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Ministerpräsidenten Göring mit dem Vertreter derDaily Mail" wird nicht nur als einen Ver­stoß gegen den Versailler Vertrag, sondern auch als unvereinbar mit der franziMch-englischen Er­klärung vom 3. Februar hingestellt. Nicht alle Blätter gebärden sich freilich so aufgeregt wie der Matin", der den W'Gsch nach einem gemein» fernen Schritt Englands, Frankreichs und Italiens in Berlin oorbringt. Ebenso gereizt spricht Echo de Paris" von einer Erpressung und ver­langt, daß die drei Mächte zu einer Beratung zu- farnmentreten.

Etwas vernünftiger sagtFigaro" u. a., es sei eigentlich nicht angebracht, ein großes Geschrei anzustimmen, da die Tatsachen läng st be­kannt seien. Es sei ja auch klar gewesen, daß eine Großmacht wie Deutschland sich nicht ständig mit einer militärischen Unterlegenheit abgefun-

den haben würde. Wer sich einbilde, daß ein so anormaler Zustand ewig andauern könnte, laste einen seltsamen Mangel an Urteilsfähigkeit erken­nen. Angesichts der Zwangsläufigkeit die­ser Dinge wäre es sicher bester gewesen, wenn man über den Teil V des Versailler Vertrages zu einer Zeit verhandelt hätte, in der sich noch die Möglich­keit ergab, die deutschen Rüstungen zu stabilisieren. Das Blatt schreibt dann jedoch, daß England und Frankreich sich Zehntausende von Kampfflugzeugen zulegen könnten, ohne daß der Friede dadurch im geringsten gefährdet würde, wäh­rend der geringste Bruchteil einer solchen Luftflotte im Besitz eines nationalsozialistischen Deutschlands höchst gefährlich werden müsse. Diese seltsame Auffassung wird vomFigaro" mit der abgedroschenen Behauptung zu stützen versucht, daß in Deutschland einGeist der Gewalt" regiere.

Oer Kampf um die zweijährige Dienstzeit in Frankreich.

Don Rechts und Links Schwierigkeiten für Flandin.

Oie Volkstagswahlen in Oanzig.

Berlin, 13. März. (DNB.) Zur Eröffnung des Wahlkampfes für die Danziger Dolkstags- wahlen gab der Danziger Gauleiter der NSDAP., Staatsrat Albert F o r st e r, der Presse Erklärungen über den Zweck dieser Wahlen. Er hob hervor, daß die nationalsozialistische Regierung den Volkstag eigentlich gar nicht aufzulösen brauchte, da hinter der Regierung im Parlament eine Mehr­heit v o n 5 6 v. -. stand und die nächsten Wahlen verfassungsmäßig erst im Jahre 1937 stattzufinden brauchten. Wenn die nationalsozialistische Fraktion sich gleichwohl zur vorzeitigen Auflösung entschlos­sen habe, so, weil der heutige Volkstag in seiner Zusammensetzung nicht mehr dem Willen der Danziger Bevölkerung entspreche. Während die Danziger Bevölkerung in ihrer übergroßen Mehrheit die Aufbauarbeit der NSDAP, auf allen Gebieten aner» kenne, hätten die Führer der in Danzig noch immer bestehenden roten, schwarzen und reaktionä­ren Splitterparteien eine unsachliche Mid unverantwortliche Kritik an allen Maßnahmen der NSDAP, geübt.

In der Innenpolitik hätten diese Kreise planmäßig gegen das Bestreben der NSDAP, zur Pflege der Volksgemeinschaft und zur Erhaltung der Ruhe und Ordnung gearbeitet. Nicht weniger bedenklich sei es, daß den erwähnten Oppositions­gruppen jegliches Verständnis für die Außen­politik der Danziger NSDAP, gegenüber Polen abgehe, die darauf abziele, zur Erhaltung des Frie­dens im Osten beizutragen. Auch die nationalsozia­listische Wirtschaftspolitik, durch die es möglich gewesen fei, von 40 000 Arbeitslosen über

20 000 in Arbeit und Brot zu bringen, werde von diesen Parteien unablässig schlechtgemacht. Die na­tionalsozialistische Kulturpolitik werde von ihnen fortgesetzt bekämpft, da sie darauf gerichtet sei, in Danzig das Deutschtum besonders stark zu pflegen.

Forster erwähnte dann, daß die Oppositionspar­teien sich auch nicht schämten, durch fortgesetzte B e chwerden bei internationalen In­ta n z e n unter Mißbrauch der Danziger 23er« affung gegen das verfassungsmäßige nationalsozia­listische Regime zu arbeiten. Da das Zentrum die Aufhebung der wichtigsten Maßnahmen und Gesetze der letzten Jahre verlangt habe, sei die national­sozialistische Fraktion zu dem Entschluß gekommen, die Bevölkerung Danzigs durch eine Neuwahl zu befragen, wie sie über diese separatistischen Par­teien denke. Die Oppositionsparteien, die immer wieder behauptet hätten, daß hinter der NSDAP, nicht mehr die Mehrheit der Danziger Bevölke­rung stehe, hätten den Auflösungsantrag abgelehnt. Dadurch sei bewiesen, daß die Opposition sich nur auf Lüge und Schwindel aufbaue. Die NSDAP, verspreche sich von der Wahl einen ansehn­lichen Gewinn, der erweisen werde, daß die Danziger Bevölkerung die Maßnahmen und Ge­setze der nationalsozialistischen Regierung billige. Das Wahlergebnis werde auch dem Völker- bunb beweisen, daß hinter der NSDAP, dis übergroße Mehrheit der Danziger Bevölkerung stehe. Das Deutschtum Danzigs werde durch eins nationalsozialistische Wahl von neuem vor aller Welt unter Beweis gestellt werden.

Sicherung ausreichender Arbeitskräfte für die Landwirtschaft.

Paris, 14. März (DNB. Funkspruch). Die Sitzung des Heeresausschusses der Kammer, der sich mit der Frage der Dienstzeit beschäftigen sollte, ist ziemlich stürmisch verlaufen. Ein Mihtrauens- a n t r a g, den die Rechte gegen die Regierung wegen allzu großer Nachgiebigkeit gegenüber den Wahlsorgen der Radikalsozialisten gestellt hatte, konnte nur mit Mühe abgebogen werden. Die Presse erwartet für Freitag eine lebhafte Ausein­andersetzung in der Kammer über die Frage der Dienstzeit. Ministerpräsident Flandin wird, wie angekündigt, eine Erklärung abgeben.

Die Sozialisten haben einen Jnterpellations- antrag einbringen lassen. L6on Blum gibt im Populaire" zu verstehen, daß seine politischen Freunde sich mit einer Verschleppungserklärung nicht zufrieden geben würden. Ob die Regierung einen Gesetzentwurf über die zweijährige Dienstzeit ein« bringe oder auf dem VerordnunHSwege eine Ver­längerung der Dienstzeit plane, sei gleichgültig. Die Sozialisten würden auf jeden Fall gegen d i e Pläne der Regierung Stellung nehmen und eine sofortige Entscheidung herbeiführen.

Die Rechte beabsichtigt, am Freitag den An­trag auf sofortige Einführung der zwei­jährigen Dienstzeit zu unterstützen. Der Vorsitzende des Heeresausschusses der Kammer, Oberst Fabry, hat bereits angekündigt, daß er seiner Verwunderung über das Zögern der Regie­rung Ausdruck geben werde. Auch der bekannte Deutschenhetzer Franklin Bouillon hat sich

London, 13. März. (DNB.) Im Oberhaus brachte Lord P o n f o n b y , der Führer der Oppo­sition, einen Mißtrauensantrag gegen die Regierung ein, in dem die Veröffentlichung des Weißbuches bedauert wird, da es geeignet fei, die internationalen Schwierigkeiten zu ver­größern und den Rüstungswettbewerb zu ver­mehren. Lord Povsonby nannte das Weißbuch einen Ausdruck des Mißtrauens gegen­über den europäischen Nationen, von denen be­hauptet werde, daß sie gewillt seien, im nationalen Interesse Gewalt anzuwenden oder anzudrohen. Er bezeichnete es als eine regelrechte Heuchelei, vorzugeben, daß ibie englische Wiederauf­rüstung in der Welt mit Befriedigung begrüßt werde. Unter Hinweis auf die deutschen Entrüstungen sagte der Redner, feit ben Tagen von Versailles sei England verpflichtet gewe­sen, bis auf den Stand Deutschlands abzurüsten, oder es sei unvermeidlich gewesen, daß eine Macht vom Range Deutschlands die W i e= iberaufrüftung bis zum Stande der anderen Nationen verlangen würde.

Unterstaatssekretär Lord Stanhope erklärte, der Vorredner werde nicht leugnen können, daß die sowjetrussifche Armee erheb­lich d e r ft ä r 11 worden sei, und daß Sowjetruß­land die am besten mechanisierte Armee der Welt besitze. Lord Stanhope wiederholte den Wunsch der Regierung nach einer Abrüstungskon­vention und der Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund und bezeichnete ein Abrüstungsabkom­men vor dieser Rückkehr als völlig unmöglich. Die britische Regierung bemühe sich, Abkommen nach dem Muster der Locarnoverträge zustande zu brin­gen, deren Unterzeichner sich gegenseitige Hilfe für den Fall eines Angriffes gewährleisteten. Das sei der Grundsatz, auf dem der Luftpakt, das Ostlocarno und die anderen Vorschläge fußen, die der Außen­minister und der Lordsiegelbewahrer Deutschland im Laufe dieses Monats vorzulegen hofften.

Der Erzbischof von Canterbury betonte den Wunsch, Deutschland in den Völker­bund zurückzubringen. Es müßten alle Anstrengun­gen unternommen werden, um Deutschland zu über­reden, den Platz einzunehmen, ohne den weder das kollektive System des Völkerbundes, noch irgendein allgemeines Abrüstungssystem errichtet werden könne. Der Erzbischof wandte sich dagegen, Deutsch­land für die gegenwärtige Lage allein verant­wortlich zu machen. Er sei der Meinung, daß d i e Alliierten ein sehr großer Teil des Tadels treffe, da sie folange brauchten, um der feierlichen Erklärung von Versailles nachzukommen. Sobald klar gewesen sei, daß die Alliierten keinen ernstenDersuch unternähmen, ihren Rüstungs­stand auf den Deutschlands herabzusetzen, fei es auch sicher gewesen, daß Deutschland darauf b e - stehen würde, seinen Stand auf den der Alliierten zu erhöhen. England sei bereit, Deutschland in der Gemeinschaft der Nationen im G e i st e völ­liger Gleichberechtigung zu empfangen. Dies sei seiner Meinung nach die Auffassung, mit der sich der Staatssekretär des Auswärtigen nach Berlin begebe, und in der ihm alle Erfolg wünschten.

Lord Noel-Buxton (Arbeiterpartei) kritisierte stark, daß nach der günstigen deutschen Antwort eine solche Mitteilung w i e das Weiß, buch veröffentlicht worden fei, die in Deutschland Verstimmung erzeugen mußte. Die mildeste Er- klärung sei, dies einen Mißgriff zu nennen. Aber man könne sagen, daß, wenn es nicht Sa­botage sei, es sich um verbrecherische U n - Verantwortlichkeit handele. Auch Lord L o t h i a n gab seinem Bedauern über die Ver­öffentlichung des Weißbuches Ausdruck, das er

bereits zum Wort gemeldet.Petit Journal" erwar­tet, daß die Kammer der Regierung trotz dieser Vorstöße das Vertrauen aussprechen werde. Die Regierungsvorlage werde an die zu­ständigen Ausschüsse gehen. Das Parlament werde erst nach den Gemeindewahlen dazu Stellung zu nehmen haben. Das Verhalten Flandins lasse sich erklären einmal aus der Notwendigkeit, d i e im April einzuberufenden Rekruten durch eine kurze Erklärung darauf aufmerksam zu machen, daß sie 18 Monate zu dienen haben wür­den und zum anderen aus dem Wunsch, den eigent­lichen Gesetzentwurf bis nach den Gemeindewahlen zu verschieben, um der radikalsozialistischen Partei, die in der Regierungsmehrheit eine große Rolle spiele, Schwierigkeiten bei den Gemeinde« wählen wegen der Unvolkstümlichkeit der geplanten Maßnahmen zu ersparen.

Riesengewinne

der Rüstungsfirma Vickers.

London, 13.2Hän. (D71B.) Die englische R6- stungssirma Vickers Ltd., die über ein Aktien­kapital von 4,1 Millionen Pfund ver­fügt, hat im vergangenen Geschäftsjahr nach Abzug aller Steuern einen Nettoverdienst von 543000 Pfund erzielt. Die Dividende, die im vorhergehenden Jahr 4 v. h. betrug, konnte a u f 6 v. h. erhöht werden.

höchst unglücklich" nannte. Das Letzte, was Deutschland tun werde, sei, seine Probleme durch Krieg zu lösen. Das Problem Europas sei, einen angemessenen und gerechten Platz für Deutschland zu finden.

Der Kriegsminister Lord hailsham behauptete, daß die Meisten, die das Weißbuch an­griffen, es überhaupt nicht gelesen hätten, und de- tonte, daß die anderen Regierungen ihre Rüstungen in einem viel größeren Maße erhöht hätten. In Deutschland gebe man sich jetzt kaum noch die Mühe, zu verhehlen, daß es seine Vertragsverpflichtungen unberücksichtigt lasse. Die Ausgaben der Sowjetunion seien um einen riesigen Betrag gestiegen. Auch die Vereinigten Staaten hätten chr Heer und ihre Luftstreitkräfte in größerem Maße als England vergrößert, aber niemand verdächtige deshalb Amerika, einen An­griffskrieg zu planen. Wolle man etwa die Schweiz als eine angriffslustige Nation bezeich­nen ober glauben, daß Belgien Krieg gegen seine Nachbarn führen wolle. Wenn es sich ergebe, daß trotz aller Bemühungen die kollektive Sicherheit zu­sammenbreche und das System regionaler Pakte un­wirksam sei, bann müsse Groß-Britannien bie Mit­tel haben, um sich zu verteidigen.

Das Oberhaus lehnte den Antrag Lord Ponson- bys, der Regierung das Mißtrauen auszusprechen, ohne Abstimmung ab.

Besserung im Befinden Macdonalds.

London, 14. März. (DNB.-Funkspruch.) Mac- bonalb, ber nach dem gestrigen Kabinettsrat wie­der nach Chequers gefahren ist, wirb erst wieder am Sonntagabend nach London zurückkeh- ren. Man hofft, baß er bis dahin bie Nach­wirkungen seiner Erkältung voll­ständig überrounben haben werde. Seine Kollegen berichteten, daß er viel besser aus­sehe. Er habe an den gestrigen Besprechungen einen lebhaften Anteil genommen. In poli- tischen Kreisen wurde gestern viel weniger über die Möglichkeit einer Umbildung des Kabinetts gesprochen als an den Vortagen. Man glaubt, daß es vordem Sommer keine Neubesetzungen von Ministerposten geben werde.

Der Streit um den Gouverneur von Buenos Aires.

Buenos Aires, 13. März. (DNB.) Nachdem der Senat der Provinz Buenos Aires, wie ge­meldet, beschlossen hat, Den Gouverneur der Provinz Martinez de Hoz feines Amtes ä u entheben, hat auch die Provinzial- abgeorbnetenfammer einstimmig dem An­trag auf Absetzung zugestimmt. In bem von ben Nationalbemokraten eingebrachten Antrag wirb bem Gouverneur schlechte Verwaltung, Un- terschlagung und Verfasfungsverrat vorgeworfen. Anbererseits galt Gouverneur Mar­tinez be Hoz bisher in ganz Argentinien a l s musterhafter Beamter unb burchaus saube­rer Charakter, so baß es ben Anschein hat, als ob bie Angriffe gegen ihn aus rein politischen Grün« ben erhoben worben finb. Der Oberst Kinkelin hat mit seinen Legionären, bereu Zahl inzwischen auf 500 angewachsen ist, im Regierungs- P a l a st z u La Plata Biwak bezogen. Weitere 500 Legionäre burchstreisen bie Stadt. Die Polizei, die zum Gouverneur hält, hat sich aus bem Regierungspalast zurückgezogen. Der Ausnahme- zustanb wurde bisher nicht erklärt. Die Legionäre gehören sämtlich faschistischen Gruppen an.

Berlin, 13. März. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat an die Reichs- und preu­ßischen Minister, an bie ßanbesregierungen, die Reichsbahn unb ben Generalinspekteur für das deutsche Strahenwesen ein Schreiben gerichtet, in dem er mit allem Ernst auf den Arbeiter- mangel in der Landwirtschaft hinweist. In die­sem Schreiben heißt es u. a.:

Die außenhandelspolitische Lage unb die bamit verbundene Devisenverknappung zwingt zur Sicherung der Ernährung aus eige­nem Boden und zur Erweiterung der eigenen Rohstoffgrundlage für Gewerbe und Industrie. Ich habe deshalb die deutschen Bauern zur Erzeugungsschlacht auf­gerufen, um durch Zusammenfassung aller Kräfte dieses Ziel zu erreichen. Diese Aufgabe ist aber nur zu lösen, wenn der Land­wirtschaft die erforderlichen Arbeits­kräfte zur Verfügung stehen. Das ist nicht der Fall. Durch die Maßnahmen der Reichsregierung haben Gewerbe und Industrie eine starke Förde­rung erfahren, die nicht nur die Zahl ber Erwerbs­losen verminbert, sondern gleichzeitig zur Ab- Wanderung von ßanoarbeitern und »arbeiterinnen in Gewerbe und I n - buftrie geführt haben. Als Ersatz werben ber ßanbwirtschaft Erwerbslose aus den Städ- t e n angeboten, die aber ben Verlust nicht aus» gleichen können, ba sie körperlich nicht lei­tungsfähig genug sind oder aus anderen Gründen für die landwirtschaftliche Beschäftigung nicht geeignet erscheinen.

Schon der vor einiger Zeit veröffentlichte Jahres- abschluß der beiden Siemens»Gesellschaften hatte einen starken Aufschwung der Konjunktur in der deutschen Elektrizitätsindustrie erkennen lassen. Aber in den Siemensberichten wurde auch bereits hervor­gehoben, daß sich die Absatzsteigerung im wesent­lichen auf das Inland beschränkt. Immerhin ist es bem Siemens-Konzern, ber sich auf manchen Gebieten der Elektrotechnik einer Monopolstellung erfreut und über außergewöhnlich gute und alte Auslandsbeziehungen verfügt, gelungen, auch sein Exportniveau während der Weltwirt­schaftskrise mit Erfolg zu verteidigen. Das gilt ins­besondere für die auf dem Gebiet der Schwach« stromtechnik arbeitende SiemMs 6- Halske A. G. Aber auch in dem Geschäftsbericht der Sie- mens-Schuckertwerke wurde betont, daß es der Ge­sellschaft trotz schlechter Preise unb der bekannten, die Ausfuhr hemmenden Schwierigkeiten möglich gewesen sei, die Ausfuhr wertmäßig etwa auf der Höhe des Vorjahres zu halten. Es wurde dort auch darauf hingewiesen, daß das in Wirklichkeit schon eine Steigerung des Mengenexports bedeutet, weil ein gleicher Wert infolge der inzwi­schen eingetretenen Preissenkungen einer größeren Absatzmenge entspricht.

Bei der A E G., dem zweitgrößten deutschen Elek­trizitätskonzern, fällt dieser Gegensatz zwischen dem stark gesteigerten Jnlandgeschäft und dem unter großen Hemmungen arbeitenden Exportgeschäft noch stärker ins Auge. Die AEG., die wegen ihres schwä­cheren finanziellen Rückhalts von der Krise erheblich stärker als der Siemenskonzern in Mitleidenschaft gezogen worden ist, hat im letzten Geschäftsjahre eine sehr bedeutende Absatz st eigerung erzielt. Der Gesamtumsatz hat sich von 180 Mil­lionen Mark im vorangegangenen Geschäftsjahre auf 234 Millionen Mark erhöht. Der Inland- Umsatz allein stieg aber von 112 auf 177 Mil­lionen Mark. Der Export hingegen verminderte sich von 68 auf 57 Millionen Mark. Noch deutlicher ist das Auseinanderklaffen von Inland- und Aus­landgeschäft der AEG. an Hand der Auftragsein­gänge in ben beiben letzten Geschäftsjahren wahr­zunehmen. Die Jnlanbsaufträge erhöhten sich von 123 auf 196 Millionen Mark, bie Aus- lanbsaufträge bagegen gingen von 62 auf 57 Millionen Mark zurück. Der Exportrückgang ist sicherlich nicht bedeutend. Wenn man die im Bericht der Siemens-Schuckertwerke gemachten Ausführun­gen, in Betracht zieht, so wird man annehmen dür­fen, baß sich auch ber Auslanbabsatz ber AEG. mengenmäßig nichtverminbert hat. Das ist angesichts der Gesamtentwicklung auf den Ex°

Der für bie Landwirtschaft unb für die Ernäh­rung gefahrvollen Entwicklung kann nur dann mit Erfolg entgegengetreten werden, wenn alle Behör­den unb Organisationen, die irgendwelche a e werbliche Aufträge vergeben oder ausfüh­ren, tätig mitarbeiten. Erste Voraussetzung ist, daß alle Arbeiter ausschließlich durch die zu­ständigen Arbeitsämter vermittelt werden, die allein in der Lage sind, nach volks­wirtschaftlichen Gesichtspunkten die Arbeitskräfte planvoll anzusetzen. Deshalb ist es auch erforderlich, daß den mit der Vermittlung betrauten Beamten der Arbeitsämter jeder Zeit Zutritt zu den Arbeitsstellen gewährt wird, damit sie sich an Ort unb Stelle von der Zusammensetzung der Belegschaft überzeugen können. Es muß davon ausgegangen werden, daß vom ßanbe stammende Arbeitskräfte, gleich welcher Art, grundsätzlich nicht mehr eingestellt werden. Arbeitskräfte, die in den letzten drei Jahren eingestellt wurden und aus der ßanbwirtschaft stammen, müssen ben Ar- beitsämtern gerne Ibet werden, damit so bie Möglichkeit gegeben wirb, diese Arbeitskräfte wie­der in bie ßanbwirtschaft zurück zu vermitteln. Bei der Vergebung von Aufträgen an private Firmen müssen diese verpflichtet werden, keine vom ßanbe stammenden männ­lichen ober weiblichen Arbeitskräfte neu e i n 3 u ft e 11 e n. Der Reichsernährungsminister bittet, anzuorbnen, daß alle Nachgeordneten Dienst­stellen vorläufig für das Jahr 1935 keine vom ßanb stammenden als Arbeiter oder Arbeiterinnen verpflichten.

portmärtten zweifellos schon als ein befriedigendes Ergebnis zu werten.

Im Gegensatz zu dem behaupteten Auslands­geschäft haben die Jnlandumsätze der AEG., wie schon erwähnt, einen bemerkenswerten Aufstieg genommen. Dieser ist ausschließlich ein Ergebnis ber nationalsozialistischen Wirtschafts­politik, der es gelungen ist, den deutschen Binnen­markt zu beleben und kräftig emporzureißen. Ihr verdankt die AEG. die Steigerung ihres Jnland- absaßes um mehr als 50 v. H. Sie hat infolge­dessen ihre Belegschaft van rund 30 000 auf 37 500 Köpfe verstärken können. In finanzieller Hinsicht hat sich die bedeutende Steigerung des Inland« absatzes und damit auch Der Gesamtproduktion da­hin ausgewirkt, daß die Gesellschaft im letzten Ge­schäftsjahr keine weiteren Verluste mehr erlitten hat. Wenn auch ein Gewinnüberschuß dies­mal bei der AEG. noch nicht erzielt werden konnte, so liegt doch Grund zu der Annahme vor, daß auch hier die Aera der Derlustwirtschaft nunmehr über­wunden ist. Eine sinanzielle Reorganisation der AEG. wird über kurz oder lang nicht zu vermeiden sein. Die Verwaltung hält jedoch den geeigneten Augenblick für eine solche Umstellung und Neu­ordnung noch nicht für gekommen. In ber letzten Bilanz konnten bereits beträchtliche Abschreibungen auf die Beteiligungen und auf Forderungen ge.« macht werden. Zweifellos befindet sich also auch Die Finanzlage Der AEG. jetzt im Stadium fortschrei­tender Besserung.

Die bedeutungsvolle Belebung des Jnlandgeschäfts ber beutschen Elektrizitätsindustrie wird sie instand- setzen, ihr Exportniveau künftig mit doppel- tem Eifer und mit verbesserter Erfolgsaussicht zu verteidigen. Die Verwaltung der AEG. erklärt in ihrem Bericht ausdrücklich, daß sie ungeachtet der mit der Ausfuhr verbundenen Verluste der zukünf­tigen Entwicklung ihres Auslandgeschäfts besondere Aufmerksamkeit zuwende. Sie hat nicht nur ihre Auslandvertretungen trotz der in manchen ßänbern eingetretenen erhöhten Absatzschwierigkeiten sämtlich aufrechterhalten, sonbern ihre Auslanbwer- bung sogar noch verstärkt. Anbererseits weist sie freilich in ihrem Bericht barauf hin, baß bie zur Zeit bestehenbe Preisspanne zwischen ihren Erzeugnissen unb benen ihrer Konkurrenten in ben ßänbern mit abgewerteter Währung kaum über­brückt werben könne. Reichsbankpräsibent Dr. Schacht hat aber bie beutsche Jnbustrie in letzter Zeit mehrfach barauf aufmerksam gemacht, baß ihr aus ber Erleichterung ihrer finanziellen Lage, bie sie ber Konjunkturpolitik ber nationalsozialistischen Regierung verbankt, auch bie Verpflichtung erwachst.

Weißbuch-Debatte im britischen Oberhaus.

Lord Lothian: Für Deutschland mußein angemessener und gerechter Platz" gefunden werden.

Das Auslandsgeschäft der deutschen Elektrizitätsindustrie.

Ium IahreSabfchluß der ASS.