Nr. 2(5 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 12. September 1955
politische Leiter unterwegs nach Aürnberg.
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Ein Teil der Fahnengruppe. — (Aufnahme |2|: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Am heutigen Donnerstagmorgen gegen 7 Uhr traten auf Oswaldsgarten in Gießen etwa 400 Politische Leiter aus der Stadt und dem Kreise Gießen an, um sich von hier aus auf die Fahrt zum Reichsparteitag zu begeben. Eine stattliche Zahl von Ortgruppen- und Betriebszellenfahnen, deren Rot hell im Lichte der Morgensonne leuchtete, wurde mitgeführt. Unter Vorantritt des Musikzuges der
SA.-Standarte 116 (Leitung: Musikzugsührer Herrmann) marschierte die Kolonne der etwa 400 Nürnberg-Fahrer von Oswaldsgarten aus über den Horst-Wessel-Wall durch die Bahnhofstraße zum Bahnhof. Vor dem Bahnhofsgebäude wurden die Fahnen eingerollt und dann oer Zug zur Fahrt nach Nürnberg, der Stadt des Reichsparieitages der Freiheit, in festlich-froher Erwartung bestiegen.
Die Marschkolonne auf dem Weg zum Baynyo,
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Nordhessens Leichtathleten gegen Südwest.
Für den Leichtathletik-Gaukampf zwischen Südwest und Nordhessen am kommenden Sonntag in Mainz hat der Gau Nordhessen folgende Mannschaft aufgestellt:
100 Meter: Leineweber (Turn- und Fechtklub Fulda), Wieden (Hessen-Preußen Kassel); 200 Meter: Henkel (Kurhessen Marburg), Leineweber; 400 Meter: Foders (Polizei Hanau), Burchardt (Turn- und Sportverein Fritzlar); 1 5 0 0 Meter: Ries (Kasseler Tgde.), Becht (Kurhessen Kassel); 5000 Meter: Holzapfel (Tv. Münchhausen), Neidel (Heuchelheim); 110 Meter Hürden: Sobottka (Hessen-Preußen Kassel), Knappe (Hessen- Preußen Kassel); Hochsprung: Jacobs (T. u. F. Fulda), Lemnitz (Hessen-Preußen Kassel); Dreisprung: Werner (Tv. Weilmünster), Jacobs; Weitsprung: Scheller (Tgde. Fulda), Kenner (Hessen-Preußen Kassel); Stabhochsprung: Werner, Jung (1900 Gießen); Kugelstoßen: Luh (VfB. Gießen), Gugel (Gießen 1900); Diskuswerfen: Kilo, Gugel (Gießen 1900); Speerwerfen: Menkel (T. u. Spv. Bettenhausen), Dr. Dinkler (Kurhessen Kassel); 4 X 100 Meter: Wieden, Leineweber, Knappe, Kermer; 4 X 400 Meter: Henkel, Burchardt, Foders, Kermer.
Handball-Spiel- und Schiedsrichter- Ansehunqen im Kreis 8 (Lahn-Dill).
Garbenteich — Ebers-Göns (Schleenbecker); Lich — Hausen (Luh); Grüningen — 1900 II (Engel II); Hochelheim — Heuchelheim (Jung-Cleeberg); ßon- darf — Mendorf (Becker), Wißmar — Treis (Karl Müller): Albach — Atzbach (Zörb); Dornholzhausen — Dorlar (Petry); Groß-Rechtenbach — Hörnsheim (Hsllhund); Niedergirmes — Garbenheim (Schneider); Allendorf (Lahn) — Krofdorf (Vogt); Reichsbahn — Dutenhofen (Wagner); Ehringshausen — Straßebersbach (Birkenstock); Herborn — Mandeln (Hofmann-Niederscheld); Katzenfurt — Herbornseelbach (Brück); Tv. 1846 Gießen Jugend — Lang-Göns I (Rudolf Jung); Londorf — Krofdorf (Wallenfels); Herborn — Dillenburg (Hofmann); Katzenfurt — Straßebersbach (Brück); Lützellinden — Holzheim (Weller); Garbenteich — Lang-Göns II (Schleenbecker); Münchholzhausen — Dutenhofen (Seibert II); Spv. 05 Wetzlar — Wetzlar (Faber); Burg-Gemünden — Nieder-Ohmen (Wißner).
75 Zahrferer und Alterstreffen beim Turnverein Lich.
Der Verein Lich feiert am kommenden Samstag das Jubiläum des 75jährigen Bestehens und am Sonntag das 2. Alterstreffen des Turnkreises Lahn- Dill (Gießen-Wetzlar). Der Kommersabend, der am Samstag in der Turnhalle stattfindet, verspricht in seiner reichhaltigen und abwechslungsreichen Zusammensetzung ein unterhaltendes, turnerisches Ereignis zu werden. Die besten Turner des Kreises (Schick, Gebrüder Herbert von Gießen, Schöffmann, Bettin von Wieseck und verschiedene andere bekannte Turner) werden ihr hervorragendes Können beweisen. Die Turner, Turnerinnen, Schüler und Schülerinnen von Lich werden mitwirken. Kreisführer Karl Daupert (Wieseck) hält eine Ansprache. Die Sängervereinigung „Cäcilia" wird deutsche Volkslieder erklingen lassen.
Der Sonntag ist dem A l t e r s t r e f f e n gewidmet und wird eine große Anzahl Altersturner in Lich vereinigen. Ein Stadtrundgang und Besichtigung der Marienstiftskirche sind vorgesehen. Das Mittagsmahl wird gemeinsam in der Turnhalle eingenommen. Anschließend daran wird eine Feierstunde gehalten, in der Kreisdletwart Römer sprechen wird. Sodann werden die Altersturner in allen möglichen Hebungen zeigen, was sie können.
^andballabteilung des Tv. Lich trägt ihr erstes
Verbandsspiel gegen Tv. Hausen aus. Ein kameradschaftliches Beisammensein wird den Tag beschließen.
Gchulwettkämpfe in Grünberg
In der Vorwoche fanden in Grünberg die ersten Spiele der ein- bis dreiklassigen Schulen des Be- zirks Grünberg in Fußschlagball für die Knaben und Grenzball für die Mädchen statt. Aus den Siegern dieser Gruppe wird demnächst der Bezirkssieger ermittelt. Für vier- und mehrklassige Schulen war nur ein Spiel zu entscheiden. Volksschule Grünberg gegen Oberrealschule. Das Ergebnis lautete: A Knaben: Volksschule 95 — Oberrealschule 15, B Mädchen: Volksschule 9 — Oberrealschule 7. Bei dem letzten Spiel mußte eine Verlängerung festgesetzt werden, da es mit 6:6 endete.
Liesel Zangemeisters Weg.
Die bekannte deutsche Segelfliegerin Liefe! Zangemeister, die in dem kleinen Kreis jener Frauen, die sich mit Leib und Seele dem Segelflugsport verschrieben hatten, eine hervorragende Rolle spielte und öfter durch aufsehenerregende Rekordflüge von sich reden machte, wurde am 28. Juni 1910 in Königsberg als Tochter des berühmten Gynäkologen, des Professors Wilhelm Zangemeister geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit in Marburg, wo ihr Vater Ordinarius und Direktor der Universitäts-Frauenklinik war, bis er einem Ruf nach Königsberg folgte. In Königsberg legte Liefe! Zangemeister im Jahre 1930 das Abiturientenexamen ab und studierte dann in Hamburg Medizin. Seit dem August 1933 widmete sie sich der Segelfliegerei. Sie legte auf der Segelfliegerschule Rossitten die sogenannte ABC* und die amtliche C-Prüfung ab und war Mitglied des Deutschen Luftsportverbandes.
Es zeigte sich sehr bald, daß die. junge, spart- begeisterte Studentin das Zeug in sich hatte, eine famose Segelfliegerin zu werden, die sogar neue Segelflugrekorde aufstellte. Ihr Name drang zum erstenmal in die breite Öffentlichkeit, als es ihr gelang, in einem glänzenden Segelflug, der beinahe 13 Stunden währte, den von der bekannten Gießener Sportlehrerin Martha Mendel aufgestellten Rekord im Dauersegelflua für Frauen zu überbieten. Diese hervorragende Leistung vollbrachte Liefe! Zangemeister am 18. April 1935. Es war ein Weltrekord, der ihren Namen mit einem Schlage berühmt machte. Bemerkenswert ist, daß sie dabei eine eigene Konstruktion benutzte, die sich ausgezeichnet bewährte.
In der Reihe der Besten.
Es ist wahrlich ein tragischer und äußerst beklagenswerter Zufall, daß diese junge hoffnungsvolle Studentin, die erst am Anfang ihrer segel- fliegerischen Laufbahn stand, schon so früh dem Leben entrissen wurde. Sie gehörte in ihrer ehrgeizigen und selbständigen Haltung zu jener Generation moderner Frauen, die durch ihre hervorragenden sportlichen Leistungen und ihre unzähmbare Unternehmungslust das Interesse der Welt auf sich lenkten. In einer Reihe mit Fliegerinnen wie Elly Beinhorn, Liesl Bach und Thea Rasche nahm sie in der deutschen Fliegerei einen ruhmvollen Platz ein.
Ihr Legelflug-Rekord.
Die Bedeutung des Segelflugrekords, den sie aufstellte, wird erst in feiner wirklichen Größe ersichtlich, wenn man bedenkt, daß schon der Segelflug der jungen Hanna Reitsch, die vor einigen Jahren ihren Apparat fünf Stunden fünfzehn Minuten in der Luft hielt, als glänzende Leistung gewertet wurde. Allerdings ist es Hanna Reitsch im Jahre 1933 gelungen, über den Rossittener Dünen einen Flug von zehn Stunden und sieben Minuten zu vollbringen. Sie selbst hat über diesen Flug in einer humorvollen und lebendigen Weise geplaudert: „Als ich zu meinem zweiten Rekordversuch aufstieg.
Fernsehen in Amerika.
Von Hans Jtiebou.
„Hier Chester."
„Sie werden aus Neuyork verlangt."
Aus Neuyork?" murmelte Chester. „Woher weiß man in Neuyork, daß ich heute, am Sonntagmorgen, in meinem Kontor in Chikago bin?"
„Hallo! hallo! Mister Chester!" rief da eine Stimme. „Ich habe ein Geschäft für Sie."
„Sonntags mache ich keine Geschäfte , sagte Chester.
„O doch", lachte der andere, „wir werden uns bestimmt einigen. „Ich, P. A. Smith in Neuyork, habe einen neuen Fernsehapparat erfunden.'
„Ich handle weder mit Erfindungen", rief Chester, „noch verstehe ich auch nur das Geringste von technischen Dingen."
„Ist auch gar nicht nötig", sagte P. A. Smith. „Es handelt sich nämlich bei meiner Erfindung darum, daß ich, der anrufende Teil, jeden Menschen sehen kann, mit dem ich telephoniere, ohne daß bet dem angerufenen Teil eine besondere Vorrichtung angebracht zu werden braucht."
„Haha", lachte Chester, „soviel verstehe ich nun doch von Technik, um zu wissen, daß das unmöglich ist."
„Sprechen Sie noch?" fragte die Dame vom Fernamt.
„Leider noch immer", brummte Chester.
„Also Sie meinen", fuhr P. A. Smith fort, „das wäre unmöglich? Warum haben Sie übrigens, verehrter Herr, eine Pfeife im Munde, die nicht brennt? Warum haben Sie am heiligen Sonntag eine so jugendlich rotgoldene Krawatte umgebun- den? Und warum steht auf Ihrem Schreibtisch eine Flasche, die mit ihrem braunen Etikett nicht so aus- sieht, als ob sie Wasser enthielte? Wie? Da staunen Sie? Was?"
Chester atmete schwer. „Allerdings", sagte er. „Das alles sehen Sie?"
„Das alles sehe ich", fuhr P. A. Smith fort, „das alles sehe ich hier in Neuyork. Ich sehe aber noch viel mehr. Ich sehe, daß eine junge Dame neben Ihnen steht, eine sehr hübsche junge Dame mit dunklem Haar. Und wenn ich mir überlege, daß heute Sonntag ist und mich frage: Was tut Mister Chester, seit fünfzehn Jahren, verheiratet, was tut atefer Mister Chester am Sonntagmorgen mutterseelenallein mit einer jungen, hübschen Dame im Kontor
He'" röchelte Chester. „Also, was wollen Sie? Ick interessiere mich lebhaft für Ihre Erfindung." ,',Jch habe es gewußt", sagte P. A. Smith. „Schicken Sie einen Scheck über 10 000 Dollar nach Neuyork. Postlagerkarte 4912. Sobald ich den Scheck eingelöst habe, schicke ich Ihnen eine genaue Fernsehanleitung mit allem was dazu gehört."
„Allright!" ächzte Chester.
Am nächsten Tag hatte P. A. Smith seinen Scheck und am übernächsten Tag Chester seine Fernsehanleitung.
„Sie können", hieß es in dieser Anleitung, „mein Erperiment sofort wiederholen. Gehen Sie in das Lincoln-Hotel, lassen Sie sich Zimmer Nummer 512 geben. Wenn Sie sich dort an das Fenster stellen, können Sie genau in Ihr Büro gucken. Versehen Sie sich dann noch, was Ihnen gewiß nicht schwer fallen wird, mit einer jungen Dame; die sich bereit finden würde, in den Telephonapparat, der am Fenster steht, zu rufen: Hallo, Sie werden aus Neuyork verlangt, und weiterhin mit einem gut funktionierenden Fernglas, so haben Sie alles, was Sie brauchen, um —"
Chester stieß einen gotteslästerlichen Fluch aus, knüllte den Brief zusammen und raste ans Telephon.
„Hallo", rief er, „ist dort Buttermann & son? Hier ist Chester & Co. Ich brauche für meine Fenster vier Wollvorhänge, aber sofort, verstanden?"
Reineke Fuchs
Neues von seinem Zamilienleben
Reinecke Fuchs darf sich geschmeichelt fühlen, daß wir von einem mit besonderer Schlauheit begabten Wesen sagen, er sei „schlau wie ein Fuchs". Auch List und Tücke werden ihm nachgesagt, und in vielen Fabeln und Märchen wird unter Beweis gestellt, daß er diese Eigenschaften wirklich besitzt. Ueberdies werden dort sein Blutdurst und seine Raublust ausführlich beschrieben, wobei man unserem Fuchs zweifellos unrecht tut. Wie Prof. Dr. Bastian Schmid in der im Hugo Bermühler-Ver- !ag, Berlin, erscheinenden Zeitschrift „Der Naturforscher" ausführt, ist gerade die Vorstellung von der Schädlichkeit des Fuchses sehr übertrieben. „Manche glauben allen Ernstes, der Fuchs lebe nur von Hühnern, Gänsen, Hasen, Rehkitzen und sonstwie wohlschmeckenden und für uns nutzbaren Tieren. Viele wissen nichts von dessen unfreiwilligen Fasttagen,-auch nichts davon, daß seine Hauptnah
rung aus Mäusen besteht und die Füchse eine regelrechte Schutzpolizei am kranken Wild vollführen."
Jedenfalls gehört der Fuchs zu den am meisten verfolgten Tieren. Auf vielerlei Art wird Jagd auf ihn gemacht, und er hat es allein feiner Schlauheit und Zähigkeit zu danken, daß er feinen Verfolgern noch nicht erlegen ist. Man kann den Fuchs zu allen Tageszeiten auf Beutezug antreffen und lediglich nachmittags zwischen elf und brei Uhr scheint er allgemein eine Ruhepause einzulegen. Der Simi für Familienleben ist bei dem Fuchs sehr ausgeprägt, und zwar teilt der Vater Freube und Sorge mit der Füchsin, die um das Wohl ihres Nachwuchses bemüht ist.
Edmund Löns hat das monogame Eheleben des Fuchses einmal wie folgt beschrieben: „Nicht allzu selten wird man den Fuchsrüden im Bau beim Geheck antreffen, denn der männliche Fuchs ist durchaus nicht der schlechteste Vater, für den man ihn vielerseits halten zu müssen glaubte. Früher nahm man an, daß der Fuchs in Polygamie lebe. Neuere eingehende Forschungen haben bas Gegenteil festgestellt. Ich selbst habe Fähe und Rüden bei kleinen, vier Wochen alten Jungfüchsen in einem sehr kleinen Bau gegraben. Der Rüde verteidigte seine Kinder ebenso scharf wie die Fähe, trotzdem es ihm ein leichtes gewesen wäre, zu springen, da der Bau kein Senkrohr war. Ohne Zweifel interessiert sich der Fuchsrüde für seine Jungen, wenn er sich an ihrerTVersorgung mit Fraß auch nicht eher beteiligt, als es notwendig ist. Ist die Fähe dem Jäger zur Beute gefallen, so führt der Rüde die Jungen fort, wenigstens versorgt er sie reichlich mit Fraß."
So ist schon wiederholt beobachtet worden, daß Fuchs und Füchsin bis zu neun auf einem Jagdzug erbeutete Mäuse sorgsam im Fang nach Hause tragen, um die hungrigen Füchslein damit zu versorgen.
Das Spiel mit den Heranwachsenden Füchsen, bei dem sie wie die Menschenkinder unmerklich manches erlernen, was sie später notwendig brauchen können, um ihr Leben zu sichern, übernimmt dagegen in der Hauptsache die Mutter. Sie sichert allerdings zuvor sehr sorgfältig, ehe sie die Jungen aus dem Bau herauslockt, und auch bann wirb noch genau aufgepaßt, damit die Jungen sorglos mit den Knöchelchen, Federn und anderen nicht freßbaren Dingen spielen können, die vom Mahl übrig blieben ober sich sonst in her Nähe ber Höhle befanden.
Der S p i e 11 r i e b ist dem jungen Fuchs angeboren, und selbst in ber Gefangenschaft unterhält er sich aufs- beste. Die kleinen Füchse, die mit größ
ter gespielter Vorsicht bie ihnen überlassenen Spielzeuge beschlichen, schleppten sie alsbann jeweils in ein sicheres Versteck, was baraufhin beutet, baß ihnen auch die Gewohnheit, ben Raub in bie Höhls zu tragen, angeboren fein muß. Während sie sonst beim Spiel mit jungen Hunden verglichen werben können, sind sie ihnen in biesen Listen und Tücken zweifellos überlegen, ebenso in ben Proben eines beachtlichen Orientierungssinnes, wie gefangene Jungfüchse bewiesen haben.
Bei ben gefangenen Füchsen ist überbies auch bie Beobachtung gemacht worben, baß sie von Verfolgungen, Jagb- unb Beutezügen ebenso träumen, wie es an Hunben festgestellt werben kann, bie plötzlich im Schlaf mit ben Füßen Laufbewegungen machen unb höchste Erregung verraten. Professor S ch m i b schreibt über bie von ihm gemachten Erfahrungen über bas Traumleben feiner Füchse: „Daß Füchse gleich Hunben träumen, habe ich an meinen eigenen Rüben unb Fähen erlebt; Carlo z. B. lag jeben Nachmittag schlafenb im Erker meines Arbeitszimmers. Der Körper war zusammengerollt, und die Augenlkder hatten sich geschlossen. Nachdem er eingeschlafen war, begann er zu knurren ober auch zu brummen; manchmal fing er an, ben Kops, nicht selten auch die Läufe zu bewegen. Erwachte er aus irgendeinem Umstand, so öffnete er müde die Augen, schlief wieder ein und träumte weiter."
Zeitschriften
— „Die Rafsenmerkmale Schillers, unb seiner näheren Verwandten" untersucht Dr. Walther Rauschenberger im September-Heft der Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW. Einzelpreis 70 Pf ). An Hand zahlreicher Bilder von Schiller und seinen Verwandten und zweier Ahnentafeln weist der Verfasser nach, daß der Dichter nicht so rein nordisch ist, wie er auf den ersten Blick wohl erscheint, sondern eine glückliche unb bebeutfame Mischung nordischer und dinarischer Eigenschaften. Dr. L. Vellguth macht in einem Aufsatz „Die Spalterbigen" beachtenswerte Vorschläge, um die „Spalterbigen", d. h. die nur „scheingesunden" Hauptverbreiter der rezessiven Krankheiten durch Heiraten untereinander am Eindringen in gesunde Erdbahnen zu verhindern. Ein wertvoller Ueberblick über die „Eugenische Indikation" erläutert die Gesetzgebung über Sterilisation und Schwangerschaftsunterbrechung in willkommener Klarheit und Kürze. Sehr vielseitig find die in der spalte „Aus Rassenhygiene unb Bevölkerungs- politif" veröffentlichten kleineren Mitteilungen.


