Einzelbild herunterladen

Nr. 87 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag,i2. April syZ5

Aus der Provinzialhauptstadt.

Das Tor zur Sommerzeit!

Von Werner Lenz.

Osterzell ist Wendezeit im bürgerlichen Jahre, wie in der Natur. Der letzte Winterstaub ist aus dem Hause und aus der Menschenseele gefegt. Offenen Herzens sehen Bauer und Städter dem schöneren und ertragreicheren Teile des Jahres entgegen. In Stadt und Land steigt die Arbeitsmöglichkeit, und mit der sich stets prächtiger schmückenden Natur siegt auch allerorts die Lebenslust über mancherlei Not, Sorge und Plage, die der Winter fühlbarer gemacht hatte.

Wenn im festlich gerichteten Heime in den Öfter» tagen die Sonne schon so warm und golden ins Zimmer scheint, oder den beliebtenOsterspazier­gang" des naturnahen deutschen Menschen erhellt und erheitert, dann hat auch der fleißigste deutsche Volksgenosse rechte Muße und Stimmung, im Kreise der Seinen seine Sommerpläne zu besprechen. Im Dienstbetriebe des Vaters oder auch der erwachsenen Kinder sind zumeist die Urlaubswochen für die sommerliche Ausspannung schon festgesetzt. Die Schulferien sind längst bekannt. Klein-Hilde hat schon die elterliche Zustimmung zu ihrer Ferienreise. Sie wandert mit der Hitlerjugend drei lange schöne Juli-Wochen durch Mitteldeutschland. DieGroßen" aber wollen zusammen eine Gemeinschaftsreise machen.

Der Aelteste hat anfänglichAuslandsgedanken"! Dann aber äußert er selbst:Eigentlich kenne ich doch noch so wenig von Deutschland! Und unser Vaterland ist so schön! Vielleicht halten wir es auch in dieser Beziehung so, wie es die Bekenntnis­worte des Dichters ausdrücken:Erst meine Heimat, dann die Welt!" Da klopft Vater dem Jungen wohl­wollend auf die Schulter:So soll ein deutscher Junge sprechen! Und immer auch bewußt und über­legen handeln! Zwei weitere Gründe kommen über­dies hinzu, die jeden, der es sich leisten kann, mora­lisch zur Jnlandsreise verpflichten. Das Reich braucht einen Vorrat an ausländischen Zahlungsmitteln ür die Belange der National- und Austauschwirt- chast. Außerdem müssen wir in Betracht ziehen, daß auch der gesamte Verdienst an unseren Reise­bedürfnissen deutschen Volksgenossen zugutekommen soll!" Damit ist die HauptfrageInland ober Aus­land" erledigt. Das freut den vaterländisch gesinnten deutschen Menschen von Herzen! Denn an der deut chen See, im deutschen Waldgebirge, auf der deut chen Heide rüsten sich alljährlich zahllose Gast­stätten, um für den erwarteten und erwünschten Reisezustrom bereit zu sein! Gerade viele abgelegene Ortschaften, die sonst wenig Verdienstmöglichkeiten hab^n, dürfen ja wegen ihrer landschaftlichen Schön­heit und ihrer Werte zur Förderung der Gesundheit wie Quellen, Bäder, Luftfrische usw. mit einem ständig steigenden Besuch zumal deutscher Gäste rechnen. Wer solche Gaben der Natur genießen kann, weil er in Deutschland Arbeit, Brot und Verdienst hat, soll auch die Erwartungen seiner Volksgenossen auf Arbeit erfüllen helfen. Die Gast­wirtschaft ist überdies ein Schlüsselgewerbe, das viele Hände beschäftigt und zahllose Lieferer in Anspruch nimmt. Ganze Ortschaften mit ihrer Umgebung hängen geradezu vom Fremdenverkehr ab.' Nicht der Gasthofbesitzer und sein Angestellter allein hat den Nutzen, wenn ihn deutsche und ausländische Gäste besuchen, sondern ungezählte Handwerker, Kaufleute und Bauern mit ihnen.

Wer sich also jetzt die schöne Vorfreude gönnen kann, sommerliche Reisepläne zu entwerfen, wird doppelte Freude empfinden, wenn er sich ausmalt, daß seine Erholungszeit auch der Erstarkung der deutschen Wirtschaft nutzbar werden wird. Es gilt das alte gute Wort:Wer glücklich ist, kann glücklich machen, wer's tut, vermehrt fein eigen Glück!"

vornotizen.

Tageskalender f ü r Freitag : Vor­führung des ReichsparteitagfilmsTriumph des Die Zfflandstöchter und ihre Kreier.

Vornan von L. Schneider-Zoerstl.

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 29 Fortsetzung Nachdruck verboten!

Ich kann ihr nicht helfen, dachte er. Bleibt also nichts anderes übrig, als Gewalt anzuwenden.

Ein Klirren! Glas splitterte auf das Parkett, wel­ches Geräusch Frau Henriette und das Zimrner- mädchen eilig rief.Was ist denn passiert, Niels?"

Er schlüpfte in seinen Rock, öffnete und sagte mit größtem Bedauern: Er hätte Pech gehabt und wäre beim Rasieren mit dem Ellenbogen in die Glas­scheibe der Vitrine gestoßen.

Du hast dich doch hoffentlich nicht verletzt?" fragte Henriette erschrocken.

Nicht im geringsten, Mama! Du mußt nur ent­schuldigen, baß ich mich so tölpelhaft benehme."

Mit einem Lächeln ging Frau Henriette wieder in ihr Zimmer zurück. Scherben bedeuten Glück! Und das konnte man wirklich notwendig brauchen auf Haslbach. Es war in der letzten Zeit hinterein­ander viel zuviel Unheil gekommen.

*

Bobs vierundzwonzig Jahre waren öas Bollwerk gegen die sich immer wieder erneuernden Rückfälle, die selbst dem behandelnden Professor Besorgnis einflößten. Auch Klaubine war ernst und schweig­sam geworden. Sie hatte zu oft schon in den ver­flossenen Nächten den kühlen Hauch des Totenengels verspürt, der zu Bobs Häupten gestanden.

Niels, der wieder zurückgekehrt war, hab eines Tages ihr schmalgewordenes Gesicht zu sich auf und sagte: ,/So geht das nicht weiter, Klaubine. Für Samstag hat Professor Mollier Bobs Entlassung aus der Charite angekündigt. Hier in Paris darf er nicht bleiben. Wohin wollen wir nun gehen? Sie bedürfen ebenso dringend einer Erholung wie Bob. Was würden Sie sagen, wenn ich Sie bitte, mit mir und meinem Bruder zu unseren Verwand­ten nach Haslback; zu gehen?"

Danke, nein!" Sie bemerkte sein Erstaunen, und begriff, daß sie ihm irgendeine Erklärung für ihre Absage geben mußte.Auf Haslbach hat Bob ohne­dies seine Braut und seine Mutter. Dort wäre ich völlig überflüssig. Außerdem wird es den Herr­schaften kaum angenehm fein, einen ganz fremden Gast aufgehalst zu bekommen."

Er zuckte nur die Schultern, sagte, es wäre nur ein gutgemeinter Vorschlag gewesen, wandte chr den Rücken und ging aus dem Zimmer.

Willens" im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, Festvor­stellung unter Mitwirkung des Jungbann-Fanfaren­zuges; es spricht Pg. Kl ost er mann. Stadt­theater: 20 bis 22 UhrDer Nobelpreis". Astoria- Lichtspiele, Seltersweg:Rund um eine Million".

Stadttheater Gießen. Heute abend die Komödie:Der Nobelpreis" von Hjalmar Berg­mann; Spielleitung hat Wolfgang Kühne.

Das Konzert des Bauerfchen Ge­sangvereins am morgigen Samstagabend wird im heutigen Anzeigenteil noch einmal in Erinne­rung gebracht.

Volkstanz und Gesellschaftstanz.

Vom Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken Nassau Hessen, wird geschrieben:

Die modernen Tänze werden von der ganzen Welt getanzt. Sie können nie das Empfinden auch nur eines Volkes darstellen. Im Gegensatz dazu stehen die Tänze, die wir als Volkstänze bezeichnen. Sie sind jeweils Eigentum eines ein­zigen Volkes. Man erkennt in ihnen die Eigenart des völkischen Temperaments. Sie leben in einer

bestimmten Landschaft. Daher läßt sich auch nach dem nationalen Tanz das Wesen eines Volkes beurteilen. So hat der Deutsche seinen gemessenen Drehtanz, der seine ausgeprägteste Form im Walzer gefunden hat. Wie jedes Volk sein Na­tionallied besitzt, dem es sich verpflichtet fühlt, tpie es in Sagen nur von seinen großen Männern und Taten berichtet, so hat es auch einen Tanz, der als fein Nationaltanz gilt.

Es ist allgemein bekannt, aus welchen Stämmen sich unser deutsches Volk zusammensetzt. Sie alle tragen das Deutsche als heiligstes Erbgut in sich. Daneben hat aber jeder Stamm feine ihm entspre­chende Eigenart beibehalten. Die Sitten in Nord- deutschland sind andere als die in Süddeutschland. Auch in ihren Tänzen unterscheiden sich die einzel­nen deutschen Stämme voneinander. Wer weiß nicht, daß man den Schuhplattler nur in Bayern tanzt? Der deutsche Volkstanz ist der Tanz der einzelnen deutschen Stämme. Der Volkstanz in diefem Sinne erfordert eine Gemeinschaft, zu der man durch die Geburt gehört, in die man weder durch Geld noch durch sonstige Verdienste ausge­nommen werden kann. Es wird immer lächerlich aussehen, wenn ein Norddeutscher, mit bayerischer Tracht angetan, einen Schuhplattler tanzt.

Schon in früheren Zeiten hat es neben dem

Mit gemischten Gefühlen sah sie ihm nach. Er war in »der letzten Zeit ungemein schwer zu be­handeln.

Sie stand noch immer an derselben Stelle, als Niels plötzlich wieder zurückkam.Sagen Sie, Klau­dine, war Ihnen das damals auf der Karrer-Hütte ernst, daß Sie eine Stellung suchen?"

Selbstverständlich", antwortete sie ohne Zögern, aber sie konnte es nicht verhindern, daß sie dabei glühend rot wurde.

Dann habe ich etwas für Sie", meinte er, nahm einen Brief aus der Tasche und reichte ihn ihr. Lesen Sie das einmal mit Ruhe. Das Angebot ist glänzend. Ich kenne den Herrn zufällig persönlich. Gentleman! Oder haben Sie keine Lust, Klaudine?"

O gewiß?" sagte sie, ohne ihn anzusehen.

Also überlegen Sie sich die Sache. Sollten Sie sonst irgendwie Bedenken haben, so können Sie mir diese ohne weiteres anvertrauen. Ich möchte Sie so gut als möglich untergebracht wissen."

IhrDanke" erreichte ihn erst, als er die Tür bereits hinter sich zuzog.

Nachmittags saß Klaudine an Bobs Bett und sprach sich ihre Last von der Seele. Er lächelte, mit der Nachsicht eines Menschen, der unsagbar Fürch­terliches durchgemacht hat und nun in dieser kleinen Komödie des Lebens nur ein Spiel sah.Wir sagen ihm natürlich alles. Dann ist es erledigt", tröstete er gütig.

Aber sie konnte sich nicht dazu entschließen, Bob die Erlaubnis zu geben, zu sprechen.Warte noch einen Tag," bat sie,er ist gerade heute so we­nig zugänglich. Ach, Bob, warum habe ich nicht gleich alles richtig gemacht! Nun trage ich immer diese Angst mit mir herum. Ich habe Niels ein ein­ziges Mal zornig gesehen. Aber das hat mir genügt."

Bob wollte wissen, wann das gewesen war.

Auf der Karrer-Hütte. Ich bin damals sehr spät von Bruck zurückgekommen. Da hat er mich an- geschrien. Ich höre es heute noch."

Der Blick des Stiefbruders ging entmutigt über sie hinweg.Du fürchtest ihn und ich dachte, du hättest ihn lieb."

Die Antwort blieb Klaudine erspart, denn Niels stand plötzlich auf der Türschwelle. Er sah, wie ihre Hände in denen Bobs ruhten. Mit einem verlege­nen Lächeln zog sie diese zurück. Der Ausdruck sei­ner Augen verwirrte sie derart, daß sie aufstand und zu ihm hinüberging.Soll ich etwas, Herr Pöttmes?"

Sein Schweigen machte sie noch unsicherer. Dabei hing sein Blick so prüfend an ihr, daß sie den Kopf abwenden mußte. Sie stammelte etwas und ging zu Bob zurück, der ihr mit einem beruhigenden Lächeln zunickte.

Wenn das noch lange so fortgeht, dachte Klau­

Tanz des Bauern den Tanz der höfischen und bürgerlichen Gesellschaft gegeben. Man bezeichnet ihn im Gegensatz zum Volkstanz als Gesellschafts­tanz. Der Gesellschaftstanz war stets bereit, aus­ländische Tanzformen in sich aufzunehmen. Er suchte sich aber ebenso seine Tanzformen auch aus dem Volkstanz, indem er diese meist ver­feinerte. Der heutige Gesellschaftstanz (moderner Tanz) ist international. Weil er keine Volksge­meinschaft erfordert, so kann ihn die menschliche Gesellschaft der ganzen Welt tanzen. Der Gesell­schaftstanz, der sich von den Städten aus die Dör­fer eroberte, vernichtete langsam den alten Volks­tanz. Heute, wo wir die völkischen Kräfte zu schätzen wissen, die sich in Sitte und Brauch äußern, ersteht auch wieder der Volkstanz mit anderem vergessenem Brauchtum zu neuem Leben.

Verlängerte Ankurbelungsfrist.

Im Einvernehmen miteinander erklären der Reichsminister der Finanzen und der Reichsarbeits­minister, daß die auf den 31. März 1935 festge­setzte Frist für die Beendigung der Arbeiten, für die auf Grund des Gesetzes zur Verminderung der

Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1935 durch die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG., ober die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt Darlehen oder Zuschüsse bewilligt worden sind, im Einzelfall, wie in derDeutschen Steuerzeitung" ausgeführt wird, auf Antrag der Träger bis zum 31. 3. 1936 verlängert wird. Der Reichsarbeitsminister bemerkt dazu, daß grundsätzlich gegen eine Streckung der Arbeiten bis in den nächsten Winter keine Be­denken bestehen, daß diese vielmehr durchaus er­wünscht ist, soweit die Arbeiten für eine Ausfüh­rung im Winter geeignet sind, und soweit nicht im Einzelfall besondere Umstände, z. B. die Entwick­lung der örtlichen Arbeitslage, ober bie wirtschaft­liche Notwendigkeit einer balbigen Fertigstellung der fraglichen Arbeit dagegen sprechen.

Verordnung zum Schutze des Waldes

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie­rung hat unter dem 10. April 1935 eine von heute ab in Kraft getretene Verordnung zum Schutze des Waldes erlassen, in der angeordnet wird:

§ 1. Im Walde oder in gefährlicher Nähe von Wäldern dürfen Zelte oder sonstige Lagerstätten nur mit besonderer schriftlicher Erlaubnis der Forst- polizeibehörde und nur innerhalb der im Erlaubnis­schein freigegebenen Flächen errichtet werden.

bine, als sie sich abends ins Hotel begab, bann halte ich's nicht mehr aus. Ich hätte nicht nach der Kar­rer-Hütte gehen sollen. Ich hätte Niels Pöttmes überhaupt nicht kennenlernen dürfen! Es war Wahnsinn, nach Paris zu kommen. Und jetzt war es zu spät, den Selbstankläger zu machen und zu gestehen:Ich bin Klaudine, Jffland".

Niels hatte erst vor einigen Tagen geäußert: Am verachtenswertesten sind mir Menschen, die lügen!"

Und sie hatte ihn nicht nur einmal belogen, «sondern täglich.

*

Am Fenster ihres Zimmers lehnend, hörte Klau­dine, wie es an ihrer Tür klopfte. Als sie öffnete, war es Oskar, der mit verlegenem Lächeln bat, ob sie nicht den Tifch für Herrn Pöttmes decken möchte. Er habe eben telephoniert, ihn auf dem Jnvaliden- bahnhof abzuholen. Gottfried wäre noch nicht von feinen Besorgungen zurück, und der Etagenkellner wisse doch nicht so recht, wie Herr Pöttmes alles gern arrangiert habe.

Klaudine war sofort bereit und ging mit ihm nach dem kleinen Salon hinüber. Er lag zwischen den beiden Schlafzimmern, von denen das eine von Gottfried benutzt wurde, um für Pöttmes im­mer erreichbar zu fein.

Niels Silberbesteck glänzte unter der strahlenden Lichtflut des Lüsters. Das Weinglas, das sie neben das Gedeck stellte, funkelte. Als Klaudine eben die Serviette danebenlegte, kam Gottfried atemlos herein, sah, daß bereits alles in Ordnung war und atmete erleichtert auf.

Wenig später klopfte er an Klaudines Zrmmer- tür. Herr Pöttmes lasse Fräulein Klaudine bitten, mit ihm zu speisen.Stimmen Sie ihn ein wenig heiter", bat er flüsternd.Ich glaube, er hat Ver­druß gehabt."

Kann ich mich noch rasch umziehen?"

Natürlich."

Wie lange darf ich denn brauchen?" fragte sie erregt.

Herr Pöttmes nimmt eben noch ein Bad."

Dann geht es ja. Ich komme in einer Viertel­stunde hinüber."

Ja, bitte. Aber versäumen Sie sich nicht."

Niels stand bei Klaudines Eintreten bereits an dem ovalen Tisch und legte den Brief, den er eben aufschlitzen wollte, ungeöffnet neben seinen Teller.

Im Frack! durchfuhr es sie. Wie gut, daß sie ebenfalls ihr schönstes Abendkleid gewählt hatte: Schwere fließende Seide. Es machte sie noch gra­ziöser und schlanker, als ihre Figur sonst in Er­scheinung trat.

Pöttmes kam ihr sofort entgegen und führte, was er in der letzten Zeit nur mehr ganz selten getan hatte, ihre Hand an die Lippen.Ich danke Ihnen,

§ 2. In der Zeit vom 15. April 1935 bis zum 30. September 1935 ist im Walde und in gefähr­licher Nähe von Wäldern verboten, im Freien offenes Feuer oder Licht anzuzünden, unverwahrtes Feuer ober Licht mit sich zu führen oder zu rauchen« Dieses Verbot erstreckt sich auch auf die öffentlichen Wege und die zur Errichtung von Zelten und son­stigen Lagerstätten freigegebenen Flächen.

§ 3. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 RM. ober mit Haft bestraft.

Deutsche

NS.-GemeinschaftKraft durch Freude".

Der KursusAllgemeine Körper- schul e", der seither Freitagabends in der Turn­halle des Lyzeums stattfand, muß wegen Repara­turen in den Saal der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 181, verlegt werden. Beginn Frei­tagabend 20 Uhr.

Neunte Symfvni e".

Nächste Probe findet statt: am Montag, 15. April, abends 8 Uhr, für Sopran und Alt, abends 9 Uhr für Tenor und Baß.

Mittwoch, 17. April (letzte Probe vor Ostern), abends 8 Uhr, für Sopran und Alt, abends 9 Uhr für Tenor und Baß.

Sämtliche Proben finden im großen Hörsaal statt. Es wird um vollzähliges Erscheinen aller Beteilig­ten gebeten, da die Vorbereitung des Chores vor Ostern im wesentlichen abgeschlossen werden muß. Weiterer Zuzug von Sopran und Altstimmen ist trotzdem noch möglich und sehr erwünscht.

Heidelbergfahrt.

Wir bitten alle Teilnehmer der Heidelbergfahrt, die sich gemeldet haben, den Betrag von 5 Mark pro Person (für Kinder 3 Mark) auf Konto NSG. Kraft durch Freude" Nr. 5085 bei der Bezirks- sparkasse Gießen bis spätestens 20. April einzu­zahlen. Die Beträge können natürlich auch von den Ortswaltern und Betriebswarten gesammelt und direkt eingezahlt werden. Für die auf der Bezirks» sparkasse erhaltene Quittung können alle Teilneh­mer die Fahrkarten auf unserer Geschäftsstelle, Gie­ßen, Schanzenstraße 18, Zimmer 10, ab Mittwoch, 21. April, gesammelt oder einzeln abholen.

Urlaubszug an bie Norbsee (Süd- en gl an b) vom 6. bis 14. Mai. Kosten 59, Reichsmark. Schlußtermin für bie Anmelbung: 13. April. Um bem ersten Anbrang ber Hoch­seefahrten gerecht zu werben, folgt gleich eine Zweite Fahrt auf bem Dampfer ber Hamburg-Süb- amerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft 'Oce- ana". 640 Teilnehmer werben auf biesem Schiff von Hamburg aus, vorbei an Cuxbafen, vorbei an den Inseln bie Norbsee kreuzen. Nachbem sie am 6. Mai abenbs bie Heimat verlassen haben unb in Hamburg Gelegenheit hatten, Hafenrunbsahrt und Stadtrundfahrt zu machen und das Leben und Treiben dieses wichtigsten deutschen Umschlags- Hafens kennen zu lernen, ist für viele überhaupt bie erstmalige Fahrt auf biefen aroßen Seeschif­fen ein befonberes Erlebnis. Auch wirb sie bie Einrichtung eines großen Dampfers befonbers in­teressieren. Es ist ein kleines Gemeinwesen für sich mit allen Einrichtungen, bie für den täglichen Lebensbedarf notwendig find.

Wissenschaft im Dienste für das deutsche Volk."

Im Großen Hörsaal ber Universität würbe am gestrigen Sonnerstagabenb unter bem Leitmotiv Wissenschaft im Dienst für bas beutsche Volk" bie Reihe ber Vorträge eröffnet, bie nach einem Ab­kommen ber NS.-GemeinschaftKraft burch Freube" mit bem Rektor ber Universität unentgeltlich für bie Mitglieber der Deutschen Arbeitsfront gehalten werden.

Mit kurzen Begrüßungsworten an die Erschiene­nen eröffnete Se. Magnifizenz der Rektor der Universität, Pros. Dr. Pfähler, die Veranstal­tung und mies auf die Bedeutung ber Einführung

daß Sie sich so schön gemacht haben ganz allein für^mich."

£>ie vermochte vor Verlegenheit nichts darauf zu erwidern.

Er wartete, bis sie sich gesetzt hatte, und nickte Gottfried zu, ber lautlos zu servieren begann. Niels' Stimmung besserte sich zusehends. Er erinnerte Klaudine an bie Zeit auf ber Karrer-Hütte, und erzählte, baß Barthelmes ihm kürzlich geschrieben habe, mit bem Auftrag, auch sie herzlich zu grüßen. Dabei fällt mir ein, daß ich Ihnen noch gar nicht sagte, was er mir geschickt hat. Raten Sie einmal, Klaubine."

Einen Latschenzweig", vermutete sie.Ober Schneerosen. Ober ein Barthaar des ewig rauf­lustigen Walbls."

Nein. Geben Sie mir mal bas Etui dort her, Gottfried", sagte er, zum Diener gewandt.

Niels öffnete es bedächtig und ließ Klaudine einen Blick hineinwerfen. Darinnen lag, auf türkis- blaue Seide gebettet der Blechlöffel aus ber Karrer-Hütte.

Aber ben habe . . ." entfuhr es Klaubine. Sie verschluckte gerabe noch, was sie sagen wollte und meinte, über und über rot geworden:Wie auf­merksam von Barthelmes."

Nicht wahr?" Es lag etwas in Pöttmes' Stimme, das sie vorsichtig' machte.

Zugleich arbeitete ihr Gehirn fieberhaft. Niels Blechlöffel, den hatte sie doch, als sie sich seinerzeit beim Morgengrauen aus der Karrer-Hütte stahl, mit in den Rucksack gepackt. Als einziges Anden­ken an ihn . . Und jetzt lag er zu Hause hinter den Glaswänden der Vitrine in ihrem Schlaf- zimmer. Sie konnte es sich unmöglich zusammen­reimen, wie der Lösel nun in das blaue Seiden­futteral und in Niels Hände gekommen fein sollte. Darf ich ihn einmal herausnehmen, Herr Pöttmes?"

Gern!" Er schob ihn ihr zu, sah, wie sie ihn von allen Seiten betrachtete und ihn wieder zu­rücklegte.Er ist es doch?" meinte er zweifelnd. Barthelmes wird mir doch nicht einen beliebigen geschickt haben? Ein anderer hätte natürlich keinen Wert für mich."

Klaudine vermochte nur den Kopf zu schütteln. Und wieder und wieder quälte sie sich mit der Lö­sung: Wie kommt Niels zu dem Löffel? Doch all­mählich wurde sie ruhiger. Pöttmes war ja seiner­zeit noch einige Wochen auf der Karrer-Hütte ge­blieben. Vielleicht hatte er da einen zweiten Löffel benützt und dieselben Figuren und Schnör­kel hineingekritzt, wie er es bei dem gemacht hatte, den sie besaß. Sie konnte Niels jetzt sogar schon wieder in die Augen sehen.Es ist jedenfalls sehr, sehr nett von Barthelmes."

(Fortsetzung folgt!)

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!>!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gonder-Aufführung des Filmes

Triumph des Willens"

für die Hitler-Jugend des Standortes Gießen am Sonntag, dem 14. April Es nehmen daran teil: HL. / Lungvolk / BdM. / Lungmädels Antreten der Einheiten: 10 Llhr Dorrn, aus dem Oswaldsgarten Oer Eintrittspreis beträgt 25 Pfennig

Kein deutscher Lunge, kein deutsches Mädel darf dieses gewaltige Kilmwerk un­gesehen vorubergehen lassen!