des Dritten Reiches und der dritten deutschen Kriegsmarine ist aufgebaut auf den Leistungen der kurbrandenburgischen, preußischen und deutschen Armee und Marine, deren Flaggen uns hier grüßen. Die höchste Verkörperung dieser Tradition sehen wir Soldaten jederzeit in der Person unseres verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg.
Die Marine-Volkswoche wird aus dieser Tradition Ausschnitte geben. Sie sollen zeigen, daß eine große militärische Leistung nur entstehen kann, wenn jeder Seemann und Soldat vom Admiral bis zum jüngsten Matrosen und Heizer in lebendiger Erinnerung an die Taten derer, die vor uns waren, seine Pflicht tut.
Die Ueberlieferung hak jedoch nur dann einen
späten Nachmittagsstunden ein. Der Reichssportführer nahm die Botschaft in Empfang und verlas sie. Sie lautet: „Der deutsche Wassersport sendet anläßlich der Marine-Volkswoche Kiel 1935 als sichtbares Zeichen seiner Verbundenheit mit der deutschen Kriegsmarine diese Urkunde. Der Geist und das Wesen deutschen Seemannstums sind und bleiben immer allen wassersporttreibenden deutschen Sportsleuten Antrieb und Vorbild. Berlin-Charlottenburg, im Brächet 1935. Deutscher Reichsbund für Leibesübungen. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten."
Sodann übergab der Reichssportführer die Botschaft Vizeadmiral Saalwächter, der im Namen der Kriegsmarine dankte. Fast gleichzeitig trafen als weitere Sendboten des Binnenlandes die
in Potsdam hergestellten Schiffsmodelle der Dampfer „Bremen" und „Hamburg" sowie des Tankdampfers „Franz Clasen" ein. Sie gingen, überall freudig begrüßt, im Olympia-Hafen vor Anker.
Englisches Lob für die deutschen Matrosen.
London, 18. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse veröffentlicht zum Teil Schilderungen über die Eröffnung der deutschen Marinewoche in Kiel. „Daily Mail" meldet, daß die deutschen Matrosen die beste Propaganda für die Flotte seien. Ebenso wie
die englischen Matrosen verständen sie es, sich beliebt zu machen.
„Emden" und „Karlsruhe" wieder daheim.
Kiel, 11. Juni. (DNB.) Die beiden deutschen Auslandskreuzer „Emde n" und „Karlsruhe" haben am Pfingstmontagabend auf der Schilling- Reede vor Wilhelmshaven geankert. Kreuzer „Emden" wird am 14. Juni in Wilhelmshaven und Kreuzer „Karlsruhe" am 15. Juni, 9 Uhr, in der Holtenauer Schleuse bei Kiel anlaufen, wo Tausende, die zur Marineoolkswoche in Kiel weilen, Zeugen des feierlichen Augenblicks der Heimkehr sein werden.
Englische Frontkämpfer besuchen Deutschland.
Oer englische Thronfolger begrüßt den Willen der englischen Frontkämpfer, Deutschland die Hand der Freundschaft zu reichen.
bleibenden Wert, wenn sie als innerliche Verpflichtung erfaßt wird. Die Arbeit der Kriegsmarine wird geadelt und erleichtert durch die auf Frontkämpfergeist und Opferbereitschaft beruhende nationalsozialistische Weltanschauung unseres Volkes. Sie sieht ihre Aufgabe darin, die Grenzen des Deutschen Reiches, das im Nationalsozialismus geeinte Volk und seinen Lebensraum zu schützen. Die Kriegsmarine fühlt sich bei Erfüllung dieser Aufgabe mit Stolz als ein Teil der gesamten deutschen Wehrmacht und entbietet gehorsamsten Willkommensgruß ihrem Oberbefehlshaber Admiral R a e d e r. Sie heißt alle Waffenbrüder des Heeres und der Luftwaffe, mit denen sie die gleichen Ziele und die gleichen Pflichten verbinden, herzlich willkommen.
Im Auftrage der Kriegsmarine begrüße ich hier in Kiel die Offiziere der königlich dänischen, der königlich holländischen, der polnischen und der königlich schwedischen Marine, die zum friedlichen Wettkampf im Segelsport hierhergekommen sind, und ich hoffe, daß der Aufenthalt hier in Kiel dazu führen möge, das gegenseitige Verständnis zwischen unseren Völkern und Marinen zu fördern.
Große Leistungen in Krieg und Frieden entstehen nur in unerschütterlicher Kampfgemeinschaft von Führer und Truppe, in der lebendige Kameradschaft alle Dienstgrade verbindet. Die deutsche Jugend soll wissen und auch hier in der Marine-Volkswoche sich davon überzeugen, daß sie in der Wehrmacht eine zwar harte, aber gerechte, saubere, kameradschaftliche und fürsorgliche Erziehung für das ganze Leben erwartet.
Diese hohen Ziele in der Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht sind der Wehrmacht durch unseren Führer und Obersten Befehlshaber gesteckt, dessen wir heule bei Eröffnung der Warine-Volkswoche in tiefster Verehrung gedenken. Er ist für uns Soldaten die Verkörperung des deutschen Frontsoldaten von einst und heute. Wir Seeleute empfinden dankbar, daß er die See verstanden hat. Als ein Kämpfer ohne Furcht und Tadel, als Hüter deutscher Ehre, als Besieger deutscher Zwietracht, als Vollender sozialer Gleichberechtigung aller deutschen Volksgenossen steht unser Führer heute vor uns. Golt schütze unseren Führer und Deutschland!
Begeistert sang die Menge am Schluß das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied.
Vorbeimarsch der Marineabteilungen.
Während der Feierstunde in der Nordostseehalle hatte sich vor der Halle eine riesige Menschenmenge angesammelt, um Zeuge des Vorbeimarsches der Marineabteilungen vor ihrem Oberbefehlshaber zu sein. Sechs bis acht Reihen tief standen bis weit in das Stadtinnere hinein die begeisterten Zuschauer, als kurz nach 22 Uhr in schneidigem Paradeschritt die Einheiten von den Schiffen und den Landtruppen, voraus die traditionellen Fahnen der kurbrandenburgischen und preußischen Flotte, vor Admiral Dr. h. c. Raeder vorbeimarschierten.
In drei Säulen bewegte sich dann ein riesiger Fackelzug durch die von Menschen wimmelnden Straßen herunter zum Kieler Hafen. Als die Marschkolonnen den Hafen erreichten, flammten auf dem gegenüberliegenden Ostufer Pechfackeln auf, eine leuchtende Kette, die sich kilometerweit hinzog und im Wasser widerspiegelte.
Der Empfang der ausländischen Offiziere.
Kiel, 11. Juni. (DNB.) Im Nahmen der Marine-Volkswoche finden vom 12. bis 15. Juni in Kiel die ersten internationalen Marine-Pokal-Segelwettfahrten um den vom verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg am 17. Januar 1934 gestifteten „Hindenburg-Erinnerungspokal" statt. Die zu diesen Wettkämpfen in Kiel eingetroffenen polnischen, schwedischen, dänischen und holländischen Marineoffiziere wurden am Dienstagvormittag im Stationsgebäude vom Chef der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Albrecht, im Beisein des Führers des Marine- Regattavereins Konteradmiral B a st i a n und des Kommandanten von Kiel, Kapitän z. S. M e w i s, herzlich begrüßt. Von der Dineta-Brücke ging es in drei Chefbooten an Bord des mitten im Kieler Hafen liegenden Flottenflaggschiffes „Schleswig- Holstein", wo der Flottenchef, Vizeadmiral F o e r - st e r, die Offiziere der fremden Nationen im Namen der deutschen Flotte als Kameraden herzlich willkommen hieß. Auf der Stationsyacht „Nixe" fuhren die ausländischen Offiziere dann durch das weite schöne Regatta-Revier. Während der Fahrt hieß Konteradmiral Bastian, der vom . Befehlshaber der Kriegsmarine beauftragte Leiter der ersten internationalen Marine-Segelpokalwettfahrt, die Gäste auf dem Felde des Sports willkommen. Gegen 11 Uhr wurde das Marineehrenmal in Laboe besichtigt. In der Ehrenhalle fand eine kurze schlichte Gefallenenehrung statt. Anschließend legten die Offiziere der ausländischen Kriegsmarinen Kränze zu Ehren der Helden des Weltkrieges nieder. Konteradmiral B a st i a n dankte für die ritterliche Hochachtung und pietätvolle Kameradschaft, die aus diesem Akt spreche. Die ausländischen Offiziere besttegen dann den 84 Meter hohen Turm des Marineehrenmals, dessen obere Plattform einen wundervollen Rundblick bietet. Mittags wurden die ausländischen Offiziere im Empfangssaal des Kieler Rathauses durch Oberbürgermeister Behrens in der Kriegsmarinestadt Kiel herzlich willkommen geheißen. Grußbotschaften der Landratten.
Kiel, 11. Juni. (DNB.) Die Stasfette der deutschen Wassersportverbände, die eine Botschaft des Reichssportführers von Tschammer und O st en an die Kriegs- matlne überbrachte, traj am Dienstag in heü
London, 11. Juni. (DNB.) Der Prinz von Wales hielt am Dienstag auf der Jahresversammlung der britischen Frontkämpfervereinigung „British Legion" in der Londoner Öueens-Hall eine Rede, die einen deutlichen Hinweis auf die Notwendigkeit einer deutsch-englischen Verständigung enthielt und daher stärkste Beachtung verdient. Der Thronfolger Englands erklärte sich mit der Absicht der Brittsh Legion, eine Abordnung nach Deutschland zu senden, um engere Beziehungen zu den Frontkämpfern des ehemaligen Gegners herzustellen, in jeder Hinsicht einverstanden und führte zum Schluß seiner Ansprache folgendes aus:
„Als ich kürzlich mit dem Präsidenten der British Legion sprach, warf er die Frage auf, die sich auch mir aufgedrängt hakte, daß nämlich Verlreler der britischen Frontkämpfervereinigung Deutschland einen Besuch abskalten sollten. Ich bin der 2Heinung, daß es keine Körperschaft oder Organisation gibt, die geeigneter wäre, den Deutschen die Hand der Freundschaft en tgegen z ust r ecken, als die ehemaligen Frontkämpfer, die im Weltkrieg gegen sie gekämpft, und die das alles jetzt vergessen haben."
Diese Erklärung des Prinzen von Wales, der die Teilnehmer an der Jahresversammlung mit den Worten „Meine alten Kameraden" anredete, wurde mit langanhaltendem Beifall begrüßt.
Die gesamte Londoner Abendpresse verzeichnet in größter Aufmachung die freundschaftlichen Aeußerungen des Prinzen von Wales über Deutschland. In Schlagzeilen werden die wichtigsten Stellen aus der Erklärung des Prinzen von Wales hervorgehoben. Der „S t a r" leitet seinen Bericht über die heutige Versammlung der British Legion mit den Worten ein: „Die Freund- schaftsgeste des Prinzen von Wales gegenüber Deutschland wird einen wohltuenden Einfluß auf die europäischen Beziehungen haben."
In einer Berliner Reutermeldung wird darauf hingewiesen, daß in Deutschland alles geschehen werde, um dem Gedanken, der der Entsendung einer Abordnung des britischen Frontkämpferverbandes zugrunde lieg/r, zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Das heutige Deutschland habe seit jeher die Ansicht vertreten, daß die Frontkämpfer der verschiedenen Na- ttonen zusammenkommen müßten, um einen neuen Krieg zu verhindern. Das Reutertelegramm schließt mit der Feststellung, daß die Abordnung einer herzlichen Begrüßung sicher sein könne.
Wie „E v e n i n g Standard" meldet, steht die Zusammensetzung der Abordnung, die schon in einigen Wochen Deutschland besuchen wird, bereits fest. Sie wird aus dem gegenwärtigen Bundesführer Major Festherston G o t l e y, dem früheren Bundesführer Oberst Crosfield und einem namentlich noch nicht genannten Mitglied des Nattonalen Dollzugsrates bestehen. Dieser Besuch soll nach den Aeußerungen eines Mitglieds der Bundesleitung dem Zweck dienen, die Möglichkeiten für die spätere Reise einer größeren Abordnung nach Deutschland zu untersuchen.
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Das Wort des Prinzen von Wales, daß es „keine Organisation oder Körperschaft gibt, die geeigneter wäre, den Deutschen die Hand der Freundschaft entgegenzustrecken als die ehemaligen Frontkämpfer, die im Weltkrieg gegen sie gekämpft und die das alles jetzt vergessen haben", wird nirgends ein lebhafteres Echo finden als gerade in Deutschland. Denn kein anderes Volk hat unter dem Krieg so sehr gelitten wie das deutsche, war es doch von allen Seiten eingeschlossen und von aller Welt abgeschnitten. Ihm standen nicht die Kraftquellen seiner Gegner zur Verfügung, es mußte auch den letzten Mann, mochte er drei- oder fünfmal verwundet gewesen sein, wieder an die Front schicken, sobald er von neuem fähig war, ein Gewehr zu tragen. Die Leiden des Krieges, die sich bis in das fernste Kämmerchen erstreckten und auch den Säugling in der Wiege nicht verschonten, haben Deutschland für alle friedlichen Bemühungen wesentlich zugänglicher gemacht als andere Völker, die vielfach noch in der Dorstellungswelt des Jahres 1919, wie sie in Versailles existierten, leben. Aber gerade Versailles gilt es zu überwinden, wenn ein ehrlicher und echter Friede allen Nationen geschenkt werden soll. Lange haben die Frontkämpfer dem Treiben der Politiker zugesehen, deren einer sogar das mit frenetischem Beifall begrüßte, aber niemals verwirklichte Wort „Weg mit den Kanonen!" prägte. Er blieb bei dem Wort st eben, er sorgte nicht einmal dafür, daß die Aufrüstung in seinem Vaterlands abgestoppt wurde. So traten denn die Frontkämpfer in den Vordergrund, die über die Grenzen hinweg schon manches wertvolle Band geschlungen haben. Auch die Engländer wollen sich an diesen friedlichen Bestrebungen beteiligen, sie haben von keinem geringeren als ihrem künftigen König Zustimmung und Fördern n g zugleich erfahren. In dieser Haltung des Prinzen von Wales spiegelt sich auch, dessen sind wir gewiß, die Einstellung des englischen Volkes wieder.
»Sine zreundschaff m der Irüderschaff der Waffen."
London, 12. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Bundesführer des englischen Frontkämpfer-Verbandes „British Legion", Major Festherston G o d l e y , hat einem Vertreter der „Daily Mail" folgende
LU seinem bevorstehenden Bestich in
Deutschland gegeben: „Unser Besuch wird mehr den Charakter einer Informationsreise haben, als sich mit endgültigen Zielen zu befassen. Wir hoffen aber, daß viele gegenseitige Probleme auf beiden Seiten freundschaftlich erwogen und besprochen werden, und es wird von Interesse sein, das Werk der Frontkämpfer in Deutschland zu prüfen und zu untersuchen, wie wir die Freundschaft der Frontsoldaten unserer beiden Länder fördern können. Das ganze Unternehmen geschieht zur Förderung des von der „British Legion" kürzlich nicdergeleg- ten Grundsatzes, daß wir uns für eine Freundschaft in der Brüderschaft der Waffen einsetzen, die keine Landesgrenzen kennt. Wir hoffen, eine Woche lang in Berlin bleiben zu können."
Starker Eindruck in Paris.
Paris, 12. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Die Erklärung des englischen Thronfolgers über die Zweckmäßigkeit einer Fühlungnahme der ehe-
London. 12. Juni. (DRV. Funkspruch.) Der bekannte Außenpoliliker des „N e w s Ehrott i c l e", Vernon Vartlett. befaßt sich mit den voraussichtlichen politischen Richtlinien des neuen englischen Außenministers Sir Samuel Hoare, der am Dienstag seine Arbeiten im Foreign Office ausgenommen hat. was Deutschland betreffe, so glaube man, daß der neue Außenminister einen echten Vorschlag befürworte, Frieden mit Deutschland zu schließen. Andere Entwicklungen, wie z. V. die Rede des Prinzen von Wales aus der Jahreskonferenz der „British Legion", legten die Annahme nahe, daß Großbritannien nur eine Politik
maligen englischen und deutschen Frontkämpfer und seine Mitteilung von der bevorstehenden Entsendung einer Frontkämpfer-Abordnung nach Deutschland haben in Paris gewaltiges Aufsehen erregt. Die Presse sucht zu ergründen, ob die Ausführungen des Prinzen von Wales als eine politische Kundgebung zu werten seien, oder nur als eine höfliche Geste zu gelten hätten. Einige rechtsstehende Blätter versuchen, die Bedeutung dieser Kundgebung abzuschwächen mit der Behauptung, dem Thronfolger.sei nichts anderes übrig geblieben, als den Beschluß des Vorsitzenden der „British Legion" zu bestätigen (!). Nichtsdestoweniger muß der Londoner Berichterstatter des „E ch o de Paris" zugeben, daß die Worte des Thronfolgers absichtlich in dem Augenblick der deutsch- englischen Flottenoerhandlungen gesprochen worden sind, um zu zeigen, daß England keinerlei Vorurteile gegen Deutschland hege. Die Außenpolittkerin des „O e u v r e" betont, daß die deutsch-englischen Flottenbesprechungen in London sehr volkstümlich seien, was zweifellos den Schritt des Thronfolgers beeinflußt habe.
milmachen werde, die Deutschlands Gleichberechtigung offen anerkenne.
Bartlett schreibt weiter: 2Han sage, daß Sir Samuel Hoare lange brauche, bis er einen Entschluß fasse. Denn er sich aber einmal entschieden habe, sei er sehr entschlossen und mutig. Gr werde jedoch wenig Gelegenheit zum ruhigen Nachdenken haben, da die Welt endlich eine klarere Definition der britischen Poli- t i k gegenüber Italien in der abessinischen Angelegenheit und gegenüber Japan in feinen Streitigkeiten mit Ehina, sowie gegenüber Deutschland und Osteuropa erwarte.
„EinaußerordentlichesSlücköffentlicherArbeit."
Die englische presse vollkommen hinter dem pr nzen von Wales.
London, 12. Juni (DNB. Funkspruch). Die gesamte Morgenpresse berichtet an hervorragender Stelle und teilweise in großer Aufmachung über die freundschaftlichen Worte des Prinzen von Wales gegenüber Deutschland und über die herzliche A u f n a h m e, die seine Worte in Deutschland gefunden haben.
„Times" meldet aus Berlin: „Der Vorschlag, daß eine Abordnung der „British Legion" Deutschland besuchen soll, steht im Einklang mit den allgemeinen Bemühungen, die besonders von dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und von Botschafter von Ribbentrop gemacht worden sind, eine internationale Aussöhnung durch Zusammenarbeit der früheren Frontkämpfer zu fördern.
Wenn ein Besuch zustande kommt, kann es als sicher bekrachlel werden, daß sowohl von den deutschen Behörden, als auch von den deutschen Frontkämpfern alles getan werden wird, um ihn zu einem Erfolg zu machen."
„Daily Telegraph" überschreibt seine Meldung: „Feinde im Krieg werden im Frieden zusammentreffen!" „Daily Expreß" meldet mit großen Schlagzeilen: „Das ganze Deutschland wird den Prinzen von Wales als Fördererdes Friedens begrüßen. Seine Rede hat die herzlichste Aufnahme gefunden, die irgend einer außerhalb der deutschen Grenzen gehaltenen Rede seit Monaten zuteil geworden ist'"
Die liberale „News Chronicle" erklärt in einem Leitartikel: „Der Vorschlag, den der Prinz von Wales jetzt formell unterstützt, ist nicht etwas völlig neues. Französische Frontkämpfer haben schon im vergangenen Winter Deutschland besucht. Die „Brittsh Legion" braucht in dieser Angelegenheit nicht besonders gedrängt zu werden.
Die Erbitterung, die eine Art von Feindschaftskult zur vaterländischen Handlung gemacht hat, hak an sich niemals unter den Soldaten Wurzel gefaßt. Während des Krieges haben sie es auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen klar genug eingefehen, daß auch die „feindlichen" Soldaten leiden müssen.
Die außerordentliche Bedeutung der freimütigen Erklärung des Prinzen liegt aber in der Wirkung, die sie augenblicklich in Deutschland hervorgerufen hat. Keineswegs zum ersten Male hat der Prinz seine öffentliche Stellung kühn und wirksam benutzt, um eine Aufmerksamkeit zu erzielen, wie sie ein anderer Redner kaum gefunden haben würde. Es ist ein außerordentliches Stück ö f - fentlicher Arbeit."
„Daily Herald" schreibt in einem Leitaufsatz: ..Es wäre Unsinn, wolle man behaupten, daß eine persönliche Fühlungnahme allein ausreicht, um große polittsche Fragen zu lösen. Ebenso ist es aber wahr, daß Lösungen leichter gefunden werden, wenn das Gefühl nicht so hartnäckig verbreitet wäre, daß der .Ausländer* eine merkwürdig anders geartete und sogar gefährliche Person ist. Nur wenn man mit Männern und Frauen anderer Länder zusammentrifst, kann man lernen, wie wenig wir uns. unteMeiden und. wie. sehr wir dieselben sind."
Der englische Arbeiterführer Lansbury erklärte auf einer Versammlung am Dienstagabend, er freue sich, von dem Vorschlag des Prinzen von Wales zu hören. Er wünsche, daß der englische G e w e r k s k o n g r e ß an Hitler schreibe und ihn bitte, seine Kameraden zu empfangen, damit sie sich in Deutschland umsehen können.
Wettere italienische Truppentransporte.
Rom, 11. Juni. (DNB.) Nach der Besich- tigung der für Afrika bestimmten Truppen durch Mussolini in Sardinien und der Ausfahrt der ersten Abteilungen setzen auch in anderen Häfen erneut größere Truppentransporte ein. Auf den Dampfern „Belvedere" und „Colombo" schifften sich von Neapel aus die Bersaglieri der Division „Sabaudia" mit größerem Kriegsmaterial nach den i t a li e ni s ch e n Kolonien in O st a f r i k a ein. Der italienische Personendampfer „Cesare Battisti" ist bereits von dem sardinischen Hafen Cagliari mit größeren Truppenkontingenten, die zur Division „Sabaudia" gehören, ausgelaufen. Außerdem berichten die Zeitungen über das rasche Fortschreiten der Mobilisierung von drei Divisionen faszistischer Miliz, die in Süditalien zusammengezogen werden.
Italiens Wille zur Macht.
„Ausdehnung eine zum Leben notwendige Voraussetzung."
Mailand, 12. Juni (DNB. Funkspruch,) „C o r r i e r e della Sera" kommt am Mittwoch in einem zusammenfassenden Kommentar auf die letzten Reden Mussolinis zurück. Die politische Bedeutung des Besuches auf Sardinien sei eine vielfache, aber die Zusammenfassung aller Bedeutungen liegt in dem Worte „W i l l e , Wille zur Festigung und immer stärkeren Entwicklung der faschistischen Lebensauffassung, Wille zur Ausdehnung der italienischen Macht in der Welt, Wille, die Ehre der italienischen Fahne überall und gegen jedermann zu verteidigen. Die Ausdehnung der italienischen Macht sei weder eine Laune, noch ein vom Zaun gebrochener Willkürakt. Sie sei eine Notwendigkeit für den Bestand Italiens, weil für Italien, das in seine Grenze eingezwängt und voll Völker sei. die Ausdehnung eine der zum Leben notwendigen Voraussetzungen sei.
Generalstabschefs beim französischen Kriegsminister.
Paris, 11. Juni, (DNB,) Die Eh ess der General st äbe von Rumänien, Jugosla- w i e n und der Tschechoslowakei, die gemeinsam mit dem französischen Generalstabschef Game, l i n an Teilmanövern der französischen Armee teil» genommen haben, sind am Dienstag wieher in Paris eingetroffen. Sie machten dem neuen Kriegsminister Fabry ihre Aufwartung.
Schier Vorschlag für den Frieden mit Deutschland.
Oie Pläne des neuen englischen Außenministers.


