Verfügung des Gauleiters
über das Hissen der Flaggen der Bewegung
Ich habe wiederholt feslstellen müssen, daß bei Anlässen, die rein lokalen Charakter trugen, die Fahnen der Bewegung gezeigt werden. Das Zeigen der Flaggen ist nur auf ausdrückliche Anweisung und mit Genehmigung des zuständigen Hoheitsträgers (Stützpunkt-, Ortsgruppen-, Kreis- und Gauleiter) möglich.
Die Festtage, an denen die Flaggen der Bewegung gezeigt werden, sind festgelegt, und zwar:
1. Mai — Tag der Arbeit,
20. April — Führers Geburtstag,
1. Oktober — Lrntedanktag.
Sonstige Veranstaltungen fallen unter die Anordnung des Führer-Stellvertreters.
Sprenger.
outen Zirkusqualität, die deutsche Artistenkunst wird hier in würdiger Weise vertreten.
Die Spielfolge leitet das Hausorchester unter Leitung von Kapellmeister Weißenfels trefflich ein und umrahmt sie auch im weiteren Verlaufe des Abends bestens; gute Pfälzer Musik. Die Reitkünste von Milli Mark, Adolf Mark und Karl Bremer sind hervorragend und elegant in der künstlerischen Form. Stärkste Wirkung auf die Lachmus- keln bringen die Clowns Pat und Patachon und Fritzel zustande, ihre Späße sind keine abgegriffenen Plattheiten, sondern originell, witzig und von köstlicher Situationskomik. Die Dressurarbeiten von Erich B r e m e r mit den sibirischen Kamelen, Gretel Bremer mit den Ponys, E. Althoff mit den niedlichen Hunden und dem kleinen Affen bewiesen ein gewaltiges Maß von sorgfältiger und liebevoller Arbeit, die zu glänzendem Erfolg geführt hat und den Zuschauern viel Freude bereitete. Fabelhafte Virtuosität in körperlicher Gewandtheit und Leistungsstärke offenbaren der Meisterjongleur R o ■ berty und — die einzige Ausländergruppe der Artisten des Unternehmens — die Cinesen mit ihren seltsamen Begebenheiten aus dem Reich der Mitte; die gleiche hohe Bewertung gebührt den fünf Wilkes, die in der „besten Recknummer der Welt" ausgezeichnete turnerische Leistungen, auch am Hochreck, bringen; auf der gleichen hohen Leistungsstufe stehen die drei W a r e e l s mit Irmgard, dem weiblichen Springphänomen. Prächtig ist die komische Musik Ernestos und seines kleinen Partners, bei der sogar das Publikum in köstlicher Weise mit eingespannt wird. Köstliche Szenen bringt das Konkurrenz-Eselreiten, das auch für gute Dressurarbeit Zeugnis ablegt. Lobenswert sind die von Tony T o n e l l e ausgeführten Luft-Evolutionen. Glänzende Ergebnisse ihrer Arbeit zeigen Artur B u r k e t t mit seinen wunderbaren, zum Teil atemraubenden Dressuren der Elefanten, sowie Tierlehrer T h a l m a n n mit seiner großartigen Beherrschung von fünf Tigern, die mit Recht als „ein Wunder menschlichen Willens über Bestien" bezeichnet wird.
Zum Schluß noch ein besonderes Wort der lobenden Anerkennung für die ausgezeichnete Tierpflege, die in der bewundernswerten körperlichen Verfassung der Vierfüßler ihren sichtbaren Ausdruck findet.
Summa summarum: hier werben nicht Worte, sondern allerbeste Leistungen. Dieser Zirkuswerbung sollte sich niemand verschließen. Der Besuch dieses Unternehmens ist bestens zu empfehlen.
Vornotizen.
— Tageskalender für Montag. NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19.15 Uhr Schwimmen in der Badeanstalt des Männerbadevereins; 19 bis 20 Uhr Tennis auf den städtischen Tennisplätzen am Schützenhaus; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Marlene Dietrich „X 27". — „Circus der 7000": 15.30 und 20.15 Uhr Vorstellungen.
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** Meteor-Niedergang bei Winnerod. Aus unserem Leserkreis wird uns mitgeteilt, daß der Meteor, der vor einigen Tagen^ von hier aus beobachtet wurde, in der Nähe von Winnerod niedergegangen sei. Unser Gewährsmann teilt mit, er habe den Vorgang aus einer Entfernung von 100 Metern gesehen und könne die fragliche Stelle heute noch zeigen. Da der Meteor von Gießen aus in Richtung Heuchelheim—Atzbach fliegend gesehen wurde, kann die Beobachtung bei Winnerod sich wohl nur auf den Meteorteil beziehen, dessen Absplitterung ein Beobachter von Ober-Bessingen aus gesehen hat.
** Beim Baden in der Lahn tödlich verunglückt. Ein tragischer Unglücksfall ereignete sich gestern nachmittag im Freibad der Lahn. Dort nahm der Arbeitsdienstmann Otto Bücher aus Dorsdorf (Kreis Nidda), der dem Arbeitsdienstlager Gießen angehörte, ein Bad, wobei er plötzlich in den Fluten versank. Es gelang bald, den Verunglückten aufzufinden und ans Ufer zu bringen. Sofort vorgenommene Wiederbelebungsversuche, bei denen sich ein hiesiger Arzt und Männer der Freiwilligen Sanitätskolonne eifrig um den bedauernswerten jungen Mann bemühten, hatten leider keinen Erfolg. Ein Herzschlag hatte dem blühenden, jungen Leven ein jähes Ende bereitet.
** Die Altersoereinigung 1882/1932 hielt am SonntaHnachmittag im Flughafencafö eine autbesuchte Familienzusammenkunft ab. Der Dereins- leiter K. Dirlamm wies in seiner Ansprache auf den Kameradschaftsgeist und die Opferwilligkeit in den Altersvereinigungen hin, die in besonderem Maße geeignet seien, wahre Volksgemeinschaft zu pflegen. Hier komme ohne Rücksicht auf Rang und Stand echte Kameradschaft zur Geltung. Der unterhaltende Teil der Veranstaltung brachte für jung und alt allerlei Ueberraschungen.
**ZurRichtigstellung. Die in unserem Bericht (Gießener Anzeiger Nr. 179 vom 3. August) über die Sitzung des Amtsgerichts Gießen mitgeteilte Angelegenheit E. Sch. ist dahin richtigzustellen, daß die Anklage nicht wegen Diebstahls, sondern wegen Unterschlagung erhoben war und das Urteil nicht auf drei Monate, sondern auf drei Wochen Gefängnis lautete.
Hammel-ratfest an -er Hardt.
Die Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung, die sich mit gutem Erfolg für den kolonialen Gedanken einsetzt, veranstaltete am gestrigen Sonntagnachmittag im Seinbruch an der Hardt ein Hammelbratfest, das in erster Linie geselligen' Charakter trug, aber auch geeignet war, für den kolonialen Gedanken zu werben. Auf dem geräumigen Festplatz bot sich dem Besucher ein sehr interessantes Bild. Mitten in der „Wildnis des Steinbruchs", der in bester Weise geeignet ist, afrikanisches Gelände vorzutäuschen, erinnerten aufgebaute Zelte, Uniformen il a. m. an das Leben unserer Kolonialtruppen in Afrika und die dort herrschenden Sitten und Gebräuche. Die drückende Hitze des Nachmittags trug dazu bei, im Geist in unseren ehemaligen Kolonien zu verweilen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Braten zweier Hümmel nach afrikanischer Art. Zwei Bratpfannen von beträchtlicher Länge und Breite, in denen die beiden Hümmel zerkleinert unterge- h.racht waren, lagerten auf Holzfeuern und verrieten schon lange vor Beginn des Essens, daß hier etwas Schmackhaftes zubereitet wurde. In einem weiteren größeren Gefäß wurde Reis gekocht. Die ersten Kostproben des von den Herren Schneider und Dittmar zubereiteten Essens (Hammelbraten mit einer delikaten Soße und Reis) erhielten der Vereinsführer und die Pressevertreter, die zusammen mit den Köchen vom Phootographen überrascht wurden.
Sodann sprach Vereinsführer Tetzner von der nutzbringenden Arbeit der Vereinigung in den letzten zwei Jahren, die trotz aller Schwierigkeiten vorwärts gekommen sei. Sie sei unbeirrt ihren Weg gegangen, die Erfolge seien nicht ausgeblieben. Der koloniale Gedanke habe nicht nur in Gießen, sondern in ganz Deutschland Widerhall gesunden. Die Veranstaltung solle gesellschaftlich zusammenführen, sie habe aber auch den Zweck, werbend für den
kolonialen Gedanken zu wirken. Außer dem Verein deutscher Studenten in Gießen und dem gleichen Verein in Marburg seien inzwischen auch der Sparerbund und der Kavallerieverein der Vereinigung korporativ beigetreten. Dadurch sei die Vereinigung in Gießen zahlenmäßig am größten. Die Vereinigung werde sich auch in Zukunft mit aller Kraft für den kolonialen Gedanken einsetzen. Sein Sieg-Heil galt der Arbeit für die koloniale Wiedergewinnung, dem Führer und dem deutschen Vaterland. Es folgten das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied.
Anschließend traten die Festteilnehmer zum Essenholen an. Es gab tüchtige Portionen, die allen vortrefflich mundeten. Inzwischen nahm der Vereinsführer des Sparerbundes, Lorenz, das Wort. Er führte u. a. aus: Erfreulicherweise sei der Besuch der Mitglieder des Sparerbundes an der Veranstaltung gut, ein Beweis, welches Interesse man den Bestrebungen der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung entgegenbringe. Der Anschluß des Sparerbundes an die Vereinigung sei nicht schwer gewesen, denn seit zehn Jahren kämpfe der Sparerbund gegen die Erfüllungspolitik und den Versailler Schandvertrag. Der Bund sei stets für Treu und Glauben, Recht und Gerechtigkeit nach innen und außen eingetreten. Die Tributlasten seien zum größten Teil von den Sparern und Rentnern, die ihr Geld verloren hätten, getragen worden. Der Sparerbund kämpfe im Sinne des Führers weiter für deutsches Recht und nationale Freiheit.
Der unterhaltende Teil des Nachmittags brachte vor allem musikalische Darbietungen, gemeinschaftliche Lieder usw. Auch ein Preisschießen fehlte nicht. Für die Kinder wurden unter Verteilung von Eiern und Brezeln Sackhüpfen und Eierlaufen durchgeführt. Es war ein schöner Nachmittag, welcher der Vereinigung wieder viele neue Freunde zugeführt haben dürfte.
„Straff durch Zreui>e"-Sommerfeff in Arnsburg
* Klo st er Arnsburg, 12. Aug. Wohl selten hatte unsere altehrwürdige Klosterruine einen so starken Besuch aufzuweisen, als gestern beim diesjährigen Sommerfest der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freud e". Es dürfte aber auch wohl kein schönerer Festort im Kreise Gießen zu finden sein, der geeigneter wäre, einem solchen Fest der deutschen Volksgemeinschaft zu dienen, als gerade diese Stätte. Ohne Uebertreibung kann dieses Sommerfest in Arnsburg als der Höhepunkt aller Sommerfeste des Kreises Gießen angesehen werden. Zu Fuß, zu Wagen, mit dem Rad, Kraftrad und Auto waren die Gäste aus nah und fern zusammengeströmt. Auch die Reichspost hatte einige Kraftomnibusse von Gießen nach Arnsburg eingelegt, und die Zahl der Festgäste aus Gießen war recht ansehnlich. Die Gesamtzahl aller Besucher ist mit 2000 eher zu niedrig als zu hoch angenommen. Auch eine BdM.-Gruppe aus Ruppertsburg, die sich gerade auf Fahrt befand, durfte an den Freuden des Festes teilnehmen. Wirtschafts- und Wohngebäude des altes Klosters zeigten reichen Flaggenschmuck, und quer über den weiten Feftplatz prangte die Flagge mit der Inschrift „Kraft durch Freude".
Mit dem Kaiser-Friedrich-Marsch leitete der in voller Stärke angetretene Musikzug der SA.-Stan- darte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann das Fest ein. Schon der Umstand, daß 35, Musiker zum Konzert aufspielten, hatte für den starken Besuch entscheidend mitgewirkt. In musikalischer Hinsicht war das Fest durch die Mitwirkung dieser
Kapelle als einer der besten unserer Provinz ein Höhepunkt im musikalischen Leden der gesamten Umgegend. Von den vielen, sämtlich ganz vorzüglich vorgetragenen Konzertstücken verdienen noch eine besondere Erwähnung die Kompositionen „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien", von Suppe, ferner „Indischer Brautzug" von Ludwig Siedo, das herrliche Potpourri „Alle mit uns" und nicht zuletzt das Lied ,Hch sende diese Blumen dir" von Wagner, mit einem Solo für Trompete, gespielt von Herrn Schwarzlose. Zwischen den Konzertstücken war der Jugend Gelegenheit gegeben, auf zwei großen Tanzböden sich am Tanz zu erfreuen.
Eine besondere Anziehung für das Fest bildete die Mitwirkung einiger Mitglieder des Stadttheaters Gießen, die im Vorhof der Klosterruine das Lustspiel „W ald fr i ed e n" von Ludwig Thoma, dem bayrischen Bauerndichter, darboten. Die Rollen waren aufs beste besetzt und wurden hervorragend gespielt. Herr Hub, der die Hauptrolle übernommen hatte, fand sich ganz vortrefflich in die Rolle des Schanderl, während Herr Dieter den derb-treuen Huber ausgezeichnet gab. Frl. Decker als Wally gefiel durch ihr munteres, frohes Spiel, Herr L i n d t als der bedienende Sepp wurde seiner Aufgabe voll und ganz gerecht. Reicher Beifall der taufendköpfigen Menge lohnte die Künstler für ihre vortrefflichen Darbietungen. Eingeleitet und geschlossen wurde das heitere Stück durch die gut angepaßte Schrammelmusik eines Teiles der Standartenkapelle.
Den übrigen Teil des Nachmittags füllte ein
Volksfest aus. Als Ansager wirkte Herr Herbert (Gießen) in der drollig-heiteren Figur eines Scherz-Dor Polizisten. Nach Bekanntmachung durch seine Ortsschelle ließ er die Jugend unter den Torbogen zu einem. Festzug antreten, marschierte mit ihr zur Burgruine zum fröhlichen Spiel und zum heiteren Vergnügen des Wurstschnappens. Dreihundert Würstchen warteten ihrer Empfänger, und unter allgemeiner Freude der Alten und der Jungen probierte die Jugend an den an einem Galgen aufgehängten Würstchen die Kunst des Schnappens. Zur Freude aller Anwesenden beteiligten sich auch die 16 Kinder aus dem Arnsburger Rettungshaus unter Führung ihrer Schwester an dem heiteren Kinderspiel uno gerade um Fürsorge für diese war die „Ortspolizei^ besonders bedacht. Ein Schießstand, direkt hinter dem Rettungshaus, war unablässig von den Volksgenossen belagert, die chre Kunst im Schießen übten. Die beiden Schießmeister konnten kaum die vielen Schiehlustigen bedienen. Erst die eintretenden Dunkelheit gebot dem Schießen Halt. Die Jugend erfreute sich am Tanz, andere Gäste besichtigten die Klosterruine, die an diesem Tage für jedermann zur Besichtigung freigegeben war.
Den Glanzpunkt des Sommerfestes bildete indessen ein stimmungsvolles Streichkonzert der S A. - Kapelle nach einbrechender Dunkelheit in dem Hauptschiff der ehemaligen Klosterkirche. Wie einstmals unsere Urahnen, so versammelte sich kurz nach 20 Uhr in dem Inneren der Ruine bei flackerndem Fackelschein eine Schar musikbegeisterter Zuhörer,
um den Darbietungen des Streichorchesters zu laulauschen. Das Programm, von Herrn Herrmann auserlesen zusammengestellt, bot in bekannter Meisterschaft der SA.-Musiker, beste Perlen deutscher Tonkunst, und die Teilnehmer, Herr D i e n e l t (1. Geige), Herr May (2. Geige), Herr Groß (Viola) und Herr Hillebrand (Cello) zeigten sich als Meister in höchster Vollendung auf ihren Instrumenten. Sie spielten ein „Streichquartett in Es-I)ur" von Schubert, ferner „Die Kaiser-Variation" und „Die Serenade für Streichquartett", beide von Haydn. Da die Abfahrzeiten der Autos, die einen Teil der Künstler nach Gießen zurückbefärderten, herangerückt war, mußten sich die Musiker eine Zugabe versagen, obwohl sie durch starken Beifall immer wieder dazu aufgefordert wurden. Soviel steht fest, daß so glänzende Musik den meisten der Zuhörer, die von den umliegenden Ortschaften stammten, bestimmt noch nicht geboten wurde, zumal der weite Raum und die wohltuende Abendruhe zur rechten Stimmung wesentlich beitrugen.
Mit weiterem Tanz, gemeinsamen Volkslieder- singen und froher Unterhaltung klang das schöne Fest aus. Noch in den frühen Morgenstunden hallten Wald und Bergwände wider von dem Gesang der in die Heimatdörfer mit Dank im Herzen heimziehen- henden Burschen und Mädchen, und der Mond, mit fahlem Sicht zwischen den dahinziehenden Wolken durchlugend, leuchtete zum frohen Heimweg. Ein Tag wirklicher Freude und frohen Erlebens ist der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu danken!
9JL-^poit
Gaugruppenspiele im Fausthall.
In der Ausscheidungsrunde der Gaue Süd - w e st und Hessen in Friedberg setzten sich die Vertreter des Gaues Südwest in allen vier Klassen durch, so daß sich Lichtluftbad Frankfurt, Tv. 1860 Frankfurt, IG. Sportverein Frankfurt und Tv. 1861 Ludwigshafen die Teilnahmeberechtigung an den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft, die am 31. August und 1. September in Hannover stattfindet, erworben haben.
In der Männerklasse siegte der ehemalige Deutsche Meister Lichtluftbad Frankfurt mit 41:22 (18:15) Punkten gegen T v. 1 8 4 6 G i e ß e n. In der 1. Altersklasse war Tv. 1860 Frankfurt der Tgde. Friedberg mit 34:9 (16:4) überlegen. In der 2. Altersklasse besiegte der Deutsche Meister von 1933, Tv. 1861 Ludwigshafen die Kasseler Tgde. mit 49:26 (26:12). Die Frauen des IG. Sportvereins Frankfurt schlugen den Tv. Jahn Eschwege 30:14 (14:6).
Vereinsführertagung im DFD. (Kreis Gießen).
Fast alle Vereine waren dem Rufe des Kreisführers gefolgt und gaben durch ihr Erscheinen der Tagung den richtigen Rahmen. Pünktlich eröffnete der Kreisführer die Besprechung und leitete diese mit dem Vortrag: „Sport und Nationalsozialismus" ein:
Nach einer kurzen Pause wurden die neuen Ord- nungen von den einzelnen DFB.-Amtswaltern vorgetragen und erläutert. Der Kreisführer selbst sprach
über die Verwaltungs- und Finanzordnung. Die technische Seite des Fußballspiels wurde, gestützt auf die neue Spielordnung, von dem Fuhball-Fachwart Zitz er, Gießen, vorgetragen. Der Gruppenleiter der Bezirksklasse, Otto Michel, sprach über die Rechts- und Strafordnung. Er wies besonders darauf hin, daß, abgesehen von einzelnen Fällen, man in dieser neuen Ordnung darauf verzichtet hat, bestimmte Tatbestände mit einem festgelegten Strafrahmen zu ahnden, sondern daß der zuständige Klassenleiter die Strafe aus allgemeinen sportlichen Erwägungen zu finden hat.
Ein anschauliches Bild über die bis jetzt geleistete und in Zukunft zu leistende Jugendarbeit gab der Kreis-Jugendwart Presber - Stockhausen.
Der Hauptmitarbeiter für den Deutschen Hilfsfonds des RfL., Albert P i tz, Watzenborn-Steinberg, legte die Organisation des RfL. dar. Seine Ausführungen über die Verwendung der durch den Deutschen Hilfsfonds aufgebrachten Mittel waren bestimmt vielen Teilnehmern etwas Neues.
An jeden fachlichen Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an, so daß am Schluß der Tagung, die einen durchaus würdigen Verlauf nahm, jeder der Erschienenen an Erfahrung reicher die Heimreise antrat.
Im Rahmen der Tagung wurde den einzelnen Siegern ihrer Gruppe als Anerkennung für ihre Leistung eine Ehren-Urkunde ausgehändigt. Die Tagung wurde mit einem dreifach „Sieg-Heil!" auf unfern Führer und Reichskanzler beendet.
Van»- und Ängbannsporlfeff 1935.
2tm 2 4. und 25. August veranstalten Bann und Jungbann 116 gemeinsam in Gießen ihr diesjähriges Sportfest. Es soll Zeugnis ablegen von der umfassenden Arbeit, die auf dem Gebiete der Körperertüchtigung seitens der Hitler- Jugend geleistet wird.
Cs werden hier, im Gegensatz zu den meisten anderen Sporfoeranffalhmgen, nicht nur die Leibesübungen zu ihrem Rechte kommen, sondern es werden auch Leistungen auf dem Gebiete des Kleinkaliberschießens und des Wehrsportes, sowie Hebungen aus dem Lagerleben verlangt. Die Hitler-Iugend zeigt damit zugleich, daß sie weniger Wert auf Spitzenleistungen einzelner in ihren Spezialgebieten legt, sondern daß es ihr darauf ankommt, für eine umfassende Ausbildung aller ihr unlerslelllen Jugendlichen auf breitester Grundlage zu sorgen.
Die Wettkämpfe des Jungvolks.
Die Veranstaltung beginnt am Samstag, 2 4. August, 8 Uhr, mit den Wettkämpfen des Jungvolks. Hier tritt der volkssportliche Charakter der Veranstaltung noch etwas in den Hintergrund, wenngleich auch Hebungen, wie das Ballweitwerfen und Ballzielwerfen, sowie ein Hin- dermslauf bereits auf die spätere Ausbildung in der Hitler-Jugend Hinweisen. Hier haben wir vor allem einen Mannschafts-Fünfkampf, der unsere Pimpfe schon vor schwere Aufgaben stellt. Mannschaften in Stärke von einem Führer und sechs Pimpfen sollen ihr Können beweisen im 60- Meter-Laus, Weitspruna, Ballweitwurf, Ballziel- wurs und Hindermslaus. Besonders beim Hindernislauf kommt es au Zusammenarbeiten aller Mannschaftsteile an, da die Mannschaft die beste ist, die geschlossen und selbstverständlich auch am schnellsten über die Bahn geht. An weiteren Wettkampfarten finden wir hier noch eine 8X50-Meter- Stassel, Handballspiele sowie Medizinballstaffeln. Außerdem gibt es noch am Sonntagnachmittag einen Schnelligkeitswettbewerb im Zeltbau.
Bei den Einzelkämpfen finden wir einmal einen Dreikampf, bestehend aus 60-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballweitwurf sowie Einzelkämpfe in 60-Meter-Lauf, Hochsprung, Ballweitwurf und Weitsprung. Damit aber auch die Wasserratten zu ihrem Recht kommen, gibt es noch ein 50-Meter- B rüst», 50-Meter-Rücken- und 50-Meter-Freistil- Schwimmen.
Zu den Mannschaftskämpfen muß jedes Fähnlein mindestens eine Mannschaft stellen. Erschwerend wirkt noch, daß der Mannschafts - Fünfkampf im DJ.-Dienstanzug (nur beim 60-Meter- Lauf dürfen Turnschuhe getragen werden) aus- getragen werden muß. Der Hindernislauf sieht folgende Hindernisse vor: ein 2 Meter breiter Graben, ein 40 bis 50 Zentimeter hohes, 5 Meter langes Kriechhindernis, ein 4 Meter langer Schwebebalken, das Durchkriechen und Ueberspnn- gen zweier hintereinander gestellter Tische, sowie das ÜeberHettern einer 2,50 Meter hohen Bretterwand. Die Länge der Bahn beträgt zwischen 100 und 120 Meter. Abgeschlossen wird der Lauf durch ein Ballzielwerfen auf ein 2 Meter über dem Boden befindliches Fenster. Man sieht, daß also schon ziemlich hohe Anforderungen an unsere Jüngsten gestellt werden.
Am Samstag um 16 Uhr beginnen die Schwimm- wettkämpfe der Hillerjugend und des Jungvolks. Die Hitlerjugend hat hierfür folgende Hebungen: 100-Meter-Brust-, 100-Meter-Rücken- und 100-Me- ter-Freistil-Schwimmen, Streckentauchen und eine 4X40-Meter-Staffel.
Die Wettkämpfe der Hitlerjugend.
Am Sonntagmorgen um 7 Hhr beginnen die Wettkämpfe der Hitlerjugend. Hier haben wir, ebenso wie beim Jungvolk, einen Manmschafts- FÜnfkamp f , der allerdings in Sportkleidung durchgeführt wird. Er fetzt sich zusammen aus: 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenweitwurf und Keulenzielwurf. Weiterhin stellt jede Gefolgschaft eine Handballmannschaft sowie eine 4-mal-100-Meter-Staffel. Beim Handballspiel treffen allerdings nur die Siegermannschaften der 4 Unterbanne aufeinander, die am Sonntagoormtttag die Vorschlußrunde und am Sonntagnachmittag die Endrunde ausspielen.
Bei den Einzelkämpfen haben wir wiederum einen Dreikampf, bestehend aus: 100-Meter- Lauf, Weitsprung und Keulenweitwurf, sowie Einzelkämpfe in 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, Keulenweitwurf und 3000- Meter-Lauf.
Im Mittelpunkt der Wettkämpfe der Hitlerjugend steht über der
Wannschasts-hindernisgepäckmarsch.
Er stellt eine Verbindung von Marsch, sportlichen schießsportlichen, geländesportlichen Hebungen, sowie Hebungen im Lagerbau und Lagerleben dar. Er soll die Krönung der Sommerarbeit der einzelnen Gefolgschaften sein. Die Länge des Marsches beträgt 15—17 Kilometer. Er ist in 5 Teilstrecken und 5 Leistungsstellen unterteilt. Der Start ist am Ludwigsplatz, Ziel am Schützenhau s.
Am Start erhält der Mannschaftsführer in einem verschlossenen Briefumschlag folgenden Auftrag:
„Erreiche auf dem schnellsten Wege den Kartenpunkt: Planzeiger-Rechtswert.. ./-Hochwert...!" Trifft die Mannschaft an der ßeiftungs- ft e H I an, so hat der Mannschaftsführer folgende Aufgabe durchzuführen:
„Baue mit deinen Jungens unter Benutzung von viereckigen Zeltbahnen ein Dachzelt. Du hast dabei zu beachten: Untergrund, Windrichtung, Witterungseinflüsse, Tarnung gegen Sicht von Oben. Die Windrichtung gebe ich bekannt!" Nach Durchführung dieser Aufgabe erhält der Mannschaftsführer folgenden Auftrag:
„Erreiche mit deiner Mannschaft unter Ausnutzung des Geländes einen etwa drei Kilometer entfernt liegenden Punkt, der durch einen Plan- zeiger Rechts- und Hochwert näher bftimmt ist. Du darfst dabei von drei Beobachtungsstationen, die durch rote Flaggen gekennzeichnet sind, nicht gesehen werden!"
Auf L e i st u n g s st e l l e II ist folgende Aufgabe durchzuführen:
„Gehe mit deinen Jungens unter Geländeausnutzung bis zu dem vor dir liegenden Waldrand vor — Beobachtung von vorn — und beobachte den durch vier blaue Flaggen gekennzeichnten Geländestreifen. Jeder einzelne deiner Mannschaft hat n<ull auf einem Meldeblatt die angestellten Beob-


