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Hr/4 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Donnerstag, 17.Zanuar 1955

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farifierung der Saar befassen werde.

Nur

Die französischen Frontkämpfer pflichten der Erklärung des Führers bei

Genf. 16. Jan. (DRV.) Der Dreieraus­schuh für die Saar hielt am spaten Rachrnil- tag eine Sitzung ab. Baron Aloisi teilte mit. dah der Bericht an den Völkerbundsrat in eine neue Form gebracht worden sei. Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben. Die Vorschläge der Ratsmächte, die vom Dreierausfchuh ausgearbeitet worden find, sind jetzt durch den deutschen Konsul zur Prüfung nach Berlin gegeben worden. Man erwartet eine Antwort bis Donnerstagmittag. Die Sitzung des Völker­bundsrates ist auf Donnerstag. 16 Uhr, angefeht worden.

Auhenminifter Laval äuherte französischen Journalisten gegenüber, er hoffe, dah es bis Donnerstag zu einer Einigung mit Deutschland.kommen werde. In diesem Falle könne man die Saarfrage noch nachträglich a u f die Tagesordnung des Vülker- bundsrates fetzen. Auf jeden Fall hoffe er, dah bis Ende dieser Woche die ganze Saarfrage vor dem Rai erledigt wer­den könne, havas meldet, der Völkerbundsrat werde die Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland aussprechen und gleichzeitig den Zeitpunkt für die Ueberführung des Saarge- biets in den deutschen Hoheitsbereich festsehen. Als solche kämen die er st en Februartage in Betracht, vorausgesetzt, dah Deutschland damit ein­verstanden fei, bis dahin die noch schwebenden Fra­gen zu regeln.

Perlinax glaubt zu wissen, dah der Bericht des Völkerbundes über die Rückgliederung der Saar an Deutschland, die zwischen dem 15. Fe­bruar und dem 1. März erfolgen werde, sich nicht mit der Frage der Lnlmili-

Paris, 17. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Er­klärungen, die der Führer am Dienstagmorgen im Anschluß an die Bekanntgabe des Abstimmungs­ergebnisses im Saargebiet abgegeben hatte, haben vor allem in französischen Frontkämp­ferkreisen einen nachhaltigen Ein­druck hinterlassen. Eine der führenden Per­sönlichkeiten des rechtsstehenden Nationalverbandes ehemaliger Frontkämpfer, Jean G o y , bezeichnete die Erklärungen alseinen neuen Beweis für die Aufrichtigkeit Hitlers". Ein Vertreter der ehemaligen Frontkämpfer beim Völ­kerbund, C a s s i n , begrüßte ebenfalls dieseWorte des Friedens", die der Führer an Frankreich ge­richtet habe Der Vorsitzende des Verbandes der kriegsblinden Kriegsteilnehmer, Abg. S c a p i n i, wies auf die Bedeutung der wirtschaftlichen Seite einer deutsch-französischen Verständigung hin.

Der Vorsitzende der linksgerichteten ehemaligen Frontkämpfervereinigung, Henry P i ch o t, erklärte, daß die Ausführungen des Führers nach der Ab­stimmung im Saargebiet für ihn nicht überraschend gekommen seien. Der Führer habe fein Wort

Denn die Well dies anerkennt, bedarf es keiner gtohen Pläne, um den Frieden Europas zu stabilisieren.

Frage: Haben Sie, Herr Reichskanzler, nach Ihrem großen Erfolg in der Saarabstimmung etwas zu sagen, was von besonderem Interesse ge­rade für das amerikanische Volk sein könnte?

Der Führer antwortete: Ich hätte an das amerikanische Volk nur eine einzige Bitte zu richten. Millionen amerikanischer Bürger werden seit Jahren und in den letzten Monaten über die Saar das Gegenteil von dem gehört und gelesen haben, was jetzt durch diese freie, offene Wahl bekundet ist. Ich würde glücklich fein, wenn man dies er­kennen wollte, um auch in Zukunft den be­ruflich internationalen Brunnenvergiftern und Hetzern unserer Emigranten kein Wort mehr zu glauben. So wie sie über die Saar gelogen haben, lügen sie über Deutschland und belügen damit praktisch die ganze Welt.

Das amerikanische Volk sollte nur Augen­zeugen über Deutschland hören und wenn möglich selbst nach Deutschland kommen, um sich das Bild von einem Staat zu machen, für dessen Regime heute die überwältigende Mehrheit einer Ration eintritt.

Washington begrüßt die Erklärungen des Führers.

Washington, 17.Ian. (DRV. Funkspruch.) Das Interview, das der Führer und Reichskanz­ler dem Korrespondenten der Hearst-Presse, Pierre Huß, über das politische Ergebnis der Saarabftim- mung gewährt hat und das von den hearstblätlern auf der ersten Seite ihrer Ausgaben veröffentlicht worden ist, Hal in amerikanischen Regie­rungskrisen großes Interesse gesun­den. Man begrüßt die Erklärungen Adolf Hillers wärmstens, da sie zu einer optimistischen Be­trachtung der künftigen europäischen Entwicklung berechtigen.

Der Führer vor dem Mikrophon im Postamt zu Berchtesgaden, von wo aus er seine Ansprache nach der Verkündung des Saarsieges hielt.

zu gezwungen hat? Nehmen wir also Renans Wort von der bewußten Kundgebung des Willens zur Nation getrost als doppelte Bestätigung unseres eigenen Wissens um dieinnere Zugehörig-- keitzum angestammten Volkstu m", von der Reichskommissar Bürckel kurz vor der Abstim­mung noch einmal gesprochen hatte. Deutschland ist ewig, und es bleibt ewig neu im Treubekennt­nis seiner Söhne. Dafür war uns der 13. Januar 1935 ein herrlicher Beweis, und wir wollen für die schweren Prüfungen auf den deutschen Charak­ter des nun bald der Geschichte angehörcnden Saargebietes" von 1919 dankbar sein, wie der gläubige Christ Gott dankt für das Leid und dis läuternde Kraft zu seiner Ueberwindung.

Denn darüber besteht kein Zweifel: eine ge­fährliche Versuchung ist jetzt, wo die Rück­kehr dieses westdeutschen Grenzlandes zum Reich Gewißheit wurde, an Europa vorübergegan­gen. Versuchung für schwache und mißleitete Volksgenossen an der Saar, das Vaterland um der Partei und des Klassenhasses willen zu verraten, Versuchung für den Völkerbund, gegen das natio­nalsozialistische Deutschland offen oder versteckt Partei zu ergreifen, Versuchung endlich für Frank­reich, die deutsch-französischeErbfeindschaft" der Vergangenheit noch einmal gegen den europäischen Frieden ins Feld zu führen Das eindeutige Er­gebnis des 13. Januar hat alle diese Versuchungen zunichte gemacht. Die Hetzer gegen das Volk sind auf Nimmerwiedersehen über die Grenze ver­schwunden, der Völkerbund tut ohne Aufschub seins Pflicht, und die beiden großen Nationen Deutsch­land und Frankreich haben den Weg frei zur friedlichen Begegnung.

Sind die Staatsmänner hüben und drüben zu dieser Begegnung, die eine Umkehr von kaum ab­zusehender Tragweite bedeuten würde, auch wirk­lich bereit? Das ist die Schicksalsfrage in der heutigen historischen Stunde, und Deutschlands Führer hat sie, was uns angeht, feierlich und rück­haltslos bejaht. Nach dem Weggang aus Genf am 14. Oktober 1933 durch die Koblenzer Saar-Rede vom 26. August 1934 bis in die letzten Wochen hin­ein in aufsehenerregenden Gesprächen mit franzö­sischen Frontkämpfern und am Dienstag in seiner Dankkundgebung an die Saar hat Adolf Hitler seiner Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß dis deutsch-französische Verständigung das Kernproblem des Friedens und eben deshalb eine Notwendigkeit auch für den Erfolg der nationalsozialistischen Re­volution bedeutet. Rudolf Heß, um sein Zeugnis aus vielen herauszugreifen, hat kurz vor Weih-

Eine Unterredung mit dem Führer.

Wird die Welt nun ihrerseits die Folgerungen ziehen?

Berlin, 16. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler gewährte dem Korrespondenten Ler Hearst-Presse, Pierre Huß, folgendes Jn- Rerview:

Frage: Was halten Sie, Herr Reichskanzler, von dem E r g e b n i s der S a a r a b st i m m u n g?

Der Führer antwortete: Das Abstim­mungsergebnis erfüllt mich, wie jeden einzel­nen meiner Mitarbeiter, mit unendlichem Stolz auf das deutsche Volk. Ls ist zugleich eine nachträgliche Verurteilung des F r i e d e n s v e r t r a g e s von Ver­sailles von wahrhaft geschichtlichem Aus­maß. Denn in diesem Vertrag wurde dieses Gebiet von Deutschland gerissen mit der Be­hauptung, e5 lebten in ihm 1 50 000 Franzosen. Rach fünfzehnjähriger Herr­schaft des Völkerbundes und damit letzten En­des doch Frankreichs wurde nunmehr feffge- stelll, daß nicht 150 000. sondern knapp 2 0 0 0 Franzosen in diesem Gebiet an­sässig sind, d. h. auf 1000 Saareinwohner kom­men noch nicht einmal vier Franzosen, kann man sich da wundern, dah ein Vertrag, der auf fo unwahren Argumenten auf- gebaut i st, der Menschheit kein Glück und keinen Segen zu bringen vermag?

Frage: Werden die Sozialdemokraten ober auch Kommunisten des Saargebiets und andere nichtnationalsozialistische Saarbewohner, die für Deutschland gestimmt haben, künf­tig wegen ihrer früheren politischen Haltung irgend­welche Schwierigkeiten zu befürchten haben?

Der Führer antwortete: Ich habe vor 16 Jahren mit sechs Mann meinen Kampf um Deutschland begonnen, d. h. also meinen Kampf um das deutsche Volk. Die Zahl meiner Anhänger und damit der Anhänger der natio­nalsozialistischen Bewegung des neuen Staates ist seitdem auf nahezu 39 Millionen gestiegen. Glauben Sie, daß alle diese Menschen früher etwa keine Parteizugehörigkeit gehabt hatten? Rein, sie alle rechneten sich einst zu irgendeiner Bewegung. Sie sind mühevoll und langsam der nationalsozialisti­schen Idee erobert worden. Und diesen Kampf um die Seele unseres Volkes geben wir auch heute nicht auf. Wir fragen daher nie,was der einzelne früher war, sondern nur um das, was er heute fein will. So ist es uns gelungen, die sich befehdenden deutschen Parteien auszulösen und

gehalten und die ftanzösische Oefsentlichkett müsse seine Erklärungen mit Genugtuung aufneh­men. Nach der endgültigen Regelung der Saar­frage und nach der Feststellung des Reichskanzlers, daß zwischen Deutschland und Frankreich keine wer­teren territorialen Fragen mehr zu bereinigen seien, se,i eines der brennend st en Probleme aus der Geschichte Frankreichs ausge­merzt. Von jetzt ab können Frankreich und Deutschland sich bei allen zwischenstaatlichen Ver­handlungen treffen, ohne daß territoriale Spannun­gen auf ihren gegenseitigen Beziehungen lasteten. Es scheine, als ob der Führer Frankreich gegenüber eine Freundlichkeitsgeste habe machen wollen, als er darauf anspielte, daß die Genfer Beschlüsse vor der Volksabstimmung im Einvernehmen zwischen Frankreich und Deutschland gefaßt worden seien. Er, Pichot, wage zu hoffen, daß die Neuorientierung der französisch-deutschen Beziehungen nicht zuletzt auf die verschiedenen Aus­sprachen zwischen französischen und deutschen ehe­maligen Frontkämpfern zurückzuführen sei.

Aach der Saare» scheiduag.

Frankreich und wir.

TZvn Or. Max Clauh.

Deutsch ist die Saar! im Jubel der Glocken, im freudig bewegten Pulsschlag der Herzen tut sich unser berechtigter Stolz kund über die glücklich und siegreich durchgeführte Volksabstimmung des 13. Ja­nuar. Angesichts dieser in Westeuropa einzig da­stehenden nationalen Bekenntniswahl erinnern wir uns eines berühmten Wortes von Renan, dem französischen Philosophen:Die Nation ist ein alle Tage neu bestätigtes Plebiszit." Das galt damals, nach dem Krieg von 1870/71 Frankreichsverlore­nen Provinzen". Doch wirkt es nicht heute wie eine merkwürdige Lehre der Vorsehung, daß Frankreich 1918/19 keine Volkabstimmung in Elsaß und Lothringen veranstaltet, wohl aber fünf­zehn Jahre später die Deutschen an der Saar ba-

eine wahrhafte Volksgemeinschaft herzustellen. 3n ihr leben ehemalige Kommu­nisten und Zentrumsanhänger heute in ae- meinfamem Kampf für den nafionalsozialilli- ftften Staat, das neue Reich. Ein Teil dieses Reiches aber ist das Gebiet an der Saar und ein Teil unseres Volkes find dessen Bewohner.

Frage: Sie haben, Herr Reichskanzler, oft er­klärt, daß nach der Beilegung der Saarfrage das letzte Hindernis für freundschaftliche Beziehungen mit Frankreich beseitigt sein würde. Haben Sie angesichts Ihrer unermüd­lichen weiteren Verfolgung dieses Zieles im Inter­esse des Weltfriedens einen konkreten Plan im 211X06 Der Führer antwortet: Ich habe oft er­klärt, daß nach der Rückkehr des Saargebiets Deutschland keine territorialen For­derungen mehr an Frankreich slel- I e n wird. Ich habe diele Erklärung heute vor aller Welt verbindlich wiederholt. Es ist dies ein geschichtlich schwerer Verzicht, den ich damit im Ramen des deutschen Volkes ausspreche. Ich tue es, um durch dieses schwerste Ouser beizutragen zur Befried u n g Europas. Wehr kann man von Deutsch­land nicht verlangen.

Es liegt nun an der übrigen Welt, oi e Konfeguenzen aus einem solchen Ent- schluß zu ziehen. Ri em als werde ich oder wird das neue Deutsche Reich aber einmaligen in eine Schmälerung der Rechte unse­res Volkes. Wir wollen friedlich fein, aber unter gar keinen Umständen e b r - los. Wir find bereif zu einem sehr aroßen Opfer, aber niemalsiumverzichtauf untere Freiheit. Wir lehnen jeden Un­terschied zwischen moralischer und fachlicher Gleichberechtigung ab, es gibt nur eine Gleichberechtigung, und diese ist das Recht eines souveränen Staates und einer souveränen Ration.

Erst heute nachmittag die Sitzung des Lölkerbnndsrats.

Ein neuer Bericht des DreierauSschuffes zur Prüfung nach Serbin.

Deutschlands Beitrag zur Befriedung Europas.

Zu großen Opfern bereit, aber niemals zum Verzicht auf unsere Gleichberechtigung als souveräne Ration.

der französische Außenminister werde in feiner Rede kurz darauf eingehen. Die Absicht, in län­geren Ausführungen die deutsch-französi­schen Beziehungen zu behandeln und gewisser­maßen auf die Erklärungen des Führer zu ant­worten, foll Laval wieder fallen gelas­sen haben. Der französische Außenminister, fo behauptet Perlinax, fei über die Erklärun­gen Flandins verärgert gewesen, weit er sie als eine unangebrachte Einmischung in sein Reff ort betrachtet habe. Inzwischen habe er sich überzeugen lassen, daß feine Befürch­tungen nicht stichhaltig gewesen seien.Oeuvre" bestätigt im wesentlichen diese Mitteilungen des Echo de Paris". Das Blatt vermutet, dah die Rückgliederung des Saargebietes und die Zurück­ziehung der internationalen Truppen wahrscheinlich am 15. Februar stattfinden werden.

Der Genfer Autzenpolitiker desPetit Parifien" glaubt, dah in der Frage der Entmilitari­sierung des Saargebietes keine Schwierig­keiten zwischen dem Völkerbund und der Reichs­regierung bestehen. Das gleiche gelte aber nicht für die französische Forderung, gewisse angeblich strategische Eisenbahnlinien und Anlagen zu zerstören. Deutscherseits weise man daraus hin, dah diese Eisenbahnlinien eben­so gut industriellen Zwecken dienten. Dieser Einwand sei absolut stichhaltig. Immerhin rechnet derPetit parifien ebenso wie alle an­deren Blätter damit, dah diefe Frage bis spä­testens Donnerstagmittag geregelt ist, so dah der Völkerbund im Laufe des Rachmit­lags die endgültige Rückgliederung der Saar an Deutschland ausfprechen kann.

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