gehen, die uns nach den Erlebnissen des Welt- krieges in die Lage bringen könnten, gegen Deutsche zu kämpfen und wieder für die Interessen jener Hochverräter zu bluten, die unser altes großes Vaterland zerrissen haben."
Man versteht nun, w a r u m die österreichische Regierung die Verbreitung dieses Buches in den Bun- desländern verboten hat. Alles, was Conrad von Hötzendorf hier ausspricht, ist ein Schlag ins Gesicht der Wiener Politik. Mit ihrer Derbotsanwei- sung hat die Regierung sich selbst und ihre wahren Absichten schonungslos enthüllt, denn das Bekenntnis Conrad von Hötzendorfs besagt nichts anderes, als was auch das gesunde Denken und Fühlen des Volkes für wahr hält: daß nämlich der beste Oe st erreichet immer auch zugleich der beste Deutsche ist.
Lügen Wiener Skandalblätier.
Berlin, 10. Aug. (DRB.) Die Wiener Skandalpresse, insbesondere das „R euigkeitswelt- blatt" und sein Ableger, der „T e l e g r a p h", hatte vor einigen Tagen sensationelle Berichte mit wüsten Behauptungen über Vorkommnisse in Deutschland verbreitet. So wurde im einzelnen geschildert, wie der ehemalige Führer des Jungdeutschen Ordens, Artur Mah- raun, angeblich vor einigen Wochen in bestialischer Weise u m g e b r a ch t worden sein soll. Dazu ist festzustellen, daß Mahraun in Berlin einen Verlag besitzt, sich gesund und munter befindet und seinen Geschäften nachgeht.
Ferner wurde die Niederlegung der Ehrenmitgliedschaft des Generalfeldmarschalls von Mackensen im Stahlhelm zum An
laß genommen, um nun in phanasievollster Weise zu schildern, wie angeblich der Generalfeldmarschall mit vorgehaltenem Revolver zur Abgabe der Erklärung gezwungen worden sei, eine Darstellung, die schon den Stempel der Lüge an der Stirne trägt. Jeder weiß, welcher Wertschätzung und Hochachtung sich Generalfeldmarschall von Mackensen im neuen Deutschland erfreut, welche Ehrungen ihm bereitet worden sind, und weiß auch, daß ein Feldmarschall von Mackensen sich nicht erpressen läßt. Die Adjutantur des Generalfeldmarschalls von Mackensen gibt zu den Wiener Lügenmeldungen folgende Erklärung ab: „Die Nachrichten, welche in ausländischen Zeitungen über die Gründe der Niederlegung der Ehrenmitgliedschaft des Generalfeldmarschalls von Mackensen im Stahlhelm verbreitet werden, sind v 0 n A bis Z erlogen. Von den geschilderten Vorgängen ist hier nichts bekannt." Wir wissen genau, daß die jüdischen Schmierfinken einer gewissen Wiener Skandalpresse so bar jedes Ehr- und Schamgefühls sind, daß sie auch solche würdige Erklärungen nicht hindern werden, weiter ihren schmutzigen Geschäften nachzugehen.
Bauer und Mittelstand als Objekte kommunistischer Propaganda.
Moskau, 12. Aug. (DNB.) Auf dem Komintern-Kongreß wurde die Aussprache über den Bericht Dimitroffs abgeschlossen. In der Aussprache, die acht Tage gedauert hat, sind 7 6 Vertreter der verschiedenen Sektionen der Komintern
zu Wort gekommen. Vertreter der kommunistischen Parteien Frankreichs und der Vereinigten Staaten bezeichneten eine Verstärkung der Propaganda unter den Bauern als notwendig. Der französische Kommunist erklärte freilich, die soziale Struktur des französischen Dorfes biete für eine erfolgreiche kommunistische Agitation nur wenig Voraussetzungen. Dennoch hoffe seine Partei, daß die in Frankreich hergestellte Einheitsfront der Linken eine Grundlage bilde, deren sich die Kommunisten bei ihrer Agitation unter der französischen Bauernschaft bedienen würden. — Der Amerikaner erklärte, dem amerikanischen Farmer dürfe man nicht mit dem Schlagwort „Bildung von Sowjets" kommen. Aber da der Faschismus auch in Amerika „eine Gefahr" darstelle, so glaubten die Kommunisten, daß es bet Ausnützung der in Farmerkreisen herrschenden wirtschaftlichen Not doch noch gelingen werde, die Landbevölkerung für eine Koalition gegen den Faschismus zu gewinnen. Vertreter der Sowjetrussischen Kommunistischen Partei traten für eine intensivere agitatorische Tätigkeit i n den Reihen der Intelligenz und des Mittelstandes ein. Die Auffassung, die bürgerliche Intelligenz sei ein grundsätzlicher Feind des Kommunismus, sei irrig. Man müsse diese Kreise darauf aufmerksam machen, daß das kulturelle Erbe einer großen Vergangen- h e i t „nur von den Kommunisten gerettet werden könne" (!!). Die Kopfarbeiter könnten die wertvollsten Stützen des Kommunismus werden. Hier fei jedoch eine große ideologische Arbeit zu leisten. Aber leider hätten auf diesem Gebiete fast alle Sektionen bisher versagt.
Frankreichs Kampf um innere Gesundung.
Reue Notverordnungen.
Abbau bei der Tabakregie.—Berwaltungs- reform in Aussicht.
Paris, 11. Aug. (DNB.) Im „JournalOfficiel" sind 29 weitere Notverordnungen erschienen, darunter die Erhöhung der Lehrgelder für höhere Schulen und Universitäten, ferner die Entlassung von 12 0 0 Angestell- ten der staatlichen Tabakregie. Ein großer Teil des Personals der Tabakregie sei deshalb überflüssig geworden, weil der Zigarrenoerbrauch seit einigen Jahren immer mehr zurück g e h e. Der Umsatz sei von 63 000 Kilogramm im Jahre 1931 auf 46 000 Kilogramm im Jahre 1934 zurückgegangen. Gegenwärtig verfüge der Staat über T a b a k v o r r ä t e, die die Versorgung sämtlicher Zigarrenraucher Frankreichs für drei Jahre erlaube.
Laval hat den Präfekten erklärt, daß das bisherige „Fortwursteln" im Verwaltungsbetrieb mit den Erfordernissen der Stunde unvereinbar sei. Daß die Präfekten der Regierung Forderungen übermittelten, die in bisweilen beleidigenden Wendungen gehalten seien, sei unerträglich und müsse aufhören. Die Presse glaubt, daß die Regierung die Verjüngung der Staatsverwaltung in Angriff nehmen werde, die natürlich eine langwierige und vor dem Wiederzusammentritt des Parlaments kaum durchzuführende Aufgabe darstelle.
DieVauern fordern befferepreise
Paris, 11. Aug. (DNB.) In Amiens hatten sich am Sonntag zahlreiche Bauern aus Nordfrank- retch eingefunden, um über Maßnahmen zur Behebung der Krise in der Landwirtschaft zu beraten. Wenn die von der Bauernschaft geforderte Preisaufwertung für lano w i rtschaft l i che Erzeugnisse erfolglos bleibt, wollen die Versammlungsteilnehmer, die 510 Verbände des bäuerlichen Selbstschutzes vertreten, für eine rücksichtslose Deflationspolitik werben, die auch vor den Bezügen des Staatsoberhauptes, der Minister, der Parlamentarier und aller oberen Beamten nicht halt machen soll. Die Vertreter der örtlichen Gruppen legten außerdem den Schwur ab, alle Beziehungen zur Regierung abzubrechen, wenn ihre Forderungen a b gelehnt würden. Am Vorabend der Neuwahlen, so heißt es in einer Entschließung, würden sie ihre politischen Ansichten zurückstellen und nur denjenigen Abgeordneten und Senatoren ihre Stimme geben, die im Parlament bewiesen hätten, daß sie sich um das Bauerntum und die Landwirtschaft kümmerten.
Der Staatschef fordert Einigkeit, Ruhe und Vertrauen.
Gemeinsame Anstrengungen für Finanz- gesundnng und Wirtschaftsbelebung.
P a r i s, 11. Aug. (DNB.) Der Präsident der Re- publik Lebrun hatte sich am Sonntag von seinem Heimatort Mercy le Haut nach M e tz begeben, um der Einweihung eines Denkmals berzuwohnen, das die Stadt Metz ihren im Felde Gefallenen errichtet hat, ohne Rücksicht darauf, auf welcher Seite sie gekämpft haben. Seine Rede klang aus in eine Mahnung an das Land zur Einigkeit. Diese Einigkeit, so erklärte er, die uns Hand in Hand zeigte, als die Freiheit und Unversehrtheit des Vaterlandes in Gefahr waren, die uns erneut zusammen- führte, als die Schäden des Krieges wieder gutgemacht werden mußten, und in der wir uns wieder zusammenfinden, um unsre Heimgegangenen Brüder zu ehren, diese Einigkeit sollte auch in der Stunde wieder aufleben, in der uns andere Gefahren bedrohen, in der wir unsere Energie und unseren Willen emporreißen müssen, um diese Gefahren überwinden zu können. Eines ist sicher, die Hebel, unter denen wir leiden, stammen aus der Krise, die über die Welt gekommen ist, und von der Frankreich nicht verschont bleibt. Man wird sie endgültig erst überwunden haben, wenn die Völker auf dem Gebiete der Wirtschaft, der Währung und des internationalen Handels z u de n gesunden Methoden zurückkehren, die lange Zeit ihren Wohlstand verbürgten. Ader bis zu diesem Umschwung, der nicht ausschließlich von uns abhängt, muh eine große mutige Anstren- gung im Lande f ü r das bringende Werk der F i n a nz g e su n d u n g und Wiederbelebung der Wirtschaft unternommen werden. Sammeln wir uns brüderlich um die Fahne der Nation. Weg mit den geballten Fäusten, bösen Blicken und gehässigen Worten. Das Glück für alles kann nur in einer Atmosphäre der Ruhe, der Ordnung, der Eintracht und des Vertrauens wiederkehren.
Neue Zwischenfälle in Brest.
Paris, 12. Aug. (DNB. Funkspruck.) Am Sonntagabend fanden in Brest Vorübergehende einen Soldaten bewußtlos in der Hafengegend und veranlaßten seine Ueberführung in ein Krankenhaus. Man vermutet nicht zu Unrecht, daß er e i n O p f e r der Rache der Arbeiterschaft geworden ist. Sein Zustand soll besorgniserregend sein. Ein Unteroffizier des zweiten Kolonial-Regiments, der einen Arbeiter erschossen hatte, als dieser gegen ihn und einen seiner Kameraden angeblich eine drohende Haltung eingenommen hatte, ist verhaftet worden. Der sozialistische „Populaire" fordert die Verlegung des zweiten Kolonial-Regiments von Brest in eine andere Garnison, da zu befürchten sei, daß es noch häufiger zu Zusammenstößen zwischen der Arbeiterschaft und den Soldaten kommen werde, die bei den Unruhen Befehl erhalten hatten, gegen die Arbeiter vorzugehen. Nur dadurch, daß man jeden Kontakt zwischen den Sol
daten und der Bevölkerung vermeide, könne die Ruhe und Ordnung in Brest wiederhergestellt werden.
Beamtenproteste gegen den Sparerlaß.
Paris, 11. Aug. (DNB.) Etwa tausend Beamte hielten Sonntag vormittag inLeHavre eine Protestversammlung gegen die Sparerlasse der Regierung ab. Sie legten gleichzeitig Verwahrung gegen das Vorgehen der Polizei in Brest und Toulon ein. Die Beamten zogen vor das Rathaus, wo sie die Internationale sangen und feindselige Rufe ausstießen. Auch in anderen Städten fanden am Sonntag Protestkundgebungen statt. So haben in Lille die Beamten und Angestellten der städtischen Verkehrsmittel und Gas- und Elektrizitätswerke zum Zeichen des Protestes eine Viertelstunde lang die Arbeit ruhen lassen.
Hilfe für notleidende Bergarbeiter.
Feierschichten-Ausgleich durch eine Aktion der NS.-Dolkstvohlfahrt.
B e r l i n, 12. Aug. (DNB.) Wie die NSK. meldet, wurde auf Befehl des Führers mit sofortiger Wirkung ein Feierschichtenausgleich für Bergarbeiter durchgeführt. Damit werden im ganzen Reich d i e Kürzungs - und Feierschichten der im Bergbau beschäftigten Volksgenossen nicht unwesentlich eingeschränkt, zum guten Teil sogar auf gehoben. Die Bestimmung, daß m o - na 11 i cf) in jedem Bergwerk mindestens 21 bis 22 Vollschichten „gefahren" werden müssen, bringt naturgemäß für den deutschen Bergbau, der bekanntlich periodisch unter Absatz- und Förderkrisen zu leiden hatte, eine wesentliche Erleichterung. Es wird damit den bedrängten Volks- aenoffen die Möglichkeit zu einer gesicherten Lebenslage gegeben. Während in allen anderen Ländern Europas schwerwiegende Auseinandersetzungen über das Bergarbeiterproblem stattfinden und für die Völker und ihre Regierungen zum Teil eine außerordentliche Belastung bilden, ist in Deutschland durch das Wort des Führers und durch feine helfende Hand nunmehr die Bergarbeiterfrage nach großen, grundsätzlichen Gesichtspunkten in Angriff genommen worden.
Es sollen auch gleichzeitig die Notstände der Berg
arbeiterfamilien, ihre Wohnverhältnisse und alles, was damit zusammenhängt, einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Dabei wird die N S. - Volkswohlfahrt neben der Ausgabe von Gutscheinen eine Reihe anderer Hilfsmaßnahmen ergreifen. Zur Ausgabe gelangen NSV. - Gutscheine in Höhe von 10 und 1 Mark. Andere Ware als Bekleidung, Wäsche und Haushaltungs- gegenftänbe dürfen gegen Zahlung mit NSV.-Gut- scheinen nicht verabreicht werden. Die NSV.-Gut- scheine sind gültigem der Zeit vom 15. August bis 30. September. Den Empfängern werden Waren im vollen Wert des Gutscheins verabreicht. Die Gutscheine können nur in Zahlung gegeben werden in Geschäften, welche für die Einlösung der Bedarfsdeckungsscheine (Ehestandsdarlehen) zugelassen sind. Die Erstattung des Gegenwertes an die Geschäfte erfolgt nach Abzug von 5 v. H. für die NSV. bis 31. Oktober. Diese Anordnung, die vorübergehend der besonderen Notlage der Bergarbeiter, die durch Feierschichten einen erheblichen Lohnausfall hatten, gerecht werden soll und abgelöst werden wird durch eine endgültige Regelung durch das Reich, beweist, daß den Bergarbeitern nach dem Willen des Führers gründlich geholfen werden soll.
DenischeIngen- anf wirffchastsknndlicher Fahri.
Es ist heute unsere Aufgabe, den jungen Menschen auf den Platz Hu stellen, auf dem er in seiner Arbeit seine Kräfte voll zur Entfaltung bringen kann. Die Möglichkeit dazu wird ihm aber genommen, wenn ihm ein Arbeitsgebiet zugewiesen wird, ohne ihm dabei den Einbau dieser Arbeit in die Gesamtarbeit des Betriebes klarzumachen, der Zusammenhang zwischen der Einzelleistung und der Gesamtleistung also fehlt.
Durch die wirtschaftskundlichen Fahrten soll dem Jungarbeiter ein Heberblick über die großen Zusammenhänge des deutschen Wirtschaftslebens und ein Einblick in die Berufe gegeben werden, die mit dem eigenen Beruf bzw. dem Werkstück, das er bearbeitet, in Verbindung
Das bedingt somit eine klare Gliederung in dem Aufbau der Fahrten nach beruflichen Gesichtspunkten und damit auch eine Begrenzung der Teilnehmer. Wenn im vorigen Jahre aus einem Gau ober einem Kreis der DAF. eine ganze Berufs- gruppe zu einer Fahrt zusammengeschlossen wurde, so werden es diesmal Fachschaftsgruppen sein, deren Berufe untereinander sehr eng verwandt finö, -wie beispielsweise der Müller mit dem Bäcker und dem Konditor oder der Maurer mit dem Zimmerer und dem Dachdecker. Zu der Anschauung soll noch ein theoretischer Hnterricht in Form oon Vorträgen durch ausgesprochene Fachleute hin- zutreten. Neben den zur Besichtigung und zum Verständnis des Betriebes notwendigen Ausführungen und dem Hinweis auf führende Werke sollen hier die Brücken geschlagen werden zu den Jndu- ttne- und Handelszweigen, die mit in die Reihe oes -Produktionsprozesses und Verarbeitungspro- zejses des Werkstoffes gehören. Wirtschafts- g e o gr ap h ie und Wirtschaftskunde werden ihm in lebendigen Bildern vor Augen geführt, und er wird erkennen, warum gerade dieser oder ie.n?r Wirtschafts- oder Industriezweig dort und nicht hier ansässig ist, warum die holzverarbeitende Industrie m waldreichen Gegenden vorzufinden ist
und die eisenverarbeitende Industrie zum größten Teil ihren Sitz in den Gebieten Deutschlands hat, in der die größten Kohlenvorkommen sich finden, kurz die Standortbedingungen, das geographische Bild der deutschen Wirtschaft. Ich brauche nur auf die Verflechtungen hinzuweisen, die allem durch das Eisen bedingt sind; angefangen beim Bergwerk und bei der Verhüttung des Erzes zu den Eisengießereien, Maschinenfabriken, Dfenfabrtfen, Walzwerken, stahlerzeugenden und verarbeitenden Betrieben, Schlossern, Schmieden und darüber hinaus $u all den Industrie- und Handelszweigen, die sich wiederum hieraus ent» wickeln — Flugzeugindustrie, Schiffahrt, Eisenbahn, Elektroindustrie — ober auf bie Berufe, die sich aus der Verarbeitung ber Kohle entwickeln, bann wird uns erst deutlich werden, welche Gebiete sich dem Jungarbeiter, der auf ber wirtschaftskunblichen
’lt in großen Zügen erschließen, um in ihm bas Wirtschaftsbild abzurunben. Die- Anschauung unb bte Arbeitsweise in ben verschiebenen betrieben, Die er besucht, werden ihm die praktische Grundlage zu all diesen theoretischen Ausführungen geben. Daß hierbei der Rahmen der zu besuchenden Werkstätten nur ganz eng begrenzt sein kann und sich lediglich auf die beschränken wird, die die engste Verbindung mit der eigenen Fachschaftsgruppe haben und darüber hinaus Musterbetriebe fein werden, ist einleuchtend.
Die wirtschaftskundliche Fahrt ist eine wirtschaft- u.che und berufliche Schulungswoche. Allerdings besteht hier der grundsätzliche Hnterschied, daß diesmal nicht Berge, Wälder oder schön gelegene ®een in ben Brennpunkt der Fahrt getreten sind, sondern ausschließlich die W i r t s ch a f t s k u n d e, der wirtschastsbebingte Aufbau bes eigenen Berufes unb oas Kennenlernen ber Zusammenhänge oon Be- mv 21 ®eru'' von Boden und Dodenerzeugung zur Wirtschaft.
Keine Bewegung hat bis heute mehr das Prinzip ber Auslese vertreten als die unsere. Dies wollen wir auch in den wirtschaftskundlichen Fahrten
beibehalten und wollen nur dem Jungarbeiter die Berechtigung zur Teilnahme geben, der durch seine besondere Leistung im Reichsbe- rufsroettfampf hervorgetreten ist. So werden an erster Stelle die Gausieger aus dem diesjährigen R B WK., eingeteilt nach Fachschaftsgruppen oder Berufen, so wie es jeweils notwendig erscheint, an den Fahrten teilnehmen. Auch Minderbemittelte oder allgemein sozial Schlechtgestellte sollen nicht ausgeschlossen werden. Durch einen besonderen Zuschuß wird ihnen Gelegenheit gegeben, teilzunehmen. Es wäre unlogisch, würden wir anders verfahren und würde das Ergebnis unseres Ausleseprinzips — den Tüchtigen zu fördern und auf den ihm auf Grund feiner Leistung zukommenden Platz zu stellen — zunichte machen.
Annähernd 10 0 0 wirtschaftskundliche Fahrten werden in diesem Jahre durchgeführt werden. Das bedeutet für unsere gesamte berufliche unb sozialvolitische Schulungsarbeit einen gewaltigen Fortschritt. Annähernb zehn vom Hunbert der Teilnehmer, die durch bie zusätzliche Berufsschulung erfaßt werben, können auf ber wirtschaftskundlichen Fahrt ihre Berufskenntnisse erweitern und werden u. a. auch in bie sozialen Verhältnisse ber Wirtschaft und der Betriebe einen Einblick erhalten.
L. Matthaei.
Streikbewegung der amen, konischen Notstandsarbeiter.
Neuyork, 11. Aug. (DNB.) Die bei den Notstandsarbeiten in Neuyork beschäftigten Arbeiter hatten Generalstreik als Protest gegen ben von ber Regierung festgesetzten Monatslohn von 93,50 Dollar angefünbigt. Bisher haben etwa 2000 Notstanbsarbeiter ber Streikparole Folge geleistet. Im Stadtgebiet von Neuyork sind 77 Notstandsprojekte in Angriff genommen, wofür 77 Millionen Dollar bereits bewilligt unb 210 Millionen in Aussicht gestellt worden sind. Der Arbeiterrat für Notstandsprojekte in Philadelphia hat gleichfalls den Streik ausgerufen. Streikposten gehen vor der Marinewerft von Philadelphia mit Plakaten auf und ab, auf denen verkündet wird, der amerikanische Arbeiter sei kein Kuli und arbeite auch nicht für Kulilöhne.
Die Bundesarbeitsbeschaffungsbehörde hat den streikenden Notstandsarbeitern eine ernste Warnung zukommen lassen. Die Streikenden, die am Montag ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen, sollen, durch andere Arbeiter ersetzt und von der Bundesunterstützungsliste gestrichen werden. Mehrere Organisationen sog. „Stehkragen- arbeite r", wie arbeitslose Büroangestellte usw., haben beschlossen, sich der Streikbewegung der Notstandsarbeiter anzuschließen. Der Landesleiter der „Workers Alliance of America", David Lasser, erklärte, 500 000 Gewerkschaftler und Nothilfearbeiter würden am 17. August in 30 Bundesstaaten gegen, die „Kulilöhne" der Regierung protestieren. Die Arbeitervereinigung von New Jersey gab bekannt, daß sie die Streikbewegung gegen die Löhne der Notstandsarbeiter unterstützen werde.
Finanzhilfe für China.
Sir Frederic Leith-Rotz' Mission im Fernen Osten.
London, 11. Aug. (DNB.) Der Wirtschaftsbe. roter ber englischen Regierung, Sir Frederic Leith-Roß, ist nach dem Fernen Osten abgereift. Der Zweck der Reise ist die Möglichkeiten für die Gewährung einer internationalen Anleihe an China zur Ausnutzung der natürlichen Hilfsquellen dieses Landes zu untersuchen. Als die Hauptgeldgeber kämen außer England noch die Vereinigten Staaten und Frankreich, bie sich ebenfalls feit einiger Zeit mit biefer Angelegenheit befassen, in Frage. Der „Observer" bezweifelt, daß der gemeinsame Anleiheplan in ber japanischen Haupt stabt auf Verständnis stoßen werde. Japan werde es vorziehen, mit England unmittelbar zu einem Handels- und Wirtschaftsabkommen zu gelangen, daß England gewisse Handelserleichterungen im Fernen Osten und Japan als Gegenleistung hierzu die Beseitigung der Hindernisse gewähren würde, die dem japanischen Handel in den Kolonien im Wege stehen. In London wird betont, daß die Reise des Wirtschaftsberaters rein unterrichtender Natur sei und daß eine Entscheidung erst nach der Berichterstattung in London erfolgen könne.
Ein japanischer General im Kriegsministerium überfallen.
Tokio, 12. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Generalmajor Nag ata, der Chef der Abteilung für all- gemeine militärische Angelegenheiten, wurde im Kriegsministerium überfallen und schwer verletzt. Man vermutet, daß der Heberfall mit den letzten Personalveränderungen in der Armee im Zusammenhang steht. Der Täter, ein aktiver Oberstleutnant, verletzte Na- gata durch einen Stich mit dem Säbel lebensgefährlich. Er konnte fest genommen wer- den. An dem Heberfall sollen mehrere Offiziere beteiligt gewesen fein. Nagata hat einen schweren Bruststich erlitten.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer und Reichskanzler hat ©einer Majestät dem König von Afghanistan anläßlich des Hnabhängigkeitstages Afghanistans te- legraphifch feine aufrichtigsten Glückwünsche übermittelt.
Reichsminister Dr. Goebbels hat die Schirm- Herrschaft über die 1 2. G r o ß e D e u t s ch e R u n d - f u n f a n s ft e 11 u n g in Berlin übernommen unb roirö bie Ausstellung in ben Ausstellungshallen am Funkturm am Freitag, 16. August d. I., um 11 Hhr öffnen"^ über alle Rundfunksenber er-
Der Präsident ber Reichskulturkammer Reichs- Goebbels hat das Mitglied des Prasidialrates der Reichstheaterkammer, Dr. Otto £e.lr/? seiner gesamten Aemter im Bereich der Reichstheaterkammer enthoben. Er war bereits am 4. Juni als geschäftsführender Direktor des deutschen Buhnenoereins beurlaubt worden.
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rische Gesandte in Rom bei 2R u f f o l i n i vorstellig geworden, um ihn auf ?le- oula - Angelegenheit und die dabei von ver- Ichiedenen italienischen Blättern eingenommene $al- tung aufmerksam zu machen. In der Schweiz besteht der Eindruck, daß Mussolini, der über diese Angelegenheit nicht sehr genau unterrich» tet gewesen zu sein scheint, nach dem Rechten sehen werde.


