Die zweite wesentliche Ursache der Danziger Schwierigkeiten liegt darin, daß die Danziger Währung bei ihrer Schöpfung auf das englische Pfund gegründet war. Dr. Schacht erinnerte dann an die Entwertung des Zloty in den Jahren 1925/26 und an die L o s l ö s u n g des Pfundes vom G o l d st a n d. Es sei der Fehler gewesen, daraufhin den Gulden vom Pfund abzulösen. Seitdem sei der Gulden zu dem Kampf verurteilt gewesen, der nach Lage der Dinge schließlich zu der Abwertung habe führen müssen, die am 2. Mai vorgenommen worden sei. Die Auslösung der unvermeidlichen Abwertung des Guldens, d. h. die Wiedergutmachung des 1931 begangenen Fehlers, sei beschleunigt worden durch die internationalen Währungsvorgänge dieses Frühjahrs. Dr. Schacht erinnerte dabei an die Angriffe auf die Währungen von Belgien, Holland, Frankreich und der Schweiz. Diese Angriffe hätten überall zu Schwierigkeiten geführt, denen sich eine so kleine Notenbank wie die Bank von Danzig am wenigsten gegenüber hätte behaupten können.
Jehl, nach den Maßnahmen der Bank von Danzig sehe er, Dr. Schacht, den Gulden als in seinen Grundlagen gesund an. Wenn die Bank von Danzig ihre Außenstände auch nur zu einem Teil eintreibe und nur einige neue Kredite gebe, so werde sie ihren Notenumlauf so verringern können, daß der Gulden bald feinen Seltenheitswert gewinne, der sich in einem Aufgeld ausprägen könne.
Als man im Jahre 1924 versucht habe, die Rentenmark kaputt zu schlagen, habe er sich dieses Mittels bedient und binnen acht Wochen erreicht, daß so
viel Devisen zuflossen, daß alle Devisen voll zugeteilt werden konnten. Dr. Schacht betonte bann, daß die Energie, mit der die Danziger Regierung und die Notenbank dem Wahnsinn der Dis- kreditierung der Danziger Währung entgegengetreten seien, seine volle An. erkennung habe. Der stark aufgeblähte Haushalt müsse auf ein geringeres Ausmaß abgestellt werden. Insbesondere werde man die Anleihe- Politik des früheren R e g i e r u n g s s y - sterns für manche Fehler verantwortlich machen müssen. Die Danziger Regierung habe sich als Berater auf dem Gebiet des Finanz- und Verwaltungswesens die Mitwirkung des Präsidenten Hel- ferich, eines sachkundigen Fachmannes, gesichert. Dr. Schacht schloß:
3n feiner Volkslagsrede hal der Präsident eine Reihe von Maßnahmen erwähnt, mit denen auch die Reichsregierung die dem Freistaat Danzig obliegenden finanziellen Lasten erleich- tern kann. Ich glaube, es darf von Ihnen aöen mit Genugtuung enkgegengenommen werden, daß in so schwieriger Zeit Ihnen die Reichs- reaierung auch praktisch denjenigen Beistand leistet, den sie in ihrer eigenen, nicht leichten Situation zu gewähren in der Lage ist. Ich weiß sehr wohl, daß Selbstbehauptung in schwieriger Zeit Opfer fordert. Diefe Opfer so gerecht und gleichmäßig wie möglich auf alle zu verteilen, ist notwendig.
Uns Deutschen hat eine über tausendjährige Geschichte das Leben niemals leicht gemacht. Im Her- zen Europas verankert, haben wir uns jederzeit
nach allen Seiten kräftig wehren müssen und haben nur dadurch unser Volkstum und unseren Boden behauptet. Danzigs Volkstum und Boden wird nicht vergehen und nicht vermindert werden, weil uns zufällig im Augenblick ein paar Devisen fehlen, und niemand soll glauben, daß derartige vorübergehende Schwierigkeiten an den Bestand des deutschen Danzig und an seinem Willen zur Selbstbehauptung nur das ge- ringste ändern könnten.
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Eine Erklärung des Kardinalerzbischofs Schutte, Köln.
Köln, 14. Juni. (DNB.) Das Erzbischöfliche Generalvikariat veröffentlicht folgende Erklärung:
„S. E. der Herr Kardinal Schulte, Erzbischof von Köln, hat der S t a a t s r e g i e r u n g gegenüber bezüglich der Devisenoergehen von Ordenspersonen aus der Erzdiözese Köln folgende Erklärung abgegeben: Die bei den Augustinerinnen in der Seoerinstraße und bei den Vin- zentinerinnen in Köln-Nippes vorgekommenen Vergehen gegen die Devisengesetze, sowie jedes Devisenvergehen verurteile ich vollkommen und beklage sie schmerzlich. Es gehört zu den schlimmsten Ueberraschungen und Enttäuschungen in meinem Leben, daß bei den genannten Schwestern zwei leitende Persönlichkeiten jenen Einflüssen nachgegeben haben, vor denen ich bereits in einem Erlaß vom 10. Dezember 1931 gewarnt habe.
Köln, den 11. Juni 1935.
(gez): C. I. Kardinal Schulte, Erzbischof von Köln."
MeASordniW derVriüfhKgwn kommt nach Deutschland.
Berlin, 14. Juni. (DNB.) Die British Legion hat am Freitag eine offizielle gemeinsame Einladung der großen deutschen Frontkämpfer- verbänd' erhalten, und zwar von der Naüonal- sozialistischen Kriegsopferversorgung e. V., dem Kyff° Häuserbund, dem Nationalsozialistischen Frontkämpferbund (Stahlhelm) und dem Reichsverbgnd deutscher Offiziere. Diese Einladung wurde von der British Legion angenommen. Am 13. Juli wird eine Delegation der British Legion von London nach Deutschland kommen, um die freundschaftlichen Beziehungen mit den genannten Verbänden aufzunehmen.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. D.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr Hans Thyrlot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt d^r Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl iche linioerstmts Buch- inD Steindruckerei R Lange, K-G, sämtlich in Gießen.
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