Ausgabe 
13.5.1935
 
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Die

zu

u Sowjetrußland gebracht und nnäherungspolitik gegen-

politische Vetrachiungen der pariser presse.

Vorbereitung der Donautonferenz.

Rom, 11. Mai. (DRV.) Am Samstag erfolgte in Florenz die Begegnung zwischen Minister­präsident Mussolini und Bundeskanzler Dr. Schuschnigg. Die Aussprache dauerte zwei Stun­den. Mussolini und Schuschnigg nahmen gemeinsam das Frühstück, besichtigten die Stadt und legten am Denkmal für die gefallenen Faschisten einen Kranz nieder. Von unterrichteter Seite wird erklärt, es

Das Ergebnis des französischen Besuchs in Warschau.

machte in Paris einen um so tieferen Eindruck, als der abgesagte Besuch Lavals beim Marschall die Vermutung hatte aufkommen lassen, die Krankheit Pilsudskis sei nur diplo­matischer Natur. Dem polnischen National­helden werden von der gesamten Presse lange Nachrufe gewidmet. Man versucht, seiner Per­sönlichkeit gerecht zu werden und dabei auch die Politik zu erklären, die Polen in eine Abwehr­

kühlung des polnisch-französischen Verhältnisses, beigetragen hat.Wenn man", so schreibtM a t i n",die Einzelheiten des beweg­ten Lebens Pilsudskis überfliegt, so versteht man heute die Haltung seines Volkes, das sich von Ruß­land gemartert und von Deutschland bedroht sah. Es mußte Haß gegen Rußland und Furcht vor Deutschland empfinden. Frankreich wird sich ehr­furchtsvoll vor der sterblichen Hülle eines Mannes verneigen, der sein Land über alles ge­liebt und ihm seine Freiheit wieder erobert hat."

I o u r n a l" spricht von einem Ereignis, das für Polen von ungewöhnlichem Ernste sei; denn Polens ganze politische Entwicklung werde in Frage gestellt. Es handelte sich darüber hinaus auch um , e i n hochbedeutsames Ereignis für Europa, in dem die polnische Stabili­tät ein wesentlicher Faktor sei. Pilsudski sei antirussisch eingestellt gewesen, was

sichern.

Mussolinis Aussprache mit Schuschnigg.

Der Eindruck in Paris.

Ein hochbedeutsames Ereignis für Europa

lands in die Front der Friedensfreunde zu be­grüßen, aber Sowjetrußland müsse auf­hören, zwei Gesichter zu zeigen. Es dürfe vor allem nicht durch Umtriebe der dritten Internationale in Frankreich die nationale Sicher­heit Frankreichs gefährden.Le Jour" sagt, ange­sichts der aegenwärtigen Lage in Europa und des französisch-sowjetrussischen Abkommens bestehe Polens Hauptbeitrag zur Erhaltung des Friedens darin, äußer sie Neutralität zu wahren. Mehr verlange Frankreich nicht. Mit äußerster Skepsis stehtDuotibien" dem angeblich positiven Ergebnis der Warschauer Besprechungen gegenüber. Das Blatt meint, wenn man die amtliche Verlaut­barung mit den Berichten der Sonderkorresponden­ten vergleiche, so ergäben sich wesentliche Unter­schiede. Tatsächlich sei in Warschau nichts von dem erreicht worden, was Laval sich als Auf­gabe gestellt habe.

Sowjelrußland erkundet Flug­landungsplätze in Litauen.

Königsberg, 12. Mai. (DRB.) Wie aus Kawno berichtet wird, weilt seit Anfang Mai eine fowjetrufsische Ftiegerabordnung be­stehend aus vier Fliegeroffizieren der Roten Luft­flotte, in Litauen, um Zwlsche n t a n d e plähe für die Roke Luftflotte zu erkunden. Die sowjetrussischen Fliegeroffiziere werden von einem litauischen Fliegeroffizier begleitet und führen ihre Erkundungen in Zivil aus. Bisher wurden die Flughäfen Kowno, Schaulen und Memel besichtigt. Ferner sind vorgesehen Erkundungen in der Umgegend der Kreisstädte p o n i e w e f ch und Rakischki, um dort gegebenenfalls neue Flug­häfen anzulegen. Das litauische Innenministerium hat an die unteren Verwaltungsbehörden ein Rund­schreiben gerichtet, wonach zu melden ist, inwieweit die Möglichkeit zur Errichtung von Flugplätzen be­sieht.

Das Deutschtum in Lettland.

Fruhjahrstagrmg

derDeutsch-BaltischenVolksgemeinschaft"

Riga, 12. Mai. (DNB.) Am Samstag fand in Riga Die Frühjahrstagung Der Spitzenorganisation des Deutschtums in Lettland, Der sogenannten Deutsch-Baltischen Volksgemeinschaft" statt. Aus den Berichten, die auf der Tagung er­stattet wurden, verdienen besonderes Interesse die Ausführungen des Präsidenten zu zwei Fragen: 1. Wie verhält sich die deutsche Volksgruppe in Lett­land zu der Erneuerungsbewegung? 2. Wie ist die Einstellung der deutschen Volksgruppe in Lettland zum lettländischen Staat? Die Antwort auf die erste Frage laute dahin, daß die deutsche Volks­gruppe in Lettland die weltanschaulichen Grund­lagen der Erneuerungsbewegung, wie sie heute den Erdball zu erobern beginne, bejahe, wie Gemein­schaftsgedanken und völkische Würde, Führerprinzip und Landverbundenheit. Diese ihr aus der Erneue­rungsbewegung erwachsenden Aufgaben wolle die Volksgemeinschaft unter eigener Verant­wortung durch führen. Zu der zweiten Frage habe der Präsident im Namen der deutsch-baltischen Volksgruppe in Lettland die Erklärung abzugeben, daß das Deutschtum in Lettland dem Staat stets die Treue halten werde als Deutsche, die wir sind und bleiben werden. Aus dem Bericht des deutschen Referenten am lettischen Kultusministerium, Herrn von Radecki, ist heroor- zuheben, daß die neue Schulgesetzgebung in Lettland in verschiedenen deutschen Schulen einen starken Rückgang der Schülerzahl zur Folge gehabt und dementsprechend eine empfindliche Verminderung der staatlichen und kommunalen Zu­wendungen bewirkt habe. Die deutsche Volksgemein­schaft in Lettland werde nicht mehr in der Lage sein, das bisherige Schulwesen in vollem Umfang aufrechtzuerhalten. Es müsse vielmehr alle Kraft dort zusammengefaßt werden, wo hoffnungs­volle Aufbauarbeit geleistet werden könne. Wäh­rend bei der Grundschule nur geringfügige Ein­schränkungen möglich seien, werde sich der Abbau im Gymnasialnetz als notwendig erweisen. Andererseits aber wäre eine Stärkung der Fach- und Fortbildungsschulen eine Lebensnotwendigkeit. Im übrigen unterstrich Herr von Radecki das sachliche Verhalten der zuständigen lettischen Behörden.

Keine Einigung in Bukarest?

Der Dalkanbund unv Sowjetrußrand.- Die Aufrüstung Oesterreichs und Ungarns

Der amtliche Zeucht.

Warschau, 12. Ittai. (DRV.) Heule früh um 9.45 Uhr isi Minister L a v a l mit den ihn begleiten­den beiden Beamten des Quai d'Orsay und Fräulein Laval vom Warschauer Osibahnhof nach Moskau abgereist Am Bahnhof waren zur Verabschie- ; düng des französischen Außenministers der polnische Minister Beck mit einer Reihe höherer Beamter des Außenministeriums erschienen, sowie die fran­zösische Botschaft mit dem Botschafter Laroche an der Spitze.

Weber den Aufenthalt Lavals in Warschau w"rde folgender amtlicher Bericht ausgegeben:

Minister Beck und Minister Laval haben wäh­rend des Aufenthaltes des französischen Außenmini­sters in Warschau freundschaftliche Unterredungen gehabt, die ihnen Gelegenheit zu offenem und herzlichem M e i n uv g s a u s l a u s ch boten. Den Inhalt der Unterredungen bildeten die wichtigsten Fragen sowohl aus dem Bereich der gegenseitigen Beziehungen, wie auch aus dem Be­reich der allgemeinen Fragen, die im gegenwärtigen Augenblick die Aufmerksamkeit der beiden Regie­rungen auf sich zu lenken verdienen. Der Meinungs- auslausch war vom Vertrauen und gegen­seitigem aufrichtigen Verständnis ge­kennzeichnet. Er gab den beiden Ministern die Möglichkeit feslzuslellen, daß der gemeinsame Gegen­stand ihrer Bestrebungen die Erhaltung des europäischen Friedensundder Sicher­heit durch Organisierung einer breit aufgefaßlen internationalen Zusammenarbeit ist, die allen die Möglichkeit zur Mitarbeit bietet. Die Minister Polens und Frankreichs haben zu ihrer Befriedigung festgestellt, daß sie die im polnisch-französischen Bündnis aus- gedrückte strenge Solidarität diesem Friedenswillenzurverfügung stellen können.

Laval auf der Fahrt nach Moskau.

Moskau, 12. Mai. (DNB.) Der französische Außenminister Laval ist am Sonntag a ck f dem sowjetrussischen Grenzbahnhof Nie- goreloje eingetroffen. Zu seiner Begrü­ßung waren der französische Botschafter in Mos­kau, A l p h a n b , unb ber stellvertretenbe Leiter der Westabteilung im Außenkornrnissariat, Wein­berg, erschienen. Nach kurzer Begrüßung setzte sich ber Zug roieber in Bewegung. Laval betonte Pressevertretern gegenüber ben freundschaftlichen Charakter ber Reise unb gab ber Hoffnung Aus- brurf, baß bie Aussprache in Moskau bie Mög­lichkeit eröffnen werbe, bie freunbschaftlichen Be­ziehungen zwischen Frankreich unb Sowjetrußlanb weiter zu vertiefen. In Minsk wirb ber Vor- sitzenbe ber Weißrussischen Regierung, Golobeb, ben Minister begrüßen.

pariser Bilanz.

Paris, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach dem Abschluß ber Warschauer Besprechungen bes französischen Außenministers bemüht sich bie Pa­riser Presse weiterhin, alles hervorzuheben, was als Erfolg Lavals gebeutet werben könnte, selbst wenn es mehr im Stimmungsmäßigen als in Tatsachen zu suchen ist.Matin" vergleicht bie frostig e" Ankunft in Warschau mit ber be­tont herzlichen Abreise unb meint, sechs- unbbreifjig Stunben hätten genügt, biese Wanb- lung zu vollbringen. Die Warschauer Unterhaltung sei unbebingt notwenbig gewesen. Sie habe bie Ursachen eines zwar ungerechtfertigten, aber stän­dig wachsenden Mißverständnisses völlig be­seitigt.Figaro" erklärt, er habe Verständnis für die Haltung ber polnischen Politik gegenüber Deutschland. Es sei aber zu verlangen, baß man in Warschau auch ben Grünben für Frankreichs Politik Rechnung trage.Figaro" sieht ben Mos­kauer Besprechungen mit Skepsis entgegen. Das Blatt erinnert an die nicht sehr lange zurückliegen- bcn Steuerungen ber bolschewistischen Führer über den Völkerbund, über die Paktpolitik unb über Frankreich unb bemerkt, so sehe man Tag für Tag bie Leiter Sowjetrußlanbs bas Verbren­nen, was fie geftern angebetet haben, unb bas anbeten, was sie gestern verschmäht haben. Zwar sei bie Eingliederung Sowtetruß-

Die kommunalen Stichwahlen in Frankreich.

Stimmgewinne der extremen Gruppen. Erfolge der Linken namentlich in und um Paris.

Paris, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nachricht von dem Ableben des Marschall Pilsudski

Der tschechoslowakische Gesandte hat im Auftrage seiner Regierung im Auswärtiger? A m t gegen bie Verhaftung eines heutck -------i.

zur Annäherung an D e utschland beige­tragen habe. Aber bas Mißtrauen gegenüber ben Sowjets sei nicht bie einzige Richtlinie dieser Politik gewesen. Pilsubski habe aus seiner Skepsis gegenüber ber Bestänbigkeit ber französischen Politik kein Hehl gemacht. Das Blatt glaubt nicht, baß sich in ber politischen Richtung, bie Pilsubski Polen gegeben habe, sofort eine Aenberung zeigen werbe.

Die rabikal-sozialistischeR e p u b l i q u e" läßt ihrer Abneigung gegen bie Männer bes neuen Kur­ses in Polen auch angesichts ber polnischen National­trauer freien Lauf. Außenpolitisch, so sagt bas Blatt, habe Pilsubski allmählich bie getreue ft en Diener ber französischen Freunbschaft ausgebootet. Von seinem Vorurteil gegenRuß- lanb veranlaßt, habe er bie Annäherung an Deutschlanb burchgeführt. Er habe sie verwirklicht, als Hitler in Berlin triumphierte. Seit bem Jahre 1934 habe bie Achse ber polnischen Diplomatie in Berlin gelegen. Gerabezu gehässig ist ber Ton, in bemRepubligue" sich mit ber künftigen Ent­wicklung in Polen befaßt. Da heißt es u. a.Was wirb jetzt werben? Werben bie Diktatoren ben über­leben, ben sie erwählten? Wirb bie oberste Clique der Volksbewegung Widerstand leisten, die die Rück­kehr zur Freiheit fordern werden? Wird die deutsch­freundliche Politik fortbauern, jetzt, nachbem ihr Hauptvertreter verschwunben ist? Man behauptet, Beck werbe Nachfolger Pilsudskis. Vielleicht wird dies zutreffen. In diesem Falle würde der diktato­rische und deutschfreundliche Charakter der polnischen Politik sich verewigen. Aber die bisherige Diktatur in Polen hat dort das demokratische Empfinden unb ben Glauben an ben Völkerbunb nicht zunichte ge­macht. Vielleicht wirb man bas halb feftstellen kön­nen. Auch0 e u d r e" haut in bie gleiche Kerbe.

Bukarest, 12. Mai. (DNB.) Die Konfe­renz ber Balkanpakt st aaten wirb noch ben Montag fortgesetzt. Der Einbruck, baß bie Er­gebnisse ber Konferenz hinter ben Erwartungen zurückbleiben würben, hat sich noch verstärkt. Die Annahme, baß bie gemeinsame Neuregelung ber Beziehungen ber Balkanpakt- ft aaten z u Sowjetrußlanb hauptsächlich infolge bes Wiberstanbes Sübslawiens nicht mög­lich sei, ist bestätigt worben. Jeftitsch soll kategorisch erklärt haben, baß er als Vollstrecker bes politischen Testaments König Alexanbers auch in ber Frage ber Wieberaufnahme ber Beziehungen zu Sowjetrußlanb nicht von ben bestehen- ben Grunbsätzen abgehen könne. Er soll aber gleichzeitig ben übrigen Balkanstaaten frei- gestellt haben, neue politische Verträge mit Sowjetrußlanb einzugehen. Dieser Stanbpunkt Jeftitschs wäre insofern von Bebeutung, als für bie Kleine Entente bie Einwilligung aller Bündnismitglieber für solche neue außenpolitische Binbung notwenbig ist.

Die sübslawische ,,V r e m e" berichtet aus Buka­rest: Den vier Außenministern sei von Tituleseu ber Vorschlag Italiens überreicht worben, bie ml« litärische Gleichberechtigung Oester- reichs unb Ungarns anzuerkennen. Die ita­lienische Regierung habe biesen Vorschlag mit ber Notwenbigkeit begrüßt, ein Gegengewicht ge­gen die Gefahren zu schaffen, denen infolge ber allgemeinen beutschen Wehrpflicht insbe- l'onbere Oe st erreich ausgesetzt sei. Diesen Gefahren könne man am besten baburch entgegen­treten, baß man ben beiben Staaten erlaube, sich öffentlich zu bewaffnen. Der Balkanblock habe sich jeboch bei ber Prüfung dieses Vorschlages, ben Ita­lien mit ber bevorstehenden Konferenz von Rom verbunden wissen wolle, auf den Standpunkt gestellt, daß in dieser Frage ohne die Zustim- mung ber interessierten Staaten eine Entscheibung nicht fallen könne. Nachbem sich Italien seit ber Konferenz von Stresa in bie Gruppe jener Staaten gestellt habe, die sich klar gegen die deutsche Wehrpflicht aus­gesprochen hätten, müsse man das italienische Ver­langen einer kritischen Prüfung unterziehen. Wenn die deutsche Wehrpflicht eine Verletzung der Friedensverträge bedeute, dann müsse die­ser Grundsatz auch für Oesterreich und Un­garn gelten. Wenn Italien auf der gegentei­ligen Auffassung beharre, dann könne diese Hal­tung zu dem Knüppel werden, über ben b i e römische Konferenz stolpern könne. Die Staaten bes Balkanblocks würden in einer Wieder­aufrüstung Oesterreichs und Ungarns eine Ver­letzung ber Verträge von St. Germain unb Tria- non erblicken, unb bamit eine Verletzung jener Grunbsätze, bie bie Ausgabe hätten, ben Frieben

Stellung 31 zu einer A über Deutschlanb, verbunben mit einer A b -

politische Folgen für das Kabinett Flandin?

Paris, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das end­gültige Ergebnis ber französischen Gemeinberats- wahlen wirb erst Montag abenb vorliegen. Aus ben bisher bekannten Zahlen läßt sich jeboch bereits ein gewisser Schluß ziehen, ber auch in ben Äußerun­gen ber Presse zum Ausbruck kommt. Allgemein scheint ein Anwachsen ber beiben ejtre« men Flügel sicher zu sein, wobei bie äußerste Linke besonbers gut abschneibet. In Paris hat sich bie sog. nationale Mehrheit zwar halten können, viele Sitze aber an bie Linksparteien, be­sonders bie Kommuni st en, abgeben müssen. Besonders auffallend ist ber starke kommunistische Vorstoß im Seinebepartement. DerRote Gürtel" um Paris verbreitert sich zusehenbs. In ber Provinz sinb viele Gemeinben unter eine sozialistische Verwaltung geraten. Das Wahlbünbnis mit ben Kommunisten unb teilweise auch mit ben Rabikalsozialisten hat hier, wie es scheint, Früchte getragen. Die Verhältnisse im El- s a ß sinb noch nicht -ganz klar. Währenb in Straß­burg ber kommunistisch-autonomistische Block 20 von 36 Sitzen verloren hat, ist in Kalmar unb Mühl­hausen bie marxistische Front ans Ruber gekommen.

Alles in allem barf man von eine 21 b g l e i t e n nach links sprechen, bas vielen Kreisen große Besorgnis einflößt unb bereits bie Frage auftom« men läßt, ob bie Regierung beim Wieberzusammen- tritt bes Parlaments biesem Wahlergebnis roerbe Rechnung tragen müssen. Währenb bie Blät­ter verschobener Linksrichtungen von einem Sieg ber Freiheit gegen ben Faschismus sprechen, stellen bie rechtsstehenben Organe mit beutlicher Melan­cholie fest, baß bie vom Kabinett Flanbin seit einigen Monaten betriebene Konzentrationspolitik ben breiten Massen Mißtrauen einzuflößen scheine. Aus diesem vernichtenden Urteil der Rechts­presse und aus bem Siegesgeschrei ber Linksblätter» bie von einem Zusammenbr u ch d e rR e ch t s- front sprechen, lassen sich bie in Paris bereits umlaufenben Gerüchte erklären, daß bem Kabi­nett Flanbin vielleicht keine .lange Le­bensbauer mehr beschieben sein wirb.

Abenb ben französischen Luftfahrtminister Dena in unb ben Kommanbanten bes in Neapel liegenben französischen Geschwabers Abmiral M 0 u g e t empfing.

Heber bie Unterrebung Schuschniggs mit Musso­lini veröffentlicht bieR e i ch s p 0 st" eineau ta­rifierte Aeußerung von hervorragenber österreichischer Seite", in ber es heißt: Die Begeg­nung sei seit Wochen vorbereitet worben unb war sozusagen überfällig. Gerabe ber persönliche Kon­takt sei in bem römischen Protokoll als ständige Ge­pflogenheit vorgesehen worden. Weber bie Auf­rüstung noch bie Restaurationsfrage seien ber un­mittelbare Anlaß ber italienischen Reise bes Bunbes» lers gewesen. Daß im Hinblick auf bie Donau- konferenz alle intereffierenben politischen unb wirtschaftlichen Fragen zwischen ben Staatsmännern fortlaufenb behanbelt würben, erscheine nur natür­lich. Was bie allgemeine Wehrpflicht an­belange, so sei bie österreichische Gleichbe­rechtigung seit Stresa als gegeben anzusehen. Eine plötzliche Durchführung ber allgemei­nen Wehrpflicht komme aber nicht in Betracht. Es gehe berzeit um bie Materialbeschaffung für bie erhöhten Verteibigungsmaßnahmen, bereit wechselseitige Bgrenzung auch mit ben Staa­ten ber Kleinen Entente zu erörtern sein werben. Die Restaurationsfrage werbe immer eine Angelegenheit bes Willens bes österrei­chischen Volkes unb ber Souveränität bes Staates jein. Selbftverftänblich werbe ihre Behanblung stets ben Friebenswillen unb ber guten Nachbarlichkeit» bie Oesterreich zu pflegen entschlossen sei, entsprechen. Gültig sei, was hierüber Vizekanzler Starhem- berg öffentlich erklärt habe. Daran habe f i ch nichts geänbert. Selbstverstänblich lägen für Oesterreich auch keine politischen Binbunn gen vor.

Fühlungnahme der griechischen Regie« rung mit dem früheren Königshaus.

Bukarest, 11. Mai. (DNB.) Schon während ber Militärparaben vorn 10. Mai ist es allgemein aufgefallen, baß ber griechische Außenminister Ma­xi m 0 s ein längeres Gespräch mit ber Schwester König Carols, ber früheren Königin von Griechenlanb Elisabeth, hatte. In politischen Kreisen erregt es besonberes Aufsehen, baß Maxi- mos heute in längerer Aubienz von Kö­nigin Elisabeth empfangen mürbe. Man bringt biesen Besuch mit ben Nachrichten über bie Restaurationsmöglichkeiten bes griechischen Königs­hauses unb bie biesbezügliche Stellungnahme ber Regierung in Verbindung. Es ist übrigens bas erstemal, baß eine offizielle griechische Persön­lichkeit mit bem früheren griechischen Königshaus Fühlung nimmt. Bisher war es so, baß auch ber griechische Gesanbte in Bukarest jeden Kontakt mit bem früheren griechischen Königshaus peinlichst oermieb.

Meine politische Nachrichten.

Der Stellvertreter bes Führers, Reichsminister Rudolf Heß, wirb am Dienstag in Stockholm in ber Deutsch-Schwebischen Ge­sellschaft über bas nationalsozialistische Deutschlanb sprechen.

Auf Einlabung bes Reichswehrministeriums wird eine 21 b 0 r b n u n g von fünf höyeren pol­nischen Offizieren unter Führung bes Gene­rals Kuirzeba, bes Kommanbeurs der polnischen Kriegsakademie, sich in Deutschland aufhalten und verschiedene Einrichtungen ber Wehrmacht be­suchen.

*

Paris, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das Innenministerium hat am Montag früh um 1.45 Uhr eine Uebersicht über die bisher vorliegenden Gemeindewahlergebnisse herausgegeben, die 691 von insgesamt 858 über 5000 Einwohner zählende Gemeinden umfaßt. Danach haben die Mehrheit erzielt: Kommunisten (verschiedenster Richtung) i n 66 Gemeinden, Altsozialisten in 143, Neusozialisten in 14, Sozialrepubli­kaner in 27, Unabhängige Radikalso- 3 i a I i ft e n in 38, fR a b i t a I f 0 3 i a l i ft e n in 169, Linksrepublikaner in 119, Volks- bemofraten Zumeist katholische Elsässer) in 7, Rechtsrepublikaner (Richtung Marin) m 85, Konservative (b. h. bie äußerste Rechte) in 8, Unbestimmt in 13 Gemeinden. Die u n - abhängigen Kommunisten bes Seine- Departements haben nach bieser Uebersicht in zwei Gemeinben bie Führung erhalten.

Die Gewinn- unb Verlustrechnung in biesen 691 Gemeinben ist folgenbe:

Partei Kommunisten Altsozialisten Neusozialisten Sozialrepublikaner Rabikalsozialisten Unabh. Rabikalsozialisten Linksrepublikaner Volksbemokraten Rechtsrepublikaner (Rich- tung Marin) Konservative * Unbestimmt Unabh. Kommunisten im Seine-Departement

Das Ergebnis der Wahl zürn por fer Stavtrai.

Kommunisten 8 (bisher 1), Unabhängige Kommu­nisten 6 (8), Altsozialisten 5 (3), Neusozialisten 3 (4), Sozialrepublikaner 6 (7), Rabikalsozialisten 6 (5), Unabhängige Rabikalsozialisten 4 (5), Links-Repu- blifaner 23 (26) Volksdemokraten 2 (2), Rechts-Re­publikaner (Marin) 22 (16), Unabhängige 4 (2), Konservative 1 (1). Zu beachten ist, daß nach der Neuregelung bei ben letzten Wahlen zum Pariser ©emeinberat 90 gegenüber bis 80 Mitglieber zu wählen waren.

seien alle Fragen, bie bie beiden Länder interessie­ren, burchgesprochen worden. Dabei habe sich v 0 l l e Ue herein st immung der Auffassungen ergeben. Die Begegnung habe die große Herzlichkeit der Beziehungen zwischen beiden Ländern bewiesen. Mussolini begab sich am Samstag um 17 Uhr im v ____,____o ......

Flugzeug zurück nach Rom» tno er noch am jchenEmigranten protestiert»die am

Behauptet

Gewinn

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31

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