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Mittwoch. *6. Zanuar 1935

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

ltr.13 Zweites Blatt

Aus dem Reiche der Krau.

BLUSEN-

Waffeleisen und Waffeln.

Aus ziemlich schwerem geschlagenem Teig, der mit

. < . r < . .. J -- S» AM X: - X tt M H A rt

170 Gramm Mehl,

Vogelmilben kann man abfangen^ wenn man

geben. Milch und Salz werden in ein Gefäß durch-

der Ansicht, daß

man sie überhaupt nicht berühren soll, täglich einige

Sau re-Mi ich Waffel: Anstatt der süßen

die Reichtümer unserer alten und klassischen Kam­mermusik treten.

Die Blasinstrumente haben eine Zeitlang gegenüber Klavier und Streichern in der Hausmusik allzusehr im Hintergrund gestanden. Wo es möglich zu machen ist, sollte man sie in ihren reizvollen charakteristischen Klangfarben wieder mehr heran- ziehen, vielleicht sogar öfters als zweites Unter­richts-Instrument neben dem Klavier, was die musi­kalische Gesamterziehung ungemein fördert. Liebe zur Sache, Geduld und bisweilen auch eine gewisse körperliche Konstitution sind freilich Voraussetzung.

Ein weites Feld bilden noch alle jene Instru­mente, die weniger im Rahmen der Kunstmusik als in dem der volkstümlichen Musikpflege von Bedeu­tung sind. Hierher gehören die Zupfinstru­mente wie Gitarre, Mandoline, Zither und die Handharmonika; ihre gründliche Erlernung wird auch durch Vereine und dazugehörig? Orchester, die eine Hebung des musikalischen Niveaus anstre­ben, mit Erfolg gefördert. Mögen die musikalischen Bereiche all der hier aufgeführten Jnstrumenten- gattungen auch noch so verschieden sein, eines ist ihnen in jedem Falle gemeinsam: es bedarf einer guten Anleitung, um sie zum vollen Klingen, zum Spenden wahrer künstlerischer Werte oder geselli­gen Frohsinns zu bringen. Und unter diesem letzten Gesichtspunkt kann die Antwort auf die Frage: Welches Instrument soll ich lernen? nur lauten: Gleichviel welches aber ordentlich!

löffel Backpulver nur einer und 1 Teelöffel Back- söda.

R e i s - W a ffj? I : 60 Gramm Reis werden gar-

li./2 Teelöffel Backpulver, 1 Prise Salz, 60 Gramm geschmolzene Butter, 1 kleiner Teelöffel Schokolade­essenz, Milch (ungefähr % Liter), 2 Eier. Mehl, Salz und Backpulver werden in ein Gefäß durch­gesiebt, in der Mitte eine Vertiefung gemacht und die Eigelb, Schokoladeessenz und geschmolzene But­ter hineingegeben. Während des Rührens wird die Milch hinzugefügt, bis ein mäßig dünner Teig ent­steht. Zuletzt wird der Teig mit Eierschnee unter-

Glaskaraffen trocknet man aus, indem man eine lange dünne Rolle Lösch- oder Filtrierpapier bis auf den Boden hineinsteckt. Diese saugt auch den letzten Rest von Feuchtigkeit auf.

Ein billiges Waschmittel kann sich die Haus-

" Die Nachmittagsblus e aus braunem Taf­fet zeigt kleine, mit Goldfaden ein gestickte

T u p f e n und hat als Verzierung schmale, am Aus­schnitt und an den Aermeln in die Raglanärmel ver­laufende Volants.

Aus glänzendem Seidenkrepp oder auch aus M e t a l l st o f f ist die schräg geschnittene, ärmellose Bluse für abendliche Zwecke, zu der ein langer, schmal geschnittener Rock aus ft u mpfer Seide, Reliefkrepp oder Samt getragen wird. H.

Aus meinem Wäscheschrank.

Von Th'lde Höiiwarth Kunter.

Als wir in unser kleines Siedlungshaus einzogen, war uns die Unterbringung des Wäscheschrankes eine große Sorge. Denn er stammt aus Urgroß­mutters Zeiten, ist hoch und breit, wuchtig und von ausladender Behäbigkeit, und erdrückt förmlich die kleinen anspruchslosen Räume. Aber nicht um viel Geld hätte ich mich von diesem Ungetüm getrennt, und darum fand er endlich auch seinen Platz in der oberen Diele. Richt, daß ich etwa um meiner eigenen Wäscheausstattung willen einen Schrank solchen Ausmaßes benötigt hätte. Ach, sie ist klein und wurde in jeder Beziehung den heutigen Verhält­nissen angepaßt.

Von den Utensilien, die man früher als Hemd und heute sinnentsprechend (und viel vornehmer!) als Hemdchen bezeichnet, geht ein halbes Dutzend in eine winzige Schublade. Und von meinen Tisch­tüchern beanspruchen drei noch nicht denselben Raum wie ein einziges Tischtuch meiner Urgroß- mutter. Die liegen da, kompakt und schwer, schneeig weiß und eines über dem andern, daneben Bett- tücher und Kissen, Beuge an Beuge. Es ist Leinen, das die Urgroßmutter selbst gesponnen und gewebt hat, als sie ein junges frisches Bauernmädel war und ihr Sinnen nach eigenem Hausstand ging. Sehnsüchtige und liebende Gedanken mögen mit hineinverwoben worden sein, und all ihr Hoffen auf ein künftiges Glück; und das schien um so ge­sicherter, je größer der Bestand an Linnen war.

Längst wurde nicht alles verbraucht, der Rest vererbte sich auf die Großmutter, die selbst auch wieder an einer schönen Wäscheaussteuer arbeitete. Zwar wurde sie da schon nicht mehr handgesponnen und -gewebt, wohl aber selbst genäht und gestickt. Und Mutter wollte dann schon Wäsche haben, die aus feinem Stoff gefertigt war, wie ihn die Maschinen liefern. So lag das altehrwürdige Seinen lange unbenutzt und kaum geachtet.

Da führte die Entwicklung der Kriegs- und Rach, kriegsjahre die jungen Mädchen aus dem häuslichen Kreise hinaus in die Berufsarbeit. Nur mit Muhe und Willensanstrengung wurden nach der nerven­aufreibenden Tagesarbeit ein paar kurze Abend- stunden erübrigt, in denen müde und ohne innere Muße und Freudigkeit das eine oder andere Stück der Ausstattung gestickt oder auch angefertigt wurde.. Der größte Teil mußte fertig gekauft oder in Auf­trag gegeben werden, und so besteht keine Verbin­dung zwischen uns und diesen Dingen. Sie haben uns nichts zu sagen, sie sind kalt und unpersönlich, nichts erinnert an Freude, die die Anfertigung aus- löste, nichts an Gedanken der Liebe und Hoffnung, die während der Arbeit gesponnen wurde es fehlt ihnen die Seele. ,

Und so kommt es, daß ich immer lieber ein Stuck von dem alten, urgroßmütterlichen Leinen hervor- hole, das wohl grob und rauh, aber so warm und beredt und heimelig ist, daß mich stets Ehrfurcht vor dem Erbe der Ahnen überkommt. Als wir kürzlich aus amtlichem Anlaß die Personalien der Vorfahren feststellen ließen, waren Geburtstag und -ort meiner Urgroßmutter nicht mehr zu ermitteln. Auf ihrem Tischtuch aber prangt das Mono­gramm K. H., und davor sitzt eine junge Genera­tion und spürt etwas von dem Geist, der aus ihrem Werke noch heute zu uns spricht.

3cb aber hole meinen SBebrnhmen und webe d"N Stofs fertig für Werners Jäckchen. Er wird sich freuen, wenn es fertig ist, denn es ist fest, schier unzerreißbar und schön bunt. Und wenn er raus­gewachsen fein wird, bekommt's der Jüngste. Ob es vielleicht auch Generationen erlebt?

PUR JEDE TAGESZEIT I

Mi ÄTÄ ein meifjes ludj Msch-ndi- Stäb-des Käfigs dE

hie vorbereitete Hefe geschmolzen- Butter, Eigelb und es einige Zeit dort loht. Ausgehohlte tMun. und genügend lauwarme Milch und Wasser hinzu, d-rstabch-n, die der^Lange nachmit cipfiint unh m einem Ziemlich dünnen Teig gerührt, versehen werden, sind als ^itzstangen für Bogel 1 0 Sann mirVbalYfÖ einem faubeVn Tuch zu Upfehlen Die Milben sammenstch m ihnen und bedeckt zwei Stunden an einem warmen Platz ge-. können leicht herausgeklopft werden.

| ft pfff hpnnr her Teia aenüaend gegangen ist, Kamelien müssen, entgegen Di. -

wird das Eisen erhitzt, die Eiweiß sehr steif geschla- man sie überhaupt nicf)t ^^^ffpn^m^rDen wenn aen und der Teig damit unterzogen. Die Wafeln, Stunden in die frische Luft gestellt rverden.wenn gen^uno per ,^g. pumu :c ß jsie ihre-herrlichen Blüten nicht abwerfen sollen.

Häs*e'n im Grünen.

Hasenbraten und Grünkohl schmeck- besten, wenn sie etwas Frost bekommen hu^.r. ab ge­zogene und vorbereitete Hase wird den

Hinterläufen müssen die Speckfädu nach -schie- denen Richtungen eingezogen werd'- hier

auch die Muskeln verschiedenartig Der ja. n. Man kann die Keulen vom Rücken abschlagen und zuerst in die Pfanne geben, weil sie ein wenig längere Bratzeit benötigen. Eine Viertelstunde spater erst legt man den Rücken, zehn Minuten darauf die Vorderläufe in die Pfanne. Mittels eines knappen halben Pfundes kochender Butter bräunt der Hase von allen Seiten gut an. Schon nach einer Viertel­stunde beginnen wir, dem Hasen fortlaufend saure Sahne beizugießen. Die Tunke ist mit ein wenig in kaltem Wasser gerührtem Kartoffelmehl sämig zu machen. Der zum Hasen unerläßliche Grünkohl soll nicht gebrüht, ebensowenig abgewellt werden, da er dadurch die besten Nährsalze verliert. Man wasche ihn wiederholt in fließendem Wasser, achte darauf, daß sämtliche Raupen entfernt werden, und setze ihn mit einer sehr fein geschnittenen Zwiebel in den Gemüsedämpfer. Durch die Beigabe von einer Prise Zucker verliert er jeden scharfen Ge­schmack, ohne daß der Zucker etwa oorschmeckt. Wasserzusatz wird beim Dämpfen kaum nötig sein, auch Salz nur in ganz bescheidenem Maße. Edel- tafton^n, die jetzt sckwn aus Süddemschland und vom Rhein zu uns kommen, bilden eine vorzügliche Ergänzung. Sie werden von der braunen Schale, von dem 'lichtgelben Häutchen und von der weißen Haut befreit, in- Butter auf sehr kleiner Flamme eine Stunde gedämpft und mit etwas Wasser gar gemacht. Dann kommen sie als Garnitur auf den angerichteten Kohl. Salzkartoffeln unO .o enbraten- tunke sowie etwas Johannisbeergelee vervollstän­digen das leckere Mahl. Schü.

Oie praffifdie Hausfrau.

zogen.

Hefe-Waffel: 230 Gramm Mehl, K Tee-

2° Ner jauwab m? MUch und Wassel DerTe'fe m'i ftau Herstellen, menn 'fie

-was lauwarme Milch unb-Waü-r «ng beige- reibt trocknet und ^ °>nem seinen Pulver zerstoßt.

Welches Instrument

Cnll mein lernen? Don den heute gezeigten Blusen ist jede für

svn mein nmv «einen r i anbere Tageszeit gedacht.

JFMfSryt. >5 »«*>;;;;**"*""

heran der wie ein Arzt raten und helfen, die man- geieplem «erm» --------------t nt,

nigfachsten Umstände berücksichtigen, die verschieden­sten Interessen ausgleichen soll: wahrlich nicht immer eine leichte. Aufgabe! Und doch hangt vieles, oft Entscheidendes an der jeweils rechten Beant­wortung dieser Frage; je weniger man sie nur dem blinden Zufall Überläßt,, um so eigener wird der Charakter und die zukünftige Gestaltung unserer ^D°n 7rst-n Anstoß zur Wahl gibt sr-ilich schon oft irgendein äußeres Moment, etwa das bloße Vorhandensein des einen oder anderen Instrumen­tes im Haus: wo -in Klamer, eine Geige oder gar Flöt- in der Familie ist, da wird auch stets einer sein, der sich daran übt und das Instrument nM brachliegen läßt. Darüber hinaus aber stnd doch eine Reihe weitergehender Gesichtspunkte zu sichtigen, in erster Linie natürlich d>e Ne'gung zu bestimmten Instrumenten, wo eine solche erkenn bar ist: denn die Art und Starke der .

scheu Veranlagung überhaupt, und M^ß lieh noch die Möglichkeit der Ergänzung ver- s ch i e öe n e r Instrumente zu kammermusi kalischem Zusammenwirken. Daß daneben auch die wirtschaftliche Frage heute nicht auszuschließen st, b-dars kaum besonderer Erwähnung, and-r°rstck- isi unter Umständen schon bei bescheidensten Mit­teln ein Freude erweckendes Musizieren denkbar^ wenn man sich bei der Wahl des Instrumentes auch hierauf in entsprechender Weise einstellt.

Allen Hausinstrumenten voran ' "

Aus ziemlich schwerem ge'chtagenem xetg, oer mu 230 Gramm Mehl nur 170 Gramm

sRtfaaX;arss..~~u.

hoher Temperatur gebacken werden. Die elektrischen Waffeleisen sollten nie abgewaschen werden, weil der Teig sonst leicht anhaftet. Einfetten ist unnötig, nur wenn der Fall eintreten sollte, daß der Teig haftet, wird das Eisen mit ein wenig Butter ausgestrichen. Eine Stahlborstenbürste ist ausgezeichnet dazu ge- eianet, die Teigüberreste zu entfernen, am besten jedesmal bevor das Eisen nach Gebrauch völlig er­kaltet ist. Zur Zubereitung von Waffeln ist ein gutes Grundrezept vonnöten, das durch kleine Abände­rungen die verschiedensten Würzen hervorruft.

W a f f e l t e i g : 230 Gramm Mehl, 2 Eier, 2 Tee­löffel Backpulver, 4/s Teelöffel Salz, 170 Gramm Butter oder Schweineschmalz, % Liter Milch. Eigeib und Milch werden gesch'agen, Mehl, Salz und Back­pulver werden in ein Gefäß durchgesiebt, eine Ver­tiefung in der Mitte gemacht und die geschlagenen ! Milch und Eigelb, die geschmolzene Butter oder das

TSSS&ÄSiSfc SS rat Lt'SL Ml» ytiMSlS Ä'SäÄW Ä «rar-w*

Inur an der richtigen Stelle einzusetzen. Die mo- Bauerssrau UtlO ^Oiretum. bernen Lehrmethoden, die z. B. den Klavierunter- richt meist von Anfang an mit Singen, Gehörübun- A>on _nU]tuU0. |gen u a verbinden, geben eine musikalische Grund-

Bei unseren Vorfahren, den Germanen, war es läge, die selbst den nur Mittelbegabten in der Regel- x-A » npnt i*P fimi5arbeit die das Leben der Frau davor bewahrt, in den früher gerade auf dem Kla- b «h- Srhrnerf war das Zeichen des deut vier leider sehr viel verbreiteten Dilettantismus im

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aus sie für Mann und Kind'Bratsche und Cello, stellen durch die zusätzliche For- Darum wurzelte die Frau vvn lEher tm ^olks- meiner Intonation zunächst etwas größere

tum, weil ihr Bereich nicht die Welt ।außerhalb»der I an ba5 Gehör des Lernenden als das

Familie war-^ sondern das Älaoier. Bei ihnen steht naturgemäß das Erlebnis

ist m erster Cime die Eigenart eines.^olk^tammes, Melodischen im Vordergrund, das zu einer un- einer Gegend zu verstehen. Es «st das Besondere Quelle musikalischer Freude entwickelt

der Heimat im Hausbau, Einrichtung, Sprache, ^hen kann, schon im Alleinspiel und mehr noch Tracht und Lebensgestaltung, das Erbe der Der- gemeinschaftlichen Musizieren mit gangenhelt. Huterm dieses Erbes war vor allem!'äderen. Auch die persönliche Verbundenheit mit fcie Bauernfrau. nohorn»toru nnffmi öem Instrument ist hier gesteigert: die Geige, die der

Wie war es ernst? Nach Ueberüeferung vollzog -eIer ^ägt, hält und umspannt, ist in höchstem sich die Klndererziehung lin Elternhaus, dal^- un^ in einem ganz besonderen Sinn sein die Schule lange Zeit nicht viel bedeutete. Neben ^bendiges Besitztum. Die Gegenwart hat gerade der mündlichen Belehrung erzog die Sitte, das Her- ' Streich- und andere Melodie-Instrumente zahl- kommen zur Sittlichkeit.Unsere Vorfahren , fasit x^iche wertvolle Spielmusiken geschaffen, die neben Justus Möser,hatten die Gewohnheit, kleine Klötze an ihre Schlüssel zu binden, um sie nicht so leicht zu verlieren und wenn sie verloren waren, schnell wieder zu finden. Ebenso verfuhren sie auch r if < z /L /

mit den nützlichen Wahrheiten, die sie Der Jugend (

tief einprägen wollten. Sie hängten jeder guten 1 V v'y 8 1 WH v y v 8 8 »

Lehre ein Klötzchen an, damit sie ihnen wieder em- |

fatt« ober 3« «d)ten 3eU ins Oebädjtnis treten pRAKTIgCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

Das häusliche Unterhaltungsleben lag in den Händen der Frauen und Mädchen. Die Spinn st ube war einst die Stätte, wo neben der Arbeit Vergnügen und schlichte Erholung in Scherz und Ernst gepflegt wurde. Wo strenge Ordnung herrschte, war sie eine Heimstätte gemütlichen nach­barlichen Dorflebens im freudlosen Winter, eine Bewahrerin großer volkstümlicher Schätze, der Mittelpunkt aller Volksüberlieferung. Durch sie wurde Ortsgeschichte, Sage und Lied von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt. In ihr ist das Volks­lied aufgewachsen und großgeworden.

Man meint oft, das frühere Leben auf dem Lande fei ungemein langweilig und öde gewesen: die Abgeschlossenheit von der Außenwelt, ferne Zei­tung, kein Radio, kein Sport, nichts als Arbeit und das Zusammenleben mit weniger bekannten Men­schen! Und doch wußte damals das Volk die ein­fachsten Vorgänge des Lebens in feiner Art form-1 voll zu gestalten, mit religiösen und weltlichen Ge­bräuchen zu umkleiden. Von der Geburt bis zum Tode regelten Sitte und Brauch das Leben. Hundert alte Sttten, hundert Märchen und Lieder, hundert Hausmittel wären längst vergessen, wenn nicht die Trägerin der häuslichen Sitte, die Frau, all das im Haus Gehörte und von Jugend an Auf- genomnvne wie ein Heiligtum bewahrt und weiter I vererbt hätten.

Und heute? Da hat nun die Bauersfrau eine schöne und segensreiche Aufgabe. Sie soll das gute Alte, das noch im Hause ist, bewahren Kommt eine junge Frau auf den Hosi dann räumt sie gerne aus, damit ihre neuenschönen" Sachen Platz be­kommen. Was im Bauernhaus dem Gebrauch oder G'schmack dienen soll, geht durch die Hande der Frau. Ihrer Wahl gemäß wird die W o h n u n g s - einridjtung angeschafft, sie hat für die Kl e i - d u n g der Familie Sorge zu tragen, sie wählt Ge­schenke aus. Von ihr hängt es fast ganz ab, was 1 Altes erhalten, was Neues angeschafft wird.

Vom Alten sollst du behalten, was gut ist und schön; was umgekehrt kein Lob wert laß seitenwärts stehn."

Wenn die Frau die rechte Einstellung zum Volks­tum und zur Heimat hat, dann ist ihre Macht und ihr Einfluß groß. Zum Erbhof gehören nicht bloß die Eigenschaften, sondern auch die väterliche Ueber- lieferung, wie gesagt, das gute Erbe der Vorfahren in Wort und Dichtung, Einrichtung und Tracht- Das soll im Kern heimatlich bleiben bei aller Weiter­bildung und Vervollkommnung.

NACHMITTAGS

AMNDS