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Oberheffen
Landkreis (Sieben.
beigerufene Arzt nur noch den Tod des bedauernswerten Mannes feststellen konnte.
Oer Silberschatz im Versteck unter der Haustreppe.
timmung über die Teilung des verwahrten Geld- chatzes trifft. Der plötzliche Tod des überaus vor- ichtigen und ängstlichen Erblassers verhinderte ihn, das Versteck des Schatzes seinen Nachkommen mitzuteilen, so daß das Geld bis zu der jetzigen rein zufälligen Entdeckung unbemerkt blieb.
Der Reingewinn wurde ganz der Betriebsrücklage überwiesen. An die Sparer wurden für Einlagen 1440,35 Mark Zinsen ausbezahlt, an Schuldenzinsen gingen durch Waren- und Darlehenszinsen 1306,69 Mark, durch Wertpapiere und den Bankverkehr 315 Mark ein. Von der bäuerlichen Hauptgenossen- schaft wurden im Geschäftsjahr rund 80 Zentner Düngemittel, 470 Zentner Futtermittel und 105 Zentner Saatgut bezogen. Der Verein stiftete für das Winterhilfswerk 30 Mark in bar. Der Aufsichts- ratsvorsitzende, Lokomotivführer Karl 5) o ck, stellte die verlesene Bilanz zur Aussprache. Die Bilanz wurde von der Generalversammlung einstimmig genehmigt und dem Vorstand und Rechner Entlastung erteilt. Um Einsparungen in der Geschäftsführung vornehmen zu können, wird in Zukunft der Einkauf nur noch durch den ersten Vorsitzenden vorgenommen. Die neuen Dereinssatzungen wurden einstimmig angenommen. Zn den Aufsichtsrat wurden neu gewählt die Mitglieder Ludwig Weller I. und Anton Weller. Mit dem Sieg-Heil auf den
* Büdingen, 15. April. Bei U mb a u arb ei- t e n in einem Hause in dem Kreisorte Blofeld, das dem im Jahre 1931 plötzlich verstorbenen Landwirt Oppermann gehörte, wurde von den Bauhandwerkern in einer aus Zement gemauerten Nische unter der Haustreppe der ansehnliche Betrag von 9 2 2 Mark i n S i l b e r m ü n - z e n aufgefunden. In einer Blechbüchse war daneben ein Verzeichnis über die Stückzahl und die Geldsorten des Betrages enthalten, ferner ein vom März 1921 datierter Zettel, auf dem der Erblasser Be-
Kle in-Linden, 15. April. Der hiesige Spar- und Darlehenskassenverein Raiffeisen hielt am Samstagabend in der Gastwirtschaft „Zur deutschen Eiche" seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der Direktor, Lokomotivführer Karl Lotz, gab einen Rückblick über das abgelaufene Rechnungsjahr. Den Geschäftsbericht für das verflossene Jahr erstattete der Genossenschaftsrechner, Kaufmann Wilhelm Fourier. Die Zahl der Mitglieder betrug 165 mit einer Haftsumme von 84 500 Mk. Die Höhe der Spareinlagen bezifferte sich auf 38 076,51 Mark, gegenüber 36 040,97 Mark im vorigen Jahre, so daß hier ein Mehr von 2035,54 Mark festzustellen ist. Die Zahl der Sparer betrug 100. Die Einlagen wurden mit 4 v. H. verzinst. An Darlehen, fast alle kurzfristig, waren verausgabt 20 345,01 Mark. Der Zinsfuß für Darlehen mit Hypothekeneintrag betrug 5,5 v. H., für solche gegen Schuldschein mit Bürgschaft 6 v. H. Der Umsatz belief sich auf 40 440 Mk. An Warenschulden der Mitglieder stehen 1377,28 Mark aus. Dividende wurden 3 o. H. ausgeschlagen.
Führer und Reichskanzler wurde die Generalversammlung geschlossen.
(X) Klein-Linden, 15. März. Unter star- ter Beteiligung der Gemeindeglieder wurde am gestrigen Sonntag durch den Ortsgeistlichen, P arrer Bremmer, die Einsegnung von 39 Konfirmanden, 21 Knaben und 18 Mädchen, vorgenommen. Die Feier wurde durch Chorvorträge der Konfirmanden verschönt. Für den Gustav-Adolf-Verein wurden durch die Konfirmanden in der vergangenen Woche rund 70 Mark gesammelt und an die Sammelstelle weitergeleitet.
* Großen-Lind en, 15. April. Die Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeitsfront übermittelte heute dem Friseurgesellen Ludwig Weber bei der hiesigen Firma Ludwig Krauskopf die besten Grüße und Glückwünsche zu seinem zehnjährigen Arbeitsjubiläum. In einem kurzen Betriebsappell dankte der Betriebsführer Herrn Weber für feine zehnjährige treue Pflichterfüllung und überreichte ihm ein wertvolles Geschenk.
wg. Großen-Buseck, 15. April. Der inmitten unseres Dorfes gelegene Anger wird zur Zeit einer Umgestaltung unterzogen. Die Linden wurden zurückgeschnitten, Der Boden umgepflügt, und der Platz mit Steinen gefaßt. Der Boden wird neu mit Gras angesät. Die Verschönerung des Angers bedeutet die Erfüllung eines Wunsches zahlreicher Volksgenossen.
4 Beuern, 15. April. In der hiesigen Hühner- farm von Henn war in der vergangenen Nacht Feuer ausgebrochen. Vorübergehende hatten den Feuerschein bemerkt und weckten den Besitzer. Das Feuer wurde sofort bekämpft, ein Teil des Kückenhauses war aber den Flammen bereits zum Opfer gefallen. 200 Kücken erstickten im Rauch. Der entstandene Schaden ist nicht unerheblich. — Bei der gestrigen Straßen - und Haussammlung für die Innere Mission wurden annähernd 100 Mark aufgebracht. Ein schönes Zeichen der Opferbereitschaft!
$ Ettingshausen, 15. April. Der hiesige Obstbauverein hielt eine Versammlung ab, in der Lehrer Simon zunächst über die Kreisverbandsversammlung referierte. Anschließend beschäftigte er sich mit der Frage der Baumpflege und der Schädlingsbekämpfung. Es wurde angeregt, daß alle alten und überständigen Bäume, wie auch alle dürren Aefte entfernt werden sollten. Lehrer Simon sprach ferner über Obstsorten sowie über die Schaffung von besseren Aufbewahrungsplätzen für das Obst. Erfreulich wäre es, wenn sich auch die Bürgermeister und die Gemeinderäte für die Pflege des Obstbaues einsetzen würden. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen.
Weickartshain, 15. April. Bei der Eiersammluna für das Winterhilfswerk wurden in unserem Orte etwa 370 Stück gespendet.. — Am Samstag veranstaltete die NS.-Filmstelle im sehr gut besetzten Hockschen Saale eine Filmvorführung. Es wurden gezeigt: Altmodische Bilderrahmen und ihre Herstellung, die Wochenschau und der Hauptfilm „Wilhelm Tell". Filmwart Schröder schloß die Veranstaltung mit dreifachem „Sieg- Heil!" auf unseren Führer.
Ein schöner Konfirmationsbrauch.
£ Harbach, 15. April. Gestern wurden unsere diesjährigen Schulentlassenen konfirmiert. Obwohl wir eine eigene geräumige Kirche besitzen, findet die Konfirmation niemals am Orte statt, sondern sie erfolgt, altem Brauche gemäß, auf dem W i r b e r g. Auf steiler Bergeshöhe erhebt sich hier ein Gotteshaus, das weithin sichtbar ist. Es stellt den Mittelpunkt eines aus fünf Ort- fchaften bestehenden Kirchspiels dar. Zu diesem gehören außer Harbach folgende Dörfer: Saasen mit Bollnbach, Göbelnrod, Beltershain und Reinhards- hain. Mit Ausnahme von Saasen findet für sämtliche Orte die alljährliche Konfirmation auf dem Wirberg statt. An diesem Brauch hängen die genannten Dörfer mit alter, kirchlicher Treue.
Es ist ein Feiertag eigener Art für die gesamte Bevölkerung der Gegend. Kein Pate und keine Patin bleibt zu Hause. Ob Regen oder Schnee fällt, ob es kalt oder warm ist, niemand bleibt zurück. Selbst altersschwache Leute lassen sich den Gang nicht nehmen, und wenn er ihnen noch so sauer fällt. Um 8 Uhr wird aufgebrochen. VA Stunden benötigen die Harbacher Kirchgänger für ihren Weg. Vereinzelt und in Gruppen sieht man sie weithin auf der Straße und den Feldwegen. Manches Mütterchen und mancher graubärtige Bauersmann erzählt unterwegs den Enkelkindern von seiner Konfirmation auf dem Wirberg. Ringsum liegen Felder und Wälder im Sonntagsfrieden. Nachdem der bewaldete Höhenrücken zwischen Saasen und Göbelnrod überschritten ist, gelangt man in den Göbelnröder Grund. Nun sieht man auch schon vereinzelte Kirchgänger von Göbelnrod. Mühsam geht es aufwärts. Herrlich ist der Blick in das Tal und auf die bewaldeten Höhen. Von fern grüßen die Ruinen des Wetterauer Tintenfasses. Am Horizont erheben sich die Gipfel des Feldbergs und Altkönigs. Inzwischen sind auch die ersten Kirchgänger von Beltershain und Reinhardshain eingetroffen. Nach einem letzten Blick auf die wunderschöne Landschaft geht es in die Kirche, die schon lange vor Beginn des Gottesdienstes überfüllt ist.
Nach Beendigung der Feier, die etwa 3 Stunden in Anspruch nimmt, wandern die Kirchgänger rüstig nach Hause. Unterwegs wird ein mitgebrachtes Frühstück verzehrt. Unter munterem Geplauder ist man bald im heimatlichen Dörfchen angelangt. Inzwischen — es ist jetzt 14 Uhr — sind die auswärtigen Gäste eingetroffen. Hier und da werden Hände geschüttelt und heitere Begrüßungsworte gewechselt. Das ganze Dorf ist lebendig. Ueberall sieht man frohe Gesichter. Die richtige Stimmung zum Konfirmationsschmaus ist vorhanden.
Um auch dem Dorfbild für diesen weihevollen Tag ein festliches Gepräge zu verleihen, haben die Konfirmanden und Konfirmandinnen schon wochenlang vorher Vorbereitungen getroffen. Es galt, die vom vorjährigen Osterfest angesammelten leeren Ostereier auf Fäden zu reihen, Girlanden und Kränze zu flechten und Papierblumen anzufertigen. Am Samstag vor der Konfirmation wird das Dorf geschmückt. An den Dorfeingang kommen zwei mäch-
tiae Tannen. Zwischen ihnen hängt eine hübsche Girlande aus Tannengrün. Auf dem Kreuz, dem Mittelpunkt des Dorfes, stehen zwei weitere Tannen. Einen prachtvollen Anblick gewährt eine lange Eiergirlande, die sich von Stamm zu Stamm hoch über die Straße zieht. Besondere Sorgfalt verwenden die eifrigen Kinder auf das Schmücken des Eingangs zur Lehrerwohnung, um damit dem Lehrer ihre Anerkennung und TreUe zu beweisen. In bestimmtem Abstand voneinander stehen zwei übermannshohe Tannen. Sie sind mit bunten Papierstreifen geschmückt. Zwischen ihnen hängt eine farbenprächtige Eiergirlande und an dieser ein ebensolcher Kranz. Das Gotteshaus aber ist mit frischen Kränzen auf das schönste ausgeschmückt. All diese Vorbereitungen erfordern viel Zeit und Mühe, werden aber von den Konfirmanden — es sind in diesem Jahre in Harbach drei Mädchen und fünf Knaben — mit großer Lust und Liebe ausgeführt.
Einerooiähngelleberlieferungbeendet
cv) Langsdorf, 15. April. In unserer Kirche fand gestern die diesjährige Konfirmation statt. Es waren 12 Knaben und 4 Mädchen. Zum erstenmal wurden die Kinder am Palmsonntag eingesegnet.
Damit hat eine 200jährige Ueberlieferung ihr Ende gefunden. Von 1734 bis 1934 war am Palmsonntag in den althessischen Gebieten Buß- und Bettag. Im Volksmund hieß er der „Kräppel- sonntag". Warum gerade zum Bußtag Krüppel gebacken wurden, ist nicht recht ersichtlich; eine Fastenspeise kann man dieses beliebte Gebäck nicht gerade nennen.
Der Konfirmationstermin hat sich schon manchen Wechsel gefallen lassen müssen. Im 18. Jahrhundert wurde meist an Ostern konfirmiert. Auch zweimalige Konfirmationen in einem Jahre — auf Ostern und um Michaelis — waren nicht selten. Im 19. Jahrhundert setzte sich in Hessen das Pfingstfest als Konfirmationstermin allgemein durch. Um die Jahrhundertwende zwangen Rücksichten auf das wirtschaftliche Leben zu einer Verlegung in die Nähe des Osterfestes. Vielfach wurde der altchristliche Tauftag, der „Weiße Sonntag", als sehr sinnentsprechend gewählt.
Durch die Verlegung des Bußtages an das Ende des Kirchenjahres haben die Gemeinden nunmehr die Möglichkeit, die Konfirmation auf den,Kräppel- sonntag^ festzulegen.
3m Steinbruch tödlich verunglückt.
■ Reiskirchen, 15. April. Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich heute Mittag in einem hiesigen Steinbruch. Der Betriebangehörige Otto Keßler aus Beuern war damit beschäftigt, einen Rollkern, der an einem Drahtseil an der Winde befestigt war, auf der Schrägbahn in den Bruch zu lassen. Dabei riß das Drahtseil an einer zusammengesetzten Stelle. Der Wagen raste die Bahn hinunter, das daran hängende Seil schlang sich Ketzler um den Hals und brachte ihm derart schwere Wunden bei, daß der inzwischen her-
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