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Nr. 161 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 13.)uli 1935

GießenerWohnhaus NeubautenArbeitsbeschaffung

Aus der Provinzialhauptstadt.

Um die Genie im Kornfeld.

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Häuser an der neuen Fröbelstvaße.

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Ostmarkenviertel: An der Memeler Straße.

Staatliches Wohnhaus an der Wolfstrahe.

zwischen der Memeler und

Ostmarkenviertel: In der Schlesiener Straße.(Aufnahmen |7j Neuner,Gießener Anzeiger .)

sters für Oberhessen teilt mit: Der Reichs­jägermeister hat die Schonzeit für Wild­enten für das ganze Reichsgebiet bis zum 31. Juli verlängert, so daß der 1. August der erste Jagdtag ist. Der Grund zu der Maß­nahme liegt darin, daß die Schoofe zahlenmäßig dieses Jahr durchweg schwach sind und die Jung­enten noch nicht als schußreif bezeichnet werden können. Die Entenbestände sind aber aus verschie­denen Gründen derart zurückgegangen, daß Maß­nahmen zu ihrer Erhaltung und Hebung getroffen werden mußten.

Die bedeutendste Rolle in der Arbeitsschlacht spie­len die Neubauten, insbesondere die Wohnhaus­neubauten. Das Bauhandwerk, ein Handwerk, das nach seiner Art mit allem Recht als ein Schlüssel­handwerk anzusehen ist, vermag einer großen Reihe von Handwerkern und manchem Industriebetrieb Arbeit zu verschaffen. Die Betriebe der Steine und Erden werden wesentlich durch Hausneubauten in Gang gehalten, Schlosser und Schreiner, vor allem auch Weißbinder und Maler, Schmiede, Dachdecker, Installateure usw. sind in ihrer Existenz kaum ohne das Bauhandwerk zu denken. Die Auswirkungen

Der Sommer bringt die Entscheidung über das Wohlergehen des Biehs im Winter, über die Ver­sorgung des Menschen mit Brotkorn lind all den anderen Ackerfrüchten, die seiner Ernährung dienen. Die Zeit, da das Korn auf den Feldern reift, läßt den Bauern zwischen Hoffnung und Sorge schwan­ken, läßt ihn die heißen Tage der Dürre fürchten oder, falls es lange und schwer aus den Wolken regnet, baldigen Sonnenschein herbeiwünschen. So ist es nur natürlich, daß die Zeit der Hochspannung, die ja auch an die körperlichen Kräfte des Menschen die größten Anforderungen des Jahres stellt, altes Brauchtum durch die Jahrhunderte lebendig be­wahrt hat, neue Bräuche den alten hinzufügte.

Nach vielerorts bestimmt der Dorfschulze oder der Gemeindeälteste nach einer Probemahd und einem Probedrusch den Beginn des Erntetages. Anderwärts wieder liegt der Erntebeginn für be­stimmte Tage fest, wie z. B. am Jakobitag (25. Juli) oder am Margaretentag (13/Juli) oder am Dominik- tag (4. August). Und es gibt noch Gegenden, in denen wir bei einer religiösen Handlung die Ernte des Getreides eingeleitet wird. Da versammeln sich schweigend die Schnitter der Gemeinde mit be­kränzten Sensen, oft auch im Feiertagsgewand. Da wird die Erntearbeit durch ein Gebet oder durch Glockenläuten, mancherorts auch durch eine milde Gabe eingeleitet.

Der alte Glaube, daß Feldblumen und Aehren Glück und Gesundheit verheißen, spielt noch mit

in dem Brauch, daß sich Schnitter drei Halme gegen Kreuzschmerzen am Rücken befestigen oder daß die Körner der ersten gemähten Ernte wieder in den Acker geworfen werden. Und ganz besonders ist es auf größeren bäuerlichen Wirtschaften wie auf Großbetrieben üblich, daß Herrschaft und Aufsichts­personen von den Schnittermädchen, die die Gar­ben aufbinden, mit einem farbigen, ährengeschmück­tem Band geehrt werden, wofür der Beschenkte eine Gabe für das kommende Erntefest gibt. Dieser Brauch geht zwar auf alte Wurzeln zurück, ist aber eigentlich erst im vorigen Jahrhundert allgemein üblich geworden. Er versinnbildlicht aufs Schönste die Gemeinsamkeit aller an der Ernte Beteiligten, versinnbildlicht die Schicksalsgemeinschaft der Land­bewohner die ohne Ausnahme vom Segen der Ernte abhängig sind und alle in derselben Span­nung von dem Ernteablauf leben.

Aber auch sonst ist das Leben während der Ernte­zeit auf Ernst und Sammlung gestellt. Schon der Gottesdienst mit der Segnung aller Arbeitenden und ihrer Geräte vor dem Beginn der Ernte deutet das an. Aber auch am Sonntag soll man nicht mit der Ernte beginnen. Jede Lustbarkeit ist während der Erntezeit verboten, wo noch altes Brauchtum in Ehren gehalten wird. Um so fröhlicher darf es beim Mähen und Garbenbinden, ganz besonders aber beim Einfahren zugehen. Es ist schon bei aller Schwere der Arbeit eine Vorfreude auf das kom­mende Erntefest, das für die Mühe und Anstren­gung entschädigen soll.

Und um den Ablauf der Ernte haben sich uralte Bräuche noch aus vorchristlicher Zeit mit christlichen Vorstellungen verbunden: Da geht noch die Vor- stellung vom Kornwolf oder von der Roggenmuhme um, oder vom Heiland, der selbst segnend durch die Felder geht, um sie zu schützen. Wiederum müssen es uralte Erfahrungen sein, die den Glauben be­gründet haben, daß allzu großer Erntesegen den Tod in die Gemeinde bringt. Denn gerade solche

Heil- und Pflegeanstalt, gehen zwei Wohnhausneu­bauten ihrer Vollendung im Rohbau entgegen.

Ein stattliches Wohnhaus entsteht am H eg­st r a u ch w e g, im Gelände an der Schiffenberger Straße.

Fünf schöne Wohnhäuser sind ferner in einer verhältnismäßig kurzen Zeit an der neuen Frö- belstraße (von der Wolfstrahe aus bis zur Curtmannstraße> parallel der Kaiserallee), geschaf­fen worden. Darüber berichteten wir vor kurzem

in Baugeländen erstan­den bzw. erstehen, die bisher als Wiesen und Felder genutzt wurden, fanden viele Arbeits­kräfte im Straßenbau Verdienst.

Die neuen Wohnhäuser werden, wie schon er­wähnt, in erster Linie in den Randgebieten der Stadt erstellt. Im Zen­trum der Stadt ist die Neubautätigkeit naturge­mäß erheblich geringer. Der Vollendungsbau der katholischen Kirche, wie auch der Bau des neuen Kinos im Seltersweg, stellen die beiden wesent­lichen Vorhaben dar. Ein großzügiger Ladenumbau geht am Kreuzplatz seiner Vollendung entgegen. In der Kaiserallee wurde ein Wohnhaus aufgestockt.Am Ludwigsplatz wurde im Erdgeschoß eines Hauses ein Laden geschaffen.

Schonzeit für Wildenten verlängert!

Die Pressestelle des Gaujägermei

einer lebhaften Bautätig­keit sind vielfältig und im gewerblichen Leben allenthalben spürbar.

So ist es sehr erfreu­lich, daß auch in unserer Stadt, nach der Machter­greifung durch den Füh­rer im Zuge der allge­meinen Besserung im Wirtschaftsleben, eine leb­hafte Bautätigkeit entfal­tet werden konnte. Viele Wohnhausneubauten, ja, die Mehrzahl, find der privaten Initiative zu danken: auch die Bau­gesellschaften in unserer Stadt haben da und dort neue Wohnhäuser errichtet.

Die Wohnhaus - Neu­bautätigkeit ist besonders in den Randgebieten in den vergangenen 2 Jah­ren sehr stark in Erschei­nung getreten. Es sei hier nur an die umfangreichen Wohnhausbauten aufdem Gelände zwischen der Pro-

Auch auf dem Gelände .

der Licher Straße unweit des Grundstückes der

tet. Dort wuchs eine ganze Anzahl von neuen Wohngebäuden heran und für ein weiteres Haus wurden dieser Tage die Grundmauern Ubaut.

In diesem Zusammenhang läßt sich ferner berich­ten, daß die Neubauten für 65 Wohnungen, die durch die Initiative einer hiesigen Baufirma ent­stehen (wir berichteten im Einzelnen bereits darü­ber) mit großer Energie in Angriff genommen worden sind. Im Schwarzlachgebiet, wie auch an dem Stern (Nahrungsberg, Keplerstraße, Lessing- straße und Gnauthstraße) sind für dieses größere Wohnhausbauprojekt zahlreiche Arbeiter beschäftigt.

Da die Neubauten meist

vinzial-Pflegeanstalt und der Heil- und Pflegean­stalt hingewiesen. Dort entstand ein Haus nach dem anderen und zwar in verhältnismäßig kurzer Zeit. Die Danziger Straße, die auf der einen Seite von der Bahnlinie GießenFulda begrenzt wird, ist völlig ausgebaut, die Posener Straße ebenfalls. Die Memeler Straße, die parallel der Licher Straße verläuft, weist auch schon eine statt­liche Anzahl Wohnhäuser auf. In jüngster Zeit wurde in der Schlesiener Straße, die im vergangenen Herbst und im Frühjahr dieses Jahres hergestellt wurde, die Bautätigkeit lebhaft ausgenommen. Sie­ben Wohnhäuser an der Schlesiener Straße sind im Rohbau nahezu bzw. bereits fertiggestellt. Bei eini­gen Häusern ist schon der Innenausbau 'm Gange Auf anderen wird zur Zeit gerade der Dachstuhl gezimmert. Das gute Wetter der vergangenen Wo­chen hat die Arbeiten rasch vorankommen lassen.

Jahre mit ungewöhnlich hohen Ernten folgen meist auf einen milden Winter, und soweit es sich nicht um Tiefland handelt, auf feuchte und schwüle Som­mer, die auch der Gesundheit des Menschen wenig zuträglich sind. Und bann wirkt auch der alte Glaube mit, daß allzu großes Glück immer der Vorbote eines Unglücks ist. Die Beständigkeit ist das, was der Bauer sucht und so will er auch nichts wissen, von plötzlichem, übermäßigem und geschenktem Reichtum.

Aber wenn die Ernte zu Ende geht, dann ist doch die Freude in ihre Herrschaft getreten, dann ge­winnen die Hrnteschlußbräuche, die zum Erntefest überleiten, ihre große Bedeutung im Leben der Dorfgemeinschaft. Bis dahin aber vergehen noch Wochen schwerer Arbeit, bis dahin, liegt noch lange h»r Ernst und die Sammlung der Kräfte über dem lbstlosen und freudigen Einsatz des Bauern zur Bergung des Segens eines langen Jahres.

Deutsche Arbeitsfront.

Amt für Verufserziehung.

Wirtschaftsgruppe Tabakindustrie: Die VortragsreiheEntstehung und Verarbeitung des Tabaks" wird heute fortgesetzt. Beginn 16 Uhr im Kaufmännischen Vereinshaus zu Gießen, Wer-

I nerwall.

i Am Montag, 15. Juli, findet abends 8.15 Uhr im Katholischen Vereinshaus, Liebigstraße 20, ein Film- oortrag (Tonfilm) überTextilwerbung der chemi­schen Industrie" statt, wozu der Werbeleiter Herr Fischer von der JG.-Farbenindustrie, Frank­furt a. M., sprechen wird. Der Eintritt ist für alle Mitglieder der DAF. frei.

bereits m anderem Zusammenhang. Ein weiteres Wohngebäude entsteht an der Wolfstraße. Es er­hält gegenwärtig seinen Dachstuhl.

In idealer Lage wurden ferner zwei Häuser am Nahrungsberg gebaut und vor kurzem im Rohbau fertiggestellt. Die beiden Häuser dürften sich sehr gut in die Umgebung einfügen. Ein sehr statt­liches Mehrfamilienhaus wird an der Ecke A m Riegelpfad und Aulweg erstellt. Es be­findet sich noch im Rohbau. Am Aulweg sind dieser Tage zwei Häuser vollendet worden, die sehr gut der gärtnerischen Umgebung angepaßt sind. Am Wartweg ist ebenfalls ein Wohn­hausneubau unter Dach gebracht worden.

Eine rege Bautätigkeit wurde im vergan­genen halben Jahre im Gebiet an der Rodheimer Straße, und zwar in der Straße, die den Namen Hinter den Schieß gärten" führt, entfal-

Abteilung Wandern.

Am Sonntag, 14. Juli, findet eine Ortswanderung statt. Es beteiligen sich daran Gießen, Heuchelheim, Wieseck und Lollar. Treffpunkt: 7 Uhr an der Eisen- bahn - Ueberführung Ederstraße. Die Wanderung führt über Wißmar, Forsthaus. Waldhaus, Krum­bach, Dünsberg, Biebertal, Rodheim, Heuchelheim, Gießen. Rucksackverpflegung ist mitzubringen. Für die Betriebswanderwarte ist es Pflicht, an der Wanderung teilzunehmen

llrlaubsfahrl Nr. 31 Lübecker Bucht vom 20. dis 27. 3uH.

Für diese Fahrt sind noch Plätze frei und bitten wir Nachmeldungen noch sofort abzugeben. Der Zug wird bestimmt gefahren.

Urlaubszug Nr. 33 Schwäbische Alb vom 27. Juli bis 2. August.

Auch für diese Fahrt sind noch reichlich Plätze frei und können Nachmeldungen sofort abgegeben wer» den.

Rheinfahrt am 14. 3uh.

Anmeldungen zu dieser Fahrt werden nicht mehr entgegengenommen. Die Höchstteilnehmerzahl ist er­reicht.

Neue S)äu|er in fdjöner Lage am Alten Steinbacher Weg.

Neubauten am Nahrungsberg.

Am Aulweg.

Die deutsche Arbeitsfront

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