Oie Lustwaffe ein notwendiger Bestandteil -er nationalen Sicherheit.
Heraushebung -er Luststreitkräste eine notwendige Folge von Deutschlands Zustimmung zum Lustpatt.
dem Schriftstück nicht nur Deutschland die Schuld an der Erneuerung des Wettrüstens zugeschoben werde, so sei dies bestenfalls die halbe Wahrheit, denn die deutsche Aufrüstung sei besonders getadelt und als Grund der britischen Aufrüstung bezeichnet worden. Simon habe hoffnungsvoll von seinem Besuch in Berlin gesprochen, aber er wisse, daß der Besuch in einer „Atmosphäre bewaffneter Drohungen und Vorbereitungen" erfolgen werde, die durch das Weißbuch seines Premierministers bitterer geworden sei.
Der konservative „Daily Telegraph" gibt zu, daß es eine strittige Frage sei, ob d e r Zeitpunkt der Veröffentlichung des Dokuments gut oder schlecht gewählt war, vertritt aber die Meinung, daß die Mehrzahl der Argumente für die Veröffentlichung vor Simons Berliner Reife gesprochen hätten. Im übrigen ist „Daily Telegraph" der Meinung, daß der in Deutschland entstandene „Sturm" auf die Annahme zurückzuführen sei, daß das Schriftstück eine unfreundliche Haltung darstellen sollte, und glaubt, daß dieser Eindruck bereits Nachlasse und bei aufmerksamer Erwägung der Erklärungen Baldwins auf Deutschland völlig verschwinden werde. Das Blatt sagt ferner: Eine freimütige Sprache war unbedingt notwendig. Die tiefste Quelle britischen Mißtrauens, nämlich die Furcht vor einer Wiederbelebung „des deutschen Militarismu s", war in einem deutlichen, aber keineswegs herausfordernden (?) Satz angedeutet. Indessen sollte Baldwin es dem Mißtrauischsten klar machen, daß die britische Regierung Deutschland gegenüber freundlich gesinnt ist und gute Beziehungen wünscht, daß sie Deutschland vollste Gleichstellung unter den Großmächten zuerkennt, daß sie von Herzen Deutschland auf seinen ihm zustehenden Sitz im Völkerbund zurückwünscht und daß sie die Unentbehrlich- keit der deutschen Mitarbeit für die Sicherheit in Europa anerkennt. In England besteht der lebhafteste Wunsch, daß Simons Besuch erfolgreich sein möge. Dies ist die einzige wirkliche Hoffnung auf Abrüstung, und Abrüstung bleibt der stärkste Wunsch der britischen Regierung.
„T i m e s" stellt fest, daß infolge besonderer Umstande der eigentliche Zweck der Erörterung, nämlich die Behandlung der ganzen Frage der Verteidigung zur See, zu Lande und in der Lust, nicht erfüllt worden sei. Tatsächlich habe der Hinweis auf Deutschland, der dort so viel Erregung verursacht habe, der Aussprache eine politische Wendung gegeben. — „D aily Mail" beschäftigt sich wiederum mit der ihrer Ansicht nach ungenügenden Verstärkung der britischen Luftwaffe. Die „bemerkenswert freimütige Erklärung" des Generals Göring gegenüber ihrem Sonderkorrespondenten habe gezeigt, was von einer Regierung geschaffen werden könne, die wisse, was sie wolle und nicht durch Phantasien einer unverantwortlichen und par- lam"ntarischen Opposition gehemmt werde.
Das Echo in Paris.
Paris, 12. März. (DRB. - Funkspruch.) Die Unterhausdebatte wird von der französischen Presse als ein gewaltiger Sieg der englischen Regierung und eine Rechtfertigung des Standpunktes, den sie im Weißbuch vertreten hat, verzeichnet. B a l d - w i n habe sich lediglich darauf beschränkt, zu beweisen, daß das Weißbuch nicht ausgesprochen gegen Deutschland gerichtet sei und zum anderen, daß die Verteidigungsmaßnahmen Englands, verglichen mit denjenigen aller übrigen Weltmächte, unzulänglich seien. Der etwas allgemeine Charakter der Rede Baldwins, meint der „Matin", gehe offensichtlich auf den Wunsch zurück, eine an sich schon heikle Lage nicht noch verwickelter zu gestalten, ein unangebrachtes Wort hätte zweifellos die Reise Simons nach Berlin gefährden können. Das „Echo de Paris" und mit ihm die meisten extrem eingestellten Blätter sind höchst erfreut darüber, daß England seine politische Doktrin vom 4. März bekräftigt habe. Baldwin betone den Anspruch Englands, für seine Verteidigung durch entsprechende Rüstungen zu sorgen und wiederhole, daß das Sy st em einer kollektiven Friedensorganisation, wie es seit 15 Jahren in Genf versucht würde, keine wirksame Garantie gegen den Krieg sei. Diese These sei so wahr, daß man die sozialistische und liberale Kritik überhaupt nicht verstehe. Rach der Rede Baldwins erhalte die Reise Simons nach Berlin eine besonders große Bedeutung. Deutschland solle sich zum englisch - französischen Plan vom 3. Februar äußern, es werde sagen müssen, ob es die Friedensverträge einhalten und positive Garantien für die Achtung des internationalen Gesetzes geben wolle. Wenn Deutschland s i ch weigere, würde den friedfertigen Völkern nichts anderes übrig bleiben, als sich zusammenzuschließen.
Heute wird der französische Ministerrat über die Erhöhung der Dienstzeit entscheiden.
Auch Proteste der Frontkämpfer.
Paris, 12. März. (DRB.-Funkspruch.) Die Frage der Erhöhung der Dien st zeit, die der heutige Ministerrat zu entscheiden hat, löst bereits eine lebhafte Polemik aus. Die Vereinigung „Frieden durch das Recht" und der französische Verband der Mütter und Erzieherinnen für den Frieden, der 90 000 Mitglieder zählt, verwahren sich in einer gemeinsamen Erklärung dagegen, daß Frankreich die zweijährige Dienstzeit aufgezwungen werden soll. Sie fordern Regierung und Parlament auf, von dieser Maßnahme abzusehen. Auch die Frontkämpferverbände melden sich zum Wort. Der Abgeordnete G o y, Vorsitzender des nationalen Frontkämpferverbandes URC., erklärt im „Petit Journal": Wir sind entschlossen, für die Landesverteidigung zu sorgen und werden alles tun, damit die Nation ein ausreichendes Heer erhält. Aber als Mitglied des Parlaments und als Vertreter ehemaliger Frontkämpfer versichere ich, daß wir einem Plan nur dann zustimmen können, wenn wir die notwendige Aufklärung erhalten haben. Der Vorsitzende des großen linksstehenden Verbandes, der Union Föderale der Kriegsoerletzten, C a s s i n, betont in demselben Blatt: Schon vor zwei Jahren haben wir vorausgesagt, was jetzt kommt. Wir sind zu wetteren Opfern bereit. Wir b e Willi a e n die 18monatige Dienstzeit, aber unter der Bedingung, daß dieser Plan mit einem Plan der internationalen Rüstungsbeschränkungen verbunden wird.
Eine Unterredung mit General Göring.
Berlin, 11. März. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt, General der Flieger Göring, hat dem Sonderberichterstatter der Daily Mail Herrn Ward Price ein Interview gegeben, in dem er zu der Frage der deutschen Luftwaffe Stellung nimmt. General Göring erklärte u. a.:
Im Ausbau unserer nationalen Sicherheit mußte, wie wir mehrfach der Welt erklärt haben, auch für die Sicherheit in der Luft Sorge getragen werden. Ich habe mich hierbei auf das notwendigste Maß beschränkt. Die Richtlinie meines Handelns war nicht Schaffung einer die anderen Völker bedrohenden Angriffswaffe, sondern nur die Errichtung einer militärischen Luftfahrt, stark genug, Angriffe auf Deutschland jederzeit abzuwehren.
Dies geschah bisher in einem allgemeinen Rahmen, insoweit wir nur allgemein von Fliegern gesprochen haben, ohne eine scharfe Trennung nach militärischen Gesichtspunkten durchzuführen. Durch die englische Regierung ist Deutschland u. a. aufgefordert worden, einem L u f t p a k t beizutreten, einem Pakt, der zum Inhalt hat, gemeinsam gegen einen den Frieden störenden Angreifer zur Luft vorzugehen, d. h. die eigenen Luftstreitkräfte dem bedrohten Lande zur Verfügung zu stellen. Deutschland, in dem Bestreben, alles zu tun und überall mitzuwirken, wo der Frieden gesichert werden kann, hat einem solchen effektiven Schutz z u g e- st i m m t und in Aussicht gestellt, seine Luftstreitkräfte dem bedrohten Lande zu Hilfe zu senden.
Es war nun also notwendig, eine klare Trennung innerhalb der deutschen Luftfahrt durchzuführen, nämlich in der Richtung: Welches sind die L u f t st r e i t k r ä f t e, die zur Verfügung gestellt werden können? Aus dieser Lage heraus wurde die Bestimmung getroffen, wer innerhalb der deutschen Fliegerei künftig zu den L u f t st r e i t k r ä f t e n gehört und wer in Zukunft bei der zivilen L u f t -
Leipzig, am 11. März 1935.
Die Messe ist geschlossen — so läßt sich, wenigstens in großen Zügen, das geschäftliche Ergebnis einigermaßen übersehen. Zunächst ist die recht erfreuliche Feststellung zu treffen, daß diesmal die Messe die in sie gesetzten Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern in vielen Branchen teilweise erheblich übertroffen hat. Leipzig hat endlich wieder einmal eine Messe erlebt, deren geschäftliches Ergebnis das Prädikat „gut" verdient. Die feste Kaufstimmung, die im Gegensatz zu allen Messen der letzten Jahre diesmal bereits am Sonntag zum Ausdruck kam, hat auch während der nächsten Messetage angehalten.
Der Besuch der Messe übertraf die entsprechenden Ziffern des Vorjahres ganz erheblich. Wie hoch der Besuch aus dem Ausland gewesen ist, läßt sich noch nicht genau errechnen, es ist aber mit Bestimmtheit anzunehmen, daß diese Ziffer mindestens um 4 0 0 0 höher sein wird als im Vorjahr. Das ist ein Erfolg der auf Hebung des deutschen Exports gerichteten Bestrebungen der Messe, den man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Gewiß war auch auf dieser Messe das Jnlandsge- schäft besser und umfangreicher als die Abschlüsse mit dem Ausland, aber infolge der in unserem ersten Bericht geschilderten Umstände — Kompensationsgeschäfte usw. — ist das Exportgeschäft doch in den meisten Branchen diesmal besser, teilweise sogar ganz erheblich besser als im Vorjahr gewesen. Auch die zahlreichen europäischen und überseeischen Warenhäuser, deren Einkäuferstäbe in den Meßhäusern eigene Büros während der Messe unterhielten, haben teilweise recht erhebliche Aufträge erteilt.
Eine grundsätzliche Feststellung durchaus erfreulicher Natur war diesmal auf der Messe zu treffen: in nahezu sämtlichen Branchen hat die schon seit einiger Zeit zu beobachtende Rückwendung zur Qualität starke Fortschritte gemacht. Der billige Schund früherer Jahre verschwindet langsam — vor allem wohl einfach deshalb, weil ihn der Konsument nicht mehr haben will. Der ausländische Einkäufer kann ihn nicht mehr gebrauchen, weil er heutzutage derartige Artikel von anderen Ländern mit billigeren Arbeitskräften ^u noch billigeren Preisen erhält, und im Inland läßt die langsame Hebung der Kaufkraft ebenfalls den Wunsch nach der besseren Ware immer stärker werden. Zum Thema „billige Ware auf der Messe" schließlich noch eine kleine „Anfrage"; muß es wirklich unbedingt sein, daß die billigen und billigsten Artikel so häufig alle berechtigten Wünsche hinsichtlich ihrer geschmacklichen Ausführung offen lassen? Warum beispielsweise sieht man bei manchen billigen Möbeln noch so häufig jene längst überholten „Verzierungen" und Wülste ohne jedes künstlerische Verständnis, warum müssen diese Möb^l aänzlich überflüssigerweise so oft mit aufgeklebten Schnitzereien „verziert" sein? Oder warum bietet das billige Kunstgewerbe- noch so vielfach Erzeugnisse, die zwar viel mit Gewerbe, aber nichts mit Kunst zu tun haben? Das Ergebnis der Messe, das eine deutliche Bevorzugung der qualitativ hochwertigen Waren aufweist, wird hoffentlich die bereits erfreulich starke Hinwendung zur Qualität noch erheblich unterstützen. Bei den Neuheiten ist diese Tendenz übrigens diesmal besonders deutlich und man konnte sehr häufig gerade von ausläiwischen Einkäufern die Meinung hören, daß bei den auf dieser Messe gezeigten Neuheiten der deutschen Aussteller eine wesentliche Verbesserung und Fortentwicklung in geschmacklicher Beziehung festzustellen war.
Die Textilmesse hat gut, teilweise ausgezeichnet abgeschlossen — manche Aussteller kamen sogar in Lieferschwierigkeiten und mußten Aufträge ablehnen. Gut gingen Handelsgarne, Leinenwaren, Strümpfe, Handschuhe, Dekorations- und Möbel-
fahrl bzw. dem Luftsport zu verbleiben hat. Es war notwendig, auch äußerlich diese Abgrenzung kenntlich zu machen dadurch, daß die Angehörigen der deutschen Luftstreilkräfte Soldaten im Sinne des Gesetzes wurden, ihre Führer also Offiziere. Es handelt sich hierbei aber nur um einen Teil der bisher in der allgemeinen deutschen Luftfahrt tätigen Persotten. Der Unterschied zwischen unseren Luflstreitkräften und der zivilen Luftfahrt geht deshalb in Zukunft klar und deutlich aus der Verschiedenheit der Rangabzeichen sowie aus der
Dienstgradbezeichnung hervor.
Die Luftstreitkräfte stehen unter dem Befehl des R e i ch s m i n i st e r s der L u f t fa h r t, _ ber außerdem auch die Kontrolle der Zivilen Luftfahrt hat. Sein militärischer Titel ist „General der Flieger". — Die Uniform bleibt ber des Deutschen Lwstsportverb andes ähnlich, wird jedoch durch klare militärische Rangabzeichen äußerlich kenntlich gemacht. Auch die T«itel entsprechen ben militärischen Dienstgrabbezeichnungen vom Leutnant aufwärts bis zum General der Flieger. Heber die zahlenmäßige Stärke der Luftstreitkräfte können abschließende Zahlen noch nicht genannt werden. Was ihr prozentuales Verhättnis zu den Luftstreit- kräften ber anderen Mächte anbelangt, so muß jeder klar und anständig denkende Mensch einsehen, daß das besonders bedrohte Deutschland hier die Zahlen beanspruchen muß, die die absolute Sicherheit des deutschen Volkes gewährleisten können. Die Luftwaffe muß ein integrierender Bestandteil jeder Sicherheit sein, ohne Luftwaffe sind auch Armee und Marine, mögen sie noch so stark sein, ohne Nutzen. Von dem Gefühl, das Vaterland bis zum letzten Einsatz zu verteidigen, ist die deutsche Luftwaffe ebenso leidenschaftlich durchdrungen, wie sie anderseits überzeugt ist, daß sie niemals dafür eingesetzt werden wird, ■Öen Frieden anderer Völker zu bedrohe n."
stoffe, sowie Tapisserien. Ebenfalls gut waren die Umsätze in Damenkonfektion, während Herrenkonfektion schwächer lag. Die neuen Erzeutz- nisse aus Kunstspinnfaser fanden viel Interesse und erzielten befriedigende bis gute Umsätze. Das Exportgeschäft war zweifellos besser als im Vorjahr. Die meisten Aufträge wurden nach europäischen Ländern gebucht, doch konnten auch durchaus nennenswerte Umsätze nach Uedersee erzielt werden. Im ganzen war die Textilmesse also ein voller Erfolg.
Die Reichsmöbelwoche hat ebenfalls günstig abgeschnitten, wenn auch die Aussteller von den beiden letzten Messetagen mehr erwartet hatten. Gut verkauften sich Grotzmöbel, ferner neuartige Kleinmöbel und Patentmöbel. Polstermöbel verzeichnen ein mittleres Geschäft. Küchenmöbel verkauften sich in besseren Qualitäten befriedigend, in billigen Ausführungen war das Geschäft schlecht.
Die Sportartikelmesse verzeichnet ein gutes Mittelgeschäft; auch in dieser Branche ist die Nachfrage nach solider, gediegener Arbeit vorherrschend. Die B ü r o b e d a r f s m e s s e hat ein erfreulich gutes Ergebnis zu melden. Namentlich die diesmal besonders zahlreich angebotenen Neuheiten fanden teilweise so guten Absatz, daß viele der aus- stellenden Firmen auf längere Zeit hinaus mit der Abwicklung der auf der Messe hereingenommenen Aufträge beschäftigt sein werden. Das Exportgeschäft war wesentlich besser als im Vorjahr.
Die Süßwarenmesse zeigt ebenfalls einen befriedigenden geschäftlichen Erfolg. Besonders gut verkauften sich Bonbons und Nährmittel. Eisen- undStahlwaren haben eine Mittelmesse zu verzeichnen, Exportaufträge wurden hauptsächlich nach Westeuropa erzielt. Die Kunstgewerbe- messe wies uneinheitlichen Geschäftsgang auf, bevorzugt wurden bessere Qualitäten, namentlich in praktischen Artikeln. Die Spielwarenmesse hat diesmal wesentlich höhere Umsätze als im Vorjahr zu verzeichnen, wenn auch die absolute Höhe der Aufträge zu wünschen übrig ließ. Gute Aufträge erzielten künstlerische Holzspielzeuge, Blech- spielzeuge und Spielzeuge für das Spiel im Freien, wie Roller usw. Das Exportgeschäft war nicht sehr umfangreich, aber immerhin besser als in den letzten Jahren. Recht zufrieden mit der Messe ist die Porzellanwarenbranche, auch Glas- waren verkauften sich gut.
Auf dem Gelände der Technischen Messe und B a u m e s s e übertraf der Besuch alle Erwartungen, der Andrang hielt auch während der letzten Tage fast in gleicher Stärke an; unter den Besuchern waren weit mehr als auf früheren Messen Handwerker und sonstige Interessenten für kleingewerblichen Bedarf anzutreffen. Für Werkzeugmaschinen bestand starkes Auslandsinteresse, ebenso für Textilmaschinen. Elektrotechnik verzeichnet ein gutes Jnlandsgeschäft, Auslandinteresse bestand für Fernmeldetechnik, Motoren und Schaltgeräte. Die Messe für Photo, Kino und Optik verzeichnet ein normales Jn- landgeschäft, während im Exportgeschäft die Umsätze des Vorjahres wesentlich überschritten wurden. Besonders gut verkauften sich Kinogeräte und Schmalfilme. In der Branche Kraftmaschinen waren Kaufabschlüsse für größere Objekte in Dampfmaschinen festzustellen; gute Umsätze wurden ferner in Dieselmotoren erzielt. Die B a u m e s s e verzeichnet einen befriedigenden Geschäftsgang, besonderes Interesse bestano für Oefen und Herde, Badeöfen und Armaturen für Gas- und Wasser- installation. Das wichtigste Kennzeichen der Technischen Messe bestand biesmal darin, daß sich ein erfreulich starkes Interesse des Auslandes für viele der ausgestellten Erzeugnisse gezeigt und auch in Form recht günstiger Umsätze und erfolgver- sprechender Geschäfts-Anbahnungen praktisch dokumentiert hat. Dr. Heinz Woltereck.
Auf dem Wege zumLustpaki.
Don General Armengaud.
Der französische General Armengaud hat in der „Revue des D e u x Mondes" Gedanken zur Luftrüstung veröffentlich, die angesichts des Londoner Vorschlages einer Luftkonvention Beachtung verdienen.
Die europäischen Mittel- und Westmächte finden in ihrer erdräumlichen Lage für den Luftkrieg und damit für den Krieg überhaupt Dor- und Nachteile. Bestimmte Kriegslagen werden dies zeigen. Nehmen wir zunächst eine ungünstige Kriegslage für Frankreich an. Unsere Gegner find durch starke Angriffe im Norden bis in die Linie Maubeuge—Saint-Quentin—Reims—Longwy, in der Mitte bis zur Linie Befanxon—Lons-le-Saulnier—- Saint Claude vorgedrungen. Im Süden haben sie uns Korsika weggenommen. Damit haben sie un- ere Flugwachen auf eine Entfernung unter 120 Kilometer von unserem Industriegebiet im Norden, von der Gegend von Paris, vom Jndustrie- gebiet des Ostens, vom Industriegebiet von Creufot, von der Gegend von Lyon und vom Bezirk Marseille—Toulon zurückgeworfen. Die Luftbombardements werden, abgesehen von der moralischen Wirkung auf die Städte, auch das Wirtschaftsleben und die Herstellung von Kriegsgerät stark beeinträchtigen. Wir werden nicht mehr das gleiche Kriegsmaterial wU der Feind Herstellen können. Der glückliche Ausgang des Krieges ist in Frage gestellt.
Nehmen wir nun eine f ü r Deutschland unglückliche Lage an. Dieses Land führt einen Zweifrontenkrieg. Der Angriff feiner Landheere ist an der Ost- wie Westgrenze zum Stehen gebracht worden. Die Flugwachen sind näher als 120 Kilometer vom Ruhrgebiet und vom Rheinland. Das gleiche ist für das sächsische und schlesische Industriegebiet der Fall. Sie werden durch feindliche Flieger von Osten und Westen her angegriffen. Der Erfolg wäre der gleiche wie vorhin bei Frankreich. Wenn es den deutschen Landheeren nicht gelingt, den Feind auf entsprechende (Entfernung von den bedrohten Gebieten zurückzutreiben, nimmt die Widerstandskraft des Landes bald ab.
Betrachten wir England. Dieses Land kann fein Gebiet gegen Luftangriffe nur durch das Zu- sammenwirken von Heer, Flotte und Luftflotte schützen. Eine Kette von Flugwachen auf hoher See ist etw'as unsicheres. Flugwachen längs der englischen Küste schützen den Osten und London nur schlecht. Die Sicherheit Englands gegen Luftgefahr verlangt die Anwesenheit einer englischen oder verbündeten Landarmee an der französischen oder belgischen Küste.
Italien findet keine Sicherheit in ber Luft, wenn es mit feinen Nachbarn im Osten, Süden oder Westen Krieg führt. Keine andere Luftarmee in Europa steht vor einer ähnlich schwierigen Ausgabe. Dieser Umstand erklärt, warum Italien angeblich so wenig Wert auf die Abwehr legt und den Angriff übertrieben betont. Dies ändert aber nichts an den Tatsachen. Italien findet für den Luftschutz dieselben Schwierigkeiten wie eine Landarmee, die von drei Seiten eingeschlossen ist. Es liegt hier ein von der Natur gegebener Nachteil, den die Angriffswucht der italienischen Luftarmee nicht ausgleichen kann. Italien wird darum triftige Gründe für ein gutes Einvernehmen mit Frankreich finden.
Dieser Ueberblick zeigt, daß Frankreich für seine Sicherheit in der Luft günstige Verhältnisse findet. Es kann seine großen Bevölkerungsmittelpunkte, die Quellen seines Reichtums, seine Industriegebiete und seine Verkehrsknotenpunkte dank ihrer (Entfernung von den feindlichen Küsten und Grenzen ziemlich leicht schützen, sofern nur diese Grenzen unverletzt bleiben. Noch günstiger liegen die Verhältnisse, wenn Frankreichs Armeen jenseits der Nordgrenze stehen. Der Angriff ist die beste Art, den Krieg schnell zu Ende zu führen. Die Luftarmee Frankreichs muß darum über bedeutende Angriffskraft verfügen. Sie muß den Krieg mit all ihren Mitteln in Feindesland tragen können.
(Eine nur zum Angriff geeignete Luftarmee genügt aber nicht. Jeder Feind, der uns angreift, wird sich am Vorabend des Krieges die zahlenmäßige Ueberlegenheit geschaffen haben. Unser Gegenangriff wäre zwar eine sehr wirksame, aber trotzdem eine unzureichende Art der Verteidigung. Die Schläge des Feindes würden nicht abgewendet, und diese Schläge wären sicher stärker als jene, die wir selbst führen könnten. Frankreich muß darum einen wirksamen Luftschutz einrichten.
Wenn alle diese Vorkehrungen getroffen sind, ist die Luft nicht mehr bas Gebiet leichter Erfolge. Der Gegner überroinbet unsere Verteidigung nur um den Preis einer langsamen Zermürbung unserer Land-, Luft- und Seestreitkräfte. Auch eine überlegene feindliche Luftarmee wird nicht verhindern, daß die unsere den empfindlichen Gebieten des Gegners riesigen Schaden zufügt. Wenn die Folgen des Luftkrieges zu jenen des Landkrieges hinzukommen, wird die Verarmung der beiden Gegner viel rascher und empfindlicher als im letzten Kriege eintteten. Kriegführen heißt täglich mehr, das Spielder Neutralen spielen. Es heißt, bestimmt und aus lange Sicht im Wirtschaftskampf der Völker unterliegen. Heute bilden die ungeschützten Lufträume eine Versuchung. Morgen wird dagegen der Luftschutz die letzte Siegesmöglichkeit verschließen und damit eine Gewähr für den Frieden bilden.
Die Luftarmee wird ttotzdem das entscheidend st e Kriegsinstrument von allen bleiben. Armee und Marine sichern zunächst der Luftarmee die geeigneten Ausgangsstellungen für den Angriff, indem sie biefe Stellungen halten ober in den ersten Kriegstagen erobern. Später wirkt bie Luftarmee unablässig an der allmählichen Eroberung des feindlichen Bodens durch das Landheer oder an ber (Eroberung der feindlichen Küsten und Verbindungswege durch die Marine mit. Damit wird am Ende der Sieg der verbündeten Wehrmacht errungen. Die Luftarmee eines kriegerischen und industriell mächttgen Volkes — das also für einen bestimmten Zeitpunkt den Krieg und insbesondere den Luftkrieg vorbereiten kann — bildet den Grund zu einer ständigen und unerträglichen Unsicherheit für die Nachbarländer. Mer eine gemeinsame drohende Gefahr führt am Ende zur Einigkeit. Die Luftarmeen werden damit zum ersten Bindeglied ber friedliebenden Staaten (Europas werden. Die gemeinsame Gefahr wird sie zusammenführen.
Anarchie ans Kuba.
Miami (Florida), 12. März. (DNB - Funk, spruch.) Carlos Hevia, der im Jahre 1934 drei Tage lang Präsident von Kuba war, ist von Havanna im Flugzeug hier angekommen. Vier erklärte, sei sein Leben dort in GefahI
Bilanz
-er Leipziger Frühjahrsmesse 1935.
Don unserem Sonder-Berichierstatier.


