Wie sieht es in der Wirtschaft aus?
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Verständigung ist nicht minder dringend ols der einer Verständigung über Politik und Rüstung.
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Auf der Walze durch Italien
Deutsche Handwerksgesellen auf Berufswanderschaff.
unmöglicher Stimme Schlager gröhlten."
Ich wollte selbstverständlich wissen, worin Unterschiede zwischen beiden bestehen. Nun war
Bildmatemdienst h Macdonald , Tadoma, der die »erzulegen.
Reihe am Senior: „Der Unterschied ist zunächst geistiger. Jene treibt die Abenteuerlust, hervorgerufen vielleicht durch lange Arbeitslosigkeit. Uns
Geschichte hinweist. Wie oft wären wir achtlos ungeahnten Schönheiten und Werken deutscher Kunst vorübergelaufen, wenn nicht überall diese treue Sorge über uns gewaltet hätte. Im Grenzlanddeutschtum ist die Lage bedeutend schwieriger. Als ich nach Italien zog — der alten deutschen Sehnsucht folgend — gab es in Bozen und Meran, überall in Südtirol, noch unsere Gesellen- vereine. Jetzt hat man sie aufgelöst, weil sie deutsches Volkstum nicht preisgeben wollten. Wieder anders ist die Lage im Ausland s e l b st. In Italien mußten wir uns in Männerheimen, Herbergen und dergleichen Unterkunft suchen.
Jtalienwanderer sitzen in unserer Mitte. Photos machen die Runde, deren Schönheit und Blick- sicherheit Bewunderung erregen. Ist es Wandertrieb, ist es Abenteuerlust, die diese jungen Menschen in die Ferne treibt? Keineswegs! „Selbstverständlich halten wir die Augen offen, um uns nichts von den Schönheiten und landschaftlichen Reizen der durchwanderten Gegenden und Länder entgehen zu lassen. Selbstverständlich ist es ein seltsam erregender Augenblick, wenn wir von Hause fort in unbekannte Fernen ziehn. Aber im letzten ist es nicht Die Sucht nach Abenteuern, die uns hinaus in die Welt treibt, sondern der Wille, uns in unserem Beruf, in unserem Handwerk zu vervollkommnen. Unser Wandern ist auch kein ruhelos-endloses, denn einmal ist der Tag da, an dem wir unsere Prüfung ablegen und uns als ehrbarer Meister irgendwo seßhaft mache n."
Aber das mit der Abenteurerlust wollte mir noch nicht aus dem Sinn. Ich dachte an so manche abgerissene Tippel und Fechtbrüder, denen ich irgendwo in Deutschland und — was für Deutschland oft nicht sehr ehrenvoll war — im Ausland begegnet war. Ich verhehlte also meine Gedanken nicht. „Was glauben Sie", fiel mir da ein flotter, sauber gekleideter etwa Fünfundzwanzigjähriqer ins Wort, für den Deutschland nur wenige Straßen hatte, die er nicht kannte, „wir sind Gesellen, w i r sind Handwerksburschen, wir gehen auf die Walze, wir sitzen nicht fest an irgendeinem Ort, Hausen nicht in fester Wohnung, sind mal hier, sind mal dort, aber wir sind keine Landstreicher. Leider verwechselt man uns nur zu oft mit diesen fragwürdigen Gestalten, weil sie in der schwersten Krisenzeit der Arbeitslosigkeit tatsächlich die Straßen zu beherrschen schienen, die Herbergen bevölkerten und den Leuten durch allerhand dumme Scherze zur Last fielen." Einer der „Italiener" unterbrach den Sprecher: „Ein solches Auftreten im Ausland ist natürlich für unseren deutschen Ruf viel schädlicher! Auf den Straßen Italiens fanden wir sie zuhauf, ihre paar Klamotten in ein gewisses Etwas zusammengebündelt, oft wahre Schreckensgespenster, wenn sie hungernd und dürstend das Volk anbettelten oder um ein paar Centesimi mit
„Konnten Sie denn in Italien Ihr eigentliches Ziel, die Fortsetzung Ihrer Berufsausbildung, wirklich verfolgen?" — „Das ist nicht so einfach gesagt. Der italienische Handwerksmeister kennt die Wanderschaft als Mittel der Berufsausbildung nicht. Das erschwerte uns unsere Aufgabe ungeheuer. Oft waren wir für ihn eben nichts anderes als eine bessere Sorte Landstreicher. Ich erinnere mich an die drolligsten Zwischenfälle, die wir erleben mußten, um endlich ein paar Teppiche zum Klopfen zu bekommen. So gründlich mißverstand man mitunter unsere hochfliegenden „Berufsausbildungspläne" Aber selbstverständlich schlugen wir keine Arbeit aus. Die Hauptsache war uns, daß beim Abschied aus mißtrauischen schließlich doch fröhliche Gesichter geworden waren. Und glauben Sie, es war für uns deutsche Wandergesellen, die ganz neuen Erkenntnissen entgegengingen, reizvoll und überwältigend, auf einem Hof arbeiten zu dürfen, über dem ein Stückchen blauer Himmel lachte, in dessen winkeligem Gemäuer gesunde, schwarzäugige Kinder lärmten, auf einem Hof, vor dessen Fenstern die Wäsche fröhlich im Winde flatterte und in dessen Ecken zwar bestaubte Palmen, aber doch immerhin Palmen standen."
„Wenn Sie nun von Haus zu Haus zogen und um Arbeit baten, wie sind Sie da mit Den hohen Behörden zurechtgekommen?" — „Obwohl es Vorurteile in Mengen gab, ich sprach ja schon davon: — ganz erstaunlich gut! Sehen Sie sich nur dieses Bild an, im Hintergrund die Engelsburg zu Rom, vorne wir vier Gesellen mit unseren Fahrrädern am Tiberstrand, sonnengebräunt, vom Straßenstaub nicht unverschont und daneben den flohen und doch lächelnden Carabiniere! Ist es nicht wahrlich ein Bild süßen Friedens, holder Eintracht? Und wir dürfen sagen, daß es fast immer so war." Gleichsam zur Bekräftigung zeigte uns ein anderer sein Fahrtenbuch, in dem er mit peinlichster Genauigkeit Dorf für Dorf, Stadt für Stadt der Reihe nach, die Stempel und Unterschriften aller zuständigen Gewaltigen, aller Podesta gesammelt hatte, deren er habhaft werden konnte, ein wahres Museum von Stempeln, Marken und Autogrammen.
„Nun aber zu Ihrem Beruf! Schließlich wollten Sie ja nicht nur nach Neapel wandern, wollten nicht nur über den Petersplatz ziehen!" — „Auch darin hatten wir mitunter Erfolg. Sehen Sie sich auf diesen Bildern die Gesellen, bte Kolpingsbrüder an, in der Werkstatt beim Holzschnitzer, beim Steinmetz, beim Malermeister. Ueberall öffneten sich uns schließlich d i e Türen. Kurz, wenn es nicht gerade in Südtirol war, stand uns doch sonst ganz Italien offen. Diese edle Gastfreundschaft suchten wir durch Anspannung aller Kräfte zu vergelten. Eine Hoffnung, ein Ziel aber spornte uns immer wieder zu besonderen Höchstleistungen an: das Ziel nämlich, durch unsere deutsche Handwerksarbeit dem deutschen Namen in der Welt Ehre zu machen, Kunde von deutschem Friedens- und Aufbauwillen zu geben und so mit unseren bescheidenen Kräften zur Verständigung der Völker beizutragen. Rudolf Junges.
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Außenwirtschaftlich stand die Woche noch immer im Zeichen des heftigen Kampfes um den holländischen Gulden, aus dem die Niederländische Bank aber vermutlich endgültig als Sieger hervorgehen dürfte. Trotz der am Beginn der Berichtswoche eingetretenen Beruhigung hat sich zwar die Niederländische Bank am Dienstag zu einer n o ch rn aligen Diskonterhöhung auf nunmehr 4,5 v. H. veranlaßt gesehen, doch wird man in dieser Maßnahme lediglich ein Dorbeugungsmittel gegen etwaige neue Angriffe gegen den Gulden zu erblicken brauchen. Seit der Belga-Ab- wertung beziffern sich die holländischen Goldoerluste zwar auf rund 140 Millionen Gulden, dennoch sind die umlaufenden Noten noch immer rund 70 v. H. durch Gold gedeckt.
Die 28prozentige Abwertung des Belga wird zweifellos den Weltmarkt noch eine Zeitlang beunruhigen. Immerhin hat das Reichswirtschaftsministerium die Sperre im Abrechnungsverkehr mit Belgien wieder aufgehoben und Präsident Roosevelt den 1. Mai als Tag für das Inkrafttreten des neuen Wirtschaftsabkommens mit Belgien beibehalten. Der amerikanisch-belgische Vertrag hat übrigens zu einer Aktion Anlaß gegeben, die wie eine Abkehr der amerikanischen Regierung von der seit Juli vorigen Jahres befolgten Außenwirtschaftspolitik anmutet. Staatssekretär Hüll hatte seinen Landsleuten offen erklärt, sie könnten nicht auf prompten Eingang von Zinsen und Tilgungsraten rechnen, wenn sie ihren Schuldnern keine Gelegenheit zum Geldoerdienen gäben. Im vorigen Herbst hat die Regierung der Vereinigten Staaten mit Kuba einen Vertrag abgeschlossen, der aber in wesentlichen Punkten nicht
zwingt unsere Berufsauffassung zum Wandern. Wie der Gesellenvater Kolping es ausdrückte, soll die berufliche Wanderschaft die eigentliche Bildungszeit fürs Gewerk und fürs Leben sein. Gleichzeitig wollen wir unsere Kenntnisse von Land und Leuten, von deutschem und fremdem Volkstum vertiefen, um so inniger unsere Heimat zu lieben. Dann kam ein Jtalienwanderer zu Wort: „In den Ländern deutscher Zunge ist das Wandern verhältnismäßig einfach. Wir haben an allen Städten unsere Gesellenhäuser, die Obdach und Unterkunft gewähren, unsere Vereine helfen uns auch sonst auf der Wanderschaft. Wir haben bestimmte Ausrüstungsvorschriften zu beachten, ein in jedem Heim vorzulegendes Wanderbuch ist nötig, und ständig müssen wir im Besitze eines gewissen Geldbetrages sein. Viel wichtiger aber ist, daß wir abends vom Hausmeister oder einem Altgesellen zusammengerufen werden, der uns auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt und ihre
Der Mainzer Sprengstoff-Prozeß
Zweiter Verhandlungstag.
LPD. Mainz, 12. April. Im Mainzer Sprengstoff-Prozeß vor dem Volksgerichtshof wurde am heutigen Freitag die Vernehmung der Angeklagten fortgesetzt.
Der 31jährige August Barth aus Mainz, der Bombenfabrikant des ehemaligen „Rotfrontkämpferbundes", suchte sich als besonders harmloser Zeitgenosse hinzustellen. Er hat durch K a st e l l o ein „Paketchen" von den Finthener Kommunisten abholen lassen, das ihm durch Seibert überbracht wurde. In dem Paket war der aus dem Gonsen- heimer Diebstahl stammende Sprengstoff.
Die Taktik auch dieses Angeklagte» geht dahin, seine verbrecherischen Handlungen als die Taten eines einzelnen hinzustellen, nur um die KPD. nicht zu belasten.
„Ich habe niemals", so betonte er, „auf Befehl eines Kommunisten oder irgendeines RFB.-Mannes das Sprengstoffmaterial angeschafft oder an- gesammelt." Die Unverschämtheit dieses Angeklag- i n erreicht den Gipfelpunkt, als er erklärt, er habe lediglich aus Freude am Basteln mit Hilfe einer von dem 36jährigen Eduard Gasser geliehenen Bohrmaschine fünf Bomben hergestellt. Den hierzu verwandten Sprengstoff will er für vollkommen unbrauchbar gehalten haben. Mit Gasser und dem 41jährigen Josef Pfeiffer hatte er vorher bereits in seiner Wohnung vier Sprengkörper hergestellt, für die das Material von Gasser mitgebracht worden sein soll. Der illegale RFB., dem er als Organisationsleiter angehört yat, ist für Barth nichts anderes als eine Gruppe „Wahlhelfer", die für die KPD. aus Anlaß der Reichspräsidentenwahl und der hessischen Wahlen Propaganda gemacht hat mit legalen Flugblättern und Zeitungen der KPD. Als Barth eine Haussuchung befürchtete, brachte er etwa Anfang März 1933 das in seiner Wohnung angesammelte Sprengstoffmaterial einschließlich der selbst hergestellten Bomben zu dem 25jährigen Karl Schlesinger, der es seinerseits an den 28jährigen Johann H e l - b a ch weitergab, bei dem es bann zum größten Teil am 8. September 1933 von der Polizei beschlagnahmt werden konnte. Sechs bis acht Wochen lang hat Barth auch ein Paket Schießbaumwolle in seiner Wohnung aufbewahrt. Er hatte es von dem 35jährigen Heinrich Stange abgeholt.
Interessant ist die politische Vergangenheit des 32iährigen Otto W y z o l n i e r s k y. Dieser Angeklagte ist, wie er behauptet, durch Esperantostudien mit russischen Kommunisten in Briefwechsel gekommen. Er will von einem „Genossen" Reitmann zu einem Besuch in Sowjetrußland einge- laden worden sein. Er ist dann über Moskau, wo er die Maifeiern mitgemacht hat, nach Kriwoj- Rog in der Ukraine gefahren und hat dort Vorträge über das Thema „Esperanto und Arbeiterbewegung" gehalten.
Er gibt selbst zu, bei einer Gelegenheit in Rußland geschossen zu haben, bestreitet aber, dort geschult worden zu sein.
Wyzolniersky wurde dann krank und ist nach seiner Wiederherstellung über Leningrad nach einem Dreimonatigen Aufenthalt in Sowjetrußland mit dem Schiff nach Stettin zurückgekehrt. Durch seine Reiseeindrücke will er bestimmt worden sein, im August 1931 der KPD. beizutreten. Der Betrieb habe ihn aber dort so enttäuscht, daß er im Frühjahr 1932 wieder ausgetreten sei. Er bestritt entschiedeen, an der Bombenanfertigung bei Barth beteiligt gewesen zu sein und will sich auch keine Waffen gekauft haben. Auffallender Weise widerruft jetzt auch Barth feine früheren Aussagen.
Einen breiten Raum nahm die Erörterung der Herstellung von Sprengkörpern in der Küche des Barth ein. Der Angeklagte Gasser war mit daran beteiligt, während der 41jährige Josef Pfeiffer lediglich dabei gestanden haben will, ohne mitzutun.
Es wurden damals Stahlrohren mit Schwarzpulver und Eisenstücken gefüllt und schließlich mit Zündkerzen und Zündschnuren versehen.
Pfeiffer hat außerdem von dem bereits abgeurteilten S t e i g n e r eine Blechschachtel mit 100 Sprengkapseln erhalten. Er gehörte der Leitung des RFB. an, wie auch G a s s e r, der als Kassierer den Auftrag erhalten hat, die angekauften Waffen zu bezahlen. Gasser hat auch für den RFB. ein Waffenlager unterhalten, das in einem von der Küche nach Dem Dach führenden Lichtschacht versteckt war. Dieses Lager — es waren drei Gewehre, fünf Seitengewehre, 267 Schuß Munition und die vorerwähnten vier Sprengkörper — wurde schließlich zu dem mitangeklagten Fischer geschafft, der es vor dem Gartenhaus seines Paters in der Laube versteckte. Es wechselte dann unter Mitwirkung des Angeklagten Noll nochmals sein Versteck und konnte schließlich am 6. September 1933 von der Polizei im Keller der ehemaligen Dragonerkaserne in Mainz beschlagnahmt werden. Noll war offen- in Mainz beschlagnahmt werden.
Zur Sprache kamen ferner mehrere Fahrten zur Bezirksleitung des RFB. in Frankfurt a. M. Hier sollen sich eine Anzahl vertrauenswürdiger Funktionäre, darunter auch einige der Angeklagten, eingefunden haben, um Anweisungen über
die Aufstellung kommunistischer Hundertschaften in den Betrieben, die Anschaffung von Waffen und militärische Ausbildung der RFB.-RUt- glieder
zu erhalten. Im Oktober 1932 wurde ein Ausmarsch des RFB., der sich damals „Roter Massenselbst- schutz" nannte, nach Königsstätten mit militärischer Marschsicherung unternommen. Auch hieran haben sich einige Angeklagten beteiligt.
Die Verhandlung geht am Samstagvormittag weiter.
unter die Meistbegünstigungsklausel fallen, d. h. nicht auch den anderen Ländern zugutekommen sollte. Der amerikanisch-belgische Vertrag ist das erste Abkommen, für das die Meistbegünstigung gilt. Washington hat eini- aen europäischen Staaten, Darunter auch Deutsch- la n D, angeDroht, ihnen Die Vorteile Des belgischen Vertrages zu entziehen, wenn sie fortfahren sollten, auf Den Gebieten der Zollsätze, Der Devisenzuteilung, Der Kontingentsgewährung oDer Der HanD- habuntz von Staatsmonopolen amerikanische Waren zu „d l f f e r e n z i e r e n". Gegenüber Deutschland lautet Der Vorwurf insbefonDere dahin, daß Deutschland die amerikanischen Exporteure bei Der Devisenzuteilung schlechter behandele, als die Exporteure anderer Länder. Man kann diese ernste Frage nur mit dem Dichterwort kennzeichnen: „Ihr laßt den Armen schuldig werden und überläßt ihn dann der Pein". — Deutschland und andere devisenarme und transferbehinderte Länder werden von Denjenigen Gläubigerstaaten, die mehr abnehmen als sie liefern und daher eine passive Handelsbilanz haben, gezwungen, einen erheblichen Teil ihres Außenhandelsüberschusses für Schuldenzahlung zur Verfügung zu stellen. Dadurch schmilzt der freiverfügbare Devisenvorrat stark zusammen. Das zwingt das betreffende Schuldnerland zu sparsamster Zuteilung von Jrn- portdevisen und zur Bevorzugung solcher Geschäfte, die ihnen Rohstoffbezüge auf dem „Kompensationswege" gestatten. Verlöre Deutschland auf dem amerikanischen Markt die Meistbegünstigung und damit die Gleichberechtigung mit andern ßänoern, so würde das Weltgeschäft noch mehr einschrumpfen und die Krise noch schwerer werden. Der Zwang zu einer internationalen Wirtschafts-
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In Der zur Zeit besonDers Dichten Reihe Der Geschäftsabschlüsse befand sich in der vergangenen Woche auch die IG. F a r b e n i n d u st r i e, Deren Bericht angesichts Der Größe des Unternehmens und seiner Bedeutung für die gesamte deutsche Volkswirtschaft ein über das Aktionärinteresse hin- ausgehendes allgemeines Interesse beanspruchen kann. Auch in diesem Bericht wird die anhaltende starke Jnlandsbelebung feftgeftetlt, die besonders auf den Arbeitsgebieten zum Ausdruck gekommen ist, die Die Stärkung Der heimischen Rohstoffversorgung zum Ziele Haden. So war Die Belebung bei Den Kunstseidearten und Kunstspinnfasern entsprechend den verringerten Einfuhrmöglichkeiten besonders groß, und auch im Ausbau der Hydrieranlagen in Leuna konnte die für Ende 1934 vorgesehene Benzinproduktionsmenge erreicht werden. Auf der anderen Seite war der Auslandsabsatz wohl mengenmäßig einigermaßen gehalten, allerdings nur durch erhebliche Spesen- und Preisopfer. Besonders interessant ist die Mitteilung in dem Geschäftsbericht, daß Die Einfuhr zu einem erheblichen Teil Durch neue KreDitaufnahme im AuslanDe erfolgt ist, wodurch es dem Unternehmen möglich war, feine eigenen Exporterlöse in entsprechend höherem Ausmaß der Reichsbank zur Verfügung zu stellen. Dies kommt in Der Bilanz in einer Zunahme Der neu im Auslände aufgenommenen Kredite auf 28,5 Mill. Mark zum Ausdruck. (Im Vorjahr erreichte dieser Betrag nur eine Höhe von etwas mehr als 4 Mill. Mark.) Im übrigen ist die Bilanz der IG. Farben wiederum sehr flüssig, wenn auch nicht ganz so liquide wie im Vorjahre. Dies beruht weniger auf einem Rückgang Der flüssigen Mittel als vielmehr auf einer Zunahme der Verbindlichkeiten. In Der neuen Bilanz stehen Den Verbindlichkeiten in Höhe von 162 Mill. Mark flüssige Mittel im Betrage von 175 Millionen gegenüber, Das Verhältnis im vorangegangenen Jahre war 146 zu 180 Mill. Mark.
Auf Die befonDere Bedeutung des Außenhandels ging auch Dr. Mosler in Der Generalversammlung Der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft ausführlicher ein. Nach feinen Ausführungen haben wir im Exportgeschäft leider derart an Boden verloren, daß heute der lebensnotwendige Einfuhrbedarf nicht mehr aus Den Ausfuhrerlösen bezahlt werben könne. Dabei sei der Einfuhrbedars glücklicherweise auf rund ein Drittel dessen heruntergegangen, was wir noch vor sechs Jahren vom Auslände bezogen. Das Existenzminimum an Einfuhr, das auf Basis heutiger Preise etwa bei 400 Mill. Mark monatlich liegen dürste, müsse unter allen Umständen durch eine ausreichend große Ausfuhr sichergestellt werden. Gerade in diesem Zusammenhänge kann das soeben abgeschlossene deutsch-russische Kredit- und Lieferungsabkommen ein besonderes Interesse beanspruchen. Durch dieses dürfte eine erhebliche Neubelebung unseres Russengeschäftes gewährleistet sein, das besonders im vergangenen Jahre einen starken Rückschlag erfahren hatte.
Ländern deutscher Zunge sitze bäbigen runden Tisch im @i sprach ist lebhaft, ein alter Afrikaforscher, ein paar
Die vergangene Woche brachte wiederum eine Reihe weiterer Anzeichen für den stetigen A n - stieg der Konjunktur, der ja in den Wintermonaten nur eine saisonmäßige, aber keine grundsätzliche Abschwächung erfahren hatte. Der sicherste und zugleich überzeugendste Beweis dafür ist die Entwicklung der A r b e i t s m a r f 11 a g e. Der verstärkte Arbeitseinsatz im März hatte zur Folge, daß die Zahl der bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 415 000 auf zur Zeit nur noch 2,4 Millionen zurückging. Hierbei muß noch besonders berücksichtigt werden, daß erstmals rund 53 000 Arbeitslose im Saargebiet mit erfaßt worden sind. Der starke Beschäftigungsanstieg beruht in Der Hauptsache auf aefteiaerten Arbeitsmöglichkeiten in den Außenberufen. Daß er aber auch nicht nur saisonbedingt ist, geht weiter Daraus hervor, Daß nicht weniger als runD 170 000 Der erneut in Lohn und Arbeit gebrachten Volksgenossen in solchen Berufsgruppen unternommen konnten, in Denen Die Mehrbeschäftigung im März nicht saisonbeDingt gewesen ist.
Die Vereinige Stahlwerke AG. konnte in dem letzten Vierteljahrsausweis wieder über ein Ansteigen von Kohlenförderung und Kokserzeugung berichten. Die Eisen- und Stahlproduktion verharrte auch hier auf dem erreichten höheren Niveau. In der deutsch-oberschlesischen Eisen- industrie hat sich die Beschäftigungslage gleichfalls befriedigend gestaltet. Insbesondere konnten die weiterverarbeitenden Betriebe genügend Aufträge hereinnehmen und dadurch ihrer Arbeiterschaft für absehbare Zeit gleichmäßige Beschäftigung sichern. In der W e r k z e u g m a s ch i n e n i n d u- strie des Westens hat sich das Ausfuhrgeschäft in letzter Zeit in bemerkenswerter Weise gehoben. Deutsche Qualitätswerkzeuge sind an den internationalen Märkten stark gefragt. Das deutsch-russische Abkommen wird wiederum in erster Lime den Werkzeugmaschinenfabriken erhöhten Absatz schaffen. Die Neuzulassung von Kraftfahr- zeugen hat im Monat März um 69 v. H. zugenommen. Ebensogroß war die Steigerung gegenüber den im März 1934 erreichten Ziffern. Personenwagen und Krafträder finden offenbar stark vermehrten Absatz. - Die Zellstoff-Fabrik W a l d h o s, die in diesem Jahre mit einer funsprozentigen Ausschüttung die Dividendenoertellung wieder aufnahm, vermochte im letzten Jahre wieder 25 v. H. ihrer Erzeugung zu exportieren. Dqs Aus- landsgefchäft weist auch bei dieser Gesellschaft eine leichte Steigerung auf.


