Einzelbild herunterladen

Englands Standpunkt unverändert

Julius Streicher spricht im Berliner Sportpalast

gleichfalls freigelassen

Völkerbundsrügen an -ieMandatsmächte

in Kalgan ergaben völliges Lin­das zur Befreiung Jones einzu­

über Lösegeld wurde.

Besprechungen vernehmen über

England, von dem man erwarte, daß es im schlimmsten Falle diemilitärischenOpera. tionen Italiens begrenzen vorher aber auf der Pariser Konferenz energisch für eine fried­liche Lösung eintreten werde. Auf den Völker­bund setze man keine zu großen Hoffnungen. Man sei vielmehr der Ansicht, daß wenig Aussicht für eine friedliche Regelung in Genf bestehe, wenn es der Pariser Konferenz nicht gelinge, eine Derständi- gungsgrundlage zu finden.

schlagende Verfahren, für dessen vollen Erfolg die Tschachar-Regierung die Garantie übernahm. Spä­ter wurde gemeldet, daß Iones nach Dschehol verschleppt worden sei. Das nach Paotschang geschickte L ö s e g e l d hatten die Banditen nicht a b g e h o l l. Die Bemühungen, die Freilassung Jones zu erreichen, wurden dadurch außerordent­lich erschwert, daß die Entführer Jones fchließlich einer anderen Banditengruppe Über­gaben, die die Lösegeldforderung auf 1 0 0 0 0 0 Dollar erhöhte. Alle Versuche, Jones aus den Händen der Verbrecher zu befreien, find nun nach der Reuter-INeldung leider vergeblich ge- wefen.

Frankreich sieht sich vor.

Militärische Vorsichtsmaßnahmen in Dschibuti.

London, 16. Aug. (DNB.-Funkspruch). Die Daily Telegraph" aus Dschibuti meldet, hat die lebhafte Freundschaft der Somali f ü r ihre abessinischen Nachbarn die französi­schen Behörden zu ungewöhnlichen V o r s i ch t s - Maßnahmen veranlaßt, um im Kriegsfälle die Ordnung aufrechtzuerhalten. Ein Kreuzer wird Sonntag in Dschibuti eintreffen. Die Sperren im Hafen werden verstärkt; auch werden Flug­zeugschuppen gebaut, um zehn neue Ma­schinen aufzunehmen, so daß insgesamt 14 Flug- zeuge dort stationiert sein werden. Auf der Heron- Insel sollen vier Geschütze von 15 Zenti­meter Kaliber ausgestellt werden, um den Zu­gang zum Hafen, die Reede und die hinter der Stadt beginnende Düste zu beherrschen. Die kleine Garnison eingeborener Infanterie soll durch tau­fend Senegalfchühen verstärkt werden.

Die Paßkontrolle ist sehr scharf. Leute, die abzureisen wünschen, werden ermahnt, dies mög- tichst bald zu tun. Es geschieht alles, um die An­sammlung vonlästigen Ausländern^ zu verhin­dern. Die Italiener betreiben lebhafte Propaganda und veröffentlichen Funksprüche aus Rom über die militärischen Vorbereitungen Italiens. Nicht nur den Franzosen, sondern sogar dem abessinischen Konsulat werden Abschriften zu- gestellt. Der britiche Vizekonful Lowe ist am Mitt­woch im Kraftwagen nachBerberaabgereist, um mit dem Gouverneur und Oberbefehlshaber von Britlfch-Somaliland, Major Sir Arthur Law­rence zu beraten.*

Kaufleute erzählen, daß in Maffaua (Italien. Eritrea) und M o g a d i s e i o (Italien. Somali) außerordentlich lebhafte Tätigkeit herrscht, und daß in den Häfen und im Landesinnern Vorräte von Kriegsmaterial angefammelt werden. Sie berichten ferner, daß bei den jungen italienischen Soldaten unter dem Einfluß der Hitze und des Dafsermangels viele hihfchläge und tro­pische Krankheiten vorkommen. Die Italiener ihrer­seits berichten, der Gesundheitszustand der Expedi­tionstruppen sei im allgemeinen gut.

Heule beginnt die Pariser Dreierkonferenz

Die Vorbesprechungen haben noch keine Klärung der Lage gebracht.

Die Memelgarantiemächte besinnen sich.

Ein internationaler Ueberwachungs- ausschuß für die Wahlen im Memelgebiet.

London, 15. Aug. (DNB.) DerStar" rechnet mit der Möglichkeit, daß Großbritannien und Frank­reich in der Anfang September stattfindenden Sitzung des Völkerbundsrates die Memelfrage auf­werfen werden, um einen Beschluß über die (Er­nennung eines internationalen Aus­schusses zur Ueberwachung der am 29. Septem­ber im Memelgebiet stattfindenden Wahlen herbei- zuführen.Dem Memelgebiet", so schreibt das ge­nannte Blatt zur Erläuterung,haben die litaui­schen Behörden eine reine Dollstreckungs- regierung und das Kriegsrecht aufer­legt. Die Litauer werden die Wahlen zweifellos i n der schamlose st en A r t beeinflussen. Dieser drohende Skandal ist so ernst, daß der fran­zösische Ministerpräsident Laval völlig die Besorg­nis der britischen Regierung in dieser Angelegenheit teilt. Allerdings ist Mussolini im Augenblick nicht viel daran gelegen, daß sich der Döl- kerbundsrat mit irgendeinem internationalen Ab­kommen befaßt. Außerdem befürchtet er, daß etwaige Zugeständnisse an die unter litauischer Herr­schaft lebende deutschsprachige Minderheit später zu einem Hilferuf für seine eigene deutschspra- chige Minderheit in Südtirol führen werden.

Britischer Journalist von chinesischenBandiien ermordet

Der Begleiter des DNB.-Vertreters

Dr. Müller trotz Lösegeldangebots getötet

London, 16. August. (DNV. Funkspr.) Nach einer Reuler-Meldung aus Pelping ist der britische Journalist Gareth Jones, der vor etwa zwei Wochen zusammen mit dem DNV.-Ver­treter Dr. Müller von Banditen gefangen genommen worden war, von den Verbrechern gelötet worden. Jones war früher Sekretär Lloyd Georges.

Der Banditen-Ueberfall auf die beiden Pressever­treter erfolgte, wie erinnerlich, in einem abge­legenen Gebiet zwischen Dolonor und k a l g a n. Jones und Müller befanden sich auf einer Rundfahrt im Kraftwagen durch den Osten der Tschachar-Provinz. In der Nähe der chinesischen Siedlung hotschia Tohuo- f a n g wurde ihr Kraftwagen durch Schüsse zum halten gebracht. Die Banditen, die durch die übliche blaue Gendarmerie-Uniform ge­tarnt waren, verfchleppten die vier 3n- sasfen des Wagens. Etwas später wurden zunächst der Fahrer und der Diener frei­gelassen, um Lösegeldforderungen zu überbringen. Es kam schließlich zu Verhandlungen mit Vertretern der lokalen Behörden, die dazu führten, daß Dr. Müller zu Verhandlungen

wenn es darauf ankommt, bereit fein wird, sehr weitgehende Zugeständnisse zu machen.

Auch der Havas-Berichterstatter in Addis Abeba meldet, man lege dort größten Wert auf eine fried- liche Lösung, weil man kriegerische Verwicklungen für sehr langwierig, kostspielig und folgenschwer halte. Man verfolge den Verlauf der Besprechungen mit einiger Beunruhigung, aber auch einiger Hoff­nung. Diese Hoffnung stütze sich vor allem aus

bern- Höch st persönlich zll senden. Sri diesem Sinne: jeder sein eigener Rundfunksprecher!

Es ist wunderbar und erhebend, wieviel ur­wüchsige und kostbare Dialekte auf diesem sensatio­nellen Konzertpodium zusammenklingen und singen! Ganz Deutschland bildet in diesen Tagen eine Fa­milie: der Rundfunk verbindet die vielfältig bun­ten Gaue des Reiches zu einer kulturellen und ge- fühlsmäßigen Herzenseinheit von dauerndem Be- stand.

ßmpfängermif blauem,deiligentoein*

Ein blauer, flutender Lichtkreis umgibt manche (Empfänger wie einHeiligenschein" der Technik. DieseLichthieroglyphen" sind fesselnd und romantisch und geben dem Ganzen den undefinier­baren Zauber einer technischen Teufelsküche. Hun­derte von blankpolierten braunen Kasten und Käst­chen sind hier in allen Größen und Gattungen zu sehen, frisch aus der Fabrik, alle Sorten von Radio», aeräten, von den schlichtesten bis zu den gigantischen Luxusempfängern. Man liest die eng gedruckten Namen der internationalen Programmstationen, eine neben der andern. Musik und zauberhafte Atmo­sphäre aus fremden Traumländern, aus den Tanz- palästen und Konzertsälen fernster Zonen und Land­schaften. Es klingt und schwingt wie in einem sagen­haften Wunderland. Deutscher Arbeitsgeist ordnet hier sachlich und ohne Pathos feine blitzende, klin­gende Ware. Der Wohllaut ist hundertprozentig, edel und delikat für das verwöhnteste und feinste Ohr.

Seher ein Fernseh-Ierngespräch.

Namen schwirren umher, die der Laie andächtig entziffert: Dreiröhren-Reflexsuperhet, Zweirohren- Einkreiser, Dierröhren-Superhet, Dreirohren-Zwei- {reifer. Man könnte noch stundenlang durch die klin­genden Räume wandern. Aber im Gegensatz zu dem überlebensgroßen schwebenden Walzer, der uns plötzlich rauschend umwiegt, knurrt unser Magen ein prosaisches Knurren. Am besten, man führt mit sei­ner erlauchten Gattinbezüglich des Abendbrotes ein einschlägiges Fernseh - Gespräch. Lachen Sie bitte nicht so skeptisch! Denn das ist beinahe der Clou dieser einmaligen Großen Deutschen Rund­funk-Ausstellung: die Deutsche Reichspost führt ihre neuen Gegenfernseh-Fernsprecher im praktischen Betrieb vor, so daß jeder die Möglichkeit hat, selbst ein Fernseh-Ferngespräch zu führen!

gebiet Kampfmaßnahmen gegen Japan als zweck­mäßig erscheinen.

Beachtlich erscheint, daß der Mandatsausschuß nicht davor zurückgeschreckt ist, den verschiedenen Mächten in mehr oder weniger deutlicher Form seine Mißbilligung auszudrücken. Uns interessieren in diesem Zusammenhang natürlich in erster Linie die früheren deutschen Kolonien, weil in ihnen nach wie vor deutsche Volksgenossen in größerer Zahl ihren Arbeitsboden und' ihren Er- werd behalten haben. Insbesondere ist em Bericht über die staatsrechtliche - Stellung Süd west- £ f r i k a s eingefordert worden. Der grundlegende Artikel 22 sieht verschiedene Formen der Mandats- ausubung vor. Für Südwestafrika wurde als zweckentsprechend festgesetzt, daß dieses Gebietam besten nach den Gesetzen des beauftrag­ten Staates und als integrierender Bestandteil dieses Staates verwaltet werde/ Die Bestrebungen der Südafrikanischen Union, sich Südwestafrika im letzten staatsrechtlichen <5mne einzuoerleiben, sind bekannt. Da­gegen sprechen aber die grundsätzlichen Bestim­mungen in dem erwähnten Artikel 22. Der Genfer Ausschuß will nicht zulassen, daß diese Verpflichtun­gen mißachtet werden, und er hat darum die Man­datsmacht ernsthaft daran erinnert, daßnicht nur oie konkreten Bestimmungen des Mandats, sondern auch die allgemeinen Grundsätze des Artikels 22 der Dölkerbundssatzung in bie T a t umzusetzen seien."

Aehnliche Bestrebungen auf Herstellung einer ge»

Berlin, 15. Aug. (DNB.) Gauleiter Julius Streicher sprach Donnerstag abend zum ersten Male in den beiden größten Versammlungslokalen Berlins, im Sportpalast und in den Tennis- hallen. Seit langem hat Berlin nicht einen solchen Massenandrang zu einer politischen Kundgebung er­lebt wie an diesem Abend. Die politischen Leiter zo­gen in geschlossenem Zuge unter Dorantritt der Mu- ikzüge des Feldjägerkorps und der SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg zum Sportpalast, der bereits vor 18 Uhr wegen UeberfüUung polizeilich geschlossen werden mußte. In besonders großer Zahl waren ausländische Pressevertreter erschienen.

Gauleiter Streicher, der mit brausenden Heil­rufen begrüßt wurde, setzte sich zunächst mit den so­genannten Gebildeten auseinander, den einge­bildeten Leuten, die Wissen und Bildung verwechsel­ten. Dann wandte er sich den Lügenmeldungen eines Teiles der ausländischen Presse zu. Die ausländische Presse habe sich die Hände wundgeschrie­ben, daß er, Streicher, den Ehrgeiz habe, in der Reichshauptstadt Polizeipräsident zu wer­den. Dann habe sie ihm den Ehrgeiz zugeschrieben, den Eroberer von Berlin, Dr. Goebbels, ab­lösen zu wollen. Sie habe weiter von einer Be­sprechung zwischen Goebbels, Blom­berg und Streicher geschrieben. Wer den Nachweis bringe, daß eine solche Besprechung statt­gefunden habe, bekomme von ihm bar 100 000 Mark ausgezahlt. Die Auslandspresse habe ihn, Streicher, denblutigen Zaren von Franken" genannt. Er habe dann ausländischen Pressevertretern Gelegen­heit gegeben, s i ch selbst in Nürnberg um- z u s e h e n , und sie hätten dort zu ihrem Erstaunen keinen einzigen toten Juden gefunden.

Man rege sich darüber auf, wenn in Berlin ober anderswo etwas getan werde, was den Juden nicht ganz angenehm fei. Wen geht es etwas an, er* närte Streicher, wenn wir in unserem Hause eine Reinigung vornehmen. Wir kümmern uns nicht um die Hinrichtung von Negern in Amerika. Man soll sich nicht darum kümmern, wenn wir in Deutschland Rasseschänder durch die Straßen füh­ren und damit abschreckend wirken wollen. Dem Deutschen, der heute noch behauptet, man kann mit Taufwasser aus einem Juden einen Nicht­igen machen, erkläre ich, daß man aus ihm dann aud) einen Juden machen kann. Der frühere so­zialdemokratische Reichstagsabgeordnete Eduard Bernstein hat im Jahre 1930 in derCV.-Zeitung" geschrieben:Wenn ich auch in den 70er Jahren ftiu und unbemerkt der jüdischen Gemeinschaft den Rucken gekehrt habe, so bin ich doch immer ein 3ube geblieben.". Millionen Deutscher sinb sich heute noch nicht über bie Bebeutung ber Rassen­unterschiebe im klaren. Auch ist es heute noch so, bah vielfach eine kirchliche Eheschließung zwischen einem katholischen Volksgenossen unb einer evange- lifdjen Dolksgenossin ober umgekehrt abgelehnt roirb mit ber Begründung, daß dies eine Misch­ehe ergeben würde. Kommt aber beispielsweise ein Neger oder ein Jude mit katholischem Taufschein, so wird er anstandslos mit einer deutschen Frau getraut Der Priester sagt:Der Taufschein muß

Paris, 16. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Die heute Vormittag beginnende D r e i m ä ch t e - K o n f e - renz steht im Vordergrund des Interesses der Pa­riser Presse. Obgleich über die zahlreichen Unter­redungen des Ministerpräsidenten Laval am Don­nerstag nur sehr wenig an die Öffentlichkeit ge­drungen ist, nehmen die Blätter in langen Aufsätzen zur Lage Stellung, wobei sie zwischen einer vor- sichtigen Zurückhaltung und einem mäßigen Opti­mismus wechseln.

3n gut unterrichteten Kreisen erklärt man, daß Baron Mloifi dem französischen Minister­präsidenten den italienischen Standpunkt klar- gelegt habe, ohne aber die italienischen Forde­rungen schon im einzelnen aufzuführen. Der ita­lienische Vertreter habe darauf hingewiesen, daß Italienentschlossen sei, zudenwaf- fen zu greifen, falls es durch eine fried- liche Lösung nicht die Zugeständnisse erhalte, die sein Ausdehnungsbedüfnis und die Sicherheit feiner afrikanischen Besitzungen erfordere, hierunter verstehe man italienischerseits einen allgemeinen politischen Einfluß in Abessinien, wobei die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs und Englands gewahrt bleiben sollen.

Die Pariser Presse nimmt an, daß es sich bei den italienischen Forderungen um Höch st fordern n- jen handele, die im Laufe der kommenden Ver- Ijanblungen niebriger gebrückt werben könnten. Man glaubt nicht, daß Italien eine ganz unnachgiebige Haltung einnehmen werde. Der Jour" schließt aus einem Besuch des B a - rons Aloisi bei Eden, daß Italien eine Verständigung mit England wünsche. Er habe aber dem französischen Außenminister mit­geteilt, daß seine Regierung ein Kollektiv- manbat über Abessinien ablehne, weil bies praktisch auf eine englische Dormacht- Stellung hinauskommen würbe.Echo be Paris" berichte, am Quai d'Orsay sei man damit beschäftigt, einen Plan auszuarbeiten, der den ; oldenen Mittelweg zwischen den italieni- chen Forderungen und den englischen Vorschlägen erstellen solle. Italien habe durch seinebruta­len Methoden" die Lage verwickelt. So groß auch der französische Wunsch sei, die italienischen Pläne zu begünstigen, so könne man den italienischen Standpunkt doch nicht anerkennen. Die ganze ranzösische Politik sei eng mit dem Völker­bund verbunden, auf den Frankreich sein System der kollektiven Sicherheit und ber europäischen Sta­bilität aufgebaut fjabe, es sei wirklich nicht die Aufgabe eines befreundeten Landes wie Italien, durch seine unnachgiebige Haltung das eine und das andere in Gefahr zu bringen.

Laval hatte auch eine Unterredung mit dem abeffinifchen Gesandten in Pa­ris. Man glaubt zu wissen, der Gesandte habe noch einmal im Auftrage feiner Regierung er­klärt, daß Abessinien jedes Mandat ab­lehne und seine vollständige Freiheit zu be­halten wünsche. Man hält es aber trotzdem nicht für ausgeschlossen, daß der abessinische Kaiser,

London, 16. August. (DNB. Funkspr.) In englischen Kreisen verlautete, daß die Pariser Vor­besprechungen wenig oder gar keine Aen - derung der Lage gebracht hätten; doch sei kaum etwas anderes zu erwarten gewesen, da die eigentlichen Verhandlungen erst heute begännen. Fortschritte würden aber auch jetzt nicht erwartet, bevor bie Forberungen Italiens unb Abessiniens im einzelnen bekannt seien. Baron Aloisi scheine sich gestern barauf beschränkt zu haben, die Beschwerden Italiens gegen Abessinien sowie I t a- liens allgemeine Ansprüche auf ko­loniale Ausdehnung zu erklären. Die ge­sonderten Unterredungen, die Laval und Eden m i t dem abessinischen Vertreter gehabt hätten, hätten den Eindruck gemacht, daß die abes­sinische Regierung im Falle der Gewährung der notwendigen Garantien zu Zugeständnissen bereit sein würde, die möglicherweise noch über die vom abessinischen Kaiser bezeichneten hinaus­gehen würden. Die britischen Delegierten hätten noch keinen festen Plan vorzulegen. Man glaube aber, sie würden grundsätzlich anerkennen, daß mehr als reine wirtschaftliche Zuge- ständnisse notwendig seien und daß Frank­reich und Großbritannien zustimmen würden, wenn die Unabhängigkeit Abessiniens im wesentlichen aufrechterhalten bleibe. Die wesentliche Grundlage der britischen und, wie man jetzt hoffen dürfe, der französischen Haltung bei den Verhandlungen sei, daß eine it a l i e n i s ch e Eroberung Abessiniens durch Waffen­gewalt, die die willkürliche Nichtachtung mehre­rer Verträge und einen rücksichtslosen Angriff eines Völkerbundsmitgliedes auf ein anderes einschließen würde, unter keinen Umständen gebil­ligt werden könne. Falls sie doch versucht werde, müsse das in der Dölkerbundsverfassung vorgesehene Verfahren in Bewegung gesetzt werden.

DerS t a r" bringt die sensationelle Behaup­tung, Eden sei ermächtigt worden, Baron Aloisi zu erklären, daß die italienischen Truppen im Falle eines Einmarsches in Abessinien vor den Gren­zen der britischen Konzessionen am Tana-See Halt machen müßten. Diese Kon­zessionen habe Italien im voraus vertraglich aner­kannt, kürzlich habe sich die abessinische Regierung zum Abschluß eines Abkommens bereit erklärt, das lediglich noch der formalen Unterzeichnung bedürfe. England sei nicht gewillt, den wirtschaftlichen Auf­stieg des Sudans und Aegyptens durch eine ita­lienische Kontrolle über bie Quellge­rn ä s s e r des Blauen Nils gefährden zu lassen.

gleich sein". Gott sagt:Wenn ich Gleiches wollte, hätte ich Gleiches geschaffen. Wenn ich ge- wollt hätte, daß sich weiße, schwarze und aelbe Menschen vermischen, dann hätte ich die verschie­denen Rassen nicht zu schaffen brauchen. Ich habe die verschiedenen Menschenrassen geschaffen, und ich habe gewollt, daß diese Grenzen nie überschrit­ten werden.Gott will nicht", so erklärte der Red­ner,daß Blut vermischt wird, das nicht zusammen­gehört!"

Wer als Parteigenosse glaubt, er diene dem großen Ziel unserer Bewegung, wenn er den Juden Niederschlage oder seine Fenster zertrümmere, war nie Nationalsozialist und wird es nie werden. Ich glaube auch nicht, daß die Nationalsozialisten die Schandtaten verübt hah-n, die man hier und dort beobachten konnte. Das waren nicht Notlonalsozia- listen, das waren Provokateure! Bei der Schändung katholischer Kirchen und jüdischer Syna­gogen hat man das gerichtsamtlich festgestellt. Volks­genossen, meldet jeden, der sich disziplinlos verhält. Wer glaubt, mit solchen Äußerlichkeiten der Lösung dieser Fragen näher zu kommen, der ist zu dumm, um den Ernst des Augenblicks erfassen zu können.

Die Geschichte zeigt, daß jedes Volk, das den Juden als Gleichberechtigten bei sich aufnimmt, früher ober später an bem jübischen Gifte zwangs­

läufig zugrunbegeht. Der Pergamon-Altar wurde vor Jahrtausenden von eingewanderten nor­dischen Menschen geschaffen. Warum steht er nicht mehr in jenem Lande? Der Bolschewismus jener Tage ging über dieses Land hinweg. Bolsche­wismus ist raoitale Judenherrschaft! Daß es in Deutschland auch so gekommen wäre, wenn Adolf Hitler das Volk nicht vom Abgrund zurück­gerissen hätte, vermag nur ein Lump zu leugnen. Im letzten Augenblick sandte uns der Himmel aus dem Volke unseren Führer Adolf Hitler. Er mußte kommen, um dem deutschen Volke, nein, der ganzen Welt, zu beweisen, daß, wer am Grabe noch seine Hoffnung aufbaut, nicht verloren ist. Durch den Kampf des Nationalsozialismus gegen das Juden­tum wird das deutsche Volk erlöst werden von einer Rasse, die ewig den Mord von Golgatha an der Stirne trägt. Die anderen Völker werden uns ein­mal für diesen Kampf dankbar sein.

Der Frankenführer schloß seine oft von Beifall unterbrochene Rede mit einem begeistert aufgenom­menen dreifachen Sieg-Heil auf den Führer des deutschen Volkes, Adolf Hitler. Die Rede Streichers war in die Parallelversammlung in den Tennis­hallen übertragen worden. Hier erschien Streicher noch persönlich, um einige Worte ergänzend hinzu­zufügen.

Wir wollen nicht so sein und es auch einmal ruhig anerkennen, wenn ein Dölkerbundsausschuh etwas zu sagen wagt. Das hat soeben die Kom­mission für Mandatsfragen getan. Nach­dem in den Vorverhandlungen der Pariser Konfe­renz der Gedanke eines wirtschaft­lichen Mandates für Abessinien zur Er­örterung gestellt worden ist, gewinnt der Bericht des Mandatsausschusses ein besonderes Gegen­wartsinteresse. Daran darf kein Zweifel entstehen, daß wir heilfroh sind, wenn wir mit dem Streit um Abessinien auch nicht das geringste zu t u n haben. Das soll und wird so bleiben. Immer­hin: wenn überhaupt schon einmal die Frage nach der Neuverteilung des kolonialen Be­sitzes, wobei die bestehenden Mandate doch besonders berücksichtigt werden müßten, gestellt wird, so könnte grundsätzlich dazu gesagt werden, daß man dann Deutschland nicht unbe­achtet lassen dürfte, es vielmehr um seine Stel­lungnahme bitten müßte, auch wenn wir inzwischen aus dem Völkerbünde ausgeschieden find. Die Man­datskommission mußte sich ja auch mit Japan be­schäftigen, bas seine pazifischen Manbate nicht durü({gegeben hat unb weiterhin mit den Bundesmitglieoern in den Mandatsgebieten gleiche Behandlung fordert. In diesem Zusammen­hang hat allerdings die Mandatskommission eine Stellung eingenommen, die den ausgetretenen ober ferngebliebenen Mächten nicht günstig ist. Aus einer Anfrage an Englanb ergibt sich, daß der Genfer Kommission in dem einen oder andern Mandats­