf dem Posten sein! Jede vernünf­tige Mutter hat in den Koffer ein Spiel einge­packt, das zu Haufe besonders beliebt war. Wür­felspiele lassen sich an dem Tisch, der ja in jedem Fremdenzimmer vorhanden ist, gut spielen. Aber auch neue Spiele können erfunden werden, die gerade aus der Reise einen Reiz haben. Man läßt z. B. die Kinder alle Stationen aufschreiben, durch die man gekommen ist. Wer es fehlerlos macht, der bekommt eine Belohnung. Man macht eine kleine erdkundliche Reife mit ihnen, erzählt ihnen von fremden Ländern und Städten, oder man er­klärt ihnen die Städte, durch die man gefahren ist. Es ist nur eine kleine Mühe, sich vorher im Kurs­buch zu orientieren und dann im Lexikon nachzu­lesen. Den Erwachsenen macht dies auch Spaß. Man kann dieses Spiel noch variieren, indem man eine Geschichte erzählt, und dann lauter geogra* phische Fehler unterlaufen läßt: so legt man z. B. Leipzig nach Ostpreußen oder Dresden in die Rhein­provinz, Köln rutscht dafür nach Sachsen und Mün­chen nach Brandenburg. Wer die Fehler alle berich­tigen kann, der hat gewonnen.

Gisela, erzähl' mal schnell eine Geschichte, in der kein L vorkommen darf!"Peter, mach mal die Augen zu und mal' eine Kuh mit geschlossenen Augen!" Ach. wie wird gelacht, wenn dann das ulkige Gemälde zum Vorschein kommt. Die Schreibspiele sind ja unerschöpflich. Sehr nett für größere Kinder ist es auch, wenn sie sich als Dichter" betätigen können, indem sie aus beliebig ausgewählten Wörtern eine Geschichte machen müs­sen. Das gibt ein Lachen und Jubeln, so daß man gar nicht merkt, daß die Regentropfen am Fenster­brett herunterrieseln.

Wie hübsch ist es auch, wenn man keine Angst vor dem Naßwerden hat und einmal im Regen- wetter einen Spaziergang macht! Der feste Wettermantel und gute Stiefel gehören ja da­zu, aber wenn man die hat, dann kann lustig los­marschiert werden. Die Natur sieht im Regenwetter ja ganz anders aus frische, fröhliche Naturkunde pann man da treiben. Wieviele Stadtkinder haben noch nicht gesehen, wie sich die Blumen beim Regen schützen, ober wie das Leben und Treiben im Arnei- senhaufen vor sich geht, wenn der Regen pladdert und die fleißigen Tiere ihren Bau ordentlich ver­barrikadieren. Wie interessant ist es, wenn man ent­deckt, daß der harmlose Bach plötzlich zu einem großen Wasser wird. Und wie schön ist es, wenn die durstigen Felder das Wasser aufsaugen und man so richtig das Gefühl hat: so ein Regen ist doch ein Segen für die Natur! Wenn auf diese Art Regenspaziergänge gemacht werden, dann kommt

Unter dem TitelFür Strand und Garten" bringen wir heute drei praktische Vorschläge für die Urlaubstage ober bas Wochenende.

Der erste Anzug besteht aus Bluse unb Hosenrock in bemselben Material, bas in biesem Falle echtfarbige Baumwolle ober Leinen ist. An­statt ber Bluse kann natürlich jebe Polo- ober Hembbluse getragen werben. Der Unterärmel ber Bluse ist kimonoartig geschnitten, bie Ausschläge sind dem Oberärmel angeschnitten, sie werden durch einen großen viereckigen Perlmutterknops zurück- geknöpft. Auf die gleiche Art können die Taschen des Rockes geschlossen werden.

Einen Ersatz für den Bademantel zeigt bas zweite Mobell; es besteht aus einem Wickelrock mit breitem Gürtel unb einem

schrank entgegen, mattgelb, zartrosa ober hellblau, unb unsere Großmütter würben wieberum er­schrecken, ba gibt es auch kohlrabenschwarze Unter- fleiber für bas schwarze Spitzenabenbkleib.

Aus ber reichen Fülle unserer mobernen Leib­wäsche sollen nur brei Arten herausgenommen werben: ein Nachthemb, ein Pyjama unb ein Unten kleib. Ist gerabe bas Nachthemb nicht reizenb? Aus strahlenb-weißer weicher Seibe wenn man ganz vornehm ist ist es gearbeitet, mit einem zarten Blumenmuster bebruckt. Bis an bie Knöchel verhüllt es bie Gestalt. Entzückenb finb die Volants an den Schultern und der vorderen Partie. Der Rücken ist ganz glatt, ohne Verschluß.

Auch der Schlafanzug wird seine Liebhabe­rinnen finden. Hellblaue Seide ober feines Leinen sind bas geeignete Material bazu. Der einzige Schmuck sind Steppereien am Kragen, den Aermeln und dem Abschluß der Hosen, bie recht weit finb; auch ber schmale Gürtel ist gesteppt. Solch ein Pyjama macht Freube unb ist praktisch.

Unb nun noch ein Unterbleib aus hellfarbiger Trikotseibe mit einem aparten Spitzeneinsatz, ber sehr hübsch wirkt, wenn er in einem etwas kräfti­geren Farbton gehalten ist als bas übrige Unter- kleib, bas übrigens ganz einfach gearbeitet ist unb gut anliegen muß, bamit es unter leichten Sommer­kleibern keine Falten wirft.

Diese kleine Auswahl läßt sich beliebig vermehren. Aber bas Reizvolle gerabe biefer Mobelle ist bie Schlichtheit und Bescheidenheit. Es ist aut, daß wir wieder dazu zurückgefunden haben unb die Extra­vaganzen in der Ausstattung der Wäsche ver­schwinden.

as sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

Sauerkirschen roh einzumachen. Die Kir­schen werden entstielt und entsteint, man darf aber nur tadellose Früchte verwenden. Dann werden sie schichtweise nut Zucker in große Gläser getan unb gut festgeschüttelt. Man löst nun einen Teelöffel Salizyl ober Einmachhilfe in einem Glas Kognak ober Rum auf unb gibt biefes über bie Kirschen, bie man bann mit einem silbernen Löffel gut um­rührt. Man rechnet auf ein Pfunb Kirfchen etwa ein halbes Pfunb Zucker. Die Kirschen halten sich minbestens über ein Jahr. Man verwenbet sie un­gekocht wie frische Früchte, kann aber auch Soßen unb Fruchtspeisen daraus Herstellen. Vorzüglich als Tortenbelag.

Rohe Himbeermarmelabe. Zwei Liter Himbeeren werden mit zwei Pfund Zucker, den man in kleinen Portionen zusetzt, etwa 50 Minuten gerührt. Man mischt nun 2 Gramm Salizyl mit zwei Eßlöffel kochendem Wasser und gibt dies zu dem Himbeermus, worauf man es in gut ge­reinigte Gläser füllt. Diese werden sofort mit Per- gamentpapier zugebunden.

Damit kann man schon bei den grünen Sta­chelbeeren anfangen. Nachdem man die Beeren gesäubert und von Stiel unb Blume befreit hat, übergießt man sie mit kochendem Wasser, das man eine Viertelstunde darauf stehen läßt. Dann wird das Wasser abgegossen, und durch neues kochendes Wasser ersetzt. Auch dieses Wasser gießt man ab unb steckt bie Beeren nun in gut gesäuberte Wein­flaschen. Hierauf gießt man abermals kochenbes Wasser auf unb läßt es eine Stunbe in ben Flaschen stehen, worauf man es abgießt unb nun nochmals kochenbes Wasser über bie Beeren gibt. Dieses letzte Wasser bleibt auf ben Beeren stehen. Sobalb sie erkaltet sind, streut man auf jebe Flasche etwas Einmachhilfe ober Salizyl, verkorkt bie Flaschen gut unb stellt sie an kühlem Ort auf. Sie halten sich gut bis zur nächsten Ernte. Das Angenehme bei biesem Eingemachten ist, baß man erst beim Verbrauch Zucker bazutut. Die Beeren werben später mit Zucker wie frische Früchte ausgekocht unb eignen sich gut als Belag für Kuchen, für Kompotte unb Fruchtspeisen.

Eis und Frischhaltung.

Ein E i s s ch r a n k gehört zu ben großen An­nehmlichkeiten bes hauswirtschaftlichen Lebens im Sommer, baß man nicht auf ihn verzichten möchte. Die Zukunft gehört wohl bem elektrischen Eisschrank, aber wir gewöhnlichen Sterblichen begnügen uns mit bem ganz einfachen üblichen Eisschrank ober mit bem Eisschrank - Ersatz. Wenn man sich einen neuen Eisschrank anschafft, so achte man mehr auf bas Innere als auf feine äußere Schönheit. Besonbers zu empfehlen finb solche Schränke, bie innen emailliert ober mit Glas befleibet finb. Die übliche Jnnenbekleibung: Zink, bebarf einer beson- bexen Pflege, ba Zink leicht oxybiert unb bann un­ansehnlich wirb. Sauberkeit unb Pflege finb für bie Erhaltung ber Lebensrnittel im Sommer eine felbft- verstänbliche Voraussetzung. Aber das allein genügt nicht. Man muß einen Eisschrank unb bie Vorräte zu behanbeln verstehen. Die Jnnenwänbe bes Eis­schrankes müssen täglich feucht abgewischt unb bann trocken gerieben werben. Einmal wöchentlich muß er mit warmem, salmiakhaltigem Wasser ausge­waschen werben. Das aeschmolzene Wasser ist täg­lich abzulassen, bir Abflußröhre ist häufiger zu reinigen.

Die Speisen selbst barf man nicht heiß ober warm in ben Eisschrank bringen. Sie müssen abge­kühlt sein. Lebensrnittel muß man von ben Pa­pierhüllen befreien. Scharfriechende Speisen barf man nicht in ben Eisschrank stellen, ba ber Geruch sonst auf bie anberen Speisen übertragen wird.

Das Einkochen. ;

Don Margret Halm f

Jebe Hausfrau weiß, welch wichtides Kapitel bas l Einkochen im großen Haushaltsprogramm barstellt, i In jebem Jahr steht sie einmal vor ber Frage, ob ' es wohl biesmal für bie Einkocherei etwas Neues i gibt, eine neue Methobe, neue Hilfsmittel i um, wie auch in biesem Jahre, zu ihrem alten Einkochapparat zurückzukehren. Wohl macht man | immer roieber neue Versuche, bringt Apparate zur I Luftentziehung auf ben Markt, bie sich jeboch erst ' noch bewähren müssen. Das hat ber Einkochapparat, ben jede Hausfrau kennt, längst getan, befjen ein- fache Hanbhabung fo kinberleicht ist, baß auch bie junge Hausfrau schon bamit vertraut ist, wenn sie bie erste Runbe Gläser aus ben Klammern löst.

Der Vorgang ist folgender.

Die Gläser werden gut gereinigt unb ausgetrorf- net, die Früchte, bie man gewaschen, vom Stiel befreit unb abgetropft hat, werben in breite Gläser eingesetzt, in schmale Gläser mit einem Einfüll- trichtex eingeschüttet, unb mit einer Zuckerlösung übergossen. Es genügt jeboch, je nach ber Süße ber Frucht, einige Kaffeelöffel reinen Zucker oben­auf zu füllen unb abgekochtes Wasser barüber zu gießen. Nicht ängstlich sein, es kommt ba nicht so genau auf bie Menge an; man süßt, wie man jebe anbere süße Speise süßen würbe. Nun werben bjc hochvoll gefüllten Gläser geschlossen, unb zwar wer­ben zunächst bie mit heißem Wasser überbrühten, gut gereinigten unb bann getrockneten Gummi-! ringe auf ben Glasranb gelegt, ben man gleichfalls I zuvor mit einem sauberen Tuch trockengewischt hat,! unb bann bet gereinigte, wieberum trockene Deckel aufgesetzt. Nun stellen Sie ein Glas neben bas anbere auf ben Einsatz bes Kochkessels unb be­festigen es mit ber Klammer. Von Gläsern kleineren Formates können jeweils zwei, auch brei überein-- anbergeftellt unb so festgeklammert werben. Auch bie unterhalb Stehenben werben babei fest geschlos­sen. Nun hebt man ben ganzen Einsatz in ben Kessel unb füllt ihn mit Wasser, bah eben alle Gläser bebeckt finb. Die Zeitbauer bes Sterilisierens ist in ber Regel auf bem Thermometer angegeben. Man richte sich genau danach.

Gemüse wirb in ber gleichen Weise sterilisiert. Statt ber Zuckerlösung werben bie fein geschnittenen Gemüse mit einer Salzlösung übergossen. Nun aber Vorsicht, abschmecken, bah bas Salzwasser nicht zu scharf wirb.

Hat man keinen Einkochapparat unb möchte viel­leicht nur für eine Person ein wenig einkochen, so baß bie Prozebur mit bem Einkochapparat nicht rentiert, so kann man auch ohne Apparat sterili­sieren. Man hilft sich, inbem man bie in ber gleichen Weise vorbereiteten Gläser mit einer befonberen Klammer verschließt, bie es für biefe Zwecke zu kaufen gibt, unb nun zwei ober brei Gläser in einem Kochtopf einsterilisiert. Für Gemüse gibt es heute befonbere Einkochbüchsen, bie ebenfalls mit Klammern luftbicht verschlossen werben. Steingut- krüge sollte man nur für Marmelabe verwenben.

Es gibt auch Einkochapparate in Miniaturformat, kleine Apparate, bie mit allem versehen finb, was zum Sterilisieren notroenbig ist, bie ausgezeichnet für eine Einzelperson ober für kleine Mengen ge­eignet sinb, wie für Tomatenpüree, Pilze unb Aehnliches.

Nicht zu vergessen bas f e u e r f e ft e Einkoch- gl a s , welches auf offener Gasflamme stehenb ohne Wasser unb Kochkessel eine ganz neue Steiili- siermethobe barstellt. Diese Gläser unb Flaschen sinb gleichfalls mit Klammern geschlossen unb wer­den mit einem befonberen Heber vom Feuer ge­nommen.

Endlich seien noch hier ein paar praktische Hilfsmittel angeführt, bie bie Arbeit ber Ein­kocherei erleichtern. Da fei zuerst einmal bie Fruchtpresse genannt, bie in bei Art ber Oleischmaschine arbeitet unb zur Gewinnung bes ruchtsastes sowohl bei ber Gelee- wie Fruchtsaft' bereitung gute Dienste leistet. Es wirb hier ein neues System gezeigt, bei welchem burch Wasser- bampfbrucf ben Früchten ber Saft entzogen wirb, ber klar unb voll ausgenutzt burch einen kleinen Hahnen abläuft. Zum Deffnen ber Emkochglaser unb Dosen hat man heute gleichfalls befonbere Apparate. In einer ganzen Reihe stehen verschie­dene Systeme von Kirschentkernern bereit, die wie die kleine Bohnenschneidmaschine am Tisch an- geschraubt werben unb teilweise nur zum Kirsch­kernen, teils auch zur Entkernung anberer Früchte gebucht finb.

Selbstverstänblich bedeutet die Anschaffung eines Einkvchapparates eine größere Ausgabe, bie sich jeboch selbstverstänblich wie kaum eine anbere nach kurzer Zeit schon lohnt.

Allerlei Rezepte.

Um Himbeersaft zu bereiten, weiß man verschiebens Methoben. Die junge, moberne Haus­frau wirb bie Himbeeren durch bie Fruchtpresse treiben, um ben Saft zu gewinnen. Aeltere Haus­frauen jeboch sagen, man müsse die Himbeeren eingezuckert entweder eine Nacht im Backofen (also in leichter Wärme) ober zwei bis brei Tage so stehen lassen, bamit sie aufquellen, so gäbe es mehr Saft. So groß jeboch wirb ber Mengenunterschieb nicht sein, daß es wesentlich ins Gewicht fällt, und wir sparen heute gerne an Zeit.

Auch Johannisbeeren treiben wir durch bie Fruchtpresse unb lassen ben gewonnenen Saft mit je einem Pfunb Zucker auf einen Liter Saft 15 bis 20 Minuten unter sorgfältigem Abschäumen langsam kochen. Im Sterilisierapparat rechnet man 10 Minuten bei 75 Grab Celsius. Der so gewonnene Fruchtsaft wirb nun entroeber in richtige Sterilisier­flaschen eingefüllt, boch kann man ihn auch in ge­wöhnliche Flaschen einfüllen, bie man mit Soda- lösung gereinigt, mit klarem, kalten Wasser nach­gespült hat. Die Flaschen werben mit einem neuen, ausgekochten Korken gut zugekorkt und mit einem befonberen Flaschensiegellack luftbicht abgeschlossen.

Sehr beliebt sinb bie roh eingemachten Früchte.

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