wurden einige Vorlesungen gehalten, ihr eigentliches Leben begann die Universität ohne jede äußere Feierlichkeit mit dem Winter-Semester 1810/11 im Palais des Prinzen Heinrich Unter den Linden, neben der Akademie der Wissenschaften, in der Nähe der Königlichen Bibliothek. Die Universität konnte bei der Beschränktheit der Mittel, die der Staat ihr gewähren konnte, nicht groß sein. Nicht die Zahl der Lehrer, sondern die Bedeutung ihrer Persönlichkeit mußte entscheidend werden. Nicht alle, die man für sie gewinnen wollte, folgten dem Ruf, mancher zog es vor, der Unsicherheit des preußischen Staates wegen, an seiner stillen Universität zu bleiben. Dennoch besaß die Universität eine Anzahl sehr bedeutender Gelehrter. Der theologischen Fakultät gehörte Schleier- macher, der juristischen S a v i g n y , der medizinischen H u f e l a n d , der philosophischen vor allem Fichte und neben ihm der Historiker Niebuhr und der Philologe B o e ck h an.
Nur wenige ruhige Semester waren der jungen Universität beschieden. Dann brach der Krieg aus, ein Krieg, den nur der Sieg oder der Untergang beenden konnte. Jetzt war die Stunde der Prü
fung für die neue Universität gekommen. War die Idee, die chr zugrunde lag, nur eine Ideologie, lebensfern und wirklichkeitsfremd, oder erfaßte sie die Wirklichkeit des Lebens? Es erwies sich, daß die Idee nicht leer war. Die Universität bestand die Probe und setzte sich für die Existenz der Nation ein. Die Studenten zogen in den Krieg. Sie kannten nicht mehr ihr altes Vorrecht, vom Heeresdienst befreit zu sein. Mit ihnen zogen ihre Dozenten. Fichte, Schleiermacher, Niebuhr und Boeckh dienten im Landsturm. Reil, der berühmte Mediziner, fiel im Dienste für das Vaterland, Fichte starb am Lazarettfieber.
Als am 3. August 1814 der Geburtstag des Königs in der Universität gefeiert wurde, war diese Feier zugleich auch die der Befreiung des Vater- landes. Die ersten Ehrenpromotionen der jungen Universität wurden vollzogen. Dem Fürsten Hardenberg und siegreichen Feldherren wurden ehrenhalber die Doktorwürde verliehen. Diese Auszeichnung war mehr als ein Zeichen des Dankes, sie war der Ausdruck der engen Derbunden-- heit von Universität, Staat und Heer, von Geist und Macht.
Wirtschaft.
Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
1048: Bekanntmachung KP 9 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise.
1049: Weitere Verlängerungen von Einfuhrkontin- oentierungen seitens der Niederlande, u. a. für baumwollene Manufakturwaren und leinene und halbleinene Manufakturwaren.
Oer deutsche Außenhandel im Juli.
Fwd. Die deutsche Ein- und Ausfuhr haben im Juli zugenommen. Die Einfuhr überschritt mit 330,5 Mill. Mk. den Stand des Vormonats wertmäßig um 4 o. H. Der Menge nach war die Steigerung etwas geringer, da sich die Einfuhrdurchschnitts, werte leicht erhöht haben. Die Zunahme entspricht der jahreszeitlichen Entwicklung. Die Einfuhroer- gröherung entfällt überwiegend auf den Warenverkehr mit europäischen Ländern, während im Verkehr mit den überseeischen Ländern nur die Ausfuhr aus den Vereinigten Staaten nennenswert zugenommen hat.
Die Ausfuhr lag im Juli mit 359,0 Mill. Mk. um 12,9 d. H. über dem Stand des Vormonats. Mengenmäßig war die Zunahme etwas größer, da der Ausfuhrdurchslbnittswert leicht zurückgegangen ist. Auch bei der Ausfuhr ist die Steigerung überwiegend jahreszeitlich bedingt. Die Zunahme der Ausfuhr entfiel auf die Mehrzahl der Länder.
Die Handelsbilanz, die im Vormonat ausgeglichen war, schloß im Juli mit einem Ausfuhrüberschuß von 28,5 Mill. Mk. ab.
Oie Nundfunkwirtschast 1934/35.
Fwd. Die Nachfrage nach Rundfunkgeräten hat sich im vergangenen Rundfunkjahr (August 1934 bis Juli 1935) durch das wachsende Interesse der breiten Massen der Bevölkerung am Rundfunk, dank der weitgehenden staatlichen Forderung, vor allem aber auch infolge der im allgemeinen gestie- genen Kaufkraft stark belebt. Gerade im vergan- genen Rundfunkjahr ist, nach Ausführungen des JfK. im neuesten Wochenbericht, das Sendernetz durch die wesentliche Verstärkung der Sender Langenberg und Breslau, durch das Hinzukommen des Senders Koblenz und die Modernisierung des Senders Gleiwitz stark erweitert worden. An neuen Rundfunkteilnehmern sind insgesamt 1,2 Millionen hinzugekommen, das bedeutet eine Steigerung um 22 v. H. Der Absatz von Rundfunkempfangsapparaten war mit rund 2 Mill. Apparaten höher, als jemals zuvor. Die Nachfrage nach Volksempfängern war auch während des vergange- nen Jahres außergewöhnlich lebhaft. Der Absatz in dieser Type stieg noch um 30 v. H., während sich der Absatz in sonstigen Empfangsapparaten nur um ein geringes erhöhte. Dieser bewegt sich seit dem Rundfunkjahr 1931/32 konstant auf einer Höhe von rund 1 Mill. Empfangsapparaten. Reine Empfänger sind vom Markt so gut wie verschwun- den. Der vorherrschende Typ ist das mit Lautsprecher kombinierte Gerät. Wie im Vorjahre waren rund 17 v. H. der verkauften Apparate Gleichstromgeräte. Sieht man vom Volksempfänger ab, so zeigt sich, daß unter den Netzempfängern das Einkreisgerät (36 v. H. des Absatzes) an der Spitze steht. Auf Superhets entfielen 30 v. H. und auf Zweikreisgeräte 27 v. H. Im kom- wenden Rundfunkjahr dürfte sich die Aufwärts- entwicklung der deutschen Rundfunkwirtschaft weiter fortsetzen.
♦ Beendigung der diesjährigen Frühkartoffeln-Absatzregelung. Mit dem 15. August ist die diesjährige Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln beendet. Sämtliche mit der Frühkartoffeln-Absatzregelung im Zusammenhang stehenden Einrichtungen, wie Ortssammelstellen und Bezirksabgabestellen, kommen damit in Fortfall und haben nur noch für die ordnungsgemäße Abwicklung des Abrechnungsverkehrs Sorge zu tragen. Demnach kann ab 16. August wieder jeder Erzeuger Kartoffeln unmittelbar an den Verteiler abgeben. Dabei muß der Verteiler beachten, daß die bisher gültigen Frühkartoffelschlußscheine dem zuständigen Kartoffelwirtschaftsverband zurückzureichen und bei diesem Speise- kartofselschluhscheine anzufordern sind. Die Erzeugerpreisfestsetzung erfolgt auch weiterhin durcb die Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft.
* Nächste Frankfurter Häute- und Felleauktion. Auf der nächsten Frankfurter Häute- und Felleauktion am 20. August werden von den angeschlossenen Häuteverwertungsvereinigungen angeboten: 6715 Großviehhäute, 8671 Kalbfelle und 672 Hammelfelle.
Mein-Mainische Börse.
Mittagsbörfe uneinhelllich.
Frankfurt a. M., 15. Aug. Die Börse lag nach dem schwankenden Verlauf des gestrigen Tages auch zum heutigen Beginn recht uneinheitlich. Zum Teil erfolgten am Aktienmarkt noch einige Glattftellungen, denen aber auch einige Rückkäufe aegenüberstanden. Nach den ersten Kursen befestigte sich die Haltung allgemein und die Umsatztätigkeit erreichte auf einigen Spezialgebieten vorübergehend beachtliches Ausmaß, um aber später wieder stark einzuschrumpfen. Ziemlich lebhaft lagen Autowerte, insbesondere Daimler Motoren mit 102 bis 102,75 (101), Adlerwerke Kleyer stiegen von 106 auf 107 (106), ferner BMW. auf ca. 129,25 (128). Größeres Geschäft hatten außerdem IG. Farbenindustrie mit 160,25 bis 161,25 (160,25), andere chemische Werte lagen verhältnismäßig still und wenig verändert, fester jedoch Deutsche Erdöl mit 115,50 (115,13). Montanaktien lagen anfangs überwiegend schwächer, besonders Hoesch mit 103,50 (104,50), dann wieder 104,25, Harpener verloren 0,50 v. H., Ilse Genuß 0,25 v. H. Mannesmann und Rheinstahl sowie Stahlverein waren nach der ersten Notiz bis 0,40 v. H. höher. Am 'Elektromarkt überwog Kaufinteresse. Gesucht waren Bekula mit 144,40 (142,75), Elektrische Lieferungen mtt 121 (120), Lähmeyer mit 137,50 (137) und AEG. mit 42,50 bis 42,75 (42,65), andererseits waren Siemens angeboten und auf 186 (187,50) gedrückt, auch Licht & Kraft, RWE. und Gesfürel bröckelten etwas ab. Von Kunstseideaktien notierten AKU. mit 63,40 bis 63,90 ^63,50), dagegen Bemberg mit 119,25 (120). Schwächer lagen Deutsche Linoleum mit 164,25 (166), Deutscher Eisenhandel mit 107,90 (109) und Schifffahrtswerte bei Rückgängen bis 0,40 v. H. Höher lagen andererseits Reichsbank, Cement Heidelberg, Holzmann mit je plus 0,50 v. H. Zellstoff Aschaffenburg, Hanfwerke Füssen und Dank für Brauindustrie eröffneten unverändert.
Der R e n t e n m a r k t lag fast geschäftslos und erste Kurse kamen zunächst nicht zur Notiz. Soweit man Kurse nannte, lagen sie gegen gestern behauptet. Von fremden Werten fetzten 4prozentige Rumänen mit 5,35 (5,10) und 4 v. H. Goldmexikaner mit 8,30 (8) ein.
In der zweiten Börsenstunde hielt sich die Umsatztätigkeit auf allen Marktgebieten in engsten Grenzen, die festere Tendenz hielt aber an, obgleich die höchsten Kurse nicht immer voll behauptet waren. Die später zur Notiz gekommenen Werte -lagen in den meisten Fällen fester, niedriger waren jedoch
Thür. Lieferung mit 123,75 (124,50). Am Kassamarkt kamen Schriftgießerei Stempel mit 72 (69) zur Notiz, fest logen ferner Hartmann 8z Braun mit ca. 72,50 (70), dagegen blieben Klein, Schanzlin angeboten, Taxe 92,50 (1. K. 97).
Am Rentenmarkt herrschte nach wie vor Geschäftsstille. Altbesitz kamen mit 111,65 (111,75), anderer- seits Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 124,13 (123,90) zur Notiz. Späte Reichsschuldbuchforderungen und Zinsoergütungsscheine hatten mit 97,50 bezw. 90,90 unveränderte Kurse. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen gleichfalls ruhig, aber gut behauptet. Einzelne Liquidationspfandbriefe waren mäßig höher. Industrie- und Umtausch-Obligationen bröckelten etwas ab. — Tagesgeld war zum Medio etwas gefragt und wurde auf 3 (2,75) o. H. erhöht.
Abendbörse freundlich.
Die Abendbörse war nach den Schwankungen von heute mittag überwiegend etwas fester. In Anpassung an die Berliner Schlußnotierungen zogen die Aktienkurse zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. an. Darüber hinaus erhöhten sich IG. Farben auf 160,50 bis 160,75 (160,40), Otavi Minen bei lebhafterer Nachfrage auf 19,65 bis 19,75 (19,50) und Bekula auf 144,25 (143,65). Im übrigen lagen die Kurse im Vergleich zu Berlin gut behauptet. Am Kassamarkt waren Bankaktien weiter fest, Commerzbank 94 (93), DD.-Dank und Dresdner Bank je 93,75 (93,50), Effektenbank 88,25 (87,50), Franks. Hyp.°Bank 99 (98,90), Bayr. Hyp.-Bank 91,75 (91,50). Von Jndustriepapieren blieben Schramm Lack stark gesucht, die Taxe erhöhte sich auf 79 bis 80 nach 77 und einem letzten Kurs von 72,50. Deutsche Renten lagen seht still,. Altbesitz gaben auf 111,50 Geld (111,65) nach. Reichsbahn- VA. unverändert 124,13. Liquidationspfandbriefe waren gefragt und fast durchweg 0,25 v. H. höher. Von Stadtanleihen stiegen 4,50 v. H. Pforzheimer von 1927 auf 90,75 (90). Im Freiverkehr lagen zertifizierte Ponds fester, 6 v. H. Preußen 63,25 bis 63,50 (63), 6 v. H. Spargiro 63 (62,75) und Poung-Anleche (holl. Abschnitt) 84,50 (84). Von fremden Werten wurden Mexikaner etwas höher bezahlt, 4,50 v. H. Irrigation 7,90 (7,65), 5 v. H. Silber etwa 6,13 (6).
U. a. notierten: Altbesitz 111,50, 4,50 v. H. Stahlverein 93,75, IG. Farben-Bonds 131,50, Reichsbahn-VA. 124,13, 4,50 v. H. Mainz von 1928 93, 4,50 v. H. Pforzheim von 1928 90,75, 5,50 Rhein. Liquid. 101,85, 5,50 Hess. Liquid 101,25, 5,50 Nass. Liquid. 101,50, Harpener 117,25, Mannesmann 94,50, Rheinstahl 118,25, Hoesch 104, Otavi 19,65 bis 19,75, Stahlverein 88,75, AEG. 42,75, AKU. 63,75, Bekula 144,25, Zement Heidelberg 123,50, Daimler 102, Scheideanstalt 240, Licht 6- Kraft 139, IG. Farben 160,50 bis 160,75, Eßlinger 87, Gesfürel 134,75, Holzmann 97,25, Lähmeyer 137,50, Moenus 89,40, Rheag 149,75, RWE. 139, Schuckert
131,50, Zellstoff Aschaffenburg 89,50, Sudd. Zucker 201, AG. für Verkehrswesen 87,50.
Zranksurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 15. Aug. Auftrieb: Rinder 86 (gegen 107 am letzten Donnerstagsmarkt), bor- unter 19 Ochsen, 4 Bullen, 58 Kühe, 5 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 3 Bullen, 2 Kühe. Kalber 840 (760), Schafe 82 (97), Schweine 551 (658). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 65 bis 66 (am letzten Donnerstagsmarkt 65 bis 68), b) 57 bis 64 (59 bis 64), c) 49 bis 56 (54 bis 58), d) 40 bis 48 (45 bis 53). Lämmer und Hämmel b2) Weidemafthämmel 39 bis 41 (39 bis 40), c) mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel 37 bis 38 (37 bis 38), d) geringere 35 bis 36 (—). Schafe e) beste 35 bis 37 (35 bis 36), f) mittlere 31 bis 34 (—), g) geringe 25 bis 28 (—). Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54). e) 54 (—), f) — (—), gl) 54 (54), g2) — (—). Marktverlauf: Kälber ruhig, ausverkauft. Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Schweine sehr flott, ausverkauft. Ueberftand: Rinder 51, davon 11 Ochsen, 36 Kühe und 4 Färsen.
Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 887 Viertel Rindfleisch, 171 ganze Kälber, 8 ganze Hämmel, 378 halbe Schweine. 4 Kleinvieh. Notiert wurden 50 Kilo in Mark: Ochsenfleisch b) 74 bis 78 (am 12. August 76 bis 80), c) 64 bis 72 (66 bis 74), Bullenfleisch b) 70 bis 76 (70 bis 78), Kuhfleisch b) 58 bis 66 (60 bis 68), c) 48 bis 58 (50 bis 60), Färfenfleifch b) 74 bis 78 (76 bis 80), c) 64 bis 72 (66 bis 74). Kalbfleisch b) 74 bis 84 (74 bis 84), c) 68 bis 72 (68 bis 72). Hammelfleisch b) 78 bis 80 (75 bis 80). Schweinefleisch b) 75 bis 80 (75 bis 80). Fettwaren. Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter 78 bis 82 (75 bis 80), Flomen 80 bis 83 (80 bis 83). Marktverkauf: mit Ausnahme von Schweinfleisch ruhig.
Ein Floß auf der Lahn.
Zum erstenmal!
LPD. VonderLahn,15.Aug. Zum erstenmal wird ein Floß auf der Lahn talabwärts befördert werden. Da die Lahn wenig Wasser führt, wird die Reife des Floßes von Weilburg bis Limburg zehn Tage dauern. Don dort ab wird die Steuerung des Floßes, die von Weilburg bis Limburg in Händen der Flößer liegt, durch ein Motorboot vorgenommen. Das Floß ist genau den Schleusenkammern angepaßt. Es wird in verschiedenen Teilen lahnabwärts treiben und in Lahnstein zu einem großen-Floß wieder zusammengebaut, um dann die Reise rheinabwärts anzutreten. Die Flößerei auf der Lahn wird somit zum erstenmal ausgenommen und dürfte für die Uferbewohner ein historisches Ereignis darstellen.
Günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Juli im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen.
Frankfurt a. M., 15. Aug. (Lpd.) Die Presse- stelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Obwohl die Zahl der Notstandsarbeiter Ende Juli d. I. auf Grund der weiteren -planmäßigen Einschränkung von Notstandsarbeiten um über 1700 Mann niedriger lag als Ende Juni 1935, hat die Zahl der Arbeitslosen während der Berichtszeit sich im Gegensatz zu der Entwicklung in der gleichen Zeit des Vorjahres außerordentlich günstig entwickelt.
Während von Ende Juni bis Ende Juli 1934 bereits eine Zunahme der Zahl der Arbeitslosen um rund 4600 zu verzeichnen war, nahm die Zahl der Arbeitslosen im Berichtsmonat um weitere 6087 oder 4,8 v. h. des Standes von Ende Juni ab. Damit hat feit der Machtübernahme bis Ende Juli d. I. der Bezirk des Landesarbeilsamts Hessen bisher insgesamt eine Abnahme der Zahl der Arbeitslosen um rund 213 000 oder 64,1 v. h. erfahren.
Von der Gesamtabnahme im Berichtszeitraum von 6087 entfielen 5438 (89,3 v. H.) auf die männlichen und 649 (10,7 o. H.) auf die weiblichen Arbeitslosen.
Bei den Arbeitsämtern im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen wurden am 31. Juli zusam- men 1 19 4 6 3 Arbeitslose gezählt, davon waren 13 663 ober 11,4 v. H. Frauen. In 3 von ben 17 Arbeitsamtsbezirken ist bie Entwicklung zum Stillstanb gekommen, währenb sich der Arbeitseinsatz in allen übrigen Bezirken zum Teil wesentlich gebessert hat.
In fast allen Berufsgruppen hat bie Zahl ber Arbeitslosen abgenommen. Nur in bret Gruppen, nämlich in ber Berufsgruppe Papiererzeugung unb -Verarbeitung, im Gast- unb Schankwirtschaftsgewerbe und tri etwas stärkerem Umfange (Zunahme um 292 Arbeitslose) im Bekleidungsgewerbe nahm die Zahl der Arbeitslosen zu. Die in stärkerem
Maße bereits einsetzenden Erntearbeiten brachten in der Be!rufsgruvpe Landwirtschaft eine Entlastung um über 460 Arbeitslose. Auch die übrigen witterungsmäßig bedingten Berufsgruppen haben trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit eine günstige Entwicklung aufzuweisen. Das Baugewerbe zeigt eine Entlastung um 1100 Facharbeiter und fast 800 Bauhilfsarbeiter. In der Industrie der Steine und Erden konnte die Zahl der Arbeitslosen noch um 150 verringert werden. Besonders war die Entwicklung günstig in den Berufsgruppen Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung (— 868), Leder- erzeugung und -Verarbeitung (— 200), im Holz- unb Schnittstoffgewerbe (—390), im Nahrungs- unb Genußmittelgewerbe (—390), im Verkehrsgewerbe (—200) unb in ber Gruppe ber ungelernten Arbeiter (—1600 einfchl. ber Bauhilfsarbeiter). Bemerkenswert ist, baß bie Zahl ber arbeitslosen Angestellten um runb 580 abgenommen hat.
Die Entlastung der Unlerstühungseinrichlungen hlelk mit der Besserung der Veschästigungslage Schrill. Gegenüber dem Stichtag vom 30. 3unt 1935 verringerte sich die Zahl der hauptunter- stühüngsemvfanger In der Arbeitslosenversicherung um 489, in der Krisenfürsorge um 1969 und die der anerkannten Dohlfahrtserwerbs- losen um 2224, das sind zusammen 4682 Unterstützungsempfänger weniger als zu Ende des Vormonats.
Ende Juli wurden in ber Arbeitslosenversicherung unb in ber Krisenfürsorge zusammen 66 934 Haupt- unterstützungsempfänger gezählt. Davon entfielen auf bie Arbeitslosenversicherung 18 763, auf bie Krisenfürsorge 48171. Anerkannte Wohlfahrtser- werbslose waren Enbe Juli 29 127 bei ben Arbeitsämtern qemelbet. Bei Maßnahmen ber Werteschaf- fenben Arbeitslosenhilfe waren 11411 Notstands- arbeiter beschäftigt.
Die hinter den Papieren
Frankfurt O.UL
Berlin
Schluß- fort
Schluß!. Abend« börse
Schluß- kurs
Schluß', mittag» börie
Oatum
14.8.
158
14.8
15.8.
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
101
101
101,25
101,4
4% Deutsche Reicheanl. von 1984
97,65
97,5
97,9
97,75
6Vi% Doung-Anleihe von 1980 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
103,5
103,75
104
104,13
AuSlos.-Rechten .............
4’/»% Deutsche RetchSpostschatzan.
111,75
111,5
111,75
111,65
Weisungen von 1934, 1.......
6% efcm.8% Hess. BolkSstaat 1929
100,5
100,4
100,75
100,65
(rückzahlb. 102%) ............
ehem. Hessische Landesbank
97,75
97,65
97,5
97,65
Darmstadt Gold R. 12........
t>Vi% ehem. Hess. Landes-Hypo-
96,5
96,5
—
96,5
thekenbant Darmstadt Liaui ... ehem. 8% Darmst. Komm.
LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit
101
101,25
—
—
93
93
—
—
Auslos.-Rechten .............
Deutsche Komm. Eammelabl. An.
128,5
128,75
—
—
leihe Serie 1 mtt Au-los.-Rechten 4ehem.8% Franks. Hyp.-Bank
115,5
115,75
115,5
115,5
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 iH% ehem. *y,% Franks. Hyp.- Ban!-Ltqu.-Pfandbrtefe.......
V/i% ehem. *y,% Rheinische
96,65
96,65
—
—
101,1
101,1
—
—
Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse.....
<y*% ehem. 8% Pr. Landespfand.
oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19
4ty% ehem. 7% Pr. LandeSpfand-
101,4
101,75
101,75
102
97
97
97
97
briefanst., Gold Komm. Obl.Vl
97
97
97
97
Steuergutsch.Berrechnungst. 85-SS
107,4
107,4
107,4
107,4
4% Oesterrelchische Äoldrenle....
31
30,75
30,75
_
4,20% Oesterreichische Silberrente
1,55
—
4% Ungarische Goldrente .......
10
10,75
10,3
10,25
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
10
10
10,13
10
4Vt% detgl. von 1913..........
10,25
10
10,4
10,1
6% abgest. Goldmexikaner von 99
11,75
11,75
11,75
11’9
4%Tückische Bagdadbahn-Anleche
Serie 1.....................
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsdankdiskont 4 v. H., Lombarbzinsfuß 5 p. H
Jranffu
1
Berlin
Frankfurt a. M.
Serkin
Schluß, kurs
Schluß'. Abendbörse
Schluß, kurs
Schluß'. Mittagbörse
Schluß« kurö
Schluß'. Abend-
Schluß* kurö
Schluß'. Mittag. börse
Datum
14 8
15.8.
14.8
15.8.
Datum
14.8.
15-8-
14.8.
15 8-
4% desgl. Serie 11 .............
5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.lgl3 4% Rumänische vercinh. Rente ..
2 V«% Anatolier ...............
Hamburg-Amerika-Pakei .....o
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o
A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... b Commerz, und Prival-Bank ... O
Deutsche Bonk und DiSconto-
Gesellschaft................o
Dresdner Bank..............o
ReichSbaak ................12
2I.lt.® ......................O
Bekula.................... 10
(Helft.Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6 V,
Felten & Guilleaume.........0
GeseUsch.f.Elektr.Unternehmueg. 5 Rheinische Elektrizität ........6
Rhein. Wests. Slektr..........6
Schocken S Ec........ 4
(Stemeni & fältle............ 7
Lähmeyer S To.............. 7
Buderus ........ O
Deutsche Erd« ..............4
Gelsenkirchener..............0
Harpener...................q
Hoesch Eisen—Kbln-Reuege» .. 0
Ise Bergbau ............... 4
Ilse Bergbau Genüsse........«
Klöcknerwerke ....... tu
Mannesman n-Mhre» ........ 5
11,75
6,25
8,5
5,1 40,25
16,75
18,13
87,5
120 92,25
92,25 92.25
189
42,65
142,9
120 138,25 110,75 133,75
150
139
131 5 187,5
137
108,5 115,13
117,5
104,5
175 134,25 102,25
34,65
11,75
6,25
8,65
5,35
40
16,25
18
87,5
120
94
93,75
93,75
190
42,75
144,25
121,25
139
110,75
134,75
149,75
139
131,5
186
137,5
108,5
115,5
117,25
104
134,25
102,13
94,5
6,4
8,8
5,2
16,75
27,75
18,25
87,5
119,5
92
92
92
189,5
42
143,25
120
138,5
110,4
134
150
139
131,5
188
137,5
108,75
115,13
117,75
104,13
171
134
102,25
94,65
12
6,3
8,6
5,25
16,65
18
87,5
119,5
93,5
93,5
93,5
190
42,75
143,65
120,5
139
111
131,75
150
139,25
132
186
137,5
109,25 1)5,25
117,25
104
171
134
102,5
94,75
ManSselder Bergbau ......... tz
KokSwerke.............. 5
Phönix Bergbau.............0
Rheinische Braunkohlen ..... 12
Rheinstahl ................ $y
Bereinigte Stahlwerke.........
Otavi Minen ...............0
Kaliwerke Aschersleben........ 5
Kaliwerke Westeregeln........ 5
Kaliwerke Salzdetfurth.....?y3
3. ®- Farben.Jadustrt«....... 7
Scheideanstalt............ 9
Goldschmidt .................
Rütgerswerke ........... 4
Metallgeiellschafi..............
Philipp Holz mann ........ 0
Zementwerk Heidelberg ......*
Eementwerk Karlstadt.........4
Schultheis Payenhofer ....... 4
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg................... 0
Zellstoff Waldhof ............0
Zellstoff Aschaffenburg ..... 0
Dessauer GaS ............. 7
Daimler Motoren......... 0
Deutsche Linoleum ........... g
Orenslein L Koppel ....... 0
Westdeutsche Kaufhof.........0
Cbade......................
Aecumulatorea-Fabrik....... 12
Lonti-Gummi............... g
Gritzner.....................
Mainkraftwerke Höchst a.DL... 4 Süddeutscher Zucker H
118,25
226,5
118
88,25 18,25
136,25
131
199
160,25 240,5 113,5
121 116,25
96
123
133
63,5
>20 121,5 89,25
101
166
30,25
284
186 159,75
37,25
102,25
202
117,75
226,5
118,25
88,75
19,75
131,5
200,5
160,75
240,5
114
122
115,75
97,25
123,5
133
63,75
119,25
120,75
89,5
102
165
30,25
283,5
190
160,25
36,65
102,25
201
118,5
122,9
226,5
H8,25
88,13
18,5
136,5
131,75
201,75
160,25
113,75
121,5
117
113
64
120,5
120,75
89,25
138,9
100,75
166
89,65
30,25
284
187
159,75
203
117,75 123,13
229,5 118,25
88,75
19,5 138,25
132,5
202
160,4
114,5
122
116
97,65
113
63,75
119
120,9
89,5
139,25
102,13
164,75
90,4
30,25
284
189
160,25
201,5
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt cl HL
Banknoten.
14-August
15. August
Amtliche Geld I
Kotierung Brief
Amtliche Notierung
Geld
1 Brief
Buenos Utre»
0,663
0,667
0,666
0,670
Brüssel.....
41,88
41,96
41,86
41,94
Rio de Jam
0,139
0,141
0,139
0,141
Sofia ......
3,047
3,053
3,047
3'053
Kopenhagen.
55,07
55,19
55,05
55,17
47,06
Danzig.....
46,96
47,06
46,96
London .....
12,335
12,365
12,33
12,36
Helsingfor»..
5,435
5,445
5,435
5,445
Paris ......
Holland ....
Italien.....
16,43
167,73
20,33
16,47
168,07
20,37
16,43
167,88
20,33
1M7
168,22
20,37
Jaoan ......
Jugoslawien
O»lo..... :
Wien.......
0,727
5,684
62,00
48,95
11,185
63,60
81,06
34,02
10,30
0,729 5,696 62,12 49,05
11,205 63,72 81,22 34,08 10,32
0,727 5,684 61,97 48,95 11,18 63,57 81,08 34,04
0,729 5,696
62,09
Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag.......
49,05
11,20
63,69
81,24
34,10
Budapest ...
10,30
10,32
Reu york ...
2,478
2,482
2,475
2,479
___________Serlin, 15. August'
Geld
Srief "
Belgische Noten.............
2,427
41,72
55,00
12,295
16,38
167,46
19,46
61,76
2,447
41,8g
55,2?
12,33<
16,41
168,1?
19,5?
62,0$
Dänische Noten ........ . ..
Englische Noten ..............
Französische Noten..............
Holländische Noten ..........
Italienische Noten.............
Norwegische Noten ..........
Deutsch Oesterreich, 4 lob" SchÜltna
Rumänische Noten.........
Schwedische Noten..............
63,35
80,85
33,68
63,6« 81,14 33,87
-2
Schweizer Noten...........
Spanische Noten........
Ungarische 9tota •••••♦♦••»•♦<«•<


