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hüten soll man sich, einen Kuckuck ohne Ursache zu töten, sein Anhana könnte ihn rächen.

Infolge dieser 'schlechten Eigenschaften, die dem Kuckuck zugeschrieben werden, wird dann auch das WortGauch" im übertragenen Sinne gebraucht, z. B. für einen Buhler, bei Fischart und Phi­lander von Sittewald, welch Letzterer auch das Wort ,, G a u ch s g e h ö r n " für die Hörner des Hahnrei kennt. Fifchart gebraucht das WortGauch" übrigens auch in der Bedeutung vonSchelm". Andererseits heißtGauch" so viel wie Narr. So lesen wir in BrantsNarrenschiff" (Ende des 15. Jahrhunderts):

dargegen sind vil narren auch, die uzgebrutet hat ein gouch". oder in BeheimsBuch von den Wienern":ein esel, gach und narr war er". Auch ein verliebter Narr wirdGauch" genannt, und Murner, der Zeitgenosse Luthers, hat diesen verliebten Narren eine ganze Dichtung gewidmet, die g e u ch m a t t". Diegeuchmatt" ist eine Wiese bei Basel, auf der die verliebten Narren zu einem Fest zusammen­kommen.

Schon im Altertum spielt der Kuckuck eine Rolle. Noch ^Hesiod verkündet sein Ruf die Zeit der fallen­den Saatregen. Seiner Gestalt bedient sich Zeus, wie die argivische Sage zu berichten weiß, als er sich zuerst Hera naht. Ums Jahr 420 schuf Polyklet seine berühmte Kolossalstatue der Göttin für das Heraion bei Mykene und gesellte Hera den ihr heiligen Kuckuck. Erscheint er hier nur als Begleiter der Gottheit, so ist den Neuseeländern er selbst ein Gott. In Serbien aber gilt er als Wahrzeichen der Trauer: auf den hohen hölzernen Grabkreuzen werden dort so viele Kuckucke abgebildet, als An­gehörige, namentlich Schwestern, um den Toten trauern.

So ruft der Kuckuck durch die Jahrhunderte, Glückes Bote, Unglücks Künder, weiser Seher, Uebel- täter, wahrlich, auch von ihm könnte es heißen: Don der Parteien Gunst und Haß verwirrt, Schwankt sein Charakterbild in der Geschichte."

E. B.

Entgeltzahlung auch an Heimarbeiter am i. Mai.

Der Treuhänder der Arbeit des Wirtschaftsgebiets Hessen gibt bekannt:

Soeben hat der Reichs- und Preußische Arbeits­minister im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preußischen Wirtschaftsminister folgende Anordnung betr. Entgeltzahlung an Heimarbeiter am 1. Mai erlassen:

Der nationale Feiertag des deutschen Volkes soll dem deutschen Arbeiter nach dem Willen der Reichs­regierung keinen Lohnausfall bringen. Das Gesetz über die Lohnzahlung am nationalen Feiertag des deutschen Volkes vom 26. April 1934 schreibt daher vor, daß dem Arbeiter der regelmäßige Arbeitsverdienst auch für den 1. Mai zu zahlen ist.

Auch der deutsche Heimarbeiter soll den nationalen Feiertag feiern können, ohne daß seine Festesfreude durch Entgeltausfall getrübt wird. Es wird daher erwartet, daß alle Auftraggeber, Zwi- fchenmeifter und Hausgewerbetreibende die von ihnen beschäftigten Heimarbeiter so stellen, daß sie keinen Entgöltausfall erleiden. Im Interesse ein­heitlicher Behandlung soll jeder Heimarbeiter 4 v. H. der im Monat April verdienten Entgelte erhalten. In Betrieben, in denen vor dem Osterfeste eine saisonmäßige Belebung des Geschäftes zu besonders hohen Entgelten im April geführt hat, kann aus­nahmsweise auf 3 v. H. der im April verdienten Entgelte herabgegangen werden.

Da es für manchen Zwischenmeister und die Hausgewerbetreibenden wirtschaftlich nicht erträglich ist, wenn ihnen der Arbeitsausfall zur Last fällt, ist es Pflicht aller Auftraggeber, diesen Zwischen­meistern und Hausgewerbetreibenden die von ihnen gezahlten Entgeltsummen zu ersetzen."

Ich fordere alle Auftraggeber, Zwischenmeister und Hausgewerbetreibenden des Wirtschaftsgebietes Hessen zur genauesten Befolgung dieser Anordnung auf, durch welche nunmehr auch den Heimarbeitern die Entgeltzahlung am 1. Mai gesichert wird, so wie dies für alle übrigen Arbeiter bereits durch das Gesetz über die Lohnzahlung am nationalen Feiertag des deutschen Volkes vorn 26. April 1934 geschehen ist.

Deutsche Arbeitsfront.

NS.-GemeinschaflKraft durch Freude".

Das Konzert des Gesangvereins Friedrichsthal (Saar) verschoben.

Da viele Volksgenossen infolge einer eigenen Ver­anstaltung verhindert sind, an dem geplanten Groß­konzert in der Volkshalle teilzunehmen, haben wir uns entschlossen, das Konzert abzusagen. Wir hof­fen, daß wir das Konzert im Lauf des Sommers halten können.

Heidelberg-Fahrt!

Anmeldungen abgeschlossen! Es sind Wünsche laut geworden, an dem geplanten Mittagessen in Heidelberg nicht teilzunehmen. Wir stellen es des- halb jedem frei und geben nochmals die Preise bekannt: Für Kinder von 6 bis 10 Jahren Fahr­preis ohne Mittagessen 2,65 Mark, mit Mittagessen 3,45 Mk., für Erwachsene ohne Mittagessen 4,20 Mk., mit Mittagessen 5 Mark. Die Preise verstehen sich ab Gießet. Es wird dafür gesorgt, daß Anschluß­züge morgens und abends nach den einzelnen Ort­schaften gehen. Für den Anfahrpreis find von den einzelnen Ortsgruppen besondere Anträge bei ihrer Station zu stellen. Die Fahrpreise sind nach wie vor auf der Bezirkssparkasse Gießen, KontoKraft durch Freude" Nr. 5085, einzuzahlen. In den Orts­gruppen sammeln die KdF. - Warte die einzelnen Beträge ein, führen eine genaue Liste über die Teilnehmer (Kinder und Erwachsene, mit und ohne Mittagessen) und zahlen den gesamten Betrag auf die Bezirksfparkasse ein. Wir haben den Einzah­lungstermin bis zum 25. April verlängert. Die Karten können ab 25. April auf der Geschäftsstelle vonKraft durch Freude", Gießen, Schanzen­straße 18, Zimmer 8, abgeholt werden.

Neunte Symphonie."

Letzte Probe vor Ostern Mittwoch, 17. April, 20 Uhr für Damen, 21 Uhr für alle Herren.

Die Probe der Männergesangvereine fällt zu­gunsten dieser Probe an diesem Tage aus.

NS.-GemeinschaflKraft durch Freude". Kreis Gießen.

An unsere Kameraden in allen Betrieben!

Am Freitag, 26. Aprils also Freitag nach Ostern, hält Professor Temesvary im Großen Hörsaal der Universität Gießen einen Einführungsvortrag für dieNeunte Symphonie" von Beethoven. Der Eintritt ist für jedermann frei. Anschließend findet eine Chorprobe statt, der jeder zuhören kann.

Fester Urlaubsplan in den Betrieben.

Ein Aufruf an die Betriebsführer.

Viele Gefolgschaftsmitglieder wissen nicht, ob und an welcherKraft-durch-Freude"-llrlaubsfahrt sie teilnehmen können, weil in den Betrieben kein fester Urlaubsplan aufgestellt ist.

Dadurch ist den einzelnen Interessenten nicht die Möglichkeit gegeben, sich auf lange Sicht für eine bestimmte Fahrt vorzubereiten und rechtzeitig an­zumelden.

An die Betriebssührer ergeht daher die Bitte, durch rechtzeitige Aufstellung eines festen Urlaubsplans die Vorberei­

tung und Teilnahme an denkraft-durch-Freude"- Fahrten möglich zu machen.

Es liegt ja auch im Interesse des Betriebsführers, wenn feine Gefolgschaftsmilglieder neu gestärkt nach einem angenehm verbrachten Urlaub wieder zur Arbeit zurückkehren.

Gez.: Sprenger

Gauleiter und Beichsstatthalter.

Gez.: Becker

Landesobmann der NSBO. und Bezirkswalter der DAF.

Was wird mein Lunge?

Berufswünsche und Lehrstellenmarkt.

Von Dr. Wagenbach, Berufsberater, Arbeitsamt Gießen.

Schon stehen rund 5000 oberhessische Jungen und Mädchen vor den Toren der Berufe. Sie zäh­len zu der Schar der 950 000 Jugendlichen, die zu Ostern im Alter von 13 bis 16 Jahren neu in das deutsche Berufsleben treten. Nach den sehr schwach besetzten Kriegsjahrgängen sind es vor allem die sehr umfangreichen Jahrgänge 1920/21, die einen Zugang bringen, der größer ist, als der Zugang jemals feit 1929, und auch größer, als der vor­aussichtliche Zugang der nächsten fünf Jahre. Zu diesen jungen Kräften treten die 130 000 Rückkeh­rer aus dem Arbeitsdienst, die in diesen Tagen die Lager verlassen haben.

Zwei Etappen gibt es in diesem gewaltigen Ein­gliederungsprozeß: Die Berufsberatung, die ausgeht von der Neigung und Eignung der jugend­lichen Ratsuchenden, und die Stellenoermitt- I u n g, die vom Bedarf der Wirtschaft an Nach­wuchs bestimmt wird.

meisten begehrten Berufen kontrastieren stark solche, die offensichtlich vernachlässigt werden, wie zum Beispiel: Landarbeiter, Melker (ein durchaus qualifizierter Beruf mit 2jähriger Lehre) überhaupt alle landwirtschaftlichen Berufe, Steinmetz, Former, Schweißer, Wäscher, Küfer, Stellmacher, Glaser. Diese Verteilung der Berufswünsche entspricht nicht den Bedürfnissen der Wirtschaft an Nachwuchs. Es ist unmöglich, daß alle Jugendlichen, die Autoschlosser, Maschinenschlosser, Elektro-Jnstallateur, Schuhmacher oder Kaufmann werden wollen, restlos in die ge­wünschten Berufe hineinkommen können. Statt kurzsichtiger und übereilter Entschlüsse ist daher be­sonnene Ueberlegung am Platze, die sich über die tatsächliche Aufnahmefähigkeit des Lehrstellenmark­tes klar wird, und dann aus den gegebenen Mög­lichkeiten das Bestmögliche im Hinblick auf Neigung und Eignung auswählt. Nur so besteht Aussicht, daß die ins Erwerbsleben marschierende Jugend untergebracht werden kann. Allerdings besteht die Tatsache, daß insgesamt weniger Lehrstellen als Lehrstellensuchende vorhanden sind, so daß der Rest daran denken muß, in die Landwirtschaft zu gehen, die jederzeit Kräfte benötigt. Diesen Jugendlichen ist mit 16 Jahren die neugeschaffene landwirtschaft­liche Lehre zugängig.

tro-Jnstallateur werden wollen, die Zahl der in

Bei der Lösung dieser schwierigen Aufgabe will

Wie sehr Berufswünsche und Bedarf auseinanderfallen, beweist die Tatsache, daß die Zahl der Anwärter für die kaufmännischen und Büroberufe ungefähr doppelt so groß, für den Schuhmacherberuf viermal so groß ist, als das An­gebot an Lehrstellen, daß die Zahl der Jugend­lichen, die Auto- und Maschinenschlosser, oder Elek-

diesen Berufszweigen gemeldeten offenen Lehrstel-, die Berufsberatung allen Jugendlichen und deren len um ein Mehrfaches übersteigt. Mit diesen am I Eltern beratend und helfend zur Seite stehen.

DieNeunte Symphonie" ist wohl das volkstüm­lichste Werk Beethovens. Wenn Herr Professor Temesvary trotzdem einen Einführungsvortrag hält, so nur deshalb, um auf besondere Feinheiten des Werkes aufmerksam zu machen. Wir verweisen schon jetzt auf diesen Vortrag, damit unsere Orts­warte alle Volksgenossen auf die einzigartige Auf­führung am 30. April aufmerksam machen können.

Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen.

Bezirk Oberhessen.

Betr.: Führerschulungslager auf dem Gleiberg.

Am Mittwoch, 17. April, abends 20.15 Uhr, hält das Führerschulungslager feinen aroßen Kamerad­schaftsabend ab, der zugleich Abschiedsfeier dieses Lehrganges ist. Zu diesem Kameradschaftsabend werden sämtliche Mitglieder des Bundes nebst Frauen eingeladen. Die Kameraden werden in ernster und heiterer Form den Abend in echt natio­nalsozialistischem Sinne ausgestalten. Zu dieser Ver­anstaltung stellt die Post einen Omnibus, der um 19.45 Uhr am Neustädter Tor abfährt.

Lagerleiter werden geschult.

Dreitausend Jungen im Laufe des Sommers das achttägige Zeltlager der Hitlerjugend zu einem Er­lebnis, zu einer Quelle der Kraft und Erholung und zu einer Stätte der Kameradschaft und erzieherischen Gemeinschaft werden zu lassen, ist für einen Lager­leiter (und etwa 50 werden es insgesamt fein) nicht so einfach. Um so mehr wird er, und das ist ja selbstverständlich, sich der Verantwortung und der großen Aufgabe, die ihm hier gestellt werden, voll­kommen bewußt sein. So ergibt sich denn ohne weiteres die große Bedeutung, die den gegenwärtig aus zwei Gebietsführerschulen der HI. des Gebietes Hessen-Nassau (in Eltville und Niedernhausen i.T.) stattfindenden Lehrgängen für die Lagerleiter der Zeltlager der Hitlerjugend und des Jungvolks zu­kommen. In vier Wochen wird ihnen in theoretischer und praktischer Schulung das Rüstzeug an die Hand gegeben, das sie ihre Aufgaben bewältigen läßt. Sie müssen Sport und Spiel beherrschen können und über einen reichen Schatz von Liedern und Spielen verfügen, sie müssen Kamerad und Vorbild zugleich sein und es fertig bringen, den Jungen das Erlebnis der Landschaft wie der Kameradschaft zuteil werden zu lassen. Parteiführer und Führer der HI., Per­sönlichkeiten der Wissenschaft und Kultur, Aerzte und Sportwarte der HI. unterweisen die verantwor­tungsbewußten Lagerleiter, so daß die einwandfreie Durchführung der HJ.-Zeltlager in jeder Hinsicht gewährleistet ist, die am 19. Mai im Rahmen einer eindrucksvollen Feierstunde eröffnet werden.

Straßen- und Kanalbauten im Stadtteil Schiffenberaer Weg.

Gegenwärtig steht im Schifsenberger Weg eine Reihe von Bauvorhaben, bei denen neben Fach­arbeitern auch zahlreiche andere Arbeitskräfte Ver­wendung finden, im Vordergrund des öffentlichen Interesses. Zunächst ist man damit beschäftigt, das Bett des am Schreiberweg entlangführenden Klin­gelbachs bis zum Bahndamm der Strecke Gießen Fulda zu reinigen, gerade zu legen und zu vertie­fen. Vom Bahndamm aus soll der Bach durch einen noch zu errichtenden Betonkanal in den be­reits vor Jahren unter der Keplerstraße angelegten Kanal eingeführt werden und von dort aus unter der Wiefeckbrücke in die Wiefeck einmünden. Mit der Durchführung dieses Projekts wird der im Stadtinnem bisher noch freie Lauf des Klingelbachs vollständig verschwinden. Parallel zum Klingelbach bzw. zum Schreiberweg wird in der alsHegstrauch­weg" bezeichnete Straße ein Regen- und Schmutz­wasserkanal gebaut, ferner der hier bereits be­stehende Weg auf eine Breite von zehn Meter als Straße ausgebaut und auf eine Höhe von einem Meter aufgeschüttet werden. Weiter fall der zwischen dieser Straße und dem Aulweg am Bahndamm entlangführende Fußgängerweg ausgebaut werden, so daß man nach Fertigstellung dieser Straße vom! Südoiertel aus über diese guten Straßen auf dem

kürzesten Wege zum Stadtwald gelangen kann. Schließlich seien noch die Straßenregulierungs­arbeiten am Nahrungsbera zwischen der Garten­straße und der Keplerstraße erwähnt, durch die ebenfalls eine erfreuliche Verbesserung und fort- streitende Erschließung von Baugelände im Schif- fenberger-Weg-Diertel erreicht wird.

Vornokizen.

Tageskalender für Mittwoch: Führerschulungslager des Bundes Nationalsoziali­stischer Juristen, Gau Hessen-Nassau: 20.15 Uhr Kameradschaftsabend auf dem Gleiberg. Orts­gruppe Gießen-Süd: 20.15 Uhr im großen Warte­raum des Arbeitsamtes, Bahnhofstraße, Zellen- verfammlung der Zelle 3 (Kliniken). Es spricht

Kameraden,tragt dieOAF.-Mühe!

Dr. List überDer Kampf gegen die Arbeitslosig­keit in Oberhessen". Stadttheater: 19.30 bis 22 UhrDie armseligen Besenbinder". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Oberwachtmeister Schwenke". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand­platz: 16 bis 17 Uhr 2. Ausstellung aus Gieße­ner Privatbesitz.

Stadttheater Gießen. Heute 19.30 Uhr erste Wiederholung der SpielplanneuheitDie armseligen Besenbinder", ein altes Märchen von Carl Hauptmann. Spielleitung dieser Szenenfolge hat Anton Neuhaus.

** Der Postdienst am Osterfest. Am Karfreitag und am 1. Dfterfeiertag findet je eine Brief- und Paketzustellung statt. Am 2. Osterfeier- tag ruht der Zustelldienst. Im übrigen wird an den genannten drei Tagen der Dienst wie Sonn­tags abgehalten.

** Die Allgemeine Ortskranken­kasse für den Kreis Gießen weist im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß die Kasse am Samstag, 20. April, geschlossen ist. Krankengelder können bereits am Donnerstag, 18. April, in Emp­fang genommen werden. Auf die Bekanntmachung sei besonders aufmerksam gemacht.

** Autozusammenstoß. Gestern gegen 17 Uhr stießen in der Gartenstraße bei der Alten Bürgermeisterei zwei Personenkraftwagen zusam­men. Dabei wurde ein Auto so erheblich beschädigt, daß es vom Autohilfsdienst abgeschleppt werden mußte. Erfreulicherweise kamen bei dem Unfall Personen nicht zu Schaden.

** Urlaubsspende für die Betriebs­gefolgschaft. Anläßlich des 10jährigen Berufs­jubiläums spendete der Inhaber der Firma Photo- Pfaff in Gießen, Photograph Philipp Pfaff, jedem seiner drei Angestellten eine Urlaubsfahrt mitKraft durch Freude" und stellte dafür den Betrag von 100 Mark den Angstellten zur Ver­fügung. Daneben findet selbstverständlich während der Urlaubszeit bis au vier Wochen volle Gehalts­zahlung statt. Erwähnt sei bei dieser Gelegenheit noch, daß Herr Pfaff seinen Angestellten gelegent­lich des Weihnachtsfestes ein volles Monatsgehalt in barer Summe als Weihnachtsgeschenk aus« händigte.

** Fünf Sonnenfinsternisse erst­malig feit 1 255. Erstmalig feit 1255 werden wir in diesem Jahre wieder fünf Sonnenfinster­nisse haben. Denn nicht weniger als fünfmal wird der Mond zwischen der Erde und der Sonne hin- durchgehen. Zweimal werden wir obendrein eine Mondfinsternis haben, die durch den Schatten der Erde auf der Mondoberfläche verursacht wird. Seit 1255, dem Jahre, in dem wir in unserer Zeitrech­nung zum erstenmal fünf Sonnenfinsternisse hatten, wird also das Jahr 1935 das erste sein, in dem sich dieser Naturvorgang so häufig wiederholt, und wir werden auch so bald nichts Aehnliches auf der Erde zu verzeichnen haben. Denn erst unsere Nachfahren im Jahre 2485 werden wieder einmal fünf Sonnen­finsternisse zu beobachten haben.

Große Giraffammer Gießen.

Wegen Devisenvergehen wurden der Ludwig Leßrnann und die Anna Lehmann aus Ober- Rosbach (Kreis Friedberg) vom Gießener Schöf­fengericht zu Freiheits- und Geldstrafen verurteilt. Gegen dieses Urteil legten der Angeklagte Leßrnann und die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Während der Vertreter der Anklage die Berufung gegen die Ehefrau zurücknahm, wurde in der gestrigen Hauptverhandlung lediglich gegen den Ehemann verhandelt, der die Tat selbst zugab, jedoch um eine Herabsetzung der Strafe acht Monate Gefängnis und 10 0Ö0 Mark Geldstrafe bat. Die Angeklagten hatten sich Registermarkschecks beschafft, ohne gesetzlicher Bestimmung gemäß ihren Wohnsitz im Ausland zu haben. Einen Teil des Jahres lebten sie in Ober-Rosbach, um den Rest m Amsterdam zu verbringen. Auf der Hinreise nach Holland nahmen sie mehr Geld mit, als ihnen nach den gesetzlichen Vorschriften gestattet war. Die Strafkammer wies die Berufungen unter Anrech­nung der zwischenzeitlichen Untersuchungshaft kosten- fällig zurück.

Der Johann Ferdinand Rupp aus Ober-Efch- bach (Kreis Friedberg) wurde wegen Vergehens gegen den § 1 des Gesetzes zum Schutze von Staat und Partei und der Parteiuniform in Tateinheit mit einem Vergehen im Sinne des § 185 RStGB. zu drei Monaten zwei Wochen Gefäng- n i s verurteilt. Der Angeklagte machte der Kreislei­tung schwere kriminelle Vergehen zum Vorwurf und beleidigte den dortigen Kreisleiter in der übelften Weise.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich die Kammer mit dem G. K. aus Büdingen wegen Ver­brechens im Sinne des § 176 Ziffer 3 StGB, und verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten 10 Tagen er­littener Untersuchungshaft.

Oberhessen.

Alte Osterbräuche im Busecker Tal.

Großen - Buseck, 16. April. In unserem Tal wird heute noch die uralte Sitte des Oster» wasser-Schöpfens gepflegt. Am Dftermorgen vor Sonnenaufgang begeben sich immer noch zahl­reiche Volksgenossen an die unser Tal durchfließen­den Bäche und holen d^s gegen mancherlei Krank­heiten zu gebrauchende Wasser. Es muß aber immer in Fließrichtung geschöpft werden und man darf kein Wort dabei sprechen. Das Wasser wird dann in Krügen das ganze Jahr im Keller aufbewahrt, ohne daß es verdirbt. Unsere heidnischen Vorfahren- waren der Ansicht, daß das helle Licht der strahlen­den Sonne die segnenden Geister nötigt, sich in bie' Tiefe zurückzuziehen. Daher war nur das vor Son­nenaufgang geschöpfte Wasser heilkräftig. Auch das Wasser, das sich an heiligen Steinen niederschluq, hatte Heilkraft. Die nordische Sage brachte diese Wassertropfen mit den Augen in Verbindung. Sie galten als Tränen, von den Felsen und Steinen bei dem plötzlichen Tode des gütigsten der Götter, des lichtstrahlenden Baldur, gemeint. Die der Gottheit ge­weihten Tränen können daher auch den Schmerz der kranken Augen lindern. Die heilige Stille ge­ziemte sich wegen der gegenwärtig gedachten heilen­den Gottheit, vor der alle Kreatur verstummen muß. Wenn der Geist sich sammeln soll, so muß der Mund verstummen.

Landkreis Gießen.

8 Alten-Buseck, 16. April. Am Sonntag fand in der hiesigen Kirche die feierliche Einseg­nung unserer Konfirmanden von Alten- Buseck und Trohe statt. Es wurden insgesamt 35 Kinder konfirmiert, und zwar aus Alten-Buseck 12 Knaben und 16 Mädchen, aus Trohe 5 Knaben und 2 Mädchen. Unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Naumann, legte seiner Predigt das Bibelwort aus dem 43. Psalm zugrunde:Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, und brin­gen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Woh­nung".

ch Beuern, 16. April. Im Saale von Dietrich veranstalteten die HI. und der B d M. einen E l» ternabenb, der gut besucht war. Nach dem Ein­zug der Fahnen und der Aufstellung der Jugend wurde die Veranstaltung mit Lied und Sprechchor eröffnet. Kameradschaftsführer Belloff dankte für den zahlreichen Besuch und> teilte mit, daß der Verlauf des Abends den Eltern zeigen solle, wie die HI. ihre Dienstabende gestalte. Nachdem man der Gefallenen des Weltkrieges und des innerdeutschen Freiheitskampfes gedacht hatte, führte die HI. den Verlauf eines Dienstabends vor. Der BdM. erfreute hierauf mit einem Märchenspiel und zeigte den 93er» lauf eines Heimabends. Gefolgschaftsführer Karl Heinz (Winnerod) hielt noch eine kurze Ansprache, in der er die Eltern um die Forderung der Ar­beiten der HI. und des BdM. bat. Die Ansprachen und die Darbietungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Mit dem Lied der HI. und mit be­geistertem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler fand der Abend feinen Abschluß.

* Aus dem ßumbatal, 16. April. Für die Gemarkungen Beltershain, Rüddings- hausen und Reinhardshardshain sind Wasser-Genossenschaften gebildet wor­den, deren Aufgabe die Entwässerung von Teilen der Gemarkungen Beltershain, Rüddingshausen und Reinhardshain ist. Der Sitz der Genossenschaft be­findet sich jeweils in Beltershain, Rüddingshaufkn und Reinhardshain.

* Harbach, 17. April. Am Karfreitag, 19. April, kann unser Mitbürger Friedrich Frey von der Sommersmühle seinen 7 8. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist noch sehr rüstig und be­sorgt alle seine Arbeiten in der Mühle. Seit rund 40 Jahren ist er treuer Bezieher desGießener Anzeigers".

)( Hungen, 16. April. Nachdem am vor­letzten Sonntgg hier die Vorstellung und Prüfung der diesjährigen Konfirmanden stattgefunden hat­te, erfolgte am Palmsonntag die Konfirma­tion, und zwar von 14 Jungen und 27 Mädchen. Während in früheren Zeiten die Vorstellung am Sonntag vor Pfingsten und die Konfirmation am 2. Pfingstfeiertag stattfand, wurde die letztere etwa um die Jahrhundertwende auf den Sonntag nach Ostern (Quasirnodogeniti), den sog. Weißen Sonntag verlegt. Der Grund hierfür bestand in der Ent­lassung der Vierzehnjährigen aus der Schule an Ostern und der hierdurch geschaffenen Möglichkeit zum alsbaldigen Eintritt in eine Berufsausbil­dungsstelle. Es waren also Gründe mehr mate­rieller Art, die es geboten erscheinen ließen, mit einem alten Herkommen zu brechen. Nachdem nun­mehr durch die einheitliche Festlegung des Buß- und Bettags, der in Hessen auf den Palmsonntag fiel, auf das Ende des Kirchenjahres der Palm­sonntag gewissermaßen frei wurde, erwies sich die Verlegung der Konfirmation auf diesen Tag als zweckmäßig.