durch Vebergießen mit 7prozentiger Karbottneum- lösung. Am meisten werden Pflaumen- und Sütz- kirschenbäume von den Käfern beflogen; dann folgen Nuß-, Weiden-, Apfel- und Birnbäume. Man schüttelt die Käfer am besten von den Bäumen morgens zwischen 4 und 9 Uhr, da sie dann wegen der Morgenkühle steif sind und sich nicht an den Blättern halten können.
Große Strafkammer Gießen.
Weden Betrugs und Urkundenfälschung wurde der 5- Sch. aus Salzschlirf vom hiesigen Schöffengericht zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde ihm auf die Dauer von 2 Iahten die Berufsausübung untersagt. Gegen dieses Urteil verfolgte der Angeklagte das Rechtsmittel der Berufung, das jedoch verworfen wurde. Der Angeklagte vertrieb angeblich Bilder des Füh
rers. Er ließ sich jeweils eine Anzahlung geben, die Lieferung blieb jedoch aus. Außerdem änderte er an einem Motorrad, das er kaufte und das der Kraftfahrsteuer unterlag, den Rauminhalt, um es der Steuer zu entziehen.
Der F. D. aus Nidda unterschlug einen Betrag von über 1000 Mark. Der Angeklagte war in vollem Umfang geständig. Das Gericht erkannte auf 8 Monate @ e f ä n g n t s unter Anrechnung der seit 21. Februar verbüßten Untersuchungshaft.
Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich die Kammer mit dem Karl Wolf aus Steinheim, der wegen Verbrechens im Sinne des § 176 Ziff. 3 RStGB zu 1 Jahr 4 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Der gegen den Angeklagten erlassenen Haftbefehl bleibt bestehen. Er wird jedoch auf Grund der von ihm geleisteten Sicherheit nicht in Untersuchungshaft verbracht.
Die Ordnung des Brotmarktes.
Ortsüblich: fünf Brotsorten.
Die Regelung der Getreidewirtschaft war vom Erzeuaer zu den Mühlen durchgeführt und mußte demgemäß auch zur Ordnung des Brotmarktes führen. Das Brotgesetz, das in den Jahren 1931 und 1Ö32 ergangen ist, hat kürzlich eine Aenderung erfahren, die den Weg für die neue Brotmarkt- orbnung freigemacht hat. Darin ist eine Festlegung der zulässigen Brotsorten ergangen, die für „Spezial brot* einen Genehmigungszwand einführte und für die „ortsüblichen" Brote fünf bestimmte Sorten zur Einführung brachte. Die S p e z i a l b r o t e, die in den großen Städten, aber auch in vielen Gegenden Süddeutschlands eine gewisse Vielfältigkeit zur Auswahl brachten, haben zu einem gewissen Konkurrenzkampf im Bäckereigewerbe geführt. Deshalb ist die Einschränkung erfolgt. Das Gewicht des frischen Brotes muß stets durch 250 teilbar fein, und das einzelne Brot muß mindestens 750 Gramm wiegen, sofern es mindestens zu 20 o. H. aus Roggen her- gestellt ist. Alle übrigen Brotsorten müssen mindestens 500 Gramm Gewicht haben. Das Gewicht ist auf dem Brot für den Käufer leicht erkennbar anzv^ek-en. Brot, das in Packung abgegeben wird (Vollkornbrot ufw.) darf, sofern es in Scheiben geschnitten ist, nur in Mengen von 125, 250 und
500 Gramm verkauft werden. Auch hier muß das Gewicht auf der Verpackung angegeben sein. Das „ortsübliche Brot", das ebenfalls gekennzeichnet fein muß, ist in fünf Sorten gegliedert worden: Roggenschrotbrot (Zeichen S mit 2 v. H. Beimischung von Weizenmehl), Weißbrot (Zeichen W ohne Zusatz von Milch, Fett usw.), Roggenmischbrot (Zeichen RM) und Weizenmischbrot (Zeichen MW). Der Begriff „Mischbrot" wird nach den örtlichen Gewohnheiten auszulegen sein.
Die Brotmarktordnung behandelt auch die Preise, ohne jedoch starre Vorschriften zu erlassen. Die Preisbemessung wird auf ihrem jetzigen Stande gehalten, auch Preisherabsetzungen können untersagt werden, wenn damit eine erhebliche Schädigung des Gewerbes verbunden würde. Die Handelsrabatte für Wiederoerkäufer dürfen nicht mehr als 12 v. H. betragen, ausgenommen find lediglich Spezialbrot und Mischbrot, für das höhere Sätze zulässig sind. Ein Wiederoerkäufer, der Rabatt in Anspruch nehmen will, muß jedoch in der Woche mindestens 30 Brote im Gesamtgewicht von 80 Pfund verkaufen. Diese Bestimmung soll dazu dienen, die Abwanderung der Kundschaft vom Bäckerladen in andere Handelsgeschäfte zu vermeiden.
Ausbau der Zagdbehördeu und der Zägerschast im Kreise Gießen.
Die Pressestelle des Kreisjägermeisters für den Kreis Gießen teilt uns mit:
Zur Durchführung der ihm übertragenen Aufgaben hat der Kreisjägermeister folgende Einteilung des Jagdkreises Gießen vorgenommen:
Der Jagdkreis Gießen
wird in 6 Hegeringe eingeteilt:
1. Hegering Gießen: Alten-Buseck, Annerod, Daubringen, Friedelhausen, Gießen, Großen- Buseck, Heibertshausen, Heuchelheim, Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis, Trohe, Wieseck. Hegeringleiter: Oberforstmeister Lipp in Gießen.
2. Hegering © r ü p b e r g: Beltershain, Burkhardsfelden, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Hattenrod, Lindenstruth, Lumda, Queckborn, Reinhards- hain, Reiskirchen, Saasen mit Bollnbach, Stangenrod, Winnerod. Hegeringleiter: Rechtsanwalt B e i l st e i n in Grünberg.
3. Hegering Grüningen: Albach, Allen- dorf a. d. Lahn, Dorf-Gill mit Hof-Gill, Eberstadt, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leihgestern mit Neuhof, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn- Steinberg mit Ober-Steinberg. Hegeringleiter: Förster Schäfer in Dorf-Gill.
4 Hegering Lich: Arnsburg, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Hungen, Inheiden, Langsdorf, Lich mit Mühlsachsen, Hof Albach und Kolln- hausen, Muschenheim, Nieder-Bessingen, Obbornhofen, Trais-Horloff, Utphe mit Feldheim. Hege- ringleiter: Hofpächter Brückmann in B^klar.
5. Hegering Londorf: Allendorf a. d. Lda., Allertshausen, Bersrod, Beuern, Climbach, Geilshausen, Kesselbach. Londorf, Odenhausen mit Hof Appenborn, Rüddinqshausen, Weitershain. Hegeringleiter: Forstmeister Ar n o l d i in Londorf.
6. Hegering Röthges: Ettingshausen,
Langd, Lauter, Münster mit Hessenbrückerhammer, Nonnenroth, Ober-Bessingen, Rabertshausen II mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Stockhausen, Villingen, Weickartshain. Hegeringleiter: Förster Bsttteron in Röthges.
Die Hegeringleiler sind die Vertreter des kreis- jägermeifters in ihrem Dienstbezirk.
Alle in diesem gelegenen Reviere sind ihrer Aufsicht unterstellt. Sie haben ferner die Aufgabe der weidmännischen Erziehung und Fortbildung derjenigen Jäger, die in ihrem Bezirk wohnen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe sind sie gehalten, regelmäßige Zusammenkünfte zu veranstalten. Zur Teilnahme daran verpflichtet sind alle Inhaber entgeltlicher oder unentgeltlicher Jagdscheine, die in dem Hegeringbezirk ihren Wohnsitz haben. Erwünscht ist im Interesse der gedeihlichen Zusammenarbeit auch die Anwesenheit solcher Jäger, die zwar in einem anderen Bezirk wohnen, aber in dem fraglichen Hegeringbezirk ihr Revier haben. Auch die Durchführung der vorgeschriebenen jagdlichen Pflichtschießen, mit denen noch im Mai begonnen wird, ist ihre Sache. Jeder Jäger schießt in dem Hegeringbezirk, in dem er wohnt. Von Zeit zu Zeit werden alle Jagdscheininhaber des Kreises durch den Kreisjägermeister zu einem Jägerappell zusammengerufen werden.
Der erste Appell findet am Samstag, 25. Mai, um 15.30 Uhr pünktlich auf der Liebigshöhe statt.
Alle im Kreise Gießen wohnenden Jagdschein-Inhaber sind zum Erscheinen verpflichtet. Nichtkreiseingesessenen Pächtern von Revieren, die im Kreise liegen, wird die Anwesenheit dringend empfohlen. Sämtliche Bekanntmachungen des Kreisjägermeisters und der Hegeringleiter erscheinen in den amtlichen Jagdverkündigungsblättern (Jagdzeitungen). Jeder Jäger ist verpflichtet, van ihnen Kenntnis zu nehmen.
Oberheffen.
Diamantene Hochzeit.
* Grünberg, 15. Mai. Der Weichenwärter i. R Joh. ® ö r n e r t und Frau Elisabeths Katharina, geb. Römer, können am morgigen Donnerstag, 16. Mai, in körperlicher und geistiger Frische im Kreise von 5 Kindern und 3 Enkelkindern das Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Der alte Herr ist in unserer Stadt der letzte noch unter uns weilende Veteran des Krieges von 1870/71.
Bad-Nauheimer Lubiläumsplakette.
* Bad-Nauheim, 15. Mai. Anläßlich seines hundertjährigen Bestehens hat Bad- Nauheim von der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen eine Jubiläumsplakette in Böttcherporzellan Herstellen lassen, die jeder Kurgast erhalten wird.
Erfreuliches vom neuen Kahrplan.
tn Lang-Göns, 15. Mai. Der neue Fahrplan, der heute in Kraft tritt, bringt für die Strecke Gießen—Frankfurt a. M. einige sehr e r - freuliche Neuerungen. Die Fahrgelegenheiten von hier nach Gießen sind von seither 15 Zügen auf 19 erhöht worden. Erwähnenswert ist auch, daß zum ersten Mal der Eil z u g hier in Lang-Göns und in Großen-Linden hält. Er fährt von Lang-Göns ab 10,13, Großen-Linden 10,18, in Gießen an 10,25 Uhr. Er ist zuschlagspflichtig, wird aber sicher manchen Reisenden sehr angenehm fein, da der seitherige Zehnuhr-Zug auf 9,15 Uhr vorverlegt wurde. Von den 19 Zügen, den nach Gießen fahren, verkehren drei nur am Werktag, zwei nur Sonntags und einer am Tag nach dem Sonntag. In der Richtung nach Frankfurt fuhren seither 10 Züge, in Zukunft sind es 14, davon zwei nur an Werktagen. (Die beiden ersten am Morgen.) Ein Zug, der 13.47 Uhr, bzw. 13.54 (am Samstag) hier abfährt, geht nur bis
Butzbach, alle anderen fahren durch bis Frankfurt. Man kann also sagen, daß wir von Lang- Göns aus fast stündlich nach Gießen fahren können. In der Richtung nach Frankfurt sind die Fahrtgelegenheiten auch bedeutend verbessert worden. Von 12 Uhr ab bis 20 Uhr verkehren 8 Züge, bann kommt allerdinas eine große Pause, da der letzte Zug nach Frankfurt erst um 23 Uhr hier abgeht.
40 Jahre Keuerw»hr in Birklar.
* Birklar, 15. Mai. Am kommenden Sonntag, 19. Mai, begeht die hiesige Freiwillige Feuerwehr die Feier ihres 40jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß findet am Vormittag hier eine Ausschußsitzung des Kreisverbandes statt. Mittags um 12 Uhr wird eine große Feuerwehrübung unter Beteiligung der Motorspritzen von Lich und Langsdorf, sowie der Sanitätskolonne abgehalten. Um 14 Uhr wird sich ein Festzug durch die Ortsstraßen nach dem Festplatz in Bewegung setzen, ferner ist die Verleihung von Ehrenzeichen vorgesehen. Den Abschluß des Tages wird ein Volksfest bilden. Die Feuerwehrkapelle Lich stellt die Musik.
Sängertreffen in Homberg.
«es Homberg, 14. Mai. Am Sonntag fand hier eine Tagung der Gesangvereine des nördlichen Teiles des Ohm-Lumda- Tal-Sängerkreises statt, an der 10 Vereine teilnahmen
Den Auftakt bildete am Vormittag das Wertungssingen in der Stadtholle, zu dem Musikdirektor Dr. Werner (Frankfurt a. M.) als Wertungsrichter erschienen war. Jeder Verein mußte einen Pflichtchor singen, anschließend einen selbstgewählten Chor zum Vortrag bringen. An dem Wertungssingen beteiligten sich die Vereine von Maulbach, Geilshausen, Ober-Ofleiden, Homberg,
itt:
as leistet die Deutsche Arbeitsfront?
LPD. Frankfurt a. M., 14. Mai. Eine der volkstümlichsten Einrichtungen ist die N S G. „Kraft durch Freud e". Schon einige Zahlenbeispiele lassen dies deutlich erkennen:
Das „Amt für ißeran Haltungen" führt im Gau Hessen-Nassau allmonatlich 400 bis 600 Theater- und Filmabende, Konzerte und Bunte Abende durch. Es erfaßt damit jeweils 150 000 bis 200 000 Volksgenossen. 2000 Tagesengagements mit Künstlern und Musikern waren im ersten Vierteljahr 1935 nötig, und über 100 000 Mark kamen in der gleichen Zeit an die Mitwirkenden zur Auszahlung.
Auch das „S p o r t a m t" hat trotz seines erst kurzen Bestehens bereits stattliche Beteiligungsziffern aufzuweisen. Zur Zeit lernen allein in Frankfurt a. M. 500 Volksgenossen mit „Kraft durch Freude" das Schwimmen, während in Gymnastikkursen wöchentlich etwa 1500 Frauen erfaßt werden. Die laufenden Reitkurse haben etwa 100 Teilnehmer. Innerhalb eines Vierteljahres konnten 150 Sportkurse zum Abschluß gebracht werden. Zur Zeit beschäftigt das Sportamt 40 Sportlehrer.
Ganz gewaltig sind die Leistungen des Amtes für „Reise-Wandern-Urlau b". So konnte der Gau Hessen-Nassau in den Monaten Mai bis-»
November des vergangenen Jahres nicht weniger als 160 000 Menschen mit Sonderzügen bewegen. Das Jahr 1935 wird diese Leistungen noch weit übertreffen, sind doch allein 72 achttägige Urlaubsfahrten vorgesehen. Die gewaltigen wirtschaftlichen Auswirkungen in den Urlauber-Aufnahmegebieten zeigen sich in Hessen-Nassau besonders im Odenwald, sowie an der Lahn und im Rheingau.
Besonders eindrucksvolle Zahlen weist das A m t „Schönheit der Arbeit" auf. Don rund 3400 rhein-rnaimschen Betrieben über 20 Monn wurden bereits ein Drittel besichtigt mit dem Erfolg, daß etwa 3 Millionen Mark für Verschönerung der Ar« beitsftätten, sanitäre Anlagen, Speiseräume und Grünanlagen in den Fabriken ausgegeben wurden. Im ganzen Reich betrugen die Aufwendungen hierfür bereits die stattliche Summe von 100 Millionen Mark.
Sind das nicht Leistungen, auf die jeder deutsche Arbeiter stolz fein kann? Jeder soll daran teilhaben, und deshalb gehört auch der letzte Mann in die Gemeinschaft aller Schaffenden: d i e Deutsche Arbeitsfront.
Anmeldungen nehmen alle DAF.-Betriebswalter, sowie die DAF.-Ortswaltungen entgegen.
Deckenbach, Elpenrod, Bleidenrod, Nieder-Gemün- den, Appenrod und Allendorf.
Nach der Mittagspause marschierten die Vereine geschlossen unter Dorantritt der Musik und der Fahnen nach dem Ehrenfriedhof, wo nach einem Chorgesang des Silcherchors Homberg dessen Vereinswalter Ihm der für Deutschlands Freiheit und Größe gefallenen Toten gedachte und zu ihren Ehren einen Kranz niederlegte. Anschließend sprach der Sängerkreiswalter Gengnagel (Grünberg), der gleichfalls der Toten gedachte und anschließend die Weihe des neuen Danners des nilcherchor Homberg vornahm. Nach einem Schlußchor marschierten die Vereine geschlossen zum Marktplatz.
Sängerkreiswalter Gengnagel hielt nunmehr an die Vertreter der Partei und der Stadt, an den Wertungsrichter und an die Sänger eine Ansprache, in der er die hohen Ideale des deutschen Liedes betonte und die Sänger eindringlich ermahnte, allezeit in der Pflege des deutschen Lieds unermüdlich zu sein. Weitere Ansprachen hielten Ortsgruppenleiter Damm und Bürgermeister Schweiler. Anschließend wurden unter Leitung des Kreischormeisters Dönges (Merlau) zwei Massenchöre vortrefflich zu Gehör gebracht, sodann dem Sänger Karl Pabst I. vom Gesangverein „Eintracht" (Nieder-Gemünden) für 25jährige ununterbrochene aktive Mitarbeit im Vereinsvorstand eine schöne Ehrung bereitet.
Sodann begaben sich die Sänger nach der Stadtballe, um hier die öffentliche Kritik des Wertungsrichters Dr. Werner entgegenzunehmen. Der Kritiker besprach dabei mit anerkennenden Worten das ernste Streben der Vereine, denen er das Zeugnis ausstellte, daß sie bei dem Wertungssingen ihr Bestes geboten hätten. Jedem Verein wird außerdem noch eine schriftliche Kritik seiner Leistungen zugehen. Mit Ansprachen des Sängerkreiswalters Gengnagel und des Der- einswalters Ihm (Homberg) fand der offizielle Teil der Tagung seinen Abschluß.
Die übrigen 28 Vereine des Sängerkreises Ohm- Lumda-Tal treffen sich zum Wertungssingen am 2. Juni in Lehnheim.
Landkreis Gießen.
— Steinbach, 15. Mai. Die Muttertag- sammlung ergab hier 38 Mark, der Abzeichenverkauf 30 Mark. Die Sammlung und der Verkauf wurden von der NS.-Frauenschaft unter Mitwirkung der Evang. Frauenhilfe durchgeführt. In A l - bad) führte die NS.-Frauenschaft die Sammlung durch, für Abzeichen gingen ein 8 Mark, durch Haussammlung 10 Mark.
'cp Ruttershausen, 14. Mai. Am Sonntag fand, eine schöne gemeinsame ©alb feier der Evangelisch-Kirchlichen Frauenhilfe von Staufenberg und Ruttershausen im hiesigen Walde statt. Freundliche Helfer aus unserer Gemeinde hatten Bänke, Tische, Kaffeekessel usw. hinausgefahren, geschickte Hände hatten die Tische geschmückt, und bald dampfte der Kaffee und mundete gut in der würzigen Waldluft. Auch einige Männer hatten sich eingefunden und natürlich die Schuljugend, mit Kränzen geschmückt, vollzählig. Gemeinsame Lieder, viele Gedichtoorträge von Kindern und Müttern, Bewegungsspiele, die Anlaß zu viel Heiterkeit gaben, wechselten miteinander ab. Nach kurzer Andacht erklang das schöne Abschiedslied „Kein schöner Land in dieser Zeit". Alt und jung zog dann befriedigt in georbnetem großen Zuge durch den Frühlingswald heimwärts.
§ Mainzlar, 14. Mai. Der hiesige Rad- fahrerverein hielt am Samstag bei Gastwirt Fr. Koch dahier eine Versammlung ab. Der Vorsitzende, Hch. Seipp, gab die neuen Einheitssatzungen bekannt. Anschließend folgte eine Besprechung über eine Wanderfahrt. — Nachdem sich unser Ort in den letzten Jahren durch Neubauten, besonders in der Hachborner Straße und im Eichwea, immer mehr erweiterte, zeigt sich erfreulicherweise auch jetzt wieder eine rege Bautätigkeit. So ist in der Lollarer Straße z. Z. ein Haus fertig- gestellt und ein Neubau in Angriff genommen. Bahnhof steht ein weiterer Neubau m Arbeit. Auch im Eichweg dürfte in Kürze wieder mit der Errichtung eines Hauses zu rechnen sein. — Die am Sonntag durchgeführte Listen - Haussamm - l u n g ergab in unserem Ortsgruppengebiet Mainz- lar-Daubringen-Staufenberg den Gesamtbetrag von 74,90 RM., und zwar brachten die einzelnen Orte folgende Beträge auf: Mainzlar 41,00 RM., Dau- bringen 6,10 RM. und Staufenberg 27,80 RM. Auch der am Tage vorher durchgeführte Plakettenverkauf zeigte ein gutes Ergebnis.
O Äef fei bad), 14. Mai. Die hiesige Spar- und Vorschußkasse hielt ihre Generalversammlung für das 56. Geschäftsjahr (1934) bei Mitglied Heinrich Schomber ab. Direktor Schmidt begrüßte die zahlreich erschienenen Genossen, gedachte der im Laufe des Geschäftsjahres verstorbenen Mitglieder, ebenso des plötzlich verschiedenen Kreisbauernführers D ö r r s ch u ck. In dem von dem Rechner erstatteten Geschäftsbericht wurde darauf hingewiesen, daß bas abgelaufene Geschäftsjahr die im Jahre 1933 begonnene Aufwärtsbewegung fortgesetzt habe. Dies fei insbesondere ein Verdienst unserer heutigen nationalsozialistischen Regierung unter der zielbewußten Führung unseres Reichskanzlers und Führers Adolf Hitler. Durch die Verminderung der Arbeitslosigkeit fei die Kaufkraft des Volkes gestiegen, was sich in einer Vermehrung des Konsums und Verbrauchs günstig auswirkte und so Handel, Handwerk und Gewerbe geschäftlich belebte. Dies habe sich wiederum günstig auf den
Geschäftsverkehr der Kasse ausgewirkt; so sei in diesem Jahre, seit der Krisenzeit des Jahres 1931, zum ersten Male die Bilanz wieder um etwa 30 000 Mark gestiegen, der Gesamtumsatz um 120 000 Mark. Die ausgeliehenen Darlehen gegen Hypothek und Schuldsein betragen 311 133,55, solche in laufender Rechnung 273 534 Mark. Der Wertpapierbesitz besteht zum größten Teil in Reichs- anleihen-Ablösungsschuld mit Ausland-Rechten. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betragen 30 820 Mark, die gesetzlichen Reserven 24 132 Mark. Die Rückstellungen 23 500 Mark. An fremden Geldern, Spareinlagen und lfd. Rechnung sind der Genossenschaft 520 864,37 Mark anvertraut. Diese Einlagen sind im letzten Jahre um 22 000 Mark gestiegen. Die Abhebungen zu Bauzwecken und Jnstand- setzungsarbeiten und die zu diesem Zwecke neu bewilligten Kredite betrugen im Laufe des Geschäftsjahres 30 000 Mark. Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, welche Bedeutung eine Kreditgenossenschaft für die heimische Wirtschaft hat. Der Mitgliederstand ist 305 mit 310 Anteilen und 310 000 Mark Haftsumme. Es folgte der Bericht des Aufsichtsrats mit den Vorschlägen zur Verwendung des Reingewinnes, sowie der Bericht über die gesetzliche Revision. Sämtliche Berichte und Vorschläge zur Verteilung des Gewinnes wurden von der Versammlung ohne Widerspruch genehmigt. Statutenänderung erfolgte insofern, als das neue Einheitsstatut des Reichsverbandes für Kreditgenossenschaften angenommen wurde. Unter Verschiedenes wurden noch einige -geschäftliche Fragen erledigt, insbesondere von dem Vorstand auf die Bedeutung des Sparens hingewiesen, hierbei auf die Einrichtung der Erbhofsparbücher und der Reise-Sparkarte „Kraft durch Freude" Bezug genommen.
D Lich, 14. Mai. Der Ortsring L i ch des L a n d s ch a f t s b u n d e s Volkstum und Heimat unternahm in Gemeinschaft mit dem hiesigen Zweigverein des Vogelsberger Höhen- Clubs einen M a i g a n g. Zu diesem Gang in den herrlichen, im schönsten Frühjahrsschmuck prangenden Licher Stadtwald hatte sich eine stattliche Anzahl Mitglieder und Gäste eingefunden. Farstrat Otto Zimmer (Lich) hatte in anerkennenswerter Weise die Führung übernommen. Er führte die Teilnehmer durch die Distrikte Konzebühl, Zappen- au, Graudorn, Mönchköpfe u. a. und gab hierbei Auskunft und ausführliche Erklärungen über die verschiedensten Gebiete der Forstwirtschaft, über Waldkulturen, Besamung, Pflege des Waldes usw. Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die lehrreichen Ausführungen des Forstfachmannes und hatten während der Wanderung auch Gelegenheit, den prächtigen Buchenbestand der Zappenau, eine besonders schöne und außergewöhnlich starke Wey- muthskiefer im Distrikt Graudorn und die bekannte Kanzeleiche in der Zappenau kennen zu lernen. Der Ortsringleiter, Rektor L. Erb, sprach am Schlüsse der fast dreistündigen Wanderung, Forstrat Z i m- mer den Dank aller Teilnehmer aus.
Kreis Friedberg.
* Butzbach, 14. Mai. Auf der Oesterreichifchen Siegerausstellung am 4. und 5. Mai in Wien wurde der deutsche Schäferhund „Samson v. Holzheimer E i ch w a l d" Jugendsieger. Züchter ist A. Diehl, Butzbach, Bismarckstraße 1, Besitzer Polizei-Inspektor H. S ch r e t t l - Inns- bruck.
Kreis Alsfeld.
# Aus dem oberen Ohmtal, 14. Mai. In der Nacht zum Dienstag trat hier starker Strahlenfrost auf, dcr besonders am Roggen erheblichen Schaden anrichtete. Wo beim Roggen schon die Aehren sprossen, sind diese völlig erfroren, ebenso die Blätter, die durchweg gelb angelaufen sind. Verschiedentlich dürfte der Frost bei dieser Getreideart die Ernte sehr schwer geschädigt haben. Auch auf den Wiesen hat der Frost erneut feine unerfreulichen Spuren hinterlassen und die Aussichten auf die diesjährige Heuernte noch mehr verschlechtert. Die Dickwurzsaat geht nur in verschwindendem Maße auf, die Bauern sind gezwungen, sog. Kerndickwurz ins freie Land zu setzen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.
ss. Grebenau, 14. Mai. Die vor einiger Zeit im Bezirk des Forstamts Gießen eingefangene Auerhenne wurde damals auf Anordnung des Gaujägermeisters, OberforstmeisterNicolaus-Gießen, an das Forstamt Grebenau geschickt, da in den Staatswaldungen dieses Forstamts und auch in den Graf Götzschen Waldungen von Schlitz heute noch Auerwild als Standwild vorkommt. Die fragliche Auerhenne wurde nun von Forstmeister Dr. Barth auf den Balzplätzen, wo das Auerwild immer steht, ausgesetzt. Schon nach etwa fünf Tagen wurde diese Auerhenne, die auch beringt worden war, von einigen Waldarbeitern in der Nähe des Dorfes Grebenau gesehen. Am nächsten Tage wurden und die Henne in dem Dorf Udenhausen, wo sie inzwischen hingeflogen war, auf den Dächern eingefangen und dem Forstamt Grebenau wieder zugestellt. Da die Fürstl. Jsenburgsche Forstverwaltung in Wächtersbach wieder Auerwild in ihren Wäldern einführen möchte, wurde die Henne nunmehr an diese Verwaltung geschickt und dort in einer großen Voliere ausgesetzt. Falls die Henne jetzt Eier legt und brütet, könnte man die Einführung des Auerwildes in den Fürstl. Isen- burgschen Waldungen in Wächtersbach als gelungen ansehen.


