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Wirtschaft.

Nie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:

639: Umsatzsteuerumrechnungssätze auf Reichs­mark für die nicht in Berlin notierten aus­ländischen Zahlungsmittel.

640: Die Einzahlungskurse für Postanweisungen aus Deutschland nach Belgien, den Nieder­landen und Niederländisch-Jndien sind wie folgt geändert worden: 100 Belga = 42,50 Reichsmark; 1 Reichsmark = 2,35294 Belga; 100 niederländische und niederländisch-indi­sche hfl. = 169,50 Reichsmark; 1 Reichsmark = 0,58997 hfl.

641: Vorauszahlungen auf Postreiseschecks aus Registerguthaben nur noch für einen Tag zulässig.

642: Frist für Umtausch der Steuermarken bis zum 30. April d. I. verlängert.

1. Deutscher Betriebswirtschaffertag

Der Verband Deutscher Diplomkaufleute e. V. veranstaltet in Berlin den Er st en Deutschen Betriebswirtschaftertag. Aus diesem An­laß fand in der Handelshochschule eine große Kund­gebung statt. Der Stellvertreter des Leiters des Verbandes Deutscher Diplomkaufleute, Diplomkauf­mann Reck, begrüßte die zahlreichen Gäste. Der Leiter des Verbandes Deutscher Diplomkaufleute, Diplomkaufmann Lorenz, Syndikus der Indu­strie- und Handelskammer Berlin, schilderte die Entwicklung des Handelsschulgedankens und wies die Behauptung zurück, die Betriebswirtschaftslehre fei eine liberaliftifche Wissenschaft, die die Gewinn­erzielung in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stelle. Vielmehr sei die Betriebswirtschaftslehre be­reits feit Jahrzehnten in eine Richtung gesteuert worden, bei der die Wirtschaft nicht als Selbst­zweck, sondern als Dienerin der Allgemeinheit an­gesehen werde. Der Redner vertrat die Auffassung, daß das kaufmännische Studium die Betriebswirt­schaftslehre als Mittelpunkt haben müsse, um die sich die übrigen Fächer herumzugruppieren hätten.

Professor Dr. Dr. h. c. Nicklisch , o. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der Handelshoch­schule Berlin, sprach von Handelshochschulen als Wirtschaftshochschulen. Er führte u. a. aus, daß die Erwerbswirtschaft als selbständiges Wirtschafts­system zur Unordnung führen müsse, daß sich der Erwerb in der Wirtschaft vielmehr der Bedarfs­deckung der Volksgenossen einzuordnen habe. Pro­fessor Dr. Dr. Töndury als Vertreter der Be­triebswirtschaftslehre an den schweizerischen Uni­versitäten Bern und Genf hob hervor, daß zwischen Deutschland und der Schweiz gerade auf betriebs­wirtschaftlichem Gebiete von jeher ein lebhafter Ideenaustausch stattgefunden habe. Staatsrat Reinhart, Präsident der Industrie- und Han­delskammer Berlin, gab der Genugtuung Ausdruck, daß die betriebswirtschaftlichen Gedankengänge im Wirtschaftsleben Eingang gefunden hätten. Die Bestrebungen des Verbandes deutscher Diplomkauf­leute sowie die ernste Forschungsarbeit der Handels­hochschulen, an deren Selbständigkeit unbedingt ststgehalten werden müsse, seien nicht Selbstzweck, vielmehr in erster Linie geeignet, zu der wirtschaft­lichen Neugestaltung beizutragen. Den Schlußvor­trag des ersten Tages hielt Professor Eckhardt vom Reichserziehungsministerium über das Thema Die Neugestaltung des kaufmännischen Studiums".

Günstiger Geschästsgang ^ei her DD-Bank

Die unter dem Vorsitz von Bankdirektor Schüt­ter tagende Hauptversammlung der Deutschen Bank und Diskonto-Gesellschaft, Berlin, genehmigte de­battelos die Tagesordnung für 1934. Die ausschei­denden Aufsichtsratsmitglieder wurden wieder- gewählt und Fritz Beiendorff (Firma Günther Wagner), R. Solmasser und Gerichtsassessor Stahl neu in den Aufsichtsrat gewählt. Vertreten waren 87,396 Millionen Reichsmark Aktien mit 4 369 000 Stimmen, lieber das laufende Geschäftsjahr teilte das Vorstandsmitglied Dr. M o s l e r im Rahmen längerer Ausführungen mit, daß sich der Geschäfts­gang der Bank im begonnenen Jahre günstig anlasse. Die Ziffern der Debitoren und Kreditoren ent­wickeln sich bei regen Umsätzen befriedigend. Das Effektengeschäft war lebhaft und brachte einen an­gemessenen Nutzen.

* Buderussche Eisenwerke, Wetzlar. Auf der Tagesordnung der Generalversammlung am 7. Mai steht auch der Antrag, 300 000 RM. Vorzugsaktien einzuziehen.

Mein-Mainiscke Mittagsbörse.

Etwas freundlicher.

Frankfurt a. M., 11. April. Die Mittags­börse hatte eine durchaus freundliche Grundstim-

mung, für die eine Reihe wirtschaftlicher An­regungen, vor allem der beachtliche Rückgang der Arbeitslosenziffer, ausschlaggebend war. Wenn sich trotz der großen Geschäftsstille auch im Verlause die feste Kursentwicklung behauptete, so lag das an einigen Spezialbewegungen. Der Beginn der Kon­ferenz in Stresa löste zwar Zurückhaltung von Publikum und Kulisse aus, doch sind die Erwar­tungen für die außenpolitische Entwicklung zuver­sichtlich gestimmt.

Vor allem stand die Farbenaktie mit einer Kurs­erholung von 1,25 v. H. im Vordergrund, auch Erd­öl und Goldschmidt gut behauptet, nur Metallge­sellschaft um 0,75 v. H. leichter. Montanwerte ziem­lich vernachlässigt, doch waren die Kurse hier ge­halten. Auch Mannesmann 0,25 v. H. fester. Von Elektrowerten AEG., Licht und Kraft je 0,13 v. H., Gessürel 0,25 v. H. fester, Siemens lag gehalten. Zellstoffwerte uneinheitlich, Aschaffenburger um 0,75 v. H. niedriger, aber Waldhof unter Berücksich­tigung des Dividendenabschlages 0,50 v. H. höher. Stärker waren Holzmann beachtet, die insgesamt 2 v. H. gewannen. Daimler, wo die Bilanzsitzung kaum vor Mai stattfindet, um 0,40 v. H. niedriger. Westdeutsche Kaufhof auf die Verwaltungserklä­rung 0,50 schwächer, auch AKU. verloren 0,40 v. H. Schiffahrtswerte unverändert, sonst noch Junghans um 0,75 v. H., Reichsbankanteile 0,25 v. H. Hanf­werke Füssen 0,40 v. H. fester.

Der Rentenmarkt blieb in sich fest, Altbesitz be­hauptet, Kommunal-Umschuldung und Zinsver­gütungsscheine erneut 5 bis 10 Pf. höher, auch späte Schuldbücher 0,13 v. H. gebessert. Die gestern leicht erhöhten Kurse für Mexikaner blieben be­hauptet. Pfandbriefe bei sehr geringem Umsätze ohne Veränderung, Liquidationspfandbriefe still.

Im Verlaufe blieb die Börse still. Fester waren Farbenindustrie mit 0,50, Reichsbank mit 0,75, Hanfwerke Füssen um weitere 0,50 v. H. AKU. be­wegten sich zwischen 52 bis 52,25 bis 52. Auch der Rentenmarkt blieb fte'undlich gestimmt. Städtean­leihen ohne Veränderungen. Tagesgeld wieder 2,50 v. H.

Mbenbbörfe: gut behauptet.

Die Abendbörse war fast geschäftslos, aber weiter­hin freundlich. Der GV.-Bericht der DD-Bank wurde günstig ausgenommen. Die schon etwas be-

Dem neuesten Vierteljahresbericht des Instituts für Konjunkturforschung, der eine Abhandlung überDie Konjunktur in Deutschland Wirt» schastslage im Frühjahr 1935" enthält, ist zu ent­nehmen, daß nach Ueberwindung der winterlichen Stockung die Beschäftigung der deutschen Wirt­schaft wieder zunimmt.

Ende Februar waren fast 15 Millionen Men­schen in Arbeit, das sind 720 000 mehr als vor einem Jahre, 3,2 Mill, mehr als vor zwei Jahren. Dabei steigt die Beschäftigung auf der ganzen Linie.

Die Zahl der Industriearbeiter wächst, ebenso die Zahl der Angestellten und die Zahl derzusätz­lich" Arbeitsdienst usw.) Beschäftigten. Die ge­werbliche Gütererzeugung hat, nach dem Rückschlag im Herbst, wieder leicht zugenommen. Die deutsche Wirtschaft ist im ganzen im Begriff, in die Frühjahrssaison einzutreten. Allerdings setzt sich die Saisonbelebung in diesem Jahre anders durch, als 1933 ober 1934: Einmal ist zu beden­ken, daß die Auftriebskräfte um so schwächer wer­den, einen je höheren Stand die Wirtschaftstätig­keit bereits erreicht hat. An die Stelle des stür­mischen Aufschwunges in den Vorjahren ist zum Teil ein langsameres Anwachsen getreten. Die Gesamtbewegung der Wirtschaft löst sich um so mehr in Einzelschwingungen auf, je weiter die Belebung fortgeschritten ist. Weiter ist die Son­derentwicklung, die die Verbrauchsgüterwirtschaft in der letzten Zeit genommen hat, auch für die kommenden Monate von Bedeutung. Mit dem Abebben der Hamsterwette ist das Geschäft im Einzelhandel ziemlich ruhig geworden.

Der gegenwärtige Produktionsstand der Ver­brauchsgüterherstellung dürfte ungefähr dem laufenden Verbrauch der Bevölkerung ent­sprechen. In der Produktionsgüterindustrie ist die Erzeugung weiter gewachsen.

Im ganzen wird die Saisonbelebung in den näch­sten Monaten durch die landwirtschaftliche Erzeu­gungsschlacht begünstigt, die vermehrte Einstellung von Arbeitern und erhöhten Bedarf an Produk­tionsmitteln im Gefolge t)at. Weiter wird die Be­lebung durch die fortschreitende Motorisierung so­wie ourch die auf dem Baumarkt wirksamen

festigten Mittagsschlußkurse wurden teilweise um 0,13 bis 0,25 o. H. noch überschritten. Fardenmdu- strie 148,50, Mannesmann 78, Siemens 150,50. Am Rentenmarkt waren Altbesitz bei 112,25 v. H. ge­fragt, späte Schuldbücher und Umschuldungsanleihe je 0,13 v. H. freundlicher. Mexikaner still und un­verändert. Der weitere Verlauf blieb farblos, Alt­besitz auf 112,50 v. H. erhöht. IG.-Farben schlossen mit 148.

U. a. notierten: 7 v. H Stahlverein Obligationen mit 100,40, Adca 75,25, Commerz- und Privatbank86, DD- Bank 89,75, Dresdner Bank 89,75, Reichsbank 159,90, Harpener 105,75, Ilse Genüsse 125,75, Mannes­mann 77,75, Rheinstahl 107,75, Stahlverein 79,75, AKU. 52,50, AEG. 36,75, Bekula 136,25, Conti Linoleum 148, Scheideanstalt 212, Deutsche Linoleum 154,50, Licht und Kraft 124,65, Gesfürel 121, Holz­mann 91, Metallgesellschaft 96, Rheag 122,25, Schuckert 105,50, Siemens und Halske 150,50, südd. Zucker 168,50 Deutsche Reichsbahn-VA. 122, Hapag 32,50.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 11. April. Auftrieb: Rinder 7; darunter Kühe 5, Färsen 2; zum Schlachthof direkt wurden zugeführt: Ochsen 1, Kühe 3. Kälber 1310, Schafe 158, Schweine 464. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 59 bis 60, b) 53 bis 58, c) 45 bis 52, d) 35 bis 44. Lämmer und Hämmel al) 40 bis 45, b2) Weide- mafthämmel 38 bis 40, c) mittlere 34 bis 37. Schafe f) mittlere 32 bis 34, g) geringe 25 bis 31. Schweine al und 2 nicht notiert, b) 48 bis 52, c) 47 bis 51, d) 44 bis 49. Marktverlauf-. Kälber lebhaft, «unverkauft, Hämmel und Schafe mittel­mäßig, Ueberstand (12 Schafe), Schweine mittel­mäßig, zum Schluß abflauend, ausverkauft.

Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren: Beschickung des Fleischgroßmarktes: 933 Viertel Rindfleisch, 212 ganze Tiere Kalbfleisch, 13 ganze Tiere Hammelfleisch, 825 halbe Schweine. Preise pro 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 64 bis 70, c) 56 bis 64; Bullenfleisch b) 62 bis 66; Kuhfleisch b) 53 bis 60, c) 38 bis 50; Färsenfleisch b) 64 bis 70, c) 56 bis 64; Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 64 bis 72; Hammelfleisch b) 75 bis 78; Schweinefleisch 70 bis 75. Fettwaren: Roher Speck, unter 7 cm 65 bis 68, Flomen 80 bis 85. Marktverkauf: rege.

Der Hauptmarkt vom Ostermontag, 22. April, wird auf Dienstag, 23. April, verlegt.

Tendenzen gestützt. Die Nachfrage nach Wohnun­gen nimmt weiter zu, im gewerblichen und öffent­lichen Bau dürften neben den Arbeiten an den Autostraßen vor allem die Aufgaben anregend wirken, die mit dem Zwang zur Verbreiterung der deutschen Rohstoffbasis gestellt sind.

Entwicklung und Aussichten des Deutschen KrastfahrzeugmarkteS.

Das Institut für Konjunkturforschung veröffentlicht in feinem neuesten Vierteljahresheft auch eine um­fassende Untersuchung über Entwicklung und Aus­sichten des deutschen Kraftfahrzeugmarktes. Dem Bericht ist u. a. zu entnehmen, daß der Kraftfahr­zeugmarkt im Jahre 1934 rund 131 000 Personen­kraftwagen, 23 500 Lastkraftwagen und etwa 90 000 Kleinkrafträder ausgenommen hat.

Seit 1932, dem Jahr der tiefsten Krise, ist der Absatz von Personen- und Lastkraftwagen auf mehr als das Dreifache gestiegen, die Zulassun­gen von Krafträdern nahmen um rund 60 v. h. zu. Dabei hat sich der Auftrieb im Jahre 1934 noch verstärkt, vor allem wurden in diesem Jahre auch die Lastkraftwagen und Krafträder in den Aufschwung einbezogen. Die Aussichten für die Saison 1935 erscheinen weiter recht günstig.

Der saisonmäßige Rückgang des Kraftfahrzeug­absatzes im Winter 1934/35 blieb verhältnismäßig gering. Die Zulassungen von Personenkraft­wagen lagen im Januar nur um 41 v. H. unter dem Höchststand der letzten Saison, während im Mai 1931 bis zum Januar 1932 der Absatz um rund 84 v. H. zurückgegangen war. Im Lastkraft - wagengeschäft war 1932/33 unb 1933/34 eine entsprechende Entwicklung zu beobachten. Ein weite­res günstiges Vorzeichen für die Saison 1935 ist der Erfolg der Automobil- und Motor­rad-Aus st elluna vom Februar des Jahres. Zu den Triebkräften, oie den Aufschwung der Moto­risierung trugen, gehören auch die Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftsbelebung, die auch in der neuen Saison die Entwicklung weitertragen müssen.

Eine Diebes­und Hehlerbande vor Gericht. Urteil in dem -Ttrafkammerprozetz gegen

8 Diebe und Hehler.

Frankfurt a. M., 11. April. (LPD.) Nach dreitägiger Sitzung beendete die Große Strafkam­mer am Donnerstag die Verhandlung gegen eine achtköpfige Diebes- und Hehlerge­sellschaft, der Diebstähle und Einbrüche in Hanau, Kesselstadt, Hochstadt, Klein-Steinheim und Frankfurt a. M. und eine Serie von Fahrraddieb­stählen zur Last gelegt wird.

Das Gericht verurteilte den 33jährigen Edmund Schulter, dem zwölf schwere und sechs einfache Diebstähle im Rückfall nachgewiesen wurden, zu 8 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehr­verlust. Auch wurde auf S i ch e r h e i t s v e r w a h- rung erkannt. Es erhielten ferner der 19jährige Gotthilf R i e m p p aus Klein-Steinheim 4 Jahre Gefängnis, der 20jährige Hans Müller II. aus Hanau 1 Jahr Gefängnis, der 24jährige Hans Sauer aus Nürnberg 14 Monate Ge­fängnis, der 31jährige, aus Heidelberg stam­mende Georg Greul 4 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust und der ebenfalls als ge­werbsmäßiger Hehler in Betracht kommende 42jäh- rige Siegfried Schilling aus Kahl a. M. drei Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust, der 32jährige Hans Uffelmann 2 Jahre Zucht­haus und der Ludwig S. 6 Monate Gefängnis. Bei Greul, Uffelmann und Schilling wurde Polizei­aufsicht für zulässig erklärt Schilling und Schulter bekommen die Untersuchungshaft nicht angerechnet.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Der Stammtisch k. T. bittet uns um Auskunft über die Entstehung (Komponist) des preußischen Zapfenstreiches. Antwort: Der Name Zapfen­streich stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. In den damaligen Feldlagern ging es lustig und fidel zu. Es wurde viel gezecht und gespielt. Damit aber zu einer bestimmten Stunde Ruhe eintreten sollte, wurde die Zeit des Endes nach dem Inhalt des Weinfasses angesetzt, und zwar so, daß man durch Klopfen abhorchte, wie hoch der Wein im Faß (was zu dieser Zeit immer sehr groß war) stand. Diese Stelle wurde durch einen Strich mit Kreide angezeigt und für die Leerung bis zum Zapfen eine Zeit angenommen, in welcher das Faß leergetrunken fein mußte. Der Lagerkommandant setzte hiernach die Schlußzeit fest, die mit einem Trommelruf allgemeine bekanntgegeben wurde. Das betreffende Signal wurde Zapfenstreich genannt Der Zapfenstreich selbst, wie wir ihn heute hören, stammt aus der Zeit der Freiheitskriege und ist von der russischen Armee übernommen worden. Als König Friedrich Wilhelm III. am Abend nach der blutigen Schlacht bei Groß-Görschen mit dem Zaren Alexander von Rußland über das Schlachtfeld ritt, um feine tapferen Truppen zu besichtigen, tarnen sie zu dem russischen Flügel der Armee. Hier wurde gerade der russische Zapfenstreich geschlagen, bei dem die Soldaten entblößten Hauptes in Reih und Glied in stiller Andacht standen. Der König war von dieser Feier tief ergriffen und ordnete noch in derselben Nacht das gleiche für feine Armee an. Durch Kabinettsorder wurde bestimmt, daß in den Feldlagern vor den Fahnen die versammelten Trom­peter und Hoboisten nach beendigtem Zapfenstreich ein kurzes Abendlied zu blasen hätten. Daher has geistliche LiedIch bete an die Macht der Lieb"" von Bor tni an sky, bei den bayerischen Trupven wird das bayerische Militärgebet von C. Aiblin­ger für das LiedIch bete an die Macht der Liebe" gespielt. Seit Bestehen der Reichswehr bildet das Deutschlandlied mit anschließendem Horst-Wessel- Lied (feit der Machtübernahme unseres Führers) den Schluß desGroßen Zapfenstreiches".

Der Stammtisch D. H. fragt bei uns an, seit wann in Gießen die Kurzschriften Stolze-Schrey und. Gabelsberger eingeführt waren. Antwort: Der StenographenvereinGabelsberger" wurde in Gießen im Jahre 1861, der Stenographenverein Stolze" im Jahre 1895 gegründet. Einige Jahre später, etwa um das Jahr 1900 herum, erfolgte der Zusammenschluß von Stolze und Schrey.

Verhindert das Abbrennen der Hecken!

Vom Landschaftsbund Volkstum und Heimat wird uns geschrieben:

Von Kindern und auch von Erwachsenen wird häufig im Frühjahr das dürre Gras an Feld­rainen und unter Hecken angezündet, eine verderb­liche Unsitte, der manche Vogelbrut zum Opfer fällt. Außerdem werden dadurch die Hecken unten kahl und bieten dann der Tierwelt geringeren Schutz. Daher ist in der Zeit vom 1. März bis 1. Juni das Anzünden von Hecken und Abbrennen von Bodendecken, Wiesen, Hängen und Oedland verboten.

Deutschlands Wirtschaftslage im Frühjahr 1935.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H.

Frankfurt a.M.

Berlin

Frankfurt a. M

Berlin

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß­kurs

Schluß!. Abend­börse

Schluß- turo

Schluß!. Mltiag- börse

Gchluß- kurS

Schluß!. Abend­börse

Schluß« iur»

Schluß!. Mittag­börse

Schluß- kurS

Schluß!. Abend­börse

Schluß- kurS

Schluß!. Mittag« börse

Dalum

10.4.

11.4.

10-4

11.4

Datum

10.4

11.4

10.4

11-4.

Datum

10 4

11.4

104

11.4.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

4% Deutsche Neichsanl. von 1934

100

100,25

97,25

100,25

97,4

4% besgl. Serie II ............

8,5

4,4

6,75

4,13

8,5

4,5

6,75

4,1

_

Marisfelder Bergbau.......

Kokswerke ................

.. 8

99,4

99,5

100

100

97Z25

97,4

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

4,65

.. 6

107,5

107,75

5/t% Doung-Anleihe von 1930 ..

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

Auslos.-Rechten .............

101,65

101,75

102

°/_iRiiinnn hprpinh 'Hontph

6,75

4,2

6,5

4,1

.. 0

-

4% Rumänische vereinh. Rente

Rheinische Braunkohlen ....

12

210

209,75

211,25

211,5

112,13

112,5

112,1

112,25

214% Anatolier ............

33,9

33,4

33,9

33,25

Rheinstahl ................

B/i

106,5

107,75

106,5

107,65

4*/,% Deutsche Reichspostschatzan-

Vereinigte Stahlwerke......

.. 0

79,25

79,75

79,5

79,9

Weisungen von 1934, I.......

6% efjem.8% Hess. Volksstaat 1929

99,9

99,9

100

99,9

Hamburg-Amerika-Paket .... Hamburg-Südam. Dampfschiff Norddeutscher Lloyd ........

A.G. für Verkehrswesen Akt. .

32,25

32,5

32,5

96,5

32,4

.. 0

15

14,9

111,75

15,13

111,75

15,13

112

0

0

Kaliwerke Aschersleben......

.. 5

111,5

(rückzahlb. 102%)........

97,5

97,25

_

33,9

82

33,25

81,5

33,5

82

33,4

81,5

Kaliwerke Westeregeln......

112,5

112,25

113

113,25

157,5

4%% ehem. Hessische Landesbank

0

Kaliwerke Salzdetfurth.....

7/2

157

156,5

156,25

Darmstadt WolD R. 12........

96

- -

Berliner Handelsgesellschaft ..

5

108

107,5

107,25

107,25

b'/r% ehem. Hess. Landcs-Hypo-

100,25

100,25

Commerz- und Privat-Bank ..

0

45,75

86

85,5

85,75

I. G. Farben-Jndustrie.....

.. 7 146,25

148

146,25

148,5

thekenbank Darmstadt Liaut ...

Deutsche Bank und Disconto

Scheideanstalt.............

.. 91 213

212

*y«% ehem. 8% Darmst. Komm.

92,25

Gesellschaft...............

0

88,75

89,75

88,75

89,25

Goldschmidt ..............

.. 0

103,13

104,75

103,5

104,9

Lanvesb.Goldschuldverlchr. R.6

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Dresdner Bank.............

0

88,75

89,75

88,75

89,25

Rütgerswerke .............

.. 4

109,5

109,75

110,13

Reichsbank ................

12

159

159,9

158,75

159,25

Metallgesellschaft...........

.. 4

96

96

95,75

95,5

Auolos.-Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelabl. Arn

115

Philipp Holz mann.........

89

leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

115

115

115

115,4

A.E.G.....................

0

36,75

36,75

36,5

36,9

.. 0

91

| 89,25

91,25

4/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

96

96,13

96

Bekula....................

Elektr. Lieferungsgesellschaft..

10

5

136,25

136,25

108,75

136,5

109,25

136,25

109,25

Zementwerk Heidelberg ....

Cementwerk Karlstadt.......

.. 6

.. 4

120,4

120

-

-

6%% ehem. 4/i% Franks. Hyp.-

Licht und Kraft ...........

5/i

124,5

124,65

87,5

124,5

125

100,7

100,5

Felten & Guilleaume........

0

88

87,5

87,75

Schultheis Patzenhoser .....

.. 4

107

108,5

b/r% ehem. '4/i% Rheinische

Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5

120,25

121

120,25

121,5

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. 0

52,4

52,5

52,4

52,4

Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe.....

101,13

101,13

101

101

Rheinische Elektrizität .......

5

106,5

122,25

122,5

122,5

Bemberg.................

.. 0

115,65

116,25

116

115,13

4/»% ehem. 8% Pr. Landespfand-

briesanstalt, Pfandbriefe R. 19

Rhein. Wests. Elektr.........

6

Zellstoff Waldhof ..........

.. 0

116,25

112,13

116,25

112,4

96

96

96

96

Schuckert & So..............

4

105,5

105,5

105,5

105,75

Zellstoff Aschaffenburg .....

.. o

82,25

80,75

82,5

81,25

4%% ehem. 7% Pr. Landespsand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI

Siemens L Halske...........

7

151

150,5

150,5

151

Dessauer Gas .............

.. 7

128,25

128,75

96

96

96

96

Lahmeyer L Co.............

7

122,25

122,25

122,5

122,5

Daimler Motoren..........

.. o

93,75

93,5

93,13

93,75

Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-89

105,9

105,9

105,9

1 105,9

.. 6

155

35,25

154,5

154,25

87,75

154,5

87,5

Buderus ..................

. 0

94,75

107,13

94,5

94,65

94,5

Orenstein & Koppel........

.. 0

4% Oesterretchitche Goldrente...

4,20% Oesterrelchische Stlberrente

25,25

26,25

25,25

26,25

Deutsche Erdöl.............

107,5

106,75

107,65

Westdeutsche Kaufhof.......

.. 0

35

35

35,25

1,1

1,1

7,2

6,5

1,13

1,13

Gelsenkirchener.............

. 0

Chade ....................

.. 0

242

240

242

238

4% Ungarische Goldrente .......

7,3

6,4

7,2

7,25

6,4

Harpener..................

Hoesch EisenKöln-Neuesseu

. 0

. 0

105,5

105,75

105,25

94,13

105,9

94,75

Accumulatoren-Fabrik......

. 12

161

161

161,5

163

4% Ungarische Staatsrente v. 191C

6,5

Conti-Gummi ............

.. 8

149,5

148

149,5

148

4/i% de-gl. von 1913.........

6,6

12,13

6,6b

12

6,55

12,4

-

Ilse Bergbau ..............

Ilse Bergbau Genüsse.......

. 6

. 6

5% äbgest" Goldmexikaner von 9£

12

125,5

125,75

126

126,5

Grttzner..................

.. 0

36

1 36,4

36

4% Türkische Bagdadbahn-Anlethr

Klücknerwerke .............

. 0

91

91,75

77,75

90,65

77,65

92

78

Mainkraftwerke Höchst a-M.» Süddeutscher Zucker .......

4

93,25

1 168

93

168,5

-

Serie 1....................

8,5

8,6

1 ManneSmann-Röhren.......

77

.. e

1 166,5

168

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

10-April

11. April

Amtliche Notierung

Amiltche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Buenos Lire.

0,658

0,662

0,658

0,662

Brüssel.....

41,98

42,06

41,98

42,06

Rio de Jan.

0,201

0,203

0,201

0,203

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

53,91

54,01

53,42

53,82

Danzig.....

81,09

81,25

81,10

81,26

London .....

12,075

12,105

12,03

12,06

HelsingforS..

5,335

5,345

5,315

5,325

Paris ......

16,38

16,42

16,38

16,42

Holland ....

167,13

167,47

167,48

167,82

Italien.....

20,58

20,62

20,68

20,72

Japan ......

0,706

5,649

0,708

0,703

0,705

Jugoslawien.

5,661

5,649

5,661

Oslo..... :

60,68

60,80

60,46

60,58

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon ....

10,96

10,98

10,92

10,94

Stockholm...

62,26

62,38

62,04

62,16

Schweiz ....

80,72

33,92

80,88

80,72

80,88

Spanien....

33,98

33,89

33,95

Prag.......

10,375

10,395

10,375

10,395

Budapest ...

Neuyork ...

2,487

2,491

2,485

2,489

Banknoten.

Berlin, 11 .April

Geld

Briet

Amerikanische Noten......

2,437

2,457

Belgische Noten..........

41,82

41,98

Dänische Noten .........

53,51

53,73

Englische Noten .........

11,995

12,035

Französische Noten........

16,32

16,38

Holländische Noten.......

167,07

167,73

Italienische Noten........

20,76

20,84

Norwegische Noten ......

60,25

60,49

Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling

Rumänische Noten.......

Schwedische Noten.......

61,83

62,07

Schweizer Noten..........

80,29

80,61

Spanische Noten.................

Ungarische Note»

33,42

33,56