Einzelbild herunterladen

Hr.215 Erster Blatt

Domer§tag,12.

185. Jahrgang

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Sernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gießen

Postscheckkonto:

Krantfurt am Main 11686

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vriihl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schuistrahe?

September 1935

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags

Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm

Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breits

60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins», gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Deutschlands Antwort an Moskau.

$u jeder Stunde und zu jeder Aktion für den Kampf gegen den Kommunismus gewappnet.

Die Eröffnung des Parteikongreffes.

Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Ein roolken» loser Himmel lag über Nürnberg, die bunte Pracht der Straßen und Gassen vergoldend. Der Weg zur eigentlichen Kongreßstadt am Dutzendteich, d i e Straße des Führers, ist auch in diesem Lahre der künstlerische Höhepunkt der Ausschrnük- rung. Die ganzen Straßen sind diesmal von den Wappenfahnen der deutschen Städte eingesäumt. Auf dieser Straße verschwinden die Häuser buchstäblich unter dem reichen Grün der Girlanden und dem vielfachen Bunt der Tücher. Der Verkehr in der Innenstadt ist schon in den

Scherl-Bildmatemdienst frühesten Morgenstunden beängstigend. Nur lang-

lam können sich die Straßenbahnen vorwärts be- TDegen. Die Zahl der ausländischen Gäste scheint sich vervielfacht zu haben. Man hört nicht -nur alle deutschen Mundarten, sondern auch alle Sprachen der Nationen, die Vertreter und Gäste zum Parteitag der Freiheit entsandt haben.

Die Kongreßhalle, die sich in neuer Ge­staltung darknetet, ruft die Bewunderung der vielen Tausende hervor, die an den zahlreichen Pforten Des Einlasses harren. Das Hauptportal aus grauem Sandstein ist in ganz schlichten Linien gehalten. Es ckrägt über dem Eingang die Standarte des Füh­rers, zu beiden Seiten weht die Freiheitsfahne, die wom Dachfirst bis zum Boden reicht und deren Knauf mit langen goldenen Bändern geziert ist.

Auf dem etwa ein Fünftel des Saales füllenden Podium hat hinter dem Reichssinfonieorchester Der Spielmannszug der Standarte 14 Aufstellung genommen. Die für das Führerkorps reservierten Plätze beginnen sich langsam zu füllen. In den «ersten Reihen der Kongreßteilnehmer sind das Diplomatische Korps, die nicht der Partei ange­hörigen Reichsminister, die Generalität und Admi­ralität der Wehrmacht, die Angehörigen der für die Bewegung gefallenen Freiheitskämpfer und die Ehrengäste der Partei untergebracht.

Wenige Winulen nach 11 Uhr schmettern Fan­faren, rührt der Lpielmannszug die Trommeln, erschallen auch schon draußen von der Straße her die Heil-Rufe herein. Die ganze Halle er­hebt sich von den Plätzen und reckt die Arme zum deutschen Gruß. Langsam schreitet der Führer, begleitet von seinem Stellvertreter Rudolf Heß, dem Stabschef Luhe, dem Frankensührer Gauleiter Julius Streicher, allen Reichs- und Gauleitern, allen Gruppen- und Obergruppenführern der SS. und S2L, den Gebiets- und Obergebietsführern der HI. und allen Hauptamtsführern der Reichsleitung, un­ter den klängen des Badenweiler Marsches durch den Mittelgang, empfangen von einem Jubel, der selbst das Schmettern der Fanfaren und Posaunen und das Dröhnen der Trom­meln und Pauken übertönt. Minutenlang brin­gen ihm, als der Führer seinen Platz auf der Empore erreicht hat, seine Getreuen immer neue Huldigungen.

Der Nibelungen-Marsch begleitet den Einzug der Blutfahne vom 9. November 1923, die von Sturmbannführer Grimminger getragen, dem Wald der Standarten der SS. und SA. unter Führung der Standarte Adolf Hitler in die Halle worangetragen wird. Während die Blutfahne in- imitten des Führerkorps ihren Ehrenplatz findet, lteilt sich der Zug der SS.- und SA.-Standarten ivor dem Podium, marschiert zu beiden Seiten des Führerkorps vorbei zu der vielstufigen Empore, mm sich dort über die ganze Breite der Halls zu gruppieren.

Die Festmusik des saarländischen Komponisten Albert Lung bildet den musikalischen Auftakt. Die feierlichen Klänge schaffen eine weihevolle Stim­mung, die sich steigert, als das Reichssinfonieorche­ster unter Pg. Franz A d a m s' meisterhafter Lei­tung das Niederländische Dankgebet anstimmt, das, begleitet von der neugebauten Orgel, mit gewalti­gen Akkorden durch den Raum flutet. Unter Fan- fahrenstößen betritt

der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß

das Rednerpult. Mit klarer Stimme verkündet er: Ich eröffne den Kongreß des 7. Reichs- varteitages der NSDAP., des Parteitages der Freiheit. Wir gedenken der Toten, die starben im Kamps um die Freiheit." Rudolf Heß tritt zu­rück; der Chef des Stabes, begleitet von der Blutfahne, verliest bei gedämpftem Trommelklong und gesenkter Fahne, während sich alles von den Plätzen erhoben hat, die Namen derer, die für die deutsche Wiedergeburt ihr Leben ließen.

Rudolf Heß setzt dann seine Begrüßungsansprache fort. Die Partei Deutschlands begrüßt die anwesen­den Hinterbliebenen unserer Toten. Sie begrüßt die Gäste des In- und Auslandes, ins­besondere die hohen Vertreter fremder Mächte, die der Partei die Ehre erweisen, an ihrem Parteitag teilzunehmen. Sie begrüßt die Mit­glieder der Reichsregierung und die zahl­reichen sonst anwesenden Vertreter des national­sozialistischen Staates. Mit besonderer Freude be­grüßt die Partei die Vertreter der Wehr­macht, die zum ersten Male als Vertreter des deutschen Volksheeres erschienen sind. Zwischen den vergangenen und diesem Parteitag liegt der 16. März

sind die neuen 3t

Während die Welt das nationalsozialistische Deutschland ungerechtfertigt expansiver Absichten verdächtigt, schürt das bolschewistischeRuß- land in konsequenter Verfolgung seiner Hal­tung seit Bestehen die kommunistische Revolution in anderen Ländern mit dem Ziel der Weltrevolu­tion. Der Komintern-Kongreß war in sei­ner Sprache unmißverständlich, und überall, wo Völker Schwächen zeigen, sprechen die Taten des Bolschewiswus innerhalb dieser Völker ebenso un­mißverständlich; denn überall in der Welt, wo Bür­gerkrieg aufflackert, hat Moskau seine Hand im Spiel.

Deutschland zog die Konsequenzen. Deutsch­land ist gewappnet und setzt die Verstärkung seiner geistigen und materiellen Waffen zur Ab­wehr der auf dem Komintern-Kongreß angekündig­ten neuen Angriffswelle des Bolschewismus fort.

W W

1935 liegt der Tag, an dem Sie, mein Führer, mit der Proklamation der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht den Wiederbeginn der deutschen Freiheit verkündeten. Unter Ihrer Führung ging Deutschland über einen ihm abgeprehten und von der Gegenseite gebrochenen Vertrag hinweg und nahm sich aus eigener Kraft das Recht das primitivste Recht jedes freien Volkes sich die Armee, sich die Waffen zu schaffen, die notwendig sind, Freiheit und Un­abhängigkeit zu sichern. Deutschland hat seine Ehre zurückerobert. Gleichberechtigt und gleichgeachtet steht das deutsche Volk wieder neben den übrigen freien Völkern der Welt.

Die NSDAP, bereilele den Boden, auf dem die neue Wehrmacht nach dem Befehl des Führers aufgebaut werden konnte. Die NSDAP, sichert auch künftig die Grundlagen für den Bestand der Wehrmacht, sie sichert die geistige und kör­perliche Gesundheit des Volkes, den Willen zur Wehrhaftigkeit. So wenig es Aufgabe der Ar­mee ist, fremde Gebiete mit Waffengewalt zu erobern, so wenig ist es Aufgabe der Partei, fremde Länder geistig zu erobern. Es gibt keine Internationale des Nationalsozialismus! Wögen auch die übrigen Völker ihre Armeen und ihre Ideen in gleicher Weife im Zaume halten dann ist ein wesentlicher Beitrag ge­leistet zur Befriedung der gequälten Welt und damit der Erhaltung des Ansehens der Kultur­nationen, denn ein neuer Krieg zwischen den Kulturnattonen müßte ihr Ansehen samt ihrer Kultur ja vielleicht die Völker selbst ver­nichten.

ieale Der Ration.

Deshalb ist Deutschland auch entschlossen, die An­gehörigen der Rasse, welche in unserem Lande offe­ner oder geheimer Träger und Verbreiter des Bolschewismus war, nicht wieder zu Einfluß kommen zu lassen. In den Jahren nach der Revolte von 1918, da der Jude auf allen Ge­bieten in Deutschland Einfluß vielfach entschei­denden Einfluß erhielt, verbreitete sich auch der Bolschewismus in immer steigendem Maße in Deutschland.

Mit dem Niederbrechen des jüdischen Einflusses nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus brach auch der Bolschewismus in Deutschland zusammen. Nach dem Ausschal^n jüdischer und durch Juden beeinflußter Führer der Arbeiterschaft, nach dem Ausschalten des jüdischen Einflusses auf die Presse des Arbeiters fand der

Sch« k-BUdmatern dienst

U *|

- -W ,-v. E

Arbeiter in der Gesamtheit wieder zu seinem deut« schen Volke zurück.

Deutschland ist frei und souverän durch den Kampf eines Frontkämpfers des großen Krieges. Deutschland wurde frei durch Ideen, die geboren wurden in den Schützengräben dieses Krieges. Deutschland wurde frei, weil Sie, mein Führer, die Ideale der Front: Kameradschaft­liches Einstehen für einander, Einordnen um der höheren Gemeinschaft willen, Klassenüber­windung, Opferbereitschaft zu Idealen der ge­samten Nation gemacht haben. Deutschland ist frei, weil Unter diesen Idealen hunderttausende Deutscher im braunen Hemd unter Ihrer Füh­rung in schwerem erbittertem Kampf mit Ein­satz des Lebens die Voraussetzungen zur Er­reichung der Freiheit schufen. Deutschland ist frei, weil Sie der Führer sind!

Adolf Hitler Sieg-Heil!

Das Sieg-Heil auf den Führer, mit dem Rudolf Heß schließt, löst einen unbeschreiblichen Jubel aus, der sich wiederholt, als der Führer seinem Stell­vertreter dankend die Hand drückt. Dann heißt der Frankenführer Julius Streicher, der Führer des gastgebenden Gaues, die Teilnehmer des Kon­gresses und des Parteitages aus allen deutschen Gauen und aus dem Auslande willkommen. Auch ihm dankt der Führer mit einem Händedruck. Ru­dolf Heß gibt bann das Wort dem Leiter des Traditionsgaues München, Adolf Wagner, zur Verlesung der Proklamation des Führers.

Die Kundgebung des Führers.

In der Proklamation des Führers heißt es u. a.8 Parteigenossen! Parteigenossinnen!

Nationalsozialisten!

Zum siebenten Male feiert die nationalsoziali­stische Bewegung ihren Reichsparteitag, im 16. Jahr der Gründung der Bewegung, im 12. nach der Ab­haltung ihres ersten Parteitages und ihrer ersten revolutionären Erhebung, im 11. Jahr nach ihrer Wiederbegründung und im 3. nach ihrem Sieg. Wir Nationalsozialisten können an diesem dritten Parteitag seit unserer Machtübernahme mit Stolz auf alle die Leistungen Hinweisen, die im Gesamten und in den tausendfach gegliederten einzelnen Ge­bieten rein materiell gesehen vollbracht wor­den sind. Wenn wir das Volk als großen Organis­mus sehen und begreifen, daß jede Leistung, ganz gleich, an welchem Ort und in welcher besonderen Form sie sich vollzieht, am Ende doch dem ge­samten Körper zugute kommt, dann kann man ungefähr ermessen, wie groß der Umfang dessen ist, was allein durch die Herab- drückung unserer Arbeitslosigkeit von über 6 auf 1,75 Millionen an Werten unserem Volke geschenkt wurde. (Beifall.) Wir haben der Natiop einen Nutzen erschlossen, der von dem ein­zelnen kaum genau begriffen wird. Die rund 5 Mil­lionen Menschen, die wir seit unserer Machtüber­nahme in den nationalen Arbeitsprozeß einglieder­ten, bedeuten, daß wir an jedem Arbeits­tag durchschnittlich 30 bis 40 Millio­nen Arbeitsstunden dem deutschen Volks mehr gegeben und damit für es gerettet haben. (Bravo.) Und wenn auch ein löjätjriger Verfall erfahrungsgemäß nicht in drei Jahren über­wunden werden kann, so wird aber durch eine Fortführung dieser auf so vielen Gebieten zusätz­lichen Leistuya im Laufe der Zeit zwangsläufig nicht nur das Lebensniveau und der Kulturstandard des ganzen deutschen Vhlkes, sondern damit auch des einzelnen deutschen Menschen sicht- und fühlbar verbes- s e r t. Allein, so groß diese Leistung ist, so tritt sie doch zurück gegenüber der Arbeit, die wir, ge-' treu unserem Programm, auf uns genommen haben in der Wiederherstellung der Ehre und der Freiheit der Nation. (Beifall.)

Meine Parteigenossen! Sie alle werden meine Gedanken verstehen, wenn ich Sie bitte, in dieser feierlichen Stunde den Blick von dieser Halle über das deutsche Volk hinweg in die große Welt zu lenken. Unruhe und Unsicherheit sind die wesentlichsten Eindrücke einer solchen Betrachtung. Das Recht ist schwach und der Schein regiert die Welt. Wehe dem aber, der selbst schwach ist! Sein Reichtum liefert dem Starken am Ende sogar noch die moralische Begründung für das Recht, ihn zu unterwerfen. Indem man Sklaven befreit, wer­den Sklaven gemacht (Beifall), indem man Klassen vernichtet, Klassen geboren. Die marxistischen Theo, retifer der Lehre vomNie-wieder-Krieg" konstru­ieren das größte Instrument für den Krieg, die Apostel der Völkerversöhnung erfüllen die Welt mit dem unduldsamsten Haß und der infamsten Völker» Verhetzung, die Allianzen des Friedens studieren die Möglichkeiten und Methoden des kommenden Krieges, kurz, es mag dem unwohl zumute sein, der gezwungen ist, als wehrloser Mann durch einen solchen Drachengarten zu wandeln. (Bravo! Beifall!) Unser Volk hat 15 Jahre lang dies- Empfindungen durchgekoftet, auf Gnade und Ver­derb jedem ausgeliefert zu (ein, der guten obet schlechten Willens ist. Wo sind die 14 Punkte Wil, sons und wo ist die heutige Welt?