Nr. 292 Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 14. Dezember M5
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Roms neue LlmverWsstM ans der Vogelschau
auftauchte, die er nach Yerington, einer Stadt am Westrande des Wüstengebietes von Nevada, brachte. Man hatte alle Mittel versucht, um ihm das Geheimnis zu entreißen, woher dies Gold stammte, das die Quelle seines Reichtums geworden war, aber man konnte ihm nicht ein Wort abringen. Als er starb, glaubte man, er habe seine Kenntnisse dieses Goldschatzes mit ins Grab genommen. Erst nach dreißig Jahren wurde sein Geheimnis gelüftet. Der alte John hatte nämlich auf seinem Totenbette seiner Frau die Stelle des Goldlagers anoertraut, ihr aber das Versprechen abgenommen, das Geheimnis des Stammes während ihres ganzen Lebens zu bewahren. Sie hielt treu ihr Gelübde, und erst, als sie ihr letztes Stündlein h"erannahen fühlte, machte sie ihrem Schwiegersohn Mitteilung, dem jetzigen Häuptling des Stammes. Dieser glückliche Erbe des Geheimnisses verlor keine Zeit, um sich in den Besitz des verborgenen Reichtums zu setzen und brachte ebenfalls reiche Goldschätze mit, wie der alte John vor dreißig Jahren. Die Folge davon war, daß ein wilder Ansturm nach den wüsten Gegenden einsetzte, bei dem Bergwerkssachoerständige, Mineralogen, Goldsucher und Abenteurer aller Art die Abhänge und Höhen des Grand Range durchforschten in der Hoffnung, ein neues Dorado zu finden. Aber all ihr Suchen blieb vergeblich.
Im Osten Roms, in der Nähe des Luftfahrtministeriums, wurde vor kurzem eine neue Unwerfttatsstadt einaeweiht, über die wir in einem Aufsatz eingehend berichtet haben. Dieses Luftbild gibt einen Ueber- blick über die ausgedehnten Anlagen. — (Scherl-Bilderdienft-M.)
Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte
Von Ernst v. Aiebelschüh.
Mit der Adventszeit beginnen in den Großstädten die Weihnächtsausstellungen für Kinderspielzeug. Aber kann man hier wirklich noch von „Spielzeug" reden? Denn was da in den Warenhäusern mit Hilfe eines technischen Apparates, der hinter jeder Beschreibung zurückbleibt, der Aufnahmefähigkeit des Kindes zugemutet wird, scheint durchaus geeignet, die schon genug bedrohte künstlerische Phantasie des Großstadtkindes vollends zu ersticken. Es ist oft wie in einem falschen Märchenlande, wo die Seele nicht gesammelt, sondern bis zur Marter zerstreut wird: Tausende von Puppen aller Art, wie kleine Damen und Herren gekleidet und natürlich auch so handelnd, d. h. zu mondänen Tanzgesellschasten, Sommernachtsumzügen, Hochzeiten und sonstigen Festivitäten zusammengestellt, selbstredend alles mechanisch bewegt und durch eine ohrenbetäubende Grammophonplattenmusik überlärmt. Das natürlichste Bedürfnis und Recht des unverbildeten Kindes, am einfachen Spielzeug die eigene Bildekraft zu entwickeln, wird in diesen Schaustellungen, in denen ein Eindruck den anderen totschlägt und der Anschauungssinn nirgends ruhen darf, geradezu mit Füßen getreten. Wenn man auch anerkennen muß, daß die Leistung als solche nicht selten ein Höchstmaß von Geschmack und Erfindungsgeist darstellt. Aber nicht davon ist hier die Rede, sondern von der Wirkung auf das Kindergemüt. Und die kann in den meisten Fällen nicht anders als verheerend sein. Bon jungen Menschen, die im empfänglichsten Alter und in der erwartungsvollsten Zeit des Jahres, wo sich das Herz mit allen Poren dem Weihnachtsgeheimnis öffnen möchte, in solcher Weise seelisch durchgepeitscht werden, kann man schwerlich annehmen, daß sie einmal eine Kunst herbeiführen helfen, die mehr als ein Mittel zu immer neuer und raffinierterer Nervenaufreizung sein will.
Auf Grund eingehender chemischer Untersuchungen hat vor kurzem der ärztliche Leiter eines Laboratoriums in Texas den genauen Handels- wert eines normal gewachsenen Menschen ermittelt. Löst man nämlich einen menschlichen Körper von rund 150 Pfund Gewicht in seine Bestandteile auf, so ergibt sich, daß er „eine Quantität Wasser enthält", die gerade ausreicht, um zwei Bettlaken damit zu waschen; genügend Eisen, um einen großen Nagel zu schmieden; Kalk in ausreichender Menge, um einen Hühnerstall zu weißen, und genug Schwefel, um die Flöhe eines nicht all zu großen Hundes damit zu töten". Alle diese Substanzen würde man in einer Drogerie für genau 98 Cents kaufen können; also, folgert unser kundiger Thebaner, ist der Mensch 98 Cents wert! Gut, daß wirs nun endlich wissen, andernfalls wir womöglich immer wieder in den Fehler verfallen würden, Menschen wie Platon, Raffael und Goethe, ja den Menschen überhaupt, dieses angebliche „Ebenbild Gottes", nach Kriterien abzutaxieren, die uns unverbesserlichen Idealisten um so sicherer dünkten, je weniger sie von dem Gedanken an die praktische Auswert- barfeit der chemischen Lebensstoffe abhängig waren.
Um dem italienischen Volke in seinem Kampf gegen die Sanktionen ein Beispiel der Opferbereit- schäft zu geben, hat Mussolini die sofortige Einschmelzung fast aller in seinem persönlichen Be- sitz befindlichen Mussolinibüsten angeordnet. Die italienischen Waffen- und Munitionsfabriken werden sich also wohl eine zeitlang über mangelnden Rohstoff zur Herstellung von Fliegerbomben
Zeitschriften.
— Die Süddeutschen Monatshefte (München) unternehmen es in ihrem Dezemberheft „Deutsche Kunst", ein besonders wichtiges Gebiet unseres kulturellen Lebens zu behandeln. Eugen Hönig, der Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste, leitet mit einem Hinweis auf die Forderung, daß die Kunst dem ganzen Volke dienen und daher zum Volke zurückfinden müsse, das Heft ein. Die künftigen Aufgaben des Künstlers steht Hubert Wilm in der Versammlung aller um eine gemeinsame erhabene Idee, in der Schäftung einer längst verlorengegangenen Einheit der Künste unter der Führung der Baukunst. Die Möglichkeit einer Wiederbelebung gewisser Schaffensgebiete deutet der Präsident der Münchener Künstlergenossenschaft Karl Rosner an. Fritz Nemitz unterstreicht die Rechtfertigung des Kritikeramtes aus der sachlichen Ergriffenheit und der Verantwortung für das Ganze. Gustav Steinbömer behandelt „Die neuen Aufgaben der Museen". Eine andere Gruppe von Auf. sätzen gilt den sichtbaren Zeugen neuen schöpfen« schen Gestaltens. Zahlreiche Abbildungen ergänzen das Wort. Hans Friedrich Bluncks Weihnachts-
l erzählung rundet das reichhaltige Heft.
blöden Unvernunft einer teuflischen Besessenheit. Und obgleich Monsieur Alphonse es bei der Wiederholung ganz gewiß nicht wollte, obgleich er sich vor dem Auftreten noch zehnmal selber zuraunte: Nicht Gattin! Göttin! Göttin! — als er vor Clotilde niederfiel, da tönte es laut und vernehmlich von seinen Lippen: Sei meine Gattin? Tödlich erschrocken sprang er auf seine Füße und stammelte, ganz von Sinnen, zur landgräflichen Loge hingewandt: „Nein, nein, nicht so — ich weiß ja, Korl Statthalter erlaubt es nicht!" •
Nun allerdings war der Skandal da. Das Gekicher der Bürgersleute unten im Parterre erstarb bei dem leisen Entrüstungsschrei, den oben in ihrer Loge die Landgräfin ausstieß, ehe sie mit ihren Damen, aufrauschend wie ein hochgehendes Hühnervolk, hinauseilte. Der Landgraf aber, Korl Statthalter selbst, trat an die Brüstung vor, stieß seinen Stock gewaltsam auf den Fußboden und bornierte in das Haus hinunter: Das Theater ist geschlossen!
Und es war und blieb geschlossen, so daß es mit dem Schleswiaer Hoftheater ein für allemal vorbei war. Das Jammern des Direktors nützte ebensowenig, wie die Audienz, die Demoiselle Clotilde als Abgesandte der ganzen Truppe beim Landgrafen nachsuchte. Er empfing sie zwar und übergab ihr ein Geldgeschenk, mit dem die Gesellschaft sich über die nächsten acht Tage hinweghelfen konnte; aber allen Bitten, das Weiterspielen zu gestatten, blieb er unzugänglich, ließ sich auf keinerlei Erklärungen ein sondern beharrte mit eherner Miene auf seinem Befehl: Geschloffen! Als Demoiselle Clotilde aber danach gesenkten Hauptes über den Schloßhof ging stand er hinter den Vorhängen seines Fensters'und sah ihr nach, bis der Schleier, der ihr vom Hute wehte, unter dem Tor verschwunden war.
Das Geheimnis der Indianerin.
Um manchen Goldfund rankt sich eine abenteuerliche Geschichte. Da gab es Goldgräber, die einen reichen Fundort nicht wiederfinden konnten, obwohl sie sich genaue Karten ausgezeichnet hatten und andere nahmen ihr Wissen um unerschöpfliche Goldadern mit ins Grab, ohne daß man je er uhr wo sie jene märchenhaften Reichtümer entdeckt hatten, von denen sie einst erzählten. Ungewöhnlich ist jedoch, daß jemand dreißig Jahre lang das Geheirm nis eines solchen Fundortes hütete. Es handelte sich um eine Indianerin, die Squaw des Häuptlings der Shoshone-Jndianer John Kmg. John King oder , Creek Johnny", wie er allgemein genannt wurde, ■ war dadurch berühmt geworden daß er eines . Tages mit großen Goldklumpen und viel Goldstaub
Das Deutschtum in Spanien
Von unserem v. Gß'Berichterstatter.
selbst hegte nicht den Wunsch, ihrer Tugend nahezu- I treten; aber er wollte das Bild, das er von ihr im Herzen trug, auch nicht von einem andern getrübt sehen. Derselbe Fürstenstolz, der ihn von der schonen Frau sernhielt, verlangte zu gleicher Zeit den unantastbaren Ruf der Hofschauspielerin. Nun gab es bet der Gesellschaft einen jungen Komödianten, der zumeist der schönen Clotilde Gegenspieler war. Er war selbst ein bildhübscher Bursche, wurde auf dem Theaterzettel Monsieur Alphonse genannt, war aber auch ein guter Deutscher, und verliebte sich, wie billig, nach wenigen Tagen des Zusammenspielens heftig in die schöne^Kollegin. Wenigerstolz als der Landgraf, und wohl auch leidenschaftlicher, machte er seinerseits kein Hehl aus seinem Verlangen, und da Demoiselle Clotilde längere Zeit bei ihrem kühlen Lächeln blieb, das sie seiner stürmischen Werbung entgegensetzte, so faßte er den Entschluß zu einem recht frechen Komödiantenschlag. Denn so heiß die Liebe in seinem Blut brannte, sie war ihm doch auch Schauspiel und Rolle; dazu kam der unausrottbare Drang des Schauspielers, die eigenen narrischen ftäben in bas Gewebe bes Dichters hmemzuschmug- qeln, unb so nicht nur auf die Hörer, sondern auch auf die Mitspieler zu wirken, die in den Kulissen Heben- Selbstentblößungswut und Hanswursterei m Lins. Als er eines Tages vor Clotilde niederzufallen und auszurufen hatte: Sei meine Göttin!, da sagte er dem ganzen Hause vernehmich: Sei meine Gattin' — Er hatte nun allerdings nicht ganz den Erfolg, den er erhofft hatte, indem die Mehrzah der Zuschauer die Verwechslung der Worte gar nicht bemerkte. Der Landgraf aber, der jedes Stuck las, ehe es gespielt wurde, und den seine seltsame Elfer, sucht hellhörig machte, war wütend, ließ den Schau- Spieler nach der Aufführung zu sich kommen, kan- ielte ihn derb ab unb drohte ihm mit der sofortigen Entlassung, wenn er sich noch einmal herausnehmen sollte, Demoiselle Clotilde mit seinem üblen Geschwätz zu belästigen.
Soweit wäre alles gut gewesen, denn dem braven Monsieur Alphonse war vor dem fürstlichen Zorn der Schreck mächtig in die Glieder gefahren, unb er sagte sich, baß er boch besser daran täte bie schone Clo- tilbe bei ihrem kühlen Lächeln zu lassen, als selbst eines schönen Tages ohne (Engagement auf ber kalten, winterlichen Landstraße — wer jagt wo» bin'- — zu walzen. Aber bas Wort vom Fttich ber bösen Tat hat nirgenbs eine unheimlichere Geltung als auf ber Bühne Jedes falsche Wort, bas sich beim Lernen in ben Kopf bes Schauspielers emgeschlichen hat, ist unsterblich. Nichts Hilst bie Verbesserung bes Regis eurs, nichts sounbso viele Proben — bei ber Ausführung kommt es wieber, unweigerlich, mit ber
Schiwanderungen in den spanischen Bergen, im Sommer größere Bergtouren durchgeführt.
Die deutschen Schulen, vor allem in Madrid und Barcelona, sind vorbildliche Lehranstalten, im deutschen Sinne organisiert und aufgebaut, im deutschen Geiste geleitet und zugleich Rechnung tragend der hohen Kultur des spanischen Gastvolkes. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, daß die deutsche Oberrealschule, in Madrid wie in Barcelona, die auch unter Spaniern und anderen Ausländern anerkannt hervorragend st en Bildungsanstalten sind, die überhaupt in Spanien existieren.
Allgemeine Freude löst in den deutschen Kolonien stets Besuch aus der Heimat aus. Gleichgültig, ob es sich um deutsche Studentengruppen handelt, die auf einer „Weltreise" durch spanisches Land ziehen und den Landsleuten draußen mit deutschen Volksliedern, Theatervorführungen oder Jiu-Jitsu-Künsten frohe Stunden bereiten, oder ob es die Besatzung eines deutschen Handelsschiffes ist, die an ben Kamerabschaftsabenben ber Partei teilnimmt — eine Einrichtung, bie früher völlig unbekannt war, heute aber selbstverständlich ist. Gleich, ob es sich um „amtlichen" ober „unerwarteten" Besuch hanbelt: immer gibt er Veranlassung zu gemeinsamen Veranstaltungen, in benen deutsches Wesen, beutsche Art gepflegt unb ber Gedanke der Volksgemeinschaft geadelt wird. Wenn an nationalen Feiertagen von der Heimat entsandte Redner den Ausländsdeutschen den Gruß des Führers bringen, wenn sie mit überzeugender Kraft und mahnender Eindringlichkeit vom neuen Deutschland erzählen, von dem gewaltigen Aufbauwerk und der Arbeit, die noch vor uns liegt, wenn diese Männer dann vor den Augen des allen verderblichen politischen Witterungseinslüssen ausgesetzten Auslands-
Korl Statthalter.
Von Otto Anihes.
Lanqe Jahre faß der Landgraf Karl van Hessen als dänischer Statthalter über Schleswig-Holstein ans Schloß Gottorf. Er war ein ausnehmend vornehmer und stolzer Herr unb hielt Hof in einem großartigen Stile, was er nicht nur seiner Stellung, fonbern noch mehr seiner Frau schuldia zu sein glaubte, bie eine Tochter bes Dänenkomgs selber war unb als solche stets sechsspännig fuhr wahrend er, ber Landgras, seinem Range entsprechend, nur mit vier Pferben burch Stabt unb Land kutschierte. Er mar auch sehr fromm, befaßte sich aber mchtsdestv- weniger mit allerlei geheimen Wissenschaften, wobei er mitsamt bem berühmten Grafen St. Germain, ben er an feinen Hof gezogen hatte, einstmals um em Haar in bie Lust geflogen wäre. Bei aller Pracht- liebe unb allem fürstlichen Selbstbewuhtsem besaß er boch auch wieber einen ausgesprochenen Wirtschasts- finn, burch ben es ihm gelang, mit ben von bem batw scheu Nabelgelb seiner Frau ersparten Summen sich so nach unb nach bie große Herrschaft Hessenstem zu- sammenzukaufen. Unb schließlich war er trotz aller dieser wunberlichen Mischungen seines Wesens ober vielleicht gerabe barum — bei seinen Schleswig Holsteinern sehr volktümlich, unb ber gemeine Marn sprach vertraulich von ihm nicht anbers als von e- o r l Statthalter". . .
" Den Glanz seiner Hofhaltung zu erhöhen^ berief er nun einmal eine Schauspieltruppe nach Schleswig, unb so kommt es, baß Schleswig m seiner Geschichte auch auf ein Hoftheater Hinweisen kann, bas für eine furie Zeit in seinen Mauern bestauben hat. Lange ^allerdings - wir gesagt - di.° h-rrüchkett n.cht aebauert- unb baran war ein lächerlicher Vorfall ttfjulb, an bem man wie in einer Nuß bas ganz MHam venwickte Wesen bes Schauspielers sowohl als amt) bie^merkwürbigen Gefahren höfischen Kunst- b triedes erkennen kann. Bei jener Gruppe nämlich ZNZWWZ ni4?mtnnÖcrnef)r?üt4tige 31* 'meU,en5
^Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) (
Mabrib, Enbe November 1935. ‘
Die bewußte Pflege bes Deutschtums, das gesell- 1 schaftliche und soziale Zusammengehörigkeitsgefühl, ' wie man es m den deutschen Kolonien Spaniens antnfft, ist mit der früheren Zeit, als es noch eine ' Unmenge von Vereinen unter den Deutschen gab, bie sich förmlich Konkurrenz machten unb ein gemeinsames großes Ziel nur in begrenztem Umfange kannten,nicht zu vergleichen. Die NSDAP., bie in Spanien auch schon vor der Machtübernahme mehrere Stützpunkte hatte, machte dieser Zerrissenheit unter ben Deutschen sehr balb ein Enbe. Die Schwierigkeiten, bie bie einzelnen Ortsgruppen- unb Stützpunktführer babei zu überroinben, bie Voreingenommenheit, gegen bie sie zu kämpfen hatten unb zum Teil noch heute gerade bei den sogenannten „verspanierten" Deutschen zu kämpfen haben, hat sie zu Pionieren des Auslandsdeutschtums gemacht. Die Partei hat in Spanien mehrere hundert Mitglieder; sie sorgt für die politische Schulung der deutschen Volksgenossen und vermittelt ihnen in Kameradschaftsabenden, Schulungskursen und Versammlungen durch Heimatfilme und Vorträge nationalsozialistisches Gedankengut.
Träger des gesellschaftlichen Lebens ist die Deutsche Arbeitsfront, die auch in Spanien auf dem besten Wege ist, jeden beruflich tätigen deutschen Volksgenossen durch ihre feingliebrige Organisation zu erfassen und zu betreuen. Nicht nur in ben großen Ortsgruppen in Barcelona unb Mabrib herrscht eine außerorbentlich rege Tätigkeit. Auch in ben kleineren Ortsgruppen Valencia (über 100 Mitglieber!), Bilbao, Sevilla, Malaga usw. weiß jeder Deutsche, wohin er gehört. Jede Ortsgruppe betrachtet es als ihren sehnlichsten Wunsch, ein eigenes Heim zu besitzen. Sie hält ihre Zusammenkünfte, solange die finanziellen Mittel zur Errichtung eines solchen nicht ausreichen, bei irgendeinem Berufskameraden ab, ber feine Räume für diesen Zweck gern zur Verfügung stellt. Wo — zum Teil unter persönlichen finanziellen Opfern ber Parteigenossen unb Arbeitskameraden — ein Heim geschaffen wurde, da entspricht es besonders hinsichtlich Gemütlichkeit unb geschmackvoller Ausstattung allen Ansprüchen. Gerabezu vorbildlich ist bas M a - briber Heim, wo man an weißgebeckten und blumengeschmückten Tischen — was man gerade in spanischen Restaurants vermissen muß — zu mäßigen Preisen zu Mittag und zu Abend essen kann. Die Schulungszimmer und der große Versammlungsraum mit einer Bühne dürften wohl die Bewunderung selbst recht verwöhnter Berufskameraden aus ber Heimat finden. In den Heimen der größeren Ortsgruppen herrscht allabendlich reger Betrieb. Kurse für Sprachen, kaufmännische unb technische Lehrstunben, Vorträge für die einzelnen Berufsgruppen, politische Scyulungs- und Aus- flärungsoorträge, bie in die nationalsozialistische Ideenwelt einbringen, geben jedem einzelnen Volksgenossen das geistige unb weltanschauliche Rüstzeug, das er auf seinem Vorposten im zluslanbe für den Kampf um Deutschlanbs Weltgeltung braucht.
Höhepunkte im Kolonieleben bilben bie nationalen Feiern. Sie werben von der Partei durchgeführt unb gestalten sich stets zu einem großen Treuebekenntnis zu Führer und Reich. Zahlreiche Rabioveranstaltunge naus ber Heimat werben gemeinsam im Heim gehört. Das gesellige Leben, besonbers unter den jüngeren Deutschen, ist stark ausgeprägt. Neben zahlreichen beruflichen unb weltanschaulichen Jnteressengemeinscha - ten bestehen Sportabteilungen vom Segel- sluq bis zu Fußball unb Tennis. Siege über spa- nilche Mannschaften sind ein Beweis für die Spiel- stärke unb die guten Leistungen ber auslanbsdeut- schen Sportler. Im Winter werden gemeinsame
deutschen das Lügengebäude jener Neider Deutschlands Zusammenstürzen lassen, dann spürt auch der verstockteste, ber „verspanierteste" Deutsche, baß sich gegen früher gewaltig viel geändert hat unb baß es sich schon „lohnt", zusammenzuhalten unb eine unzerreißbare Einheit mit ber Heimat zu bilben.
In ber letzten Zeit macht sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt in Spanien eine bedauerliche Tendenz bemerkbar: zahlreiche, vor allem jüngere Deutsche verlassen ihren bisherigen Po st en. Da sie wirtschaftlich und ideell im Ausland keine Befriedigung finden, kehren sie in die Heimat zurück. Diese Volksgenossen, die einen außerordentlich wertvollen Faktor für die deuftchen Wirtschaftsinteressen in Spanien darstellen, können aber f a st nie durch einen Nachschub aus der Heimat ersetzt werden, da die von der spanischen Regierung für Ausländer vorgeschriebene Arbeitserlaubnis nur in Ausnahmefällen erteilt wird. Jeder in die Heimat zurückkehrende Deutsche, der in Spanien in den Wirtschaftsprozeß eingegliedert war, ist ein Verlust für die deutschen außenwirtschaftlichen Interessen. Um einer solchen Bewegung Einhalt zu bieten, faßt die Deutsche Arbeitsfront das Uebel bei der Wurzel an und bemüht sich, die noch unbefriedigenden Aufttiegs- und Verdienstverhältnisse für ihre Mitglieder zu verbessern.
Es würde zu weit führen, wollte man auf die zahlreichen deutschen Einrichtungen eingehen, die für den Ausbau der geistigen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Spanien und Deutschland sorgen (deutsch-spanische wirtschaftliche Vermittlungsstelle, Deutsche Handelskammer für Spanien u. a.), Einrichtungen, bie Deutschland, sein Wesen und Werk dem spanischen Volk nahebringen und dem Deutschen in der Heimat und draußen ben Weg zum Verständnis Spaniens ebnen sollen. Die Deutschen bilden eine geschlossene Einheit in Spanien und den Grundstock für einen fruchtbaren deutschspanischen Jnteressenaustausch zum Nutzen und Frommen beider Länder.
»iii^ Elektro- essoV
A Herde
M W praktisch — preiswert Bezug d.d. Fachhandel


