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Wenn diese Gesetze der härtesten Not", so schloß Präsident Greiser unter starkem Beifall diesen Teil seiner Erklärung,auch in das Schicksal einzelner Staatsbürger eingreifen, so spielt das für mich keine Rolle; denn das Schicksal Danzigs und seiner Bevölkerung ist mir wichtiger als Einzelschicksale. Im Zeichen der Not kann man nicht Rücksicht auf Einzelne nehmen; denn Not biegt nicht nur Theo­rien, sondern bricht Eisen."

Der Senatspräsident machte dann nähere Mitteilungen über das einschneidende Sparpro­gramm, das die Danziger Regierung in Aussicht genommen habe, um ihrerseits in der Opferleistung der Gesamtheit ooranzugehen. Er kündigte im Personalhaushalt eine Einsparung von mindestens 100 Lehrern und mindestens 500 Beam­ten an. Alle diese Personen werden Gelegenheit er­halten, außerhalb der Danziger Landesgrenzen eine wirtschaftliche Besserstellung zu erreichen. Weiter werden nach der Erklärung des Senatspräsidenten diejenigen Pensionäre, die von Deutsch­land abhängen, sich mit dem Gedanken vertraut machen müssen, die ihnen rechtlich vom Reich zu zahlenden Rentenbezüge im Reiche zu verzehren. Ferner sollen noch mehr als bisher Erwerbslose ausfindig gemacht werden, die sich freiwillig bereit­erklären, Arbeit außerhalb der Danzi­ger Landesgrenzen anzunehmen. Außerdem soll, ähnlich wie es teilweise bereits beim Freiwilli­gen Arbeitsdienst in die Wege geleitet wurde, auch der staatliche Arbeitsdienst, soweit seine Mitglieder sich dazu freiwillig bereit erklären, in Deutschland untergebracht werden. Schließlich werden auch Eingriffe und Sparmaßnahmen auf kulturellem Gebiet, insbesondere beim Thea­terwesen und bei der Technischen Hochschule, durch­geführt werden müssen.

Die nationalsozialistische Danziger Regierung, die eine ungeheure Aufbauarbeit geleistet habe, beweise, daß sie gewillt fei, in dieser kritischen Situation unerbittlich durchzugreifen.

Im Zusammenhang mit der Bekanntgabe des Sparprogramms richtete Senatspräsident Greiser einen nachdrücklichen Appell an die Oppositionsparteien. Er betonte, daß die Einsparungsmöglichkeiten, soweit sie den geplanten Beamtenabbau betreffen, z. T. von einer Aenderung der Verfassung abhängig sind. Er werde der Opposition Gelegenheit geben, zu den hierzu erforderlichen Gesetzentwürfen Stel­lung zu nehmen. Wenn die Opposition jedoch ihre Mitarbeit in der Stunde der Not dem Staate ge­genüber versagen sollte, so würden andere Wege gesucht werden müssen, um den Staat vor Schaden zu bewahren.

Senatspräsident Greiser schloß mit einem ein­dringlichen Appell an den gesunden In­stinkt der Bevölkerung.

Er, der Präsident, fei absolut bereit, mit jedem zufammenzuarbeiten, der sich feiner Verantwor­tung gegenüber feiner Heimat Danzig bewußt sei. Die Danziger Vevölkerung werde sich durch materielle Sorgen nicht niederzwingen lassen, sondern Danzig sich selbst und damit dem Deutschtum erhalten.

Die große Mehrheit des Volkstages nahm die Erklärung des Senatspräsidenten mit lang anhal­tendem Beifall auf. Auf Antrag der nationalsozia­

listischen Fraktion beschloß das Haus, zur B e - sprechung der Erklärung des Senats­präsidenten zusammenzutreten, sobald die an- gekündigten Spargesetze fertig vorliegen.

Lester und Papee bei Genatspräsident Greiser.

Danzig, 12. Juni (DNB.) Der Danziger Senatsprästdent Greiser empfing heute, Mittwoch früh, den Kommissar des Völkerbundes, Lester, so­wie den diplomatischen Vertreter der Republik Polen, Minister P a p 6 e , um ihnen offiziell Mit­teilung von der heute früh erfolgten Einführung der Devisenbewirtschaftung in Danzig zu machen.

Or. Schacht am Freitag in Danzig.

Berlin, 12. Juni (DNB.) Am Freitag dieser Woche wird Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht in Ausführung der seit längerem gehegten Absicht den Besuch des Danziger Notenbankpräsi- denten Dr. Schäfer in Danzig erwidern. Die Danziger Handelskammer hat aus diesem Anlaß Herrn Dr. Schacht gebeten, an einem Empfangs­abend eine Ansprache zu halten. Der Reichs­bankpräsident wird diesem Wunsche entsprechen und zweifellos dabei auf die wirtschaftliche und finan­zielle Lage Danzigs eingehen.

Ein bezeichnender Widerruf.

So werden Greuelmeldungen fabriziert.

Danzig, 12. Ium. (DNB.) Der südslawische Staatsangehörige Eduard P e n k a l l a , Berliner Korrespondent desNeuen Wiener Tagblattes", der in Danzig wegen Verbreitung unwahrer Meldungen über die politische Lage in Haft genommen worden war, ist am Mittwochmittag auf freien Fuß gesetzt worden. Auf besondere Ver­anlassung des Präsidenten des Senates, Greiser, wurde die gegen Penkalla verfügte Auswei­sung als lästiger Ausländer aufgehoben, nachdem Penkalla mündlich und schriftlich dem Präsidenten folgende Erklärung abgegeben hatte:

Sehr geehrter Herr Präsident!

Als Berichterstatter, der im Auftrage seiner Re­daktton nach Danzig gekommen ist, bin ich ten­denziösen und unwahren Informa­tionen zum Opfer gefallen, die ich, da sie aus dem Munde eines Fraktionsführers stamm­ten, im guten Glauben z. T. für einen telephoni­schen Bericht verwandt habe. Auf Grund dieses Berichtes, der ausschließlich auf den Informationen des Fraktionsvorsitzenden der Deutsch­nationalen, Rechtsanwalt Weise, beruhte, habe ich mich, da ich mich einseitig informiert habe, eines schweren Fehlers schuldig gemacht.

Ich erkläre hiermit, daß ich in keiner Weise irgendwelche persönlichen Angriffe gegen Sie, ver­ehrter Herr Präsident, noch gegen Mitglieder der Danziger Regierung richten wollte, und daß mir eine Herabsetzung der Regierungsmaßnahmen fern liegt.

Aus freien Stücken erkläre ich mich bereit, meine journalisttfche Unterlassung wieder gut- z u m a ch e n und in den Spalten meiner Zeitung der Wahrheit Raum zu geben.

Mit vorzüglicher Hochachtung

gez. Eduard Penkalla.

Abessiniens Wirtschaft und Währung

Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.

Was ist das für ein Land, um das augenblick­lich so gestritten wird, daß dieser Streit die Ruhe Europas ernstlich zu stören droht? Es ist eines der wenigen unabhängigen Reiche, die es in Afrika heute noch gibt. Etwa zweieinhalbmal so groß wie Deutschland, zählt es nur ungefähr 15 Millionen Einwohner. Trotzdem ist es für afrikanische Ver­hältnisse dicht besiedelt. Im Gegensatz zu seinem Nachbarlande Aegypten, dessen fruchtbarster und kulturfähigster Teil das Niltal ist, ist Abessinien em Hochland. In seinen Gebirgen entspringen der Blaue Nil und andere Flüsse, die mit ihrem Wasser den Nil speisen. Das außerordentlich fruchtbare Land ist die Heimat des Kaffees. Es führt außerdem in größeren Mengen Häute und Felle, Wachs, Elfen­bein und andere Rohstoffe aus. Abessinien ist ferner sehr reich an Vieh und Wild. Es hat auch bedeu­tende Mineralschätze, die aber zum größten Teil noch unausgenützt sind. Das Volk, das Abessinien be­herrscht, ist semitischen Stammes, aber stark mit Hamiten vermischt. Es zählt nur etwa eine Million Köpfe, ist also den anderen Bewohnern des Landes insbesondere den Negern, an Zahl unterlegen. Die Staatsreligion ist die des Herrschervolks, nämlich die christlich-koptische. Doch sind große Telle der Be­völkerung Mohammedaner oder Heiden. Die Haupt­stadt Addis-Abeba, der Sitz der abessinischen Herr­scher, zählt nur etwa 50 000 Einwohner, ist aber auch der Hauptsitz des abessinischen Handels.

Das wichttgste Zahlungsmittel ist in Abessinien der Silbertaler, und zwar sind insbesondere zwei Arten Taler von ungefähr gleichem, ziemlich hohem Silbergehalt verbreitet: der alte Mariatheresien- taler, der noch immer in Wien geprägt wird, und der neuere Meneliktaler. Auch die im Umlauf be­findlichen Papiernoten der Staatsbank von Abessi­nien lauten auf Silbertaler. Abessinien hat also eine Silberwährung. Der vorhandene Bestand von Sll- bertalern deckt den Bedarf des einheimischen Han­dels an Zahlungsmitteln reichlich, so daß seit zwei Jahren keine Mariatheresientaler mehr aus Wien bezogen zu werden brauchten. Die Kaufkraft des Silbertalers ist in Abessinien sehr hoch. Mit 12 Ta­lern kann der Eingeborene noch heute ein Jahr lang seinen notdürftigen Lebensunterhalt bestreiten. Die Bevölkerung ist im allgemeinen sehr bedürfnis­los, und im größten Teil des Landes herrscht noch reine Naturalwirtschaft. Im Verkehr mit dem Auslande wird der abessinische Silbertaler meist am englischen Pfund gemessen. Bis zum vorigen Jahre erhielt man für ein Pfund Sterling etwa I6V2 Taler. Im letzten Jahre ist aber infolge der amerikanischen Silberaufkäufe und der Steigerung des Silberpreises auch der Kurs des abessinischen Talers gestiegen. Man erhält daher zur Zeit für das englischen Pfund nur 14V2 abessinische Silo er - taler. Neben dem Silbergeld sind im Lande Nickel- münzen im Umlauf, deren Wert jedoch ebenfalls der Silberwährung angepaßt ist, und für die im privaten Warenhandel nur eine beschränkte An- nahmeverpftichtung besteht.

Die abessinische Staatsbank, dieBank of Ethio- pia", arbeitet mit einem Aktienkapital' von 750 000 englischen Pfunden. Doch ist nur etwa ein Drittel dieses Kapitals tatsächlich eingezahlt. Die Bank hat bisher nur eine verhältnismäßig kleine Anzahl von Banknoten (etwa 3,3 Millionen Taler) in Um«

lauf gesetzt. Vor einigen Jahren hat sich die abeffi- nische Regierung sehr bemüht, von der Silber- zur Goldwährung überzugehen. Sie hat zu diesem Zweck einen amerikanischen Finanzberater berufen, der ein neues Währungsprogramm für Abessinien aufstellte. Es umfaßte u. a. die Ausgabe von neuen Noten auf Goldbasis. Die internationalen Wäh­rungswirren haben jedoch die Durchführung dieses Planes unmöglich gemacht. In währungspolitischer Hinsicht hat sich Abessinien in den letzten Jahren immer mehr an England angelehnt. Auch der wirt­schaftliche Einfluß Englands ist in Abessinien über- ragend. Italien hat auf wirtschaftlichem Gebiet hier nur geringe Erfolge erzielen können.

Bei der Beurteilung des abessinischen Problems darf man die enge wirtschaftliche Verbindung, die zwischen Abessinien und dem von England beherrsch­ten Aegypten besteht, nicht unbeachtet lassen, denn diese Verknüpfung beruht auf der natürlichen geo- graphischen Lage und wird daher mit der zuneh­menden wirtschaftlichen Entwicklung Abessiniens an Bedeutung noch gewinnen.

AbslimmuiWn auf dem fran­zösischen sozialistischen Parteitag.

Paris, 13. Juni (DNB.) Der s o z i a l i st i s ch e Parteitag in Mülhausen nahm am Mittwoch­abend die Mandatsabstimmung über die vorliegen­den Entschließungen zur Machtergreifung vor. Die meisten Mandatsstimmen, nämlich 2025, vereinigte der von den nordfranzösischen Sozialisten vorgelegte Text, der die Machtergreifung von der ZustimmungderMehrheitdesLandes zu dem marxistischen Gedanken abhängig macht. 777 Mandatsstimmen fielen dem Text der Anhänger des sozialistischen Kampfes und der Be­fürworter des Aufstandes zu. 105 bzw. 83 Mandatsstimmen entfielen auf zwei Texte der noch weiter links eingestellten Elemente der Partei, die sich dem Bolschewismus nähern. 229 Mandats­stimmen enthielten sich, 58 waren bei der Abstim­mung nicht vertreten. ,

Angenommen wurde außerdem em vom Ent- schließungsausschuß mit allen, außer den Stimmen der Bolschewistenfreunde, angenommener Text des Abgeordneten Vincent Auriol, der besagt, daß die Sozialistische Partei sich auf eine Links - Mehrheit stützen und in der Regierung eine sozialistische Aktion anführen muhe.

Schließlich hat der Parteitag sich mit 2117 Man­datsstimmen für die Gewährung des Frauen­stimmrechts ausgesprochen. 729 Stimmen laute­ten dagegen, 273 enthielten sich.

Gegen das litauische Gewalt­regiment in Memel.

Memel 12. Juni (DNB.) Am Mittwoch fand in Memel eine S t a d t v e r o r d n e t e n s l tz u n g statt zu der von 40 Stadtverordneten 30 erschienen mären banon sieben Litauer. Sechs Stadtverordnete gehören bekannlich zu den Verurteilten des fam« fett«» Beschluß, den unrechtmäßig fernes Amtes

enthobenen Oberbürgermeister Dr. Brindlinger an der Ausübung des Amtes nicht zu hindern. Die Einsetzung des Großlitauer Victor G a i l i u s als kommissarischer Oberbürgermeister wurde a b g e l e h n t und damit der Magistrats­beschluß vom 5. Juni gebilligt, wonach die Ernen­nung des Gailius den Gesetzesbestimmun­gen nicht entspricht.

Oberlindober zum Besuch der englischen Frontkämpfer.

Berlin, 12. Juni (DNB.) Reichskriegsopfer­führer O b e r l i n d o b e r hat zu der Ankündigung der englischen Frontkämpferorgani­sation British Legion, Vertreter zu einem B e - such nach Deutschland zu entsenden, folgende Erklärung abgegeben:Die deutschen Front­kämpfer freuen sich auf den Besuch, den die englischen Frontkämpfer angekündigt haben. Sie wissen, daß beide Nationen in allen entscheidenden Fragen auf die gewichtige Stimme ihrer besten Söhne hören werden. Es ist zu hoffen, daß diese Zusammenarbeit der deutschen und englischen Frontkämpfer ein weiterer Schritt zur Erreichung freundschaftlicher Zu­sammenarbeit der europäischen Kulturnationen sein wird. Die deutschen Frontkämpfer begrüßen den Schritt der englischen Front­kämpfer ebenso wie sie das Angebot der Zusammen­arbeit mit den Frontkämpfern aller übri­gen Nationen stets freudig begrüßen werden. Möge die Jugend aller Länder, die sich gegen­seitig bekämpft hat, diesen Schritt der Frontkämpfer auf dem Wege zum Frieden auch zu dem ihren machen."

Der Kyffhciuserbund begrüßt englischen Frontkämpfer-Vesuch.

Berlin, 12. Juni. (DNB.) Der Bundesführer des Kyffhäuferbundes Oberst Reinhardt hat zu der Ankündigung der englischen Front­kämpferorganisation der British Legion, Vertreter zu einem Besuch nach Deutschland zu ent­senden, folgendes erklärt: Wir begrüßen selbstver­ständlich den Vorschlag des Prinzen, und wir wür­den uns sehr freuen, Vertreter der British Legion hier in Berlin zu einer freundschaftlichen Erörte­rung aller Angelegenheiten zu empfangen, die dazu beitragen können, den Frieden in der Welt zu sichern. Wir haben viele Enttäuschungen in der Vergangenheit erlebt, aber wir haben die Hoff­nung noch nicht aufgegeben. Kein Soldat will einen neuen Krieg, wenigstens kein alter deutscher Soldat. Wir begrüßen die Aeußerungen des Prinzen um so mehr, als er genau unsere eigenen Gefühle zum Ausdruck bringt. s.

In Schutzhaft genommen.

Karlsruhe, 12.Juni. (DNB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, hat sich die Geheime Staatspolizei

bereits feit Monaten veranlaßt gesehen, dem Auf­treten des Landesführers Baden des N S D F B. (Stahlhelm), Dr. Wenzel, besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dr. Wenzel hat trotz wiederholter Warnungen in seinen Reden in Mit- aliederversammlungen in zersetzender und staats­feindlicher Weise Persönlichkeiten und Einrichtungen der Bewegung und des Staates angegriffen. Wenzel muß zu der kleinen Clique reaktionärer, dem natio­nalsozialistischen Staate feindlich gesinnter Elemente gezählt werden, die ihre Mitarbeit darauf beschrän­ken, schärfste und kleinliche Kritik zu üben und die geflissentlich die Erfolge der Aufbauarbeit des Drit­ten Reiches übersetzen. Der Fortsetzung des staats­gefährdenden Treibens Dr. Wenzels konnte nur durch feine Jnfchutzhaftnahme ein Ende ge­macht werden. Diese Maßnahme wird dazu beitra­gen, eine weitere Beunruhigung und Aufputschung in den Reihen des NSDFB. (Stahlhelm), Landes­gruppe Baden, der in erdrückender Mehrheit treu zum nationalsozialistischen Staat steht, zu verhin- oern.

Das Chaco-Abkommen unterzeichnet.

Aber vorläufig Fortsetzung der Feindseligkeiten.

Asuncion, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das Außenmini st erium veröffentlicht fol­gende kurze Mitteilung:

Der heldenmütige, im Kriege siegreiche paragu­ayische Soldat hat den Frieden für das Vaterland erobert. (Ein Abkommen b e - endet den Streit mit Bolivien. Es ist um 12 Uhr in Buenos Aires unterzeichnet worden."

Das ganze diplomatische Korps begab sich am Donnerstag in den Regierungspalast und sprach dem Präsitzenten A j a l a die Glückwünsche der auswärtigen Regierungen aus.

Obwohl auf Grund des Abkommens die Feind­seligkeiten bereits am Freitagmittag einge­stellt werden müssen, ging der Krieg in Chaco einstweilen weiter. Die Para­guayer hoffen, bis zum Inkrafttreten der Waffen­ruhe noch den Ort Ravelo besetzen zu können.

Jubel in Paraguay.

Asuncion, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) Ganz Paraguay steht vollkommen unter dem Ein­druck der Unterzeichnung des Abkommens über die Waffenruhe im Chaco. Die Bevölkerung eilte beim Bekanntwerden der Nachricht in großer Erregung auf die Straßen und gab ihrer Freutze über das bedeutsame Ereignis jubelnd Ausdruck. Die Häuser tragen allenthalben reichen Flaggen- schmuck; für den Abend ist ein großes Feuerwerk und Festbeleuchtung vorgesehen.

Dem Kongreß ging ein Antrag zu, den Ober­befehlshaber im Chacokrieg, General (Eftlgar- ribia, zumMarschall von Paraguay" zu ernennen, die höchste militärische Ehrung, Oie das Land zu vergeben hat.

Aus aller Wett.

Glänzender Verlauf der Marine-Bolkswoche.

In Kiel hatten Taufende von Volksgenossen in diesen Tagen zum erstenmal Gelegenheit, einen Einblick in das Leben unserer blauen Jungen zu bekommen. Wie im Film rollte sich dem Besucher der Marinevolkswoche das Leben unserer Marine vom Wecken bis zum Zapfenstreich ab. Zu den Schauvorführungen waren Zehn- taufende gekommen. Sie wohnten zuerst dem Ge­schützexerzieren bei. Gewaltig war der Eindruck bei tzer Besichtigung der Kriegsschiffe. Auf allen Schif­fen grüßten Erinnerungszeichen an die Helden­taten der Traditionsschiffe. Von Bord des Kreuzers Köln" aus wurden Torpedos abgefchoffen. Auf einem Taucherboot führten Taucher Uebungen aus. AufGorch Fock", dem Segelschulschiff der Kriegs­marine, wurden Segel gesetzt. Gespannt wurde ein RettungsmanöverMann über Bord" verfolgt. Heiterkeitsstürme löste eine wohlgelungene Aequa- tortaufe vor dem SegelschulschiffGorch Fock" aus. Neben diesem luftigen Treiben hatte man Gelegen­heit, schöne und wertvolle Ausstellungen Der Kriegsmarine zu betrachten. Als die Massen abends zur Stadt zurückfluteten, bot sich im Hafen noch ein großartiges Schauspiel. Auf Kreuzer Leipzig" wurde ein Fliegerabwehrmanöver vor- aeführt. Dann zog langsam ein stolzes Wikinger­schi st an der kilometerlangen Uferpromenade vorbei.

In Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Kriegs­marine, Admiral Dr. R a e d e r, und des Reichs­sportführers von Tfchammer und O st e n wurde die erste internationale Marine­pokalsegelwettfahrt um denHindenburg- Erinnerungspokal" eröffnet. Zum erstenmal wurde ein solches Rennen von den Offiziersmannschaften der Kriegsmarine von fünf verschiedenen Nationen gusgetragen; es starteten: Schweden, Holland, Dänemark, Polen und Deutschland. Die Entschei­dung des spannenden Rennens fiel erst ganz zum Schluß. Nachdem die Führung zwischen Schweden uno Deutschland mehrmals gewechselt hatte, kamen die beiden Boote auf gleicher Höhe an der letzten Tonne vorbei; erst auf den letzten Metern schoß das deutsche Boot in Front und siegte mit Sekun­denbruchteil. Das Ergebnis der ersten Wettfahrt: 1. Deutschland (Atair", Ruderführer Kor­vettenkapitän R o l l m a n n); 2. Schweden; 3. Däne­mark; 4. Polen; 5. Hollantz.

llebersührung bet sterblichen Ueberresle Ernst Poehners nach München.

Nach achtjähriger Grabesruhe in fränkischer Erde wurden die st erblichen Ueberreste Ernst Poehners, eines der treuesten Mit­kämpfer Adolf Hitlers, von Burg Hoheneck nach München überführt. Ernst Poehner war Münchener Polizeipräsident unter der am 9. No­vember 1923 von Adolf Hitler ausgerufenen na­tionalen Regierung. Die Ueberführung auf den Münchener Waldfriedhof erfolgte auf Wunsch der Witwe Poehners. Poehner wurde nach seinem Ableben auf dem Münchener Waldfriedhof beigefetzt. Wie erinnerlich, verlangte der damalige Münche­ner Stadtrat die Entfernung der Inschrift an Poeh­ners Grab, die den TotenVorbild treuester Pflichterfüllung für das dankbare Vaterland" nannte. Statt die Grabschrift nach dem Verlangen des Stadtrates von München zu entfernen, hatten Poehners Getreue den Leichnam einst geholt und in Gegenwart des Führers in die Erde des natio­nalsozialistischen Frankenlandes gebettet.

Die Vereinigung der reichsdeulschen Presse In Dien ehrt Dr. harlmeyer.

In der Generalversammlung der Vereinigung der Berichterstatter der reichsdeutschen Presse in Wien wurde von mehreren Retznern der großen Verdienste des ausgewiesenen bisherigen Vorsitzenden, Dr. H a r t m e y e r, um die Vereinigung und die Interessen der reichsdeutschen Presse in Oesterreich gedacht. Dr. Hartmeyer, tzer sich diese Verdienste in fast 30jährigem Aufenthalt in Oesterreich erworben Ijat, wurde einstimmig zum Ehrenmitglied tzer Vereinigung gewählt. Bei der dann vorgenom­menen Neuwahl des Vorstandes wurde Hermann von R i t g e n (Deutsches Nachrichtenbüro) zum Vorsitzenden, Dr. Walter Lohmann (Völkischer Beobachter) und W. von Heimburg (Scherl) zu seinen Stellvertretern, und als weitere Vor- stantzsmitglieder Dr. Gerard A i ch i n g e r (Deutsches Nachrichtenbüro) und Eduard Springer (Köl­nische Zeitung) gewählt.

Dichtiger Fund aus der nordischen Steinzeit.

Eine wichttge vorgeschichtliche Entdek- kung wurde auf dem Grundstück des Johann Wilkens in Wiepenkathen bei Stade in Hanno­ver gemacht. Der Landarbeiter Klaus D e e d e fand dort beim Torfstechen einen jungsteinzeitlichen Feuer st eindolch, wie er für die Kultur tzes Volkes der Hünengräber kennzeichnend ist, die vorn 4. bis 2. Jahrtausend v. Chr. als Vorfahren der Germanen Norddeutschland und Südskandinavien bewohnten. Das Erstmalige und Einzigartige an diesem Waffenfund ist, daß durch die konservierende Wirkung des Moores außer der eigentlichen Dolch­klinge aus Feuerstein auch der hölzerne Griff, eine verzierte Scheide aus Leder und ein lederner Trag­riemen erhalten sind, so daß die Kenntnis der Kultur unserer nordischen Vorfahren wieder um einen bedeutsamen Fund reicher ist. Das seltene Fundstück, dessen Bedeutung von Lehrer C a s s a u zuerst erkannt wurde, wird zur Zeit in den Werk­stätten desReichsbundes für Deutsche Vorge­schichte" fachmännisch präpariert.

Raubmord in Altona.

Ein Wächter der Wach- und Schließgesellschaft fand auf feinem Rundgang den Gastwirt E ck h o f f, tzer der Inhaber des LokalsZur Wilhelmshöhe" in Altona ist, ermordet auf. Die Ermittlungen tzer Mortzkommifsion ergaben, daß Eckhöff von einem Gast niedergeschlagen und beraubt worden ist. An den Verletzungen ist der Ueberfallene kurz darauf gestorben. Auf Grund der am Tatort Vorgefundenen Spuren konnte der Täter in der Perfon des Gün­ther Buell aus Altona nach etwa fünf Stunden ermittelt und festgenommen werden. Am Tatort legte Buell ein umfassendes Geständnis ab und gab zu, das Lokal mit der Absicht betreten zu haben, den Inhaber zu ermorden und zu berauben. Don dem geraubten Geld konnten bei ihm noch über 400 Mark vorgefunden werden.

Schweres Anwetter in Sachsen.

Bei einem über dem Lößnitztal bei Chemnitz nie- bergegangenen Gewitter mit Hagelschlag und wolkenbruchartigem Regen wurde großer Sach­schaden angerichtet, Felder und Wiesen wurden ver­wüstet und die Ernte teilweise vernichtet. Besonders schwer wurden die Ortschaften Gahlenz, Hammer- leubsdorf und Langenau betroffen, wo sich die Berg­bäche in reißende Flüsse verwandelten. Obwohl das Unwetter kaum eine halbe Stunde währte, ist der Schaden sehr groß, da viele Kleinbesitzer den Verlust der ganzen Ernte zu beklagen haben.