Ausgabe 
17.6.1935
 
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Spreanrunden oer Redaktion.

1L30 bls 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen.

5 Milliarden Francs für Frank­reichs Grenzbefestigungen.

Paris, 17. Juni. (DNB.) Im Anschluß an die Besichtigungsreise des Heeresausschusses der Kam­mer und des Krtegsministers in das Gebiet zwischen dem Rhein und der Saar gibt der Abgeord­nete R u c a r t imMotin" einen Ueberblick über die dortigen Befestigungsarbeiten. Abge- sehen von den nördlich von Metz errichteten Anla­gen umfassen die Arbeiten auf dieser Strecke vier Millionen Kubikmeter und haben 400 000 Kubik­meter Zement erfordert. Auf dieser Linie, die 90

folg der Aufführung hervorragenden Anteil Hans G r a h l in der Rolle des Lohengrin, Hertha F a u st in der Rolle der Elsa und Regler, der für den erkrankten Hans H e t t e r eingesprungen war, in der Rolle des Heerrufers. Der Beifall, an dem sich Reichsminister Dr. Goebbels lebhaft be­teiligte, steigerte sich bereit nach dem 1. und 2< Akt zu einem Sturm, der beim Fallen des Vorhan­ges kein Ende finden wollte. Der Abend klang in einem sinnbildlichen Akt aus, der die Verbundenheit von deutscher Kunst und deutscher Arbeit eindrucks­voll bestätigte. Die Bühnenarbeiter der Staats­oper erschienen an der von der begeisterten Jugend umlagerten Rampe und grüßten Reichsminister Dr. Goebbbels als den Schirmherrn der 2. Reichs­theaterfestwoche mit dem deutschen Gruß.

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Amerika und England als Bortrupp

Borschläge eines hervorragenden Amerikaners.

Uniformverbot für nichtnationatfozialistifche Zugend­verbände in Württemberg.

Stuttgart, 15. Juni. (DNB.) Die Verein­barung des Württembergifchen politischen Landespolizeiamtes mit den katholi­schen Jugendoerbänden ist von diesen in zahlreichen einwandfrei festgestellten Fällen durch, brocken worden. Das Württembergische politische Lanoespolizeiamt hat sich daher genötigt gesehen, diese Vereinbarungen mit sofortiger Wirkung zu kündigen Danach tritt die Verordnung des Wär- tembergischen Innenministeriums vom 10. Februar 1934 über das Verbot nichtnationalsozialistischer Verbände und das Tragen einheitlicher Keidung in vollem Umfange in Kraft.

Den nichtnationalsozialistischen Verbänden und Vereinigungen wird danach jede Betätigung als Wehr- oder Schutzverband unter­sagt. Ferner ist das Tragen einheitlicher, die Zu­gehörigkeit zu einem bestimmten Verbände kenn­zeichnender Kleidung allen Verbänden mit Aus­nahme den der nationalsozialistischen Erhebung An­gehörenden verboten. Vergehen gegen diese Verord­nung werden mit Gefängnis nicht unter einem Mo­nat oder mit Geldstrafe von 150 Mark bis 15 000 Mark bestraft.

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Dr. Goebbels eröffnet die zweite Reichs-Theaterfestwoche

Feierlicher Auftakt in der Hamburgischen Staatsoper.

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Im Werk sind die Aufräumungsarbeiten im Gange. Das hohe Lied der Kameradschaft findet seinen tiefen Ausdruck in der Hilfsbereitschaft des ganzen deutschen Volkes. Es sind bereits beträcht- liche Summen sowohl an die Hinterbliebenen, als auch an die Schwer- und Leichtverletzten ausge- zahlt worden. In den Krankenhäusern ist man mit großer Liebe bemüht, den dort befindlichen Verunglückten ihr Los zu erleichtern. Die Bevölke- rung nimmt innigsten Anteil an ihrem Geschick. Die gesamte Kreisleitung der NSDAP. Witten­berg sowie eine Anzahl Mitglieder der Gauleitung Halle-Merseburg sind Tag und Nacht unermüdlich dabei, um alle erdenklichen Erleichterungen und Hilfsmaßnahmen für die vom Unglück Betroffenen durchzuführen.

Weitere 21 Opfer identifiziert.

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Die deuW-engtischen Nottenverhandlungen

Berichte der Londoner Sonntagsprefse.

Weitere Beileids-Kundgebungen.

liegen vor von dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, von dem Apostoli- chen Nuntius in Berlin, von dem Reichs- und ireußischen Wirtschaftsminister und von zahlreichen remden Diplomaten in Berlin.

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Paris, 17. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Der Vor­sitzende der Columbia-Universität und der Carnegie- Stiftung Prof. Nicholas Murray Butlers ist in Paris eingetroffen. Er wird an der am heutigen Montag hier beginnenden Jahresversammlung der Carnegie-Stiftung teilnehmen.

In einer Auslassung gegenüber einem Vertreter desNew York Heralb" erklärte Professor Murray Butlers, Amerika und England müßten die Führung einer Bewegung zur Stabilisie- rungderWährungenunter Zugrunde- leguna des Goldes, ferner zur Abtra­gung ber Handelshemmnisse und zur Verstärkung der Organisation des

Kilometer ausmacht, sind unterirdische Gänge von im ganzen 33 Kilometer Länge errichtet worben, hier bis zu 120 Meter unter die Erde führen. Die leie* phonleitungen ergeben ein Leitungsnetz von etwct 20 000 Kilometer Länge. Der Heeresausschuß dep Kammer ist der Besestlgungslinie gefolgt, die teils der Grenze entlang, teils bis 15 und 20 Kilometer hinter der Grenze verläuft. Die elektrischen An* lagen für die Versorgung der Beleuchtungsanlagen^ der Küchen und der Ventilation haben nach der Schilderung des Abgeordneten das Ausmaß von großen Werkstätten. Der Verfasser sagt, daß seit 1930 für die Befestigungsanlagen von Der Nordsee bis Belfort und an der Südostgrenze 5,1 Milliar­den Franken ausgegeben worden seien einschließlich der Kosten für den Ankauf des Gebietes, für die Bewaffnung und die vorrätige Munition.

Keine Verschmelzung der ost- märkischen Giurmscharen.

Wien, 16.Juni. (DNB.) Die Landesführer der o st märkischen Sturmscharen von ganz Oesterreich haben sich am Samstag in Wien zu einer Führertagung versammelt und in Anwesen­heit des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg zu allen aktuellen Fragen Stellung genommen unb ferner die Richtlinien für die weitere Tätigkeit, Schulung und Ausbildung der o st märkischen Sturmscharenbewegung festgelegt. Aus den amtlichen Mitteilungen wird ersichtlich, daß eine völlige Verschmelzung der o st märki­schen Sturmscharen mit den Heim­wehren, wie sie nach der Rede Starhembergs in Salzburg erwartet worden war, wohl nicht mehr in Frage kommt.

Oie italienischen Siedler räumen Abessinien.

London, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) DiÄ italienische Regierung hat derTimes" zufolge Schritte unternommen, um die Zahl der italienischen Siedler in Abessinien zu verringern. Als letzter Termin der völ­ligen Räumung soll der 15. Juli festgesetzt worden sein. Reuter-Meldungen besagen, daß in Dschibuti dauernd Italiener aus Addis Abeba eintreffen und ihre Reise nach M a s s a u a (Ery- thräa) fortsetzen.

Friedens übernehmen, denn nur so könne Ver­trauen und Wohlstand in der Welt wieder her­gestellt werden. Die Regierungen müßten sich gegenseitige Befragung auf der Grundlage r Gleichheit und außerhalb jeder Kriegs st immung gewöhnen. Einfluß und An- sehen des Völkerbundes müßten verstärkt werben. Die Gewohnheit, alle zwischenstaatlichen Streitig­keiten dem ständigen Gerichtshof zur Schlichtung vorzulegen, müsse immer mehr Verbreitung finden. Dann würden sich auch die Völker und Regierungen darüber klar werden, daß eine ständige Füh -

hin an, wenn sich auch in der Beurteilung der Lage infolge der noch fehlenden französischen Antwort eine gewisse Zurückhaltung bemerkbar macht. Man- aels neuer Nachrichten über den Stand der Ver­handlungen und über den voraussichtlichen Inhalt der französischen Stellungnahme verweisen einige Blätkdr darauf, daß zur Zeit zwischen Paris und Rom ein Gedankenaustausch über die deutschen Flottenforderungen stattfinde.

DerJour" bemerkt, Frankreich und Italien hätten keine Hoffnung, daß England die Soli- d a r i t ä t, die es in der Luft gezwungen war zu suchen, auf die See auszudehnen wünsche. Zur See bleibe England souverän. Frankreich bleibe nichts anderes übrig, als zu hof­fen, daß die Annahme der deutschen Vorschläge durch England und die entsprechende Angleichung, zu der Frankreich veranlaßt werden würde, nicht wieder die leidige Frage der Flottengleich­heit zwischen Frankreich und Italien aufleben lassen werde, die jahrelang dazu beigetra­gen habe, diese beiden Länder zu entfremden.

DieAction F r a n a i s e" stellt fest, daß die Annahme der deutschen Forderungen durch England unabhänaig sei von der Zustimmung Frankreichs und Italiens. Der englische Beschluß st ehe f e st. Es handele sich also nicht darum, anzuneh­men oder abzulehnen, sondern nur darum, zu er­klären, was Frankreich denke und wie es zu han­deln beabsichtige. Frankreich solle ohne Kommentar die englische Mitteilung zur Kenntnis nehmen und betonen, daß es sich in Zukunft nur von der Ver­teidigung feiner eigenen Interessen leiten lassen werde.

Der oppositionelle2 u o t i d i e n" führt die un­günstige Lage Frankreichs auf die Bindung Lavals an Moskau zurück, weil die Sow­jets die schlimm st en Feinde Englands in Asien seien. Frankreich bleibe allein mit Sta­lin und das fei höchst gefährlich.

Große Aehnlichkeit.

London, 17. Juni (DNB. Funkspruch). Die französische Stellungnahme zu den deutsch-englischen Flottenbesprechungen wird, Blätter« Meldungen zufolge, am Dienstag in London überreicht werden. Gleichzeitig werde voraussicht­lich auch die italienische Antwort eingehen, die nach einer Meldung derTimes" eine große Aehnlichkeit mit der französischen haben werde.

Das neue englische Flottenbau­programm.

5 Schlachtschiffe.

London, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Meldung desDaily Telegraph" vom Samstag, daß England im Rahmen eines neuen Dier- Jahres-Bauprogrammes der englischen Flotte a ch t neue Schlachtschiffe bauen werde, wird heute von dem Marine-Mitarbeiter des Blattes dahin richtiggestellt, haß es sich tatsächlich nur um 5 Schlachtschiffe handele, von denen wahrsckein- lief) im Jahre 1937 zwei, im folgenden Jahre gleich- falls zwei und im Jahre 1939 eins in Angriff genommen werden würden.

Wenn zur Eröffnungsvorstellung der 2. Reichs­theaterwoche WagnersLohengrin^ gewählt wurde, so liegt darin mehr als eine Ehrung für den gro­ßen Meister, für den deutsch sein hieß, eine Sache um ihrer selbst willen tun. Dr. Goebbels be­tonte bereits im Vorjahr bei der Eröffnung der ersten Reichstheaterwoche in Dresden, daß Richard Wagner das große deutsche Genie sei, das unserer Zeit am nächsten stehe. Wenn darum in Hamburg, das Deutschlands Tor zur Welt ge­nannt wird, eine der großen Bekundungen des neuen Kulturlebens mitLohengrin" beginnt, so muß man an Wagners Worte erinnern, der in seinem Lohengrin Die gottgesandte, im heiligen Glauben erstarkte Führergestalt darstellen sollte, die dem in Elsa versinnbildlichten schuldlosen Volk zur Rettung erscheint und über die in Telramund und vor allem in Ortrud verkörperte Kräfte der Zer­störung siegreich triumphiert. Die Aufführung der Hamburgischen Staatsvper hob unter der szenischen Leitung ihres Generalintendanten Heinrich K Siro hm diese symbolischen Zusammenhänge stark hervor. Es ist ein unbestreitbares Verdienst der Hamburger Inszenierung, daß sie den geistigen Ge- halt des Werkes in der farbigen Welt der Schwa- nenritterfage zu greifbarer Wirklichkeit werden Uetz. Strohms Regie wurde dabei wesentlich durch Die musikalische Leistung unterstützt. Generalmusikdirek- tor Eugen I o ch u m führte den großen Klangkörper der Philharmonischen Staatsorchesters mit der ihm eigenen leidenschaftlichen Hingabe an das Werk. Die gleiche Werktreue beseelte auch die Sanges unter denen sich hervorragende Gäste befanden: Von der

Wittenberg, 17. Juni. (DNB.) Die Vor­bereitungen für die Beisetzungs feierlich- feiten der Opfer von Reinsdorf sind in vollem Gange. Die Toten, die für Deutschland gefallen sind, liegen auf gebahrt in der Kapelle der Wasag. Hier stehen die Särge in den vom Ker- zenschein erleuchteten Raum. Mitglieder der Deut­schen Arbeitsfront und Arbeitskameraden der Opfer halten Ehrenwacht. Blumen liegen auf Den Särgen. Hier und da künden Uniformbluse oder Mütze einen stillen Kämpfer der NSDAP. 58 Tote sind geborgen. Abgeschlossen durfte diese Totenlifte leider noch nicht sein. Ab und zu sieht man einen der Angehörigen im tiefen Schmerz an einem der Särge im Gebet verharren und Blumen niederlegen. Dienstagmittag wird die Trauerseier vor dem Werk auf dem großen Gelände, das viele tausend Menschen fassen kann, stattfinden. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Die Sarge werden im Schatten der Bäume auf diesem Dlatz aufgelmhrt werden. Ein Plan des von der Gau- leitung Halle-Merseburg mit der künstlerischen Ausgestaltung der Beisetzungsfeierlichkelten beauf­tragten Künstlers Radojewski Wt rings um die Särge einen Ehrenhof vor. Zehn Meter hohe Pylone umrahmen die Stätte der Toten. Die hintere Front des Ehrenhofes wird 6 hachauf- ragende Säulen zeigen, in deren Mitte ein großes schwarzes Kreuz die ganze Irauerfta h? beherr- schen wird. 500 Hortensien in den verschiedensten Farben und Grünblattschmuck geben dem ganzen einen besonders feierlichen Rahmen Gegenüber dem Ehrenhof werden die Hinterbliebenen, die Vertreter der Reichsregierung und die Trauer­gäste der Partei und des Staates Platz nehmen. Formationen der SA., PO., der DAF. und aller anderen Gliederungen werden den Ehreichos sau- men, auf dem auch die ganze Gefolgschaft Der Westfälisch-Anhaltinischen Sprengstoffwerke Auf- ftellung nehmen wird. Mikrophone und Lautsprecher sind angebracht, damit das gesamte deutsche Volk in einer Reichssendung Anteil nehmen kann an dieser Trauerfeier. Mehrere Hakenkreuziahnm mit Trauerfloren schließen die Trauerstätte ab. Die Trauerfeierlichkeit ist auf mittags 12 Uhr festgesetzt und dürfte etwa dreiviertel Stunden dauern. Nach den Klängen des Trauermarsches aus derEroica werden die Geistlichen beider Konfessionen, se em Vertreter des Werkes, der Partei und der DAF. sprechen. Wenn das Lied vom guten Kameraden verklungen ist, nimmt ein Vertreter der Reichsre­gierung das Wort. Der Trauermarsch aus der Götterdämmerung und der Gesang der National­hymnen schließen den feierlichen Akt.__

London, 17. Juni (DNB.) Die englischen Sonn- tagsblätter berichten zum Tel ausführlich über die Fortschritte der deutsch - englischen Flottenbesprechunaen.

Der diplomatische Mitarbeiter des O b s e r v e r " schreibt, in der Unterredung, Die am Freitag zwischen Botschafter von Ribbentrop unD Sir Samuel Hoare stattgefunden habe, sei bereits eine gründ- sätzliche Einigung erzielt worden. Es handele sich jetzt nur noch um die Formulierung der Einzelheiten, die großen Teils technischer Natur seien. Der Wert der gegenwärtigen Ab­machungen könne nur darin bestehen, ein Mittel in Richtung einer umfassenderen Vereinbarung zu sein.

3n London habe man sich freimütig Die Tatsache vor Augen gehalten, daß die britische Regierung durch Die Annahme Des deutschen Vorschlages gemeinsam mit Der deutschen Regierung Den Versailler Vertrag verletze, aber Die Tatsache selbst sei im wesentlichen akademischer Natur. Die in Strefa erzielte und in Gens verwirklichte Dreimächteverständigung, die unter anderem Die Möglichkeit einer weiteren Vertragsverletzung ins Auge gefaßt hatte, fei klar von Der Annahme ausgegangen, daß ber Teil V des Versailler Vertrages bereits abgelaufen fei. Nach britischer Ansicht bestehe daher zwischen Den Grundsätzen von Strefa und der neuen englisch - deutschen

Jlotfenoerffänbiung keinerlei Diberspruch.

An anderer Stelle schreibt DerObserver" eben­falls, der Teil V des Versailler Vertrages sei schon tot. Stresa aber lebe.

Die Zukunft der britischen Flotte ist das Thema, das sich Scrutator in derSunday Times" gestellt hat. In einem ausführlichen Artikel schildert der Verfasser die überragende Bedeutung, die der Be­sitz einer st arten Flotte für die Sicherheit des Britischen Reiches hat. Er geht dabei von der freundschaftlichen Geste des Prinzen von Wales gegenüber Deutschland aus, die nicht ein Akt der Politik gewesen sei, sondern der Ausdruck des englischen Instinkts, die Hand zu reichen, wenn ein Streit vorüber sei. Enalands Ueberlegenheit zur See sei nicht mehr so groß, wie im Weltkriege. Aber glücklicherweise seien die po­litischen Verhältnisse günstig.

Das in Den Flotlenbefprechungen mit Deutsch­land bisher erzielte Ergebnis sehe ein gleich­bleibendes Starkeverhälinis zwischen Deutsch­land und England vor, das zahlenmäßig nur von den Maßnahmen der anderen Mächte ab­hänge.

Es gebe keinen klareren Beweis dafür, daß Deutschland an einen Krieg in westlichen Ge­wässern nicht denke, als diesen unmißverständlichen Verzicht auf den Marineehrgeiz des alten Regimes in Deutschland.

Französische Mißstimmung.

Paris, 16. Juni. (DNB.) Die Miß.stirn- mung der französischen Presse über die deutsch-englischen Flottenverhandlungen halt weiter-

Wetterbericht

Des Reichswetlerbienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Durch bas Einbringen feuchter Meeresluft hat sich auch bei uns unbeständiges und kühleres Wet­ter eingestellt, das Anlaß zu einzelnen teilweise gewittrigen Niederschlägen gab. Der gleichzeitig da­mit verbundene Luftbruckanstieg führt jedoch neuer- Dings zum Aufbau eines kontinentalen Hochdruck­gebietes, in dessen Bereich wieder mit dem Auf­kommen freundlicherer Witterung mit Erwärmung gerechnet werden kann.

Aussichten für Dienstag: Häufia auf- heiternd und im wesentlichen trocken, bei abflauen- den Winden Beginn neuer Erwärmung.

Aussichten für Mittwoch: Meist heiter und trocken, tagsüber recht warm.

Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 18,9 Grab Celsius, abends 10,7 Grad: am 17. Juni: morgens 11,5 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum 8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Juni: abends 17,4 Grad: am 17. Juni: morgens 14,5 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 5,2 Stunden. Nie­derschläge 0,9 mm.

Mit einem feierlichen Auftakt wurde in ber Ham-1 Staatsoper Berlin Michael Bohnen als König burgifchen Staatsoper bis 2. R e i ch s t h e a t e r - unb Walter Großmann als Telrarnunb. Martha f c ft m o cf) e burch Reichsminister Dr. Goebbels n M -*-- eröffnet. Ferner waren erschienen Reichsstatthalter Kaufmann, Bürgermeister Krogmann, Die Spitzen ber Behörben, Der Wehrmacht unD Der Bewegung sowie Vertreter Des kulturellen Lebens. Es war ein Akt von weihevoller Größe, als sich zum Ge- benten ber auf bem Fekbe ber nationalen Ehre ge­fallenen Opfer von Reinsborf mit bem Reichsminister alle Teilnehmer erhoben unb stehend ben Trauermarsch aus BeethovensEroica" anhörten, ben bas Philharmonische Staatsorchester unter Leitung von Eugen Joch um spielte. Nach einer Minute stummer Trauer setzte bann bas Or­chester mit bem Vorspiel zuLohengrin" ein, besten überirbifdje Klänge bie feierliche Klage in bie Ent- rückheit ber Gralsstimmung hob.

Eine Anordnung Dr. Leys.

Berlin, 17.Juni (DNB. Funkspruch). Reichs- Organisationsleiter Dr. Ley hat folgenbe An- Ordnung erlassen: Am Dienstag, 18. 3uni, flaggen sämtliche deutschen Betriebe anläßlich ber feierlichen Beisetzung ber Opfer von Reinsborf Halbmast. Damit betunben bie beut- schen Arbeitskameraden im ganzen Reich ü)re 2ln- teil nähme für bie, bie infolge der furchtbaren Katastrophe an ihrer Arbeitsstätte ben Tob fanben.

Weitere Spenden.

Für bie Hinterbliebenen ber Toten von Reinsborf unb für bie bei biefem Unglück verletzten Volks- aenosten finb u. a. folgenbe weitere Spenden em- gegangen: von Ministerpräsident G ort n g 20 000 Mark, von dem Reichsbund der deutschen Beamten 30 000 Mark, von dem Reichskriegsminister General­oberst von Blomberg an dieStiftung Mr Opfer ber Arbeit" 3000 Mark, von ber Stabt Saar­brücken 1000 Mark. __

Wittenberg, 16. Juni. (DNB.) Don ben töblich verunglückten Arbeitern bet ber Explosions­katastrophe in Reinsborf konnten außer den 18 be­reits gemeldeten weitere 21 identifiziert werden. Don Den bisher aufgefundenen 58 Toten find jetzt insgesamt 3 9 identifiziert. 96 Ver­letzte befinden sich noch im Krankenhaus Die Leichtverletzten wurden bereits in häusliche Pflege entlasten ober finb zu einem Teil an ihre Arbeits- zurückgekehrt.

Deutschlands Betriebe flaggen Halbmast.