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Nr. 13 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Mittwoch, 16. Zanuar M5

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Gießens Dank für den deutschen Sieg an der Saar.

20 000 Menschen auf Oswaldsgarten versammelt.

pg. Klostermann

Willens habe heute die Saarbevölkerung ab»

Dille und das Gefühl der unbedingten

Pg. Rio ft ermann bet der Ansprache auf DsmalDsgarten.

Probe klaren gelegt.

Der

nicht zu leisten vermöge, vermöge allein der Wille. Die Weltvernunft habe das Saarproblem nicht ab»

der nächtlichen Feierstunde herannahte, lieber den ganzen Platz hin bauten sich die langen Kolonnen der Kundgebungsteilnehmer auf. Ueberall sah man die Banner der Bewegung inmitten der Menschen­mengen stehen. Rund um den Platz herum war in vielfacher Tiefengliederung eine weitere riesige Menge versammelt, voll Begeisterung und Freude über den schönen deutschen Sieg und getrieben von dem Drange, sich in die Reihen derer einzuordnen, die der deutschen Saar mit dieser nächtlichen Feier ihren Dank und ihre Huldigung darbringen wollten.

Unmittelbar nach dem Eintreffen der langen Marschkolonne der gesamten Gießener SA. unter Führung des Standartenführers Lutter und nach der Aufstellung der politischen Leiter, die beide mit den Standarten und Fahnen unmittelbar vor dem Rednerstand postiert waren, begann die Kund­gebung, an der schätzungsweise 20000 Men­schen eine in Gießen bisher noch nie erreichte Zahl teilnahmen.

Zunächst hörte man die Rundfunk-Uebertragung einer in Frankfurt gehaltenen Rede des Reichsstatt­halters in Hessen, Gauleiter Sprenger, über die im politischen Teil unseres heutigen Blattes berichtet wird. Darauf wurden gemeinsam die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Anschließend hörte die Gießener Ver­sammlung die nachstehende Rede von

Nachdem am gestrigen Dienstagvormittag un­mittelbar nach dem Bekanntwerden des gewaltigen deutschen Abstimmungssieges im Saargebiet alle Straßen von Gießen im Handumdrehen im Schmuck der Fahnen des Dritten Reiches pranaten und von 12 bis 13 Uhr feierliches Glockengeläute weithin über die Stadt ertönte, bildete in den folgenden Stunden die Heimkehr der Saar zum deutschen Mutterlands allenthalben den Hauptgesprächsstoff. Am Abend vereinigte dann die von der Kreisleitung der NSDAP, veranstaltete große Kundgebung auf dem Oswaldsgarten eine riesige Men­schenmenge zur gemeinsamen Dankes- und Freuden feier.

Der weite Platz und der als Sammelplatz der SA. bestimmte Landgraf-Philipp-Platz wurden bald nach 19 Uhr in immer stärkerem Maße Ziel der marschierenden Kolonnen und der in Scharen her­beikommenden übrigen Volksgenossen. In den Stra­ßen herrschte ein Großbetrieb, wie man ihn seit langer Z»it nicht m°hr wahrnehrn-rn konnte. Ueber­all erklang der Marschtritt der Formationen der Bewegung, der Vereine, Verbände, Betriebsbeleg­schaften usw., hörte man die Kampflieder des neuen Deutschland fingen und konnte gleichzeitig große Mengen von Zuschauern des fesselnden Anmarsches bemerken.

Auf Oswaldsgarten wurde der Betrieb immer gewaltiger, je näher der Zeitpunkt der Eröffnung

Verbundenheit zum deutschen Volke hätten alle Schwierigkeiten und Entbehrungen in den 15 Jahren fremder Unterdrückung überdauert.

Der Rektor schilderte dann seine Eindrücke von dem Saargebiet, die er auf dem Rückmarsch 1918 dort hatte. Damals habe er beobachtet, was der letzte Händedruck des deutschen Menschen an der Saar dem letzten deutschen Frontsoldaten, der durch das Saargebiet zog, bedeutet habe. Denn alle hätten schon unter dem Eindruck gestanden, daß zwei Stunden, nachdem der letzte deutsche Soldat das Saargebiet verlassen hatte, die fremdländische Unterdrückung ihren Anfang nahm.

Am Schlüsse seiner Ausführungen verwies Prof. Pfähler auf die erst vorgestern der Universität zugestellte Hitler-Büste, die ganz unbeabsich­tigt jetzt zum ersten Male unsere Aula ziert, und kam dann auf die großen und fast unfaßbaren Leistungen unseres Führers zu sprechen. An jeden einzelnen richtete er den eindringlichen Appell, den heutigen Tag nicht an sich vorüberrauschen zu lassen, sondern diese einzigartigen Eindrücke auch in den Alltag hinein bei seiner Arbeit wirken zu lasten.

Sein Sieg-Heil, in das alle Versammelten be­geistert einstimmten, galt dem Führer, der den Saarländern eine Rückkehr in eine wahre Heimat und Volksgemeinschaft ermöglichte, und unseren Brüdern und Schwestern an der Saar, die so ein­drucksvoll ihre Zugehörigkeit zum deutschen Vater- lande bewiesen hätten.

Mit dem Deutschland- und dem Horst-Westel-Lied wurde die Kundgebung geschlossen.

Die Gießener Universität feiert die Saarabstimmung.

2)ie Standarten und Fahnen der SA. und SS. im Schneegestöber vor dem Rednerstand. Die hellen Stellen im Bild sind Schneeflocken. (Aufnahmen: Photo-Pfaff.)

Die Saar kehrt hei ml" Dieses Leitwort tragen die Saarsieg-Briefmarken, die von der Reichspost in den Werten zu 3, 6, 12 und 25 Pfennig herausgegeben werden. Das Markenbild zeigt Deutschland als Mutter, die ihr heimkehrendes Kind das Saargebiet in die Arme schließt.

den Aufmarsch stark interessiert und begeistert. Vielfach wurden den marschierenden Kolonnen herz­liche Sympathiekundgebungen dargebracht. Den Ab­schluß der Kundgebung bildete auf dem Oswalds­garten

der Große Zapfenstreich.

Während die aufmarschierten Formationen auf das KommandoStillgestanden!" in strammer Hal- tung verharrten, bereicherten der Spielmannszug und der Musikzug der Standarte 116 mit ihrem Spiel des Zapfenstreich den Abschluß der nächt­lichen Feier in schönster Weise. Zum Schluß folgte das Treugelöbnis zum deutschen Vaterlande, das mit dem Gesänge des Deutschlandliedes im Rahmen des Zapfenstreichs von der riesigen Menschenmenge gemeinsam dargebracht wurde. Hierauf erfolgte der Abmarsch vom' Oswaldsgarten.

wägen können, sonst hätte sie es nicht zu dieser ~ ' kommen lassen. Ein deutliches Bild des

ritng bringen und wird unser Volk weiter hinauf­führen.

So danken wir heute allen Menschen, die uns dort drüben geholfen haben. Wir danken dem deut­schen Volke für die-Einmütigkeit und für die Dis­ziplin, die es bisher gezeigt hat.

wir versprechen dem Führer, weiter so wie bisher hinter ihm zu stehen, ihm zu folgen, wohin er uns auch führen wird.

Und so geloben wir 20 000 Menschen in Gießen heute unter diesem nächtlichen Himmel dem Füh­rer fernerhin unwandelbare treue G e - f o l g s ch a f t und Disziplin, indem wir rufen: Deutschland, die deutsche Zukunft und der Führer Deutschlands Adolf Hitler Sieg-Heil!

Mächtig erklangen die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe der gewaltigen Versammlung über den Platz.

Der Aackeizug.

Nach der Rede des Kreisleiters traten die For­mationen, mit der SA. an der Spitze, zu dem großen Fackelzug an. Vom Oswaldsgarten aus aing der Marsch durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Garten­straße, Neuen Bäue, Schulstraße, Kirchenplatz, Walltorstraße, Asterweg, Werner-Wall zurück zum Oswaldsgarten. In Sechser-Reihen, zum Teil auch in Dreier-Reihen, ging der Marsch des außer­ordentlich langen Zuges in flottem Tempo durch die Straßen. Große Menschenmengen standen auf den Bürgersteigen und waren an dem imponieren»

Deutsche Frauen, deutsche Männer!

Eine Schlacht ist geschlagen, die mindestens so bedeutungsvoll ist, als die größten des Weltkrieges.

Eine Schlacht ist gewonnen für die Saar und für Deutschland, die ihre Auswirkungen noch zeigen wird.

15 Jahre schmachteten Hunderttausende bester Deutscher unter der Fremdherrschaft. Ihr Leid war unser Leid. Heute, wo drüben im Saargebiet der Jubel hochbrandet, mischt sich in diesen Jubel der Jubel des ganzen deutschen Volkes.

Wenn heute hier 20 000 Menschen versammelt sind, so finden wir auch Versammlungen in jedem Dörfchen, in jedem Flecken in allen deutschen Gauen. Millionen und aber Millionen haben sich in Deutsch­land zusammengefunden in dieser Weihestunde, um sich erneut dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen.

Millionen und aber Millionen Herzen schlagen höher ob des gewaltigen Sieges, der an der Saar errungen worden ist. Millionen und aber Millionen rufen dem Führer die neue Gefolg­schaft zu.

So erleben wir, daß das Wort des Führers, das er feit einem Jahrzehnt gepredigt hat, Wahrheit wird: die deutsche Volksgemeinschaft.

60 Millionen Herzen und 60 Millionen Willen wurden von dem Führer zusammengeschweißt. Die Macht dieses Volkes muß dem A"slande die Gleichberechtigung abtrotzen. Wir müssen, wie bisher, die Zähne zusammenbeißen und dafür sorgen daß der Führer immer den nötigen Reso­nanzboden hat. Heute dürfen mir annehmen, daß

das ganze deutsche Volk ohne Unterschied der Klassen, Stande und Konfessionen mit dem

Führer eines willens ist.

Wir dürfen annehmen, daß dieses Meer von Fah­nen, das wir heute in Deutschland sehen, daß die hunderttausende Glocken, die heute die, Frechen der Saar eingeläutet haben, in der Welt nicht ohne Widerhall bleiben werden. Wir dürfen annehmen, daß nach diesem gewaltigen Bekenntnis zum Füh­rer es überall in der Welt klar wird, daß

das Deutschland von heute ein anderes ist. als das Deutschland von 1918.

Der Führer hat erklärt, daß es von letzt ab keme Streitigkeiten mehr über Gebiete mit unserem barvolke geben wird. Er hat diesem Volke erneut den Frieden angeboten. Mr wollen in Frieden arbeiten, mir voll-n m Frieden das deutsche Volk zusammenfuhren. Wir sind der lieber» zeugung, daß auch mir Opfer bringen müssen. w haben diese Opfer schon gebracht und sagen heu . Jetzt ist Schluß! Wir sind ein Volk von Ehre ge­worden, die Ehre hat uns der Führer mieber g » geben.

wir fordern heute mit der gleichen Inbrunst die Gleichberechtigung in der Welt, die man uns nicht versagen kann.

So mar und so ist die Arbeit des F ü h r e r s die Voraussetzung gewesen für den herrlichen fchen Erfolg an der Saar. Und die Arbeit des Füh­rers wird weiterhin dem deutschen Volke Erleichte»

Am gestrigen Dienstagmorgen fand nach dem Gemeinschaftsempfang in der Neuen Aula der Uni­versität eine Kundgebung anläßlich der Verkündung der Abstimmung im Saargebiet statt. Trotzdem erst einige Minuten vorher der Tag zum Dies academi- cus erklärt worden war und der Rektor und die

Gießener Studentenschaft zu dieser Veranstaltung aufgefordert hatte, war die ganze Aula bis zum letzten Platz von Dozenten und Studenten angefüllt. Nach einem Orgelpräludium ergriff derZükirerderGiehenerGtudentenschast

Bernhard Edler von Graeve

das Wort und führte ungefähr folgendes aus: Wenn heute in allen deutschen Landen die Glocken erklän­gen, dann klänge es in unseren Herzen mit, daß die Söhne des Saarlandes mit dem heutigen Tage wieder zur Heimat zurückgekehrt seien. Es fei nicht leutfche Art, sich nur jubelnd hierüber zu erfreuen, andern man würde auch immer an den Ernst dieser Stunden denken. Jeder, der am Lautsprecher mit­gehört habe, müsse das Gefühl gehabt haben, daß unser Führer, als er die Meldung von dem günstigen Resultat bekam, die Größe derhisto- rischen Stunde erfaßt hätte, in der sich wieder einmal erwiesen habe, daß alles, was zu einem Volk blut- und rassenmäßig gehöre, unzertrennlich ver­bunden sei. Ein Teil des deutschen Volkes habe seine Stimme erhoben, um vor der Umwelt zu bekunden, daß sie zu Deutschland gehörten. Obwohl bei den früheren Abstimmungen in Schleswig-Holstein, Ost­preußen und Schlesien es für viele von unseren Volksgenossen schwierig gewesen wäre, sich zu dem damaligen Deutschland zu dekenn-n, so haben sie trotzdem auch damals in tiefster Not sich offen zu Deutschland bekannt. Diesmal fei es für die Saar­länder in dieser B-ziehung leichter gewesen, weil sie ja in ein Deutschland voller Zucht und Ordnung zurückkehren konnten.

3m Laufe der letzten zwei 3ahre habe Deutsch­land dem Ausland gegenüber schon öfters ein Treuebekenntnis zu Adolf Hiller und dem natio­nalsozialistischen Deutschland abgelegt, aber das Ausland hatte nur immer so darauf reagiert, daß all diese Wahlen und Volksentscheide unter Terror erzwungen worden waren. Die jetzige Abstimmung im Saargebiet bleibe deshalb von ganz besonderer Bedeutung, weil sich dort deut­lich gezeigt habe, ohne daß von deutscher Seite direkter Einfluß ausgeübt werden konnte, daß unsere Brüder an der Saar rückhaltlos sich für das nationalsozialistische Deutschland bekannt haben.

Wenn in der letzten Zeit viel von Frieden ge­sprochen und geschrieben worden sei, so stehe jetzt schon fest, daß 'Adolf Hitler weit über Deutsch­land hinaus als wahrer Friedensverkün­de r netten m-rde.

Nach der Rede des Führers der Gießener Stu­dentenschaft, die mit großem Beifall ausgenommen wurde, sangen die Versammelten das Saarlied. Hierauf sprach

Der jReffor der Landes-Universität pro?. Dr Pfah'er

i der seiner Rede den folgenden Tagesspruch voran» - stellte:Die Vernunft hat geleistet, was sie leisten ) kann, wenn sie das Gesetz finbet und aufstellt. Voll- j strecken muß es der mutige Wille und das lebendige - Gefühl." Dann sagte er u. a.: Was die Vernunft

Aus her Provinzialhaupistadi.

Phantasien am vereisten Fenster.

Wenn es draußen kalt und drinnen schön warm ist, dann schlägt die Feuchtigkeit des Zimmers am Fenster nieder, nimmt Gestalt an und verwandelt sich in zierliche oder phantastische pflanzenartige Eis­gebilde. Ist das nicht schön zu denken, daß aus dem Hauche unseres Mundes eine Eisblume entsteht, nein, eine ganze Wiese von lieblichsten Blumen, mehr noch: Urwälder mit rätselhaften Schling­gewächsen, Meere mit wogenden Algen und Steppen voller trockener, starrer Moose ...

Mit breiten gefieberten Blättern wiegen sich bis Tanggewächse auf bem Fensterglas, weiß schimmernd ober durchsichtig grau. Dazwischen lugen abenteuer­liche Wassertiere hervor, Fische mit wehenben Schleierschwänzen schweben vorüber.

DiesesAquarium" liegt im untersten Teil bes Fensters. Ein Stockwerk höher wächst ein ganzer Tannenwalb. Die Zweige neigen sich unter ber Schneelast unb scheinen boch unenblich verästelt, manchmal ganz unbestimmt in ber Form, verzaubert, ein richtiger Märchenwald. Jetzt fängt er zu glühen an. Die Sonne blickt burch bas Fenster, 'ber Schnee auf ben Eistannen glitzert unb sprüht von golbenen Kristallen.

Wir steigen weiter hinauf. In solchen Höhen wach­en selbstverstänblich keine Bäume mehr. Nur Moose inben wir, übernatürlich groß unb babei zart und ein unb vielgestaltig gegliebert. Darüber hebt ein Gewirr von zierlichen Eisnabeln an, wie von einem bünnen SUft kreuz unb quer auf das Glas hinae- zeichnet, Muster für die reizendste, phantasievollste Filigranarbeit.

Darüber ist das Schauspiel zu Ende. Erst noch dunstig dann ganz klar und nüchtern steigt die Fensterscheibe zur Decke auf. birgt aber in dem leeren Raum noch so viele Möglichkeiten für freie Gestaltung von neuen Eisgebilden, die. lricht ver­gänglich, vielleicht für Stunden, vielleicht für Tage, sich auf unserem Fenster niederlassen und dem gan­zen Raum einen winterlich reizvollen Rahmen ge­ben werden.

Saar-Gedenkprägung der Bayerischen Gtaatsmüme »um 13. Mannar

Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist auf folgendes hin:

Aus Anlaß der Abstimmung im Saargebiet hat die Bayerische Staatsmünze im Einvernehmen mit dem Saar-Bevollmächtigten des Reichskanzlers eine hochkünstlerisch ausgeführte Saar - Gedenkprägung aufgelegt, die mit besonderer Genehmigung durch ben Reichs- unb Preußischen Minister bes Innern zugunsten bes Saar-Hilfswerks bem öffentlichen Verkauf übergeben worben ist.

Die Prägung ist in alter Fünfmarkstückgröße, !rt Feinsilber unb in Bronze ausgeführt unb zum Ort* ginalpreis von 6 Mark bzw 3 Mark bei allen Ban­ken, Bankgeschäften und Sparkassen erhältlich sie kann auch unmittelbar bei ber Geschäftsstelle des Saar-Hilfswerkes. Berlin W 9, Voß-Straße 13. durch