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Aus aller Welt

Eine Gedenktafel für Generalmajor hoehring.

Eine eindrucksvolle Gedächtnisfeier fand unter der Kuppel des Schneeberges im Fichtelgebirge statt. An der gleichen Stelle, wo am 30. April d. I. ein Flugzeug mit sieben Insassen, darunter der Artillerieführer 3 Oppeln, Generalmajor Hoeh­ring, im Nebel zerschellte und wobei sämtliche Passagiere und die Besatzung getötet wurden, wurde eine Gedenktafel enthüllt, die die Namen der sieben tödlich Verunglückten trägt. Die Tafel, aus Fichtelgebirgsmarmor gearbeitet, ruht auf einem riesigen Findling, umrahmt von Fels und Baum. Sie ist eine Stiftung der Offiziere des Stabes des Wehrkreises Stuttgart, dessen Chef des Stabes Generalmajor Hoehrina lange Jahre war. Die Ge­dächtnisstätte ist umrahmt von Baumstümpfen und Felstrümmern. Der Vertreter des Bayreuther Regi­ments nahm die Gedächtnisstätte in treue Obhut. Es erfolgten Kranzniederlegungen im Auftrage des Reichskriegsministers von Blomberg, des Chefs der Heeresleitung Freiherrn von Fritsch, des Reichsluftfahrtministeriums, des Wehrkreises 7 usw. An der Feier, die von Generalleutnant Geyer, dem Befehlshaber im Wehrkreis 6, er­öffnet wurde, nahmen mit Angehörigen der Toten Zahlreiche Offiziere und Kameraden teil.

Aebungsschießen des PanzerschiffesDeutschland".

Das Schlachtschiff der deutschen Linienschiffe, PanzerschiffD e u t s ch l a n d", veranstaltete ein Uebungsschiehen auf Scheiben in der Nähe von Helgoland. Das Schiff begann zunächst mit einem Abkommschiehen auf zwei von einem Schlepper gezogene Scheiben. Die Anläufe auf das Objekt erfolgten im Passier- und laufenden Gefecht, geschossen wurde mit schwerer Artillerie, mit Mittelartillerie und mit Flugzeugabwehrkano­nen. Die Hebungen wurden bei schönstem Sommer­wetter und ruhiger See durchgeführt. In der Nacht erfolgte auf das gleiche Ziel bei Scheinwerfer- und Leuchtgranatenlicht eine Nachtschießübung.

Im Segelflugzeug über den Brocken.

Dem Fluglehrer der Flachland-Segelfliegerschule in Wernigerode, Karl Müller aus Stendal, ge­lang es als erstem in einer Höhe von 1900 Meter den Brocken im Segelflug zu umkrei­sen. Der Pilot war mit einerRhön-Bussard DL 3" im Autostart mit Umlenkrollen (Wernige­roder Methode) aufgestiegen, hatte sich in einer Höhe von 200 Meter ausgeklinkt und im Thermik-

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flug eine Höhe von 1900 Meter erreicht. Dann kreiste der Pilot etwa eine halbe Stunde lang 800 Meter über dem Brocken. Dann zog das Segelflugzeug seine Kurven über Wernigerode und landete nach einer Flugzeit von mehr als fünf Stunden glatt auf dem Flugplatz. Der unterneh­mungsfreudige Pilot, der erst vor zwei Tagen die Bedingungen für den Kunstflugschein für Segel­flieger mit Loopings, Turns und Rückenfliegen in einer Höhe von 800 bis 1100 Meter erfüllt hatte, hat mit diesem Flug die Anwartschaft auf das Leistungsabzeichen für Segelflieger erworben, das in Deutschland bisher nur sehr selten verliehen worden ist.

Zuchthaus für einen volksschädling.

Vor der Großen Strafkammer hatte sich ein 34- jährigerHeilkundiger" zu verantworten, der in Kassel und in Immenhausen seinePraxis" aus­übte. Zu der Verhandlung waren insgesamt 58 Zeugen geladen worden. Der wiederholt vorbe­strafte Angeklagte, der sich wegen erschwerten Betrugs zu verantworten hatte, bewucherte eine Patienten in maßloser Weise, indem er ihnen ür Medikamente, die den Wert von einigen Gro- chen oder wenigen Mark hatten, Geldbeträge in Höhe von 20, 30 und mehr Mark abnahm. Auch gab er Zeuaen gegenüber an, er sei Arzt und alter Kämpfer", der schon 1923 in München die Blutfahne getrauen" habe; in Wirklichkeit war er nie Parteimitglied. Das Gericht verurteilte diesen Volksschädling im Sinne des Gesetzes zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen den Staat und die Partei in Tateinheit mit fortgesetztem Betrug zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten sowie zu drei Jahren Ehrverlust. Sechs Monate der Untersuckungshaft wurden ihm angerechnet. Die Ausübung feines Gewerbes wurde ihm auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt.

Vollstrecktes Todesurteil.

Der vom Schwurgericht in Kassel am 27. Novem­ber 1934 wegen Mordesin Tateinheit mit schwe­rem Aufruhr zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Johannes Becker aus Kassel ist in Kassel hingerichtet worden. Becker, ein fanatischer Kommunist, hat am 10. Juni 1931 anläßlich einer kommunistischen De­monstration auf dem Martinsplatz in Kassel den Polizeihauptwachtmeister Kuhlmann in gewissen­loser Kaltblütigkeit erschossen.

Opfer des Rheins.

An der Dampferanlegestelle in Niederlahnstein ereignete sich ein Unfall. Als der Personen­dampferBismarck" anlegen wollte, stürzte durch einen unglücklichen Zufall der Matrose Pohl aus Köln-Mülheim zwischen Schiff und Landebrücke in den Rhein. Er geriet unter den Radkasten und wurde in die Tiefe gezogen. Fast um dieselbe Zeit ertrank die 9jährige Ursula Türk aus Niederlahnstein, die mit mehreren Geschwistern im Rhein badete. Die beiden Leichen konnten noch nicht geborgen werden.

Spielende Kinder verursachen ein Schadenfeuer.

^Jn dem Holzschuppen eines Landwirts in Bad Salzig am Rhein brach Feuer aus, das an dem aufgestapelten Holz reiche Nahrung fand. Stall, Scheune und Lagerräume wurden ein Raub der Flammen. Es ergab sich, daß spielende Kinder den Brand angelegt hatten.

Feuersbrunst zerstört zwölf italienische Atpenhüfe.

Im Aosta-Tal ging ein ganzer Weiler i n Flammen auf. In einem Haufe an der Straße nach Valtournache war das Feuer ausgebrochen. Trotz der Löscharbeiten der Feuerwehr, die sofort aufgenommen wurden, und trotz der tatkräftigen Löschhilfe der Bevölkerung der umliegenden Ort­schaften gelang es nicht, den Brand einzudämmen. Zwölf Höfe wurden völlig z e r ft ö r t. Die Brand­urfache konnte bisher noch nicht geklärt werden.

Daldbrand in der Oberpfalz.

In der Staatswaldung zwischen Schafhof und Freihölz (Oberpfalz) brach ein Waldbrand aus, der infolge der Trockenheit schnell um sich griff. Der Brandherd erstreckte sich über ungefähr 150 Tagwerk Wald. Eine Abteilung des Amberger Ar­beitsdienstes und Waldarbeiter aus der Umgebung wurden sofort eingesetzt, und es gelang ihnen, das Feuer abzugrenzen. Der Brandschaden dürfte sich auf insgesamt 40 000 Mark belaufen. Unter dem Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung wurde ein 56 Jahre alter Mann aus Amberg in Haft genom­men, der eingestand, daß er beim Kleinmachen von Brennholz feine Pfeife geraucht habe, von der Glut auf den Boden gefallen fei. Als er das Feuer bemerkte, hatten schon einige Quadratmeter in hellen Flammen gestanden. Daraufhin habe er das Weite gesucht.

Französische

Alkoholbrennerei vom Blitz in Brand gesetzt.

Heber die Gegend von Gisors in Frankreich ist ein heftiges Gewitter niedergegangen, das vor

allem das Dorf Ctrepagny heimsuchte. Dort schlug der Blitz nicht weniger als 30rnal ein. Ein Guts­hof wurde zerstört. Eine Alkoholbrennerei wurde ebenfalls ein Opfer des Blitzes. 15000 Hektoliter Alko­hol gerieten in Brand. Um eine Explosion zu ver­meiden, leiteten die Feuerwehrleute den brennen­den Alkohol zu dem benachbarten Fluß. Dann wur­den die Schleusen geschlossen. Die Dorfbewohner hatten auf diese Weise das seltsame Schauspiel eines Feuersees, auf dem 15 Meter hohe Flammen emporschlugen.

Lin Sägewerk durch Großfeuer zerstört.

Die Gemeinde Niederjossa bei Hersfeld wurde von einem schweren Schadenfeuer heimgesucht. Auf noch nicht aufgeklärte Weife brach in dem großen Sägewerk Feuer aus, das sich mit Windeseile auf die ganze Anlage aus- dehnte und in den Holzvorräten reiche Nahrung fand. Dem Eingreifen des Arbeitsdienstes ist es zu verdanken, daß große Holzmengen gerettet wer­den konnten. Trotz aufopfernder Tätigkeit der Wehren ist das Sägewerk fast völlig abgebrannt. Die Maschinen und 400 Festmeter Holz wurden dabei vernichtet. Der Gesamtschaden wird auf etwa 100 000 M. geschätzt.

3n den Allgäuer Bergen tödlich abgestürzt.

Dieser Tage wurde von der Rettungsstelle Hinde­lang (Allgäu) eine Leiche geborgen. Es stellte sich heraus, daß es sich bei dem Toten um den 18 Jahre alten Hllrich P l i e t h aus Berlin-Lichterfelde han­delt, der in den Felsen an der Ostseite des Breiten­bergs, der gegen Hinterstein zu liegt, tödlich ab- g e ft ü r 3 t mar. Plieth hatte sich in Hinterstein zur Erholung aufgehalten und von dort aus eine Tour auf den Breitenberg angetreten. In den felsigen Hängen des Breitenberges scheint der junge Tourist abgestürzt zu fein.

Deutschlandfahrt englischer Studenkenführer.

Die Reichsführung der Deutschen Studentenschaft hat die Führer der englischen, schottischen, irischen und kanadischen Studentenschaften zu einer Stu» dienfahrt nach Deutschland eingeladen. Die 17 Fahrtteilnehmer sind Gäste der Deutschen Studentenschaft und werden dieser Tage in Ham­burg eintreffen, um dann über Kiel und Lübeck nach Berlin zu fahren, wo sie einige Tage ver­weilen werden. Darauf geht die Fahrt über Mün­chen und Heidelberg an den Rhein. Als Abschluß wird den Gästen ein Einblick in das rheinisch-west­fälische Industriegebiet gegeben, von wo sie Anfang August in ihre Heimat zurückkehren werden.

HAUS DER GUTEN

August Siebert

Gießen (Bückingstraße 2), den 12. JuH 1935.

4105D

nach kurzer schwerer Krankheit im 65. Lebensjahre in die Ewigkeit zu sich zu rufen.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute unseren lieben unvergeßlichen Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel

Die Leichenfeier findet Dienstag, den 16. Juli, um 14 Uhr, In der Kapelle des Neuen Friedhofes statt

In tiefer Trauer:

Aug. Hch. Siebert und Frau Toni, geb. Hagemann Hermann Siebert und Frau Käthe, geb. Weber Peter Jockei und Frau Mariechen, geb. Siebert Hildegard und Willi Siebert

Annelore Jockei

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Buchhandlung Hugo Bermühler

Verlag Berlin-Lichterfelde IIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

Gießen, den 13. JuH 1935.

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H. Glatthaar & Sohn

Kohlen-, Koks- und Brikett-Vertrieb.

Am 12. JuH 1935 wurde unser langjähriger Lagerverwalter

Herr August Siebert

ganz unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit in die Ewigkeit abgerufen. Wir verlieren in dem Entschlafenen einen treuen, stets pflichtbewußten Mitarbeiter und vorbildlichen Arbeitskameraden.

Sein Andenken bleibt für alle Zeit mit unserer Firma innigst verbunden.

Tod esanzeige.

tleuie m°rgen 6 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden in der Klinik zu Gießen unser Heber guter Sohn, Schwager und Onkel

Herr Ludwig Luh

Lehrer zu Rumpenheim, Kreis Offenbach

im Alter von 41 Jahren.

Die trauernden Hinterbliebenen: Jobs. Luh XL und Familie Großen-Linden, den 12. Juli 1935.

Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Juli, 13 Uhr, vom Trauerhause Großen-Linden, Frankfurter Straße 80, aus statt

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Vornehm

Persönlich

In tiefer Trauert

Christiane Weiß, geb. Reuter

und alle Angehörigen.

Wieseck, Daubringen, Beuern, den 13. JuH 1935.

Die Beerdigung findet am Montag, dem 15. JuH, nachmittags 2 Uhr in Wieseck statt.

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