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Berliner Gedenkfeier für Adolf Stöcker

Das Weihnachtsgeschäfi des Einzelhandels

lassen eine stärkere Belebung

gute kommen.

daß in jenem Herbst größere Einkäufe getätigt worden waren, die einen Teil der Kaufkraft, die sonst zu Weihnachten auftritt, vorwegnahmen.

Demgegenüber sind die Aussichten für das dies­jährige Weihnachtsgeschäft leichter zu beurteilen. Die bisherige stetige Entwicklung der Einzel­handelsumsätze, die sich im dritten Vierteljahr auch

Berlin, 11. Dez, (DNB.) Anläßlich der 100 Wiederkehr des Geburtstages Adolf Stöckers fand in der Berliner Stadtmiffion eine Ge­denkfeier statt. Als Vertreter des Reichskirchenaus-

eine Voreindeckung kein Anlaß war. Auch der Aus­blick auf den folgenden Januar ist für die Beurtei­lung des Festgeschäftes maßgebend. Hier wird durch die gesetzliche BeschränkungundSpa- terlegu'ng der Jnventurverkaufe ein großer Teil' der in früheren Jahren dafür aus- gespeicherten Kaufkraft schon für die Weihnachts- käufe eingesetzt werden und den Festumsatzen Zu­

schusses nahm Präsident K o o p m a n n an der Feier teil und überbrachte die Grüße des Reichskirchenaus­schusses. Leider wurde die Feier durch einen schrillen Mißklang gestört. Der Vertreter der Preu­ßischen Bruderräte, Pfarrer Jacobi, Berlin, hielt es für angebracht, unter Nennung des Namens des Präsidenten Koopmann zu erklären, daß Adolf Stöcker, wenn er noch lebte, heute sicher nicht beim Reichskirchenausschuß stehen würde. Präsident Koopmann sah sich gezwungen, zum Zeichen seines Protestes gegen eine solche unerhörte Brüskierung die Versammlung sofortzuverlass en. Ein Teil der Versammlung schloß sich dem Prast-

zu befriedigen sein.

Kleine politische Nachrichten.

Am 26. Januar 1936 werden zehn Jahre seit dek Gründung des N a ti o n a ls o zi a l i sti s ch e rt Studentenbundes vergangen sein. Aus die­sem Anlaß findet in München am 25. Januar ent Kameradschaftsabend mit Reichsjugend. führer von Schirach als Redner statt. 21 ml 26. Januar wird in einer Weihestunde d e r S t e l l- Vertreter des Führers die neue Fahne des NSD.-Studentenbundes weihen.

Die Vereinigte schweizerische Bundesversamm­lung nahm die Neuwahl der Bundesregierung vor. Zum Präsidenten wurde für 1936 Bundesrat Meyer (Finanzen) gewählt, zum Vizepräsidenten Bundesrat Motta. Der Leiter des Politischen Departements, Meyer, gehört seit 1929, und Motta seit 1911 dem Bundesrat an.

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Die tschechoslowakische Regierung hat dem Staatspräsidenten ihre Demission ange­boten, die aber nicht angenommen wurde.

Unser Bild zeigt einige Gäste, von rechts nach links: Oberkonsistorialrat G u ft a v u s , e

Pastor Frick (Bremen), Generalsuperintendent D. Eger, Generalsuperintendent D.a nibile , Seneralfuperintenbent vr. Zöllner, Präsident des Reichsk.rchenaus!chuss°-,L^

r e n s , Landesbischof M e i s e r, Oberkirchenrat Breit, Prof. Koepp, Prof. S t o l z e n b u r g. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der provisorische Präsident von K u b ä Carlos Mendieta ist z ur ü ck g e tr e t e n. Die Re. qierung hat den Staatssekretär Jose A. Barnety Vinagres zum Nachfolger ernannt. Der neue provisorische Präsident ist als Berufsdiplomat frei von parteipolitischen Bindungen. Die seit dem Ruck- tritt des Diktators Machade gespannte politische Lage ist noch nicht geklärt. ,

Natürlich ist auch die Ein kom m en senk« Wicklung für das Weihnachtsgeschäft wichtig, wenn sie auch hinter die mehr saisonmaßlgen Ent- Wicklungstendenzen zurücktritt. Im dritten Quartal dieses Jahres wurde eine Vermehrung des Ein­kommens aus Lohn und Gehalt um etwa 6,5 o. y)< gegenüber der gleichen Vorjahrszeit ermittelt: wenn ich diese Steigerung auch nicht restlos in einer ent­sprechenden Verbrauchsentwicklung ausgewirkt har, so wird man doch sicher zu Weihnachten auch auS dieser Quelle einen Impuls erwarten können, wozu noch die zusätzliche Kaufkraft aus Gratifikationen und flüssig gemachten Spareinlagen tritt.

Hoffnungen auf das Weihnachtsgeschäft sind sticht bei allen Zweigen des Einzelhandels gleichmäßig berechtigt. Die Branchen mit typischen G e s ch ent. cirtikeln (Parfümerien, Schmuck, Uhren, Blu­men usw.) empfangen jedes Jahr ihre st ä r k st e Geschäftsbelebung zu Weihnachten, die z.B. bet Spielwaren 40 bis 60 v. H. des Jahresumsatzes ausmacht. In anderen Geschäften dagegen fällt das Weihnachtsgeschäft weniger ins Gewicht', hleik handelt es sich hauptsächlich um Einzelhan­delszweige mit gewerblicher Kund­schaft, wie z. B. der gesamte Maschinen­handel. Unterschiedlich sind die Aussichten fut die Gruppen Nahrungsmittel, Textilie rt und Bekleidunqsgegen stände, bei denen die Belebung zum Teil auch in engeren Grenzen bleibt, wenn man vom Einkauf der weihnachtlichen Tischgenüsse absieht. Schließlich seien als Teilhaber am Weihnachtsumsatz die Geschäfte mit Hausrat und Wohnbedarf genannt, die sicher aus denk stärkeren Zug zumpraktischen Geschenk" Nutzen ziehen werden. In Haus- und ch e n g e r a - t e n dürfte übrigens noch ein gewisser Bedarf bet den in der letzten Zeit neu gegründeten Haushalten

Bei T s i n q t a u hatten sich Anhänger der nord- chinesischen Autonomie-Bewegung erhoben Der Gouverneur der Provinz Schantung meldet letzt der Zentralregierung, daß es ihm gelungen ist, nach zweitägigen Kämpfen die Bewegung zu un-

- - Die Führer der Bewegung feiert

denten Koopmann an und bekundete seinen empör­ten Widerspruch gegen eine solche Behandlung des Vertreters eines vom Staate eingesetzten Aus­schusses. Dieses Verhalten der Preußischen Bruder­räte richtet sich selbst. Alle, die ehrlich den Frieden in der Evangelischen Kirche wollen, wissen nunmehr, wo die wahren Friedensbrecher zu suchen sind. Daß auf einer Feier zu Ehren Stöckers, der bekanntlich bewußt Antisemit war, ein Mann das Wort er­hält, der wie Pfarrer Jacobi jüdischer Abkunft ist, ist ein weiterer Beweis für die Häufung von Takt­losigkeiten, welche man sich bei dieser Gelegenheit geleistet hat.

Berlin, 10. Dez. (DNB.) Zum Gedächtnis an Adolf Stöcker dessen Geburtstag sich am 11. Dezem­ber zum 100. Male jährt, veranstaltete heute der Kirchlich-Soziale Bund" in Gemeinschaft mit dem Reichskirchenausschuß und dem Landes­kirchenausschuh der Altpreußischen Union eine Feier in der Neuen Aula der Universität.

An der Spitze der Ehrengäste waren der Vor­sitzende des Reichskirchenausschusses Generalsuper­intendent D. Zoellner und der Vorsitzende des Landeskirchenausschusses Generalsuperintendant D. Eger erschienen. Ferner sah man die Landes­bischöse D. Marahrens und D. Meiser, Ver­treter der obersten Kirchenbehörden, unter ihnen Bischof D. Heckel, den Präsidenten des Zentral­ausschusses für die Innere Misson Pastor Frick, ferner zahlreiche Vertreter der freien kirchlichen Ver­bände sowie fast vollzählig die Mitglieder der Ber­liner theologischen Fakultät und Angehörige der Fa­milie Stöcker.

Der Präsident des Kirchlich-Sozialen Bundes, Professor D. Brunstäd eröffnete die Feier mit einem Grußwort, bei dem er das Gedächtnis zweier der engsten Mitarbeiter Stöckers ehrte, den kürzlich verstorbenen Reinhold Seeberg und Rein­hard Mumm.

Professor D. Helmut Schreiner

«überStöckers Kampf um die Kirche". Die , )e Erhebung, so führte er aus, habe vielen erst die Augen über die wahre Lebenseinstellung dieses Mannes geöffnet. Stöckers ganze Lebens­arbeit habe dem großen Ziel gegolten, daß d t e Botschaft des Evangeliums das ganze Volksleben erfasse und durchdringe. Er habe weder die Staatskirche noch die freie Kirche gewollt, sondern die freie Volkskirche. Von dieser Grundlage aus habe er unermüdlich gegen die Verweltlichung und Erstarrung des kirchlichen Lebens gekämpft und den Bann des kirchlichen Li­beralismus gebrochen. Der inneren Mission habe er neue Wege gewiesen. In seiner Lebenstat sei ein Stück lebendiger Volkskirche sichtbar geworden. Stöcker sei in seiner Person der Volksmissio­när der evangelischen Kirche schlechthin, ein deutscher Pfarrer im Gefolge Christi.

Professor D. Brunstäd

zeichnete anschließend Stöckers Kampf um Volk und Staat. Er gab ein Bild von den politischen Kräften und Strömungen, gegen die Stöcker seinen Kampf geführt habe, wobei er besonders die Ausein­andersetzung mit dem Liberalismus und dem Judentum berührte. Seelsorgerische Verantwortung im Großen habe Stöcker in die Po­litik getrieben. So sei er der Sozialdemokratie auf ihrem eigenen Boden entgegengetreten, um der Pa­role des marxistischen Klassenkampfes die Losung eines christlichen Sozialismus entgegenzustellen. Allerdings sei Stöcker mit seinen politischen Be­mühungen nicht durchgedrungen, weil er gegen übermächtige Widerstände gekämpft habe und die Stunde noch nicht reif gewesen fei für die Wende, die er erstrebt hätte. Stöcker fei, fo schloß Proseffor Brunstäd, nicht zu spät, sondern zu früh gekommen. Was er in hartem, einsamem Ringen seiner Zeit zum Trotz gewollt und herausgestellt habe, bleibt eine Mahnung für die Kirche von heute und ein Erbe, das verpflichte.

Zwischenfall

in der Berliner Stadtmiffion.

Das eigentliche Weihnachtsgeschäft des Einzel­handels mit seinen belebten Umsätzen beginnt in der Regel erst in den letzten Wochen vor den Feier­tagen. Unmittelbar vor dem Weihnachtsfest errei­chen die Tagesumsätze etwa das vier- bis fünf­fache des durchschnittlichen Tagesumsatzes im Au­gust Die Mahnungen an die Verbraucher, ihre Einkäufe nicht bis zuletzt aufzuschieben und eine frühzeitige Auszahlung von Gratifikationen werden in diesem Jahre hoffentlich diese Umsatz- spitzen mehr auf die ersten Wochen des Dezembers verlagern. Nur wenn der Verkäufer Zeit hat, kön­nen auch beim Weihnachtsverkauf die Kunden so aufmerksam bedient werden wie sonst

Das vorjährige Weihnachtsgeschäft hatte die Er­wartungen einer stärkeren Umsatzbelebung im De- b zember nicht ganz erfüllt. Für das Jahresgeschaft - des Einzelhandels 1934 waren überhaupt st a r k e -'Umsatzschwan k ungen bezeichnend: dazu kam,

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