Nr.'Z Erstes Blatt
185. Jahrgang
Mittwoch, fb.Zanuar 1955
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Ganz Deutschland feiert den Sieg an der Saar.
Des Saarlandes Freudentanz.
Saarbrücken, 15. Ian. (DNB.) Wer am Dienstagabend den Versuch macht, durch die voll? kommen verstopften und überfüllten licht- und fahnenübersäten Straßen der Saarstädte zu gehen, der begreift einfach nicht, daß hier noch vor Tagen ein erbitterter politischer Kampf tobte, daß bis vor Tagen noch eine Gruppe von Vaterlandsfeinden sich der Heimkehr dieses Saarlandes ins Reich widersetzen wollte. Am heutigen Abend ist genau so wie am Tage davon nichts mehr zu merken und wir sehen an diesem Abend viele von denen, die noch morgens die Fäuste in den Taschen ballten, den Arm zum Gruß heben, und ihre Gesichter erhellen sich und in ihre Augen kommt ein heiliges Leuchten. Dies sind die wahrhaft Beschenkten dieses Tages. Dieser allgemeine Volksjubel ist so mitreißend, so ansteckend, daß sich niemand seiner magischen Wirkung entziehen kann. Jeder wird hineingerissen in den großen Strom, wird eingeschmolzen in dieses einzige, einige Volk, in das er hineinqeboren ist und aus dem er niemals herauskann. Mitten in dem Men- schsnstrom Arm in Arm mit den Saarländern englische, schwedische, holländische Soldaten mit großen verwunderten Augen, für sie ist dieser Tag ein so neuartiges Erlebnis, daß sie zu begeisterten Anhängern und Propagandisten des neuen Deutschlands wurden. Ein englischer Journalist brachte das zum Ausdruck, als er erklärte, daß die ganzen fremden Truppen in wenigen Wochen in die SA. eintreten würden, wenn sie bis dahin nicht abtransportiert seien. Das Saarland feiert ein Licht- und Fahnenfest von unerhörtem Ausmaß. Nichts ist mehr vorhanden von jenen, die bis zum Montag die Fäuste gegen Deutschland erhoben, die ganze Separatistenpresse hat ihr Erscheinen e i n g e st e l l t. An die Schaufenster der Läden hat man deutsche Zeitungen geklebt oder große Schilder: „Wegen Trauerfall geschlossen".
Diese heilige Feier des Aufbruchs eines Volkes Ist nicht gestört von Rachegefühlen, nur die Liebe zur Heimat beherrscht den Tag und den Abend. Und es ist gutmütiger und harmloser Witz, der hier und da in mehr oder weniger drastischer Form einmal der Volksmeinung Ausdruck gibt. Richt der leiseste Zusammen st oh. nicht ein Schlag und ein böses Wort hat diese Feier getrübt. Die Polizei ist vollkommen von den Straßen zurückgezogen. denn die bewährte Disziplin der Deutschen Front ist so groß, daß keinerlei polizeiliche Gängelung notwendig ist.
Dumpfe Trommelwirbel dröhnen, die Fanfaren der Jungvolk-Kapellen gellen, Trommeln und Pfeifen hört man dann schmettern, Marschmusik erklingt, die altrn h"iliaen Sturmbahnen d"r SA. werden im Zuge mitgetragen und die Ortsgruppenfahnen der NSDAP., und alle Straßen sind erfüllt von Liedern. Immer wieder hört man Hochrufe auf den Führer und auf Deutschland. Immer wieder erklingt das „Deutschland erwache" und dazwischen ab und zu die Frage: „Ri, ra, ro, wo ist der Status quo?" und die Antwort: „Ri ra rutsch, der Status auo ist futsch!" Ein Gruppe B d M. hat sich jene Be- hauvtunq des Separatisten Hoffmann zunutze gemacht, der sich bei der Auslandsmesse über den Wahlterror des Bundes deutscher Mädel beschwerte und führte ein Schild im Zuge mit „Terror - gruppe des BdM."; sie wird stets mit besonderem B"sfall "nd h"mv'-'stischen Zurufen empfangen. HI. „Drum, Matz Braun, meine nicht, das Saarland kriegst du nicht, wisch' dir die Tränen ab — mit Sandpapier!", dann ballt der Sprechchor: „Hört und svrecht: Recht bleibt R-cht, wahr bl-ibt wahr, deutsch die Saar!" Der Ordnungsdienst der Deutscb"n ^ront, in dem sich natürlich auch viele alte SA.-Männer befinden, tränt jene «B erb otsun Horm, die uns im R"ich aus einstiger Zeit noch so gut bekannt ist, weiße H'm- den und blaue Sturmmützen. Sonst siebt man niAts an Uniformen, nur die der Straßenbahner und Abordnungen in der Uniform der alten Saarbrücker Regimenter. .. _ , ~ t
Die Kirch-n und Turme Saarbruk- f e n 5 tragen Lichterschmuck bis zu den TurmsMqen und das Ratbaus al-icht einem Marchenschlotz aus Tausend und einer Nacht. Es ist in eine belle Flut getaucht. Vom Keller bis zum Dackstirst Licht an nn ff " <> n e. Dra'.--N ans
dem Platz eine unübersehbare Menge, an 40 000 bis 50 000 Menschen flauen sich hier, und am Platz vorbei fluten immer aufs neue die Feuerstrome der Fackelzüge.
Auf dem Balkon sieht man den ehemaligen Vizekanzler von Papen. der zur Abslim- muug im Saargebiet weilt, und Oberbürgermeister Relkes. Und aus dem Gefühl der Stunde heraus halt der Gesandte von Vaven eine kurze Ansprache an das Volk, die aus- kllngl in die Worte: ..Ls lebe die Saar, es lebe das deutsche Volk, es lebe der Führer, es lebe das Reichl"
Nun stehen mir oben hoch über Saarbrücken a u dem R e p p e r t s b e r a , der ebenfalls 3» einem Feuerberg an diesem Abend geworden ist, und haben bei blauem Himmel und Mondschein den Blick über die Stadt Saarbrücken und die vielen
anderen Orte. Eben noch sahen wir einen Zug von Saarkumpels, die mit ihren Grubenlampen vom Fackelzua kamen. Nun umfängt uns die Nacht mit ihrem blausamtenen Mantel. Unten aus der Stadt tönt vielfältiges Brausen, und es ist, als ob ein gewaltiger Brand dort unten entfacht würde. Die Saar ist ein glutenber Strom. In ihr spiegeln sich Millionen Lichter. In diesem Strom fängt sich symbolisch noch einmal der ganze Jubel und die ganze Begeisterung, die heiße Liebe und das köstliche Erleben dieses Tages der Volksgemeinschaft. Und die Saar trägt es hinunter zur Mosel, und durch die Mosel flutet es zum Rhein hinein und in das weite deutsche Land, in das das Saarland heute heimkehrt.
Oie Abstimmungskommission hat Saarbrücken verladen.
Saarbrücken, 15. Jan. (DNB) Die vier Mitglieder der Abstimmungskommission verließen Saarbrücken am Dienstag um 19.10 Uhr in Richtung Straßburg. Sie erlebten also noch den großartigen Aufmarsch der Bevölkerung. Rings um den Bahnhof standen dicht gedrängt die Kolonnen mit den brennenden Fackeln und die Kapellen spielten vaterländische Weisen. Dies war der letzte Eindruck, den
Der 15. Januar in der Reichs- Hauptstadt.
Don unserer Berliner Redaktion.
Ein Tag wie dieser ist für die Reichshauptstadt selten. Die Weihestunde des Rundfunks war noch nicht ganz zu Ende gegangen, da flogen die Fenster und Dachluken auf. Hunderttausende, Millionen von Fahnen schmückten innerhalb weniger Minuten die Straßen. Mit Tränen in den Augen beglückwünschten sich wildfremde Menschen. Und doch ist es keine Freude, die überschäumt. Es ist der ruhige Stolz, die tiefe Genugtuung, die innere Befriedigung der Pflichterfüllung, die jedermann gepackt hat. Zeitunashändler und Taxichauffeur, Hausfrau und SA"lk>nd, imh Ge
heimrat: siö alle sind überglücklich und zeigen ihr Glücklichsein.
Im pompejanischen Saal des Propagandaministe- riiims hat Reichsm'nister Dr. Goebbels um die Mittagsstunde die Presse um sich versammelt. Tiefbewegt erscheint er allen. In seine Anforache hinein erklingen von draußen her die begeisterten Heil- rufe des Volkes. Vor ihm auf *Am Tisch fteh-m Grubenlampen von der Saar, ihm zur Seite siebt man Hne A^^'lunosl i^-r. rn^-'nUch- feiten des Auswärtigen Amtes und der Ministerien, einen Vertreter d-s Saarbevollmächtigten. Es ist eine Stunde des G"denkens, des Nachdenkens. Eine Stunde der Sammlung und des Atemholens. Und ergriffen, überwältigt von diesem großen Augenblick sind auch die Vertreter der Presse der Hauptstadt und des Reiches.
Punkt 12 Uhr beginnt von allen Türmen der aroßen badt das feierliche Geläute der G l o ck " n. Es ist niemand unter diesen vier Millionen Manschen der Reichshauvtstadt. der sich in di"sem Augenblick nicht seines Deutschtums bewußt mürbe. Es ist ein ergreifenber Feiertag bes ganzen Volkes. Es ist ein Taa bes wahrhaften Sieges, ein Tag ber Volksgemeinschaft unb ber nationalen Soli- barität, ein Tag überroältigenber Freube.
Reichsmimster Dr. Goebbels
betonte eingangs, baß wohl selten in ben vergangenen zehn Jahren unsere Herzen so tief ergriffen unb so innerlich bewegt gewesen sinb, wie am heutigen Abenb, an bem bas deutsche Volk ben Brüdern an der Saar seine Dankbarkeit für ihre Treue bekundet. Heute kehrt eine ganze Provinz wieder zur Mutter Germania zurück. Es fehlen uns die Worte, um ber Freube. ber Dankbarkeit unb ber inneren Ergriffenheit Ausbruck zu geben, bie uns heute erfüllt. Das Reich ift zu gleicher Stunde erleuchtet von bem hellen Schein ber Fackeln unb von bem noch helleren Schein all der gläubigen, lodernden deutschen Herzen, die rund um bie Heimat einen Strahlenkranz ber Ergriffenheit unb ber Dankbarkeit aufgerichtet haben. Was hatte bie Welt von biefem Tage ber Entscheibung nicht nff-ig ormartet! Und was haben unsere Brüder unb Schwestern an ber Saar daraus gemacht! Die Feinde unseres Volkes hatten geglaubt, daß das bie Klippe fei, an ber bas Staatsschiff bes Nationalsozialismus nun enbgültig scheitern werbe. Alles hatte sich an der Saar zusammengefunden, was sich gegen Deutfchlandund den Na- tionalfozialismus verschworen hatte: Juden, Marxisten, Separatisten. Kommunisten unb Emigranten aus aller Herren ßänber Sie hatten sich ein Stellbichein gegeben, w-il sie glaubten, daß sich an diesem Streitobjekt zwischen Deutschland unb
die Herren von ihrer Tätigkeit im Saar gebiet mitnahmen. Zum Abschieb hatten sich auf bem Bahnsteig der Präsident ber Regierungskommission, einige Minister sowie zahlreiche höhere Beamte ber Ab- stimmungskommission und ber Regierungskommstsion eingefunben. Im gleichen Zuge wie bie Mitglieder der Abst mmungskommission wurden die in 27 Kisten verpackten Stimmzettel nach Gens befördert.
Bei den Opfern des Saarkampfes.
Saarbrücken, 15. Jan. (DNB.) Angesichts des überwältigenden Sieges bes Deutfchtumes im Saargebiet war bie erste Fahrt bes stellver- tretenben Lanbesleiters ber Deutschen Front, N i e t- mann, in bie Gefängnisse Saarbrückens, wo er bie um ihres Deutschtums willen eingeterterten Volksgenossen besuchte, barunter ben zu sieben Monaten Gefängnis verurteilten alten Hausmeister ber ßanbesleitung ber Deutschen Front, Jäger. Er brückte ihnen beide Hänbe, brachte ihnen bas Ergebnis, unb bie Gefangenen waren vor Rührung fast stumm. Es wirb alles unternommen werben, um ihnen recht halb ihre Freiheit' unb bamit bie Möglichkeit zur Teilnahme an ben Siegesfeiern zu schaffen.
Zahlreiche Betriebe schlossen, um ihren Angestellten unb Arbeitern bie Möglichkeit zur Teilnahme an ber großen Kunbgebung vor bem Reichstage möglich zu machen, die ber Höhepunkt bieses unvergeßlichen Tages werben sollte. Der Königsplatz bot mit seinen schneebebeckten, schönen alten Bäumen, bem Fahnenschmuck der umliegenden Bauten unb ber Lichterflut, bie gewaltige Scheinwerfer unb zahlreiche Jupiterlampen über die festlich geschmückte Freitreppe des Reichstags- gebäubes warfen, ein zauberhaftes Bilb Auf ben obersten Stufen vor bem Hauptportal waren bie ©tanbarten unb Fahnen ber Berliner SA., SS. unb P O. aufgebaut SS. säumte bie große Auffahrtstreppe, Felbjäger hielten bie Ehrenwache am Fuße ber Freitrepve, währenb vor bem Denkmal bes großen Kanzlers Bismarck bie Ehrenkompanie ber Reichswehr aufmarschiert war. In unabsehbarer Weite aber füllte ben Raum eine freubig bewegte Menschenmenge, bie sich nicht nur über ben ganzen Königsplatz erstreckte, sonbern bis zum Lehrter Bahnhof unb weit in bie Straßen des Tiergartens hinein, ja bis zum Potsdamer Platz.
Auf ein Raketenzeichen leuchteten viele Zehntaulende von Fackeln auf unb hüllten ben riesigen Platz in ein festliches Licht. Es ift gewiß nicht, not- menbig, ben Jubelsiurm zu schilbern, mit bem ber Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. G o e b b e l s. bei seiner Ankunft auf bem Königsplatz von seinen Berlinern empfangen würbe. Dr. Goebels erschien in Begleitung bes Reichswebrministers Generaloberst v. Blomberg, bes Chefs ber Heeresleitung General Frhrn. v. Fritsch, ber Reichsminister <5 e l b t e unb Frhr. v. Eltz-Rübenach, bes Polizeigenerals Daluege unb zahlreicher hoher SA.- und SS.-Führer. Nur nut Mühe konnte er sich Gehör zu seiner mitreißenden Ansprache verschaffen. die, immer wieder von wahren Beifallsstürmen unterbrochen, den Dank an die treue Saarbevölkerung und ein erneutes Bekenntnis Deutschlands zu einem Frieden ber Ehre unb ber Dauer enthielt.
Frankreich noch einmal der Haß und der Dernich- tungswille dieser beiden Völker entflammen könnte. Es ist zwecklos, sich mit dieser Sorte von Menschen auseinanderzusetzen.
Die Herren des Status quo sind Im Saargebief hausieren gegangen mit der Erklärung: Der sich zu Deutschland bekennt, bekennt sich zu Hitler! wir haben diese Parole aufgegriffen unb können nun mit tiefer Befriedigung fefffteUen, daß die 9lft/r v. h. saarländischer TUänner und Frauen, die am Sonntag ihre Stimme für Deutschland abgaben, sich darn't auch eindeutig zum Rationalsozialismus und zu unserem Führer bekannt haben. (Stürmischer Beifall.) Sie können nun nicht mehr sagen, die große Aebermacht des Rationalsozialismus rühre nur daher, daß er keine andere Deinung aufkommen lasse, weil er seine Gegner in die Konzentrationslager sperre. 3m Saargebiet hat es keine Konzentrationslager geoe^n. Die Freiheit war in weitester Form gewährleistet, und trotzdem ift das Bekenntnis zu Deutschland, zum Rationalsozialismus und zum Führer so überwältigend, daß es auch die
Erwartungen eines Optimisten übertrifft
Die Männer und Frauen, die ihr« Stimme für Deutschland abgaben, waren keine Kapitalisten. Es
waren Menschen, die mit schwerer Tag- und Nachtarbeit ihr tägliches Brot verdienen, die ihre Kinder mit Sorgen unb Schmerzen ernähren unb manchmal ein ganz unb gar freubloses Leben führen. So hat sich wieber am Sonnag das Wort bes Dichters bewahrheitet, baß Deutschlands ärmste Söhne auch feine getreuesten sind jene mutigen Arbeitsmänner, die ba die Hoch fen und Maschinen verließen und sich zu Deutschland bekannten, sie sind die starken Säulen unseres Staates, sind bie Pioniere unseres Volkstums, sind die Vorbilder für die ganze Nation und sind auch Unterpfand für die Ewigkeit unseres Volkes. Solange das Reich von solchen Fäusten geschützt wird, ist es in sicherer Hut. Wenn wir daran denken, was wir geleistet haben, so können wir bei Gott sagen: Wir brauchen uns vor ber Welt nicht zu schämen. Wir sinb weitergekommen!
Die Wcllt hat allmählich den Schlag vernommen, mh dem wir an das Tor einer gleichen Berechtigung klopfen und sie kann sich auf die Dauer der Forderung des Rechts und der Gerechtigkeit nicht widersehen. Sie muß einsehen lernen, daß so, wie wir d e n F r i e d e n wollen, wir auch unsere Ehre zu verteidigen und zu befestigen entschlossen sind. 3eht, nachdem die letzte territoriale Frage, die Deutschland mit Frankreich auszumachen hatte, Ihrer endgültigen Lösung nahestehl, ist es möglich, die Stimme des Friedens in Europa lauf und wirkungsvoll zum Erklingen zu bringen, eines Friedens, der auf der Ehre aller beruht, der die Rationen wirklich versöhnt und nicht wiederum den keim eines neuen Krieges in sich trägt, eines Friedens, den Danner von Ehre in der
Tat mit vollem Herzen annehmen können.
Wir bekennen es noch einmal laut und vernehmlich vor aller Welt. Dieses Volk will seine Aufbaben im Innern lösen unb es b e b a r f baxu eines Erlebens ber Ehre. Je länger es Dauert, bis wir ihn erreichen, um so fester wirb bann am Enbe bieser Friebe begrünbet sein. Männer unb Frauen von Berlin! Das Reich steht! Die Nation ist unerschütterlich, bas ganze Volk geeint unb geschlossen wie nie. In bieser Stärke unb inneren Einheit er» heben wir unsere Herzen unb unsere Hände_ unb rufen: Unser Reich, unser Volk unb unser Führer Siegheil!
Festlicher Ausklana.
Im Siegheil auf Reich, Volk unb Führer legten bie Hundertausenden erneut ein freubiges Bekenntnis der Treue ab. Dann stimmten sie bas Lieb bes Tages, bas Saarlieb, an. Noch erschüttert von ben Worten des Ministers, ergriffen von ber wundervollen Stimmung bieser nächtlichen Stunde, singen sie es wie einen festlichen Choral. Vom Siegeswagen auf bem Brandenburger Tor bis zum Schloß ein einziges wogenbes, brobelnbes, jubelnbes, fingenbes Mmfchenmeer. Die Absperrmannschaften haben Mühe, wenigstens bie mittlere Fahrbahn für den Zug ber Fackelträger freizumachen, ber sich wie ein gleiß-nb-s Banb burch bie herrliche Straße Unter ben Linden zieht, von Jubel umtost unb begleitet Der ganze Straßenzug erscheint wie bie leb mb Schlagaber ber Reichshauptstabt, in der bie höchste Siegesfreube pulst. Der Pariser Platz liegt im taghellen Licht ber Bogenlamven, bie Quabrtga leuchtet in magisch-grünem Licht, vom Reichstage her tasten nächtliche Scheinwerfer ben Himmel ab. Dieser Heerbann ber Fackelträger, ber sich ba durch bie Hunderttausenbe zieht, bietet einen Anblick von atemberaubmber Großartigkeit. Auf ben Baikonen ber internationalen Hotels brängen sich bie Gäste aus bem Sluslanbe, bie zu begeisterten Zeugen bieses sieghaften beutschen Erl"bens werben.
Mit bem Fackelschein zieht eine Woge unbeschreiblicher Begeisterung burch bie Masten, erhobenen Armes grüßen sie bie ruhmreichen Fa*m"n und Standarten der Re'chswehr und aller Gliederun- aen hnr B"w"avng. Unb bie Tausende von Fackeln, von Männerfäusten gehalten, beleuchten bie Gesichter ber Marschierenben unb Zuschauer, an« d"nm -^'"Freude snr'cht, daß sie Zeuge bieser geschichtlichen Stunde sein bürfen.
Schl^mmve im Lustgarten werben bis Fackeln zusammengeworfen. Gewaltig steigt bie Feuersäule in ben nächtlichen Himmel als das Sinnbild ber lodernden Liebe zu Heimat, Volk und Führer, die das aanze deutsche eint. M t klingendem Spiel ziehen die unabsehbaren Kolonnen ab, begleitet von den freudig bewegten Menschen, bie an biefem Tage mit ben Brübern an der Saar auf das inniafte verbunden waren, deren Herzen mit ihnen im glichen Takte sckstuaen und die, wie sie, bekannten: „Deutsch ist die Saar, deutsch immerbar!"
DEottesdienste.
In ben Sienstagabenbftunben füllten sich die evangelischen Gotteshäuser, bie aus Anlaß der Heimkehr unser-r IRrf-ber und Schw"stern von d"r Saar zu vaterländischen Dankgottesdiensten geöffnet waren. In ber lange vor Beginn üb erfüllten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sprach ber R e i ch s b i s ch o f zu der andächtigen G"meinbe. Gottes W°ae mit unserem Volke lägen sichtbar vor unseren Augen. Treue und Glauben, die unsere Volksamossen an ber Saar in wund-r- voller Weise bewährten, fänben heute ihren Lohn.
Des Reiches Dank für Treue und Opfer.
Der Sieg des Deutschtums an der Saar ifl auch ein Sieg des Aationatfozialismus.


