Reinsdorf, 14. Juni. (DNB.) Zu dem furchtbaren Explosionsunglück, das Reinsdorj betroffen
Bad Schandau, 14. Juni. (DNB.) Im Verlauf der Gruppenführertagung in Bad Schandau wurde die Nachricht von dem schweren Explosions- Unglück in Reinsdorf bei Wittenbera bekannt. Stabschef Lutze unterbrach darauf die Besprechuna und gedachte in ehrenden Worten der auf dem Kampffeld der Arbeit gefallenen Volksgenossen.
An die Werksleitung der Westfälisch-Anhaltinischen Sprengstoff-Fabrik wurde folgendes Telegramm zur Absendung gebracht: „Mit den zum Führerappell versammelten Führern der SA.- Gruppen und Amtschefs der Obersten SA.-Führung bringe ich der Leitung und besonders den Angchöri- aen der Opfer die herzliche Teilnahme zum Ausdruck. Lutze. Stabschef."
Es sind bereits von feiten der Regierung und der DAF. Mittel bereitgestellt worden, um den Opfern, insbesondere den Hinterbliebenen, zu helfen und sie vor Not zu schützen. Der Betrieb, in dem slch das Unglück ereignete, hat sich bereiterklart, den Hinterbliebenen eine lebenslängliche Rente auszu« setzen. Es wird also alles geschehen, um das Unglück zu lindern, soweit dies überhaupt möglich ist. Wir deutschen Volksgenossen neigen uns in diesem Augenblick vor der Majestät des Todes.
Nach Minuten des stillen Gedenkens fuhr Reichsminister Dr. Frick fort:
Aber Deutschland muh leben, auch wenn wir sterben müssen, und so wollen wir weiter arbeiten und kämpfen, Seite an Seite, und jeder llnglücksfchlag soll unsere Reihen nur dichter schließen und uns als ein geschlossenes Ganzes finden hinter unserem Führer.
So werden wir jedes Unglück überwinden und schließlich das Ziel erreichen, das uns der Führer gesteckt hat: Ein neues Deutschland, das Dritte Reich, wie wir es in den Zeiten des Kampfes vor Augen hatten, und wie wir es in den 2% Jahren unserer Regierungstätigkeit schon jetzt zu einem guten Teil verwirklicht habe. In diesem Sinne rufe ich Sie auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: „Deutschland und sein Führer Sieg- Heil!" Draußen erscholl das Sieg-Heil über den Platz. Hierauf sangen die Tausende das Horst- Wessel-Lied. Reichsminister Dr. Frick nahm dann den Vorbeimarsch der Abteilungen der DAF. ab.
Die Trauer des ganzen Dolles
Eine ^et>e des Reichsministers des Innern.
Wir Deutschen im Reiche blicken heute auf unsere Volksgenossen im Danziger Freistaat mit voller Zuversicht und stehen in vollster Volksverbundenheit zu den Interessen, Wünschen und Hoffnungen dieses von uns leider getrennten Gebietes.
Nachmittags unternahm Reichsbankpräsident Dr. Schacht unter Führung des Legationsrates Weyers von der diplomatischen Vertretung Polens eine Fahrt nach Gdingen. Dr. Schacht besichtigte bei einer Hafenrundfahrt eingehend die Einrichtungen des polnischen Hafens.
Aechsbünlpräsident Dr. Schacht sprach am Freitagabend im Artus-Hof vor der Danziger Kaufmannschaft. Er betonte, daß sich das deutsche Volk im Reich mit den deutschen Volksgenossen, die den Freistaat Danzig bilden, eng verbunden fühle.
Danzig dürfe überzeugt sein, daß das Reich, so weU es in seinen Kräften stehe, an der wirtschaftlichen Entwicklung Danzigs auch weiterhin mitzuhelfen gewillt sei. Außerdem werde das Deutschland Adolf Hitlers seine volle moralische Unterstützung in die Wagschale werfen, wenn es gelte, das Vertrauen der Danziger Bevölkerung zu befestigen.
„Ich komme", so fuhr Dr. Schacht fort, „zu Ihnen in keiner irgendwie politischen Eigenschaft und keiner irgendwie gearteten politischen Absicht. Das bezieht sich sowohl auf die innere, wie auf die äußere Politik Ihres Freistaates. Ich komme außer als deutscher Volksgenosse zu Ihnen in der Eigenschaft des Präsidenten der Reichsbank, dem durch das Vertrauen unseres Führers die Leitung der deutschen Währungspolitik verantraut ist. Diese Währungspolitik bei den derzeitigen weltwirtschaftlichen Verhältnissen im Deutschen Reich erfolgreich zu führen, ist gewiß eine Aufgabe nicht geringen Ausmaßes. Sie konnte in den letzten Jahren nur dadurch gelöst werden, daß W i r t - schafts- und Währungspolitik nach völlig einheitlichen Gesichtspunkten geleitet wurden, eine Uebereinllimmung und Zusammenarbeit, die von dem Willen und der Kraft unseres Führers getragen wird. Den Segen einer solchen einheitlichen Willensführung mögen Sie in einer Stunde unleugbarer Schwierigkeiten nicht verkennen. Dr. Schacht mahnte die Danziger zum Zusammenstehen und erörterte dann die Gründe, die für die Danziger Währungspolitik von entscheidender Bedeutung waren bzw. noch sind.
Er verwies darauf, daß ln einer Dell, die Währungsenlwertungen und Wäbrungsfpekula- tionen zu einem Mittel der Politik erniedrigt W, es für ein so kleines und eingeengtes Währungsgebiet wie Danzig ganz besonders schwer ist, seine Währung gegen inkernalionale A"sniib"ng zu schöben. Auch wenn ich feslslelle, daß die gegenseitigen Beziehun- aen zwischen Danzig und Polen freundschaftlich sind, so fuhr Dr. Schacht fort, so sind doch die verschiedenartig oelaaerten Interessen zwischen dem Danziger WirEchastsgebiet und dem mit ihm zollvolitisch verbundenen polnischen Wirtschaftsgebiet nicht wegznleugnen. Außerdem war in ein und demselben Wirtschaftsgebiet eine hochbewertete Währung mit einer niedriger bewerteten zufammengekoppelt, was sich lähmend auf die Konkurrenzfähigkeit der Danziger Wirtschaft auswirken mußte.
Genau so wie es dem Deutschen Reich mit seiner hochbewerteten Währung erhebliche Schwierigkeiten bereitet, gegen die niedrigeren Währungen seiner Konkurrenzländer auf dem Weltmarkt sich zu behaupten.
Dr. Schacht in Danzig.
Das Reich wird auch weiterhin zu Danzig stehen und praktischen Beistand leisten.
der dänische Gesandte Zahlet d°r österreichische Gesandte Tauschnitz und der bolrmamsche Ge- sandte Anze Soria.
$rouerfeier am Dienstag.
Berlin, 15.Juni. (DNB.) Wie der Sonderberichterstatter des „D.B." meldet, wird am fom- menden Dienstag voraussichtlich in den frühen Morgenstunden für die Opfer der Reinsdorfer Katastrophe ein feierlicher Trau erakt stattfinden, bei dem Partei und Staat, Betriebsfuhrung und Gefolgschaft ihr Zusammengehörigkeitsgefühl beweisen werden. Die Feier findet vor den Toren des Werkes statt, im Anschluß daran werden die gefallenen Kameraden in ihre Heimatorte übergefuhrt werden.
Dresden, 14. Juni. (DNB.) Der Kreis Dresden der DAF. hatte für Freitagabend zu einer Massenkundgebung aufgerufen, die sich im Hinblick auf das furchtbare Explosionsunglück in Reinsdorf spontan zu einer eindrucksvollen Trauerkundgebung gestaltete. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand eine Ansprache des
Reichsmimfters des 3nnern Dr. Frick,
der gerade von der Unglücksstätte in Reinsdorf gekommen war. Er führte aus: „Ich komme oeben von Reinsdorf, wo sich am Donnerstagnachmittag das gräßliche Explosionsunglück ereignet hat. Ich stehe noch völlig unter dem Eindruck euer Stätte der Verwüstung und des Grauens.
26 Tote betrauern wir bis jetzt. 73 Schwerverletzte liegen in den Krankenhäusern. Es ist zu be- Ürchten, daß noch mehr Tote sich unter den Trümmern befinden.
Die loten Kameraden sind auf dem Felde der Arbeit und der Ehre geblieben. Das ganze deutsche Volk fühlt mit den Hinterbliebenen dieser Helden der Arbeit den ganzen Schmerz und die ganze Trauer. Die Katastrophe von Reinsdorf ist ein nationales Anglück, wie wir es Gott sei Dank nur selten zu verzeichnen haben. Die Regierung wird ihr Möglichstes tun, um die Betriebssicherheit auf das größtmögliche Maß zu erhöhen.
einer Besprechung mit den Vertretern der Behörden und den Direktoren des Werks die Unglückstätte in Augenschein nahm. Die bisher geborgenen Toten, die in einem zur Totenhalle umgewandelten Schuppen auf dem Werkgelände provisorisch auf- gcbahrt sind, ehrte Dr. Goebbels durch stummen Gruß. Dann begab er sich in das Paul-Ger- Hard-Stift, um jedem einzelnen der 86 Schwerverletzten persönlich die Hand zu drücken. Es war er= chütternd und erhebend zugleich, zu sehen, wie diese Männer und Frauen, die zum Teil furchtbare Schmerzen zu erdulden haben, als deutsche Arbeiter heldenhaft ihr Schicksal ertragen und mit dankbaren, strahlenden Augen den Besuch des Ministers begrüßten. Zum Schluß richtete Dr. Goebbels an das Personal des Krankenhauses eine kurze An- prache und dankte ihm im Namen des Führers und der ganzen Nation für die aufopfernde Arbeit, mit der es feit dem Eintritt der Katastrophe unermüdlich zur Linderung des Unglücks beigetragen hat. Auch die Bevölkerung von Wittenberg, die eben bange Stunden durchgemacht haf, bewies Dr. Goebbels ihre Dankbarkeit für seinen Besuch, indem sie ihm überall begeistert zujubelte, wo immer er sich zeigte. Für die Bevölkerung der durch die Katastrophe geschädigten Dörfer hat der Minister besonders gesorgt, indem er einen sofortigen Einsatz des Arbeitsdienstes zur Behebung der Schäden anordnete. Zur Milderung der ersten Notlage für die Hinterbliebenen und Schwerverletzten übermittelte Reichsminister Dr. Goebbels dem Kreisleiter einen vorläufigen Betrag von 10 000 Mark.
DieSomefürdieHmterWebenen
Die Werksleitung sorgt in vollem Umfange für die Hinterbliebenen. Die Bestattung, die besonders feierlich in Anwesenheit von Vertretern der Reichsregierung und der Partei gestaltet werden wird, findet auf Kosten der Werksleitung statt. Die Hinterbliebenen erhalten die volle Höhe des Lohnes bis zum Eintreten der Versicherung ausgezahlt. Ferner ist das Werk bereit, den Hinterbliebenen auf Lebenszeit eine Rente auszusetzen. Die Deutsche Arbeitsfront wird unabhängig davon noch eine Sonderaktion zugunsten der Hinterbliebenen einleiten.
Spenden
an die für Opfer der Arbeit '.
B e r l i n, 14. Juni. (DNB.) Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Es wird gebeten, Spenden, die zur Linderung der Notlage der Opfer des Unglücks bei Wittenberg bestimmt sind, an die beim Reichsminifterium für Volksaufklärung und Propaganda bestehende „Stiftung" für Opfer der Arbeit" (Konto Nr. 120) bei der Reichskreditgesellschaft Berlin W 8, Behren- Straße 20/21 mit dem Vermerk „Für Wittenberg" einzuzahlen. Die (Stiftung für Opfer der Arbeit wird für die sachgemäße Verwendung dieser Mit- ret Sorge tragen.
Veileidskundaebunaen.
Berlin, 14. Juni. (DNB.) Reichsminister Dr. Frick hat an den Betriebsführer der Westf.-Anhal- tinischenSprengstoffabrik inReinsdorf(Wittenbg.) folgendes Beileidstelegramm geschickt: „Tief erschüttert von dem entsetzlichen Unglück in Reinsdorf bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der auf dem Felde der Arbeit gefallenen Kameraden mein herzliches Beileid aussprechen zu wollen. Das Unglück trifft das ganze Volk bitter schwer. Zur Linderung der ersten Not lasse ich dem Regierungspräsidenten die Summe von 10 000 Mark zugehen. Ich bitte ferner, den Verletzten meine besten Wünsche für eine baldige Genesung zu übermitteln."
hat, gehen unausgesetzt zahllose Beileidsbezeugungen von sämtlichen Regierungsstellen und aus der Bevölkerung ein. Die Telegramme häufen sich. Nicht weniger großen Anteil nimmt die Deutsche Evangelische Kirche, was in einem Beileidstelegramm des Reichsbischofs zum Ausdruck kommt.
Das Beileid der Diplomaten.
Berlin, 14. Juni. Anläßlich des Explosionsunglückes in Reinsdorf haben am heutigen Tage der Reichsregierung teils persönlich, teils schriftlich ihr Beileid zum Ausdruck gebracht: Der apostolische Nuntius; der französische Geschäftsträger Arn al; der italienische Geschäftsträger Diana; der Botschaftsrat L u b o m i r f t i namens der polnischen Botschaft, der tschechoslowakische Gesandte M a st n y.
nach Bekanntwerden des Unglücks in Reinsdorf < den Betrag von 50000 Mark. Hauptamtsleiter Pg. Hilgenfeld richtete nachstehendes Telegramm an die Betriebsführung und Gefolgschaft: !
„Der Betriebsführung und der Gefolgschaft der 1 Firma Wasag in Reinsdorf spreche ich als einem der ersten Firmenmitglieder der NSV. zu dem schweren Betriebsunglück mein tiefempfundenes Beileid aus, das ich auch den Hinterbliebenen der auf dem Feld der Arbeit in treuer Pflichterfüllung Gefallenen zu übermitteln bitte. Zur ßinflerury^ der ersten Not überweise ich namens der NSV. 25 000 Mark.
Gez. Hauptamtsleiter H i I g e n f e I d." Weitere 25 000 Mark spendete der Gau Halle- Merseburg der NS.-Dolkswohlfahrt.
S00ü0-Rark-Spenoe der „Stiftung für Opfer der Arbeit".
Berlin, 14.Juni (DNB.) Die „Stiftung für Opfer der A r b e i t " hat zur Linderung der Notlage der Opfer des Unglücks bei Wittenberg einen Betrag von 50 000 Mark zur Verfügung gestellt. (Sie hat sich gleichzeitig mit den örtlichen Stellen in Verbindung gesetzt, um eine planmäßige Betreuung der Hinterbliebenen der Opfer herbeizuführen.
Beileid des Königs von Italien.
Der Dank des Führers.
Berlin, 14. Juni. (DNB.) Anläßlich des Unglücks in Reinsdorf hat der König von Italien an den Führer und Reichskanzler das nachstehende Telegramm gerichtet: „Mit tiefem Bedauern habe ich die Nachricht von dem schweren Unglück bei Reinsdorf gehört und bitte Euer Exzellenz, den Ausdruck meines lebhaften Beileids zu der Trauer, die so viele Familien schmerzlich betroffen hat, entgegennehmen zu wollen.
V i 11 o r i o Emanuele."
Der Führer hat telegraphisch wie folgt gedankt: „Euer Majestät bitte ich, für die Anteilnahme an dem schweren Unglück, das so viele Familien durch die Explosionskatastrophe in Reinsdorf betroffen hat, namens des deutschen Volkes meinen aufrichtigsten Dank entgeaennehmen zu wollen. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler.
Die Ausiaumungsarbeiten.
Wie der Sonderberichterstatter des DNB. von der Unglücksstätte am Freitaamittag meldet, steigt immer noch Rauch von den schwelenden Trümmern des zerstörten Betriebsteiles auf. Nur den Ingenieuren und den Rettungsmannschaften wurde das Vordringen gegen den Katastrophenherd gestattet. Zu wirren Knäueln ineinandergetriebene Eisenträger, geborstene Kessel, große Lachen Säuren begegnen die Stelle, an der kaum 24 Stunden vorher noch Tätige am Werk waren. Die Absperrungen wurden auch in den Vormittagsstunden noch streng aufrechteryalten, weil man von vornherein durch etwa erneut austretende Explosionen Opfer vermeiden wollte. Auf den Trümmern sieht man die Rettungsmannschaften, Sanitäter und Werksangehörige damit beschäftigt, ihre toten Arbeitskameraden zu bergen. Ueberall sieht man die über das Gelände verteilten Hydranten mit Schläuchen versehen. Es ist erstaunlich, mit welcher Geistesgegenwart die Arbeiter im Augenblick der Katastrophe noch alles taten, um eine Ausdehnung und ein Weitergreifen der Explosion zu verhüten.
Todesmutiger Opfersinn und wagemutige Einsatzbereitschaft für die Arbeitskameraden zeichneten die ganze Rettungsaktion aus. Eine besondere Gefahr bildeten im Augenblick der Katastrophe einige große Behälter mit Sprengstoffen. Unter Einsetzung ihres Lebens drangen mehrere Betriebsangehörige vor, um ihren Arbeitskameraden, der dort ständige Wache hält, zu bergen. Auf mehrmaliges Rufen erschien der Arbeiter wohlbehalten und erklärte, nicht eher vom Platz zu weichen, bis die gesamte Anlage vollkommen unter Wasser gesetzt sei. Diese Pflichterfüllung bis zum Letzten hat eine Ausbreitung des Unglücks und die Vermehrung der Zahl der Opfer verhindert.
An vielen Stellen drangen auch Arbeiter, die ihre Werkstellen noch rechtzeitig verlassen konnten, trotz der durch herumfliegende Glassplitter und Steine erlittenen Verletzungen in andere Werkstätten ein, um Arbeiter, denen durch Einsturz oder schwere Verwundungen das Entkommen unmöglich war, zu
Ministerpräsident General Göring hat an die Werksleitung folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Tief erschüttert über die traurige Nachricht von dem entsetzlichen Explosionsunglück, das so viele blühende Menschenleben dahinaerafft und die Familien zahlreicher schaffender Volksgenossen in tiefe Trauer und schwere Sorge gestürzt hat, spreche ich Ihnen in aufrichtigem Mitgefühl mein Beileid aus. Ich bitte Sie, den Hinterbliebenen der Verstorbenen meine warme Anteilnahme zu übermitteln und ihnen, sowie den Verletzten und deren Angehörigen zu versichern, daß ich gemeinsam mit den anderen dazu berufenen Stellen für die Linderung und Behebung der durch das Unglück entstehenden schweren Not Sorge tragen werde."
An die Deutsche Arbeitsfront richtete Ministerpräsident Göring ebenfalls ein Telegramm folgenden Wortlauts: „Die Nachricht von der schweren Explosionskatastrophe in Reinsdorf bei Wittenberg, der so viele treue Arbeitskameraden ihr Leben opfern mußten, hat mich mit tiefer Trauer erfüllt. Ich bitte Sie, den Hinter- bliebenen meine aufrichtige Anteilnahme auszusprechen und den Verletzten meine besten Wünsche für baldige Genesung zu übermitteln."
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Der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath hat an den Betriebsführer der Westfälisch- Anhaltinischen Sprengstosfabrik folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Anläßlich des schweren Unglücks, durch das so viele brave Arbeiter das Leben verloren haben, spreche ich Ihnen meine aufrichtige Teilnahme aus und bitte Sie, den Hinterbliebenen den Ausdruck meines herzlichen Beileids zu übermitteln. Freiherr von Neurath."
Der Reichs- und preußische Wirtschaftsminister und der Reichs- und preußische Arbeitsminister haben dem Betriebsführer und der Gefolgschaft der Westfälisch-Anhaltinischen Sprengstosfabrik zu dem Explosionsunglück im Werk ihre wärmste und aufrichtige Anteilnahme ausgesprochen.
Der Reichsarbeitsminister hat sich ferner sofort mit der D-'rufsgenossenschaft der Ehemischen Industrie in Verbindung gesetzt, damit durch beschleunigte Auszahluna r>on Vorschüssen auf die entstehenden Rentenansprüche der dringendsten Not in den Familien der Verunglückten gesteuert wird.
bergen.
lieber die vielen Taten echter Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und der Formationen der Bewegung wird ergänzend noch berichtet, daß z. B. die Arbeiter, die vielfach barfuß von der Unglücksstätte geflüchtet waren, sofort notdürftig mit Schuhzeug versorgt wurden. Ein großer Teil, deren Fahrräder an der Unglücksstätte zerstört worden waren, fand in den umliegenden Dörfern Unterkunft. Schon in den ersten Morgenstunden war von der Kreisleitung in Wittenberg für die notwendige Verpflegung Sorge getroffen worden. Schlächtereien und Gast- wirtschaften organisierten mit Unterstützung des Schlachthofes einen Essenträgerdienst. Um die Arbeiterschaft mit den notwendigen Geldmitteln zu versorgen, wurden auf den Arbeitsämtern und teilweise auch auf freiem Felde die Löhne ausgezahlt. Aus Kreisen der Bevölkerung und auch von den Behörden laufen immer wieder Spenden ein als Zeichen der tiefen inneren Anteilnahme und der Veroundenheit mit den Arbeitern.
Wnister
besuchen die Lnglücksstätte.
Berlin, 14. Juni. (DNB.) Reichsminister Dr. Frick traf am Freitag gegen 11 Uhr in Begleitung von Generalleutnant D a I u e g e an der Unglücks- ftätte in Reinsdorf ein. Dr. Frick begab sich sofort an den Herd der Explosion und ließ sich dort eingehend Bericht Über die Entstehung des Unglücks erstatten. Seine besondere Sorge galt dem ungehinderten Fortgang der schweren Bergungsarbeiten und der schnellen Unterbringung der Verletzten. Reichsminister Dr. Frick beschleunigte durch persön- Iid)cs Eingreifen die Maßnahmen, die für die Versorgung der Hinterbliebenen und besonders für die augenblickliche Behebung der ersten wirtschaftlichen Not getroffen waren. Es fand sodann unter seiner Leitung eine besondere Besprechung sämtlicher anwesenden Behördenoertreter statt, in der das Ergebnis der Besichtigung behandelt und die weiteren Maßnahmen festgelegt wurden. Minister Frick gab eingehende Weisungen für den Fortgang der Ermittlungen und unterstrich auch die besondere Notwcn- digkeit, den benachbarten Dörfern und Arbeitersiedlungen, die durch das Unglück zu Schaden ge- kommen sind, alsbaldige Hilfe zukommen zu lassen.
Im Lause des Freitagnachmittag traf auch der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels in Reinsdorf ein, der nach
Danzig, 14.Juni. (DNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht traf heute um 12 Uhr von Berlin im Sonderflugzeug in Danzig ein. Aus dem Flugplatz in Danzig-Langfuhr hatten sich zur Begrüßung u. a. eingefunden Gauleiter Forster, Senatspräsident Greiser, der deutsche Generalkonsul von Radowitz, der Präsident der Bank vyn Danzig Dr. Schaefer und Handelskammerpräsident Schnee. Der Präsident der Bank von Danzig, Dr. Schäfer, gab ein Frühstück, an dem die offiziellen Danziger Persönlichkeiten mit dem Gauleiter Forster und dem Senatspräsidenten Greiser an der Spitze teilnahmen. Außerdem waren der Präsident des Danziger Hafenausschus- es, Dr. Neederbragt, der deutsche Generalkonsul von Radowitz, sowie der diplomatische Vertreter der Republik Polen in Danzig, Minister Dr. Papse, anwesend. Dabei richtete
der Präsident der Bank von Danzig.
Dr. Schäfer,
eine Ansprache an den Reichsbankpräsidenten, in der er sagte: „Ich spreche Ihnen meinen aufrichtigen Dank dafür aus, daß Sie Ihre schon seit längerer Zeit gehegte Absicht, in Erwiderung meines Besuches der Danziger Notenbank einen O e g e n b e - s u ch abzustatten, verwirklicht haben. Ihr Besuch ist uns umso willkommener, als er gerade in eine Zeit fällt, in der sich die Bank von Danzig und die Danziger Währung in einer zweifellos besonders schwierigen Lage befinden, die zu meistern den Einsatz der ganzen Kraft Danzigs erfordert. Die Danziger Wirtschaft steht bereits seit einer Reihe von Jahren in einem schweren Existenzkampf, der sich durch den Verfall der internationalen Wirtschaftsgemeinschaft immer mehr verschärft hat.
Ihr heutiger Besuch muß uns daher mit neuer Hoffnung und Zuversicht erfüllen, denn er beweist, daß unser Mutterland, Deutschland, nicht nur den stärksten Anteil an dem schweren Schicksal Danzigs nimmt, sondern daß es gerade in kritischen und entscheidungsvollen Augenblicken bereit ist, das Gefühl der unslösbaren Zusammengehörigkeit zwischen den Volksgenossen Danzigs und des Deutschen Reiches, die durch Bande des Blutes und der Geschichte verbunden sind, zu betonen und zu stärken."
Äeichsbankvrcisident Dr. Schacht erwiderte u. a.: Auch für mich ist es eine Freude und Genugtuung, daß ich heute die langgehegte Absicht meines Besuches in Danzig ausführen kann. Die Rei ch s b a n f hat das größte Vertrauen zu der Umsicht und Energie, mit der die Politik der Danziger Bank geführt wird. Durch h i st o r i s ch e Fehler größten Ausmaßes, die nicht der Kontrolle des deutschen Volkes unteHeg-m haben, sind Sie mit Ihrem Institut zur Zeit in Schwierigkeiten hineingeraten, die eine besonders starke Hand erfordern.
Sie können diese starke Hand nur zeigen, wenn die Danziger Regierung mit Ihnen den festen Millen beweist, das währungspolitische Schicksal Danzigs selbst zu meistern. Ich freue mich, baß dieser Mille vorhanden ist, und ich kehe in dem engen Zusammenwirken eine sichere Gewähr dafür, daß Sie die augenblicklichen Schwierigkeiten in vollem Umfange überwinden werden. In einer Zeit, in der viel stärkere Gemeinwesen unter den währungspolitischen Verhältnissen der Welt leiten, bedeutet es für Sie hier in Danzig keine Schande, wenn Sie in Ihrem kleinen Freistaat sich ähnlichen Schwierigkeiten nicht haben entziehen können. Aber Sie werden in derselben Weise, wie es das Deutsche Reich bewiesen hat, zeigen, daß deutscher Behauptungs- wllle aller Schwierigkeiten Herr wird.


