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Nr.186 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Montag, (2. August 1955

SA-Standarte 116 marschiert.

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Brigadeführer Schmidt (vorn rechts) beim Abschreiten der Front der SA. auf dem Trieb; vorn links Standartenführer Lutter.

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Brigadeführer Schmidt (im Auto stehend) beim Vorbeimarsch der Standarte. Vor dem Auto stehend von rechts nach links: Kreisleiter Pg. Klostermann, Standartenführer Lutter, Oberbürgermeister Pg. Ritter. (Aufnahmen [4]: Photo-Pfaff, Gießen.)

Im Rahmen des Reichswettkampfes der SA. trat am gestrigen Sonntag die Standarte 116 unter dem Kommando ihres Standartenführers Lutter zu einer Kundgebung in Gießen an, die in ein­drucksvoller Weife den eindeutigen politischen Tat­willen der SA. und ihre vorbehaltlose stete Einsatz­bereitschaft für das Aufbauwerk des Obersten SA.- Führers Adolf Hitler dokumentierte.

Im Straßenbild der Stadt zeigten viele, quer über die Straßen gespannte Spruchbänder den Kampf- und Opfergeist der SA. U. a. konnte man da lesen:Die Fahnen hoch, die Reihen fest ge­schlossen."Der SA.-Mann ist Sozialist der Tat."Wir dulden keine Sabotage am Auf­bauwerk unseres Führers."Und ihr habt doch aesiegt! SA."Wir sind auf der Wacht, wir sind die Alten noch heut."Ohne die SA. kein Drittes Reich."Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen."Du bist nichts, dein Volk ist alles."So stehen die Sturmkolonnen zum Kampfe bereit, erst wenn die Juden fliehen, erst bann sind wir befreit." Ferner durchfuhren in den Vormittagsstunden vor dem Aufmarsch zahl­reiche Propaganda-La st autos, mit SA.- Männern dicht besetzt, unter wehender Hakenkreuz­flagge, rundum mit Propaganda-Aufschriften ver­sehen, die Stadt und riefen, sowohl durch Sprech­chöre, wie auch durch die Fahrten selbst, die Er­innerung an die schweren Kampfjahre der alten SA. wach. Daneben sah man am Selterstor saty- rische Zeichnungen ausgestellt, die sich mit viel be­achteten Darstellungen gegen die Kräfte der Re­aktion, dem Standesdünkel und den überheblichen Kastengeist wandten.

Von 9.30 Uhr ab sammelten sich die Sturm­banne zum Marsch nach dem Trieb zur P a - radeaufstellung der Standarte. In kurzer. Zeit war dieser Aufmarsch der viele Glieder tiefen Sturmbanne vollendet, im prächtigen Hoch­sommer-Sonnenschein boten die starken braunen Kolonnen einen prächtigen Anblick. Nachdem das ehrwürdige Feldzeichen der Standarte und die Fahnen der Stürme unter dem Geleit eines Fah­nensturms angekommen waren, konnte wenige Minuten später Standartenführer Lutter dem Brigadeführer Schmidt, in dessen Begleitung sich auch Pg. Klo st ermann befand, die Stan­darte 116 melden, während gleichzeitig die brau­nen Kolonnen in militärisch straffer Haltung ver­harrten. Der Brigadeführer entbot den Kame­raden feinen Gruß, der in kräftiger Weise erwidert wurde. Darauf schritt der Brigadeführer unter den Klängen des Präfentiermarsches die Front ab, wobei er durch Händedruck die Sturmbannführer und in ihnen zugleich jeden SA.-Kameraden be­grüßte. Dann hörten die Kameraden eine kurze AnsprachedesBrigadeführersGchmidt, der u. a. sagte: Kameraden! Der Führer hatte uns für die vergangenen Wochen die große Auf­gabe gestellt, im Rahmen der Reichswettkämpfe der SA. zu beweisen, was sie zu leisten vermag. Ich habe mich im Verlaufe dieser Wettkämpfe in allen Orten überzeugt, daß die SA. den an sie gestellten Anforderungen gewachsen und daß der alte SA- Geist überall lebendig ist. Ich habe mich besonders auch darüber gefreut, wie gerade der SA.-Mann auf dem Lande, von feiner schweren landwirtschaft­

Auf der Propagandafahrt in Gießen.

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Vorbeimarsch auf dem Landgraf-Philipp-Platz; das Feldzeichen der Standarte vor dem Brigadeführer.

lichen Arbeit nach Hause kommend, freudig an diesen Wettkämpfen teilnimmt, um für seinen Sturm alles herauszuholen. An jeden einzelnen SA.-Mann werden heute große Anforderungen ge­stellt. Wir müssen diese Anforderungen stellen, da­mit wir wieder eine Truppe erhalten, die im Kampfe etwas leisten kann. Wer jetzt nicht in den Reichswettkämpfen zu uns steht, der hat in unseren Reihen nichts mehr zu suchen. Treue zum Führer und Treue zum Kameraden, das ist das, was uns alle miteinander verbindet. Die Reichswettkämpfe sollen dem deutschen Volke erneut zeigen, daß die SA. stets bereit ist, für den Führer einzutreten. Es gibt auch heute noch im Vaterland Reaktionäre, Zentrum und Spießer, die noch nicht erfaßt haben, um was es geht. Es wird vielleicht auch der Tag kommen, da der Führer feine SA. ruft, und dann wollen wir stehen, genau wie im Reichswettkampf, treu zu unserem Führer!

Heute steht die ganze Standarte 116 angetreten, um auch hier in einer Großkundgebung zu bewei­sen, daß die SA. in Gießen, wie im ganzen deut­schen Lande, treu zu ihrem Führer steht. Der Marsch durch die Stadt wird dies auch den Volks­genossen zeigen, die es nicht der Mühe wert hielten, hier herauf zu kommen.

Wir geloben unserem Führer erneut die Treue und bekräftigen dies mit dreifachem Sieg-Heil!

Brausend erklang der Treue- und Huldigungs­ruf der SA.-Männer für ihren obersten Führer über das weite Feld des Trieb.

Anschließend formierten sich die Stürme sturm- bannweise, das Feldzeichen der Standarte voraus, die Sturmfahnen bei den Stürmen, unter der Füh­rung des Standartenführers Lutter zum

Propagandamarsch

vom Trieb aus durch die Kaiserallee, Ludwigstraße, Bleichstraße, Hindenburgwall, Seltersweg, Kreuz­platz, Sonnenstraße, Landgraf-Philipp-Platz, lieber« all wurden die marschierenden Kolonnen von der großen Menschenmenge in den Marschstraßen freu­dig begrüßt, allenthalben dokumentierte sich die innige Verbundenheit der SA. mit allen Schichten der Bevölkerung. Vielfach wurden die braunen politischen Soldaten des Führers auch durch Zu­werfen von Blumen begrüßt.

Vor dem 116er-Denkmal auf dem Landgraf- Philipp-Platz erfolgte in Gegenwart der Pg. Klo­st e r m a n n und Ritter, des Standartenführers Lutter und anderer SA.-Führer der

Vorbeimarsch

vor dem Brigadeführer, dem die Stürme durch schneidige Haltung und zackigen Marsch zeig­ten, daß in ihren Reihen bester soldatischer Geist wirksam ist. Eine große Menschenmenge war auch hier begeistert und stark interessiert als Zuschauer erschienen.

Mit diesem Vorbeimarsch fand die denkwürdige Kundgebung ihren eindrucksvollen Abschluß.

Kreisfeuerwehrtag in Klein-Linden.

40 Zahre Freiwillige Feuerwehr Klein-Linden.

Die Absteigvorrichtung der Klein-Lindener Feuerwehr wird vorgeführt. (Aufn. [2]: Neuner, Gießen.)

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Der Herbstverbandstag der Freiwilligen Feuer­wehren des Kreises Gießen, der zur Erledigung technischer Fragen bestimmt ist, wird schon fange auch dazu benutzt, die Kameradschaft zu pflegen. So kommt es, daß er regelmäßig mit einem ande­ren festlichen Ereignis verbunden wird. Am gestri­gen Sonntag fand auch in Klein-Linden gleich­zeitig die Feier des 40jährigen Beste- hens der dortigen Wehr statt. Was diese 40 Jahre freiwillige Feuerwehr bedeuten, kann nur der ermessen, Der diese Jahre miterlebt hat. Nicht immer war es in der Jubelwehr so bestellt wie heute, und manche Enttäuschung mußten die Feuerwehrleute erleben, aber trotzdem wurde es geschafft. Drei Jubilars (Ehrenkommandant Karl Jung, langjähriger Rechner Heinrich Ufer, lang­jähriger Spritzenmeister Ludwig Schaum) konnten geehrt werden.

Der Samstagabend war der Begrüßung der heimischen Bevölkerung und einiger geladener Gäste gedacht, bei dem auch die Ortsvereine, Sän­ger, Turner und Radfahrer, mitwirkten.

Am Sonntagvormittag fand im GasthausZur deutschen Eiche"

der Herbstverbandstag

statt, der von 30 Wehren mit 53 Vertretern besucht war.

Kreisverbandsführer Wenzel eröffnete den Ver­bandstag und stellte zunächst den Amtsnachfolger des Branddirektors Braubach, Brandinspektor Lenz- Gießen, vor. Sodann begrüßte er den Ver­treter des Kreisamtes, Regierungsrat Weber, so­wie den Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier,

Klein-Lindener Feuerwehr an der Steigleiter \

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