daß man jetzt einen Ueberblick über die Zerstörungen hat. Wo das Wasser hindrang, ist nichts st ehengeblieben. Haustiere, Großvieh, Kraftwagen, Räder, Betten und Möbel liegen weithin verstreut umher. Inzwischen sind von Truppen, die aus Genua, Acqui und Alessandria zu den Auftäumungsarbeiten herangezogen worden waren, die Verkehrshindernisse größtenteils beseitigt worden. Weggespülte Brücken wurden durch Notstege ersetzt. Bon den Wassermassen wurde außer dem Wasserkraftwerk von Molare auch die 100 Meter lange einsame Bahnstrecke zwischen Ooada und Acqui weggerissen. In den letzten Ausgaben der Mailänder Abendblätter wird die Zahl der Toten mit 200 angegeben. Auch das Dorf San Martino scheint fast gänzlich vom Wasser zerstört worden zu sein. An dieser Stelle allein bürte die Zahl der Toten an die 100 heran- reichen.
Deutschlands Teilnahme
Berlin, 14. Aug. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat den Deutschen Botschafter in Rom beauftragt, der Königlich- Italienischen Regierung seine und der Reichsregierung aufrichtige Anteilnahme anläßlich der Dammbruchkatastrophe in Ovada auszusprechen.
Der K ö n i g v o n I t a l i e n besuchte am Mittwochnachmittag die Unglücksstätte in Ooada und Umgebung. Er sprach der Bevölkerung Trost zu. Der König, der von seinem Sommerschloß St. Anna in Piemont kam, weilte etwa eine Stunde in dem überschwemmten Gebiet.
Gegen ungerechtfertigte Preissteigerungen.
Der Reichswirtschaftsminister ordnet scharfe Preisüberwachung an.
Berlin, 14. Aug. (DNB.) Wie schon bekannt- gegeben, werden nach dem am 1. Juli 1935 erfolgten Ablauf des Gesetzes über die Bestellung eines Reichskommissars für Preisüberwachung vom 5. November 1934 bis zur Entscheidung über eine Verlängerung des Gesetzes die Geschäfte des Reichskommissars von den zuständigen Stellen, also den zuständigen Reichsministern. fortge- führt. Der Reichswirtschaftsminister hat auf Grund der hiernach auf ihn übergegangenen Aufgaben die preisüberwachungs ft eilen erneut auf die Notwendigkeit einer straffen Handhabung der Preisüberwachung hingewiesen. Er hat die Preisüberwachungsstellen insbesondere angewiesen, die Entwicklung der Preise sorgfältig zu beobachten, die genaue Einhaltung der bisher erlassenen allgemeinen preisvorschrif- ten — die selbstverständlich unverändert in Kraft bleiben — zu überwachen und Verstöße gegen die Preisvorschriften sowie jede ungerechtfertigte Preissteigerung unnachfichtlich zu verhindern.
Interessante Zahlen vom Reichsparteitag.
Starke Vertretung der Wehrmacht auf dem Parteitag der Freiheit.
Nürnberg, 14. Aua. (DNB.) Die „Fränkische Tageszeitung" bringt Ziffern vom diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg. Danach wird die Wehrmacht (Heer, Marine und Luftwaffe), mit 1 3000 Mann in 27 Sonderzügen nach Nürnberg kommen. Die Truppen beziehen Biwak im Lager der Wehrmacht an der Gustav- Adolf-Höhe bei Gebersdorf. 3000 Mann der L u f t- waffe treffen zu Fuß in der Stadt der Reichsparteitage ein. Das Lager selbst wird schon am 20. August von einem Pionierbataillon in der Stärke von 500 Mann bezogen werden. Das Merkmal des Zeltlagers der Wehrmacht ist das Fahne n z e l t, in dem am 9. September, wenn die Truppen das Lager beziehen, 13 0 Fahnen und Standarten der alten Armee untergebracht werden. Vor dem Fahnenzelt werden Doppel- posten stehen. Im Laaer werden auch 8 0 0 Pferde untergebracht. Heber 1000 Kraft- sonderfahrzeuge werden an den verschiedenen Parkplätzen abgestellt.
Am Reichsparteitag 1935 nehmen 15 0 0 0 0 Politische Leiter aus allen Teilen Deutschlands teil, die in 150 Sonderzügen anrollen. Am 10. September kommen 2500 Politische Leiter Sachsens zu Fuß in Nürnberg an. Der Fackelzug der Politischen Leiter wird eine Stärke von 10 000 Mann haben. Zum erstenmal vor die Oeffent- l i ch k« i t treten im Rahmen des Reichsparteitages 1935 die 3000 Männer der Werkscharen, die Sprechchöre und Musikchöre beim Volksfest und bei Kundgebungen zum Vortrag bringet» werden. In mehr als 100 Sonderzügen kommen am 14. und 15. September 100000 SA. -Männer in die Stadt der Reichsparteitage. Am 10. September treffen in 50 Sonderzügen 54 000 Arbeits- dien st männer aus den 30 Arbeitsgauen Deutschlands in Nürnberg ein. Die S S. wird mit einer Teilnehmerzahl von 18500 Mann in 20 Sonderzügen zum Reichsparteitag kommen. Dazu treten noch weitere 11000 SS -Männer, die zur Absperrung eingesetzt werden. Die Hitler-Jugend wird mit 50 000 Mann vertreten sein und schließlich werden noch 10 500 Mann vom NSKK. zum Reichsparteitag kommen. Diese gewaltigen Menschenströme werden mit einer Selbstverständlichkeit gelenkt und in die richtigen Bahnen geleitet, die immer wieder in Erstaunen setzt.
Ausländische Gäste beim Internationalen Strafrechtskongreh.
Berlin, 14. Aug. (DNB.) Der Internationale Strafrechtskongreß, der in der Zeit vom 18. bis 2 4. August in Berlin ftattfinbet, hat im Auslanb ein außerordentlich günstiges Echo gefunden. Im ganzen werden 50 Staaten durch ihre Regierungen vertreten sein, und zwar sind bisher 130 amtliche Regierungsvertreter angemeldet. Mit den weiter nach Berlin zuq» Kon- areß kommenden Ausländern dürste sich eine ausländische Gesamtbeteiligung von etwa 300 bis 400 Iuristen ergeben. Die stärkste Delegation stellen dabei die Vereinigten Staaten, die 22 offizielle Regierungsvertreter entsenden. Mit den bisher vorliegenden deutschen Anmeldungen dürfte sich die Gesamtbeteiligung am Kongreß auf etwa 1000 Teilnehmer stellen. Es werden hie Repräsentanten aller an einer Rechtskultur interessierten Staaten fein; daher wird selbstverständlich die Sowjetunion fehlen. Der Prä
sident des Reichsgerichts Dr. Bumke wird das Präsidium des Kongresses führen, dessen Ehrenpräsident Sir Evelyn Ruggles P r i c e , der ehemalige Präsident des englischen Amtes für Gefängniswesens, ist. Es werben folgende Fragen zur Erörterung stehen: Sektion I (Gesetzgebung), Sektion II (Verwaltung), Sektion III (Vorbeugung), Sektion IV (Jugendfraae). Es ist gerade angesichts des vielfach noch bezweifelten Erfolges der S t e r i l i s a t i o n s-
Elly Beinhorn
Ein Triumph
gesetzgebung des Dritten Reiches bedeutsam, daß dieser Internationale Kongreß diese Frage mit auf dieTagesordnung gesetzt hat. Reichsminister Dr. Frank wird über zwischenstaatliche Strafrechtspolitik sprechen und für die Sterilisationsgesetzgebung des Dritten Reiches auf Grund des bisherigen Ergebnisses mit allem Nachdruck eintreten.
über ihren Asien-Flug.
der deutschen Motorenindustrie.
Berlin, 14. August. (DNB.) Elly Beinhorn erzählte über ihren letzten Rekordflug, der sie an einem Tage die fast 3400 Kilometer lange Strecke Deutschland—Asien und wieder zurück bewältigen ließ einem Journalisten u. a.:
Als ich Ende Januar aus Amerika zurückkehrte, wo ich mit Begeisterung eine Maschine mit einziehbarem Fahrgestell ausprobierte, hörte ich zum ersten Male von der Messerschmitt Me 108, die sich auf dem letzten Europaflug so gut bewährt hatte. Ich vertrat den Standpunkt, daß durch einen größeren Alleinflug das Ausland auf diese leistungsfähige deutsche Maschine
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ISTANBUL
Elli Beinhorns Rekordflug. — (Scherl-M.) aufmerksam gemacht werden müsse. Das Flugzeug ist mit einem achtzylindrigen Hirth- 5l^-8-Motor, der in V-Forrn angeordnet ist, ausgerüstet. Er ist etwas ganz Hochwertiges der Mo- toreninbuftrie, weil er jebem Flieger das Gefühl b e r absoluten Sicherheit gibt, wenn er ihn erst einmal kennt.
Die Bayerischen Flugzeugwerke in Augsburg, die diese Maschine serienmäßig bauen, stellten mir eine alte Europaflugmaschine zur Verfügung, mit der ich zunächst einmal nach England flog. In dieselbe Zeit fiel der Tagesflug des Engländers Parcl- oal London — Oran — London, und zugleich kam mir der Gedanke, einen ähnlichen Kug durchzuführen, um die Leistungsfähigkeit der deutschen Flugzugindustrie auch dem Auslande gegenüber unter Beweis zu stellen. Nun, mit meinem gestrigen Flug scheint mir das geglückt, als dessen Bemerkenswertes ich die Tatsache des geringen Betriebs st offverbrauches an« sehen möchte. Die Maschine braucht je 100 Kilometer, mit vier Personen belastet, bei einer Reise- durchschnittsgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometer nur 17 Liter Betriebsstoff! Und für denjenigen, der viel auf Reisen sein muß, ist es deswegen tatsächlich ein ideales Verkehrsmittel. Darüber hinaus aber spart ein Flugzeug auch Zeit und viel Geld für Uebernachtungen, ohne die vielen Nebenausgaben, die auf langen Reifen unausbleiblich sind.
Aber noch eine besondere Leistungsfähigkeit der Maschine, meiner „Taifun", möchte ich erwähnen. Man kann ohne Schwierigkeit die Geschwindigkeit dieses Flugzeuges weit unter 100 Kilometer, ja sogar auf 60 Kilometer herabdrücken, um dann in aller Gemütsruhe die schöne Landschaft zu genießen. Schwierigkeiten traten bei diesem Fluge, der mich nicht angestrengt hat, gar nicht auf.
Auf dem Hinflug ballten sich über den transsyl- vanischen Alpen Gewitter zusammen, und auf dem Rückflug sah es in der Hohen Tatra etwas „mulmig" aus. Unangenehm war der Flug kurz vor Berlin, da ich plötzlich über dem Spreewald in ein Tief geriet; die Wolken hingen beinahe bis zum Boden.
Elly Beinhorn blättert während der Unterredung in einer Fülle von Glückwunschtelegrammen, die aus aller Herren Länder feit gestern eintrafen. Besonders erfreut zeigte sie sich über die Glückwünsche der deutschen Segelflugexpedition nach Finnland, an der auch Hanna R e i n s ch teilnimmt, die eigentlich nach Konstantinopel als Begleiterin mitfliegen sollte. Auch der Staatssekretär des Luftfahrtministeriums Milch, der Präsident des Luftsportoerbandes Lärzer, der Kunstflieger S t ö h r, das Olympia- komitee find unter den vielen Gratulanten.
Die Bayerischen Flugzeugwerke Augsburg haben auf den glänzenden Verlauf dieses Rekordfluges hin in den ersten 24 Stunden nach dem Fluge nicht weniger als 3 0 0 ernsthafte Anfragen allein aus dem Ausland über diese Maschine erhalten, ein Beweis, daß die deutsche Flugzeugindustrie durch diesen Flug wieder allgemeine Anerkennung auch im Auslande errungen hat.
Elli Beinhorn nach ihrer Ankunft in Tempelhof im Gespräch mit Oberst Übet. — (Scherl-M.)
Der Kampf um die Wahrheit.
Gin englischer Faschist über Deutschland
London, 14. Aug. (DNB.) In der Zeitschrift „Black Shirt", dem Organ der englischen Mosley- Faschisten, veröffentlicht Major Matthews einen Aufsatz, in dem es heißt: Letzthin sind die Ausfälle gegen Deutschland wieder lebhafter geworden. Augenscheinlich besteht bas einzige „Verbrechen" die- fes Landes darin, daß es in den vergangenen Jahren sein Bestes getan hat, eine gesunde und starke Nation zu werden, und bestrebt gewesen ist, durch Wiederbewaffnung des Volkes feinen Grenzen Sicherheit zu geben. Dennoch wird es beschimpft und verurteilt, weil es ge- । i ch selbst zu beschützen. Kontinentale Machte haben einen Kreis „von Gibraltars" und starken Festungen um es gebaut, haben ihre Eisenbahnlinien vervielfältigt, um Truppen zusam- menziehen zu können, und sind sogar Verträge mit Rußland eingegangen. Ein starkes Volk .ann nicht für immer unterworfen und vernichtet werden. Jeder Versuch, das zu tun, Liege führen. England muß n dieser Stunde sich selbst und dem Empire treu fern. Cmneuer Geist muß in unser nationales % ®rreift gänzlich frei von dem Geschäftsgeist der Presse und des Krieges Wir muffen Mit den großen Nationen der • e et 1 n 9 r i e b e n leben, denn wir haben eine Aufgabe hier in unserem eigenen Lande und im Empire zu erfüllen, eine Aufgabe, die weit ruhmvoller und rechtlicher ist als England sie jemals m der Vergangenheit angegriffen hat.
„Die Deutschen wünschen aufrichtig den Frieden"
Eindrücke eines französischen Studenten.
Pari s 14. Aug. (DNB.) Ein französischer Stu- dent Daniel Bolzarb Lambert, ber mit 11 an- Deren französischen Stubenten 14 Tage als Gast ber Universität in Marburg weilte, veröffentlicht lm „Oeuvre feine Einbrücke über bas neue Deutsch»
lanb. „Wir kehren", so schreibt er u. a., „mit ber Ueberzeugung zurück, daß bie Deutschen aufrich- tig den Frieden wünschen. Unsere deutschen Kameraden, mit denen wir über diese Frage gesprochen haben, haben offen erklärt, daß Krieg für sie ein Verbrechen sei, und zwar ein dummes Verbrechen, denn Krieg bringe heut- zutage nichts mehr ein." Er und seine Freunde hätten die Erlaubnis erhalten, irgendein beliebiges Arbeitslager unangemeldet aufzusuchen. Von „kriegerischer Arbeit" hätten sie dort nichts bemertt. Die jungen Leute seien vielmehr mit der Urbarmachungdes Bo« Öen s beschäftigt gewesen. Man habe den Eindruck gehabt, daß diese Jugend ein anderes Ideal habe als den Krieg, nämlich bie Durchsetzung bes Sozialismus im eigenen Lande. Der Student weist schließlich auf den Besuch von 12 deutschen Studenten aus Marburg in Paris hin und hofft, daß auch sie durch enge Fühlungnahme mit dem französischen Volk einige ihrer Ansichten über Frankreich ändern würden.
Italienische Zeitungen verbreiten Wiener Lügen.
R o m, 13. August. (DNB.) Die italienische Presse fühlt sich bemüßigt, in großer Aufmachung eine in Wien fabrizierte Sensationsmeldung aufzugreifen, wonach in München an der Feld- herrnhalle ein Kranz für die Wiener Gefallenen vom 2 5. Juli 1 9 3 4 niederge- legt worden fei. Auf einen Protest ber österreichi- scheu Regierung fei ber Kranz zwar entfernt, bann aber neuerdings wieder angebracht worden. Auf einen neuen Protest hin sei erklärt worden, bas Denkmal sei nicht Staatseigentum, fonbern Eigentum der Partei.
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Die Behauptung, die bie italienische Presse aus “^ben Wiener Quellen übernommen hat, ohne es überhaupt für nötig befunben zu haben, sie nach- zuprufen, ist bereits als Lüge 3 u r ü d g e • m i e [ e n worden. Daß sie von italienischen Zei- tungen noch mit ber Ueberschrift versehen wirb: „Glorifizierung ber Dollfuß-Mürber in München." wirft em außerordentlich eigenartiges Licht auf
bie Wahrheitsliebe italienischer Journalisten. Ge- rabe jetzt sollte man annehmen, daß die italienische Presse anderes zu tun hätte, als Meldungen wei- terzuoerbreiten, denen die Unwahrheit an ber Stirn geschrieben steht.
Vewußle Irreführung.
Lügenhafte Berichterstattung
eines spanischen Marxistenblattes.
Berlin, 14. Aug. (DNB.) Bekanntlich kam es in ber vergangenen Woche in Dallas (Texas) zu wüsten Ausschreitungen streikender Sch neiberinnen gegen unorganisierte Streikbrecherinnen, denen die Kleider heruntergerissen wurden und die bann nackt durch bie Straßen getrieben und von den Streikenden mit den Fingernägeln blutig gefragt wurden. Diese Meldung, die auf die sozialen Zustände in den Vereinigten Staaten und die zunehmende Verrohung als Folge der marxistischen Hetze ein bezeichnendes Licht wirst, hat dem e - ralbo öe Madrid", einer durch ihre gehässige Deutschfeindlichkeit hervorstechenden spanischen Links- Zeitung, Anlaß zu einem geradezu unglaublichen Derdrehungskunst stück gegeben. Das Blatt, das erst vor kurzem eine DNB.-Meldung — ein Dementi über eine angebliche Aufführung eines antisemitischen Tendenzstückes in Oberammergau — so gekürzt hatte, daß sie genau das Gegenteil von dem besagte, was sie in ihrer ursprünglichen Form enthält, veröffentlicht am 9. dieses Monats auf der ersten Seite gesperrt gedruckt eine DNB.-Meldung über Presse st Immen deutscher Zeitungen zu den Vorfällen in Dallas. Die Meldung ist zwar wörtlich roieberge- geben, jeboch mit der irreführenden lieber» schrift versehen: „Die streikenden Schneiderinnen in Berlin mißhandeln und entkleiden ihre Kolleginnen auf der Straße."
Obwohl geographische Irrtümer in einem Teil ber spanischen Presse an ber lagesorbnung sind, ist in diesem Falle nicht anzunehmen, daß der ..Heral» do de Madrid" Dallas für einen Vorort von Berlin gehalten hat, zumal Texas hinzu g e f ü g t war. Es handelt sich hier offensichtlich um eine bewußte Irreführung und Unterstellung, durch die bei den Lesern, soweit sie nur die Ueberschriften ber Nachrichten zu lesen pflegen, ber Einbruck erweckt werben soll, als ob im neuen Deutschlanb berartige Ausschreitungen möglich wären. Was für einen Ruf der „Heraldo de Madrid" im übrigen bei ber anständigen spanischen Presse genießt, geht aus einem kurzen Hinweis in dem rechtsstehenden Platt „El D e b a t e" hervor, in dem erklärt wird, daß man jede Diskussion mit dem ,Heraldo" über die neue spanische Agrarreform abgebrochen habe, da das Blatt „zu einem gesitteten und anständigen Meinungsaustausch unfähig fei."
Hand in Hand miiAdolfHitler
Ein Priester hat das Wort!
München, 13. Aug. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht an leitender Stelle einen Brief eines katholischen Geistlichen, in dem es u. a. heißt: „Es tut in der Seele weh, wenn man immer wieder hören muß, daß so manche Kreise das große Werk, das unser Führer mit seinen Getreuen am deutschen Volk vollbringen will, in seinem wirklichen Wert nicht erkennen und anerkennen wollen. Weh muß es einem tun, weil dieses am Volk zu vollbringende Werk Gottes Wille ist. Leistet nicht gerade unser Führer für uns — die Vertreter der Religion — praktische Arbeit, wenn er einen heldenhaften Kampf aufgenommen hat gegen Gott- und Glaubenslos i g k e i t, gegen Sittenlosigkeit, gegen fonfeffio- netten Zwist, Heimat- und volksfremde Gesinnung, gegen kurzsichtigen Parteihader, gegen Wuchergeist und Klassenkampf, wenn er die Krankheit heilen will, die da geheißen hat: lleberfettung der einen und Unterernährung der anderen Teile des Volkes? Nirgends auf der ganzen Erde bemüht sich eine Regierung so sehr wie die unsere, die lebens- und erdverbundenen Wahrheiten des heiligen Evangeliums Christi endlich einmal zugunsten des Volkes indieTatumzu» setzen! Warum denn immer und immer wieder mit dem ganz unbegründeten Schreckensruf „Die Religion ist in Gefahr!" den Teufel an die Wand malen und damit der Lügenhaftigkeit und Gehässigkeit unserer Gegner im Ausland Vorschub leisten? Stört uns jemand, wenn wir möglichst christuserfüllt das heilige Opfer feiern? Oder oer- bietet uns jemand die Verkündung des lebendigen, liebevollen Wortes Gottes? Nein und tausendmal nein!! Gerade heute ist es wunderschön, in unserem geliebten Vaterland Priester zu fein: Männer __
an ihrer Spitze der Führet — stehen Tag und Tag im heißen Kampf und in noch selten dagewesener Arbeitsleistung um ein einiges, schönes Vaterland und Volk und damit eine bessere Volksexistenz! 0 wie schön wäre es, wenn alle Priester Deutschlands auf ihrem priesterlichen Gebiet Mitarbeiten würden, Hand in Hand mit Adolf Hitler! Wir sprechen doch alle eine Sprache, sind alle Söhne eines Volkes. Darum keine Schwäche, keinen Mißmut! Alles Kleinliche muß zurücktreten hinter den Gedanken: Gott und mein Vaterland und mein Volk!"
Devffenverhrechen katholischer Orden.
Berlin, 14. Aug. (DNB.) Wegen Devisenver- brechens stehen drei Angehörige ber Klösterlichen Genossenschaft ber Barmherzigen Brüber ln ab£ur Dor dem Berliner Sonber- Zeucht. Dem Generaloberen bieser Genoffenschaft, bem 5Wigen Ottmar Dey, unb dem General okonom, dem 56 Jahre alten Franz Josef Brün- ner wird Volks verrat vorgeworfen. Außerdem wird bem Angeklagten Vey Devisenver- h’inf h bem ^geklagten Brünner in
^nf weiteren Fallen zur Last gelegt. Der dritte Angeklagte, ber öchahrige holländische Staatsange- bonge Stephan Kek, ber Generalassistent ber Genossenschaft, hat sich wegen Devisenver- b Le ch * n ® m einem Falle zu verantworten.
Der Volksoerrat wirb barin erblickt, daß die An- geklagten ihren Besitz an ausländischen Wertpapie- ESnir? §o^ s?on 21 500 Schweizer Franken und ?000 holländischen Gulden nach bem Inkrafttreten bes Dolksverratsgesetzes nicht angemeldet haben. Ebenso wurde auch eine Forderung an die Niederlassung ber Genossenschaft in Bufatto (USA.) in Hohe von 3700 Dollar nicht angemelbet. Im übrigen haben alle brei Angeklagten Reichsmark- betrage und ausländische Effekten im Gesamtwert von rund 70000 Reichsmark über die Grenze nach Holland verschoben. Der angeschuldigte Vey hat ferner Devisengenehmigungen unte< fad«


