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185. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

Englands öffentticheMeinung gegen den Friedensplan

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verstände in Gens

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Französische Sorgen um den Fortgang der Friedensaktion.

Fußtapfen zu treten. Der sozialistischePopulaire

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rung freie Hand habe, sich von der Ver- antroortung für den Plan loszusagen, falls er von Italien, Abessinien oder dem Völker­bund verworfen werde.

Welt verscherzt. Die Entschuldigung, daß er letzten Sonntag in Paris ein kranker Mann gewesen sei, sei nicht stichhaltig, denn die Intrigen hätten bereits vor sechs Wochen begonnen.

haben. , , « t , r .

Als König Georg II. Paris besuchte, auf sei­nem Wege nach Athen, hat er eine längere A u s prache mit Veniselos gehabt. Das tsalda- ristische BlattEthnos" brachte drei Tage vor der Rückkehr des Königs einen Artikel über diese Zu­sammenkunft. Wenn der englischeObserver schreibt, daß der Volksentscheid eine unwahrschein­liche Mehrheit gebracht habe, daß aber in Griechen- land alles in unwahrscheinlichster Art vor sich gehe, und mannärrisch sein" müßte, wolle man darauf den Glauben an dieStabilität der griechischen Situation" gründen, so dürfe dies vielleicht ein wenig zu kraß sein, aber jedenfalls gewinnt man heute den Eindruck, daß noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde.

Die neue Regierung setzt sich zusammen aus Anhängern von Kondylis, Tsaldaris und den heute monarchistisch erscheinenden Veniselisten Kaphandaris und Sophoulis. Die einzelnen Mit­glieder dieses Kabinetts zu nennen ist unwesentlich, da die Grundstruktur klar eine Koalitions­regierung zeigt. Daneben bemerken wir eine rege Tätigkeit der beiden Diktatoren Kondylis und Theotokis, die weder mit Arbeit noch mit Geld sparen, um ihre Partei zu stärken und ein einiger- maßen gleiches Gewicht der Tsaldaris - Metaxas- Partei entgegensetzen zu können. Jedes Gerücht über einen Rückzug Kondylis' aus dem politischen Leben ist unbegründet, da er selbst noch zwei Tage vor der Einholung des Königs öffentlich sagte daß er nicht daran denke, sich zurückzuziehen.

Die Außenpolitik Griechenlands zeigt auch heute noch keine klare Einstellung. Wenn man ein Abschwenken von Italien bemerkt, das durch ein Hinschwenken nach England kompensiert wird, da England augenscheinlich der Stärkere im Mittel­meer ist, so kann durch die jeweilige Einstellung der einzelnen Politiker in der Regierung ebensogut ein Richtungswechsel nach Paris eintreten, an das Griechenland ja nicht allein durch den Balkanpakt gebunden ist. Auch dürfte die Aussprache Lavals mit Georg II. einem Vorfühlen gleichkommen, wie­weit man sich einander nähern darf oder welche Bindungen heute als bestehend angesehen werden können. Ebenso aber muß man die Unterhaltung des Königs mit Victor Emanuel und Mussolini be* werten, denn es kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese Aussprache nur die Interessen der betei­ligten Staaten zur Ursache hatte. Daß vorerst Griechenlands Außenpolitik sich mehr nach den

Auch die rechtskonservativeMorning Post' weist darauf hin, daß sich mit Schnelligkeit eine kritische politische Lage entwickele. Die Regierung sei während der letzten Wochen wegen der Unzulänglichkeit der französischen Unterstützung im Mittelmeer und wegen der Schwierigkeiten der Einrichtung einer wirksamen Oelsperre immer besorgter über die Folgen der Sühne- politik geworden. Der volle Einsatz der fr°nd°; fischen Flotte würde nach französischem Gesetz auch die Mobilmachung des französischen Heeres erfordern. Diele französische Kriegsschiffe wurden zwei Tage nötig haben, um ihre volle Be­satzung zu erhalten. Ferner würden 10 bis 14 ~ e notwendig sein, um die französischen Häsen in Verteidigungszustand zu setzen. Keiner der französischen Häfen im Mirtel- meer sei überdies imstande, die größten bri­tischen Kriegsschiffe aufzunehmen. Ange­sichts der Gefahr, daß Mussolini eine Oel- perre als Kriegsakt behandeln konnte, sei Laval ersucht worden, Vorkehrungen für restlose

ausgesprochen habe. , ,

Journöe Industrielle" bezeichnet den von links gekommenen Angriff als einen D o l ch st o ß i n den Rücken.Ordre" glaubt allerdings, daß die­ser Angriff so wenig Erfolg haben werde, wie die bisherigen. Es gebe keine Regierungsgemeinschast, die die jetzige ersetzen könne.Ami du peuple macht vor allem die R a d i k a l s o z i a l i st e n für das neue Manöver gegen die Regierung verantwort­lich. Die Sozialisten hätten sich am Donnerstag einig gezeigt in dem Willen, mit der gegenwärtigen Re-

Die Vorgeschichte des Medensplans.

England fürchtete, ohne die Unterstützung Frankreichs zu bleiben.

Paris, 13. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Gen­fer Entscheidung befriedigt den größeren Teil der Pariser Presse, weil dieser Zeitgewinn einer gün­stigen Entwicklung der Angelegenheit dienlich sem könne. Die Verschiebung wird um so angenehmer empfunden, als man in Paris den Eindruck hat, daß in Genf eine etwas erregte Stimmung bestehe, die den französisch-englischen Vorschlägen aus mancherlei Gründen nicht gerade zuträglich sei. Mit steigender Unruhe verfolgt man die 6i n = wirkungen der englischen Oeffentlich- f eit auf die britischen Vertreter in Genf und ver­zeichnet die mancherlei Einwände, die besonders non den Vertretern der kleineren Staaten gegen eineBelohnung des Angreifers' erhoben werden. Anderseits ist man sich auch nicht mehr der unbedingten Zustimmung Ita­lien s sicher, nachdem bekannt geworden ist, daß die am Dienstag an den französisch-englischen Plan auf Vorstellungen des englischen Kabinetts öorgenommenen Aenderungen sich als be­deutsamer Herausstellen, als man zunächst an­genommen hatte. ,

Heber die Aenderungen des Planes, meldet Oeuvre" aus Genf, daß Italien den Ha f e n von Assab an Abessinien abtreten soll. Dieser Hafen werde durch einen Korridor mit Addis Abeba verbunden werden, der somit italienisches Gebiet durchschneidet. Der nörd - liche Teil der Provinz Tigre werde Jta-

Der Völkerbundsral wird eingeschaltet.

Genf, 12. Dez. (DRB.) Das wesentliche Ergeb­nis des Donnerstag ist neben der als selbstver­ständlich hingenommenen Verschiebung der Oelsperre die Einschaltung des Völker­bundsrates an Stelle des Fünfer-Ausschusses in dem englisch-französischen Vermittlungsschritt. Es war das Ziel Edens, in Besprechungen mit den Ver­tretern Schwedens, Dänemarks, Belgiens und ande­rer kleinerer Länder den Eindruck zu zerstreuen, als ob der Völkerbund vor vollendete Tatsachen ge­stellt werden sollte. In englischen Kreisen wird erklärt, daß eine Einstellung des Verfahrens vor dem Völkerbund nur denkbar wäre, wenn b e i d e streitenden Parteien den englisch-franzö­sischen Vorschlägen z u st i m m t e n. Wenn das nicht der Fall sei, so habe der Ratzu entscheiden, ob gegebenenfalls ein neuer Versuch unternom­men werden solle. Die englisch-französische Formel werde den Ratsmitgliedern mitgeteilt werden, so­bald, man die Gewißheit habe, daß sie dem Re- gus zugegangen sei. Eine Ratssitzung sei für Mitt­woch in Aussicht genommen. Eine Unterbrechung oder Aenderung der Sanktionen sei von keiner Seite vorgeschlagen worden. Ebenso wenig komme jedoch eine Verschärfung in Frage, ehe die Antwor­ten der beiden Parteien vorliegen.

Vefriedigung in London über die Entwicklung in Gens.

Ingriff von links gegen taval

Heftige Kritik am Friedenöplan.

nennt das französisch-englische Abkommenunglaub- lich". Richt nur, daß in den Friedensvorschlagen der Angriff an sich legitimiert und belohnt werde, der Angreifer werde sogar auf den Schild gehoben als Meister des Spiels und als Herr über Krieg und Frieden.

Wohin sieueri Griechenland?

Von unserem ke.-Äerichterstaiter.

Athen, im Dezember.

Das atemrairbenbe Tempo, in dem sich in Grie­chenland die innere Neugestaltung vollzogen hat, ist in eine größere Ruhe ausgelaufen, die Betrach, tungen über die augenblickliche Situation zuläßt.

Die Anhänger der Monarchie sind heute in zwei große Gruppen gespalten: Tsaldaris und Kon­dylis. Und innerhalb der Tsaldarisgruppe wieder finden wir Anhänger des ehemaligen Ministerpräsi­denten und solche des größten und ältesten Roya- listen, Metaxas. Die vielen Aussprachen zwischen Tsaldaris und Metaxas haben bisher zu keinem greifbaren Ergebnis geführt, man sieht nur, daß beide in ihrer Gegnerschaft gegen Kondylis einig sind. Auf der anderen der oppositionellen Seite, finden wir die ehemaligen Venizelisten unter Kaphandaris und Sophuolis geteilt, die heute monarchistisch orientiert sind, und unter Papanastassiou, der noch immer der alte Republikaner und offene Anhänger Vemzelos' ist.

Außerdem aber beginnen sich Zwei n e u e Gruppen zu bilden, die einige Aufmerksamke't verlangen. Der Universitätsprvfessvr K a n e l Io» poulos ist damit beschäftigt, unter der jünge­ren Generation Anhänger für seine neue Einigkeitsbewegung" zu sammeln und von vorn­herein ganz klar sich gegen jede der alten Par- teien zu stellen. Er ist Republikaner. Er will, daß die Politikgeistiger" werde, daß jeder einzelne Staatsbürger für und in der Politik verantwortlich gemacht werde. Wie er sich die Entwicklung seiner Bewegung denkt, geht aus dem Satz hervor:In spätestens 6 bis 12 Monaten haben die alten Poli­tiker das Vertrauen des Volkes verloren. Dann müssen wir bereit sein, die Lücke auszufüllen Dann aber auch müssen wir stark genug fein, diese Aus- gaben zu erfüllen" . . _

Etwa die gleichen Grundgedanken wie Kanello- poulos, soweit man überhaupt solche definieren kann, hat eine bei weitem erfahrenere Gruppe jüngerer Leute, die ebenfalls eine Oppositions­partei bilden möchten. Es sind dies junge Poli­tiker, die bereits im praktischen politischen Dienst gestanden haben, höhere Aemter bekleideten und fast sämtlich Veniselisten waren oder noch sind. Zu diesen gehören D r a g o u mis der ehemalige Minister und Gouverneur von Makedo- nien, Zaimis, Neffe des ehemaligen Staatspra- sidenten, der selbst lange Zeit Unterstaatssekretar im veniselistischen Kabinett war, und viele andere. Doch spricht gegen den Erfolg dieser Gruppe em Faktor, der allergrößte Bedeutung hat und haben wird: die Haltung Veniselos' selbst! Denn wenn der alte Politiker eines Tages nach Grie­chenland zurückkehrt, dann werden diese jungen Leute sämtlich wieder von Veniselos abhängig sem, werden wieder in das Gruppenlager der vemseli- stischen Parteien zurückkehren, zu dem sie gehört

Dieser neue Anariff gegen die Regierung ruft bei den regierungsfreundlichen Blättern erheblichen Unwillen hervor. Herriot wird für den neuen parlamentarischen Angriff gegen Laval verantwort­lich gemacht. Er habe die aufgeregten Abgeord­neten nicht etwa beruhigt, sondern sie im Gegen­teil ermutigt. Die Eingeweihten kennten die Unzu­friedenheit Herriots, daß die Regierung nicht über die Kampfbünde gestürzt sei. Im letzten Minister- rat habe Herriot einen Auftritt verursacht, als Laval den Wunsch nach Aufhebung der Sühnemaßnahmen

Die letzten schwedischen Missionare ans Erythräa ausaewiesen.

Stockholm, 12. Dez. (DRB.) Die schwedische Nachrichtenagentur veröffentlicht ein Telegramm aus Erythräa, wonach die letzten in dieser italie­nischen Kolonie tätigen schwedischen Missionare nun d e s Landes verwiesen wurden. Die italie­nischen Behörden hätten damit endgültig der Tätig­keit der schwedischen Missionare ein Ende gemacht, die in Erythräa seit 1866 und in So» maliland seit 1897 gewirkt hätten. Aus Ery- i und Somaliland seien bereits vor einiger

Paris 12. Dez. (DNB.) Der radikalsozialistische Abgeordnete C o t erklärte, die Außenpolitik der Regierung gefährde nach seiner Ansicht das kollek­tive^ Sicherheitssystem, auf dem tue Dolkerbunds- satzungen aufgebaut seien. Man dürfe nicht dem Angreifer eine Belohnung sichern und das mora­lische Ansehen Frankreichs brechen. Die Sozialisten würden bei Beratung des Haushalts des Außen­ministeriums eine Kürzung d e s K r § d 11 s für die französische Eisenbahn von Dschibuti nach Addis Abeba beantragen. Cot erklärte, er lasse es Nicht ,u daß Sühnemaßnahmen gegen Abessinien an» Smnnhf würden Solle Abessinien etwa zum An- a "f°r q-st-wM mcrben? Wenn der Völkerbund kein Ausgaben erfüllen wurde dann werde Italien niemals das erhalten, was Frankreich und Eng- S ihm anaeboten hätten. Werd- man Italien hn? was es mit Wafsengewalt zu

prnbsrn nidit sähig gewesen fei? Es handelt sich chcht nur um da/ internationale Maralgesuhl ge° A»mihpr 9Ibeninien, sondern auch um d i e Sicher- 8-i? Frankreichs, die auf der Aufrechterhal- Mru^=^Ä C°t, das Abessl nienvonmorgenzu sem?

Polizei haben.

.Journal" meldet aus Genf, daß dort die An­hänger der Sühnemaßnahmenin W ut" seien bei dem bloßen Gedanken an eine etwaige Rege­lung, die Italien nicht abwürge und die für Laval einen Erfolg bedeuten könnte. Auch der dem fran­zösischen Außenministerium nahestehendePetit Pa- risien" stellt fest, daß die französischen und die eng­lischen Vertreter bei ihrer Ankunft in Genf in ver­schiedenen Abordnungen eine verdrießliche Stimmung vorgefunden hätten, die der Ent­wicklung des Verfahrens auf Grund der Pariser Vorschläge wenig günstig sei. Auf jeden Fall schie­nen die Verhandlungen sehr langwierig und schwierig zu werden. Nur derMatin" findet im Gegensatz zu den übrigen Blättern, daß die Genfer Stimmung dem Pariser Vorschlag nicht so feindselig sei, wie man befürchtet habe. Nur daß Moskau mit dem französisch-englischen Abkom­men sehr unzufrieden sei. Litwinow werde sich be­mühen, es in Genf zutorpedieren".

Machtet. ,

Schwierige Lage des Kabinetts.

Dem Völkerbund wird die Entscheidung über den Friedensplan zugeschoben.

London, 13. Dez. (DNB. Funkspruch.) In der Times" wird der Pariser Friedensplan und die Handlungsweise des britischen Kabinetts einer m der Form ruhigen, sachlich aber sehr sch a r f e n Kritik unterzogen. Das Blatt sagt, es Jet bereits klar, daß die Pariser Verhandlungsgrundlage w e- der für den Negus n o ch für den Völ­kerbund annehmbar sei. Falls die Pariser Vorschläge wirklich mit den Presseberichten überein» stimmen sollten, könnten sie mit den Volker bundsverpflichtungen n i d) t i n Gin- Han q gebracht werden. Der oon Laval ernge- leitete Vermittlungsversuch sei tatsächlich bereits fehlgeschlagen. Das Werk der Vermittlung, das England und Frankreich vom $oIf*rbh^b^aHDm L traut worden sei, müsse künftig auf die St muna der Oeffentlichkeit Rücksicht ney men. Bereits der ungefähre Inhalt der Par's er Vorschläge habe eine allgemeine Erregung hervor- gerufen,öfteren Stärke die Regierung kaum mißver- standen haben könne. Wenn England in der Unter­stützung der gemeinsamen Sache irgendwie Nach­lassen sollte, würde das bittere En "au schu n g unb Empörung auslosen und außerhalb der Grenzen Englands 'den guten Ruf der britischen Staatsmänner und das Vertrauen zu der britischen Ehrlichkeit in beklagenswerter Weise schädigen.

' Times" schreibt dann weiter, niemand nehme an" daß der Friedensschritt die Richtung genommen härte wie jetzt, wenn er vom britischen Kabinett ausgegangen wäre. Er trage das Kennzei­chen d e r b e s o n d e r e n B e d u rf n i ss e die sich für Laval aus seiner Lage ergaben. Laval habe L?ne eigenen Beweggründe, aber die britische Re- . vs.; infnlae einer Indiskretion, gierung

oertrauliche B eh ' AOp"nmmpn Dura) oie v m i e r i a E e i t e n gekommen.

Unterhaus gegenwärtig zahlreiche Briefe, m denen gegen Den Pariser Plan prote- tiert wird. Ein Abgeordneter habe am Donners- ag früh nicht weniger als 400 Briefe erhalten, die ast alle den Friedensplan als Verstoß gegen den Völkerbundsgedanken bezeichneten, unter Hinweis darauf, daß die Wahlen unter der ParoleUnterstützung des Völkerbundes" ausge- ochten würden.

nt. 291 Erster Blatt 185. Jahrgang Aeitag, 15. Dezember 1955

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lien zugesprochen und zwar mit Adigrat und Adua, nicht aber d i e ganze Provinz. Schließlich solle Italien auch Ogaden erhalten, wah­rend das ganze übrige Gebiet Abessiniens u n - ter Völkerbundsmandat gestellt werden solle und zwar einschließlich der Gebiete, die Italien z u r A n s i e d l u n g zur Verfügung gestellt werden sollen. In diesem Kolonisationsgebiet solle Italien auch nicht das Recht auf eigene

und wirksame Unterstützung zur See mit größter Schnelligkeit zu betreiben. Er habe anscheinend ge­antwortet, dies sei ihm unmöglich, bevor nicht F r i e b e n s b e b i n g u n g e n in Art bes Hoare- Laval-Planes bem Duce unterbreitet unb von biesem verworfen worben seien.

Morning Post" glaubt zu wissen, daß anfangs eine geteilte Meinung über den Inhalt des Planes unter den britischen Ministern geherrscht habe. Seine Verwerfung hätte jedoch zum Rücktritt Hoares geführt. Man habe sich bann im Kabinett auf ber Grunblage geeinigt daß ber Friedensplan nur als selbstloser Ver­such einer Eröffnung von Derhanb- lungen unb nicht als eine Regelung betrachtet werben solle, bie von ber britischen unb franzö­sischen Regierung als gerecht vertreten werben mürbe. Man glaubt, baß nun bie englische Regie- habe, si ch von ber Ver­den Plan l o s 3 u f a g e n,

Die beiden OppositionsblätterDaily Herald" undNews Chronicle" geben mit Genugtuung ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß der Pariser F r i e- de nsplan bereits tot sei. Der nächste Mitt­woch, an dem ber Völkerbunbsrat zusammentntt, wirb als Begräbnistag bezeichnet. Der sozialistische v». Daily S) er alb" verlangt ben Rücktritt mali nnn Sir Samuel Hoare, er habe bas Ver- thraa u.iU-77-..,.'.....

trauen nicht nur Englanbs, fonbern ber ganzen! Zeit 17 schwedische Missionare ausgewtefen.

London, 13. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Genfer Beschluß, den englisch-französischen Plan an den Völkerbundsrat zu verweisen, ist in englischen Kreisen mit großer Befriedi­gung aufgenommen worden. Von der Re­gierung nahestehender Seite wird hervorgehoben, daß diese Wendung, die dem Völkerbu n d s - r a t den entscheidenden Einfluß auf die Lage über­läßt, hauptsächlich auf die Haltung des briti­schen Kabinetts -zurückzuführen sei, wahrend die Franzosen angeregt hätten, daß die Vorschläge in erster Linie Mussolini allein unterbreitet werben sollten. In ben Wanbelgängen bes Unter­hauses ist ein entliehener Stimmungswanbel z u - gunften ber Regierung zu verzeichnen. Ein Friebensvertrag zugunsten bes Angreifers wird nach wie vor entschieben abgelehnt, aber bie Ab- georbneten richten jetzt ihre abfällige Kritik weniger gegen ihre eigene Regierung als gegen das französische Außenministerium.

Im Unterhaus sinb zwei Entschließungen eingebracht worben. Die erste ist von 13 Anhängern ber Regierung unterzeichnet worben. Die anbere Entschließung geht von bem Führer der Opposttions- liberalen Sir Archibald Sinclair aus Sie be­sagt, das Unterhaus verurteile jede Regelung, die die gebietliche Unverletzlichkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit Abe - Kniens zugunsten des ausdrücklich bezeichneten Angreifers verletze, es würde jede Regelung auj dieser Grundlage als einen Verrat am Völkerbund und als eine Handlung nationaler Unehre de-