Einzelbild herunterladen

Fachschaststagung der Zollbeamten.

Abschiedsfeier für drei Berufskameraden.

Die Fachschaft Reichszollverwaltung im Reichs­bund der Deutschen Beamten, Kreis Gießen, hatte ihre Mitglieder für Samstaanachmittag zu einer Fachschaftstagung in denBayerischen Hof" zu Gießen eingeladen. Mit der politischen Schulung wurde im Verlaufe der Versammlung die Abschieds­feier für die in den Ruhestand versetzten Berufs­kameraden, Oberzollrat Horn und die Zollsekre­täre Kopp und Haberkorn, verbunden.

Rach einem flotten Marsch einer kleinen Haus- kapelle begrüßte der

Fachschastsleiter Zollsekretär Manikowski die stattliche Versammlung, insbesondere den Lan­desfinanzamtsdirektor Mohr und die drei schei­denden Berulskameraden. Sodann erinnerte er daran, daß die Berufskameraden Heß und H a l b - r o t h vom Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger zu Ratsherren der Stadt Gießen er­nannt wurden, und er betonte bei seinem Glück­wunsch an diese beiden Kameraden, die Fachschaft sei stolz darauf, daß zwei Parteigenossen des Haupt- Zollamts Gießen in diese Ehrenämter berufen wor­den seien.

Kreisabteilungsleiter, Zollinspektor Ulrich hielt anschließend einen fesselnden Vortrag über Die drei Grundformen der Berufs­arbeit." Er stellte seine Betrachtungen in eine enge Wesensverbundenheit mit den drei scheidenden Berufskameraden, denen die Arbeit auch immer der tiefere Sinn ihres Lebens war. Sodann legte er dar, daß die Arbeit als Fluch empfunden wird von den Menschen, die sich dabei ausgebeutet fühlen, oder die keine innere Beziehung zu ihrer Arbeit haben, daß sie aber als Segen wirkt, wenn sie den Men­schen innerlich ganz aus füllt, dadurch seinem Leben einen höheren Sinn gibt und ihn mit seiner Leistung dem Ganzen des schaffenden Volkes verbindet. Als die drei Grundformen der Berufsarbeit wirken zu­sammen zum Aufbau unserer Volkskultur: der Bauer, der Handarbeiter und der geistige Arbeiter.

Der Bauer stehe am Urspruna, seine Arbeit sei die Grundlage für alle andere Berufsarbeit. Das gelte nicht nur deshalb, weil er der Nährftand sei, sondern auch, weil er seelisch den tiefsten Quellen )es Volkstums am nächsten stehe. Durch mancherlei Hinweise auf die Gegegebenheiten und festen Bin­dungen des bäuerlichen Lebens und Wirkens zeigte der Redner die innige Verwurzelung des Bauern­tums mit der heimatlichen Erde, mit seiner Tradi­tion, dem Glauben und den Gebräuchen, mit den festen Lebensformen und der charaktervollen Lebensführung deutlich, und er machte damit offen­bar, daß von diesen starken und guten Grundlagen ausdas Bauerntum wie aus einem ewigen Born der Stadt dauernd körperlich und seelisch gesundes Blut zuführt". Das Leben des Dauern stelle am reinsten von allen Berufen ein einheilliches Ganzes bar, ein Abbild des gesamten Volkslebens, und es habe die Mission, der Volkskultur die Ursprünglich­keit zu schenken, die sie vor Entartung schütze.

Aber auch der Handwerker und Arbeiter habe seine große Kulturaufgabe, auch seine Tätigkeit gehe schließlich auf den Ursprung zurück und lasse ihn in dieser Hinsicht hinter dem Bauer nicht zurück- stehen. Dem Arbeiter habe eine zweite Macht sein Gepräge gegeben; wie den Bauer die Arbeit an der Natur forme, so den Arbeiter die Technik, die der Mensch geschaffen habe. Der Redner beleuchtete sodann das ProblemMaschine und Mensch" und die daraus entstandene Gefahr der Entseeluna des Menschen, stellte einer überaus düsteren Betrachtung dieses Problems durch Oswald Spengler ein glaubensstarkes und beherzigendes Wort des Füh­rers am diesjährigen 1. Maifeiertag gegenüber, der im Gegensatz zu Spengler betonte:Nicht Unter­gang des Abendlandes muß es heißen, sondern Wiederaufstieg der Völker dieses Abendlandes!", und stellte weiter den Gedanken der sozialen Ver­bundenheit, den wahren deutschen Sozialismus nach dem Grundsatz:Einer für alle, alle für einenz eindrucksvoll heraus, um zum Schluß dieses Ab­schnitts zu betonen:Bauer und Arbeiter sind auf­einander angewiesen, und sie gehören nebeneinander als Pfeiler unserer Volkskultur".

Deren Vollendung sei die Ausgabe des geistigen Arbeiters, der sich deswegen aber nicht über Bauer oder Arbeiter erhaben fühlen dürfe. Der geistige Arbeiter schaffe ebenfalls aus einem Ursprünglichen, aber er müsse sich bewußt sein, daß er ursprünglich bleibe nur in enger Verbindung mit der Wirklich­keit. Dazu bedürfe es der beiden anderen Stände. So wie er materiell nur leben könne durch die Ar­beit der anderen, so könne er seelisch wirklich leben­dig sein nur dann, wenn er etwas von der ur­wüchsigen Kraft des Bauern und der starknervigen Kraft des Arbeiters in sich aufnehme. Wenn er das nicht könne, wirke sein Geist immer auflösend. Be­sitze er dagegen diese Volksverbundenheit, so sei er 3u dem großen Werk berufen, das Zusammenleben der Staatsbürger zu einheitlicher Kultur zu steigern und aus der lebendigen Gegenwart heraus die großen geistigen Ideale zu gestalten.

Zum Schlüsse sprach der Redner noch über die Aufgaben und Verpflichtungen des Berufsbeamten­tums. Er wies dabei auf die für das Berufsethos der deutschen Beamten richtungweisenden Worte des Führers vom 23. März 1933 hin und forderte, bei der Schaffung des nationalsozialistischen Men­schen, eines neuen Bauern- und Arbeitertyps auch einen nationalsozialistischen Beamtentyp zu schaffen. Es reiche keineswegs für jeden Posten aus, daß man als Nationalsozialist im Kampf gestanden habe. Ein echter Nationalsozialist habe schon immer dafür gekämpft, das Parteibuch durch menschliche Bewährung und Leistung abzulösen; das galt in der Kampfzeit, das gelte auch noch heute. Charakter­festigkeit, Diensttreue und Uebereinftimmung mit den Zielen des nationalsozialistischen Staates seien beim Beamten selbstverständliche Voraussetzungen. Dazu kämen die fachlichen Kenntnisse und Fähig­keiten, ferner müsse sich jeder Beamte innerhalb seiner Behörde und innerhalb der Beamtenschaft als Glied einer Arbeitsgemeinschaft erkennen. Er dürfe nicht die Schichtung der verschiedenen soge­nannten Beamtenkategorien als das wichtigste be­trachten und Scheidewände aufrichten zwischen die­sen Kategorien, sondern sich vor Augen halten, daß die gesamte Verwaltung und Beamtenschaft eine einzige große Arbeitskameradschaft im Dienste des deutschen Volkes darstelle.

So hätten sich alle schaffenden Menschen zusam- menzufinden in der Volksgemeinschaft als Schick- salsgemeinschaft, die alle Deutschen umschließe. Jeder müsse sich vollkommen einstellen in den Aufbau

unseres Volkes und auch Opfer bringen im Dienste an feiner Vollendung. (Lebhafter Beifall.)

Nach einer musikalischen Darbietung, bet der das Largo von Händel in schöner Weise zu Gehör gebracht wurde, fand die Verabschiedung der drei pensionierten Berufskameraden ihre Einleitung mit einer Ansprache des

Landesfinanzamtödireklors Mohr.

Im Namen des Landesfinanzamtspräsidenten und der Landesfinanzamtsbehörde übermittelte er den Pensionären, Oberzollrat Horn und Zollsekretär Kopp und Haberkorn, in herzlichen Worten den Dank und die ehrenvolle Anerkennung für ihre langjährigen treuen Dienste, sowie die herzlichsten Wünsche für ihren Ruhestand. Er gab sodann einen kurzen Abriß des Lebensganges der drei scheidenden Berufskameraden und hob dabei hervor, daß sie zu ihrer Freude die Wiedergeburt Deutschlands durch unseren großen Führer Adolf Hitler erlebt hätten und eingedenk der innigen Verwurzelung des Beam­ten im Dritten Reich, in dem es keine Scheidung mehr zwischen Beamten und den übrigen Volks­genossen gebe, auch im Ruhestand weiter für Führer, Volk und Vaterland am Werke des friedlichen deut­schen Wiederaufbaues arbeiten würden.

Oberzollinspettor Kümmel

sprach anschließend über den tiefen Sinn der Kameradschaft und Voksgemeinschaft als Grund­stein für Den Aufbau des Dritten Reiches, über

den großen Wert des engen Zusammenstehens und des gegenseitigen Verstehens aller deutschen Brüder und Schwestern, und er forderte, daß diese guten Grundlagen insbesondere bei den Berufskameraden durch die Gemeinsamkeit ihrer Arbeit und die innige Verbundenheit in ihrer Arbeitsgemeinschaft immer lebendig wirkende Kraft haben müßten. Niemals dürsten die WorteKameradschaft" undVolks­gemeinschaft" zu Schlagworten werden, bei denen sich viele nichts dächten, vielmehr müßten sie allezeit aufrichtiges Bekenntnis und starke Tat sein. In dieser Verbundenheit, Treue und Gehorsam werde, so versicherte der Redner dem Landesfinanz­amtsdirektor Mohr, die Berufskameradschaft der Zollbeamten unserem Führer Adolf Hitler immer folgen in unerschütterlichem Vertrauen und ihm helfen bei der Verwirklichung seiner hohen Ziele. Sodann wandte sich der Redner noch mit herzlichen Worten der kameradschaftlichen Verbundenheit an die drei in den Ruhestand tretenden Berufskame- raben, denen er vorbildliche Kameradschaft und treue Pflichterfüllung nachrühmte und sodann die besten Wünsche ihrer Kameraden mit auf den Weg gab.

Oer Kreisamtsleiter des Amtes für Beamte, Oberzottinspektor Heß,

gab anschließend in seiner Ansprache einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er be­tonte dabei u. a., daß vor der Zeit der Bonden- Herrschaft der Beamte beim deutschen Volke hoch angesehen war und in den Reihen des Beamten­tums Pflichtgefühl, Disziplin und ein hochentwickel­ter Chrenstandpunkt herrschte. Weiter skizzierte er den furchtbaren Niedergang, den die Zeit des über­wundenen politischen Systems auch in den Reihen des Beamtentums hervorrief, sowie die ungeheure Zersplitterung innerhalb der Beamtenschaft selbst. Dann rief er ins Gedächtnis zurück, daß schon wäh­rend jener furchtbaren Zeit e i n Mann erstand, der furchtlos gegen alle Mißstände im deutschen Vater­lande den Kampf aufnahm und ihn zum Siege führte, der zum Schmied der deutschen Einheit wurde und den nun endlich Millionen begriffen haben: Adolf Hitler. In großen Zügen er­innerte der Redner dann an die Wiederherstellung eines sauberen Beamtentums, das durch Adolf Hit­ler wieder zu Ansehen gebracht und geeint wurde. Dann sagte der Redner weiter:

Dfr neue Staat ist Nicht mehr etwas, was neben dem Volk und neben der Bewegung besteht, sondern er ist ein Werkzeug der nationasozialistischen Welt­anschauung. Leider gibt es noch Beamte, denen der Nationalsozialismus noch ein unbeschriebenes Blatt ist. Nationalsozialismus ist Volksgemeinschaft. Das Wort zerfällt in Nationalismus und Sozialismus. Sozialismus ist eine Ueberzeugung, die einen ganzen Menschen ausfüllen muß. Er ist hart wie Granit, hat mit Wehleidigkeit oder Almosengesinnung nichts zu tun. Er ist eine einfache Lehre der Vernunft. Wahrer Sozialismus verlangt im Verkehr unter- einander sich nicht als Angehöriger von Klassen oder Ständen, sondern in erster Linie als Volksgenosse zu

fühlen. Das Schicksal des einzelnen Berufsstandes und des einzelnen Berufsgenossen ist an das Schick­sal der Volksgemeinschaft gebunden. Wer Sozialist sein will, dem muß die Nation über alles gehen. Kein wahrer Nationalismus ohne soziales Fun­dament. Nationalismus und Sozialismus schließen sich nicht aus. Sie sind in Wirklichkeit ein und das­selbe. Wenn wir Beamte uns dies stets vor Augen führen, dann wird die nationalsozialistische Welt­anschauung bald in uns Fuß fassen und unsere ganze Arbeit einen anderen Zweck erfüllen. Wir werden dann nicht mehr außerhalb der Volksgemeinschaft stehen, sondern mitten drin als Fahnenträger des Dritten Reiches.

Heute noch wird hin und wieder der volksfremde Bürokratengeist innerhalb gewisser Teile der Be­amtenschaft gegeißelt. Der Beamte hat die Pflicht, zu seinem Teil daran mitzuwirken, daß dieser Geist endgültig verschwindet, damit das erstrebte Verständ­nis des gesamten Volkes für das Berufsbeamten, tum vollständig Wahrheit werden kann. Der Typ des unpolitischen Beamten muß beseitigt werden. Die deutsche Beamtenschaft muß derart zum Natio­nalsozialismus erzogen, werden, daß sie das natio­nalsozialistische Gedankengut in sich aufnimmt, um wirklich ihre Dienstpflichten erfüllen zu können. Ein Beamter ohne nationalsozialistische Weltanschauung wird mit der fortschreitenden nationalsozialistischen Gesetzgebung kaum mehr seinen Dienst versehen kön­nen. Ein nationalsozialistischer Staat braucht zu sei­nen Repräsentanten Beamte, die von seiner Wesens­art erfüllt sind.

Wenn wir uns bemühen, in diesem Sinne an uns zu arbeiten, dann wird, diese Abschiedsfeier von unseren altbewährten Berufskameraden, denen ich für ihr ferneres Wohlergehen das beste wünsche,

2H. d. J.b.:

Zakober, $ 5.-0berffutmbannffieret.

ein Erinnerungstag werden, der uns stets mahnt, in Treue, Kameradschaft und Opferwilligkeit als Vollzieher der Staatsgewalt unsere Pflicht zu tun zum Wohle für das deutsche Volk durch den Glau­ben an Adolf Hitler, der uns unser Selbstvertrauen wieder gab.

Fachschaftsleiter Manikowski überreichte so- dann den drei scheidenden Berusskameraden als äußeres Zeichen der kameradschaftlichen Verbunden­heit und zur Erinnerung an das gemeinsame Wir­ken je ein schönes Bild vom Gleiberg.

Oberzottrat Horn

als Sprecher der scheidenden Berufskameraden brachte hierauf deren herzlichen Dank für die zahl­reichen Beweise der Anerkennung und der treuen Kameradschaft zum Ausdruck. Er dankte dem Lan­desfinanzamtsdirektor für fein Erscheinen, weiter auch den zahlreichen Pensionären, die von weither, aus der Provinz zu dieser Feier gekommen waren. In einem kurzen Rückblick wies er auf die starke Ausdehnung der Arbeit beim Hauptzollamt Gießen im Verlaufe des letzten Jahrzehntes hin, die trotz­dem ohne Personaloermehrung von der Beamten­schaft in vorbildlicher Weise bewältigt wurde. Allen Berufskameraden sprach er seinen yerzlichen Dank für die treue und vertrauensvolle von echter Kame­radschaft erfüllte Mitarbeit aus, und er bat sie, die scheidenden Kameraden in guter Erinnerung zu behalten, wie auch sie stets gerne an die Zeit der gemeinsamen Arbeit zurückdenken würden.

Iachschastsleiter, Zollsekretär Manikowski

schloß sodann nach dem Badenweiler Marsch den offiziellen Teil der Feier mit dem Gelöbnis, allezeit dem Befehl des Führers zu folgen, in treuer Be- rufskameradschaft und Volksgemeinschaft zusammen­zustehen und mit voller Hingabe die Berufspflicht zu erfüllen, damit das Werk Adolf Hitlers zum Wohle von Volk und Staat feine Vollendung finde. In dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer Adolf Hitler stimmte die Versammlung begei­stert ein. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes gesungen.

Einige Stunden kameradschaftlichen Beisammen­seins hielten die Berufskameraden noch in bester Stimmung mit einander vereinigt.

Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:

1166: Bekanntmachung KP 37 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise.

1167: Ausdehnung des unaariscken EinfuhrbewU- ligungsverfahrens auf zahlreiche Erzeugnisse.

1168: Bekanntmachung KP 38 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise.

HZ. an die Krönt!

Die höchste Ehre des deutschen Zungen ist es. der Zugeud anzugehören, die den Namen des Führers trägt.

Der größte Stolz der deutschen Zugend ist es. die Uniform zu tragen, die der Führer seiner Zugend gegeben hat.

Es gibt nur noch eine Zugend. die Hitler-Zugend. und jeder deutsche Zunge, der im Dienst der hitler-Zugend seine Pflicht tut. dient seinem Volke. Wer abseits steht, scheidet sich selbst aus der Kameradschaft der deutschen Zugend und damit aus der deutschen Volksgemeinschaft aus.

Klostermann, Kreisleiter.

Was der Frontsoldat im Felde ersehnt

was die SA. begonnen.

soll die Hitler-Zugend vollenden:

Sie soll schassen ein geeintes deutsches Volk aus freier Scholle!

Der Führer der Standarte 116.

Lutter. Standartenführer.

Denn aus euren Reihen kommen einst die SS.-Wänner der Zukunft!

Wir grüßen und rufen euch zu:

Weiter! Richt stehenbleiben! Immer nur e i n e r Fahne, immer nur e i n e m Führer nach, mit fanatischer Liebe und Treue, dann gibt es nicht ein Unmöglich, wenn man sein Volk, seine Heimat, sein Vaterland, sein Ideal, seinen Führer liebl und nur will!

So wie ihr es bis zur heutigen Stunde getan habt!

Der Führer der 83. SS.-Standarte.

** Das Fest der silbernen Hochzeit feiern am Dienstag in körperlicher und geistiger Frische Herr August Zerbe und Frau, Krof- Dörfer Straße. Herr Zerbe ist schon immer treuer Bezieher Des Gießener Anzeigers.

* D i e Herb st messe hatte am gestrigen Sonntag bei Dem herrlichen Wetter einen Riesen­betrieb zu verzeichnen. Nicht nur aus Der Stadt, sondern auch aus zahlreichen Orten der Umgegend strömten Die Besucher in großer Menge zu Den SehenswürDigkeiten auf OswalDsgarten. In Den umliegenDen Straßen Drängte sich Die Volksmenge schon sehr stark, aber noch größer war das Ge- dränge auf dem Platz selbst, auf Dem man sich nur Durch langsames Schieben unD Drängeln vom Platz bewegen konnte. Mit Diesem starken Besuch, Der auch sehr flottes Geschäft brachte, sand die Herbst, messe einen erfolgreichen Abschluß.

** Ein Verkehrsunsall ereignete sich am gestrigen Sonntagnachmittag an Der Ecke fieber« straße / Gartenstraße. Der 42jährige Maler Heinrich B u ch m a n n aus Eisenach fuhr mit seinem Motor« rab gegen Die Straßenbahn unD kam Dabei zu Fall. WährenD er selbst leDiglich einen Bluterguß im rechten Fuß erlitt, mürbe seine Frau, bitz auf Dem Soziussitz saß, schwerer in MitleiDenschaft gezogen. Sie würbe zu BoDen geschleubert, von ber Straßen» bahn erfaßt unb einige Meter mitgeschleift. Dabei erlitt bie bebauernsroerte Frau eine erhebliche Ver­letzung am rechten Fuß sowie Fleischverletzungen an ber rechten Hanb. Beibe Verunglückte mußten burch bie Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in bie Chirurgische Klinik gebracht werben.

Auftakt zum Gallusmarki in Grünberg.

4- Grünberg, 14. Okt. Seit Der 450-Jahrseier unseres Gallusmarktes, Die im Jahre 1931 stattfand, hat sich als Brauch gebildet, alljährlich Den Markt Durch einen HeimatabenD einzuleiten. Daß Diese von Marktausschuß und Stadtverwaltung ge­meinsam durchgeführte Veranstaltung sich großer Beliebtheit erfreut, bewies wiederum der diesjäh­rige Heimatabend, ber am gestrigen Sonntag in Der Turnhalle stattfand und einen sehr starken Besuch aufwies.

Bürgermeister Wagner bezeichnete in feiner Begrüßungsansprache den Heimatabend als Fa- minenfeft Der ganzen StaDt unD wies Darauf hin, baß bie diesjährige Veranstaltung im Jahre ber roiebergemonnenen Wehrfreiheit unseres Vater» lanbes unter Dem Begriff Soldatentum stehen solle.

Im ersten Teile des Abends brachte Lehrer B ö ch e r, ber Leiter ber hiesigen Ortsgruppe ber NS.-Kriegsopferoersorgung, einen fesselnben Vor­trag über

Grünberg in Kriegszeiten".

Wir hörten hier von den mancherlei Kriegszeiten, bie mit ihren Nöten unb Drangsalen seit der im Jahre 1186 erfolgten Erbauung der Burg auf Dem Grünen Berge" über unsere engere Heimat Dahin« gebrauft find. Dreißigjähriger Krieg mit Dem Pest« iahr 1635, Das 1224 Bewohner Grünbergs Dahin- raffte unD BranDschatzungen unserer StaDt von Schweben unD Kaiserlichen brachte; Siebenjähriger Krieg mit Dem Gefecht bei Atzenhain am 21. März 1761, Die Napoleonischen Kriege, Die 22 Grünberger Söhne als Opfer auf allen Schlachtfeldern Europas forDerten, Den unseligen BruDerkrieg 1866, ber ben Prinzen AlexanDer von Hessen als Führer bes VIII. BunDeskorps in Grünberg im Quartier (Mil­ben Mann") sah, den Krieg 1870/71, Der 34 Grün­berger unter Die Fahnen rief, wovon Drei Den Hel- Dentob starben, unb enblich ben Weltkrieg, ber meh­rere Hunbert von Grünberg zur Verteibigung ber Heimat ausziehen ließ unb über 60 Opfer forberte.

Im zweiten Teile bes Abenbs ftanben im Mit­telpunkt brei Szenen aus Dem SolDatenleben:

3n der Kaserne",Ans Dache",3m Manöver".

In trefflicher Weise hat es Der Verfasser Dieser Drei BilDer, Oberveterinärrat Dr. Karl Stein (Fried­berg), ein geborener Grünberger, verstanden, das Leben und Treiben während der Soldatenzeit zu schildern. Als ebenso gelungen kann die Aufführung bezeichnet werden, die unter der Leitung von Pro- pagandaleiter Hrch. Schmidt stand, während als wirkungsvolle Darsteller sich eine Anzahl SA.-Män» ner betätigte. Während schon in dieser Bühnenvor­führung einzelne Lieder aus dem Soldatenleben er­klangen, wurde bas Bilb noch vervollstänbigt burch eine Anzahl mit Musikbegleitung gemeinsam ge­lungener Soldatenlieder:Die stolze Infanterie", Argonnerwalb",Setzt zusammen Die Gewehre" unbWann mir Owerhesse Solbctte roern".

Ebenso war auch ber musikalische Teil Des Abends, ber vom Musikverein bestritten würbe, rein auf mili­tärische Stücke, wie Märsche unb bgl. abgestimmt.

$euer in Krofdorf.

* Krofdorf, 14. Okt. Hier brach am gestrigen Sonntagabend in Der Scheune Der Frau Wwe. Schleenbecker im sog. JuDenhof an Der Rod- Heimer Straße Feuer aus, Dem Die Scheune mit allen Heu- unb Stroh Vorräten 3um Opfer fiel. Die Flammen griffen auch auf bas angrenzenbe Wohnhaus über, besten Dach­geschoß erheblich deschäbigt würbe. Dem tatkräftigen Eingreifen ber Feuerwehren von Krof- borf, Vetzberg unb Robheim gelang es durch ihre aufopferungsvolle Arbeit, dem verheerenden Ele­ment Einhalt zu gebieten, so daß weitere alte Nach­bargebäude vor Schaden und Zerstörung bewahrt wurden. Das Rindvieh unb bie Schweine konnten zum Glück rechtzeitig aus ben Ställen getrieben werben.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

D. G. 5. Eine bei dem Einzua bereits vorhandene Lichtleitungsschnur, bie auch bei einem etwaigen Auszug in ber Wohnung verbleiben wirb, braucht von bem Untermieter nicht bezahlt zu werben. Der Mieter hat bie Kosten für bie Anlegung eines neuen elektrischen Lichtzählers zu tragen. Die Brenn- ftunbenbauer einer 25kerzigen Birne von ein Kilo­watt entspricht einer Dauer von 40 Stunben.

0. H. in G. Soviel bekannt ist, unterliegen die Neubauten für eine Reihe von Jahren nicht der ©onbergebäubefteuer, fnnbern es sind lediglich Grundsteuern zu zahlen. Mittel aus Reichsburg­schaft werden nicht gewährt; dagegen übernimmt bas Reich bie Bürgschaft für erst- unb zweitstellige Hypotheken. Die Reichsbürgschaft für eine zweit- stellige Hypothek wird in der Regel bis zu 35 v. H. des über bie erststellige Hypothek hinausgehenden Betrages (40 v. H. bes Bau- unb Bodenwertes) übernommen. Der Zinssatz beträgt zur Zeit für das Jahr VA v. H. unb 1 o. H. Tilgung zuzüglich er­sparter Zinsen.