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Frühjahrserscheinungen des Verlags Engelhorn.

I. Engelhorns Nachf. Verlag, Stuttgart, kündigt folgende Neuerscheinungen für das Frühjahr 1935 an: Joseph Conrad: Taifun. Ungekürzte Volks­ausgabe. Ralph Waldo Trine: Alle Tage u _ l _ aut Artlm __ iVharrn

stellen, an denen sie sich für kommende größere Auf­gaben, die im öffentlichen und politischen Leben an sie herantreten, erproben kann. Nur eine solche Jugend wird vollenden können, was wir in schwerem Kampf begonnen haben. Es ist des­halb ein wunderbarer Gedanke der Reichsjugendfüh­rung und der Deutschen Arbeitsfront gewesen, in einem Leistungswettbewerb die Besten und Tüchtig­sten aus der arbeitenden deutschen Jugend heraus­zusuchen und sie der gesamten Jugend als Beispiel vor Augen zu stellen. Damit erfüllt man ein emi­nent nationalsozialistisches Prinzip, denn hier ent­scheidet nur die Leistung.

Der Minister würdigte dann die Durchführung des vorjährigen Reichsberufswettkampfes, in dessen Verlauf sich eine Million junger Arbei­te r an 2000 Orten unter glänzenden Ergebnissen im Wettstreit betätigten und der auch den an sich negativen Erfolg zeitigte, daß 110 Betriebsführern die Berechtigung entzogen wurde, weiterhin Lehr­linge auszubilden.

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auf die Seite der Jugend, auch wenn sie irrt.

Die Menschen, die den neuen Staat erobert haben, waren entweder junge Menschen oder sie haben sich immerdar als zur Ju­gend gehörig empfunden. Deshalb haben sie die Jugend auch hinter sich gebracht, und der Staat, den die deutsche Jugend erobert hat, ist unser Staat! Wir haben in ihm denjeni­gen Geist der Kameradschaft hineinge­tragen. der immer bei der Jugend gewesen ist. In keinem Lande gibt es so junge Führer und Minister, wie wir sie heute in Deutschland ha­ben. (Stürmische Zustimmung.) heute trägt jeder junge Mann die Lhance zum höchsten Staatsbeamten in sich. Denn unser Staat beruht auf dem Fundament der Tüchtigkeit und der Leistung. Ist es nicht eine wunderbare Beruhigung für den Sohn des Volkes zu wissen, daß die Män­ner, die heute den Staat regieren, aus kleinsten Verhältnissen hervorgegangen sind und deshalb auch ein Verständnis für die Verhältnisse in den breiten Massen des Volkes haben und behalten werden!

Mehr noch als in der Vergangenheit ruht ein Staat in der Zukunft. Deshalb gilt es, die junge Generation zu einer wirklichen Staats­jugend zu erziehen und ihr Aufgaben zu

Der Reichsberufswettkampf 1935, so fuhr Dr. Goebbels fort, wird an 3 0 0 0 Orten in 50 000 Wettkampf st ätten für .2 50 B e - rufsgruppen durchgeführt. Die Ausfchei- dungskämpfe finden vom 18. bis zum 25. März statt. Die Endausscheidung, so rief der Minister unter stürmischem Beifall aus, wird i m Saargebiet stattfinden, dem wir damit zeigen werden, daß die Hitlerjugend national« fozialistifch ist. Im übrigen wird nicht nur die berufliche, sondern auch die körperliche, die geistige und die weltanschauliche Eignung mit in Betracht gezogen. Es wird also nicht nur der beste deutsche Jungarbeiter, sondern auch der beste junge deutsche Volksgenosse und Bürger gesucht. Wir suchen die ideale Verkör­perung nationalsozialistischer Leistung, national­sozialistischen Charakters und nationalsozialistischer Weltanschauung. Die hundert besten deutschen Jung­arbeiter werden am 1. M a i die Ehre und die Freude haben, aus der Hand des Führers die Glückwünsche der ganzen Nation in Empfang zu nehmen.

Wir wollen der deutschen Jugend für ihren Berufswettkampf den Mut geben, daß sie weiter durch st e h t, und die Gewißheit, daß sie niemals verlassen ist. Wir wollen ihr beweisen, daß sie in unserem Staate zu Hause ist. Unsere Politik ist erfüllt mit Kühnheit und Wagemut, sie ist eine junge Politik. Wir haben die Tugenden der Jugend uns zu eigen gemacht und sie über­tragen auf das politische Gebiet. Deshalb ist es die Pflicht des ganzen Volkes, in dieser großen sozialistischen Aufgabe neben der Jugend zu stehen und zu wissen, daß die Jugend immer recht hat, auch wenn sie etwas falsch macht, denn es wird am Ende des­halb doch zum Guten ausschlagen. weil sie es lut aus jugendlichem Ide­alismus. So gebe ich der Jugend für ihren kommenden Wettkampf die Parole des Führers mit: Die Aufgabe ist gestellt deutsche Jugend fange an!

ruhen, sondern nun gilt es, mit neuen Kräf­ten und mit ungeheurer Anspannung in d i e neue Arbeit hineinzugehen. Ich weiß, daß ihr alle eure Pflicht tun werdet, und so eröffne ich den zweiten Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend mit jener Parole, die ich euch in den Jahren des Kampfes einst gegeben habe und der ihr immer gefolgt seid: Durch Sozia­lismus zur Nation!

Or. Ley,

der Leiter der Deutschen Arbeitfront

^Bwterieit Hpnatmen Wei andern, oas Fieber.

Durch Sozialismus zur Nation."

Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet mit Dr. Ley und Baldur von Schirach den zweiten Reichsberufswettkampf der deutschen Lugend.

Berlin, 15. Febr. (DNB.) Der zweite Reichs­berufswettkampf der deutschen Jugend wurde Frei­tag abend mit einer gewaltigen Kundgebung im überfüllten Berliner Sportpalast eröffnet. Vor dem Sportpalast hatten Abordnungen der Berliner HI. und des Jungvolkes mit brennenden Fackeln Spalieraufstellung genommen. Die Seiten­hallen sowie alle Ränge und Balustraden des Sportpalastes waren bis auf den letzten Platz be= etzt. Gegen 20.30 Uhr betraten unter den Klängen des Badenweiler Marsches Dr. Goebbels, Dr. Ley und Baldur von Schirach den Sport­palast, umbrandet von dem Jubel der 20 000 Jun­gen und Mädel. In ihrer Begleitung sah man den Leiter des Reichsberufswettkampfes Obergebiets- ührer Axmann, den Stabsführer der Reichs- ugendführung Lauterbacher und den Jugend­leiter der Deutschen Arbeitsfront Gebietsführer Langer. Das chorische SpielRuf der Ar­beit" leitete die Kundgebung ein. Mit erhobener Rechten grüßten dann die 20 000 hie Fahnen der Berliner Jugend bei ihrem Einmarsch, Voran die BlutfahneHerbert Norkus".

Reichsjugenbführer Baldur v. Schirach begrüßte bar auf Dr. Goebbels und Dr. Ley. Ihr, meine Kameraden, so rief der Reichsjugendführer

dann aus, habt das stolze Werk des vergangenen Reichsberufswettkampfes zu einem gro­ßen Ende geführt. Ihr habt etwas Gewaltiges und Unvergängliches geschaffen. Aber es heißt nun,

sprach über das Erlebnis der alten nationalsoziali­stischen Kämpfer, schilderte mit leidenschaftlichen Worten ihren Wea aus den Schützengräben des Weltkrieges zu Adolf Hitlers Sturmabteilunaen und erinnerte an den 14 Jahre langen Kampf Der nationalsozialistischen Bewegung, den er eines der gewaltigsten Heldenepen der deutschen Geschichte nannte.Eins hat während der langen Jahre des Kampfes für Deutschland und Adolf Hitler immer wieder die Herzen emporgeriffen und zu neuem Mut entfacht: Der Glaube an das ewige Deutfcyland. So wollen wir nun auch durch diesen Reichsberufswettkampf dem Führer den Dank für (ein Wirken abftatten und der Welt beweisen, daß ein neues Deutschland ent­standen ist, daß aus dem Deutschland des Klassen­hasses und des Klassenkampfes, der Zerfleischung und der Uneinigkeit ein Deutschland der Gemem- ____ - ... schäft, der Einheit und des unerschütterlichen Willens nicht aufU ben Lorbeeren bieses Kampfes" auszu-1 geworben ist."

Admiral von Trotha Ehrenführer der Marine-Hitlerjugend.

Der Reichsjugenbführer Balbur von Schi rach wirb bem Führer bes Reichsbunbes beutscher See­geltung, Staatsrat Abmiral von Trotha, me Eh r-enführer schäft b e r Mar ine - h 11- ler-Jugenb übertragen. Die Feier, Die am 19. b. M. im Sitzungssaal ber Reichsjugenbfuhrung ftattfinbet, erhält ihre befonbere Bedeutung durch die Anwesenheit hoher Vertreter ber Reichsmarine, der Polizei unb ber ©lieberungen ber Bewegung. Ihre Teilnahme haben zugesagt: ber Chef ber Reichsmarineleitung, Abmiral Raeber, ber Ches des Stabes ber Marineleitung, Kapitän z. S. D e n s ch , Abmiral Heusinger von W al -

Abmiral von Levetzow, ber Führer ber SA- Gruppe Berlin-Branbenburg, Obergruppenführer von Jagow, ber Führer bes Felbjägerkorps, Oberführer Fritsch, sowie hohe Vertreter ber Partei unb bes Arbeitsbienstes. Mit bem Reichs­jugenbführer wirb Abmiral von Trotha bas Spalier einer Ehrenformation ber Marine-HI., bie vor ber Reichsjugenbführung angetreten ist, ab- chreiten. Im Sitzungssaal ber Reichsjugenbfuhrung, )er mit ben Fahnen ber HI. unb ber alten Kriegs­lage bes Reiches geschmückt ist, überreicht bann ber Reichsjugenbführer nach einer Ansprache Ab­miral von Trotha bie Urfunbe ber Ehrenführer- choft ber Marine-Hitler-Jugenb. Anschließenb spricht Abmiral von Trotha.

Kunst und Wissenschaft.

Große Ehrung eines Marburger Professors durch die Studenten.

Dieser Tage brachte bie Marburger Studen- tenschaft bem verbienten unb hochgeschätzten Pro- essor ber Rechte, Dr. Erich Jung, bei seinem Ausscheiben aus bem Amte einen Fackelzug bar. Vor ber Universität hatten Stubenten, Dozenten unb Bürger sich zusammengefunden umPapa Jung" eine Ehrung zu bereiten. Der Rektor, Prof. Dr Baur, bankte ben Stubenten für bie Feier- ftunbe unb beglückwünschte im Namen ber Univer­sität Professor Jung. Die rege Anteilnahme ber Stubenten an biefer Feier zeige bie Verehrung unb Liebe ber jungen Generation zu ihrem alten Pro­fessor. Diese Einschätzung habe er erreicht durch seinen starken Kampf für bie Universität unb bie Bewegung. Der Führer ber Marburger Studenten- schaft. stud. jur. Gerharb Todenhofer, über­brachte ben Dank ber Stubentenschaft an Professor Jung für seine Arbeit als Wissenschaftler unb als aufrechter Deutscher. Er versicherte ihm, baß hinter biesem Typ bes Professors bie gesamte Stubenten­schaft stehe unb bereit fei, mit ihm zu gehen; bie Marburger Stubenten neigten sich in Ehrfurcht vor ihrem Papa Jung unb wünschten ihm noch lange Jahre frohen Schaffens für bas neue von ihm mit­erkämpfte Deutschlanb. Professor Jung bankte für bie große Ehrung. Ihm sei es eine große Freude, baß bie Jugenb zu ihm, bem Alten, komme; bas sei ihm Beweis, baß er ben Weg zum Herzen ber Ju­genb gefunben habe. Er schloß feine Ausführungen mit einem breifachen Sieg-Heil auf Volk unb Führer. Professor Jung, am 1. Juli 1866 m Mainz geboren, begann seine akabemische Laufbahn 1897 als Privatdozent in Gießen unb würbe hier 1901 zum ao. Professor ernannt; er lehrte später I in Greifswalb und Straßburg, seit 1918 in Mar- i bürg. Professor Jung ist Alter Herr ber Gießener > stubentischen GesellschaftKloster".

erläuterte Programm unb Sinngebung bieses Wett­kampfes. In ben hinter uns üegenben Jahren bes Kampfes um bie Macht hat sich gerabe bie Ju­genb am opferbereite ft en unb am l ei - benfchaftlichften hinter bie Fahne bes Natio­nalsozialismus gestellt unb auch nach ber Machter­greifung hat sie als geeinte Jugenb so gehanbelt. Der deutschen Oeffentlichkeit gibt unsere Jugenb da- mit ein wunberbares Vordilb. Was ver­mag bemgegenüber ber ewige Meckerer unb Kriti­kaster! Ist es nicht ein wunberbares Zeichen sich neubilbenber Kamerabschaft, baß. gerabe bie Jugenb bie Parole bes Sozialismus auf ihre Fahnen geschrieben hat unb sich in ber beruflichen ß e i ft u n g vor ber Nation präsentieren will?, baß gerabe sie in einem Tüch­tigkeitskampf untereinanber sich messen will, um zu beweisen, baß sie beanspruchen kann, ernst unb ge­recht unb mürbig bewertet au werben? Wer wollte es ber Jugenb Derbenfen, baß sie kein Vertrauen zu Menschen hat, bie in ber Jugenb an sich schon einen Fehler sehen! (stürmischer Beifall), bie ber Jugenb immer nur mit aufreizenber Besserwisserei kommen unb meinen, baß man alt sein muß, um van ben Dingen etwas zu verstehen! Alt werben unb weise werben ist nämlich zweierlei! Weise wer­den immer nur wenige, aber alt werden wir alle! Wir sagen nicht, daß die Jugend recht hat, weil sie Jugend ist. Aber mit Recht treten wir für den Existenzkampf der Jugend ein und stel­len uns bei der Auseinandersetzung zwischen jun­gem Wagemut und alter Entschlußlosigkeit immer

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Paris, 16. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Samstagmorgenpresse ist der Auffassung baß bte beutsche'Antwort zwar nicht als Verstanbigung ge­beutet werben könne, baß sie aber auch keiner spa­teren Verstänbigungsmöglichkeit bie Tur verschließe. Besonders unangenehm empfunben wirb ber deut­sche Hinweis auf bie ausgebliebene Ab­rüstung ber hochgerüsteten Mächte, em Beweis- grunb, ber sachlich nicht bestritten werben kann Im

.Petit P a r i s i e n" urteilt, die deutsche Ant­wort sei von einer kaum nochhöflichen" (!) Kühl- heit unb entspreche somit schlecht bem einlabenben Ton ber Aufforderung zur Teilnahme an Verhand­lungen. Die Antwort verwerfe die meisten englisch- franzöfischen Vorschläge nicht, sondern über gehe .sie mit Stillschweigen ober suche sie in All­gemeinheiten aufzulösen. DasJournal meint, die Nerven sehr vieler Franzosen wurden beim Lesen der deutschen Antwort sicher auf eine schwere Probe gestellt werden. Die Deutschen träten als fordernder Teil auf. Diebrutalste' (!) Anspielung sei diejenige, die die Verantwort­lichkeit für das 2öettrüften auf bte Sieger abwälzen wolle.

DasOeuvre" berichtet, Laval habe bie Presse darauf " hingewiesen, baß bie beutsche Antwort feine Möglichkeit ausschließe, bah sie aber auch nicht ben geringsten greifbaren Beweis des wirklichen Wunsches Deutschlanbs bringe am internationalen Leben mitzuarbeiten. Die beutsche Antwort taste absichtlich bie Gleichze111gk e 11 der ßonboner Bebingungen nicht an, obwohl bie Mehrzahl biefer Bebingungen im Wortlaut nicht berührt würben.Oeuvre" rechnet mit einer balbi- gen Einlabung Sir John Slrnons zu einem Besuch in Berlin, wobei sich Deutsch­lanb burch Bescheibenheit seiner Kriegsflottenforbe- rungen um bie Gunst Englands bemühen werbe^

Das Blatt bes französischen Generalstabs,E ch o de Paris" schreibt: Das einzia günstige, was man von ber beutschen Antwort sagen könne, sei, baß sie keiner Ablehnung gleichkomme. Im übrigen sei sie listig, zweideutig unb mit geisti­ge n D or behalten ausg e f u 11 t- Deutschland wage ben englisch-französischen Plan nicht unmittel­bar zu verwerfen, aber es werde ihm d ch g lingen, das System entweder zu verstümmeln oder bis zur Vollendung feinerJßorbemtuna Die Dinge auf bie lange Bank zu ch i eb e n. Laval gelinge es nicht, eine klare, bestimmte und st st e politische Linie zu finben. Er versuche immer wie-

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12 195. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb ©teinbrueferei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.

Kearton: Mein Hunb Simba. Stijn Streu- vels: Prütske. Die Geschichte einer Kinbheit. Carl H a e n s e l: Echo bes Herzens. Bericht unb Deutung.

Aus aller Welt.

Münchener Faschings-Gegenbesuch in Köln.

In ben stützen Morgenstunben bes Freitag herrschte auf bem Münchener Hauptbahn- h o f ein frohes Maskentreiben; es hanbelte sich bei bem ungewohnten Silbe um bie Abfahrt ber Mün­chener zum Faschings - Gegenbesuch in Köln. Insgesamt 679 Teilnehmer nahmen ihre Plätze im Sonberzug ein. Ein mitlaufenber eisgekühlter Gepäckwagen barg eine stattliche Anzahl von Kisten mit Bierflaschen als Labsal für bie Reisenben unb Maßkrüge, bie zum Geschenk für bie Kölner bestimmt sinb. Prinz Karneval, Paul I. von Theatralien, erschien mit Gemahlin unb Gefolge in prunkvoller Gewanbung, würbe mit einem flotten Marsch begrüßt unb zu seinem Wagen geleitet. An ber Fahrt nach Köln nahmen u. a. Staatsminister Esser mit seinem Abjutanten teil. Pünktlich rollte ber Zug unter ben Klängen bes SiebesMuß i benn..." aus ber Bahnhofshalle ins fröhliche Rheinlanb ab. Die Kölner Bürgerschaft bereitete ben Münchener Faschingsgästen auf bem Hauptbahnhof einen begeisterten Empfang. Kaum hatte Oberbürgermeister Dr. Riesen mit ben Gästen bie ersten herzlichen Hänbebrücke gewechselt, als sich ber Faschingszug in Bewegung setzte. Die Begrüßungsworte besMünchener Kindl" vor bem Mikrophon gingen in braufenbem Jubel völlig unter. Staatsminister Esser bankte herzlich für ben überroältigenben Empfang. Der Zug mit bem Ehren­geleit ber Aborbnungen aller Kölner Karnevals­gesellschaften zog bann, überall von Jubel begrüßt, zu ben Hotels, wo bie Münchener Gaste Aufenthalt nehmen. Am Abenb fanb im Gürjenich eine Begrü­ßungsfeier statt.

Riefenfeuer in einer oberägyptischen Stabt Sechs Tote.

In Beni-Saleh (Oberägypten) ist burch eine urn- gestürzte Petroleumlampe ein mächtiges Feuer entstauben, bas in ben leicht gebauten, aus Schilf­stroh und Nilschlamm errichteten Hütten reiche Nah­rung fand unb so schnell um sich griff, baß sechs Personen ums Leben kamen. Ferner fielen große Mengen von Vieh und Geflügel dem Feuer zum Opfer.

Drei Budapester Bankräuber zum Tobe verurteilt.

Im BudapesterGangster-Prozeß" wur­den die drei Hauptangeklagten wegen Mordes zum Tode durch den Strang verurteilt. Es han­delt sich hierbei um den nach amerikanischen Metho­den durchgeführten UeberfaU auf eine der großen Zweigstellen ber Budapester Kommerzialbank. Die drei Hauptangeklagten waren mit vorachaltenem Revolver in ben Kassenraum ber Bankfiliale ein- gebrungen unb hatten ben Kassierer auf der Stelle

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lebhaftes Feuergefecht, in dessen Verlauf zwei weitere Bankbeamte lebensgefährlich verletzt und eine unbeteiligte Person getötet wurden. Den Atten­tätern gelang es, zu entkommen, doch wurden sie bereits nach wenigen Tagen von der Polizei aus­findig gemacht und verhaftet.

Schon über 20 000 Besucher

auf ber Berliner Automobilausstellung.

Die größte Automobilausstellung der Welt, die vom Führer auf dem Messegelände in Berlin er­öffnet wurde, konnte bereits am ersten Tage einen großen Erfolg aufweisen. Außer den 4000 Ehren­gästen wurden am Donnerstagmittag, dem Zeit­punkt der allgemeinen Eröffnung für das Publi­kum, etwa 16 000 Besucher gezählt. Reichsaußen- minifter Freiherr von Neurath erschien eben­falls auf dem Ausstellungsgelände und betrach­tete bei einem Durchgang durch sämtliche Hallen eingehend die Ausstellung.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Ein neuer Vorstoß ro armer Subtropik-Luft brachte auch unserem Bezirk neuen kräftigen Tem­peraturanstieg und verbreitete Regenfälle, dabei ist auch im Gebirge wieder Tauwetter eingetreten. Bei England ist ein neuer Wirbel in Entwicklung, so daß die Zufuhr feucht-warmer subtropischer Luft­massen vorerst anhalten wird.

Aussichten für Sonntag: Bewölkt bis bedeckt, weitere zum Teil ergiebige Regenfälle, bei kräftigen südwestlichen Winden sehr mild.

Aussichten für Montag: Bei Luftzufuhr aus West Fortdauer der milden und zu Nieder­schlägen neigenden Witterung.

ob die englische oder französische Regierung bereit fei, Deutschland dieses Recht anders denn a l s Teil einer allgemeinen Regelung des Sicherheits- und Rüftungsproblerns zu gewähr-

mes " sagt, man könne sich vorstellen, daß die" deutsche Bereitwilligkeit zur Teilnahme an dem Luftpakt mindestens zum Teil auf den Gedanken zurückzuführen ist, daß Deutschland eine gleich st arte Luftflotte besitzen müsse, wenn es als gleichberechtigte Partei in dem Vertrag auf­treten solle. Mit Sicherheit könne gesagt werden, daß die deutschen Luftstreitkräfte um so größer be­funden werden würden, je mehr man die Verhand­lungen in die Länge zieht. Die bloße Tatsache, daß Deutschland zur Beteiligung an einem Luftabkom­men eingeladen worden sei, beweise die Ansicht anderer Länder, daß Flugzeuge zu der mili­tärischen Ausrüstung gehören, die durch die Gewährung der Gleichberechtigung erfaßt wird. Es scheine daher alle Ursache vorhanden zu sein, die deutsche Anregung das Luftabkommen bald ab­zuschließen, im guten Glauben zu behandeln. Das Abkommen würde selbstverständlich gleichzeitig mit dem allgemeinen Plan der Neuregelung in Kraft treten.

News Chronicle" meint, daß der deutsche Wunsch nach getrennten Verhandlungen wahrscheinlich un« günstige Wirkungen in Paris Hervor­rufen werde.Daily Herald" spricht sogar von einer sehr ernsten Lage, die die deutsche Antwort oder vielmehr die französische Reaktion auf die deutsche Stellungnahme geschaffen habe. Die fran­zösische Regierung habe ihre Meinung geändert und sei jetzt solange gegen den Abschluß eines ßuftpaftes, bis alle anderen Fragen geregelt seien. Man deute sogar an, daß Frankreich lieber den ganzen Londoner Plan fallen lassen ober zum mindesten auf unbestimmte Zeit aufschieben würde, um statt dessen sofort einenPakt ber gegenseitigen Unter- stützung" abzuschlietzen, der in Wirklichkeit ein Bündnis mit Rußland und ber Tsche­choslowakei sein würbe. Die französischen Be­hauptungen, baß Deutschlanb ben Luftpakt von ber allgemeinen Regelung trennen wolle, seien aber ohne Zweifel unrichtig. Richtig sei vielmehr, daß gerade das Londoner Protokoll eine Trennung der beiden Probleme vorgesehen habe. Außerdem sei es in unterrichteten Kreisen bekannt, daß die englischen und stanzösischen Ver­treter in London bereit waren, durch bie Unter­zeichnung eines Luftpaktes bas Bestehen einer deut­schen Luftflotte stillschweigend anzuerkennen. Ministerpräsident F l a n d i n habe selbst in der Kammer am 5. Februar erklärt, daß nach fran­zösischer Ansicht der Abschluß eines Luftpaktes den allgemeinen Verhandlungen vorausgehen solle. Seitdem habe aber die französische Regierung an­scheinend ihre Meinung geändert. Der Grund sei darin zu suchen, daß Laval von den Tschechen und den Russen an sein Verspr eche n erinnert worben sei. Laval habe dem russischen Botschafter Potemkin die Versicherung gegeben, daß Frankreich einen Luftpakt nur gleichzeitig mit bem Oftpaft verhanbeln und abschliehen würde. Die Aufgabe der englischen Staatsmänner gehe jetzt dahin, bie Ansichten ber Franzosen, ber Deutschen, ber Russen unb der Tschechoslowakei auszusöhnen.

3m Spiegel der französischen presse.