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Wehr und Waffen

bar leichten Hebungen die jungen Soldaten ge­schliffen, ohne daß sie es merken. Diese Hebungen

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nehmer des Lehrganges der Sache waren, der Diesen Sportsgeist nun weiter z u tragen,

volle auch wird dem

Anerkennung fand, in die Truppe Aufgabe der Unter» jetzt abgeschlossenen der Truppe wirken

Mil der Erkenntnis der Notwendigkeit einer ausreichenden Wehrmacht gewinnt auch der andere Gedanke mehr und mehr an Boden, daß man von jedem politischen Deutschen auch wehrpotiti- sches Verständnis für die uns berüh­renden Gegenwartsfragen verlangen müsse. Und in der Tat, wie soll der Diplomat eine dem Staatsinteresse nützliche Politik treiben, wie soll der Verwaltungsbeamke den Interessen der Wehrgemeinschaft des Volkes dienen, wie soll der Wirtschaftler sich vernunftgemäß auf die Möglichkeit außenpolitischer Verwicklungen einstel­len, wie soll der Techniker ein Urteil gewinnen über die Wege, die er gehen muß, um der Landes­verteidigung zu dienen wenn sie nicht alle klare Begriffe verbinden mit dem Charakter des neu­zeitlichen Krieges und mit den anderen Fragen, die unsere Wehrmacht berühren?

Generalleutnant a. D. von Lochenhausen.

Die schönen Anlagen der Heeressportschule i n W ü n s d o r f, die noch für das alte Heer ge­schaffen wurden und die jetzt der Reichswehr zur Verfügung stehen, müssen das Herz eines jeden Sportfreundes höher schlagen lassen. Es ist ein wundervolles Bild, wenn junge Menschen, wie an

des Vaterlandes ist. Das deutsche Volk hat die Waffen niederlegen müssen, nicht weil das Heer versagte, sondern weil der Hunger es dazu zwang Die Landwirtschaft war am Ende ihrer Kraft. Es ist das Verdienst der Regierung des Dritten Reiches, daß sie die Landwirtschaft wieder an die Stelle ge­stellt hat, die ihr im Staate zukommt. In seiner Rede vor der deutschen Landwirtschaft am 5. April 1933 hat es der Führer ausgesprochen:Solange sich ein Volk auf ein st a r k e s Bauerntum zurückziehen kann, wird es immer und immer wieder aus diesem heraus neue Kräfte schöpfen." Diese Kraft wird auch der Wehr st and aus dem Bauerntum schöpfen. Nährstand und Wehrstand gehören zu- s a m m e n , sie sind die Eckpfeiler des Staates.

Llnterosfiziere als Sportlehrer

Eindrücke von der Heeres-Sportschule.

Auf den Wogen des Oeles zum Siege..."

Eine Weltmacht der Neuzeit.

verteidigen.

Erst einsichtige Fürsten aus dem Hohenzollern- Hause erkannten, daß ohne einen tüchtigen Bauern­stand auch der Staat machtlos werden muß. Der Große Kurfürst suchte das Los der Bauern zu verbessern, in seinem Heere kämpften wieder Bauern, gern zogen sie für ihn ins Feld. Fried­rich Wilhelm I und vor allem Friedrich der Große wußten, daß es ohne einen gesun­den Bauernstand nicht aufwärts gehen könne. Friedrich will nicht, daß das Land entvölkert werde, es müsse Rekruten liefern und Bauern haben, welche die Einguartierung tragen können. Er stellt den, der zwei Halme schafft, wo bisher nur einer stand, dem Feldherrn gleich, der eine Schlacht gewonnen hat. Wie Friedrich dem Großen stand auch Freiherrn vom Stein klar vor Auaen daß Preußen vom napoleonischen Joch nur dann befreit werden könne, wenn es wieder einen ^üen Bauernstand habe. Seine Edikte über die Bauernbefreiung, fo sehr sie (pater verwässert und zum Teil in ihr Gegenteil umgekehrt wurdem sind die Grundlagen für die spatere Wehrpflicht m Preußen und Deutschland.

Die I n d u st r i a l i s i e r u n g Deutschland- Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts hat wohl die Bedeutung des Bauerntums m wirtschaftlicher Beziehung zurückgedrängt, aber die rische Kraft ist in ihm erhalten geblieben. Kein Stand hat anteilmäßig soviel ttefruten ge- stellt wie die Landwirtschaft. Wir wißen daß sie die höchste Tauglichkeit aufweist Der Bauer war immer ein tüchtiger Soldat gewesen, gewohnt an harte Arbeit m freier Luft, bei Hitze und Kälte, an Strapazen gewohnt, galt er immer als tapfer und zuverlässig. Bon sagt B s - m a r ck :Der Bauer ist der Kern unserer Armee der auch in Not und Drang aushalt . Das hat er auch im Weltkrieg wieder bewiesen Bis zmem blieb er der Fahne treu. Die Revolution hat nicht auf bpm Pnnb? ihren Hrsvrun" aehabt. ,

Der Weltkrieg hat aber auch offenbart, was in Den Dorkriegsjahren zu leicht übersehen wurde daß o ne einen leiftungsfähiaen Nähr.stand kein Krieg zu führen ist. Wir wissen, wie der große Moltke darüber dachte, wenn er davon spricht, Daß, wenn die Landwirtschaft zugrunde gerichtet wird, ein Krieg schon verloren sei, ehe der erste Kanonen- deutsche"^andllürtschast im W-lttÄg- u-'h-rm-nsch.1 habUchi-' meÜ zu tun mit dem langweiligen

funden haben. Die Erfolge der Reichswehr gerade auf diesem Gebiet zeigen den hohen Stand der Körperschulung.

Wir sehen einen gut durchgeführten Stafetten­lauf, sehen Dreisprung, Kugelstoßen, Steinstoßen und Handgranatenwerfen mit beachtenswerten Lei­stungen. Auch die Spiele sind frisch und lebendig und atmen Kampfgeist. Für die Pflege des Kampf­geistes ist der Boxunterricht naturgemäß die hohe Schule. Man boxt nicht allein um des Spor­tes willen, sondern hier soll der Soldat wissen und lernen, was kämpfen heißt. Schwimmen und Turmspringen vervollständigen das Ganze, vervollständigen den guten Gesamteindruck. Dabei muß betont werden, daß es sich nicht um Spezia­listen handelt, sondern daß hier alles Leistungen vorgeführt werden, die von jedem gesunden jun­gen Mann verlangt werden können.

Daß eine solche Körperschulung neben normalen Leistungen auch Höch st lei st ungen hervorruft, ist selbstverständlich. Außerhalb des Lehrganges zeigte ein Olympiade-Anwärter u. a. einen Zwei- einhalb-Salto, der Helle Bewunderung auslöste. Das gleiche gilt auch von den fünf Heeresbesten,

liches geleistet, sie hat es fertig gebracht, das Heer und das Volk unter den schwierigsten Verhältnissen zu ernähren. Wenn sie schließlich den Nahrungsbedars nicht mehr voll decken konnte, so lag es nicht an ihr. Der Krieg hatte sie der wichtigsten Hilfsmittel be­raubt. Die waffenfähigen Bauern waren fast sämt­lich eingezogen, an ihre Stelle traten alte Männer, Frauen bearbeiteten die Felder. Der starke Bedarf an Pferden verminderte die Zugkraft. Es fehlten Düngemittel, weil sie zur Munitionsbeschaffung ge­braucht wurden. Daß unter diesen Umständen die Kraft des Bodens zurückgehen mußte, konnte nicht ausbleiben. Daraus aber müssen wir endlich ler­nen, wie wichtig eine leistungsfähige Landwirtschaft für d i e Verteidigung

diesem leuchtenden Herbstmorgen, zeigen können, wie sie in wenigen Wochen gelernt haben, ihren Körper in der Gewalt zu haben und aus ihm im Kampf herauszuholen, was nur herauszuholen ist. Man braucht nur wenige Augenblicke zuzuschauen, um festzustellen, daß der Sport'in der Reichswehr sich seinen Platz gesichert hat, ja, daß die soldatische Erziehung ohne einen richtig verstandenen und durchgeführten Sport heute nicht mehr zu denken ist.

Wie die Reichswehr Sport treibt und Sportleh­rer ausbildet, das führte Hauptmann R ü b e l, der

Mhrfland - Wehrstand

Von Or. Friedrich Sehnen,

Ministerialrat im ^eichswehrmimsterium.

An der (Erntebantfeier auf dem Bücke- I berg nahm im vergangenen Jahre auch die Reichs­wehr teil. Bauernstand und Soldatenstand feierten gemeinsam den Tag, um dafür zu danken, daß uns die deutsche Scholle wieder das gegeben hat, was wir zu des Leibes Notdurft und Nahrung ge­brauchen. Es ist kein Zufall, daß neben den Bauern die Soldaten standen. Sie gehören zusam­men, solange es Menschen auf der Erde gibt, ja sie waren ursprünglich eins, der Bauer war Sol­dat und der Soldat war Bauer. In dieser Einheit zeigt sich die Kraft jedes Volkes. Die Größe Roms beruhte auf feinem Bauernheere. Solange dieses Heer aus Bauern bestand, die ihren Heimatboden gegen äußere Feinde verteidigten oder neues Land eroberten, wenn sie es für den Bevölkerungszu­wachs gebrauchten, solange war Rom unüberwind­lich. Don den Bauern lagt Cato der Aeltere, daß sie die tapfersten Leute und die tüchtigsten Solda­ten seien. Erst als der Bauernstand im Laufe der Jahrhunderte nicht mehr den Kern des Heeres bildete und Söldner die Schlachten der Römer schlugen, ging Rom zugrunde.

Bauern waren auch unsere Vorfahren, die Ger­manen, die den Pflug mit dem Schwert ver­tauschten, wenn es galt, sich der Feinde zu erweh­ren oder sich neue Nahrungsplätze zu suchen. Wie sehr die germanischen Stämme darauf bedacht waren, neben dem Pflug sich waffentüchtig zu er­halten, können wir bei Cäsar lesen, der von den Sueben sagt:Aus jedem ihrer Gaue führen sie jährlich je 1000 Bewaffnete zum Kriege über die Grenzen, die übrigen, die Zurückgebliebenen, unter­halten sich und jene. Diese stehen dann wieder ein Jahr danach unter Waffen und jene bleiben da­heim. So wird weder Ackerbau noch die Hebung im Kriege vernachlässigt".

Den germanischen Bauernheeren konnten die Römer trotz ihrer besseren Kriegstechnik und ihres Organisationstalentes auf die Dauer nicht stand­haften. Auch später waren freie Bauern der Kern der deutschen Kaiserheere. So­lange diese als Herren auf eigener Scholle saßen und für ihren Kaiser zu Felbe zogen, solange stand Deutschland mächtig und geachtet da. Noch im 13. Jahrhundert zeigte sich, was ein freier Bauern­stand zu leisten vermochte. Die Kolonisation b e 5 Ostens ist fein Werk. Es ist vielleicht die größte kulturpolitische Tat Europas. Mit dem Pflug wurde das Land an Elbe und Oder erobert und das Slawentum zurückgedrängt, mit bem Schwerte wurde es verteidigt.

Durch das Aufkommen der Lehnsherrfchaft sank die Bedeutung des Bauerntums. Im 14. Jahrhun­dert war die Blüte des Bauerntums endgültig dahin. Der deutsche Bauer ist kein waffenfähiger freier Mann wie früher, er ist nur noch Arbeits­tier. Damit verliert er auch jeden Sinn für Höhe­res. Von Soldatentum kann bei ihm nicht mehr die Rede fein, der Stolz dafür ist bei ihm aus- getilgt und doch schlummert in ihm die Sehnsucht nach einem einigen Deutschen Reich, nicht unter der Führung von Territorialfürsten und Herren, sondern allein unter einem Kaiser. Als der Bauer im 16. Jahrhundert sich gegen feine Bedrücker er­hob, da war eine feiner Forderungen eine R e - formation des Reiches. Im 14.Artikel des Reichsreformations - Entwurfs des Bauernführers Wendel H i p l e r heißt es:Aufhebung aller Bünd­nisse der Fürsten, Herren und Städte. Ueberall nur Schutz und Schirm des Kaisers." Die 23auern= auf stände wurden blutig unterdrückt, weil Die Bauern nicht mehr im Stande waren, die solda­tischen Tugenden aufzubringen, die notwendig zum Erfolg find. Freiwilliger Gehorsam, das erste, was vom Soldaten verlangt werden muß, war ihm fremd geworden. Dazu war er zu lange in Fesseln geschlagen gewesen. Der 30jährige Krieg besiegelte bas Los der Bauern. Sie waren froh, wenn sie ihr Leden friften konnten. Ein Vaterland kennen sie nicht mehr, warum die Kraft aufbringen, es zu

die in Wünsdorf zum Training vereinigt waren, um bann in Dortmund um die Meisterschaft zu kämpfen. Der Gefreite Schwartzmann, der Zwölfkampfsieger von Nürnberg, zeigte als Deut­scher Meister eine Kür-Freiübung, die das Beste ist, was zur Zeit in Deutschland gezeigt werden kann. Aber auch die Leistungen der übrigen Teil­nehmer standen dahinter nicht zurück. Sie erbrach­ten den Beweis, daß die Reichswehr in ihrem Sportbetrieb auf dem richtigen Wege ist.

In feiner anerkennenden Schluhanfprache wies der Inspekteur der Kavallerie, Generalleutnant Knochenhauer, darauf hin, daß beim Turnen nach der alten Methode manche es nur zu ein paar Klimmzügen gebracht hätten; der Auszug war ein turnerisches Problem, das oft nicht bewältigt wer­den konnte. Heute, wo ein neuer Geist seinen Ein­zug auch in die Dienstvorschriften gehalten hat, gehört ein falsch verstandener Turnbetrieb end­gültig der Vergangenheit an.

den gründlichst zerstört hatte. Ludendorff aber erkannte richtig:Nur das Del von Trans­kaukasien konnte unseren Oelbedarf decken, vor­ausgesetzt, daß die Transportfrage gelöst wird." Heute verstehen wir auch, weshalb die deutsche OHL. in der Türkei einen wichtigen Bundesgenossen sah. Dieses Problem wurde aber erst am 25. Mai 1918 gelöst, als General Kreß von Kressen­stein mit 300 Mann deutscher Soldaten den Schwarzen Meerhafen Poti besetzte und durch einen Freundschaftsvertrag mit der neuentftanbenen Re­publik Georgien gegen militärischen Schutz für bie Dauer bes Krieges bie Benutzung ber Eisenbahnen unb die der Tankflotte zugebilligt erhielt. Jedoch die türkischen Truppen konnten erst am 14. September 1918 bie großen Oelquellen von Baku besetzen. Die Delfrage war für Deutschlanb gelöst leider volle neun Monate z u spät! Auf der anderen Seite konnten sich die Alliierten beim alten Rockefeller und bei Deterbing, bem Beherrscher ber Shell-Company, bebanfen, denn sie retteten ben Alliierten den Gewinn des Weltkrieges.

USA. und Rußland sitzen heute an den Hauptguellen des so überaus wichtigen Erdölvor­kommens. Alle übrigen Länder, auch England nicht ausgenommen, find ölarm. Aber Rüstungen haben heute mehr denn je die Sicherung des Delbebarfs zur Voraussetzung, denn ohne Del kann eine neu­zeitliche Heeresmaschinerie überhaupt nicht in Gang erhalten werden. Unb wenn wir tiefer in bas Ge­triebe ber Politik hineinsehen, so erkennen wir, daß bie Pakt- unb Bünbnisnetze auch ben Zweck verfolgen, bie Deltransportroege auf ieben Fall freizuhalten. Hier liegt auch bie Problem­stellung bes französisch-russischen Bünb - n i ff e s eingeschlossen, denn die russischen Oel- straßen scheinen Frankreich sicherer zu sein als die amerikanischen. Für unser Zeitalter kann man wohl sagen, daß die Delmagnaten, ob Bolschewik ober Demokrat spielt gar keine Rolle, im Frieben bie Wirtschaft eines Lanbes bis in ihre letzte Verzwei- ounq beherrschen, wie es aanz in ihre Hand ae- geben, ist bei kriegerischen Auseinandersetzungen die Hände an die Kehle jedweden ölarmen Landes leaen zu können. Standard Oil, Shell und die Russen sind die Herren der Welt in weit höherem Maße als die meisten glauben mögen!

Unb Deutschlanb? Wohl verfügen wir über Ölvorkommen in ber Lüneburger Heibe, aber es beckt kaum ein Zwanzigstel unseres Friebens- bebarfes. Aber beutsche Erfinder und Chemiker ruhen und rasten nicht. Das Verdienst, Del aus Kohle gewonnen zu haben, gebührt dem Heidel­berger Professor Dr. Sergius, der in diesen Tagen anläßlich einer Tagung bes englischen Brenn­stoffinstitutes in London aus den Händen des Her­zogs nnn Kent die Melcheft-Medaille empfing. Durch die Erfindung Bergius' ist es gelungen, die Ab­hängigkeit von den D°Imagnaten aufzulockern. Je­doch übertriebener Optimismus ist stets von Scha­den! Die Gestehungskosten find noch hoch und Massenproduktion kann nicht aus dem Boden ge­stampft werden. Aber zähe Arbeit auf eine Massen­produktion hin wird eines Tages unsere Zukunft auch auf dem außerordentlich bedeutsamen Gebiet der Delfrage aufhellen. MdL

Kriegsflugzeuge von heute.

Von Major a. O. Freiherr v Bülow

Fliegergeist ist Mut, Selbstlosigkeit, Hin­gabe an Volk und Vaterland", den Beweis für die Wahrheit dieses Wortes des Reichs­luftfahrtministers Göring hat Major a. D. Frhr. von Bülow in seinem ausgezeichneten BucheGeschichte Der Luftwaffe" gefsihrt. Wir entnehmen dieser Darstellung der Entwicklung der fünften Luftwaffe eine Schilderung der Kriegsflugzeugtypen von heute.

Im Rahmen der Wehrmacht der ausländischen Staaten stehen heute die Luftwaffen als mobile Be­standteile fest eingefügt. Ihr äußerer Aufbau stellt aber erst die erste Vorbedingung für ihren inneren Kampfwert dar. Fliegerischer Einsatz und Wirkungs­weite werden vor allem von dem Stand und den Leistungen des Flugzeuggeräts bestimmt. Die O u a - lität des Materials ist die Grundlage ber Taktik Sie spielt eine fast gleiche Rolle wie ber zahlenmäßige Umfang ber Luftstreitkräfte.

Die bis heute erreichte technische Vollkommenheit zeigt sich bei allen vier in ben Luftwaffen gebräuch­lichen Hauptflugzeugarten ber Aufklärungs-, Bom­ben-, Jagb- unb Schlachtflieger. Die Gruppe ber Aufklärungsflugzeuge bient vielfachen Aufgaben. Sie sind ebenso für alle Nah-, Gefechts-, unb Fernerkunbigungen wie für bas Artillerieschie­ßen unb ben Tagbombenwurf (Hilfsbomber) geeignet. Hochwertige Äufklärungsmaschinen großer Ge- schwinbigkeit unb Wenbigkeit, wie sie Engländer und Amerikaner bauen, kommen ferner noch für den Ein­satz als Jagdzweisitzer in Betracht. Wegen dieser mannigfachen Verwendungsfähigkeit hat man dem taktischen Arbeitsflugzeug die BezeichnungMehr­zweckflugzeug" beigelegt.

Die größte Verbesserung aller Flugzeuggattungen haben aber seit dem Kriege die Bombenflug­zeuge erfahren, von denen es zwei Arten gibt, den Tag- und den Nachtbomber, ober, moberner aus- gebrückt, ben leichten unb schweren Bomber. Die Konstruktion beiber Flugzeugarten geht von ver- schiedenen Kampf- unb Auftragsbedingungen aus. Der schwere Bomber soll große und größte Bombenlasten bei Nacht über sehr große (Entfernun­gen schleppen, wozu keine besonderen Leistungen an Steigfähigkeit, Wendigkeit, Schnelligkeit und Be­waffnung verlangt zu werden brauchen. Andererseits muß der leichte, bei Tage verwendete Bomber ziemlich hohe Geschwindigkeiten, beträchtliche Gipfel­höhen unb ausreichenbe Bewaffnung gegen feindliche Luft- unb Erbgegenwehr besitzen unb baher bie Mit­nahme von Bomben nach Gewicht unb Raum er­heblich beschränken.

Als Durchschnittsleistung neuzeitlicher Tagbomben­flugzeuge sinb bie Marschgeschwinbigkeit mit 250 bis 275 Kilometerstunden, bie Flugweite mit 1200 bis 1500 Kilometer, bie erreichbare Gipfelhöhe mit 7500 bis 8000 Meter unb bie Bombennutzlast mit 500 bis 700 Kilogramm anzunehmen. Im Gegensatz bazu er­strecken sich die Flugweiten schwerer Großbomber bis

Leiter der Heeressportschule, zum Abschluß eines Lehrganges vor, dem deshalb besondere Bedeutung zukam, weil dieser Lehrgang der e r st e seit Erscheinen der neuen Sportvorschrift mar. Hier wurde also das System der militärischen Körpererziehung unter Berücksichtigung der neuen Dienstverhältnisse gezeigt. Wie die gezeigten Hebun­gen im einzelnen gewertet werden müssen, wird Sache der sportlichen Fachleute sein. Im ganzen kann jedenfalls sestgeftellt werden, daß die Teil- mit echtem Sportgeist bei

Armrollen früherer Zeiten. Hier ist ein Snstem er- dacht worden, das so reichhaltig ist, daß das phy­sische und psychische Interesse dauernd erhalten bleibt. Hier ist bas Kommanbo nur Zeichen zum Beginn unb zum Schluß ber Hebungen. Auf Exakt­heit kommt es beim Exerzieren, aber nicht bei ber Gymnastik an. Hier müssen bie Hebungen ber Rhythmik bes Körpers jeweils angepaßt werden.

Da auch heute bei der Reichswehr überall darauf gesehen werden muß, zu sparen, wo es nur mög­lich ist, so wird das Bodenturnen, das keine besonderen Geräte erfordert, stets gern gepflegt. Auf die einfache Hechtrolle folgt die Hechtrolle über das Hindernis. Es folgt das Radschlagen und für geschickte Bodenturner folgt bann auch ber Salto unb ber Anberthalb-Salto. Man kann sich vor­stellen, baß gerabe solche Hebungen bei Sportfesten stets berechtigten Beifall finben.

Im Geräteturnen zeigt sich eigentlich so recht ber neue Geist ber neuen Sportvorschriften. Wer noch an seine eigenen Turnstunden zurückbenkt, ber weiß, baß es im Grunbe boch immer nur sehr wenige Hebungen waren, bie am Barren, Pferd ober Reck geübt würben. Wie ganz anbers ist bas heute geworben! Man staunt über ben alten Barren unb über bie neuen Möglichkeiten. Diese Hebungen sinb einfach unb schwer zugleich, aber sie sinb stets reizvoll. Wir haben früher nie baran gebucht, Barren unb Pferd miteinander in Verbindung zu bringen. Das aber geschieht heute und gibt ganz neue Sportbilder. Vor allem ist es heute nicht mehr möglich, daß man bei diesem Sportbetrieb ein- schlafen kann, wie das in Turnstunden alten Stils auch beim Heere manchmal vorgekommen sein soll. Hier ist alles in B e w e g u n g. Es wird ge­steigerter Wert gerade auf Maffenübungen gelegt und ganz besonders wird versucht, den Wettkampf in alle Hebungen einzubauen. Darum wird zum Beispiel beim Springen immer gleich in Staffeln gesprungen.

(Eine solche Methode führt dann auch von selbst zu den leichtathletischen Wettkämpfen, die auch heute in der Reichswehr ihre Stätte ge«

Kriege werden nicht selten um die Rohstoff- quellen der Erde geführt, und wenn wir heute mit geschärften Sinnen den Globus abtaften, o kann habet die Tatsache nicht außer Acht gelassen nerben, baß auch im weltpolitischen Geschehen un­srer Tage Reibungsflächen vorhanben sinb, die ich eines Tages an eben den Rohstoffquellen ent­zünden können. Rohstoffquellen find immer be­deutende Machtfaktoren gewesen, deren wichtigste in früheren Zeiten unfraglich neben ben Ernäh­rungsmitteln, Kohle und Eisen waren. Krieg unb Wirtschaft war zugleich abhängig von ben Kohlen- unb Eisenvorkommen eines Lanbes. Zu Beginn unseres Jahrhunberts würbe immer beut» licher wenn auch bie bamalige Erkenntnis vor­erst wohl von ber Wichtigkeit, aber noch nicht von ben entscheidenden Werten bes Rohstoffes bes 20. Jahrhunberts überzeugt war, baß bas Del zum kriegswirtschaftlichen Machtfaktor ganz zwangs­läufig werben muhte. Der einstige englische Außen­minister Lorb Curzon schreibt in seinen Erin­nerungen u. a.iDie Alliierten wurden auf den Wogen des Dels zum Siege getrage n." Diesem Gedanken, so schwungvoll und theatralisch er sich nach den Worten Curzons auch anhören mag, wohnt doch ein guter Teil von durchaus realen Tatsachen inne.

Als im Jahre 1914 die ersten Schüsse des begin­nenden Weltkrieges über (Europa hallten, war man sich durchaus über die Bedeutung der Brenn- und Schmier ft offrage im klaren. Jedoch der Grund der Dinge lag auch hier in nebelver­hangener Zukunft verborgen, denn alle rechneten mit einem kurzen Kriege und alle konnten daher um so weniger die sich überstürzende Mechanisierung und Technisierung, die der Materialkrieg herauf­beschwor, auch nur entfernt ahnen. Welche Bewandt­nis, welche unerhörte Tragweite aber bem Del in einem mobernen Kriege zukam, bas mußten wir bereits an ber Jahreswenbe 1914/15 erfahren, als wir gezwungen waren, für unsere Kraftmaschinen auf ber (Erbe unb in ber Luft Benzol als Betriebs st off zu verwenben. Vielleicht hat es bamals schon biefen ober jenen namentlich gestimmt, wenn er mißvergnügt hörte, wie fein Motor anfing zu blubbern, zukotzen", zu verrußen ober wenn er gar brauf unb bran war, endgültig zu streiken. Was bann, wenn ber Krieg sich unabsehbar hinziehen würde?

Unb tatsächlich, bie Delfrage würbe schon sehr balb entscheidend, sie wirkte auf alle grund- legenben Entschlüsse auf bem strategisch-wirtschaft­lichen Schachbrett ber Kriegskunst. Die beutsche Heeresmaschinerie kam in Gefahr, sich infolge feh- lenber Rohölstoffe heißzulaufen, benn an ben D e l q u e 11 e n, bie bie Erbe zu vergeben hatte, saß überall der Feind! Konnte es da wunder nehmen, wenn wir versuchten, um nicht an Dehnangel verdursten zu müssen, uns in den Besitz von Oelquellen zu bringen?

Dem rumänischen Feldzug, mit aller Kraft und Schnelligkeit durchgeführt, kommt bie Bebeutung einer kriegswirtschaftlichen Notlage zu. Aber bie bortiqen Vorräte genügten längst nicht, zumal ja ber Gegner unter (Englanbs sachkunbiger Führung, soweit es bie Zeit noch zuließ, alle Son-

offiziere sein, bie nach Lehrgang als Sportlehrer in sollen. In bem Zusammenhänge barf übrigens fest­gestellt werben, daß ähnliche Kurse auch für Kom­paniechefs unb sogar für- Stabsoffiziere ftattfinben.

Der Unterricht, der in den Händen bewährter Sportlehrer liegt, beginnt mit ber Körper­schule. Hier sehen wir Gymnastik ohne Gerät, mit Gerät unb am Gerät. Hier werben bei schein-