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Verkehrstagungen in Lauterbach und Bad Salzhausen.

Für das Gebiet Oberhessen-Dogels- berg hatte der Landesverkehrsverband R h e i n - M a in am Samstag und Sonntag eine Derkehrstaaung einberufen, die am Samstag für die Kreife Lauterbach und Alsfeld in Lauter­bach, am Sonntag für die Kreise Gießen, Friedberg, Büdingen und Schotten in Bad Salzhausen im Kurhaus stattfand.

Im festlich geschmückten großen Saale des Jakob- Sprenger-Hauses in Lauterbach hatten sich am Samstagnachmittag über 90 Volksgenossen einge­funden, und so war schon rein äußerlich das große Interesse an den Derkehrssragen für das Vogels- berggebiet zu erkennen. In Vertretung des Referen­ten für das Derkehrsgebiet Oberhessen-Vogelsberg, Bürgermeister Dr. Hamm- Gießen, "eröffnete Schriftleiter Schuster von der Stadtverwaltung Gießen die Sitzung, hieß die zahlreich erschienenen Vertreter der Behörden, der Partei und der Ge­meinden willkommen und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Landesverkehrsverband Rhein- Main nun mit allem Ernst an die Werbung für Oberheffen und den Vogelsberg herangegangen fei. Insbesondere begrüßte er den Leiter des Verbandes Dr. R i e c z - Frankfurt, der das Hauptreferat auf dieser Tagung übernommen hatte. Dr. Riecz sprach über das Thema:

Die grundlegende Arbeit zum Aus- und Ausbau der Fremdenverkehrswerbung für

den Vogelsberg."

Er führte ungefähr folgendes aus: Es fei schon lange der Wunsch des Landesverkehrsverbandes ge­wesen, dieses schone und unberührte Gebiet des Vogelsbergs dem Fremdenverkehr immer mehr zu erschließen und dadurch anderen Volksgenossen zu einer Erholung in einem naturschonen Gebiet zu verhelfen. Das Ziel sei, den Vogelsberg als Reiseziel und Erholungsstätte heraus- zustellen. lieber die Schwere der vor uns liegenden Arbeit müsse man sich ganz im klaren sein, und es gelte alle aufbauwilligen Kräfte einzuspannen, um

das große Werk zu vollbringen. Richt ohne weiteres könne ein vernachlässigtes Gebiet zu einem Ver­kehrszentrum werden, sondern der Aufbau habe or­ganisch vor sich zu gehen. Selbst die größten Frem- denverkehrsorte hätten ebenso klein von unten an­fangen müssen. Eine Methode, um die ersten Wege für eine erfolgreiche Werbung zu ebnen, sei die BiL düng einer Schicksalsgemeinschaft. So wie die Ver­treter der Kommunen, der Partei, des Gaststätten­gewerbes und die Vertreter anderer Organisationen erschienen seien, so müsse gemeinsam an das Werk gegangen werden.

Niemand dürfe sich ausschließen, selbst das letzte Dorf müsse an der Verkehrswerbung interessiert sein.

Mit den einfachsten Mitteln müsse begonnen wer­den, nämlich die bodenständigen Sitten zu erhalten und zu fordern. Dann müsse für die Schönheit de r Städte und Orte Sorge getragen werden. Altes Kulturgut sei wieder heraus­zustellen, und die Jugend müsse man an dem guten Alten wieder interessieren. Auch müßten die Vor­aussetzungen geschaffen werden, damit der Fremde sich wohlfühle. Alte Wirtsstuben mit ihren trauten Kaminen und Ecken dürften nicht das Opfer einer falschen Modernisierung werden, sondern müßten als Eigenart erhalten bleiben. Ebenso müßten die Reste aus den Tagen der bodenständigen Gastlichkeit er­halten werden. Rur durch das Zusammenarbeiten von allen Stellen fei es möglich, den Fremdenver­kehr, der bestimmt heute ein Wirtschaftsfaktor ge­worden sei, zu fordern. Das Gebiet Schwarzburg- Rudolstadt zeige die Bedeutung einer intensiven Verkehrswerbung, die es ermöglicht habe, im Som- merhalbfahr 1934 einen Umsatz von fast zwei Mil­lionen Mark zu erzielen. Vor allem müsse das Eigenbrodeln einzelner Orte bei der Werbung aufhören. Vor der Machtüber­nahme sei jeder auf sich selbst angewiesen gewesen, habe nur für sich arbeiten und nichts für den Nach­bar leisten wollen. Den Nutzen davon habe meist

das Ausland gehabt, vor allem die Schweiz und Oesterreich. Trotz der gegnerischen Reklame, Deutsch­land nicht als Reiseziel zu benutzen, habe gerade der Fremdenverkehr von Ausländern nach deutschen Orten einen gewissen Aufschwung erlebt. Im natio­nalsozialistischen Staat seien nun in Deutschland 24 Landesverkehrsoerbände errichtet worden, die die verschiedenen Orte eines Gebietes zusammengefaßt, insbesondere bei einer ersprießlichen Werbung als Einheit vertreten würden. Diese staatlich anerkannten Landesverkehrsoerbände zerfallen wieder in einzelne Gebiete mit einem Gebietsreferenten, dessen erste Aufgabe es sei,

für die Fremdenverkehrswerbung geeignete Leute mobil zu machen und die an der Ver­kehrsfrage interessierten Kräfte zu fordern.

Der Landesverkehrsverband habe auch die Auf­gabe der Werbung durch Prospekte für das ganz* Gebiet übernommen, denn erstens sei die Gewähr dafür gegeben, daß einwandfreie Bildhefte hinaus­gingen, und zweitens könne der Verband dank fei­ner Zuschüsse die guten Verkehrsführer in größerem Umfange ausstreuen. Eine Gemeinschafts­werbung fei bei allen Arten der Werbung be­sonders günstig. Außer der Herstellung von Bild- Heften und Anzeigen gebe es noch eine andere Mög­lichkeit der Propaganda, nämlich den Film. Aber ehe mit der Verschickung von Werbeschriften für ein Gebiet begonnen werden könne, müsse das betref­fende Gebiet in Ordnung gebracht worden fein. Enges Zusammenarbeiten von Bürgermeistern, Ortsbauernführern und Lehrern müsse der Bevöl­kerung die Vorteile einer richtigen und erfolg­reichen Werbung vor Augen führen, aber neben diesen materiellen Auswirkungen habe eine Ver­kehrsbelebung noch ideele und kulturelle Werte.

Gerade der Fremdenverkehr fei besonders ge­eignet, eine Brücke zwischen Stadt und Land zu schlagen.

Leider sei gerade das Gebiet des Dogelsberges wirt­schaftlich sehr schwer mitgenommen worden, und es bedürfe jetzt dringender Hilfe. In langjährigem, zähen Ringen habe gerade die Bevölkerung des Vvgelsberges ihren Mann gestanden und sei schon früh als treue Kämpferin für die nationalsoziali­stische Idee aujaetreten, und so müsse auch in Zu­kunft dieselbe Bevölkerung mit eisenhartem Willen

und in engster Zusammenarbeit für bas setzt ge­steckte Ziel, den Vogelsberg dem Fremdenverkehr zu erschließen, immer eintreten.

Die Ausführungen Dr. N l e c z' wurden mit gro­ßem Interesse verfolgt und ernteten lebhafte Zu­stimmung.

Der Vertreter des Landesbauernführers fagke dem Verband die vollste Unterstützung der Can» desbauernschaft zu.

Andere Herren, die im Laufe der Aussprache das Wort ergriffen, brachten noch einige Fragen und Anregungen, alle aber waren sich in ihren Aus­führungen dahin einig, daß endlich etwas für den schonen Vogelsberg getan werde. Auf die Fragen bei der Aussprache antwortete Dr. Niecz zusam­menfassend. Er gab bekannt, daß in nächster Zeit ein Werbeheft für den Vogelsberg erscheine. Mit großer Begeisterung wurde die Tatsache aufgenom­men, daß

der Vogelsberg zum Wintersportplah im Rhein- Main-Gebiet erklärt wurde.

Mt dem Dank an Redner und an die Erschienenen wurde die erste Tagung in Lauterbach mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer geschlossen.

Wie schon erwähnt, trafen sich die Vertreter aus den Kreisen. Gießen, Friedberg, Büdingen und Schotten am Sonntag in Bad Salzhausen. Auch hier war die Beteiligung sehr stark, der Verlauf des Treffens war ungefähr der gleiche, wie am Vortage in Lauterbach.

Bis jetzt 10200 Neuaufnahmen bei der HZ.

LPD. Frankfurt a. M., 14. Okt. Noch in den letzten Tagen der Propagandaaktion der hessen- nassauischen HI. war ein starker Zustrom sowohl zur Hitler-Jugend, als auch zum Jungvolk, und hier besonders, zu verzeichnen. Täglich meldeten die Banne und Jungbanne beträchtliche Neu­aufnahmen. Lag bis Donnerstag die Zahl von 8100 Neuanmeldungen vor, so ist bis heute ein An­wachsen auf 10 200 erfolgt. Dieses Ergebnis kann noch nicht als endgültig bezeichnet werden, da die Aufnahmen am letzten Tag der Aktion, am Sonn­tag, noch nicht alle erfaßt sind.

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im Alter von 91 Jahren.

Im Namen aller Hinterbliebenen:

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Gießen (Kaiserallee 1411), den 15. Oktober 1935.

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5917 D

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Wieseck, den 14. Oktober 1935.

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. Oktober, um 15 Uhr statt.

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Am Sonntag, dem 13. ds. Mts., nachmittags 51/» Uhr verschied nach

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