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weil von indischer und chinesischer Seite so umfang« reiches Angebot vorlag, daß ein Preissturz von beträchtlichem Ausmaß unvermeidlich schien. Die Organe des Londoner Metallmarktes vermie­den eine Katastrophe nur dadurch, daß sie die Fest­setzung des Silberpreifes um mehrere Stunden aussetzten und diese Frist benutzten, um mit Ame­rika Verbindung aufzunehmen. Die Regierung in Washington erklärte sich bereit, das Angebot ab­zunehmen, und der Preisrückgang fiel dementspre­chend nur mäßig aus. Inzwischen hat Präsident Roosevelt, dem traditionellen Druck der Silber- !»artet im Senat nachgebend, erklärt, die USA. eien fest entschlossen, ihre Stützungspolitik weiter »urchzuführen. Die Unsicherheit über eben diese Entschlossenheit war es in erster Linie, die die Baisse am Silbermarkt und die Abgaben aus dem Fernen Osten veranlaßt hatte.

Kunst und Wissenschaft.

In Heidelberg beginnen die Reichsfestspiele.

Am nächsten Sonntag beginnen in Heidelberg die R e i ch s f e st s p i e l e. Sie dauern bis 18. August und bringen in täglicher Folge abwechselnd KleistsKäthchen von Heilbronn", Goe­thesG ö tz von Berlichinge n",M inna von Barnhelm" von Lessing,W a s ihr wollt" von Shakespeare und das neue, eigens für die Heidelberger Thingstätte geschriebene Thing­spiel:Der Weg ins Reich" von Kurt H e y n i ck e. Stätten der Spiele sind der Heidel­berger Schloßhof, der Königssaal des Schlosses und

die am 22. Juni eingeweihte Thingstätte auf dem Heiligen Berge. Als Darsteller sind hervorragende künstlerische Kräfte am Werke, wie Käthe Dorsch, Angela Salloker, Heinrich George, Gustav Gründgens, Walter Süßenguth und Wal­ter Kottenkamp. Als Regisseure sind tätig Richard Weichert, Albert F l o r a t h, Lothar Müthel und Heinrich George. Bei der Er­öffnung am 14. Juli wirdKäthchen von Heil­bronn" gegeben. Das Käthchen spielt Angela Salloker, den Grafen Wetter vom Strahl Paul Wagner.

Die Reichsfestspiele stehen unter der Schirmherr­schaft des Reichsministers Dr. Goebbels, der nach dem Erfolg des Vorjahres wiederum die Stadt als Festspielort bestimmte. In mehrfacher Hinsicht erfüllt Heidelberg die Voraussetzung für die Ver­anstaltung von Reichsfestspielen, die als Ausdruck des neuen deutschen kulturellen Wollens zu werten sind. Einmal ist Heidelberg eine bevorzugte Frem­denstadt. Zum anderen hat es eine alte kulturelle Tradition, die sogar in den Ruinen des Heiligen Berges an Jahrtausende gemahnt und im Stadt­bild selbst mannigfaltige Erinnerungen an die be­deutendsten Führer des geistigen und künstlerischen Lebens aus der Zeit der Klassik und Romantik aufweist. Schließlich gibt die Lage Heidelbergs, der wundersame Zusammenklang von Bergland, Flußtal und Ebene den idealen landschaftlichen Rahmen ab.Käthchen" undGötz" sind dazu ge­schichtlich eng verbunden mit der Heidelberger Ge­gend, ist doch das Neckartal historische Stätte die­ser Geschehen: Heilbronn ist die Heimat Käthchens und Burg Hornberg war der Rittersitz Götzens von Berlichingen.

Aus aller

Auslandsjugend besucht Deutschland.

Mit dem Hapag-MotorschiffOrinoco" trafen etwa 160 Jungen und Mädel aus Spa­nien, Mexiko und Kuba im Hamburger Hafen ein. Die jungen Gäste sind auf Einladung der Reichsjugendführung zu einem längeren Auf­enthalt nach Deutschland gekommen, um das Dritte Reich aus eigener Anschauung kennenzulernen. Es handelt sich um 80 reichsdeutsche Jungen aus Spa­nien, 25 mexikanische und 6 kubanische Gäste. An Bord des Schiffes befand sich ebenfalls ein Trans­port von 40 Jungen und Mädel, die durch Vermitt­lung der NSV. zum Erholungsaufenthalt hierher gekommen find. Im Auftrage der Reichsjugend­führung wurden die Jungen und Mädel von Ober­bannführer O e r tz e n begrüßt. Anschließend' hieß Pg". Z e b e r e r in Vertretung des Gauleiters Bohle die Auslandgäste auf deutschem Boden herzlich willkommen. Mit dem Gesang der nationa­len Lieder fand die Begrüßungsfeier ihren Ab­schluß.

Zugzusammensioß bei Melsungen.

Am Donnerstagmorgen stießen auf der wegen Brückenbau eingleisig betriebenen Strecke zwischen Melsungen und Beiseförth ein Güterzug und ein Eilzug zusammen. Nach dem amtlichen Bericht der Reichsbahn hatte der Güterzug das Halt zeigende Signal überfahren. Etwa 20 Reisende des Eilzuges wurden, meist leicht, verletzt. Die Verletzten wurden an der Unfallstelle von Aerzten verbunden oder in das Krankenhaus Melsungen übergeführt. Die Hilfszüge von Kassel und Bebra, die sofort eintrafen, befinden sich an der Unfallstelle. Dom Güterzug sind einige Wagen entgleist und beschädigt.

Welkreise eines holländischen U-Bootes.

Das holländische Unterseeboot K18 ist telegra­phischen Meldungen aus Batavia zufolge nach einer etwa neunmonatigen Rundreise durch fast alle Weltmeere in der niederländischen Marinebasis von Soerabaja eingetroffen. Die K 18, ein 850-Tonnen-Schiff, hat eine Besatzung von 35 Offizieren und Mannschaften. Die Weltreise der K18 wurde gleichzeitig wissenschaftlichen Zwecken, insbesondere Tiefseeuntersuchungen, dienstbar ge­macht, wozu sich der Utrechter Professor Dr. Nening M e i n e ß an Bord begeben hatte.

Erdbeben in Japan fordert 23 Todesopfer.

Der Schisuoka-Bezirk, der 100 Meilen südwestlich von Tokio liegt, wurde von einem schweren Erd­beben heimgesucht. Viele Gebäude sind eingestürzt. In der Stadt Schisuoka brach ein Brand aus, der jedoch sofort eingedämmt werden konnte. Auch in Tokio wurde ein leichtes Erdbeben verspürt, das keinen größeren Schaden anrichtete. Nach den bis­her vorliegenden Meldungen hat das Erdbeben 23 Todesopfer gefordert. 53 Personen wurden verletzt. Rund 50 Häuser sind eingestürzt. In dein benachbarten Ort Schimisu wurde eine Person getötet. Die Zahl der Verletzten beträgt dort 55. Die Stadt Schisuoka, die 140 000 Einwohner fyat, ist ohne Licht, desgleichen der benachbarte Ort Schimisu. Ein starkes Polizeiaufgebot sowie ein Zerstörer sind unterwegs. Der Kaiser ordnete die Einleitung einer Hilfsaktion an.

Die Einwohnerschaft einer ganzen Stadt im Hochwasser umgekommen.

Den gewaltigen Ueberschwemmungen in der chinesischen Provinz Honan ist die Bevölkerung einer ganzen Stadt zum Opfer gefallen. Das Wasser durchbrach in der Nacht die Mauern der niedrig­

gelegenen Stadt Penchi und überraschte die Bewoh­ner im Schlaf. Innerhalb kurzer Zeit war das ganze Stadtgebiet überflutet. Nur die Türme der Stadtmauer und einige Telegraphenpfähle ragen zur Zeit aus dem Wasser hervor. Bis auf wenige hun­dert Personen ist die gesamte Einwohnerschaft in der Hochflut um gekommen. Die Verluste an Menschenleben im Flußgebiet des Panktse lassen sich zur Zeit noch nicht abschätzen. Man befurchtet, daß das Hochwasser allein in der Umgebung von Jtschang 500 Todesopfer gefordert hat.

Verhaftung

nannt worden. Der Angeklagte und seine Hinte» mannet wetteten jedoch auf dieses Pferd und ver­tauschten einige Tage vor dem Rennen mit Hilfe ausgeklügelter Mittel das schwache Pferd mit einem weit besseren. Die Rennleitung kam dem versuchten Betrug auf die Spur und. veranlaßte die Sicherstellung des betrügerisch untergeschobenen Rennpferdes. Auf diese Weise wurde die Gewinn­absicht der Betrüger vereitelt und eine Schädigung des wettenden Publikums vermieden. Der Ange­klagte, der früher Jockey und in den letzten Jahren Trainer war, wurde bereits im Jahre 1932 wegen

eines gemeingefährlichen Heiratsschwindlers.

Nach eingehenden Ermittlungen konnte in Berlin ein Heiratsschwindler festgenommen werden, der seit dem Jahre *1925 durch Betrugsmanöoer zahllose Frauen um viele Tausende von Mark ge­schädigt hat. Es handelt sich um den 56jährigen Edwin Rosenberg, der sich unter dem Namen Neruda auch als Musikkritiker zu betätigen versucht hat. Die von ihm im Laufe der Zeit erschwindelten Beträge werden von dem Gauner selbst auf etwa eine halbe Million Mark geschätzt. Es ist aber an­zunehmen, daß diese Summe noch weit höher sein dürfte. Oft gelang es ihm durch sein geschicktes Auf­treten, schon am ersten Tage seine Opfer zur Her­gabe größerer Geldbeträge zu bewegen, indem er vortäuschte, mit diesem Gelde durch sichere Bör­senspekulationen Gewinne bis zu 50 v. H. erzielen zu können. Rosenberg führte ein Schlemmerleben und gab das Geld mit vollen Händen aus. Durch seine Ueberredungskunst verhinderte er sogar, daß die von ihm geschädigten Frauen Anzeige erstatte­ten. Er scheute sich auch nicht, kleineren Angestellten die letzten Sparpfennige, selbst wenn es nur 50 bis 100 Mark waren, aus der Tasche zu ziehen. Kurz vor seiner Festnahme hatte er bei einem Kon­zert im Westen Berlins eine Frau kennengelernt, der er schon am nächsten Tage mehrere tausend Mark entlockte.

löjähriges Wädchen entführt.

Wie die Amberger Volkszeitung aus Bruck in der Oberpfalz berichtet, ereignete sich zwischen den Ortschaften Bodenwöhr und Bruck eine Entfüh­rung. Als die 16jährige Margarete Wiendl mit ihrer Mutter zu der ihnen gehörenden Wiese ging, um Gras zu holen, hielt auf dem Wege vor ihnen plötzlich ein aus Bruck kommendes Auto, und ehe sich die erschreckte Mutter versah, rasten die Insassen des Autos mit ihrer Tochter wieder davon. Von den Entführern fehlt bisher jede Spur.

Invalide von betrunkenen Zigeunern erschlagen.

In einer der letzten Nächte wurde ein 60jähriger Invalide in Sterkrade- Buschhausen (Rheinprovinz) mit schweren Kopfverletzungen besinnungs­los aufgefunden, denen er bald darauf erlag. Die Mordkommjssion stellte fest, daß der Invalide auf dem Heimweg von drei betrunkenen Zigeunerfrauen mit Stöcken niedergeschlagen worden ist. Die Zigeunerinnen ergriffen die Flucht, doch konnten sie noch in derselben Nacht aus ihren Wohnwagen heraus von der Polizei festgenommen werden. Ob der Tod des Invaliden infolge der durch die Stockschläge herbeiHeführten Verletzungen eingetreten ist, oder ob sonstige Einwirkungen den Tod herbeigeführt haben, steht noch nicht einwand­frei fest.

Das vertauschte Rennpferd. Ein ungewöhnlicher Vetrugsfall.

Dor dem Berliner Landgericht begann ein Pro­zeß, in dem ein ungewöhnlicher Betrugs- fall zur Verhandlung steht. Angeklagt ist ein 39- jähriger Heinrich Ditsch, dem ein raffinier- ter Rennpferdtausch zur Last gelegt wird. Im vergangenen Jahre war für ein Rennen in Mülheim-Duisburg u. a. ein schwaches Pferd ge­

7Nit festem Griff warf der Führer das Steuer der Wirtschaft herum. Arbeit und Brot für Alle!

Aufstieg heißt der Kurs.

Dankt dem Führer durch Eintritt in die NSV.

des Verdachts betrügerischer Handlungen von allen Rennen ausgeschlossen und von allen Rennbahnen verwiesen. Dabei wurde als erwiesen angesehen, daß Ditsch in mindestens drei Fällen Pferde ver­tauscht hatte.

Erdstöße in Mittelchina.

Heftige Erdstöße erschütterten den Bezirk Jue« anling in der Provinz Honan (Mittelchina) und ver­ursachten einen Bergrutsch. 15 Menschen wur­den von den Erdmassen begraben. Sämtliche Häu­ser eines Dorfes wurden vollkommen zerstört.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die zurzeit herrschende Wetterlage zeigt großS Beständigkeit. So stiegen am gestrigen Donners­tag die Temperaturen wieder allgemein über 30 Grad Celsius. Gleichzeitig kam es aber auch schon im Norden unseres Bezirkes stellenweise zu leichten Gewitterstörungen. Dann macht sich jetzt eine Aenderung der Wetterlage bemerkbar, indem sich das Hochdruckgebiet weiter ostwärts verlagert. Dabei wird zunächst das warme und schwüle Wetter andauern, aber auch gleichzeitig die Nei­gung zu Gewitterbildungen auftreten.

Aussichten für Samstag: Zeitweise etwas wolkig, sehr warm bei schwacher Luftbewegung, wei­terhin schwül, zunehmende Neigung zu Gewitter- bildung.

Aussichten für Sonntag: Im ganzen Fortdauer des warmen und schwülen Wetters, ver­stärkte Gewittertätigkeit.

Temperaturen am 11. Juli: mittags 31,1 Grad Celsius Grad, am 11. Juli: abends 22 Grad; am 12. Juli: morgens 19 Grad. Maximum 31,8 Grad, Minimum 15,7 Grad. Erdtemperaturen am 11 Juli: abends 26,9 Grad, am 12. Juli: morgens 22,3 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 13*/- Stunden. Niederschläge keine.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

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