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zeichnen, seit Veginn des Rechnungsjahres also ins­gesamt 9,6. Der im letzten Rechnungsjahr vorhan­dene Plusbestand von 14.2 verringert sich daher auf 4,6. Für beide Haushalte wird also für Ende Ja­nuar 1935 ein Fehlbetrag von 1842,8 ausgewiesen. Der Kassenbestand beträgt 173,0.

Aus aller Wett.

Dir Jungen." Line Veranstaltung der HI. in Warschau.

Die Verhandlungen über die Austauschsen­dungen zwischen der Jugend Deutsch­lands und Polens find zu einem erfolgreichen Abschluß geführt worden. Die Eröffnung der Reihe der Austauschsendungen erfolgt am Sonntag, 2 4. M ä r z 1 9 3 5, in ber Zeit von 19.10 bis 19.45 Uhr durch eine SendungderHitlerjugend, die vom gesamten polnischen Rundfunk übertragen wird. Auf deutscher Seitz schließen sich der Deutschlandsender und mehrere Reichssender an. Die Sendung trägt den TitelWi r Jungen". Die Spielschar der Abteilung Rundfunk der Reichs­jugendführung singt und spielt vor der polnischen Jugend in Warschau deutsche Volkslieder, Volks- tänze und Lieder unserer Zeit. Die deutsche Jugend wird diese Sendung an den Lautsprechern abhören.

KreuzerKarlsruhe" auf großer Fahrt.

KreuzerKarlsruhe" hat am Dienstag San Franzisko verlassen und seine Ausbildungsreise fort­gesetzt. Als nächster Hafen wird Vancouver (Kanada) angelaufen,

Familientag der Utsche.

Rund 400 Mitglieder der im Siegerland und im Westerwald weit verbreiteten Familie Utsch ver­sammelten sich in Eiserseld zu einemTag der Utsche". Im Verlauf der Feier wurde auch die Geschichte der Utsche vorgetragen, die sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen läßt. Um 1170 waren die Utsche als Ritter und Edle in Steier­mark ansässig. Um 1600 wanderten sie nach Deutsch­land aus und machten sich in der Kurpfalz und im Siegerland seßhaft. Während in den Kreisen Alten­kirchen und Siegen noch zahlreiche Vertreter der Familie wohnen, ist die Kurpfälzer Linie fast aus- Sestorben. Ihr bekanntester Vertreter war Johann tsch, der im Liede unsterblich gewordeneI ä - ger aus Kurpfalz", dem Kaiser Wilhelm 1913 auf den Entenpfuhl im Soonwald ein Denk­mal setzen ließ.

Feuersbrunst in einem ägyptischen Dorf. Drei Tote, neun Schwerverletzte.

In dem Dorfe Zankaloun in Unterägypten sind 600 Häuser durch ein großes Feuer zerstört wor­den. Dabei fanden drei Eingeborene den Tod, sieben Eingeborene und zwei Feuerwehrleute er­litten schwere Verletzungen. Der Schaden wird auf 8000 Pfund Sterling geschätzt.

kommunistischer Funktionär wegen Totschlags zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Der frühere kommunistische Funktionär Hans Ju­lius Link in Chemnitz wurde wegen vollendeten Totschlages in zwei Fällen und versuchten Totschlages in drei Fällen zu insgesamt 15 Jah­ren Zuchthaus und zum Verlust der bürger­lichen Ehrenrechte auf zehn Jahre verurteilt. Der mitangeklagte frühere kommunistische Funktionär Max Viertel wurde freigesprochen. Beide Ange-

Oie Vandalen, wie sie wirklich waren.

Die Zerstörung einer Legende.

Die Geschichte hat die Vandalen mit einem ausgesprochen schleckten Ruf bedacht. Ebenso wie die Hunnen, die unter Attilas Führung wie ein Sturm­wind über Europa dahingebraust sind, galten die Vandalen als die Verkörperung barbarischer Zer­störungswut und sinnlosen Vernichtungsdranges. Dor allem wollte das katholische Abendland diesem ost­germanischen Dolksstamm, der dank G e i s e r i ch s überragender Persönlichkeit im 5. Jahrhundert von Nordafrika aus eine beherrschende Stellung im Aus­strahlungsgebiet des Mittelmeeres einnahm, niemals verzeihen, daß er nicht nur den Katholizismus in seinem Einflußbereich zurückgedrängt und die Lehre der Arianer oeroreitet hat, sondern daß er, wie behauptet wurde, das heilige Rom verbrannt und verwüstet habe. Entspricht dieses vernichtende Urteil der geschichtlichen Wirklichkeit oder entstand es aus einer Legende, die sich in den Köpfen der Menschen eingenistet hatte und die sich dort mit der Beharr­lichkeit solcher Voreingenommenheiten über die Jahr- hunderte hinweg bis in die Gegenwart behauptet hat?

Der französische Historiker E. F. Gautier, Professor an der Universität Algier, der Nordafrika wie seine Westentasche kennt, hat in einem soeben im Societätsverlag Frankfurt a. M. erschienenen BuchGeiserich. König der Vandalen" die Spuren dieser so arg verleumdeten Ostgermanen auf ihrem Zuge von der ursprünglichen Heimat Jütland über die Ostsee durch das Gebiet der Oder zum heutigen Schlesien, von den ungarischen Ebe­nen über Mainz, Gallien nach Spanien und end­lich nach Nordafrika verfolgt, wo Geiserich mit einer Armee von nur 16 000 Mann ein Land er­oberte, das in der Achse von Tanger bis Karthago ungefähr 3000 Kilometer mißt. Die Ehrenrettung durch den Lateiner Gautier hat für die Geschichte der germanischen Völkerwanderung ein besonderes Gewicht und läßt die Vandalen in einem ganz neuartigem Licht erscheinen. Wir wissen, daß sie von allen germanischen Völkerschaften die Über­zeugtesten und leidenschaftlichsten Arianer waren, während dieIrrlehre" des Arius von der katho- lifchen Kirche heftig bekämpft wurde. Dieser Gegen- satz, der in den beiden aroßen Gestalten des Heili­gen A u g u st i n u s , der selber ein geborener Afrikaner war, und des weitsichtigen und tatkräfti­

gen Staatsgründers Geiserich leibhaftige Ge­stalt annahm, hat auf den geschichtlichen Ruf der germanischen Eroberer Nordafrikas und der Be­dränger des römischen Weltreiches starken Emslutz gehabt.

Bereits alle zeitgenössischen Chronisten haben die Vandalen mit Beschimpfungen überschüttet. Man hat ihnen vorgeworfen, daß sie bei der Einnahme von Karthago, dem späteren Hauptsitz der gewalti­gen kriegerischen Unternehmen der Vandalen, die furchtbarsten Verwüstungen angerichtet hätten. In Wirklichkeit haben diese Zerstörungen gar nicht statt- gefunden oder sind doch bedeutend übertrieben wor­den Ebensowenig haben die Vandalen Rom in Schutt und Asche gelegt. Natürlich erregte die Ein- nähme dieser Stadt damals ungeheures Aufsehen und die Berichte darüber sind außerordentlich ver­worren. Tatsache ist jedenfalls, daß Geiserich am 2. Juni 455 ohne Schwertstreich in Rom eingezogen ist, nachdem er mit seinem Heer das Mittelmeer überquert hatte. Gautier schreibt:

Zwei Wochen ist er dort geblieben; wir können sein Tun und Lasten sehr gut verfolgen. Er hat kein Blutbad, keine Feuersbrünste, keine Der- Wüstungen angerichtet. Darin stimmen alle Quellen ungefähr überein. Eine sehr viel spätere Stelle aus dem 6. Jahrhundert erwähnt kurz zahlreiche, an Römern begangene Mordtaten. Einzig Enagrus spricht von einem Brand der ganzen Stadt, aber das ist ein offenbarer Unsinn ... Das Zeugnis des Pap st es Leo I. liefert den besten Beweis. Nach dem Tod des Kaisers Maximus war der Papst der einzige noch in Rom weilende offizielle Vertreter der Macht. Er ging Geiserich an das Tor der Stadt, zur Porta Portuensis, auf welche die Via Portu- ensis mündete, entgegen; er versicherte ihm, daß ihm kein Widerstand geleistet werden würde, er beschwor ihn, sich aller Gewalttätigkeiten zu ent­halten; sein Einschreiten berichten die Chronisten, war von Ersolg gekrönt ... Das muß gesagt wer­den, denn die Vandalen haben in der öffentlichen Meinung noch immer den Ruf, vor allen anderen Barbaren einen besonderen Geschmack an der Zer­störung, eine ausgesprochene Zerstörungslust besesten zu haben. Die Erinnerung an die Einnahe von Rom hat vor allen Dingen diesen Rklf des Vanda­lismus genährt."

klagten waren beschuldigt, am 7. Juli 1931 zwei SS.-Männer, Edgar Steinbach aus Chemnitz und Heinrich Gutzsche aus Mittweida, erschossen zu haben. Die Anklage lautete auf gemeinsam be- Senen Mord und Mordversuch. In dem Prozeß

en fast 170 Zeugen und 3 Sachverständige ver­nommen.

Schwere Bluttat in Schlesien. Lin Polizei­beamter erschossen.

In Groß-Wartenberg (Schlesien) erhielt der Gen­darmeriehauptwachtmeister Melzig bei dem Ver­such, einem übelbeleumdeten Burschen, dem 23 Jahre alten, schwer vorbestraften Paul Kozschiol, eine Schußwaffe abzunehmen, einen Schuß in den Kopf. Der Beamte erlag nach einer Stunde den

schweren Verletzungen. Der Täter bemächtigte sich des Revolvers des Getroffenen und flüchtete. Po- lizei- und Zollbeamte haben sofort die Verfolgung des Mörders ausgenommen. Im Stradamer Walde bei Groß-Wartenberg wurde er von dem ihn ver­folgenden Förster G r o s ch k e entdeckt. Als er auf den Förster anlegte, schoß ihn dieser nieder. Koz- schiol war sofort tot. Der ermordete Gendarmerie­hauptwachtmeister hinterläßt vier unmündige Kin­der. Er wurde von seinen Vorgesetzten als beson­ders pflichtbewußter und eifriger Beamter geschätzt.

Familiendrama in Jtimes. Vier Todesopfer.

In Nimes hat sich die 40jährige Frau B o l ch a t mit ihren drei Töchtern im Alter von 18, 6 und 4 Jahren mit Gas vergiftet. Wiederbelebungs­

versuche waren vergeblich. Polizeiliche Nachforschun­gen ergaben, daß N a h r u n g s f o r g e n bte Un- glücklichen in den Tod getrieben haben.

24 lote bei einem Verkehrsunglück in China.

Ber der chinesischen Stadt Lungtschu in der Pro- vinz Tschekiang fuhr auf einer Brücke em Kraft- omnibus in einen Demonstrationszug. Der Wagen durchbrach das Geländer und stürzte in den Fluß Heber 200 Personen fielen ins Wasser. Bis­her sind 2 4 Tote geborgen worden. Unter ihnen befindet sich auch der Führer des Wagens.

Schwere Schneestürme in Sibirien. Vierzehn Züge steckengeblieben.

In den letzten zwei Tagen haben starke Schnee­stürme den gesamten Eisenbahnverkehr auf den sibirischen Strecken lahmgelegt. Nicht weniger als 14 Züge blieben im Schnee stecken. 11000 Mann und 2000 Fuhrwerke wurde zur Hilfeleistung ab­kommandiert. Bisher konnten 6 Züge freigeschaufekt werden.

Wetterbericht

des Reichswellerdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Das skandinavische Hochdruckgebiet wird fortge­setzt von Tiefdruckwirbeln umwandert, die seinen langsamen Abbau herbeiführen. Immerhin be­herrscht es noch die Witterung des europäischen Kontinents, wenn auch mit der herrschenden JDft- strömung zeitweilig etwas feuchte Luftmassen bis zu uns gelangen. Sie begünsttgen vor allem Dunst­oder Nebelbildung, doch bleibt ttotzdem der trockene und heitere Witterungscharakter im wesentlichen noch erhalten.

Aussichten für Freitag: Abgesehen von Dunst- oder Nebelbildung noch vielfach heiter, mit­tags ziemlich warm, östtiche Winde.

Aussichten für Samstag: Teilweise nebelig, sonst aber noch vielfach heiteres Wetter.

Lufttemperaturen am 13. März: mittags 8,8 Grad Celsius, abends 2 Grad; am 14. März: morgens 1,2 Grad. Maximum 9 Grad, Minimum1,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. März: abends 1,8 Grad, am 14. März: morgens 0,9 Grad. Sonnenscheindauer 8,6 Stunden.

Wintersport.

Schwarzwald. Feldbery: Heller, 9 Grad, 185 cm Gefanllschneehöhe, gekörnt; Ski und Rodeln sehr gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Heiter, 3 Grad, 40 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.

Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lang^ für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigem Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodoq Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlags Prühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckereß R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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Großen-Linden, Sieben (Steinstrabe 62), den 13. März 1935.

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Gestern mittag 12.30 Uhr wurde plötzlich und unerwartet unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Susanne Weil, geb. Jäger

im Alter von 49 Jahren durch den Tod von uns genommen.

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Die tieftrauernden Hinterbliebenen :

Familie Philipp Pfaff

Familie Eifert

Gießen (Ludwigstr. 27), Schwarz. Romrod, Braunschweig, Wenings,

den 14. März 1935.

Die Beerdigung findet am Samstag. 16. März, vorm. 11,30 Uhr, statt

Von Beileidsbesuchen wolle man absehen.

Todesanzeige!

Gestern abend verschied nach kurzer, schwerer, in großer Geduld er­

tragener Krankheit meine liebe treue Frau, unsere sorgende Herzens­

mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin

und Tante

Frau Katharina Pfaff, geb. Eifert

Großen-Linden, den 14. März 1935.

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Bekanntmachung.

Auf Grund der Vorschriften der RDO. sollen alle Arten von Fuhrleistungen und das Fahren der Leichenwagen für das Rechnungsjahr 1935 vergeben werden. Die Angebote sind bis zum

Donnerstag, dem 21. März 1935, vormittag» 10 Uhr. beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben. 14720

Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen.

Gießen, den 13. März 1935.

Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Gravert.

Bekanntmachung.

In der Generalversammlung am 22. September 1934 wurde das neue Einheitsstatut angenommen und das Geschäftsanteil eines Genossen auf 100, Reichsmark festgesetzt. Die seitherige Haftsumme von 1500, RM. wird auf 1000, RM. herabgesetzt.

Sämtliche Beschlüsse erfolgten einstimmig.

Gläubiger, die diesen Beschlüssen widersprechen wollen, werden aufgefordett, sich zu melden. (1489D

Allendorf a. d. Lumda, den 13. März 1935.

Spur- und Vorschuhverein Allendorf an der Lumda e. G. m. b. H.

E. CofoH.________Formhais._______

Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen.

Der hessische Staatsminister an alle unterstellten Behörden.

Solange das Saargebiet vom übrigen Reich ab­getrennt war, mußte der amtliche Schriftverkehr mit den Behörden des Saargebiets durch die Hand des Oberpräsidenten der Rheinprovinz als Reichskom- mifsar für die Uebergabe des Saargebiets in Ko­blenz geleitet werden. Dieser Zustand findet mit der Rückgliederung des Saarlandes am 1. März d. I. fein Ende. Don diesem Zeitpunkt ab vollzieht sich ber amtliche Schriftverkehr mit den Behörden des Saar- landes wieder unmittelbar in gleicher Weise wie mit Behörden in anderen Teilen des Reichs. 1487C Jung.

*

An Me Schulvorstande der Landgemeinden des Kreises. 1486C

Eine an uns gerichtete Anfrage gibt uns Ver­anlassung, darauf hinzuweisen, daß die an Lust­schutzübungen in den Schulen teilnehmenden Schüler und Schülerinnen im Rahmen des Schulbesuchs- versicherungsverttages Versicherungsschutz genießen.