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diese fil am Ende doch nur ein Luxus. Die­ser Einwand ist ein genau so ewiger Begleiter des künstlerischen Schaffens als die Not selbst. Denn wer glaubt im Ernst, daß in irgendeiner Zeit höchster menschlicher Kunstentfaltung die Not nicht vorhanden gewesen wäre? Glaubt man, daß etwa zur Zeit des Baues der ägyptischen Tempelstädte und der Pyramiden oder in der Zeit der Errichtung der Prachtbauten Babylons die Völker in ihren Reihen keine Not gehabt hätten? Glaubt man, daß es keine Not gegeben haben würde, wenn die Griechen die Akropolis nicht ge­baut hätten? Oder glaubt man, daß es keine menschliche Armut gegeben haben würde, wenn das Mittelalter auf den Bau seiner Dome Verzicht ge­leistet hätte? Oder um ein noch näheres Beispiel au nennen: Als Ludwig 1. München zu einer oeutschen Kunststadt erhob, wurden gegen seine Aufwendungen genau dieselben Argumente ins Feld geführt! Also gab es in Bayern mithin erst, seit Ludwig I. seine großen Bauten begann, Bedürf­tige und Arme? Und um die Gegenwart nun als noch leichter verständlich heranzuziehen: Der Natio­nalsozialismus wird Deutschland durch Höchstleistun­gen der Kultur auf allen Gebieten verschönern. Wollen wir darauf verzichten, weil es im übrigen auch bei uns noch Not gibt oder geben wird? Das heißt, war also vor uns, als diese Leistungen nicht vollbracht wurden, etwa keine Not?

3m Gegenteil! Hätte die Menschheit ihr Da­sein nicht durch die großen Kulturschöpfungen veredelt, würde sie überhaupt gar nicht die Leiter gefunden haben, die aus der materiellen Rot des primitivsten Daseins hinaufweist zu einer höheren Menschlichkeit. 3e geringer daher die Pflege der Kultur in einem Volke ist, um so tiefer ist zumeist auch fein all­gemeiner Lebensstandard und um so größer damit auch die Not seiner Bürger.

Der gesamte menschliche Fortschritt entstand und entsteht durch die fortlaufende Einsparung von Ar­beitskräften aus bisher als lebensnotwendig emp­fundene Produktionen und ihre Hinüberführung auf neu erschlossene und damit stets nur einer kleinen Anzahl von Menschen materiell und geistig zu­gängliche Gebiete. Auch die Kunst geht als Ver­schönerung des Lebens diesen Weg. Allein sie ist deshalb nicht im geringsten der Ausdruck einer k a p i t a l i st i s ch e n" Tendenz. Im Gegenteil: Alle große Kulturschöpfungen der Menschheit sind als schöpferische Leistungen aus dem Gemein­schaftsgefühl heraus entstanden und sind deshalb in ihrem Entstehen und in ihrem Bilde der Ausdruck der Gemeinschaftsseele und -ideale. Es ist daher kein Zufall, daß sich alle großen weltanschau­lichen Gemeinschaftserscheinungen der Menschheit durch große Kulturschöpfungen verewigen. Ja, die dem materiellen. Sinn am meisten entrückten Zeit­alter religiöser Verinnerlichung hatten die größten kulturellen Schöpfungen aufzuweisen.

Während umgekehrt das durch und durch kapi­talistisch verseuchte und dementsprechend handelnde Judentum niemals im Besitz einer eigenen Kunst war und auch nie in den Besitz einer eigenen Kunst kommen wird. Trotzdem gerade dieses Volk in lan­gen Zeiträumen oft über unermeßliche materielle Einzelvermögen verfügte, hat es sich nie zu einem eigenen Baustil und nie zu einer eigenen Musik aufzuschwingen vermocht. Selbst sein Tempelbau zu Jerusalem verdankt die letzte Gestaltung der Hilfe fremder Baumeister, genau so wie auch heute noch die Erbauung der meisten Synagogen deutschen, französischen oder italienischen Künstlern anvertraut worden ist!

Ich bin daher überzeugt, daß wenige Jahre nalionalsozialistlfcherVolks- und Staatsführung dem deutschen Volk

' gerade auf dem Gebiet der kulturellen Leistun- gen mehr und Größeres schenken werden als die letzten Jahrzehnte des jüdischen Regimes zusammengenommen. Und es soll uns

mH freudigem Stolz erfüllen, daß durch eine eigenartige Fügung der größte Bau­rn e i ft e r, den Deutschland nach Schinkel be­saß, im neuen Reich und für die Bewegung feine ersten und leider einzigen Monumentalwerke in Stein als Denkmäler einer edelsten, wahrhaft germanifchen Tektonik errichten konnte.

Wenn man die Auffassung des zweiten Einwan­des aber noch besonders widerlegen wollte, so könnte man auch darauf Hinweisen, daß die großen

Allerdings hat dies eine Voraussetzung: Die Kunst muß, um ein solches Ziel zu erreichen, auch wirk­lich Verkünderin des Erhabenen und Schönen und damit Trägerin des Natürlichen und Gesunden sein. Ist sie dies, dann ist für sie kein Opfer zu groß. Und ist sie dies nicht, dann ist es schade um jede Mark, die dafür ausgegeben wird. Denn dann ist sie nicht ein Element des Gesun­den und damit des Aufbaues und Fortlebens, son­dern ein Zeichen der Degeneration und damit des Verfalls. Was sich uns als sogenannter Kult des Primitiven offenbart, ist nicht der Ausdruck einer naiven unverdorbenen Seele, sondern einer durch und durch korrupten und krank­haften Verkommenheit. Wer die Bilder und Sulp- turen um nur ein besonders krasses Beispiel zu erwähnen unserer Dadaisten, Kubisten und Futu­risten oder eingebildeten Impressionisten mit dem Hinweis auf eine primitive Ausdrucksgestaltung ent­schuldigen will, der hat wohl keine Ahnung, daß es nicht die Aufgabe der Kunst ist, den Menschen a n seine Degenerationserscheinungen zu erinnern, als vielmehr den Degenerationserscheinun­gen durch den Hinweis auf das ewig Ge­sunde undSchöne zu begegnen. Wenn diese Sorte von Kunstverderbern sich anmaßt, dasPri­mitive" im Empfinden eines Volkes zum Ausdruck bringen zu wollen, dann ist jedenfalls unser Volk seit einigen Jahrtausenden über die Primitivität sol­cher Kunstbarbaren schon längst hinaus. Es lehnt diesen Unfug nicht nur ab, sondern es hält die Fa­brikanten entweder für Nichtskönner, für Schwindler oder Irrsinnige! Beide aber haben wir im Dritten Reich nicht mehr die Absicht auf das Volk loszu­lassen!

Die nachträgliche Entschuldigung, daß es zu

menschlichen Kulturschopfungen, indem sie einen Teil des Lohnes anderer menschlicher Arbeit für sich beanspruchten, genau so viel wieder an Löhnen für die Arbeit ihrer eigenen Entstehung ausgaben; ebenso darauf, daß am Ende diese Kulturschöpfun­gen sich selbst, rein materiell gesehen, für die Völker noch stets bezahlt machten, um so mehr als sie über dem Umweg einer allgemeinen Verede­lung der Menschen überhaupt mitgeholfen haben, das gesamte Lebensniveau aller zu stei­gern und zu heben. Durch sie wurde das allgemeine Selbstbewußtsein gehoben und damit aber auch die Leistungsfähigkeit der einzelnen erhöht.

einer gewissen Zeit eben notwendig gewesen sei, um überhaupt bemerkt zu werden, sich an dieser Mode besonders eindrucksvoll zu beteiligen, ist in unseren Augen alles andere eher als eine Entschuldigung des dann erst recht charakterlosen handelns solcher Persönlichkeiten. Wenn heute irgendein Komponist, zurückerinnert an seine greulichen Verirrungen, die naive Ent- schuldigung bringt, ohne eine solche Katzenmusik früher eben nicht beachtet worden zu fein, dann müssen wir einer so kläglichen Erklä­rung eine um so verständlichere Antwort geben: Wir alle find politisch genau derselben Lrschei- nung gegenübergestanden. Es war die gleiche Musik und derselbe Wahnsinn. Mithin hätten auch wir um uns der öffentlichen Aufmerk­samkeit leichter anzukündigen der Opportuni­tät dasselbe Opfer bringen müssen, d. h. aber, wir wären bolschewistischer gewesen als die Bol­schewisten selbst. Wir haben es damals unter­nommen, als einsame Kämpfer gegen den Strom der allgemeinen politischen Ver­derbnis Stellung zu nehmen und find nach 15 Jahren dieses Wahnsinns gleichsam Herr gewor­ben. Unsere Sympathie und Achtung gehört nur den Männern, die auch auf den ande­ren Gebieten den Mut hatten, sich nicht vor der Kanaille zu verbeugen, oder dem bol­schewistischen Wahnsinn ihre Referenz zu er­weisen, sondern die tapferen Herzens an eine Mission glaubend für diese dann auch offen und ehrenhaft kämpften.

Bau zu fern. Das Bauwerk der Allgemeinheit hak eine würdige Repräsentierung d e s Auftraggebers, d. h..der A llg e m ei n $le1t und eine schlagende Erfüllung der gestellten Auf. gaben im besonderen zu sein. Der wirkliche Bau«, künstler wird, den Zweck der ihm gestellten Aufgabe tief innerlich aufnehmend, intuitiv jene Losung sm« den, die den äußerlich schlagendsten Ausdruck hier- ür abgibt. Er wird dabei ebenso sehr eine Summq kulturgeschichtlicher Eindrücke als nun einmal ge­geben in Rechnung stellen und damit berücksichtigen, wie umgekehrt, die durch die Gegenwart gestellte Aufgabe erfüllen. Er wird also weder den Eindruck eines griechischen Tempels erwecken, noch den einer romantischen Burg oder den eines Getreidesilos. Er wird ebenso wenig aus die Verwendung moderner Baustoffe und ihre künstlerische Bearbeitung Der« zichten, wie er keine Angst hoben wird vor dem Zurückgreifen auf Formelemente, die, in der Der- oangenheit aus einer ähnlichen rassischen Veran­lagung heraus gefunden, entweder noch weiter, zu entwickeln oder gar zu veredeln sind oder als unent» behrliche Silben der Sprache der Baukunst angew sehen werden können.

Es kennzeichnet den wirklich begnadeten Künst­ler auch, mit Worten, die schon ge­prägt find,neue Gedanken auszu- drücken. Dabei bleibt eine Fülle moderner Aufgaben übrig, für die die Vergangenheit ohnehin weder Beispiele noch Vorbilder liefert. Gerade in ihnen aber ist dem wahrhaft be­gnadeten Genie die Möglichkeit geboten, der Formensprache der Kunst eine Erweiterung zu schenken. Immer aber wird der Maßstab für die Beurteilung des Schönen in der empfun­denen klarsten Zweckmäßigkeit liegen: diese zu finden, ist die Aufgabe des Künstlers. Es zu empfinden, zu verstehen und zu wür­digen die Aufgabe jener, die als Bauherren die Verantwortung tragen für die Stellung und Vergebung der öffentlichen Aufträge.

Schluß im 2. Blatt.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Abgabeort Frankfurt.

Heber Frankreich und England haben sich Stö­rungsgebiete entwickelt, die dort bereits zum Auf­treten von Regenfällen und Gewittern geführt haben. Die heute über Deutschland zu erwartende starke Erwärmung wird ihr Vordringen in östlicher Richtung begünstigen, zumal starker Druckanstieg über Südwesteuropa im gleichen Sinne wirkt. Die Witterung wird damit bei uns etwas unbeständig, aber vorerst nicht 'ausgesprochen unfreundlich.

Aussichten fürFreitag: Meist wolkig und auch Auftreten gewittriger Niederschläge, milde, aus- gealichene Temperaturen, südwestliche Winde.

Aussichten für Samstag: Bei westlicher Luftzufuhr leicht unbeständig, aber nicht durchaus unfreundlich.

Lufttemperaturen am 11. September: mittags 18,9 Grad Celsius, abends 8,1 Grad; am 12. September: morgens 4 Grad. Maximum 19,5 Grad, Minimum 2,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. September: abends 14,1 Grad; am 12. Septem­ber: morgens 10,9 Grad Celsius. Sonnenschein­dauer 9,8 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

AM Gedanken kennzeichnen den begnadeiea Künstler.

Man bleibe uns auch mit dem Einwand vom Leibe, daß die Kunst die Ausgabe besitze, der Wirklichkeit zu dienen und mithin in den Kreis ihrer Betrachtung und Wiedergabe nicht nur das menschlich Angenehme, sondern auch das Un­angenehme, nicht nur das Schöne, sondern auch das Häßliche darftellen müsse. Gewiß hat die Kunst stets auch die tragischen Probleme des Lebens behandelt und die Spannungen zwischen Gut und Böse, d. h. nützlich und schädlich, aufgezeigt und für ihre Schöpfungen verwendet. Allein niemals um damit dem Schädlichen den Triumph zu geben, sondern um das Nützliche als notwendig z u beweisen. Es ist nicht die Aufgabe der Kunst, im Unrat um des Unrates willen zu wühlen, den Menschen nur im Zustand der Verwesung zu malen, Kretins als Symbol der Mutterwerdung zu zeichnen und krumme Idioten als Repräsentan­ten der männlichen Kraft hinzustellen. Wenn sich

aber ein solcher sogenannterKünstler" berufen fühlt, eine Schilderung des menschlichen Lebens unter allen Umständen vom betrachtenden Stand­punkt des Minderwertigen und Krankhaften aus vorzunehmen, dann muß er dies in einer Zeit tun, die einem solchen Standpunkt eben das allgemeine Verständnis entgegenbringt. Diese Zeit i ft heute vorbei, und damit ist sie auch vorbei für diese Sorte vonAuch-Kunstschaftenden".

Es ist sehr schwer, in einem Volk, das fast jahr­zehntelang der künstlerische Tummelplatz für abge­feimte Schwindler oder krankhafte Narren war, nunmehr eine klare Einstellung zu finden zu den architektonischen Aufgaben der Gegenwart, ohne in den Fehler einer stupiden, seelenlosen Nachahmung des Vergangenen oder einer zügellosen Verwirrung zu verfallen. Das Wichtigste scheint mir dabei zu­nächst b i e Scheidung des öffentlichen Monumentalbaues von dem privaten

Die kunstals Künden« des Erhabenen, Schönen, Aaiürlichen und Gesunden.

Nachdruck verboten

Ohne Gewahr

03841

30. Ziehungstag

11. September 1935

306366 306647

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Volksgesundheit N d» erste Gebot

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352943 367097 387180

45177 61564 63366 66004 59819 62368

63558 63986 66364 66613 71072 72483

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215822

266204

284955

327764

351848

367013

384964

38487 62661

84891

136674 167113 206099

245299 274935 290513

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