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Das wandelnde Postamt

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Die Reichspost hat eine Neuerung eingeführt, die von vielen sicherlich freudig begrüßt wird. Bei großen Massenveranstaltungen, wie sie z. B. in Kürze der Reichsparteitag in Nürnberg bringen wird, werden Beamte der Reichspost mit postrotgestrichenen Kasten umhergehen und die gangbarsten Wertzeichen ver­kaufen. Die Beamten nehmen auch die fertiggemachte Post gleichzeitig mit. Man sieht hier einen der fliegenden Markenverkäufer". (Reichspostministerium-M.)

die Exerzierübung, die Geräteübung und der Brand­angriff mit den wenigen Feuerwehrleuten gut klappten, ließ die Absperrung zu wünschen übrig. Besonderes Interesse bei der Hebung brachte man dem Ablassen vom Turm entgegen, jedoch dürfte dies infolge der Gefahr für die Feuerwehrleute keine Anwendung im Ernstfälle finden.

Oer Jestzug.

Der Nachmittag brachte den F e st z u y der über 1000 Feuerwehrleute in Uniform, ein bis jetzt nie gesehenes Bild in dem festlich geschmückten Orte. Bei der Ankunft am Gefallenendenkmal legte Kommandant Müller einen Kranz nieder, Die Kapelle der Lollarer Wehr spielte das Lied vom guten Kameraden.

Oer Ausklang

Auf dem Festplatz begrüßte Bürgermeister Fi­scher die Wehren und Gäste, während Kreisfeuer­wehrinspektor Bouffier die Bedeutung der Feuerwehr erwähnte, die auch durch den Führer im vergangenen Jahre anläßlich der Feuerschutz­woche voll anerkannt wurde. Mit dem Ausspruch Einer für alle, alle für einen",Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" schloß der Redner seine Ausführungen.

Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann sprach dann kurz über die Aufgaben der Feuerwehren im Dritten Reich. Er erwähnte dabei ferner, daß die Zeiten vorbei seien, wo die Feuerwehren nicht geachtet wurden. Mit dem <5ieg=$)eil auf den Führer und mit dem Gesang der Nationallieder fanden die Ansprachen ihren Abschluß.

Beim gemütlichen Teil sah man die Feuerwehr­leute noch recht lange froh beisammen.

Aerztliche Tagung in Bad -Nauheim.

Am 12.Oktober wird die ärztliche Gruppe der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz, anschlie­ßend an die zweitägige Tagung der Gesellschaft in Frankfurt a. M. im Balneologischen Universitäts- Institut zu Bad-Nauheim ihre Tagung unter Lei­tung des Präsidenten be? Reichsgesundheitsamtes Professor Dr. Reiter (Berlin), mit dem Thema

Berufsarbeit und Kreislauforgane" abhalten. Es sind Referate vorgesehen von: Professor Dr. Weber (Bad-Nauheim), Ministerialrat Prof. Dr. K o e l s ch, Bayer. Landesgewerbearzt (Mün­chen) und einem Vertreter des Rudolf-Heß-Kranken- hauses Dresden.

Nach einer Aussprache werden die Kpr- und Bade­anlagen, sowie die Wissenschaftlichen Institute besich­tigt werden.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Oie Zähne des Kindes.

Zahnstellungsanomalien und der sogenannte Biß" eines Menschen, d. h. die Stellung der Kiefer und Zahnreihen zueinander, zeigen in ihrer Entstehung Zusammenhänge schon mit den Le­bensumständen des Säuglings und Kleinkindes.

Das Neugeborene legt fein Köpfchen instinktiv etwas nach hinten über, um seine Atemwege, die noch andere anatomische Verhältnisse zeigen als im späteren Leben, möglichst freizuhalten. Später soll aber durch leichtes Hochlagern des Kopfes diese Stellung ausgeglichen werden, damit das Offen­stehen des Mur. 5 abgewöhnt wird. Denn hier- durch kommt es zu einer fehlerhaften Entwicklung des Gebisses, wie man auch an den Kindern be­obachten kann, die Wucherungen der Rachenman­deln haben und den Mund meist offen halten.

Die natürliche Ernährung des Kindes bei der Mutter soll ebenfalls einen Einfluß auf die Bil­dung der Kiefer haben. Ihr Wachstum wird durch das Saugen gefördert. Trinkt das Kind aus der Flasche, so fällt dieser natürliche Einfluß fort. Es werden daher besondere Sauger für die Trink­flaschen empfohlen, die die Trinkweise entsprechend erschweren.

Dos saugende Lutschen an den Fingern oder an einem Sauger kann bei angeborenen engen, schma­len Kiefern zu bleibenden Anomalien führen. Vorn zweiten Lebensjahr an sollen die Kinder regelmäßig kräftig kauen. Man gebe ihnen dazu Aepfel und festes Schwarzbrot.

Das Milchgebiß des Kindes als Vorläufer des bleibenden Gebisses bedarf aufmerksamer Pflege,

Brandinspektor Lenz, Bürgermeister Fischer Klein-Linden, sowie alle übrigen Bürgermeister und Kommandanten der Freiwilligen und der Pflicht- feuerwehren.

Regierungsrat Weber dankte für die Einladung und teilte mit, daß er den Dezernenten beim Kreis- amt, Regierungsrat Grein, vertrete. Er ging zu­nächst auf das Jubiläum der Feuerwehr Klein-Lin­den ein und betonte hierbei besonders, daß der Grundsatz der NSDAP.Gemeinnutz geht vor Eigennutz" bei den Feuerwehren schon immer maß­gebend gewesen sei. Mit einem Sieg-Heil aus den Führer schloß der Redner seine Ausführungen. Sodann fangen die Vertreter die Nationallieder.

Nachdem Verbandsführer Wenzel Regierungs­rat Weber für die anerkennenden Worte gedankt hatte, nahm Bürgermeister Fischer, Klein-Linden, das Wort zur Begrüßung. Ein Vertreter der Feuer­wehr Klein-Linden begrüßte ebenfalls die Gäste und dankte für den Besuch.

Zu Beginn der Tagesordnung verlas der stell­vertretende Schriftführer Weller die Niederschrift des Frühjahrsverbandstages. Die Freiwillige Feuer­wehr Londorf, die sich bereits im Frühjahr zum Verband angemeldet hat, wurde aufgenommen. Rechner Rohrbach, Lollar, bat um Zahlung der Verbandsbeiträge. Hierauf wurden die Kameraden Adolf Schäf er-Wiefeck, K ö h l e r - Hungen und Harbach- Großen-Bufeck als Rechnungsprüfer bestimmt. , , t ,

Ein Antrag Lich, betreffend den Herbltverbandstag 193ö, wurde als bereits erledigt bezeichnet.

Das Abzeichen für löjähriae Dienstzeit wurde an folgende Wehren verliehen: Lich erhielt 5, Großen- Buseck 1, Rieder-Bessingen 1, Hungen 3, Lang-Göns 12, Allendorf a. d. Lda. 1, Gießener Freiwillige Feuerwehr 4, Freiwillige Gailsche Feuerwehr 2, Watzenborn-Steinberg 9, Grünberg 2, Lollar 6, Heuchelheim 12.

Sodann überreichte der Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier dem Ehrenkommandanten Karl Jung von Klein-Linden das Ehrenkreuz für 40jährigen Dienst bei der Feuerwehr. Er dankte dem Jubilar für seine treuen Dienste bei der Feuerwehr und be- schloß die Ehrung mit einem Gut-Wehr.

Hierauf teilte Kreisfeuerwehrinfpektor Bouffier noch mit, daß innerhalb der Wehren Preffewarte zu ernennen sind. Ferner ging er auf die mangelnde Wasserversorgung in einigen Gemeinden ein. Be­sonders erwähnt wurde hierbei der letzte Großbrand in Geiß-Nidda, bei dem der Wassermanael sehr zur Ausdehnung des Brandes verhalf. Abhilfe wird von allen Gemeinden dringend verlangt. Nachdem noch einige technische Angelegenheiten besprochen waren, teilte er weiter mit, daß für die Zukunft die Feuer­wehrtage des Kreisamts mit dem Herbstverbandstag zusammen abgehalten werden, damit alle Gemeinden vertreten fein müssen. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier forderte weiter zur Gründung freiwil­liger Feuerwehren im Kreise auf, ferner bat er, bei Ernennung von Kommandanten nur auf die Be­fähigung zu sehen.

Regierungsrat Weber verlangte auch, daß die Grünoung der freiwilligen Feuerwehren im Kreise gefördert wird, da nur die Freiwilligkeit dem Werke am besten diene. Die Gemeindevertreter wurden zur Unterstützung aufgefordert.

Verbandsführer Wenzel teilte noch mit, daß Branddirektor Braubach zum Ehrenmitglied des Kreisverbandsausfchuffes ernannt wurde. Sodann begrüßte er noch Altbürgermeister Fendt, Hungen. Bürgermeister i. R. Fendt dankte für die Begrü­ßung, ging nochmals auf die Beseitigung der Mängel bei der Wasserversorgung in den Gemeinden ein und machte hierbei brauchbare Vorschläge.

Aber auch der Schutz des Feuerwehrmanns wurde erwähnt. Hierzu machte Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier die Mitteilung, daß das Sanitätswefen in einer Anzahl Wehren bereits gefördert werde.

Mit einigen geschäftlichen Mitteilungen und einem Wehr-Heil wurde die Tagung geschloffen.

Oie Hebung.

Nach der Tagung fand die U e b u n g der gast- gebenben Wehr mit Brandangriff statt. Während

Wir sanden zueinander.

Vornan von Klothilde v. Stegmann

Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.)

25 Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Er hatte leise und leiser gesprochen. Tiefe Be­wegung schwang in seinen Worten. Karla saß wie in einer süßen Lähmung da. Sie hätte auf- stehen mögen, fortgehen und ihm sagen müssen:

Sprich nicht weiter! Ich darf es nicht hören! Ich darf nicht glauben, was ich in deinen Worten ohne."

Aber der süße Bann hielt sie ganz gefangen. Zitternd duldete sie es, daß Doktor ßanggiffer ihre Hand ergriff und leise sagte:

Karla! Sie müssen es Doch gefühlt haben, schon in Wiesbaden, daß Sie mir das Teuerste auf der Welt sind."

Sprechen Sie nicht weiter!" flehte Karla.Ich bitte Sie darum."

Werner ßanggiffer ließ Karlas Hand frei:

Sie wollen nicht, daß ich Ihnen sage, was Sie mir bedeuten? Sie fühlen nichts für mich?"

Oh, mein Gott!" Karla schlug die Hände vors Gesicht und meinte fassungslos. Und zwischen ihrem Schluchzen sagte sie leise:Das ist es ja nicht. Nein! So ist es ja nicht!"

Wie ist es denn, Fräulein Karla?"

Sanft, aber unwiderstehlich zog ßanggiffer ihr die tränennaffen Hände von dem verzweifelten Antlitz:

Fräulein Karla! Könnten Sie mich ein wenig lieb haben? Oder bedeute ich Ihnen nichts?"

3d) habe Sie lieb!" flüsterte Karla.

Warum weinen Sie denn dann? Weinen Sie- weil Sie mich abweisen müssen? Oder..."

Weil ich nicht schön, nicht gesund genug für Sie... Weil ich ein Krüppel bin!" kam es tonlos zurück.

Da lachte Werner ßanggiffer tief und glücklich auf. Er nahm Karla in seine Arme. Er hielt sie trotz ihres Widerstrebens fest und fester. Den Mund in ihr Haar gedrückt, sprach er:

Wie kann so ein kluges Mädchen so ein törich­tes Kind fein? Wie kann ein so süßer Mund" hierbei drückte er einen innigen Kuß auf Kar­las zuckende ßippenso dummes Zeug reden? Karla! ßiebling! Weißt du nicht, daß ich dich vom ersten Tage an geliebt habe? Kaum daß wir uns in Wiesbaden begegneten, wußte ich: Du bist die einzige Frau, die ich lieben könnte. Ich hoffte, langsam deine ßiebe zu gewinnen. Ich habe oft gezweifelt, weil du mir fo scheu auswichst, und dennoch sagte mir eine innere Stimme: Hinter dieser Scheu steckt ein Empfinden für dich! Ich wollte sprechen, dich zwingen, dich zu bekennen da kam der Zusammenbruch des Sanatoriums. Ich

war ein Bettler. So aber konnte ich nicht vor dei­nen Vater treten, um dich werben. Ich mußte erst wieder festen Grund unter den Füßen haben. Jetzt ist es fo weit, Karla. Daß ihr euch hier anmeldetet, war für mich eine Bestätigung, daß das Schicksal meinen heißesten Wunsch erfüllen wollte, Karla! Du mußt dich frei machen von dem Gedanken, daß du äußerlich benachteiligt bist. Ein Arzt sieht mit anderen Augen. Ich sehe deine Seele, Karla, deine feine, liebevolle Seele. Sie ist mir mehr wert als alle Schönheit der Welt. Mit dir ist das ßeben für mich lebenswert ohne dich ist es nichts! Nun sage mir noch einmal, daß du mich liebst, und daß wir uns nie trennen wollen!"

Sanft bog er ihren Kopf rückwärts und suchte in ihren Augen die Bestätigung ihrer ßiebe. Karla aber hatte die ßiber geschlossen. Auf ihrem zar­ten Antlitz, das der Mond weich beschien, lag ein überirdischer Ausdruck des Glücks.

Es ist wie ein Traum!" flüsterte Karla.Ich wage gar nicht die Augen aufzumachen, weil ich Furcht habe, er verweht."

Da nahm Werner ßanggiffer Karla wieder fest und sicher in seine Arme:

Du kannst die Augen ruhig Öffnen, Karla, Das Glück ist nicht Traum, es ist Wahrheit."

Endlich fanden die ßiebenben wieder zur Wirk­lichkeit zurück.

Mein Gott", sagte Karla erschrocken,da haben war ja Marlen und Dietrich ganz vergessen!"

Nun, wir hatten doch aber sehr wichtiges zu tun!" meinte ßanggiffer lächelnd.Wir mußten uns doch verloben! Aber nun wollen wir einmal ernsthaft überlegen. Erzähle mir, Karla."

Karla berichtete von ihrem Gespräch mit Marlen und Dietrich, ßanggissers Gesicht wurde immer ernster.

(Sins begreife ich bei der ganzen Geschichte nicht", sagte er nachdenklich.Warum hat Marlen dir eingestanden, daß sie Dietrich Veltheim liebt? Unb roarum hat sie ihm gesagt, baß sie nichts für ihn fühle unb nur aus äußeren Rücksichten ihn heirate? Ja, wenn Dietrich Veltheim nichts für Marlen gespürt hätte, würbe ich das noch begreifen."

»Er muß sie aber gleich gern gehabt haben", fiel Karla eifrig ein.Ich habe es aus feiner ganzen Art herausgefühlt. Und ich kenne ihn gut, vielmehr, ich glaube ihn zu kennen", schloß sie be* brurft,benn bas, was sich jetzt alles begeben hat, qt mir rätselhaft. Es paßt in nichts zu bem Cha­rakter von Marlen unb Dietrich."

Unb barum muß irgenb etwas Drittes da­zwischen gekommen sein", überlegte Werner Lang- Mer.

Karla schwieg einen Augenblick, bann sagte sie lebhaft:

Eine einzige Erklärung wäre möglich."

Unb welche?"

Dietrich war boch einmal kurze Zeit verlobt mit seiner Kusine Jutta von Bergseide, einem un»

angenehmen, intriganten Mäbchen. Ob bie etwa irgenbroie bahintersteckt?"

Wie wäre bas möglich? Ist fie benn jemals mit Marlen zusammengekornmen?^

Nein! Das heißt" Karla sah ihren Verlob­ten ganz erregt an.Herrgott, jetzt besinne ich mich ja auf eine Sache. Sollte ba bes Rätsels Lö­sung sein? Hör zu, Werner: Ich besinne mich jetzt ganz genau. Als ich von ber Anwesenheit Dietrichs auf Schloß Veltheim nach bem Tobe feiner Tante hörte, fuhr ich mit Marlen fnfort hin, um Dietrich ZU sehen. Ich traf ihn nicht an, wohl aber Jutta Bergfelbe. Marlen wartete im Nebenzimmer. Es kam zwischen Jutta unb mir zu einer erregten Szene. Jutta erklärte mir, baß Dietrich sie immer noch liebe, sie ihm aber ben Laufpaß gegeben habe. Als ich fortgehen wollte, traf ich Marlen nicht mehr im Nebenzimmer. Sie saß unten im Auto unb sagte mir auch, sie hätte bie ganze Zeit unten verbracht. Werner, wenn Marlen nun boch Juttas Worte mit angehört hätte, mußte sie dann nicht glauben, daß Dietrich Jutta immer noch liebte?"

3a liebte er benn 3utta Bergfelbe bamals wirklich nicht mehr? Wozu hat biefe 3utta bir bann so etwas erzählt?"

Weil sie nicht zuaeben wollte, baß er bie Ver- lobung aufgehoben hatte. Dietrich hat es mir ja bann erzählt. Er war glücklich, 3uttas wahres Wesen erkannt zu haben. Unb barum hoffte ich auch so sehr, baß Marlen ihm ben verlorenen Glauben an bie Frauen roiebergeben würbe. Wenn Marlen aber 3uttas Worte gehört unb ge­glaubt hätte?"

"Dann mußte sie benfen, baß Dietrich mit ber ßiebe zu einer anberen im Herzen um fie warb Dann mußte sie benfen, sie wäre nur ein Tuttel für Dietrich, um bie Testamentsbestimmung ZU erfüllen. Da hätten wir bie ßöfung bes Rätsels. Es. wuß so sein, es ist anbers gar nicht benfbar. Wir müssen barüber Klarheit bekommen. Dann habenmir biefe beiben Menschen zueinanber ge­bracht.

Arzt sprach ganz erregt. Ein energi- scher Wille leuchtete ihm aus ben Augen.

Aber wie werben wir bie Wahrheit heraus- befommen, Werner?"

Daburch, baß wir mit Dietrich sprechen. Komm, Karla, ich melbe jetzt noch ein bringenbes Tele­phongespräch nach Veltheim an."

Eng umschlungen gingen die beiden ßiebenben öenm?urtren Barkweg entlang bem Sanatorium zu.

"Wie schnell entschlossen bu bist, Werner!"

Ohne bas geht's nicht, ßiebling! Man muß nie zögern, wenn einem eine Sache auf bem Her- jeh brennt. Hätte ich zum Beispiel noch länger gewartet, dich zu fragen was roare bann ae* worden?" Er küßte sie nun innig.

Noch schnell einen Kuß, Karla, bis mir wieder bei oen anderen sind. Da müssen wir wieder den vernünftigen Arzt und die brave Patientin spielen.

obwohl es nur wenige Jahre gebraucht wird. Cs soll so lange wie möglich erhalten werden, auch wenn es etwas schadhaft ist. Nur wenn eitrige Prozesse an den Milchzähnen entstehen, müssen auch diese entfernt werden. Denn sie bilden in diesem Zustand einen Herd, der leicht zu weiteren Er­krankungen führen kann; auch sind sie funktions­untüchtig und verleiten durch Unbehagen und Schmerzen zu einer Kaufaulheit, die nachteilig ist. Die Milchzahnpflege wird heute genau fo ernst ge­nommen wie die konservierende Behandlung der bleibenden Zähne. Es müssen also auch an den Milchzähnen Plomben angefertigt werden. _ Ein Kind mit gefunden, richtig stehenden Milchzähnen hat alle Aussicht, gute bleibende Zähne zu bekom­men. Auch die kieferorthopädische Kontrolle, d. h. die Beurteilung, ob die Zähne richtig stehen, kann schon bei den Milchzähnen durchgeführt werden.

Gesunde Zähne können nur in einer gesunden Umgebung gedeihen, also muß die Mundhöhle und das Zahnfleisch sauber gehalten und gepflegt wer- den. Die bei Kindern häufigen eitrigen Bläschen am Zahnfleisch und an der Mundschleimhaut dürfen nicht vernachlässigt werden. Es muß nachgesehen werden, wodurch fie verursacht wurden. Manchmal ist ihr Ausgangspunkt eine scharfe Ecke an einem Zähnchen, zu der sich eine Infektion der Wunde ge­sellt. Die typischen Bläschen (Aphthen) bedürfen einer Behandlung durch Spülen und Pinseln mit einer vom Arzt zu verordnenden Flüssigkeit. Bei lehr hartnäckigen Formen hat sich einfacher Seifen­schaum einer guten, reinen Seife zur Behandlung dieser Pusteln bewährt.

Die Pflege des kindlichen Gebisses ist von aus­schlaggebender Bedeutung für Gesundheit und Schönheit bes Kinbes und muß daher sorgfältig von der Mutter überwacht werden. E. G.

Spitzenleistungen

imCircus der 7000".

Die Hochwertigkeit deutscher Artistenkunst im Rahmen seines Unternehmens unter Beweis zu stellen, sieht derCircus der 700 0", der vom Samstagabend bis einschl. kommenden Mittwoch­abend auf Oswaldsgarten gastiert, als feine beson­dere Aufgabe gegenüber dem Publikum an. Diese ideelle Zielsetzung teilte einer der Leiter des Unter­nehmens am Schluffe der Eröffnungsvorstellung am Samstagabend in einer kurzen, schlichten An­sprache mit, in der er den Gießenern feinen Dank für ihr sehr starkes Interesse an dem Auftakt des Gastspiels aussprach. Und in der Tat: der Beweis dafür, daß deutsche Zirkuskünstler nicht nur hoch­wertige, sondern einfach fabelhafte, in höchstem Maße bewundernswerte Leistungen auf den ver­schiedensten Gebieten der Zirkuskunst zu leisten ver­mögen, daß sie jeder ausländischen Konkurrenz die Spitze bieten können, ist in diesemCircus der 7000" unwiderleglich sestzustellen. Bei diesem Unter­nehmen herrscht nicht der Grundsatz der pompösen Fassade, hinter der oft nichts an Leistungen zu fin­den ist, sondern hier gilt die einfache, schlichte Front nach außen, dafür aber in der Arbeit das höchste Leistungsprinzip, bei dem fein Durchschnittskönnen Platz hat, sondern einzig und allein die künstlerisch- solide fundierte Spitze der Darstellungen Gettung hat. Auf dieser vortrefflichen Grundlage wurde den Besuchern, die am Samstagabend bei der Eröff­nungsvorstellung den Circus bis zum allerletzten Plätzchen füllten, eine Unterhaltung bereitet, die nach jeder Richtung hin als unübersehbar, als mustergültig für manches größere Unternehmen der Zirkuskunst bezeichnet werden muß. Die Künst­ler und die Leiter des Unternehmens hatten dafür die Freude, für ihre Leistungen Beifallfalven ernten zu können, wie wir fie in dieser Stärke und Aus­dauer bei manchem anderen Zirkusgastspiel früher nicht wahrnehmen konnten. Zusammenfaffend ist von der Gesamtleistung dieses noch jungen Unter­nehmens es wurde erst im März d.J. gegrün­det zu sagen: der Weg der Leitung ist richtig, die Leistungen der Künstler sind Spitzenwerte der

Aber nicht mehr lange, Karla! Morgen früh ist es das erste, daß ich mit deinem Vater spreche. Auf Wiedersehen, Liebling! Ich gehe den Seitenweg ins Haus. Man braucht nicht zu wissen, daß wir zusammen waren. Warte bann im Lesezimmer auf mich, ich berichte dir von dem Erfolg bes le- lephongejprächs."

*

Den ganzen einsamen Abend hatte Dietrich in finsterem Sinnen verbracht. Nun war sein Ent­schluß gefaßt. Er klingelte:

Meinen Handkoffer und Sachen für eine Nacht!" befahl er. ,Lch reife morgen früh für einen Tag nach Berlin."

Sehr wohl, Herr Graf!"

Der Diener wollte sich gerade entfernen, da klin­gelte das Telephon schrill und anhaltend.

Nanu das hört sich ja nach Ferngespräch an; nehmen Sie ab!" befahl Dietrich.

Hier Schloß Veltheim!" meldete sich der Die­ner. Dann reichte er Dietrich den Hörer.Fern­gespräch aus Locarno, Herr Graf!"

Dietrichs Gesicht zeigte Unruhe. Karla würde doch nichts geschehen sein?

Hier Dietrich Veltheim! Wer dort?"

Er stutzte.

Ah, Doktor ßanggiffer? Ja was gibts denn? Nichts Schlimmes? Das freut mich. Also Gutes ja?"

Er horchte angespannt. Die Stimme ßanggissers klang so deutlich, als wäre sie nebenan.

"Ich soll Ihnen schönste Grüße von Fräulein von Weckenroth bestellen, Herr Graf! Wir haben heute lange über Sie gesprochen. Heber Sie und Ihre Frau. Hören Sie mich, Herr Graf?"

Jawohl!"

Herr Graf", hörte er wieder,ich würde Sie brennend gern sprechen. Ich glaube, wir könnten 3bnen bie ßofung bes Rätsels mitteilen, bas Ihr ßeben unb bas ßeben Frau Marlens beschattet. Horen eie mich, Herr Gras?"

Dietrich atmete tief auf:

,,3d) bin in zwei Tagen bei Ihnen!" sagte er entschlossen. '

Ein frohes ßadjen scholl durch ben Apparat:

Das ist recht, Herr Graf! Karla unb ich erwar­ten Sie!

,Karla unb Sie?" fragte Dietrich verwundert. le, fall ich bas verstehen, Herr Doktor? Darf ich glauben, baß Karla unb Sie"

garoobl!" fam es jubelnb zurück.Unb barum, metl wir beibe so glücklich finb, möchte ich wünschen. Daß auch zwei anbere Menschen, bie Karla und mir teuer sinb, glücklich werben."

Da ging ein mattes ßächeln über Dietrichs Ge­sicht:

, bann alles Gute für Sie und Karla, fie« Laiiggiffer! Ich bin übermorgen bei

3x)nen! Genaue Zeit telegraphiere ich noch."

. (Fortsetzung folgt!)