Ausgabe 
17.5.1935
 
Einzelbild herunterladen

den Beleuchtungswagen eine Straße von einem Kilometer Länge beleuchtet werden. Der ganze Zug ist innerhalb von 12% Wochen von der Firma Magirus erbaut worden.

Die unerreichten Leistungen, die der Bayern­zug auf technischem Gebiet fast Sonntag für Sonntag vollbringt, wären aber nichts, wenn die etwa 70 Mann starke Belegschaft nicht von echtem SA.-Geist beseelt wäre. Mit hohem Idealismus gibt sie sich ihrer Arbeit hin, und an den großen Tagen gibt es keine achtstündige Arbeitszeit, dann muh auch mal 24 Stunden

ununterbrochen geschafft werden. Die 90 000 SA.-Männer, die am Sonntag von dem Hilfs­zug Bayern verpflegt werden, können gewih fein, daß der ihnen gereichte Gulasch minde­stens ebensogut munden wird, wie der beste Braten daheim bei Muttern.

Nach dem Frankfurter Einsatz stehen dem Hilfszug Bayern weitere große Tage bevor: am folgenden Sonntag in Hamburg beim Seemannstag und am darauffolgenden Sonntag in Darmstadt beim Gautag des Gaues Hessen-Nassau.

Verusserziehung der Deutschen Arbeitsfront im Gommerhalbjahr 1935.

heute, in einer Zeit, wo der deutsche Exporteur auf dem Weltmarkt mit einer außergewöhnlichen Konkurrenz zu kämpfen hat, kann er in diesem Kampf nur dann konkurrenzfähig sein, wenn er erst­klassige Waren auf den Markt bringt. Die Herstel­lung von Qualitätswaren ist jedoch nur durch Qualitätsarbeiter, sowohl der Faust, als auch der Stirn möglich. Jeder deutsche Volksgenosse, der den ehrlichen Willen hat, seinem Vaterlande und somit auch sich zu dienen, ist daher verpflichtet, durch Leistungssteigerung am Wiederauf­bau der deutschen Wirtschaft tatkräftig mitzuarbeiten. Seine berufliche Leistung steigern, heißt aber auch sich im Sinne des Führers an der Arbeitsbeschaf­fung positiv zu betätigen, denn auf die Dauer wird sich im Konkurrenzkampf der Völker nur die Quali­tätsware behaupten und den Auftragsbestand garan­tieren. Durch das

Amt für Berufserziehung in der DAF.

ist jedem deutschen Volksgenossen die Möglichkeit gegeben, seine Kenntnisse auf beruflichem Gebiete zu erweitern und zu vertiefen. Ende Mai 1935 be­ginnen in Gießen die neuen Lehrgänge, kosten­losen Vortragsreihen und Arbeitsgemeinschaften für Kaufmannsgehilfen, Techniker und Werkmeister, Werker allgemein und junge Metallwerker speziell. Es ist jedem Arbeitskameraden durch Abfordern des Sommerarbeitsplanes (in der Geschäftsstelle Lony- straße 18, oder geschlossen durch den Betrieb) Ge­legenheit geboten, sich einen Ueberblick über die Be­rufsbildungsmaßnahmen des Amtes für Berufs­erziehung zu verschaffen. Darüber hinaus ist es aber auch jedermanns Pflicht, sich an diesen Berufs­bildungsmaßnahmen zu beteiligen, denn

Leistung entscheidet!

Obecheffen.

Verbilligte Bahnfahrt zum judenfreien Markt in Lang-Göns.

Zum großen judenfreien Markt in Lang-Göns und politischer Großkundgebung am 23. Mai gibt die Reichsbahnverwaltung von allen Fahrkarten­ausgaben im Umkreis von 50 Kilometer Sonntags­rückfahrkarten aus. Gültigkeit zur Hinfahrt am 23.5. mit einer Gültigkeitsdauer von 0 Uhr bis 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt).

Diamantene Hochzeit.

+ Grünberg, 16. Mai. Anläßlich der heuti­gen d i am antenen Hochzeit des hiesigen Weichenwärters i. R. Johannes Görnert und seiner Ehefrau Katharina, geborene Römer (vgl. Bericht imGießener Anzeiger" Nr. 112), wurden dem Jubelpaare überaus zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zuteil. Aus der Reichskanzlei traf folgendes Schreiben des Führers ein:

Zu dem seltenen Fest der diamantenen Hochzeit spreche ich Ihnen und Ihrer Gattin meine herzlich­sten Glückwünsche aus. Ich hoffe und wünsche, daß Ihnen noch ein recht langer und ungetrübter Lebensabend im Kreise Ihrer Familie beschieden sein möge, h i t l e x "

Ebenso hatten auch Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger für die Landesregierung Hessen und Kreisdirektor Klostermann für die Kreisoer- waltung des Kreises Gießen Glückwunschschreiben übersandt, die von Bürgermeister Wagner über­reicht wurden, der gleichzeitig die Glückwünsche der Stadt übermittelte. Weitere Glückwunschschreiben waren eingetroffen von Generaldirektor Dorp- müller für die Deutsche Reichsbahn, sowie von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. nebst einer Ehrengabe von 200 Mark, von der Landeskirchen­regierung nebst einem Gesangbuch, überreicht von Dekan Schmidt, und vom Reichswalter des Deutschen Beamtenbundes. Durch Abordnungen ließen der Kriegerverein und der Eisenbahnverein Glückwünsche übermitteln und Geschenke überreichen.

Don dem Jubelpaar, das sich noch voller körper­licher Rüstigkeit erfreut, kann der Ehemann am 25. Dezember seinen 90., die Ehefrau am 22. Sep­tember ihren 87. Geburtstag begehen. Weichen­wärter i. R. Görnert, der von 1872 bis 1903 bei der Bahn, fast ausschließlich in Grünberg, an- gestellt war, ist der letzte Veteran dahier aus dem Kriege 1870/71. Er machte den Feldzug beim hessi­schen sGarde-Dragonerregiment (Chevaulegers) mit und ist Inhaber der Kriegsdenkmünze von 1870/71 und des hassia-Ehrenkreuzes.

40 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Birklar.

£ Birklar, 17. Mai. Die Freiwillige Feuerwehr Birklar feiert am kommenden Sonntag, wie schon kurz gemeldet, ihr 4 0 jäh­riges B e st e h e n. Im Jahre 1895 wurde die Wehr durch 42 Einwohner unter Führung von Jakob Wagner gegründet. Die Gemeinde Birklar bewilligte der neugegründeten Wehr 600 Mark, und durch die Opferwilligkeit der Feuerwehrleute und Ortsbüraer gelang es, die Wehr gut auszu­rüsten. Von den damaligen Gründern leben heute noch Jakob Wagner, erster Hauptmann der Wehr, Peter Müller, zweiter Hauptmann, und folgende Obmänner und Feuerwehrleute: Heinrich Gerhard, Konrad Düringer, Karl Wall- b ott, Peter Dörmer, Georg Jakobi I., Konrad Seibert, Friedrich Müller I., Jean Dörmer, Christoph Seipp, Philipp Engel II., Heinrich Schöck II., Georg Heinz, Johann Hein­rich Weisel, Heinrich Weisel, Heinrich Wei­sel I. Heinrich Seitz II., Mitgründer der Wehr und langjähriger Kommandant, wurde bereits zum Ehrenkommandanten ernannt. Er nimmt, wie auch noch alle anderen Gründer, regen Anteil an der Tätigkeit der Wehr. Während des Weltkrieges wurde die Wehr infolge Kriegsdienst der damali­gen Kommandanten Seitz von Peter Müller IV. geführt. Von der Wehr wurden auf dem Herbst- verbandstag in Leihgestern folgende Kameraden für 25jährige Tätigkeit ausgezeichnet: Heinrich Ott, Heinrich Winter, Heinrich Schneider, Philipp Düringer, Heinrich Heinz, Hermann Wei­sel. Am Festtag der Wehr kann Christian H a - nitsch auf eine 25jährige Mitgliedschaft zurück­blicken. Der Weltkrieg forderte aus den Reihen der Wehr auch einige Opfer. Der derzeitige erste Kommandant Seibert führt die Wehr seit 1922. Zur Zeit zählt die Wehr 60 aktive Feuerwehrleute. Die Geräte der Wehr sind in bester Ordnung. Die Spritze wurde bereits im Jahre 1886 angeschafft. 1929 wurde eine mechanische Leiter erworben. Die Wasserleitung wurde 1912 erbaut und damit auch für die Feuerbekämpfung eine gute Grundlage ge­schaffen. Die Wehr wurde zu verschiedenen aus­

wärtigen Bränden angefordert und trat auch dort in Tätigkeit. So wurde sie dreimal nach Muschen- heim und zweimal nach Lich gerufen. Die Gemeinde Birklar hatte während dieser langen Zeit nur einen größeren Brand, den Feldscheunenbrand am 2. Januar 1933.

DerMännergesangverein,,Liederkranz" aus Gundersheim in Großen-Buseck.

Verspätet geht uns aus Großen-Buseck folgender Bericht zu:

Schon lange hatte man dem Zusammentreffen der rheinhesstschen Gäste mit dem hiesigen G e - sangvereinGermania" entgegengesehen. Alle Vorbereitungen waren bestens getroffen, denn die Sangesbrüder aus Gundersheim bei Worms sollten ja bei ihrem Ausflug in eine wald­reiche Gegend, wozu sie sich das schöne Busecker Tal ausgesucht hatten, nicht enttäuscht werden. Echte kameradschaftliche Verbundenheit und San- aesfreundschaft sollte die Krönung dieses Ausfluges sein. Und es darf gesagt werden, daß sich das Zu­sammentreffen zu einem vollen Erfolg in jeder Weise auswirkte.

Am Samstag gegen 18 Uhr konnten die Gäste, die ihre Reise mir zwei aroßen Postömnibussen angetreten hatten, auf dem Anger begrüßt werden. Es erfolgte anschließend, nachdem die Gäste für den Willkommgruß gedankt hatten, die Quartierein­teilung. Am Abend fand im vollbesetzten Saale des Gastwirts Brück ein gemeinsames Konzert statt. Zu Beginn entbot der Vorsitzer derGermania" den Gästen nochmals herzliche Willkommensgrüße, wies auf die Bedeutung solcher Ausflüge hin und verband damit die Hoffnung, daß dieses Zusam­mentreffen ein Markstein in der Geschichte beider Vereine sein möge. Die Gäste dankten unter leb­haftem Beifall durch Überreichung eines Land­schaftsbildes aus ihrer Heimat für die gastfreund­liche Aufnahme. Die dann zum Vortrag gebrachten Chöre und Volkslieder gaben beredtes Zeugnis von dem Leistungsvermögen beider Vereine. Besonde­ren Anklang fanden die beiden ChöreVolk" und Volk ans Gewehr" von Gundersheim. Aber auch die zwischendurch gebotenen Musikstücke fanden leb­haften Beisall. Der gemeinsam gesungene Chor Deutschland, dir mein Vaterland" bildete den Ab­schluß des Konzertes, an das sich noch ein gemüt­liches Beisammensein anschloß.

Schon am frühen Sonntagmorgen unternahmen viele Gäste schöne Morgenspaziergänge, um die Reize des Busecker Tales kennen zu lernen. Gegen 10 Uhr fand eine gemeinsame Besichtigung des Schlosses und des Schloßgartens statt. Am Westpor­tal erfolgte zuvor noch eine photographische Auf­nahme beider Vereine, um auch auf diese Weise eine Erinnerung an die gemeinsam verlebten Stun­den festzuhalten. Im Schloßhof gelangten wiederum einige Lieder zum Vortrag. Anschließend erfolgte ein Rundgang durch das Dorf. Am Nachmittag mußte jedoch die Freude der Trauer weichen. Ein aktiver Sänger derGermania", Otto Dambmann, wurde zur letzten Ruhe geleitet. Ihm sollte es leider nicht vergönnt sein, infolge eines Unglücksfalles bei der Arbeit, diese schönen Stunden echter Sänger­kameradschaft mitzuerleben. So wurde ihm denn ein besonders herzlicher Abschied an seiner letzten Ruhestätte zuteil, und auch die Gäste erwiesen ihm in echter Freundschaft den letzten Gruß. Den Höhe­punkt des Ausfluges bildete dann ein Waldfest auf der Platte des Hohen Berges. Alt und Jung strömte hinaus in den Wald, der mit seinem frischen, jun­gen Grün die Herzen mit Freude erfüllte. Bei Musik, einigen Volkstänzen und dem Gesang meh­rerer Lieder wurden ein paar frohe und gemütliche Stunden verlebt. Dazu blieb der wunderbare Aus­blick von dort oben über das Busecker Tal und seine Umgebung nicht ohne Eindruck auf die Gäste. Doch auch der Abend vereinigte noch einmal Alle unter großer Beteiligung der Jugend zu einem echt kame­radschaftlichen Beisammensein bei Musik und Tanz im Saale Brück.

Am Sonntagmorgen gegen 7.30 Uhr traten die Gäste ihre Rückreise in die Heimat an, wohl nicht ohne das Bewußtsein, daß ihnen der Ausflug in das Busecker Tal ein wirkliches Erlebnis war.

Solche Wanderfahrten sollten in Zukunft noch mehr Interesse finden, denn die schöne deutsche Hei­mat lernt man dadurch kennen, und echte Kamerad­schaft wird gepflegt.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 17. Mai. Eisenbahn­schaffner i. R. Johann Friedrich Eckhardt kann am heutigen Freitag in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 7. Geburtstag feiern. Herr Eckhardt, der aus dem benachbarten Dorlar stammt, ist der zweitälteste Mann unserer Gemeinde und ist heute noch in der Lage, leichte häusliche Arbeiten zu verrichten.

cxd Eberst adt, 16. Mai. Die hiesige Jagd wurde dieser Tage an den vorjährigen Pächter C o e r s, Dortmund, für den jährlichen Pachtpreis von 800 Mark neu verpachtet. Das Jagd­gebiet unserer Gemarkung umfaßt rund 2200 Mor­gen Feld. Im letzten Jahr wurden in diesem Revier rund 300 Hasen, außerdem noch viele Hühner, Fasanen usw. zur Strecke gebracht.

Kreis Stiebberg.

LPD. Bad-Nauheim, 16. Mai. Seit einigen Tagen tragen die Brunnenmädchen die echte o b e r h e s s i s ch e Tracht, die den zahlreichen fremden Kurgästen einen Einblick in eine unserer schönsten deutschen Sitten und Gebräuche gibt. Die Bade- und Kurverwaltung hat aus Pohl-Göns Kleider beschafft, die in der dortigen Gegend von den Frauen nach altem Brauch noch getragen wer­den. Die Einführung dieser selten gewordenen Tracht, deren leuchtende Farben das Auge erfreuen, trägt mit zur Pflege eines schönen Heimatsinns bei.

ÜPD. Vilbel, 16. Mai. Trotz zahlloser War­nungstafeln und mahnende Illustrationen können eseilige" Reisende nicht unterlassen, auf bereits fahrende Züge zu springen. So kam gestern im Bahnhof Vilbel-Nord ein älterer Mann auf den Bahnsteig gestürmt, um den um 7.40 Uhr abgehenden, bereits in Fahrt befindlichen beschleunigten Personenzug noch zu erreichen. Der Stationsvorsteher wollte den Mann zurückhalten, er sprang aber auf den letzten Wagen des Zugs, erwischte auch noch einen Handgriff, rutschte aber vom Trittbrett ab und wurde ein ganzes Stück mitgeschleift. Zuginsassen, die den Vorfall bemerk­ten, zogen die Notbremse, so daß der Unglückliche aus seiner peinlichen Lage befreit werden konnte. Wunderbarerweise hatte er kaum Verletzungen er­litten, dafür wird ihm aber die Reichsbahnverwal- tung einen nachhaltigeren Denkzettel für sein unver­antwortliches Tun geben.

Kreis Bübingen.

H Nidda, 16. Mai. In dem benachbarten Fauerbach wurde inmitten des Dorfes ein Pferd scheu und rannte mit dem schweren Landwirtschaftswagen gegen den Hinterwagen eines vorausfahrenden Landwirtes. Durch die Wucht des Anpralls stürzten beide Wagen um und begruben den einen Fuhrmann und zwei Frauen, die außerdem noch eine kleine Strecke auf dem Erdboden geschleift wurden. Dadurch trugen sie erhebliche Verletzungen am ganzen Körper davon, die ärztliche Hilfe notwendig machten. Durch tatkräftige Hilfe einiger beherzter Männer konnte das wildgewordene Pferd gebän­digt und die Schwerverletzten aus ihrer gefährlichen Lage unter den zerbrochenen Wagenteilen befreit werden.

S Bad Salzhaus en, 16. Mai. Von jetzt ab finden ständige Kurkonzerte statt, und zwar täglich (außer am Montag) von 16 bis 18 Uhr auf dem Konzertplatz im Park, bei ungünstiger Witte­rung auf der Kurhausterrasse, auf letzterer außer­dem von 20 bis 22 Uhr.

Kreis Schollen.

rl. Gedern, 16. Mai. Seine erste Versammlung im neuen Schuljahr hielt der Bezirk Gedern des N S L B. im hiesigen Schulhause ab. Nach geschäftlichen Erledigungen mancherlei Art durch den Bezirksobmann K a l b e r l a h wurde über die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaften gesprochen. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag über den gegenwärtigen Volkstumskampf in Oesterreich. Lehrer Schnierle - Gedern konnte auf Grund von neuesten Erlebnisberichten aus unserem schwer bedrängten Bruderland den schlimmsten Feind unse­res neuen Reiches und seine verhängnisvolle Arbeit klar kennzeichnen. An dieser wichtigen Schlüssel­stellung deutschen Volksbodens sucht man die Volks­front mit allen nur erdenklichen Mitteln zu schwä­chen. Von hier aus glaubt man bann den Angriff gegen das Reich selber erfolgreich weitertragen zu können. Im Anschluß an die oft erschütternden Mit­teilungen konnten der Kampftruppe deutschen Volks­tums, dem VDA., neun neue Schulgemeinschaften zugeführt werden. Den gleichen Vortrag hörten gestern abend die hiesigen Amtswalter der PO.

4- Gedern, 16. Mai. Die Arbeitsgemein- schaftHeimatnaturund-landschaft, die

seit vorigem Herbst eine Untersuchung über die Hecken und Feldgehölze im Vogelsberg und ihre Lebensgemeinschaften durchgeführt, besuchte den vie­len Heimatfreunden noch nicht bekannten, wohl ein­zigen Buchenurwald in Oberhessen, den Breulswald" in der Nähe des Spießweihers, west­lich Gedern. Er steht unter Naturschutz, und nicht Axt und Säge setzen den alten Riesen ihres Lebens Ziel, sondern der Sturm zerbricht sie, wenn sie seiner nicht mehr mächtjg sind. Dann liegen sie wie urige Ungeheuer modernd am Boden, und neues Leben sprießt aus ihren Leibern. Die Wipfel der Lebenden aber erheben sich wie schweres Gewölk über das weiche Gewoge des Wipfelteppichs. Mehr­hundertjährig sind diese Waldgesellen und oft von ungeheuren Umfang der Stämme und Kronen. In Haushöhe abgebrochene Stämme starren gespenstig in das grüne Waldesdunkel, oft über und über mit Zunderschwämmen bedeckt. Der schöne Buchen­farn bedeckt mehrere bis zweihundert Quadratmeter große Flächen des im ganzen nur zwei bis drei Hektar großen Bestandes vollständig. Auch die an­dere Bodenflora ist entsprechend. Dieser hohe weit- hallige Waldesdom übt auf jeden Besucher einen tiefen Eindruck aus.

Kreis Alsfeld.

n. Merlau, 16. Mai. In unserem Ortsgruppen­bezirk wurde bei der HaussammlungM u t- t e r und Kind" der Betrag von 37,05 Mark ge­spendet. Davon entfallen auf Merlau 19 Mark, auf Flensungen 18,05 Mark. Beim Plakettenverkauf gingen in Merlau 30 Mark, in Flensungen 20 Mark ein.

n. Flensungen, 16. Mai. Der hiesige Obst­bauverein hielt unter Leitung seines Vorsitzen­den H. B r ä u n i n g seine diesjährige Generalver­sammlung in der Wirtschaft von Reitz ab. Der Ver­ein steht noch im Anfang feiner Entwicklung, man hofft jedoch, in guter Zusammenarbeit mit der Ge­meinde den Wirkungsbereich des Vereins wesentlich erweitern und recht fruchtbar machen zu können. Im Verlaufe der Versammlung wurde eine Reihe von Fragen der praktischen Gartenbauarbeit behan­delt. In unserem Dorfe wurden in diesem Jahre elf Kinder in d ie Schule ausgenommen. Die NS.-Frauenschaft ließ jedem ABC.-Schützen eine Brezel überreichen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

<£ Rodheim a. d. Bieber, 15. Mai. Heute nachmittag fand hier die feierliche Beisetzung des vor einigen Tagen auf der Straße Großen- LindenGießen schwer verunglückten Kaufmanns Karl Haus statt. Haus war Angehöriger des NSKK. und erfreute sich wegen feines heiteren Wesens bei seinen Kameraden, wie auch bei seinen Vorgesetzten großer Beliebtheit. Davon zeugte die große Zahl seiner Kameraden, die dem Verstorbenen das Ge­leit auf seinem letzten Wege gaben, sowie das große Leichengefolge. Die nächsten Kameraden des Verblichenen hatten es sich nicht nehmen lassen, eine Ehrenwache am Sarge zu stellen und alle Reden, die am offenen Grabe gehalten wurden, zeugten davon, daß ritan hier einen Toten der Erde anvertraute, der bei feinen Lebzeiten ein lie­ber und guter Mensch und Kamerad war. Kränze legten am Grabe nieder im Auftrage der NSKK.- Standarte Gießen, Sturmführer Schäfer (Gie­ßen), im Auftrage der NSKK.-Staffel Obersturm­führer Hartmann (Wetzlar), im Namen des Sturmes Sturmführer Schlierbach (Bieber) und im Namen der Kameraden feiner Schar Sturm­mann H o f (Gießen). Der verstorbene NSKK.- Kamerad hinterläßt eine Witwe und zwei kleine Kinder. Den Hinterbliebenen wird herzliche Teil­nahme entgegengebracht, zumal der unerwartete Tod ihnen den Ernährer raubte.

Erda, 16. Mai. Heute wurde im Alter von nahezu 90 Jahren der Landwirt Nikolaus K a u ß unter starker Anteilnahme der Ortsbevölkerung zu Grabe getragen. Der Entschlafene war der älteste Mann unseres Dorfes und der letzte hier noch lebende Kriegsteilnehmer von 1870/ 1871. Der Kriegerverein ehrt^ feinen Heimgegange­nen Kameraden durch eine Ehrensalve, Kranznieder­legung und den gemeinsamen Gesang des Liedes Ich hall einen Kameraden".

Leichtathletik-Spitzenkönner

6d denRationalen" der Lpielverelnigung 1900 am Start.

Unter den zahlreichen Meldungen für die Natio­nalen Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900 am kommenden Sonntag ist auch eine Reihe von Teil­nehmern, die sich in der deutschen Leichtathletik bereits einen Namen gemacht haben. So bringt der DBS. Dortmund-Hörde den bereits repräsentativ tätig gewesenen 800-m-Mann Glagowski, den westdeutschen 400-m-Meister Goldhaufen und den Westfalenmeister über 400 m Hürden, Ebert, mit. Der Gau Südwest ist besonders stark in den Wurfübungen und Kurzstrecken. Es seien genannt: Berg, Maier, Helmle (alle IG. Frankfurt), Acker, Fischer und Junker (Stadtsportver­ein Frankfurt), Hauerwaas (Gintracht Frank­furt), Schneider (Polizei Darmstadt). Ausgezeich­netes Läufermaterial hat auch der VfL. Hessen- Preußen Kassel, der z. B. W a l p e r t, W i l h e l m, Knappe und Wieden entsendet. In den Sprüngen werden neben dem Favoriten Hassin - ger (Post Frankfurt) die Marburger Studenten B a r t o s ch i k, Dr. D i n k l e r ein Wort mitreden. Glücklicherweise sind auch gute einheimische Könner vorhanden, wie Gebrüder Neidel, Luh, Kilo, Jung, Fauls-eit u. a.

MotorradrennenZRunb um Schotten" am ri.Znli.

Am Mittwochabend fand imPosthäuschen" in Schotten eine Versammlung der Ortsgruppe Schotten des DDAC. unter Leitung ihres Vorsitzen­den Dr. Dambmann statt, um die Vorbereitun­gen für das in diesem Jahre stattfindende Motor­radrennen zu besprechen. Als Termin ist vom DDAC., Sitz Berlin, der das ganze Rennen durch­führt, Sonntag, 21. Juli, bestimmt worden. Das Rennen gliedert sich in ein solches für Aus­weisfahrer, einen Meisterschaftslauf für Seiten­wagen und einen deutschen Meisterschaftslauf für die verschiedenen Klassen, 250 bis 350 und 500 ccm. Deutschlands erste Fahrer werden starten. Das NSKK. wird voraussichtlich die Absperrung der Strecke übernehmen. Die früher erreichten Rekorde werden, da die Rennstrecke sich in wunderbarer Ver­fassung befindet, Überboten werden. An der Strecke

wird noch gearbeitet, eine bessere Durchfahrt durch Rudingshain wird geschaffen. Start und Ziel be­finden sich an der früheren Stelle. In der Versamm­lung entwickelte sich eine rege Aussprache über die verschiedenen Punkte des Rennens, Unterbringung der Fahrer, Reklame, Parkplätze usw. Mit den Vor­arbeiten wird umgehend begonnen,. da nur noch zirka 8 Wochen bis zum Rennen zur Verfügung stehen. Es soll alles aufgeboten werden, damit sich das Rennen reibungslos und zur Zufriedenheit aller Teilnehmer abwickelt und der gute Ruf Schottens als Rennstadt gewahrt bleibt.

Deutschland-Riege derOT. inNauheim

Die Deutschland-Riege der DT. wird am 7. Sep­tember in Bad-Nauheim anläßlich der Jahrhundert­feier des Weltbades und der 75-Jahrfeier der Bad- Nauheimer Turngemeinde ein Schaukunstturnen vorführen.

Am 29. und 30. Juni begeht der TuS. 1860/85 Marburg die Feier seines 75jährigen Bestehens. Als Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeitenf wird auch hier die Deutschland-Riege der DT. ein Schauturnen veranstalten, und zwar am 26. Mai.

Oie Rennungsliste zum Avus-Rennen.

Das Internationale Avus-Rennen 1935, das am 26. Mai ftattfinbet, hat in den letzten Tagen noch einige Nennungen erhalten und ist nun mit 21 Wagen hervorragend besetzt. Acht deutsche, zwölf italienische und ein französischer Rennwagen werden das schnellste Rennen der Welt am übernächsten Sonntag bestreiten. Die Meldelifte:

1. Hans Stuck, Deutschland (Auto-Union); 2. Achille Varzi, Italien (Auto-Union); 3. Prinz ßeiningen, Deutschland (Auto-Union); 4. Bernd Rosemeyer, Deutschland (Auto-Union); 5. Rudolf Caracciola, Deutschland (Mercedes-Benz); 6. Manfred von Brauchitsch, Deutschland (Mercedes-Benz); 7. Luigi Fagioli, Italien (Mercedes-Benz); 8. Hans Geier, Deutschland (Mercedes-Benz); 9. Heinrich Ruesch, Schweiz (Maserati); 10. Ludwig Hartmann, Ungarn (Maserati); 11. Renato Baleftrero, Italien (Mase­rati); 12. Nando Barbieri, Italien (Alfa Romeo); 14. Etancelin, Frankreich (Maserati); 15. Zehender, Frankreich (Maserati); 16. E. Siena, Italien (Mase­rati); 17. Tazio Nuvolari (Alfa Romeo); 18. Louis Chiron, Frankreich (Alfa Romeo); 19. Rens Drey» fuß, Frankreich (Alfa Romeo);