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der Sffitzbube unerkannt entkommen. Die Gendar­merie hat die Ermittlungen zur Festnahme des Einbrechers sofort in die Wege geleitet.

+ Grünberg, 11. Sept. Dieser Tage wurde das hiesige Jungoolklager des Jungban- nes 116 beendet. Zu der Abschiedsfeier bei der Schließung waren Vertreter der einzelnen Partei­organisationen erschienen. Für die Partei sprach Ortsgruppenleiter Bürgermeister Wagner. Der Lagerleiter wies in seiner Ansprache nochmals auf die Bedeutung des Lagers für die Erziehung des Jungvolkes hin. Verschiedene Darbietungen des Jungvolks, Gedichtvorträge, Sprechchöre, Lieder und einige humoristische Sachen gaben einen Einblick in das Tun und Treiben im Lager. Das Laaer wurde am 26. Mai eröffnet, allwöchentlich wechsel­ten die Insassen, deren Stärke meist zwischen 120 und 150 Pimpfen schwankte.

Kreis Iriedberg.

G B u tz b a ch , 11. Sept. Am Sonntag unternahm der Taunusklub eine große Fahrt an den Rhein, an der sich mehr als 80 Mitglieder und Freunde der Wanderbewegung beteiligten. Mit zwei großen Postautobussen führte der Weg über Usingen durch den Taunus, das herrliche Wispertal nach Lorsch, von dort nach Caub. Hier wurde nach einer längeren Rast die Rückfahrt wieder angetreten, die über Limburg, Braunfels, Wetzlar nach der Heimat verlief. Allen Fahrtteilnehmern wird dieses Ereignis noch lange in der Erinnerung bleiben.

Kreis Büdingen.

* Ober-Widdersheim, 11. Sept. Ihr 25jähriges Jubiläum als Gemeinde­hebamme konnte Frau Lina O b e r h e i m un­ter herzlicher Anteilnahme der ganzen Gemeinde be­gehen. Der Jubilarin, die in dem Vierteljahrhundert ihres Wirkens bei der Geburt von 345 Kindern Heb­ammendienst geleistet hat, wurden von der NS.- Frauenschaft und vielen Volksgenossen herzliche Glückwünsche dargebracht, ferner vom Bürgermeister Müller im Namen der Gemeinde ein Geld­geschenk überreicht.

Kreis Schotten.

* Schotten, 11. September. Das Kreisamt Schotten veröffentlicht die nachstehende Bekannt­machung über die Polizeistunde in den Gaststätten:Nächtliche Roheitsdelikte, Ruhe­störungen und sonstige Ausschreitungen sind fast immer auf übermäßig langen Wirtshausbesuch zu­rückzuführen. Wir sehen uns daher veranlaßt, die Einhaltung der auf 1 Uhr nachts für alle Ge­meinden des Landes einheitlich festgesetzten Polizei­stunde Wirten und Gästen zur unbedingten Pflicht zu machen. Die Polizeiorgane haben scharfe Anwei­sung, Zuwiderhandelnde ohne Ansehen der Person zur Anzeige zu bringen. Verwarnungen werden, nachdem diejenigen, die es angeht, durch diese und frühere Bekanntmachungen hinreichend belehrt sind, nicht mehr erteilt werden. Die Wirte haben außer­dem bei festgestellter wiederholter Nichteinhaltung der Polizeistunde Einleitung des Konzessionsent­ziehungsverfahrens zu gewärtigen. Die Möglichkeit, in besonderen Fällen rechtzeitig vorher unsere Ge­nehmigung zur Verlängerung der Polizeistunde ein­zuholen, bleibt unberührt."

Kreis Alsfeld.

AMücke, 11. Sept. Die Pflasterarbeiten an der Straße nach Ruppertenrod sind seit einigen Tagen in vollem Gange. Auf der Strecke Ruppertenrod Abzweig Elpenrod ist die Arbeit so gut wie fertig. Nachdem nunmehr das Material im Anrollen ist (Stücksteine), wird jetzt auch das noch ausstehende Stück der Ohmstraße von Ober-Seibertenrod bis Ulrichstein in den Kurven ausgebaut.

* Nieder-Ohmen, 11. Sept. Auf der Grube Albert" des Brauneisensteinbergwerts Buderus in Nieder-Ohmen fand am Montag ein Betriebsappell statt. Der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Hartmann -Alsfeld, wies in seiner Ansprache zunächst auf die von dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley geschaf­fene Sonderunterützung für die Hinterbliebenen von tödlich verunglückten Bergmännern hin, die er mit Recht als eine neue soziale Großtat der Arbeits­front bezeichnete. Betriebsführer K n e t s ch gedachte sodann eines auf einer Nachbargrube tödlich ver­

unglückten Bergmannes, ferner überreichte er den im letzten Jahre in den Ehestand getretenen Ge­folgschaftsmitgliedern als Hochzeitsgeschenk das Buch des FührersMein Kampf". Der Kreiswalter der DAF. Pg. Hartmann sprach hierauf der guten Betriebsgemeinschaft in dem Werk seine Anerken­nung aus. Der Betriebsappell fand mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem gemein­samen Gesang des Horst-Wessel-Liedes seinen Ab­schluß.

st. Kirtorf, 11. Sept. In unserer Stadt wird gegenwärtig ein ansehnliches Arbeitsbeschaf­fungsprojekt durch die Anlage einer neuen Verbindungsstraße oberhalb des Schulgebäudes an der Neustädter Straße der Voll­endung entgegengeführt. Nach Auffüllung des Ge­ländes sind jetzt die Pflastererarbeiten zur Herrich­tung der Straße rüstig im Gange. Zu beiden Sei­ten der Fahrbahn wird Bürgersteig angelegt, die angrenzenden Grundstücke sollen als Bauplätze dienen.

Preußen.

Ein eigenartiger Kirmeszwischenfall.

LPD. Sinn, 11. Sept. Während der Fahrt eines Kettenkarussells auf dem hiesigen Kirmesplatz stürzte ein 1 5 j ä h r i ger Junge plötzlich von seinem Sitz. Er flog in hohem Bogen in einen Verkaufs st and, durchschlug eine starke Verstrebungsleiste und stürzte auf die Buden- b e s i tz e r i n. Die Frau brach bewußtlos zusammen und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Junge blieb unverletzt.

Dillkrels.

(xd Niederweidbach, 11. Sept. Im An­schluß an die K i r m e s am vorigen Sonntag brach­

ten die hiesigen Burschen einigen Einwohnern ein Ständchen dar, für das sie einen ansehn­lichen Betrag erhielten. Daraus überwiesen sie dem Winterhilfswerk eine beachtenswerte Bei­hilfe, für die ihnen der hiesige Stützpunkt der Par­tei volle Anerkennung aussprach. Die Gram­me t e r n t e in unserer Gemarkung ist befriedigend ausgefallen und nunmehr fast beendet. Gegenwärtig ist hier die Dreschmaschine beim Drusch der Ge­treideernte in voller Tätigkeit.

Gerechte Strafe für einen großmannsüchtigen Betrüger.

LPD. Mainz,. 11. Sept. Der 49jährige Hans E i s e n s ch m i d t aus Straßburg in Westpreußen, der zur Zeit eine Zuchthausstraße verbüßt, wurde am 5. Juli 1935 vom Bezirksschöffengericht MaMz wegen Urkundenfälschung, Betrug und Betrugsver­such zu einem Jahr Gefängnis oerurtellt. Hiergegen legte er Berufung ein. Die Strafkammer hob das Urteil auf und diktierte ihm nun unter Einbeziehung von Strafen, die er in Köln, Düssel­dorf und Wiesbaden erhalten hatte, insgesamt vier Jahre Zuchthaus zu.

E. hatte bei einer Mainzer Autofirma eine wert­volle Adlerlimousine gekauft, die er mit Akzepten der Bayerischen Motorenwerke bezahlen wollte. Den überschüssigen Betrag von 1500 Mark wollte er in bar zurückgezahlt haben. Eine vorsorgliche Rückfrage bei den BMW.-Werken ergab jedoch, daß hier ein Schwindler am Werk war. Der noble Käufer wurde daraufhin bei seinem Wiederkommen ver­haftet. Diese Betrügereien beging er nicht etwa aus Not, sondern aus Großmannssucht und dem Verlangen nach Luxus. Er war auch in einem Mainzer Hotel unter falschem Namen abgestiegen und ohne Bezahlung verschwunden.

Old Shallerhand und der sterbende Schwan.

Zwei Weltberühmtheiten von gestern werden durch den Film wieder lebendig!

Zwei große Filme sind in Vorbereitung: in London wird jetzt das Schicksal der genialen russischen Tänzerin Anna Pawlowa ver­filmt, während eine deutsche Expedition noch in diesem Monat nach Aegypten reisen wird, umKarlMays erfolgreichstes WerkDurch dieWüste" zu verfilmen. Anna Pawlowa Karl May: zwei Namen, die jahrzehntelang die ganze Welt in Atem hielten, jeder ein Ruhmesbegriff für sich, ganz eigener und ein­maliger Art!

Die Königin des Spitzentanzes.

Der Glanz der A n n a P a w l o w a ist verblichen, aber wer einmal nur ihrensterbenden Schwan" erleben durfte, wird diese geniale Frau, die erst vor wenigen Jahren gestorben ist, nie ver­gessen können.

Die große Anna Pawlowa, die lange Zeit als unerreichte Königin des Spitzentanzes, als die be­rückendste und anmutigste Tänzerin der Welt ver­ehrt und vergöttert wurde, war schon mit 16 Jahren Ballettänzerin am Kaiserlichen Marientheater in Petersburg. Sie wuchs auf in der Luft des z a r i - ftischen Rußlands, in einer glanzvollen und festlichen Umgebung, da es sich die russischen Fürsten und Edelleute noch leisten konnten, üppige Gelage zu feiern, sie entwickelte ihr großes Talent im Rah­men der russischen Hofetikette, die sich aus der Zaren­geschichte gebildet hatte, und sie wäre wohl immer eine von vielen geblieben, wenn sie nicht die Kraft besessen hätte, die Fesseln der Tradition zu sprengen und aus dem überlieferten Tanzstil ihren eige­nen Stil zu formen. Denn die kleine, anmutige Anna war zu Höherem berufen, als von prunk- lüsternen Kavalieren nach der Vorstellung zu einem fürstlichen Essen eingeladen zu werden. Sie trug die Gabe in sich, das formvollendete russische Bal­lett aus eigener künstlerischer Vollmacht zu ver­tiefen und zu vergeistigen.

Als sie 19 Jahre alt war, bekam sie den Titel Ballerina. Aber was bedeutete dieser Titel im Ver­hältnis zu ihrer Kunst? Sie wurde erst groß und berühmt, als sie sich entschloß, die lästigen Fesseln

desgalanten Balletts", das der Zar so liebte, ab­zustreifen und ihren eignen Weg zu gehen.

Dersterbende Schwan".

In den Jahren 1907 und 1908 verließ Anna Pawlowa ihre russische Heimat, um in der Fremde ihre Tanzkunst zu zeigen. Ein einzig­artiger Siegeszug begann. Sie unternahm mit russischen Ballettgesellschaften ausgedehnte Gast­spielreisen und erntete überall den endlosen Beifall überwältigter Menschen, denen diese tanzende, schwe­bende, sich wiegende Frau wie eine Offenbarung erschien, wie ein Traum, eine Erlösung von aller lähmenden Erdenschwere. Denn die Pawlowa, mit der Seele und dem Gemüt des ewigen Kindes, tanzte die absolute, die gelöste und harmonische Schönheit, sie tanzte die heimlichen Sehnsüchte, die Wunschträume, die Wunder, die hinter den Ku­lissen des Alltags verborgen sind.

König Eduard von England bewunderte ihre Kunst. Er war einer von Tausenden, von Millio­nen, die der Pawlowa ihre Verehrung zu Füßen legten. Eine Zeitlang war die ganze Welt in einem Pawlowa-Rausch befangen. In Nord- und Süd­amerika, in Indien, Australien und Japan, überall siegte ihre zeitlose, an keinen Boden aebundene Kunst, ihr musikalisches Temperament, ihre melo­dische Anmut. Oft und oft war sie auch in Deutschland zu Gast, bis sie sich in den letzten Jahren in London niederließ.

Fokin schuf für sie den TanzDer ster­bende Schwan", durch den sie weltberühmt wurde. Damals war die Pawlowa dem engen Schema des russischen Balletts glücklich entronnen. Sie befreite sich aus der starren Konvention und rang sich durch zu einem freieren, persönlichen Stil, der ihr die Möglichkeit gab, nicht nur Figuren zu tanzen, sondern den tiefsten Ausdruck ihres ur­eigensten Jchs.

Auch ihr Stern verblaßte ... Die Erinnerung an ihrensterbenden Schwan" aber wird weiterleben, solange Tanz noch Tanz und Musik noch Musik ist. Ihre Gestalt wird in einem englischen Film wieder lebendig werden, zum Zeichen, daß diese erloschene

Kunst einer versunkenen Epoche auch heute noch eine Offenbarung bedeuten kann.

Der selige Kara Den Aemsi.

Karl May wird verfilmt! Vor unseren Augen erstehen die unsterblichen Gestalten unserer Jugend­zeit, deren Schicksale wir in heimlicher Abgeschieden­heit, in irgendeinem verborgenen Winkel der elter­lichen Wohnung mit herzklopfender, atemstiller Spannung verfolgt haben, daneben die lateinische Grammatik, bis uns die Stimme des Vaters aus unserer Traumoerlorenheit aufrih.

O Hadschi Halef Omar, wir werden dich nie vergessen, solange wir noch ein abenteuerlustiges und fernehungriges Herz in unserer Brust tragen! Und wenn der edle Held Winnetou, herrliches Vorbild unserer jungenhaften Männlichkeit, Held und Seelenbruder unserer unverstandenen Streiche, zum zweitenmal sterben sollte, wir würden genau so fassungslos fein ruhmreiches Ende beweinen, wir, für die Karl May, der selige Kara Ben Nemsi, das größte literarische Wunscherlebnis gewesen ist, spannender und aufregender als alle Knabenbücher und Räuberpistolen der Welt.

Spießer und Pedanten haben den wackeren Karl May mit Verleumdung und Hohn überschüttet die andere, bessere Hälfte dieser Welt hat ihn be­handelt wie einen Klassiker, eine unsterbliche Größe der Jugendliteratur ... und der unverwüstliche Kara Ben Nemsi mit seiner Knatterbüchse und feinem trockenen Humor ist ewig lebendig geblieben. Es lebt Hadschi Halef Omar, es lebt Old Shatter- hand, es lebt Winnetou! Und mit ihnen ihr Schöpfer Karl May, der Sohn eines deutschen Webers aus einem kleinen, unbekannten Ort.

6300000 Exemplare!

Hunderte Male schon ist das Leben und Wirken von Karl May unter die Lupe genommen wor­den. So erzählt man sich, daß. er als Volksschul­lehrer mit Schimpf und Schande entlassen und wegen mehrerer Vergehen zu längerer Arbeitshaus­strafe verurteilt wurde. Es hat Leute gegeben, die nichts unversucht ließen, um seine Existenz zu ver­nichten. Sie schimpften ihn einen ganz gewöhnlichen Schwindler und Betrüger, setzten seine Bücher a u f die schwarze Liste, warnten die Jugend mit erhobenem Zeigefinger und sprachen von seinen Büchern wie von einer lebensgefährlichen und an­steckenden Epidemie.

Aber der zäheKara Ben Nemsi", der Mann, der sich aus Not, Elend und Verfolgung ein Leben zimmerte, siegte auf der ganzen Linie. Egal, ob er die Länder, die er schilderte, bereist hat oder nicht: er schuf Meisterwerke der abenteuerlichen Reise- literatur, angefüllt mit Kraft, Phantasie und Hu­mor, von A bis Z spannend geschrieben.

Er überschwemmte die Welt mit seinen Büchern. Wenn ein neuer Karl May auf dem Weihnachts­markt erschien, war die Auflage bereits ver­griffen. Unter den Christbäumen aller Länder hockte die Jugend der Welt und verschlang die Kapitel mit einem unersättlichen Heißhunger. Man nahm seine Bücher als Lektüre ins Bett und las, ehe man morgens zur Schule ging, mit kauenden Backen rasch noch einige Seiten.

Die Gesamtauflage seiner Werke allein in der deutschen Ausgabe beläuft sich auf über 6 3 0 0 0 0 0 Exemplare. Sein bekanntestes Durch die W ü st e" hat eine Auflage von rund einer Viertelmillion erreicht! Karl May ist tot es lebe Kara Ben Nemsi, den wir bald in einem deutschen Film als alten Bekannten begrüßen wer­den! Franz Dietrich.

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