haben fünf der Führer der „Nationalen Frerwilli- aen" eine weitere Zusammenarbeit mit Oberst de la Rocque abgelehnt. Oberst de la Rocque erklärte, sie gehörten nicht dem Direktorium der Bewegung der Feuerkreuzler an. Es handele sich um einen Zwischenfall, der keine Rückwirkungen aus das Fortschreiten der Bewegung der Feuerkreuzler habe.
Korporationen
und RS.-Gtudentenbund.
Der „Angriff" veröffentlicht eine Meldung aus Köln, in der es heißt: „Wie der Gauamtsleiter des NS.-Studentenbundes Köln-Aachen mitteilt, haben sich an den Hochschulen des Gaues Köln-Aachen in Köln, Aachen und Bonn von Insgesamt 105 Korporationen nur 25 zur positiven Mitarbeit im nationalsozialistischen Staat bereitgestellt. Rur sie wollen sich der politischen Schulung durch den RS.-Studentenbund unterziehen. In Köln sind von 38 Korporationen 12, in Bonn von 49 Korporationen ebenfalls 12, in Aachen in der dortigen Technischen Hochschule von 19 Korporationen eine an den RS.-Studentenbund herangetreten. Bereit erklärt haben sich in Bonn und Köln geschlossen die Burschenschaftler, außerdem in Köln zum Teil die katholischen Unitarier. Ausgeschlossen haben sich die CVer, der größte katholische Studentenbund, die Korps und die Landsmannschaften. Die Gemeinschaft studentischer Verbände hat an die ange- schlossenen Korporationen ein Rundschreiben ergehen lassen, das ihre Mitglieder auffordert, sich nicht im bejahenden Sinne zur Aufforderung des Reichsamtsleiters, des RS.-Studentenbundes, Pg. Derichsweiler, zu äußern. Es ist klar, daß die Mit- glieder des RS.-Studentenbundes, die bisher noch Den Korporationen angehört haben, die nicht zur Mitarbeit im nationalsozialistischen Staat bereit sind, aus diesem austreten müssen."
Oer Führer besucht alte Parteigenossin zum 28. Geburtstag.
München, 11. Juli. (DRB.) Am Donnerstag besuchte der Führer in Solln die Parteigenossin Frau H o f m a n n, um ihr zu ihrem 78. Geburtstag persönlich seine Glückwünsche zu überbringen. Diese EhrAng wurde einer Parteigenossin zuteil, die seit 19 2 0 in den Reihen der Bewegung steht und ihr seitdem in unerschütterlicher, aufopferungsvoller Treue verbunden blieb.
Hitlerjugend
Hilst Waldbrände verhüten.
Das Presse- und Propagandaamt der RIF. teilt mit: Die Reichsleitung der NSDAP., Hauptamt für Volkswohlfahrt, Abteilung Schadenverhütung, führt während der Sommermonate eine Propaganda-Aktion für die Verhütung von Waldbränden durch. Diese Maßnahme wird von der Hitler-Jugend außerordentlich begrüßt. Es geht kein Hitler-Junge auf Fahrt oder ins Zelt- lager, der nicht weiß, welche Gefahr Waldbrände für das Dolksvermögen bedeuten und wie leicht durch undiszipliniertes oder leichtsinniges Verhalten solche Waldbrände entstehen können. Die Hitler-Jugend wird darum mit der NSV. aufs engste zusammenarbeiten,, um der Oeffentlichkeit klarzumachen, daß jeder verpflichtet ist, beim Be- treten von Waldbeständen während der Sommermonate jede Unachtsamkeit zu vermeiden, die einen Waldbrand zur Folge haben könnte.
Unermeßliche Werte fallen alljährlich den Waldbränden zum Opfer. In den meisten Fällen sind Unbekümmertheit oder Leichtsinn die Ursache. Sehr häufig hat man zu Unrecht Gruppen der Hitler-Jugend, die im Bereich eines Waldbestandes gezeltet haben oder sich auf Fahrt befanden, die Schuld an Waldbränden gegeben. Die Gruppen, die sich auf Fahrt befinden, wissen, wie sie sich im Walde zu verhalten haben. Häufiger als durch Abkochen in Waldnähe ist eine fortgeworfene Zigarette, oder eine brennende Tabakspfeife die Ursache eines Waldbrandes gewesen.
Die Hitler-Jugend ruft die Bevölkerung auf, auch in dieser Frage mit ihr zusammenzuarbeiten und die NSV. dahingehend zu unterstützen, daß der Schadenverhütungs-Aktion ein voller Erfolg be- schieden ist.
Helft mit uns, Waldbrände verhüten!
Einstellung der Hilfstätigkeit nach Gowjetrußland.
Berlin, 11. Juli. (DNB.) Die in den letzten Wochen veröffentlichten Todesurteile gegen deutsche Pfarrer und Bauern in Sowjetrußland zeigen, daß der Empfang von Sendungen oder Geld für unsere evangelischen Glaubensgenossen zu einer Gefahr geworden ist. Aus diesem Grunde ist die für den Torgsin-Ver- kehr bisher bestehende Vergünstigung aufge- hoben worden, und die Sendungen unterliegen den gleichen Devisenbestimmungen wie nach dem übrigen Ausland. Aus dem gleichen Grunde haben alle großen Hilfsorganisationen beider Konfessionen die Verantwortung für den Empfang der Sendungen a b l e h n e n und jede Sammeltätigkeit als mit ihrem Gewissen nicht vereinbar e i n st e l l e n müssen. Es muß daher dringend gebeten werden, von Spenden an Rußland-Hilfsorganisationen, ganz gleich welcher Art, absehen zu wollen, bis von verantwortlicher Stelle die Hilfeleistung wieder als mqglich erklärt wird.
Deutscher Protest in Kotvno.
Berlin, 11. Juli. (DNB.) Auf Grund seines Beschlusses vom 31. Mai d. I. hatte der Appel- lationsgerichtshofinKowno am 14. Ium auf eine Reihe Forderungen der Kreditgesellschaft „Agraria" und des „K r e d i t v e r b a n d e s memelländischer Grundbesitzer" Arrest gelegt und deren Schuldnern gestattet, Einzahlungen auf die Konten der „Agraria" und des Kreditverbandes bei der Landschaftsbank in Memel zu leisten. Da durch diese Maßnahme die Interessen reichsdeutscher Gläubiger erheblich beeinträchtigt werden, hat die deutsche Regierung bei der litauischen Regierung gegen die Anordnung des Appellationsgerichtshofes nachdrücklich Einspruch erhoben und verlangt, daß die Rechte der reichsdeutschen Interessenten wieder- h e r g e st e l l t werden.
Griechische Fühlungnahme in Rom.
Rom, 10. Juli. (DNB.) Der griechische Kriegsminister Kondylis ist von Mussolini empfangen worden. Der Besuch des griechischen Generals ist mit zahlreichen rnilitäri s ch e n Besichtigungen und Besprechungen politischen und mitttärischen Charakters angefüöt Die Wieder
einführung der Monarchie dürfte in den Besprechungen eine gewisse Rolle gespielt haben, doch wird in politischen Kreisen in diesem Punkte offiziell die gleiche Reserve geübt wie in der Frage einer Wiedereinsetzung der Habsburger Monarchie.
Kleine politische Nachrichten
In Erwiderung des Kommandos eines deutschen Offiziers zur Generalstabsausbildung in der Armee der Vereinigten Staaten wird am 1. Oktober 1935 ein amerikanischer Offizier in Deutschland an einem Lehrgang der Kriegsakademie teilnehmen.
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Der neue mexikanische Innenminister Silvano Barba Gonzales soll strikten Befehl erteilt haben, diejenigen katholischen Kirchen wieder für den Gottesdienst zur Verfügung zu stellen, die vor längerer Zeit geschlossen worden sind, ohne daß hierfür eine Anweisung der Bundesregierung vorlag. Es heißt, daß es ein erster Schritt oer Bundesregierung sei, um auf diesem Gebiet wieder die Ordnung herzustellen.
Der südslawische Prinzregent Paul reifte nach Bukarest, um König Carol zu besuchen. Die Reise hängt in erster Linie mit der Habsburger Frage zusammen.
die nach dem letzten, für den Monat Mai vorliegenden Bericht, weiter um 35 auf nunmehr insgesamt 13153 Millio nen Mark gediegen sind. Allerdings lag der Einzahlungs- Überschuß im Mai um rund 28 Millionen unter dem des Vormonats, doch war die Entwicklung wiederum besser als in den Vorjahren; denn im Jahre 1933 hatte der Einzahlungsüberschuß nur 4,2 Millionen betragen und 1934 waren sogar die Auszahlungen um 6 Millionen größer als die Einzahlungen. Immerhin hat der Einlagenzuwachs im Mai nicht ganz ausgereicht, um mit ihm allein den dritten Teilbetrag der von den Sparkassen ae» zeichneten 500-Millionen-Anleihe des Reiches oe- zahlen zu können, der Mitte Mai in Höhe von 75 Millionen Mark abzunehmen war, so daß von den Sparkassen ein entsprechender Rückgriff auf ihre eigenen Bankguthaben notwendig wurde.
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Die Bewegung der Aktienkurse an den deutschen Börsen ist seit längerer Zeit Gegenstand lebhafter Erörterungen in der interessierten Oeffentlichkeit gewesen. Alle Warnungen und Hinweise auf das Mißverhältnis zwischen den jetzigen Kursen und der nach oernünftiger Berechnung zu erwartenden Rendite, auf die Möglichkeiten einer Beschneidung der industriellen Gewinne aus der Arbeitsbeschaffungskonjunktur haben nicht die Befestigung der Kurse verhindern können, die allerdings durch die außerordentliche Enge der Märkte besonders begünstigt wurde. Der aus Publikumskreisen austretenden Nachfrage stand durchweg nur sehr geringes Angebot gegenüber. Die Organe der Berliner Börse haben sich aus dieser Lage heraus nun veranlaßt gesehen, in einer öffentlichen Erklärung die Warnungen noch einmal sehr prägnant und deutlich auszusprechen. Das Ergebnis war, wie nicht anders zu erwarten, eine rückläufige Bewegung der Aktienkurse, deren weiteren Verlauf man allerdings abwarten müssen wird. Der R e n t e n m a r 11, der natürlich den Nachteil von der Bewegung an den Aktienmärkten seit Wochen zu spüren bekommen hat, wird, wie zuversichtlich zu hoffen ist, in der Zukunft von den als Anleger in Frage kommenden Kreisen wieder mehr beachtet werden, zumal er nach wie vor eine gute und sichere Verzinsung liefert.
Der Absatz des Rheinisch - Westfälischen Kohlensyndikats betrug im Monat Juni arbeitstäglich 219 000 Tonnen. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat eine Zunahme um 7000 Tonnen. Die Absatzsteigerung entfällt hauptsächlich auf das umstrittene Gebiet. Die Lagerbestände der Ruhrzechen haben sich weiter verringert. Der Dier- teljahrsausweis der Vereinigten Stahlwerke weist zwar für das Quartal April-Juni einen Rückgang der Kohlenförderung um etwa 200000 Tonnen auf. Dieser ist aber saison- mäßig begründet. Ebenso beruht die Verminderung der Roheisenproduktion des Konzerns um etwa 37 000 Tonnen auf besonderen Betriebs- Verhältnissen. Dagegen hat sich trotz der stilleren Sommersaison die Kokserzeugung weiter von 1,50 auf 1,53 und die Rohstahlerzeugung von 1,24 auf 1,27 Millionen Tonnen gehoben. Diese Mehrerzeugung ist lediglich der guten Beschäftigung der inländischen Abnehmerindustrien zu verdanken, da sich die inzwischen erreichte Verständigung der kontinentalen Eisenindustrien mit der englischen bisher im Exportgeschäft noch nicht auswirken konnte, lieber eine Belebung des Ausland- g e f ch ä f t e s berichtete die Werkzeugmaschine n i n d u str i e , die trotz der Währungsschwierigkeiten ihren Absatz in Japan, Rußland, England, Italien und Frankreich steigern konnte. Die T e l e f u n k e n - Gesellschaft hat aus Peru den Auftrag auf Bau eines Rundfunksenders in Lima sowie auch einen gleichen Auftrag für Norwegen erhalten.
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Die Bestrebungen der Reichsregierung für eine (Erweiterung der heimischen Spinnst offerzeugung sind von Erfolg gewesen. So wurde bekannt, daß die Flachsanbaufläche von 4500 Hektar im Jahre 1932 auf 20 600 Hektar im Jahre 1934 angewachsen ist, und daß mit der für diese Saison zu erwartenden (Ernte von 750 000 Doppelzentner etwa d i e Hälfte des deutschen Bedarfs an diesem Textilrohstoff, der in den letzten Jahren vom Verbrauch wieder erheblich stärker bevorzugt wird, durch die heimische Erzeugung wird gedeckt werden können. 1932 waren es nur 10 Prozent, die auf eigenem Boden wuchsen, und die Devisenmenge, die wir durch die planmäßige Vermehrung des Flachsanbaues sparen, wird von sachverständiger Seite auf 12 Millionen Mark beziffert. Auch die zur Veredlung des Rohflachses notwendigen Flachsrösten sind vermehrt worden und verfügen jetzt über eine Gesamtkapizität von 900 000 Doppelzentner, so daß also noch Spielraum für eine weitere Vermehrung der (Ernte vorhanden ist. Trotzdem erwägt man bereits jetzt den weiteren Ausbau der Flachsrösten, um die heimische Rohstoffbasis der deutschen Seinen« industrie planmäßig immer mehr zu verbreitern. Für Hanf lauten die Meldungen ebenfalls günstig: Die Anbaufläche wuchs hier von 210 Hektar im Jahr 1932 auf 2700 Hektar im laufenden Jahr. Daß auch die Bemühungen um einen allmählichen Wiederaufbau der deutschen Schafzucht in qualitativer und quantitativer Beziehung erfolgreich sind, geht aus den Versteigerungsergebnissen hervor, die von befriedigender Beschaffenheit des Angebots aus deutschen Schafzuchten berichten. Das Bild rundet sich durch die Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft über den deutschen Seidenbau. Wenn die bisherigen Versuche, erfolgreich in Deutschland Seidenbau zu betreiben, bisher stets gescheitert sind, so lag das zu einem wesentlichen Teil an der mangelnden Zusammenarbeit und dem Fehlen einer straffen Überwachung der Kokonzucht und der nachfolgenden Produktionsstufen. Diesem Mangel soll durch die Verordnung Abhilfe geschaffen werden, die den Reichsnährstand ermächtigt, die nötigen Maßnahmen zur Regelung der Gewinnung, fort: Verwertung und des Absatzes von deutschen Seidenkokons zu treffen. *
Nach den auf Grund der amtlichen Saaten- standsberichte vorgenommenen Schätzungen des Statistischen Reichsamtes läßt die diesjährige Getreideernte beträchtlich höhere (Erträge als die vorjährige erwarten. (Eine Ausnahme bildet nur d i e a fer ernte, die infolge Verminderung der Anbaufläche geringer ausfallen wird. Die B r o t - getreiöeernte wird auf 13 Millionen Tonnen veranschlagt, während die Vorjahresernte nur 12,3 Millionen Tonnen betrug.
An den internationalen Märkten ist es augenblicklich wieder einmal das Silber, das die Gemüter in Aufregung versetzt. Am Londoner Silbermarkt ergaben sich große Schwierigkeiten,
Deutsch-französische Aussprache auf dem Londoner Tlationalistenkongreß
Professor Grimm spricht über Adolf Hitlers europäische Sendung.
London, 11. Juli. (DNB.) Jin zweiten Teil der Vortragsreihe auf dem Kongreß der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Nationalisten wurde nach einem Vortrag des belgischen Schriftstellers Dr. I. W. S e r r u y s das Referat „Nationale und Uebernationale Gemeinschaften" des an der Teilnahme verhinderten Professors Hans Eibl (Wien) verlesen. Eibl vertritt auch in diesem Referat seinen feit vielen Jahren verfochtenen Standpunkt, daß die sämtlichen Pariser Vorortsverträge von 1919 moralisch und völkerrechtlich null und nichtig seien.
Die Morgensitzung des zweiten Kongreßtages stand im Zeichen einer d e u t s ch - f r a n z ö s i - schen Aussprache. Für das Niveau dieser Auseinandersetzung, an der ein großer Kreis interessierter Persönlichkeiten teilnahm, zeugte die Auswahl der beiden Hauptredner, von französischer Sette
Nr. Louis Bertrand,
der Präsident der Acad Linie Franca i s e, und von deutscher Seite der bekannte Professor für internationales Recht an der Universität Münster, Dr. Friedrich Grimm aus Essen. Mit schneidender Schärfe und unerbittlicher Logik richtete Louis Bertrand den Internationalismus nicht nur in, feinen Organisationsformen, sondern ganz wesentlich als gedankliches System und geistige Haltung. Die Internationale führe zu Krieg und Anarchie, zur Zerstörung völkischer Werte, der Charaktereigenheiten der Nationen. Demgegenüber forderte Bertrand, daß die Nationen stark fein sollten, um sich und ihr wertvolles Eigenleben behaupten zu können. Er schloß mit einer Berufung auf Nietzsche, daß die beste Art ein guter Deutscher — oder ein guter Franzose oder Engländer — zu fein, die sei, die Eigenschaften zu erwerben, die dem eigenen Volk mangelten.
Friedrich Grimm
sprach dann in seiner bekannten schlichten und geraden Art über das Thema „Hitler und Eu
ropa". Einleitend begrüßte er es als ein günstiges Vorzeichen verständnisvoller Zusammenarbeit, daß hier auf englischem Boden ein Franwse in seiner Muttersprache und er selbst in deutscher Sprache, vor einem so aufnahmefreudigen Publikum zu vielen Nationen sprechen könnten. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten die Zuhörer Prof. Grimm, als er die Problemstellung feines Vortrages damit begründete, daß einerseits Adolf Hitler heute allgemein in der Welt, bei Freunden und Gegnern, als eine für das Schicksal Europas entscheidende Persönlichkeit empfunden werde, daß anderseits das Problem Deutschland und Europa sich auf die Formel Hitler und Europa konzentrieren lasse, daß Hitler Deutschland sei. In kurzen und markanten Ausführungen gab Grimm einen geschichtlichen Ueberblick über die 15jährigen Leiden des deutschen Volkes seit Versailles. Er zeigte seinen ausländischen Hörern, wie auf Grund der verächtlichen Treibereien sog. deutscher Pazifisten der Begriff Pazifismus in deutschen Augen habe gleichbedeutend mit Landesverrat werden müssen. Alsdann zeigte Grimm an Hand eines Ueberblickes über die Außenpolitik der nationalsozialistischen Regierung mit besonderem Eingehen auf die Führung Adolf Hitlers i n b e r Rüstungsfrage, daß die Bemühungen des Führers um den Frieden den wertvoll st enBei- t r a g der Nachkriegszeit für d i e Herstellung eines gesünderen und glücklichen Europas oarstellten. Anknüpfend an die große Rede des Führers vom 21. Mai schloß Professor Grimm sein eindrucksvolles Referat mit der Feststellung, daß Hitler mit feinen 13 Punkten da wieder angeknüpft hat, w o W i l f o n mit feinen 14 Punkten kläglich gescheitert ist. Damit wachse die Mission des Führers über seine Aufgabe im Reich hinaus und werde . zu einem europäifchenSchickfalsfaktor. Hitler helfe, jenen Frieden der Gerechtigkeit zu schaffen, der in Versailles nicht erreicht worden fei. Reicher Beifall dankte dem deutschen Redner.
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Unser Schaubild gibt einen Ueberblick über die Entwicklung der Erwerbslosigkeit seit dem Beginn der nationalsozialistischen Erhebung. Man sieht, daß immer wieder durch die Saison bedingte Rückschläge .erfolgten; aber zielbewußt wurde ständig daran gearbeitet, eine immer größere Zahl von Erwerbslosen zu Lohn und Brot zu bringen. (Scherl-M.)
Wie sieht es in der'
irtschast aus?
Die wichtigste Mitteilung aus dem wirtschaftlichen Leben war in der vergangenen Woche ohne Zweifel der Bericht über die Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Juni. Durch einen abermaligen Rückgang der Arbeitslosenzahl um nicht weniger als 142 000 ist diese nunmehr weit unter d i e Zwei - Millionen - Grenze auf 1877 000 gesunken. Dieser Rückgang muß als außerordentlich groß bezeichnet werden, da normalerweise im Juni die Entlastung des Arbeitsmarktes schon schwächer zu werden pflegt, weil bann schon nicht mehr so starke Saisoneinflüsse wirksam werden wie in den Frühjahrsmonaten. Der dennoch starke Rückgang der Arbettslosenzahl im Juni ist daher im wesentlichen eine Folge der sich stetig bessernden Konjunktur, und diese Tatsache ist zweifellos noch bedeutsamer als das an sich natürlich im höchsten Grade erfreuliche starke Absinken der Zahl der Arbeitslosen; denn der Umstand, daß für Den erneuten Rückgang der Arbeitslosigkeit in viel geringerem Umfange Saisoneinflüsfe als die grundsätzliche Besserung der Wirtschaftslage den Ausschlag gegeben haben, darf zu der Hoffnung berechtigen, daß das in diesem Frühjahr und Sommer in der Arbeitsschlacht bereits gewonnene und noch zu gewinnende Gelände durch den jahreszeitlichen Winterrückschlag nur zu einem wieder geringer werdenden Teile verlorengeht. Zu dieser Hoffnung berechtigt auch die andere Tatsache, daß der Einsatz von Arbeitskräften für Notstandsarbeiten eine weitere Minderung zu Gunsten des regulären Arbeitseinsatzes in den Außenberufen erfahren konnte.
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Das fortschreitend günstiger werdende Bild der Wirtschaftslage spiegett sich auch bereits deutlich in der Entwicklung der Reichsfinanzen; denn das um 1200 Millionen Mark erhöhte Steueraufkommen des Rechnungsjahres 1934/35 läßt schon klar die Wirkung der finanz- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen der letzten Jahre erkennen. Eigentlich betrug das Mehrauf
kommen an Reichssteuern und Zolleinnahmen im Rechnungsjahr 1934/35 sogar fast 1400 Millionen Mark, doch muß bei einem Vergleich mit dem Vorjahre der (Ertrag der damals noch nicht als Reichssteuer erhobenen Schlachtsteuer unberücksichtigt bleiben. • Dieses Mehraufkommen an Reichseinnahmen ist allerdings in vollem Umfange durch die Etctt- Dorbelaftungen aus dem Vorjahre und durch die Neubelastung aus der Finanzierung der Arbeitsschlacht absorbiert worden, so daß es noch nicht zu einer weiteren Defizit-Tilgung, geschweige denn zu Steuerermäßigungen benutzt werden. konnte. Das Defizit im Reichshaushalt des Jahres 1932/33, das nach Ausschaltung der Länderüberweisungen noch 610 Millionen Mark betragen hatte, und 1933/34 sich nur noch auf 330 Millionen gestellt hatte, ist zwar im Rechnungsjahr 1934/35 wieder etwas großer geworden und betrug in diesem 354 Millionen Mark. Nichtsdestoweniger ist aber der Beginn des Gesundungsprozesses bei den Reichsfinanzen bereits feit dem Vorjahre deutlich erkennbar. Sein Merkmal besteht darin, daß die Einnahmen in den letzten beiden Jahren relativ stärker gestiegen sind als die Au.s gaben, daß also in zunehmendem Maße bereits eine planmäßige Tilgung der für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit aufgewendeten erheblichen Mittel durch erhöhte Steuern- und Zolleinnahmen erfolgen kann. Die anhaltende Besserung der Wirtschaftslage läßt daher auch das nochmalige Entstehen und sogar leichte Anwachsen eines Fehlbetrages im letzten Rechnungsjahre in keiner Weise beängstigend erscheinen, weil diese Konjunkturbesserung schon jetzt die (Erwartung weiter steigender Reichseinnahmen rechtfertigt, die zur Tilgung der erhöhten Aufwendungen für die Wirtschaftsbelebung verwendet werden können.
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Die stetige Besserung der wirtschaftlichen Sage und im Zusammenhang damit der durchschnittlichen Einkommenoerhältnisse kommt auch zum Ausdruck in der Entwicklung der Spareinlagen,


