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Englan-sMarschwute für diepariserOreierkonferenz

London, 11. Aug. (DNB.) Die Dreimächtekon­ferenz wird mindestens eine volle Woche in An­spruch nehmen. Man ist der Ueberzeugunq, daß die Besprechungen die letzte Gelegenheit bieten, um noch in zwölfter Stunde eine Versöhnung zwischen den beiden Parteien herbeizuführen. Die britischen Vertreter auf der Pariser Konferenz, Eden und Sir Robert D a n s i t t a r t werden ver­suchen, die italienische Abordnung zu einer klaren Darlegung ihrer Forderungen und Ansprüche gegenüber Abessinien zu veranlassen, wobei man sich in London immer noch der Hoffnung hingibt, daß es gelingen werde, den gesamten Streitfall auf das wirtschaftliche Gebiet abzudrehen. Aus der Aufstellung der italienischen Streitkräfte in Eriträa glaubt man in London schließen zu kön­nen, daß für den Fall des Ausbruchs von Feind­seligkeiten ein italienischer Vorstoß in das Gebiet des Tana -Sees eine der ersten strategischen Bewegungen der Italiener sein werde. Dieser Umstand verursachte in England Beun­ruhigung, da die Gefahr besteht, daß die italie­nischen Truppen mit der Besetzung des Gebietes der Quellwasser des Nils, die für Aegyp­ten und den Sudan von so lebenswichtiger Bedeu­tung sind, eine vollendete Tatsache schaf­fen werde. Es wird erneut auf den englisch-ita­lienischen Vertrag von 1925 hingewiesen, der u. a. den Zweck verfolgte, die Wasserversorgung der un­teren Nilländer vom Tana-See aus sicherzustellen.

' Englands Widerstand klar und unzweideutig" Unerbittliche Opposition gegen die Kriegs­pläne Italiens.

Paris, 12. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Londoner Berichterstatter desEcho de Paris" schreibt, die englische Opposition gegenüber Italien werde von Tag zu Tag unerbittlicher. Mussolini habe vergeblich versucht, in England Kredite zu erhalten. England sei fest entschlossen, gegebenenfalls die Schließung des Suez- r a n a l s zu fordern und habe bereits in Washing­ton Schritte unternommen, damit man Italien auch in Amerika jeden Kredit ver­weigere. Aehnliche Schritte seien auch in Frankreich unternommen worden, insbesondere bei der Bank von Frankreich, aber auch bei großen Privatbanken. Auf der anderen Seite dürfe man den Abschluß eines Abkommens zwischen der abessi­nischen Regierung und einer schweizerischen Gesellschaft nicht außer acht lassen, das dem Bau einer großen Verkehrs st raße zwischen Addis Abeba und dem Sudan gelte. Dieser Bau habe einen ausgesprochen st ra­te g i s ch e n Charakter und diene einmal der V e r - sorgung Abessiniens mit Munition über den englischen Sudan, zum anderen aber auch einer möglichst raschen Besetzung der Gegend des Tanasees durch eng­lische Truppen, falls der Vormarsch der ita­lienischen Armee in dieser Gegend zu rasch vor sich gehen sollte.

ImFigaro" weist Wladimir d'Ormesson darauf hin, daß England es niemals einem ande- ren Lande erlauben werde, sich den Quel­len des Nils und insbesondere des Blauen Nils zu nähern oder sich auf seinem Wege nach Indien festzusetzen. Man dürfe England nicht beschuldigen, seine Politik zu verheimlichen, denn die Einstellung der englischen Regierung sei klar und unzweideutig. Auf der anderen Seite lasse sich die augenblickliche englische Politik aber auch von dem Grundsatz leiten, daß ein Mit­glied des Völkerbundes sich nicht dazu hinreißen lasse, ein anderes Mitglied des Völkerbundes an­zugreifen.

Reue strategische Stellungen Englands im Nahen Osten.

R o m, 10. Aug. (DNB.) Der Lavoro Fascista be­richtet aus Jerusalem über Pläne Großbritanniens, seine militärischen Stützpunkte im Mittelmeer zu ver­lagern. Die Besprechung der Kommissare Aegyptens und Palästinas und der britischen Gesandten im Irak und Arabien dienten in Loüdon dieser Erörte­rung. Danach solle die britische Hauptflottenbasis von Malta nach Haifa, der größten Hafen­stadt des britischen Mandatslandes Palästina und Endpunkt der einen Oelleitung von Mossul, ver­legt werden, da die italienische Bevölkerung Mal­tas immer englandfeindlicher werde. Aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen verliere Malta immer mehr seine Eignung als wichtiger Flottenstützpunkt. Außerdem sei die Insel zuweitvonPalästina und Aegypten entfernt, um im äußersten Falle die Verteidigung der englischen Verkehrswege zu garantieren.

Für Sicherung des Suezkanals und des Roten Meeres solle nach dem Bau einer Eisenbahnverbin­dung das Gebiet von Akaba an der östlichen Spitze der Sinaihalbinsel zum Operationszen­trum der britischen Truppen in Palästina und Transjordanien gemacht werden, um dadurch gleichzeitig die Interessen des Britischen Weltreiches im nahen und mittleren Orient zu schützen. Außer­dem beabsichtige man in Akaba eine große Flug­zeugbasis fürdenNahenOsteli zu schaffen. Aegypten sei wegen seiner Nähe zum italienischen Libyen als Luftstützpunkt weniger geeignet.

England fördert die monarchistischen Bestrebungen Griechenlands.

Paris, 12. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Der Lon­doner Berichterstatter desEcho de Paris" meldet, daß in London die Wiedereinführung einer Monarchie in Griechenland mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln b e g ü n - st i g t würde. Das sei nicht nur auf die engen Beziehungen zurückzuführen, die der ehema­lige griechische König mit dem eng­lischen Königshaus unterhalte, sondern sei auch eine unmittelbare Folge des englisch- italienischen Gegensatzes. England wolle auf alle Fälle die italienischen Pläne im Mittelmeer durchkreuzen und verhindern, daß Italien sich eine Zugangsstraße zum Roten Meer verschaffe. Man befürchte weiter, oaß Italien

sich in Griechenland sehr ergiebige Gruben sichern wolle und man wünsche nicht, daß es in zu großem Umfange über dies für die Herstellung von Kriegsmaterial wichtige Metall verfüge. England werde jedenfalls in allernächster Zeit einen offenen Vorstoß zur Wiedereinführung der griechischen Monarchie unter­nehmen, es sei kein Zufall, daß man gerade jetzt eine Lieferung von 70 englischen Flugzeugen an die griechische Regierung ankündige.

Abessinien steht noch zum Eden-Vorschlag. Gebietsabtretung im Süden gegen einen Hafen.

Paris, 11. August. (DNB.) Der Bericht­erstatter der Agentur Haoas in Adis Abeba hat sich an den Negus mit der Frage gewandt, ob Abessinien, um die ernsten Folgen eines bewaffneten Konfliktes mit Italien zu vermeiden, nicht geneigt sein würde, gebietsmäßige Zugeständ- nisse zu machen im Austausch für eine finanzielle Hilfe, die das Werk der Zivi­lisation in Abessinien beschleunigen würde. Der Negus erwiderte:Ich betone, daß an der Un­abhängigkeit unseres Landes nicht gerührt werden darf. Meine Regierung hat immer Anleihen zur Entwicklung des Landes ge­wünscht. Eines der Mittel, das zur Wirtschafts­förderung Abessiniens beitragen könnte, wäre die Gewinnung eines Hafens. Wenn wir diese beiden Bestrebungen verwirklichen könnten, würden wir gegen die Abtretung eines Teiles der Provinz Ogaden nichts ein­zuwenden haben. Gegen Gewährung einer An­leihe und Abtretung eines Hafens, wie Eden sie bereits vor geschlagen hatte, könnten wir die Abtretung eines Gebietes ins Auge fassen.

Auf die weitere Frage, welche Hoffnungen er auf die Pariser Konferenz und den Zusammentritt des Völkerbundsrates am 4. September fetze, er­widerte der Negus:Die Pariser Konferenz wird von dem Grundsatz des Vertrages von 1906 aus­gehen, an dem wir nicht beteiligt sind. Aber da dieser Vertrag u. a. auch bezweckt, die U n -

Die endgültigen Gesamtergebnisse über die Bau­tätigkeit im Jahre 1934 haben die interessante Tatsache ergeben, daß der Wohnungsbestand im Deutschen Reich auf etwa 17 Millionen Wohnungen angestiegen ist. Davon sind 3,4 Millionen oder 20 v. H. nach dem 1. Juli 1918 erbaut worden. Der Reichszugang 1934 belief sich auf insgesamt 284 000 Wohnungen und war damit um 60 v. H. höher als im Jahre 1933. Neu er­richtet wurden im letzten Jahr 319 439 Wohnungen, um 117 326 oder 58 v. H. mehr als im Vorjahr. Die Differenz, die sich zwischen Neubau und abso­lutem Zugang ergibt, erklärt sich aus dem Weg­fall von Wohnungen in Höhe von 35 444 infolge von Umbauten-, Abbrüchen und Bränden. Der weitaus größte Teil ist jedoch durch Umbau­ten in Wegfall gekommen. Dagegen sind durch Umbauten auch 129 182 Wohnungen neu eni­st a n d e n. Die Zunahme gegenüber 1933 auf die­sem Gebiet der Wohnungserrichtung hat 87 v. H. betragen. Der Anteil der Neubauten an dem Gesamtzugang beträgt 190 300 Wohnungen, und da­mit 43 v. H. mehr als 1933. Don den Neubau­wohnungen waren knapp die Hälfte Kleinwoh­nungen mit einem Wohnraum bis zu drei Wohnräumen, der größere Teil entfiel auf Mit­telwohnungen und nur ein ganz kleiner Pro­zentsatz auf Wohnungen mit mehr als sieben Räumen.

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Die Reichsrundfunkkammer hat amtliche Richt­linien gegen den Lautsprecherlärm her­ausgegeben. Schon früher ist durch die Haus­gemeinschaftsordnung darauf hingewiesen worden, daß die gebotene Rücksichtnahme auf die übrigen Hausbewohner es allen Beteiligten zur Pflicht mache, zur Vermeidung störender Geräusche durch Rundfunkempfang mit belästigender Lautstärke und Ausdauer beizutragen und auch die Mieter­organisation hat darauf hingewiesen, daß beim Rundfunkempfang Türen und Fen st er ge­schlossen sein müssen. Die Einschränkung der Lautstärke und des Empfangs hat natürlich beson­dere Bedeutung abends nach 22 Uhr und in den Mittaas st unden. In den Richtlinien der Reichsrundfunkkammer wird nun mit besonders Eindringlichkeit auf diese Dinge hingewiesen und u. a. gesagt, daß in solchen Gebäuden, in henen der Schall leicht weitergetragen wird, der Laut­sprecher auf Zimmer st ärke einzustellen ist. Diese Bestimmung soll aber unter allen Umständen nach 23 Uhr eintreten. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß, wer vorsätzlich ruhestörenden Lärm verursacht, durch Polizeibeamte festgestellt und danach b e st r a f t werden kann. Hier sei weiter bemerkt, daß das Kammergericht bereits ein höchstrichterliches Urteil in einem solchen Fall gefällt hat, und daß das Urteil u. a. ausspricht, daß der Rundfunkhörer unbedingt auf die übrige Bevölkerung Rücksicht zu nehmen hat. Schließlich weisen die Richtlinien darauf hin, daß der Lautsprecherlärm eine Besitz st örung sein kann, gegen die jeder Volksgenosse im Wege der Klage oder einstweiligen Verfügung vorgehen kann. Der Mieter kann auch vom Vermieter verlangen, daß er Abhilfe schafft. (Einheitsmietvertrag.) Nur bei Gemeinschaftsempfang ist der Betrieb von Laut­sprechern anders zu werten als sonst.

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Nach dem Erlaß über die Standes- und Facharzt­ordnung für das gesamte Gebiet der kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands durch den Reichsführer der kassenärztlichen Vereinigung wird nunmehr die Bereinigung der Facharzt - und Schil­de r f r a g e durchgeführt. Danach sollen z. B. in Berlin alle D o p p e l b e z e i ch n u n g e n grund­

abhängigkeit und Unversehrtheit Abessiniens zu sichern, hoffen wir, daß die Mächte Abessinien schützen werden. Was den Zusammentritt des Völkerbundsrates am 4. Sep­tember anlangt, stellen wir mit Freude fest, daß die italienisch-abessinische Frage dann von Grund a u f behandelt werden soll. Wir legen schon heute Wert auf die Feststellung, daß wir die Entscheidun­gen des Völkerbundes befolgen werden, wie wir dieses bisher auch getan haben.

Nicht auf Kosten Portugals!

Keine portugiesischen Kolonien zur Befriedigung der Ansprüche Italiens.

Paris, 11. Aua. (DNB.) DemEcho de Paris", das aus London Gerüchte über eine etwaige Auf­teilung der portugiesischen Kolonien in Afrika zur Befriedigung der italienischen Kolonisationsansprüche wiedergegeben hatte, ist von der hiesigen portugiesischen Gesandt­schaft folgende Erklärung zugegangen:

1. Die portugiesischen Kolonien, die einen u n - veräußerlichen Bestandteil des na­tionalen Gebietes bilden, können nicht Ge­genstand irgenbeiner diplomatischen Verhandlung oder einer finanziellen Transaktion fein.

2. Die finanzielle Lage Portugals, die als Musterbeispiel angeführt werden darf, macht jede Möglichkeit etwaiger finanzieller Ent­schädigungen hinfällig, denn Portugal h a t solche nicht nötig.

3. Gegen die portugiesischen Besitzrechte in Ueber- fee kann kein Grund geltend gemacht werden. Portugal besitzt diese Rechte auf Grund jahr­hundertealter Besetzung und auf Grund einer Kolonialverwaltung, die den Ver­gleich mit irgendeiner anderen nicht zu scheuen braucht.

4. Es wäre zwecklos zu glauben, daß irgendein Streifen portugiesischen Gebietes zugunsten von irgendjemandfriedlich geraubt" werden könnte. Denn die Regierung und das Volk Portugals würden sich mit allen Kräften und allen Mitteln für die Verteidigung ihrer Rechte einfetzen.

sätzlich in Wegfall kommen, wie z. B.Chirurg und Frauenarzt". Es muß in Zukunft also heißen, entwederFrauenarzt" oderChirurg". Reklame­anpreisungen kommen auf den Schildern dement­sprechend auch nicht mehr in Frage. Die Beschrif­tung am Hause und an der Wohnungstür muß gleich sein. Ueber Art und Größe des Schildes gilt die Bestimmung, daß es nicht größer als 35 mal 50 Zentimeter fein darf und schwarze Be­schriftung aufweisen muß. Für Berlin kommen als Facharztbezeichnungen folgende in Frage: Chirurgie, Frauenkrankheiten und Geburtshilfe, Orthopädie, Augenkrankheiten, Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Erkrankungen der Harnorgane (Urologie), Nerven- und Geisteskrankheiten, Röntgen- und Lichtheil­kunde, Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (hierzu auch Approbation als Zahnarzt erforderlich), Innere Medizin, Magen-, Darm- und Stoffwechselkrank­heiten, Lungenkrankheiten (Erkrankungen der Luftwege), Kinderkrankheiten. Dem Facharzt steht die Wahl zwischen Bezeichnungen gleicher Bedeu­tung frei, z. B.:Frauenarzt" oderFacharzt für Gynäkologie", oderFacharzt für Frauenkrankhei­ten und Geburtshilfe"; Bezeichnungen wieFach­arzt für Kosmetik",für Krampfaderbehandlung" für Beinleiden" ufw. find nicht mehr statthaft.

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Nach der Einführung des Einheitsmiets­vertrages herrscht häufig die Ansicht vor, daß gewisse Belastungen, die dem Mieter durch den Mietsvertrag auferlegt sind, von diesem nicht mehr verlangt werden können. So hatte sich in einem Falle ein Mieter verpflichtet, für die ordnungs­gemäße Erhaltung der Mieträume einzu- stehen, und zwar u. a. einschließlich der Jalousien, Badeeinrichtung, Spültische, Wasserhähne, Schlösser, Kochmaschine, Fenster, Oefen, Gas-, Wasser- und elektrische Leitungen usw. Darüber ist es zur Klage gekommen, weil die Auffassung vertreten wurde, daß die vom Mieter übernommene Verpflichtung infolge ihrer unerträglichen Härte als sitten­widrig und als nichtig anzusehen sei. Dieser Ansicht ist das Landgericht in der zweiten Instanz entgegengetreten und hat erklärt, daß diese Dinge zwar für den Mieter in einer schonenden Weise auszulegen sind, und daß Unklarhei­ten und Widersprüche und deren Folgen regel­mäßig zu Lasten des Vermieters gehen. Dagegen muß der Mieter den natürlichen Ver­schleiß der Mieträume tragen. Die Jnstand- setzungspflicht des Mieters beschränkt sich auf In­standsetzungen, die nach der Verkehrsauffassung zur Instandsetzung von Wohnräumen oder gewerblichen Räumen gehören. Zu Lasten des Vermieters ge­hört alles, was zur Erhaltung des Hauses selbst und seines baulichen Zusammenhanges ge­hört. Der Vermieter hat natürlich auch alle Repa­raturen auszuführen, die durch äußere Ein­flüsse oder Gewalt hervorgerufen werden, wie z. B. Schwamm, Rohrbruch, Einsturz usw. Wenn der Mieter Schäden verschuldet, so hat er natürlich einzutreten. Somit hat der Mieter, wenn das im Mietvertrag vorgesehen ist, den natürlichen Verschleiß zu tragen. Eine solche Verpflichtung verstößt also nicht regelmäßig gegen die guten Sit­ten. Es wird auch auf die Sorgfaltspflicht des Mieters hingewiesen und auf die Tatsache, daß der Verschleiß in der Regel wirtschaftlich nicht besonders belastend ist und meistens durch die Schönheitsre­paraturen beseitigt werden kann. Die Verpflich­tung des Mieters in der gekennzeichneten Art durch ältere Mietverträge verstößt also nach Ansicht des Landgerichts nicht gegen nationalsozialistische Rechts- auffassung. H. D.

OerDanzigpolmscheAusgieich

Danzig, 10. Aug. (DNB.) Gauleiter Albert F o r st e r schreibt über den Danzig-polnischen Aus­gleich u. a.: Polen und Deutschland haben in Europa eine große gemeinsame Aufgabe zu erfüllen. Sie besteht darin, den im Osten Europas zur Macht ge­langten Bolschewismus unter allen Umstän­den vom übrigen Kontinent fernzu­halten. Gerade der in diesen Tagen in Moskau stattfindende Kongreß aller führenden Kommu­nisten der Erde weist auf die Gefahr hin, die von dort der ganzen abendländischen Kultur droht. Solange Polen und Deutschland in der großen Po­litik sich gegenseitig verständigen, wird es der 3. Internationale unmöglich sein, in Mittel­europa festen Fuß zu fassen.

Eine Verständigung zwischen zwei Staaten hat auf die Dauer aber nur einen Wert, wenn sie tat­sächlich von beiden innerlich gewollt ist und ehrlich betrieben wird.

Die Danzig-polnische Verständigung, die vor zwei Jahren angebahnt wurde, hat l h r e e r st e Feuerprobe bestanden. Wenn die Streit­fragen zwischen Danzig und Polen, die in diesen Tagen zur Debatte standen, vom Völkerbund hätten geklärt werden müssen, dann wären diese Streitfragen niemals aus der Welt geschafft wor­den. Zumindest wäre eine Entscheidung des Völker­bundes bestimmt nicht zur Zufriedenheit beider am Streitfall beteiligter Staaten aus­gefallen. Was Danzig will, ist nichts anderes, als im Rahmen der bestehenden Verträge zu leben und deutsch zu bleiben. Polen mag davon überzeugt sein, daß es mit uns in Danzig a u f das Beste Zusammenarbeiten kann, wenn wir sehen, daß es alles tut, nicht nur die ihm in den Verträgen zustehenden Rechte für sich in Anspruch zu nehmen, sondern auch die ihm auferlegten Pflichten Danzig gegenüber zu er­füllen. Ebenso muß sich Polen aber darüber klar sein, daß wir uns, wenn man Danzig in seinem Deutschtum und in seinem Lebensnerv, d. h. seiner Wirtschaft treffen will, bis zum letzten Augenblick zur Wehr setzen.

Dieser Streitfall und seine Bereinigung hat poli­tisch gesehen immerhin etwas Gutes an sich. Alle Feinde Deutschlands und der deutsch­polnischen Verständigung, die in den letz­ten drei Wochen in ihrer Presse gejubelt Haden und sich schon darauf freuten, daß die Verständigungs­politik zwischen Deutschland, Danzig und Polen ihre Feuerprobe nicht bestehen würde, wurden auf das bitterste enttäuscht. Außerdem mag die Welt an diesem Beispiel erkennen, daß unser Führer Adolf Hitler recht hat, wenn er den Gedanken der Ver­ständigung zwischen zwei Staaten für nütz­licher hält als kollektive Sicherheiten, so wie sie in Genf gepredigt werden. Wäre bei allen großen Völkern der ehrliche Wille zur gegenseitigen Verständigung so vorhanden wie zwischen Deutsch­land, Danzig und Polen, dann würden viele Kon­flikte, die für die Völker furchtbarste Folgen haben können, viel schneller beseitigt werden.

Ein neues Gewehrmodell für die englische Armee.

London, 11. Aug. (DNB.)Sunday Dispatch" meldet, daß die englische Armee demnächst ein neues Gewehrmodell erhalten werde, das um meh­rere Unzen leichter und erheblich handlicher als das jetzt im Gebrauch befindliche Gewehr fei. Das neue Modell soll angeblich die Abgabe von 50 Schuß in der Minute gestatten. In den Händen eines gut ausgebildeten Soldaten stelle es praktisch ein leichtes Maschinenge­wehr dar. Zur Deckung der Kosten solle ein Nach­tragshaushalt in Höhe von etwa 3 000 000 Pfund eingebracht werden. Wie erinnerlich, ist kürzlich für die britische Armee auch ein neues Modell des leich­ten Maschinengewehrs eingeführt worden. Es han­delte sich um das Modell Bren, das tschechoslo­wakischen Ursprungs ist.

Gegen Störung durch Lautsprecher im Straßenverkehr.

Der Reichs- und preußische Verkehrsminister hat Vorschriften über den Betrieb von Laut­sprechern aus öffentlichen Straßen erlassen. Den neuen Vorschriften unterworfen ist auch der Betrieb eines nicht auf der Straße befind­lichen Lautsprechers, der sich auf eine öffent­liche Straße auswirken soll. Das Geneh­migungsverfahren bezieht sich hauptsächlich auf die sogenannten Lautsprecherwagen, die zur Wirtschaftswerbung auf der Straße be­stimmt sind. Zum Schutz von Bade- und Kurorten gegen Störungen durch den Betrieb von Lautsprechern auf Wagen kann in solchen Orten wie auch in Großstädten mit mehr als 300 000 Einwohnern die Genehmigung allgemein oder in bestimmten Ortsteilen versagt werden. Der Be­trieb von Lautsprechern auf Wagen ist über­haupt verboten an Sonn- und Feier­tagen sowie an allen Tagen in der Zeit von 13.30 und 14.30 Uhr und zwischen 20 und 8 Uhr. Im übrigen haben die Geneh­migungsbehörden auch andere ausreichende Befug­nisse, um Störungen zu unterbinden. Von Behör­den oder der NSDAP, betriebene Lautsprecher sind von der Genehmigungspflicht (nicht von der Anzeigepflicht) befreit.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Avsgabeor» Frankfurt

Die starke Erhitzung läßt über dem Festland kräftigen Luftdruckfall eintreten und die Entwick­lung von Tiefdruckstörungen sich von Westen her nach Deutschland hin durchsetzen. An ihrer Rück­seite stößt kühlere Meeresluft nach, die zunächst Neigung zu verbreiteten gewittrigen Niederschlägen gibt. Anschließend setzt sich das vorerst unbestän­dige und kühle Wetter fort.

Aussichten für Dienstag: Zunächst be­deckt und gewittrige Niederschläge, dann mehr wech­selnd bewölkt, bei lebhaften über Westen nach Norden drehenden Winden Abkühlung.

Aussichten für Mittwoch: Veränder­liches Wetter mit vereinzelten Schauern, verhält­nismäßig kühl.

Temperaturen am 11. August mittags: 28,0 Grad Celsius, am 11. August abends: 17,5 Grad; am 12. August morgens: 15,7 Grad. Maximum 28,8 Grad; Minimum 11,7 Grad.

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Umschau im Wohnungswesen.

-IlMillionen Wohnungen in Deutsch land.-Gegen Lautsprecherlärm.-Arztschilder an der Wohnungstür und am Hause.-Wer bezahlt dieZnstandsehungSarbeiten?