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men dem Inhalt der sogenannten Protokolle der Weisen von Zion entsprechen. Zur Frage der Straf­fälligkeit der Angeklagten führte der Verteidiger noch aus, daß die Täter in gutem Glauben gehandelt hätten, der durch das Gesetz geschützt werde. In der Nachmittagssitzung gaben die drei anwesenden Beklagten ihre Schlußerklärungen. Oberstleutnant Haller wandte sich sehr energisch gegen die Vermutung, daß er eine Verbindung mit deutschen Nationalsozialisten habe oder gar je Geld aus dem Auslande bezogen habe. Das Urteil wird am Dienstagnachmittag verkündet.

Amerikas Währungspolitik.

Keine einseitige Dollarstabilisierung.

N e u y o r k, 14. Mai (DNB. Funkspruch). Im Rundfunk erklärte Finanzsekretär Morgenthau, Amerika wolle einer internationalen Währung s° st a b i l i s i e r u n g keine Hindernisse in den Weg legen. Dagegen sei es keinesfalls bereit, von sich aus eine einseitige Dollar st abi- lisierung durchzuführen, die die Vereinigten Staaten auf den Stand des Jahres 1932 zurück­bringen würde. Amerika besitze jetzt die gesündeste Währung der ganzen Welt. Die Finanzpolitik der USA. sei lediglich von dem Willen bestimmt, den Anteil Amerikas am Welthandel zu erhalten. Die Behauptung, daß die Vereinigten Staaten durch die Goldanhäufung den Welthandel lahm legten, sei falsch, da die vermehrte Goldwelt­produktion dem entgegenstehe. Die Vereinigten Staaten beabsichtigten, in erhöhtem Maße Silber als Währungsmetall zu ver­wenden. Der Außenhandel der USA. sei im Jahre 1934 im Verhältnis zu den beiden Vorjahren wert­mäßig gestiegen. Viele Anzeichen ließen eine weitere Besserung des Welthandels erhoffen.

Eine politische predigt.

London, 13. Mai. (DNB.) In der St. Pauls- kathedrale hat der Bischof von Birmingham, Dr. Barnes, am Sonntag eine Predigt gehalten, in der er u. a. erklärte:Es steht fest, daß die Span­nung in Europa nicht weichen wird, solange nicht der Versailler Vertrag in irgendeiner Form revidiert wird, denn es ist für unser Wohlergehen von lebenswichtiger Bedeutung, daß ein großer Staat wie Deutschland keinen An­laß zu berechtigtem Groll hat. Aus diesem Grunde sollte unsere Regierung Verhandlungen über das österreichische Problem, die früheren deutschen Kolo­nien und anderes einleiten. Innere Wohlfahrt und die Entfachung vaterländischer Leidenschaften sind kein Ersatz für eine erfolgreiche Staatsführung, die die Nation gerechterweise erwarten kann."

Der Bischof prophezeite für die nächsten 25 Jahre einen Bevölkerungsrückgang in England. Er befürchte, daß sich das minderwertige Element in dieser Zeit des Bevölkerungsrückganges frucht­barer erweisen werde als der wertvolle Grundstock der Nation. Die Schwachsinnigkeit nehme ver­heerende Ausmaße an. Die Vorschläge auf freiwil­lige Sterilisierung warteten immer noch auf die Bil­ligung durch die Regierung.

Konservative Unzufriedenheit mit Simon.

London, 14. Mai (DNB. Funkspruch).News Ehronicle" verzeichnet einen Angriff von Konser­vativen auf Sir John Simon und über eine ver­trauliche Besprechung von 100 bis 140 Parteimit­

gliedern, die mit der Außenpolitik wegen ihrer an- aeblichen Unklarheit unzufrieden sind. Sir Austen Chamberlain soll einen Drei­mächtepakt zwischen England, Frankreich und Italien befürwortet haben. Für Dienstag ist nun dagegen eine private Zusammenkunft der An­

hänger Simons angesetzt. In den Wandelgängen des Unterhauses soll man der Ansicht gewesen sein, angesichts der jetzigen internationalen Lage sei es verfehlt, wegen der Außenpolitik eine Kabi­netts krife herbeizuführen.

sei zu keiner Mobilisierung geschritten und ver­pflichte sich, sich dem Schiedsspruch unparteiischer Richter zu unterwerfen. Der neue Appell schließt mit der dringlichen Aufforderung an den Völker­bundsrat, nach Artikel 15 eine friedliche Re­gelung der Streitfrage zu sichern, damit die poli­tische Unabhängigkeit und Unversehrtheit des abes­sinischen Staatsgebietes geachtet und gegen jeden Angriff aufrechterhalten werde.

Die Gemeinschaft studentischer Verbände.

Berlin, 13. Mai. (DNB.) Nachdem vor kur­zem die Deutsche Sängerschaft und die Deutsche Turnerschaft in die Gemeinschaft studentischer Verbände eingetreten sind, ist nun- mehr auch die Deutsche Burschenschaft in die Gemeinschaft studentischer Verbände ausge­nommen worden. Die Gemeinschaft studentischer Verbände umfaßt nunmehr 19 Korporations­oerbände (etwa 900 Korporationen) mit einem Mitgliederbestand von insgesamt 210 000 jungen und alten Korporationsstudenten.

Devisenverbrechen bei katholischen Orden.

Berlin, 13. Mai. (DNB.) Die I u st i z - presse st elle Berlin teilt mit: Die durch einen Sonderbearbeiter der Staatsanwaltschaft Berlin getätigten Ermittlungen haben den Verdacht umfangreicher Devisenverschiebun- g e n bestätigt. Gegen eine Reihe von Orden sind die Ermittlungen soweit gefördert worden, daß be­reits Anklage erhoben ist oder in Kürze er­hoben werden wird. In der ersten Sache steht Ende dieser Woche Termin vor dem Schöffen­gericht Berlin an.

Aus aller Wett.

Fernsehen über weile Entfernungen. Eröffnung der öffentlichen Fernfehstelle in Potsdam.

Vor ungefähr einem Monat erst wurde im Reichspostmuseum in Berlin die erste öffent­liche Fern seh stelle eingerichtet. Das außer­ordentliche Interesse, das diese Einrichtung erweckt hat, zeigt sich darin, daß in den anderthalb Stun­den .Vorführungszeit an manchen Tagen bis zu 3000 Besucher gezählt werden. Die schnelle technische Fortentwicklung auf diesem Gebiet hat dazu geführt, daß jetzt bereits die erste öffentliche Fernsehstelle außerhalb Groß-Berlins, und zwar inr Gebäude der Reichspostdirektion in Potsdam der Oeffentlichkeit übergeben werden konnte. Dieser ersten Vorführung von Fernsehbildern auf weite Entfernung über 20 Kilometer wohnten etwa 200 Vertreter der deutschen Presse bei. Oberpostrat Dipl.-Jng. Dr. B a n n e i t s vom Reichspostzentralamt in Berlin, der seit acht Jahren grundlegende Forschungen auf dem Gebiet des Fernsehwesens leitet, sprach über die Bedeutung dieses weiteren Schrittes in der technischen Entwick­lung. Während bisher nur ein Abstand von 6 Ki­lometer überwunden wurde, sei es jetzt gelungen, mehr als 20 Kilometer Entfernung zu überbrücken. Es habe Mühe und Arbeit einer großen Anzahl von Technikern gekostet, ehe diese neue Anlage gezeigt werden konnte. Das Problem des Fernsehens sei heute bei weitem noch nicht endgültig gelöst, wenn man auch zu einem gewissen Abschluß gekommen sei. Es gebe noch eine Anzahl von Mängeln, die zu beseitigen feien; die

Abessinien im Spiel -er Mächte.

Steht eine französisch-englische Protestaktion in Rom bevor?

London, 13. Mai (DNB.)Times" bestätigt, daß die britische und die französische Regierung sehr beunruhigt über den Stand des Streites zwischen Italien und Abessinien sind. Von der französischen Regieruna sei in London angeregt worden, in Rom und Addis Abeba gemeinsam die schnelle Bildung des Versöhnungsausschus­ses $u befürworten, damit dieser bei Eröffnung der Völkerbundstagung am 20. Mai bereits arbeite. Die britische Regierung stehe diesem Vorschlag wohl­wollend gegenüber, denke aber an noch drin­gendere Vorstellungen. Man sehe es als äußerst bedauernswert an, daß die italienische Re­gierung sich so tief in Ostafrtkafragen verwickeln lasse $u einer Zeit, wo d i e Lage in Europa kritisch und wo enge Zusammen­arbeit zwischen den europäischen Regierungen beson­ders wünschenswert fei.

Das halbamtliche Giornale d'J t a l i a " be­faßt sich unter der ÜberschriftNutzloser Lärm" mit dereigenartigen Alarmstimmung" in einem Teil der französischen und mehr noch der englischen Presse und stellt zu den auch von der Times" wiedergegebenen Gerüchten fiber einen bevorstehenden englisch - französischen Schritt fest, daß ein solcher Schritt bis jetzt nicht erfolgt sei. Auch glaubt das Blatt, daß die beiden befreundeten Regierungen weit ent­fernt seien von einer solchen Absicht, die nur schlecht mit dem legitimen Recht Italiens zur Verteidigung seiner bedrohten Interessen in Übereinstimmung zu bringen wäre. Eine derartige diplomatische Intervention könnte nur die immer feindseliger werdende Stim- mung Abessiniens gegenüber Italien noch weiter verschärfen, wie das bereits durch die wenig kontrollierte Intervention eines Teiles der englischen Presse zu Gunsten Abessiniens und durch die Rüstungslieferungen geschehen sei. London und Paris werde sicherlich diese elementare Wahrheit nicht entgehen.

Wir glauben nicht, so schreibt das Blatt weiter, daß man in Paris und London ernstlich eine diplomatische Aktion plane, die nur zu einer Ver­schärfung der Lage führen könnte. Es wäre bedauerlich, wenn eine so glückliche Freundschaft, die Italien mit Frankreich verbinde, und eine Tra­dition dauernder guter Beziehungen wie die ita­lienisch-englischen unter solchen Umständen a u f eine harte Probe gestellt werden sollten. Die Mahnung, Italien solle die europäische Lage nicht aus den Augen verlieren, erübrige sich. Ita­lien wisse, welche historische Ausgabe ihm im Donauraum zufalle und beabsichtige gewiß nicht, darauf zu verzichten. Gerade zu diesem Zweck seien die wohlbekannten italienischen Maßnahmen ge­troffen worden. Das italienische Volk sei gegenüber diesen Pressemanövern sehr empfindlich. Sie könn­ten in diesem heiklen Augenblick sehr unangenehme Schatten auf die internationalen Beziehungen wer­fen. Solidarität und Freundschaft seien etwas sehr

Wesentliches, sie könnten auf dem europäischen und afrikanischen Feld nicht verschiedene Formen ein­nehmen.

England hat sich vor einigen Jahren des Su­dans angenommen, der nach und nach in eine rie­sige Baumwollplantage verwandelt wird. Entgegen dem Willen der Aegypter hat die britische Verwaltung die Quellflüsse des Nils für die Be­wässerung oieses unübersehbaren Gebietes herange- zogen. Sie hat sich nicht im geringsten um die lei­denschaftlichen Proteste Kairos gekümmert, ist viel­mehr ihren eigenen Weg gegangen, muß jedoch jetzt feststellen, daß das italienische Inter­esse an Abessinien einen unangenehmen Beigeschmack für England besitzt. Denn einer der wichtigsten Quellflüsse des Nils, der Blaue Nil, entspringt im abessinischen Hoch­land. Seine Wassermengen sind aber für Eng­land von erheblicher Bedeutung. Wenn sie auch nicht unmittelbar den Sudan-Pflanzungen zugute kommen, so sind sie doch für Aegpten, das von den Fluten des Nils lebt, sehr wertvoll. Nun sieht es aber so aus, als ob Italien die Absicht habe, aus Abessinien das zu machen, was der Sudan im Rah­men des britischen Weltreiches ist, eine großartige Baumwollplantage, die ihre Wasservor- räte dem Blauen Nil entnehmen könnte. Es würde den Engländern mehr als unbequem fein, wenn Italien aus Abessinien ein Baumwollkankurrenz- unternehmen machen oder auch nur einen Einfluß auf die für Aegypten lebensnotwendige Bewässe­rung des Niltals ausüben würde. Der Gedanke, daß' sich in der Flanke des afrikanischen Besitzes Englands die Italiener breit machen könnten, ist also den Briten wenig sympathisch. Wenn es also zunächst nur wirtschaftliche Gründe sind, die sie veranlaßt haben, in ihrer Presse ernste Töne gegen Italien anzuschlagen, und sich gleichzeitig um eine italienisch-abessinische Aussöhnung zu bemühen, so kann es doch vom Nilwasser her unter Umständen noch zu einem scharfen Disput zwischen London und Rom kommen.

Abessiniens Beschwerde an den Völkerbund.

Genf, 13. Mai. (DNB.) Die abessinische Regie­rung hat beim Generalsekretär des Völkerbundes erneut Beschwerde erhoben gegen die mili­tärischen Maßnahmen der italienischen Regierung, besonders gegen die Entsendung zahlreicher Trup­pen und größerer Mengen Kriegsmaterial nach den italienischen Kolonien. Die offiziellen Reden, die diese Vorgänge begleitet haben, lassen keinen Zwei­fel an den feindlichen Absichten der ita­lienischen Regierung. Abessinien habe schon zu wie­derholten Malen auf die Gefahren solcher Maß­nahmen für den Frieden hingewiesen.Verantwort- liche politische Persönlichkeiten Italiens haben die Absicht Italiens angekündigt, mit Abessinien ein für allemal ein Ende zu machen. Abessinien

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