Einzelbild herunterladen

Die Eröffnung des Gallusmarkles in Grünberg Lisiung der Marktfahne.

Rathauses bk Marktfahne kn 55n Farben der Stadt blau-wetß-rot entfaltet.)

Immer aber, wenn wir Anlaß haben, frohge­stimmt zu fein, immer, wenn wir eine feierliche Handlung vornehmen, wollen wir uns besinnen.

+ Grünberg, 15. Oft Schon am Sonntag­nachmittag herrschte auf derKäswiese", dem Platz für den Gallusmarkt, reges Leben. Karussell und Schießbuden erfreuten sich regen Zuspruchs. Die Schaugeschäfte dagegen waren noch im Aufbau be­griffen.

Am Dienstagnachmittag waltete Marktmeister Frank seines'schwierigen Amtes; er nahm die Verlosung der Verkaufsstände vor, eine Arbeit, die viel Geduld erfordert, denn jeder Händler bean­sprucht den besten Platz für sich. Insgesamt wur­den heute schon 400 Meter verlost, je 3 Meter als einfachen Stand gerechnet. Damit ist die Zahl der vorjährigen Stände schon um ein Drittel übertroffen. Eine weitere Erhöhung wird sie noch durch die am Mittwochmorgen ein­treffenden Nachzügler erfahren. In der Stadt wur­den in den Geschäftshäusern eifrig die letzten Vor­bereitungen getroffen, ebenso waren fleißige Hände dabei, auf dem Marktplatz und in den Hauptstraßen den Wimpelschmuck anzubringen. Am Abend fand dann

die offizielle Eröffnungsfeier aus dem Mrkiplatz

statt. Dom Rathaus wehte die Hakenkreuzfahne, im Rathaussaale hatten sich Stadtverwaltung und Marktausschuß versammelt, während auf dem Markt­platze eine große Zahl Zuschauer anwesend war. Nach einem Marsch des Musikoereins hielt

Bürgermeister Wagner

die Eröffnungsansprache. Er führte folgendes aus: Deutsche Männer und Frauen! Es ist beste deutsche Ueberlieferung, was uns überall die großen Märkte in unserem Vaterlande lieb und wert macht. Jeder dieser Märkte, sei es ein Oktoberfest in München, eine rheinische Kirmes oder schließlich unser heimi­scher Gallusmarkt, trägt sein ganz besonderes Ge­präge, je nach der Wesensart des betreffenden Menschenschlages, aber auch nach der Art des Auf­baues des Marktes selbst.

Der recht glückliche Aufbau bei unserem Gallus­markt wird wohl ein Hauptgrund sein, daß er sich seit vielen Jahren in weitem Umkreis so großer Beliebtheit erfreut.

Wenn er auch heute in seiner Bedeutung gegenüber früheren Jahrhunderten zurückgegangen ist, so liegt das nicht an örtlichen Verhältnissen, sondern daran, daß die Zeiten der sogenannten Marktwirtschaft längst vorbei sind und daß wir heute, infolge der Entwicklung unserer Verkehrstechnik, in einem Zeit­alter engverflochtener Volks- und - Weltwirtschaft leben. Trotzdem blieb bei dem Gallusmarkt als wichtiger Kern der Viehhandel erhalten, weil dafür immer ein Bedürfnis vorhanden war. Um diesen Kern herum gruppieren sich alle diejenigen Unter­nehmen, die in irgendeiner Form für oie Unter­haltung der Einwohnerschaft und der fremden Markt­besucher sorgen wollen: Schausteller und Fahr­geschäfte. Der Kleinhandel der vielen Krämerstände leitet dann über von den Vergnügungsstätten zu den Geschäften aller Art, und so haben auch nicht zuletzt in der Stadt selbst die Kaufleute von einem guten Markt zwar viel Arbeit, aber auch einen schönen Verdienst zu erwarten, voran die Bäcker, Metzger und Gastwirte.

Sie alle miteinander aber sind abhängig von der wichtigsten Person auf jedem Markte, dem M a r k t b e f u ch e r, der nicht nur kommen soll, um zu schauen, sondern vor allem, um zu kaufen. Mögen sie recht zahlreich in diesen

Tagen zu uns kommen.

Wir heißen sie alle herzlich willkommen, weil wir uns ehrlich über ihren Besuch freuen: die Einwohner­schaft im ganzen, deshalb, weil zu einem richtigen Gallusmarkt eben auch der nötigeBetrieb" gehört, eine Menge frohgestimmter Volksaenossen, die Ge­schäftsleute aber haben ein gutes Recht darauf, fich über den zahlreichen Besuch auswärtiger Gäste zu freuen, weil ihnen wenigstens in diesen Tagen einmal ein großer Verdienst winkt, während oft in der übrigen Zeit des Jahres die Einnahmen nur sehr bescheiden sind. So wünsche ich denn allen Grünbergern und auch den von auswärts gekomme­nen Geschäftsleuten einen Markt, der ihre Erwar­tungen bestens erfüllt.

Bei aller Hoffnung auf einen schönen wirtschaft­lichen Erfolg des diesjährigen Gallusmarktes wollen wir aber nicht am Materiellen haften bleiben, son­dern uns auch freuen an dem festlich gestimmten Bild unserer Heimatstadt;

ebenso wollen wir uns freuen an dem Geist echter Volksgemeinschaft,'

wie er in dem frohbewegten Markttreiben und vor allem auch bei Musik und Tanz allenthalben zum

Ausdruck kommen wird. Volksgemeinschaft war auch wenn in der Wirksamkeit nur auf die Heimat­stadt beschränkt die Arbeit, die der Marktaus- schuß bisher geleistet hat, und so sei bei dieser Ge­legenheit allen denen, die zur Vorbereitung des Marktes in uneigennütziger Weise ihr Teil beige­tragen haben, herzlich gedankt. Diese Arbeit zum Besten der Stadt Grünbera entsprang dem echten Bürgersinn, wie er alter deutscher Art entspricht und wie ihn auch die neue deutsche Gemeindeord­nung wieder erwecken und großziehen will.

So wollen wir denn nach feierlichem Herkommen den Markt eröffnen. Wir hissen die Markt­fahne zum äußeren Zeichen dessen, daß Grünberg während der Markttage unter Marktrecht steht. (Bei diesen Worten wurde aus dem oberen Stock des

daß wir mit all unserem Denken und Tun nicht nur uns allein verantwortlich sind, sondern daß wir immer hineingestellt bleiben in unser deutsches Volk.

Dieses Bewußtsein darf uns nie und nirgendwo mehr verlassen, und wir danken dem, der uns zu dieses Selbstbesinnung zurückgeführt hat, unserm Führer Adolf Hitler! Sieg-Heil!

Die Zuhörer stimmten begeistert in den Ruf ein. Mit weiteren Vorträgen des Musikvereins schloß die Eröffnungsfeier ab. In den einzelnen Lokalen der Stadt, besonders in den am Marktplatz ge­legenen, in denen während der Markttage meist besondere Stimmungskapellen konzertieren, begann dann das Anfeiern des Marktes.

Wirtschaft.

* Erstmalige Notiz für die neuen Reichsbahn - Schatzanweisungen am Donnerstag. Laut Vorankündigung des Ber­liner Börsenoorstandes gelangten die neuen 4,5pro- zentigen Reichsbahn-Schatzanweisungen am Don­nerstag, 17. Oktober erstmals in Berlin zur Notiz.

*35 v. H. Exportsteigerung bei Opel. Die Adam-Opel-AG. in Rüsselsheim hat, wie sie dem Fwd. mitteilt, in neuneinhalb Monaten ihren 10 000. Exportwagen in diesem Jahre verschickt. Gegenüber der Zeit vom 1. Januar bis 12. Oktober, an welchem der 10 000. Wagen die Fabrik verlieh, liegt gegen das Vorjahr eine Exportsteigerung um 35 v. H. bzw. 58 und 73 v. H. gegen die beiden Dorangegangenen Jahre vor. In den letzten vier Jahren hat das Rüsselsheimer Werk in der Zeit vom 1. Januar bis 12. Oktober an Personen-, Last- und Lieferwagen im Ausfuhrgeschäft abgesetzt: 1932: 5768, 1933: 6326, 1934: 7408, 1935: 10 000.

* Neues Umschuldungsangebot der Stadt Frankfurt a. M. Das frühere Um­schuldungsangebot für die 6 (8) v. H. Schatzan­weisungen der Stadt Frankfurt a. M. von 1929 in 4 v. H. Schuldverschreibungen des Umschuldungs­oerbandes deutscher Gemeinden war von 897 300 Mark abgelehnt worden, bei den 6 (7) v. H. Schatz­anweisungen lehnten 111200 Mark ab. Jetzt wird diesen Schatzanweisungen ein nochmaliges Um­schuldungsangebot gemacht. Die Umwandlung er­folgt in der Weise, daß die Inhaber von je 100 Mark Schatzanweisungen nominell 100 Mark 4 v. H. Schuldverschreibungen des Umschuldungsoerbandes erhalten. Die Tilgung der neuen Schuldver­schreibungen erfolgt vom 1. Oktober 1936 ab mit 3 v. H. jährlich zuzüglich ersparter Zinsen durch Auslosung zum Nennwert. Verstärkte Tilgung ist zulässig. Die Einreichung hat in der Zeit vom 15. Oktober bis längstens 15. November 1935 bei der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) zu er­folgen. Mit der Einreichung der Schatzanweisungen zum Zwecke des Umtausches gilt das Angebot der Stadt Frankfurt a. M. als angenommen. Wird das Angebot abgelehnt, so gilt die Forderung aus den Schatzanweisungen einschließlich der rückständi­gen und der während der Stundungsfrist auflaufen­den Zinsen unter Aufrechterhaltung der bisherigen Stundungsfrist mit der Maßgabe als gestundet, daß der Zinssatz von der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung ab höchstens 4,5 v. H. beträgt.

* Maschinenfabrik Augsburg-Nürn­berg A G. Bei der Gesellschaft setzte sich in 1934/35 die schon im Vorjahre fühlbar gewordene Besserung fort. Es verblieb ein Gewinn von 1,316 gegen 0,154 im Vorjahre. Der aus dem Vorjahre über­nommene Berlustvortrag von 0,603 ist nunmehr ganz verschwunden, dafür erscheint ein Gewinn von 0,712. Nach der schon gemeldeten Dioidendenver- gütung von 4 o. H., Zahlung von 3,5 v. H. Zinsen auf nominell 0,917 Obligationsgenußrechte und Aufwendungen von 0,03 für die gesetzliche Tilgung von Obligationsgenuhrechten wird ein Betrag von 0,03 vorgetragen. Im neuen Geschäftsjahre, das am 1. Juli begann, liegt ein Auftragsbestand vor, der 50 v. H. höher ist als zu Beginn des Berichtsjahres.

Zlhein-Mainifche Börse.

Vlillagsbörse uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 15. Oft. Die Börse setzte am Aktienmarkt bei wieder nur sehr kleinen Umsätzen in uneinheitlicher Haltung ein, doch war die Grundstimmung nach den gestrigen Abschwä­chungen eher etwas freundlicher. Abgaben größeren Umfanges wurden nicht mehr vorgenommen, ander­seits blieb auch die Kaufneigung sehr gering. Die in den letzten Tagen zu beobachtende Zurückhaltung ist noch nicht gewichen. Die Börse erhielt indes von einigen günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft etwas Anregung. Interesse zeigte sich für IG. Far­ben mit 149,50 bis 150,25 (149,25). Außerdem tra­

ten Montanpapiere, insbesondere nach den ersten Kursen, stärker hervor; mit Interesse erwartet man das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung bei Klöckner, aus der man mindestens 3 (i. D. 2,50) v. H. Divi­dende erhofft. Mannesmann, Stahlverein und Klöck­ner gewannen bis 1 v. H., Rheinstahl 0,50 v. H., Hoesch waren zu unverändert 91 gesucht. Elektro­werte lagen sehr still und wenig verändert. Etwas fester setzten noch AKU., Daimler ein, andererseits bröckelten Reichsbank, Zellstoff Waldhof, West­deutsche Kaufhof, AG. für Verkehrswesen und Deutsche Linoleum bis zu 1 v. H. ab. Don Schifs- sahrtswerten blieben Havag zu unverändert 16 o. H. gefragt, Norddeutscher Lloyd lagen mit 17,75 (18) nicht ganz behauptet. Nach den ersten Notierungen blieb das Geschäft geringfügig und, abgesehen von einigen Montanpapieren und der IG.-Farben-Aktie, lagen die Kurse unverändert.

Der Rentenmarkt hatte bei kleinem Ge­schäft freundliche Tendenz. Etwas befestigt waren Altbesitz mit 111,25 bis 111,40 (111,25), im übrigen lagen die Kurse unverändert. Don Auslandsrenten fanden Ungarn bei leicht anziehenden Kursen Be­achtung.

Im Verlaufe schrumpfte das an und für sich schon kleine Geschäft stark zusammen und die Folge da­von war ein leichtes Abbröckeln der Kurse am Montanmarkt sowie für IG. Farben. Die später notierten Papiere lagen zumeist von 0,50 bis 1 v. H. fester, matt notierten aber Hanfwerke Füssen mit 85,50 (87,25). Don Auslandswerten waren Chade- Aktien fest bzw. erholt, Lit. A bis C 288 (283,50), Lit. D 278 (273), auch Schweizer Bundesbahn- Obligationen wurden höher bewertet.

Abendbörse behauptet.

Die Abendbörse lag still und behauptet. Da Auf­träge nicht vorlagen, vermochte sich kein Geschäft zu entwickeln. Die Kurse wiesen gegen den Mit­tagsschluß kaum Deränderungen auf. Etwas niedri­ger lagen Conti-Gummi mit 150,50 (151,75), auch Hapag lagen mit 16 gegen den erhöhten Berliner Schlußkurs von 16,40 nur knapp gehalten. JG.- Farben zogen auf 149,90 (149,65) an. Die 3- (2,5-) prozentige Dividendenerklärung bei Klöckner bil­dete keine Ueberraschung und gab daher keine An­regung. Der Rentenmarkt lag ebenfalls still und unverändert. Don Auslandswerten waren Schweiz. Anleihen weiter gesucht und wesentlich hoher.

U. a. notierten: Altbesitz 111,40, 7proz. 2tahl- verein 101,75, JG.-Farben-Bonds 123,25, 4proz. Rumänen 4,75, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 191,50, 3,5proz. do. 181,50, 3,5proz. Gotthard 170, 3,5proz. Jura-Simplon 166,50, 3proz. Schwaz. Eisenbahn- Rente 148, Commerzbank 86,50, DD-Bank 87, Dresdner Bank 87, Harpener 110,25, Klöckner 89,50, Mannesmann 83,75, Stahlverein 80,90, Aku 51,25, Bekula 142, Bemberg 102 Conti-Gupimi 150,50, Scheideanstalt 237, Di. Linoleum 144, Licht und Straft 130,40, JG.-Farben 149,90, Gesfürel 123,75, Junghans 82, Metallgesellschaft 105,50, RWE. 123,25

Frankfurter Obst- und Gemüsemackt.

Frankfurt a. M., 15. Oft. Die starken Zufuh­ren am Gemüsemarkt hielten an. Die Nach­frage war im Ganzen schwach, nur besonders schö­ner Blumenkohl, Wirsing und Tomaten fanden bes­seren Absatz. Preise für Tomaten etwas höher, für Spinat leicht nachgebend, im übrigen unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl 10 bis 40, Eskarol 4 bis 8, Feldsalat 30 bis 35, Gewürzel, gr. Bdl. 25 bis 40, Karotten 4 bis 5, gelbe Kartoffeln 3.30 bis 3.50, Erdkohlraben 5 bis 6, Kopfsalat 4 bis 10, Meerrettich 35 bis 40, Pfifferlinge 40 bis 45, Stein­pilze 30, Römischkohl 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rot­kraut 3,5 bis 6, Sellerie je nach Größe 5 bis 30, Spinat 4 bis 8, Schwarzwurzel 15 bis 20, Toma­ten I 12 bis 15, II 7 bis 10, Haus-Tomaten 18 bis 20, Weißkraut 2,25 bis 4, Filterkraut 4 bis 4,50, Wirsing 3 bis 6, Gärtner-Zwiebeln 5 bis 6.

Am vbftmarkt bestand ziemlich starkes Angö- bot von Aepfeln und Birnen, dagegen wurden Oult- ten schwach zugeführt, im übrigen waren die Zufuh- ren ausreichend. Für Quitten zogen die Preise an, sonst blieben sie unverändert. Beste Auslesen von Aepfeln und Birnen über Notiz. U. a. notierten: Aepsel I 18 bis 25, II 12 bis 16, Wirtschaftsäpfel 8 bis 14, Goldparmänen I 20 bis 25, II 15 bis 18, Tiroler 20 bis 30, Harberts Renette I 18 bis 20, Lebel 12 bis 18, Schafsnase 10 bis 14. Birnen I 18 bis 25, II 12 bis 16, Kochbirnen 7 bis 12, Dr. Diehl 12 bis 20, Mollebusch I 18 bis 22, II 12 bis 15, Kastanien 15 bis 20, Preiselbeeren 35 bis 38, Quitten 25 bis 28, Trauben 15, holl. 42 bis 45, ital. 17 bis 20, span. 21 bis 24, bulgar. 18 bis 24, Ungar. 17 bis 20, Walnüsse 30 bis 35, Paranüsse 40 bis 45, Zitronen 5 bis 6 das Stück.

2Rint>ernuirff in Gießen.

Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 456 Stück Großvieh, 143 Fresser und 128 Kälber zum Berkaus. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 390 bis 510 RM., 2. Qualität 290 bis 380, 3. Qualität 170 bis 280; Rinder, %= bis 5^jährig 100 bis 160, X- bis zwei­jährig 160 bis 250, tragend 240 bis 450; Kälber bis zwei Wochen 38, bis vier Wochen 54, bis sechs Wochen 70 RM. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: Kälber flott, sonstiger Bestand schlep­pend. Nächster Markt: 29, Oktober.

Wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt.

LPD. Darmstadt, 15. Oft. Zehn Männer und zwei Frauen aus Bensheim und Umgebung hat­ten sich vor dem Strafsenat des Oberlandesgerichts wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu verantworten. Sie hatten verbotene Zeitungen empfangen und weitergegeben, zum Teil auch Geld für eine Sammlung gegeben. Zu Zuchthaus­strafen wurden verurteilt: der 40jährige Jakob Aßmus III. aus Bickenbach und der 36jährige Wilhelm G e h b a u e r aus Reichenbach zu je drei­einhalb Jahren, der 34jährige Philipp Obern- d ö r f e r aus Beedenkirchen und der 25jährige Jakob Kindinger aus Reichenbach zu je drei Jahren, der 41jährige Wilhelm Essinger aus Reichenbach und der 36jährige Georg Peter Menges aus Bensheim zu je zweieinhalb Jahren. Gesang- n i s ft r a f e n erhielten: der 33jährige Ludw. G ö r Unger aus Bensheim zwei Jahre, der 36jährige Johann Kindinger IV. aus Reichenbach einein­halb Jahre, der 30jährige Heinrich F i n n aus Bens­heim 15 Monate, der 66jährige Karl Jäckel aus Bensheim 12 Monate, die 32jährige Frau Mathilde Menges aus Bensheim wegen Beihilfe sechs Mo­nate. Eine 46jährige Frau aus Bickenbach wurde mangels Beweises freigesprochen. Bei den zu Zucht­haus Verurteilten erkannte der Strafsenat außerdem auf je fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht.

Rundfunkprogramm.

Donnerstag, 17. Oktober.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik.10.15: Schulfunk. Volksliedsingen. Chor: RJF.-Rundfunkspielschar. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. Märchen, die ihr alle kennt. 16: Lieder und Klavierstücke von Eugen d'Albert. 16.30: Malta: ein seltsames Jnselland zwi­schen Europa und Afrika. 16.45: Bücherfunk. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Das aktuelle Buch. 18.45: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde (III). 19: Heimat im Westen. Bunte Grenzlandstunde des Reichssenders Saarbrücken. 19.50: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20.10: Konzert des Landessymphonieorchesters für Pfalz und Saar. 20.40: Haus Limpurg. Eine Wiege deutschen Schick­sals zu Frankfurt a. M. 21.10: Orchesterkonzert. Werke von Franz Liszt. 22:: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Zusammen­arbeit in der Rundfunkwirtschaft. Von Dr. Otte. 22.30: Spätabendmusik. 24 bis 2: Konzert des Schle­sischen Sängerbundes.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Haftpflicht. Die Gegenseite ist verpflichtet, die ge­samten Kosten zu tragen, die zur Wiederherstellung der Treppe in ihren ursprünglichen Zustand er­forderlich'sind. Sie können auf Zahlung des ange­gebenen Betrages bestehen, falls dieser tatsächlich zu der betreffenden Wiederherstellung benötigt wird, und brauchen sich mit dem Abfindungsvorschlag nicht einverstanden zu erklären. Im Falle einer Weige­rung der Gegenseite müßten Sie vor dem Amts­gericht Gießen Schadensersatzklage erheben.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß­kurs

Schluß!. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußr. Mittag- börse

'Odium

14-10.

15.10-

14.10-

15-10.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

100

100,4

100,13

100,13

4% Deutsche Reichsanl. von 1934

97,65

97,65

97,65

97,65

by?% Dvung-Anlethe von 1930 ..

103

102,5

Deutsche Anl..AblöI.-Schuld mit

Auslos.-Rechlen .............

111,25

111,4

111,4

111,65

4/,% Deutsche Retchspostschatzan- Weisungen von 1934, I.......

100,1

100,15

100,2

100,13

6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 lrückzahlb. 102%) ............

96

96

96,5

<yt% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........

96,13

96,13

96

___

b'/r% ehem. Hess. Landes-Hypo­thekenbank Darmstadt Lioui ..

100,65

100,75

_

_

<y2% ehem. 8% Darmst. Komm.

Landesb.Goldschuldverschr. R.6

_

_

_

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten .............

_

Deutsche Komm. Sammelabl. An­leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

_

112,75'

_

113

4 */i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935

96,25

96,25

64% ehem. 44% Franks. Hyp.- Bonk-Liqu.-Psandbriefe.......

100,3

100,45

_

_

64% ehem. 44% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe.....

101

100,75

100,75

100,65

44% ehem. 8% Pr. Landespfand- oriefanstalt, Psandbriese R. 19

97

97

97

97

44% ehem. 7% Pr. Landespfand, briesansl., Gold Komm. Cbl.VI

97

97

97

97

Steuergutsch Berrechnungsk. 35-39

107,3

107,3

107,3

107,3

4% Oesterreichtsche Goldrente....

27

26,25

26,5

4,20% Oeslerreichische Silberrente

1,3

1,25

4% Ungarische Goldrenle .......

8,55

9

8,75

8,9

6% Ungarische Staatsrente v. 1910

8,6

8,8

8,6

8,65

44% desgl. von 1913 .........

8,75

8.9

8,9

5% abgei't. Goldmexikaner von 99

10

10

10,25

10

4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I ...

-

Frankfurt a. M

Berlin

Schluß­kurs

Schlugt. Abend­börse

Schluß­kurs

Echlußk. Mittag­börse

Datum

14-10-

15-10

14-10-

15-10

4% 6e5gl. Serie II .............

_

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

5,6

5,4

44%Rumän.vereinh.Rentev.l913

8,4

8,55

8,5

4% Rumänische vereinh. Rente

4,55

4,75

4,75

4,75

38,7

38,4

38,75

38

Hamburg-Amerika-Paket .....

0

16

16

15,9

16,4

Hamburg-Südam. Dampfschiff .

0

28

Norddeutscher Lloyd .........

0

18

17,75

17,5

18,4

A.G. für Verkehrswesen Alt. ..

0

76

75,5

76,25

76,25

Berliner Handelsgesellschaft ...

6

111

112

112

111

Commerz- und Privat-Bank ...

0

86,5

86,5

86,5

86,5

Deutsche Bank und Disconio-

Gesellschaft................

0

87

87

87

87

Dresdner Bank..............

0

87

87

87

87

Reichsbank ................

12

172,25

171,5

172,25

172,5

A.E.G......................o

Bekula.................... 10

Elekkr. Lieferungsgelellschaft... 5

Licht unv Kraft ........... 6 y>

Felten & Guilleaume......... 0

Gesellsch.f.EIektr.Unlernehmung. 5

Rheinische Elektrizität ........ 5

Rhein. Wests. Elektr..........6

Schuckert L Co............... *

Siemens L Halske............. 7

Lahmeher L Co.............. 7

Buderus ...................0

Deutsche Erdöl ..............4

Gelsenkirchener..............O

Harpener...................0

Hoesch EisenKöln-Neuessen .. 0

Ilse Bergbau ...............6

Ilse Bergbau Genüsse ........ 6

Klöcknerwerke ..... IW

Mannesmann-Röhre» ........ 0,

37

37,25

36,9

37,25

142

142

142,25

142,13

109,5

109,75

108,5

109,5

129,25

130,4

129

130,5

103,75

103

103

102,5

123

123,75

123.4

123,75

129,5

129

127,5

123

123,25

'22,5

123,25

118,25

119,5

119

119,5

168

168

168

169

129

129

129

129,25

99

99

98,5

99,5

'03,75

103,75

103,5

104,5

110

110,25

110,65

110,25

91

91,13

90,5

91.5

159,5

157

125

124,5

125,25

125

88,65

89,5

88,65

89,25

83,5

83,75

83,4

83,75

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß­kurs

Echlußk. Abend­börse

Schluß- turs

Echlußk. Mittag­börse

Datum

14-10-

15-10-

14-10.

15-10.

Mansfeld er Bergbau ..

.....

.. 8

116,25

116

117

116,75

Kokswerke..........

. . . . .

.. 6

114,9

114,5

Phönix Bergbau......

.. O

21515

Rheinische Braunkohlen

12

214,25

214

215,75

Rheinstahl ...........

8'/,

105,5

106,5

105,5

106

Bereinigte Stahlwerke.

.. O

79,75

80,9

80,4

80.9

Otavi Minen ........

.. O

19,5

19,75

19

19,5

Kaliwerke Aschersleben.

.. 6

131,5

131,25

131,5

131,5

Kaliwerke Westeregeln .

.. 5

125

125,5

125

Kaliwerke Salzdetfurth

?y2

-

183

183,25

183

I. G. Farben-Jndustrte

.. 7

149,25

149,9

149,75

149,65

Scheideanstalt........

.. 0

236

237

Goldschmidt .........

.. O

103,75

103

104

103

Rütgerswerle........

.. 4

113-5

113

113

113

Metallgesellschaft......

- 4

106

105,5

105,5

105,13

Philipp Holzmann ....

88,5

89,5

89

Zementwerk Heidelberg

116,75

116,5

-

Zementwerk Karlstadt..

.....

.. 4i 130

130

-

Schultheis Patzenhoser

.. 4

103

102,5

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. 0

51,25

51,25

50,9

51,5

Bemberg............

.. 0

103

102

101

101,75

Zellstoff Waldhof .....

.. 0

108,75

108,5

108,25

108

Zellstoff Aschaffenburg

e » ä « «

.. 0

79

79

79,25

79

Dessauer GaZ ........

.. 7

125

125,25

Daimler Motoren.....

.. 0

94

94,4

93,5

94

Deutsche Linoleum ....

.. 6

145

144

145,5

144

Lrenstein & Koppel ..

.. O

80

79,5

Westdeutsche Kaufhof.

.. 0

22,75

22,5

23

22,5

Chade ...............

.. O

283,5

290

282,5

287

Aecumulatorrn-Fabrst

. 12

172

170,5

Conti-Gumml .......

.. 8

153

150,5

152,5

151,75

Gritzner.............

.. O

1 -

1 30

1 29,5

29,5

Mamkraftwerke Höchst a.UL.

.. 4

90,5

Süddeutscher Zucker ..

..

1 210

1 211

210

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2R.

14-Oktober

15-Oktober

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Bries

Geld

1 Brief

Buenos Airei

0,678

0,682

0,678

0,682

Brüssel.....

41,84

41,92

41,82

41,90

Rio de Jan. .

0,144

0,146

0,144

0,146

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

54,41

54,51

54,40

54,50

Danzig.....

46,81

46,91

46,81

46,91

London .....

12,185

12,215

12,185

12,215

HelitngfocS..

5,375

5,385

5,37

5,38

Paris ......

16,375

16,415

16,375

16,415

Holland ....

168,45

168,79

168,42

168,76

Italien.....

20,24

20,28

20,24

20,28

0,711

0,713

0 711

0 713

Jugoslawien.

5,674

5,686

5,674

5,686

Oslo..... :

61,18

61 .30

61,17

61,29

Wien.......

48 95

48 95

Lissabon....

11,05

11,07

11,05

1L07

Stockholm...

62,82

62,94

62,81

62,93

Schweiz ....

80,95

81,11

80,86

81,12

Spanien....

33,93

33,99

33,94

34.00

Prag.......

Budapest ...

_

_

Reu York ...

2,486

2,490

2,486

2,490

Banknoten-

Berlin, 15.Oktober

Geld

Brie! '

Amerikanische Noten..............

2,438

2,458

Belgische Noten........... ...

41,68

41,84

Dänische Noten .................

54,19

54,41

Englische Noten .................

12,15

12,19

Französische Noten ............

16,325

16,385

168,00

168,68

Italienische Noten. ...........

19,46

19,54

Norwegische Noten ..............

61,01

61,25

Deutsch Lesterreich. t 1OO Schilling

Rumänische Noten...............

-

Schwedische Noten...............

62,64

62,90

Schweizer Noten.................

80,78

81,10

Spanische Noten.................

33,58

33,72

Ungarische Noten................