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Zuerst ein wenig Herzklopfen, das bald überwun­den war. Dann ging das Sprechen immer besser. Ich sprach von meinem Besuch bei den Köhlern im Vogelsberg, von ihren Lebensgewohnheiten, ihrer Arbeit, ihrem Leben , ihren Freuden und Kämpfen. Erzählte von ihrer Heimat, der Familie, kurz allem, was ich bei ihnen gesehen, gehört und gelernt hatte. Einige Male erhielt ich Lichtzeichen, daß meine Vierminutensprechzeit bald vorüber sei, und dann war's soweit: Ich hatte meinen ersten Funkbericht hinter mir.

In der Pause vor dem zweiten Teil des Abends wurden die Stimmen des Publikums, des Preis­richters über unsere Leistungen, in Urnen eingesam­melt und ausgezählt. Der zweite Teil hatte schon begonnen, als der Zuschauerraum, in den wir Wettbewerber uns hatten begeben dürfen, wieder beleuchtet und wir aufgefordert wurden, auf die Bühne zu kommen. Beim Durchschreiten des Rau­mes hinter der Bühne hörte ich zu meiner größten Freude, daß der erste Preis auf mich ge­fallen war. Das Publikum begrüßte uns freundlich und der Leiter der Kreisgruppe Gießen des RDR. sprach Worte des Dankes für die Teil­nehmer am Wettbewerb und die mühevolle Arbeit der Schiedsrichter. Er hoffe, sagte er, daß der Sieger den Kreis Gießen beim Bezirks-Ausfchei- dungskampf am Reichssender würdig vertreten werde.

Aber der zweite Teil des Wettkampfes sollte doch einige Schwierigkeiten mehr bieten. Ich erhielt vom Reichssender Frankfurt die Aufforderung, mich am 3. Juli 1935, 9 Uhr, im Ufatheater im Schwan zu Frankfurt einzufinden, wo die Vorprüfungen und der Ausscheidungskampf für die Gaue Hessen- Nassau, Kurhessen, Koblenz-Trier und Saar-Pfalz stattfinden sollten.

52 Wettbewerber fanden sich ein. Da kamen sie aus Saarbrücken, aus der Pfalz, von Mannheim, Ludwigshafen, von Offenbach und Alzey, vom Hunsrück, vom Rhein, selbst aus der Kasseler Gegend und ich aus O b e r h e s s e n. Manche muß­ten wegen der langen Anfahrt schon Samstags in Frankfurt fein. (Die Unkosten wurden vergütet.)

Und wer waren die Teilnehmer? Da stand der Arbeitsdienstmann neben dem Lehrer, der Student neben dem Journalisten, der Hitlerjunge beim SA.-Mann, standen Angehörige der freien Berufe, ein Küfermeister aus Nierstein, Beamte kurz: ein bunt zusammengewürfelter Haufe.

Die Prüfungen zogen sich von 9 bis 14 Uhr hin. Den Wettkampfteilnehmern wurde ein besonders zusammengestellter Film nach Art der Wochenschauen vorgeführt, jedoch ohne Beschriftung und ohne Ton­übertragung. Der Film zeigte hintereinander Sze­

nen aus eknem Pferderennen, großen nationalsozia­listischen Versammlungen und Eröffnungsfeierlich­keiten, eine Waldlaufmeisterschaft, einen Autounfall, Sturmfluten, Sandstürme, Bildberichte aus indu­striellen Betrieben und anderes mehr.

Man rief uns dann in der Reihenfolge der ge­zogenen Losnummern in den Zuschauerraum. Dort mußte jeder über einen der Bildabschnitte, die in der Reihenfolge der Los-Nummern abliefen, einen Be­richt von vier Minuten Dauer sprechen. Das Preis­gericht bestand bei dieser Prüfung aus dem Sende­leiter des Reichssenders Frankfurt, dem Gaufunk- wart der NSDAP., zwei Rundfunkfachleuten und zwei Vertretern des Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer. Maßgebend für die Wertung der Berichte waren die Art des gezeigten Films, die Aussprache, Redesicherheit und der geistige Aufbau.

Ich hatte wieder einmal Glück! Als einziger aus Oberhessen konnte ich mich bis zu den zehn ersten Siegern durchsetzen. Aus dem Gau Hessen-Nassau hatte das gleiche freundliche Schicksal neben mir nur noch ein Volksgenosse aus Offenbach.

Wir zehn Sieger hatten nun Gelegenheit, die funktechnischen Einrichtungen des Reichssenders Frankfurt kennenzulernen. Unter fachkundiger Lei­tung besichtigten wir die Senderäume, den Sende­saal, die Plattenschneiderei (das ist die Abteilung, in der die Wachsplatten geschnitten werden), den Empfangsraum für die Sendungen anderer Sender. Ueberall herrschte peinlichste Sauberkeit und Ord­nung. Gespenstisch leuchteten hier und da rote Licht­zeichen auf, die zur Ruhe mahnten.

Am Nachmittag hatte jeder der zehn Sieger einen richtigen Funkbericht zu sprechen, der drei Minuten dauern durfte, auf Wachsplatten ausgenommen wurde und am kommenden Samstagabend zwi­schen 21 Uhr und 21.30 Uhr, zusammen mit den Berichten der neun anderen Teilnehmer am Be­zirksausscheidungskampf anläßlich eines Bunten Abends in Bad Homburg vom Reichssender Frank­furt und seinen Nebensendern insWeltall" ge­sendet wird. Sehr verschiedenartige Stätten Frank­furts waren Schauplatz der Aufnahmen, die über­all schaulustige und wißbegierige Zuschauer an­lockten.

Alle Hörer der Uebertragung am Samstag sind aufgerufen, bis zum Dienstag, 16. Juli, dem Reichs­sender Frankfurt a. M. mitzuteilen, welchen Spre­cher sie für den Besten halten. Der Glückliche, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt, hat die Be­rechtigung, im August dieGroße Funkausstellung" in Berlin besuchen zu dürfen und am Endkampf des Reichs - Rundfunksprecher - Wettbewerbs 1935 teilzunehmen.

Oberheffen.

Oie Arbeit eint Stadt und Land.

In dem Kernsatz unseres Führers Adolf Hitler: Deutschland wird ein Bauernreich sein, oder es wird nicht sein" ist eine tiefe lebensgesetzliche Wahr­heit enthalten. Der Bestand unseres Volkes kann für die Zukunft nur als gesichert angesehen werden, wenn wir uns auf die Kräfte besinnen, die ein Volk erhalten. Der Ethos der Arbeit ist der Drehpunkt aller für das Wirtschaftsleben eines Volkes not­wendigen Ueberlegungen.

Durch den Nationalsozialismus wurde jedem ein­zelnen Volksgenossen und jedem Stand der Platz in der Volksgemeinschaft angewiesen, an dem er seine Aufgabe für die Volksgemeinschaft, für das Bestehen des Ganzen zu schaffen hat. Das Recht auf Arbeit, das jedem zugebilligt wird, verpflichtet zu guter Arbeit und zur Wertschätzung und Achtung der Arbeit eines anderen Teiles der Volksgemein­schaft. Cs muh von jedem verlangt werden, daß er feine Pflicht dem Ganzen gegenüber ohne Ansehen des Ertrages tut.

Der Bauer braucht in unserer heutigen Wirt­schaft den Arbeiter. Er schafft ihm Mittel für die Durchführung seiner hohen Aufgabe. Der Arbeiter ist aber auch auf den Bauer angewiesen, der ihm die Lebensmöglichkeiten in unserem Vaterlande gibt. Einer ohne den andern kann nicht bestehen. Städter und Bauer gehören einer Schicksalsgemeinschaft an. Die Aufgaben der einzelnen Stände hierbei sind verschieden, aber alle Arbeit hat sich den Gesetzen des Ganzen unterzuordnen. Jeder Stand hat be­stimmte Arbeiten zu erfüllen, aber in dieser Teilung des Schaffens liegt nicht Trennendes. Von der umschließenden Ganzheit des Volkes her bekommt jede Arbeit ihren sinnvollen, ethischen Inhalt. Die bindende Idee des Volkstums, die der National­sozialismus in unser Volk hineingetragen hat, macht es notwendig, daß alle Arbeit nur einem Ziele dienstbar gemacht wird: der Erneuerung und Gesundung unseres Volkes!

Mögen Aufgaben und Arbeiten grundverschieden fein, alle Kräfte haben sich durch die blutgebundene Schicksalsgemeinschaft zum Gedeih unseres Volkes auszuwirken. Nur in der Achtung und Ehrung des anderen Standes und der Wechselbeziehung der einzelnen Stände untereinander liegt die Gewähr für das Wohlergehen unseres Volkes in der Zu­kunft.

lleberreichung der Kriegsehrenkreuze in Butzbach.

+ Butzbach, 10. Juli. Im festlich geschmückten großen Saale desHessischen Hofes" wurde gestern abend eine Veranstaltung abgehalten, die als eine der schönsten Feiern der letzten Zeit angesehen wer­den darf. Die Bühne hatte herrlichen Blumenschmuck aufzuweisen und von den Wänden prangten die Fahnen des alten und neuen Reiches. Es fand die feierliche Ueberreid)ung der Kriegsehrenkreuze an die Kriegsteilnehmer statt. Eine Reichswehrkapelle hatte die' musikalische Ausgestaltung unter der Lei­tung von Herrn Wanitzeck übernommen. Nach einem Eingangsmarsch sprach zunächst der Bürger­meister, Dr. Mörschel, in einem Vorspruch den Gedanken aus, daß die für das Vaterland gefalle­nen Männern nicht vergessen werden dürften. Zwei weitere Märsche wurden von der Musik unter Mit­wirkung des großen Soldatenchores zum Vortrag gebracht, woran sich nach einer längeren Ansprache Dr. Mörschels die Verleihung der Ehrenkreuze an rund hundert Frontkämpfer anschloß. Der Redner betonte besonders: über zwei Millionen der besten Feldgrauen hätten ihr Leben für Heimat und Va­terland geopfert, 400 Braunhemden seien in den Tod gegangen für den Führer und die national­sozialistische Bewegung, damit Deutschland nach der jahrelangen Schmach, Erniedrigung und Demüti­gung wieder lebe. Den Toten wurden einige stille Sekunden gewidmet, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Dann erklang das gemeinsam gesungene Lied:O Deutschland hoch m Ehren". Nicht nur die Geehrten, sondern die Glie­derungen der Partei und sämtliche andere Orgam- fationen waren stark vertreten.

Nach einer kurzen Pause erfolgte, ebenfalls von Bürgermeister Dr. Mörschel, die Uebergabe der Flaggen für die Fanfarentrompeten. Es sind dies acht herrliche Flaggen aus bester rot-weißer Seide hergestellt, die auf der einen Seite das Hoheits­zeichen der Wehrmacht und auf der anderen das Butzbacher Stadtwappen, ebenfalls in Handstickerei angefertigt, tragen. Gestiftet wurden die kostbaren Verzierungen der Fanfaren von Butzbacher Fir­men, edlen Gönnern und Freunden. Bürgermeister Dr. Mörschel überreichte sie dem Kommandeur, Oberstleutnant Offenbächer, mit den Worten: Mögen diese Fanfaren Zeugnis ablegen von dem gegenseitigen Vertrauen zwischen Stadt und Wehr­macht, zur Förderung und Vertiefung der Weltan­schauung und beitragen zum Aufbauwerk des Füh­rers." Oberstleutnant Offenbächer dankte für das kostbare Geschenk und übergab es den einzel­nen Trompetern, worauf bei zwei Fanfarenmärschen für Heroldstrompeten und Kesselpauken die neuen Flaggen ihre erste Verwendung fanden. Nach wei­teren Märschen, gemeinsamem Liede und einem großen Soldatenlieder-Potpourri mit Orchester und Soldatenchor wurde die Veranstaltung geschlossen. Eine Töpferei für das Heimatmuseum.

Lpd. Büdingen, 10. Juli. In dem benachbar­ten Dorfe Wittgenborn erwarb der Büdinger Ge­schichtsverein eine vollständige Töpferei- einrichtung, wie sie seit Menschengedenken in der hiesigen Gegend in Gebrauch stehen. Mit dem letzten Töpfermeister Hix, der wegen hohen Alters seinen Beruf aufgeben mußte, stirbt auch dieser Zweig der alten Töpferhandwerkerkunst im Bü­dinger Land aus.

Landkreis Gießen.

* Watzenborn-Steinberg, 10. Juli. Am Sonntag unternahm die evangelische Frauenhilfe in Stärke von 120 Frauen in drei großen Omnibussen der Post ihren diesjährigen Ausflug nach der Burg Greifenstein. Alle Teil­nehmer kamen gut auf ihre Kosten. Außer den prachtvollen Landschaftsbildern, die sich dem Auge barboten, wurde der Dom und das Lottehaus in Wetzlar besehen. Nach der Kaffeepause in Greifen­stein wurde dort die Burgkirche eingehend besichtigt. Zum Schluß stattete man auf der Rückfahrt auch Hohensolms noch einen kurzen Besuch ab, um dann, wie vorgesehen, gegen 20 Uhr wieder in der Heimat anzukommen.

<> Harbach, 9. Juli. Auch in der hiesigen Gemarkung ist nun die Heuernte beendet. Das Ergebnis ist qualitativ und quantitativ vorzüglich. Selbst auf den trockensten Wiesen war infolge des rechtzeitigen Regens der Graswuchs durchaus be- friebigeno. Winter- und Sommerfrucht versprechen einen sehr guten Ertrag. Ebenso ist der Stand der Hackfrüchte ausgezeichnet. Allerdings fehlt ein durch­weichender Regen. Die Kirschenernte läßt dagegen sehr viel zu wünschen übrig. Die Bäume besaßen im Frühjahr einen Blütenreichtum sondergleichen und versprachen eine Rekordernte. Durch die kalten Mainächte wurden jedoch die Früchte vollkommen vernichtet. Noch nicht einmal eine Kostprobe fällt für die enttäuschten Besitzer ab.

+ Grünberg, 10. Juli. Seit Pfingsten ist die Reichsstraße Gießen Als*feld von der Ab­fahrt nach Queckborn über Grünberg bis Mücke wegen Ausbesserungsarbeiten für den Verkehr g e - sperrt. Bis jetzt sind die Vorarbeiten, wie Auf­reißen der Straßendecke und Walzen der Neuein­deckung soweit beendet. Gleichzeitig sind dabei sämt­liche Kurven an ihren Außenseiten stark erhöht worden. Seit Montag ist nun am hiesigen Bahnhof eine maschinelle Anlage in Tätigkeit, welche den Asphaltbelag herstellt, der dann sofort mit Lastkraft­wagen an die Baustelle befördert wird. An einzel­nen Stellen der Straße, besonders solche mit starken Steigungen, ist Kleinpflaster vorgesehen. Ebenso wird auch die ganze Ortsdurchfahrt Grünberg, so­weit dies noch nicht der Fall ist, Kleinpflaster er­halten. Dasselbe beginnt dann schon am Sportplatz, westlich der Stadt, und endet erst einige hundert

Meter am Ostausgang der Stadt, kurz vor der Zu­fahrt zum Waldschwimmbade.

Kreis Alsfeld.

Homberg, 10. Juli. ImHessischen Hof" fand dieser Tage eine Versammlung der Neuhaus- und Eigenheimbesitzer statt, zu der die Ortsgruppe Homberg der Eigenheim­besitzer eingeladen hat. Der Vorsitzende Postschaff­ner Seitz (Homberg) eröffnete die Versammlung. Anschließend sprach der Bezirksführer in Oberhessen, Herr Bräutigam (Bad-Nauheim), eingehend über die Sorgen und Nöte der Neuhaus- und Eigen­heimbesitzer und schilderte im einzelnen die Ursachen der Entwicklung. Er wies darauf hin, daß für Hes­sen 900 000 Mark für notleidende Neuhausbesitzer zur Verfügung gestellt worden seien. In seinen weiteren Ausführungen gab er von den Möglich­keiten des organisatorischen Zusammenschlusses der Neuhaus- und Eigenheimbesitzer Kenntnis und gab ferner Aufklärung über die Möglichkeiten der Behebung der Nöte. Aus der Versammlung heraus wurden zahlreiche Fragen gestellt, die der Redner beantwortete.

Eine gemeingefährliche Geisteskranke.

LPD. Mainz, 10. Juli. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde vor der Großen Strafkammer gegen die 43jährige Katharina Luise K r o ft, wohn­haft in Mainz, wegen wissentlich falscher Anschuldigungen verhandelt. Da ihr nach ärztlichem Gutachten der § 51 zur Seite steht, wurde sie zwar freigesprochen, aber ihre Unter­bringung in eine Heil- und Pflegeanstalt verfügt, um die Allgemeinheit vor .ihr zu schützen. Schon seit dem Jahre 1927 bezichtigte die Angeklagte Personen, mit denen sie irgendwie in Berührung kam, bei den Behörden der schlimmsten Ver­gehen. Da niemand bei der Intelligenz der An­geklagten zunächst an fixe Ideen einer Geistes­kranken glaubte, tarnen d i e Beschuldigten in die gefährlichsten Situationen. Auch in den jetzt zur Verhandlung stehenden Fällen wäre eine von ihr grundlos bezichtigte Frau bei­nahe samt ihrer Familie brot- und obdachlos ge­worden. Den in diesem Untersuchungsoerfahren tätigen Kriminalbeamten beschuldigte die Ange­klagte, sie als Zeugin aufs schwerste miß­handelt zu haben, woran aber kein wahres Wort ist. Sie griff Richter und Sachverständige an und erhob in ihrem Wahn gegen sie die häßlichsten Anwürfe.

Preußen.

Grohfeuer im Taunus.

Usingen, 10. Juli. (LPD.) Am Dienstagnach­mittag entstand in dem Schuppen des Gemeinde­wegewärters Wirth in Wehrheim Feuer, von dem auch die angrenzende Scheune ergriffen wurde. Als die Feuerwehren aus Wehrheim, Ufingen und Anspach eintrafen, hatte der Brand bereits auf die Scheune sowie auf die Nachbargebäude des Wilhelm Kleinschmidt übergegriffen. Beide Scheunen mit Stallungen brannten nieder. Das Wohnhaus Klein­schmidts ist durch Brand- und Wasserschaden erheb­

lich beschädigt worden. Ein angrenzendes Sägewerk mit reichlichen Holzvorräten konnte gerettet werden. Die Besitzer, Wegewärter Wirth, war auf der Arbeit. Er konnte nach der Rückkehr von seinem Anwesen nur noch einen Trümmerhaufen vorfinden. Tagung desFrankfurterSondergerichtS

LPD. Frankfurt a. TL, 10. Juli. Das Sonder« gericht beschäftigte sich in seiner Mittwochsitzung mit mehreren Fällen der Zuwiderhandlung gegen § 1 des Gesetzes vom 20. Dezember 1934 zur Ab­wehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung.

Ein 46jähriger Angeklagter, der sich im Kriege durch Tapferkeit ausgezeichnet hatte, aber gesund­heitliche Nachteile erlitt, machte im Kreise von Kollegen herabsetzende Aeußerungen über die Frau eines unserer Minister. Das Gericht erkannte auf vier Monate Gefängnis.

Wegen des gleichen Delikts erhielt ein 59jähriger, bisher unbestrafter Einwohner aus Mensfelden bet Limburg drei Monate Gefängnis. Straf­mildernd kam in Betracht, daß der Angeklagte im Kriege feine Pflicht tat und sich auch vor der Macht­ergreifung für die nationalsozialistische Bewegung eingesetzt hatte.

Ein Wiesbadener Einwohner, der früher wegen Schwachsinns entmündigt worden war, hatte in einem Brief unwahre Verleumdungen eines Regie­rungsmitgliedes ausgesprochen. Der seit Februar d. I. in Untersuchungshaft weilende Angeklagte wurde im Hinblick auf feine 61 Jahre und feine verminderte Zurechnungsfähigkeit zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Die Unter­suchungshaft wird ihm angerechnet.

Kreis Wetzlar.

LPD. Wetzlar, 10. Juli. Vertreter der NS.-Dolkswohlfahrt statteten gestern der glücklichen Mutter der am Samstag geborenen Drillinge, Frau Schmidt aus Waldgirmes, einen Besuch ab und übergaben ihr allerlei nützliche Sachen: ein großes Paket mit neuer Babywäsche, mehrere Flaschen Wein, Büchsen mit kondensierter Milch, Biomalz und Stärkungsmittel aller Art. Die Besucher sprachen Frau Schmidt herzliche Glück­wünsche aus und gaben ihr die Versicherung, daß die NSV. der Mutter und den Kindern auch weiterhin Hilfe und Förderung zuteil werden lasse, entsprechend der positiven Be- völkerungspolitik unseres Staates, der die Mut­terschaft als einen hohen ethischen Dienst am Fortbestand unserer Nation betrachtet.

LPD. Wetzlar, 10. Juli. Der 42 Jahre alte Reichsbahnbeamte Karl Dem aus Wetzlar kam mit feinem Fahrrad aus der Lahnstraße und rannte gegen einen Personenkraftwagen. Hierbei erlitt Dem so schwere Verletzungen, daß er kurze Zeit nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus g e - ft o r b e n ist.

Dillkreis.

LPD. Herborn, 10. Juli. Während erst in diesen Tagen eine Ehefrau in Waldgirmes von drei gesunden Mädchen entbunden wurde, erblickten nun auch in dem Westerwaldort Elkenroth Dril­linge das Licht der Welt. Dem glücklichen Ehepaar Stock sandte der Führer ein Glückwunschschreiben sowie ein Geldgeschenk.

28. Rhönturnfest auf der Masserkuppe

Am nächsten Sonntag wird äuf dem Berg der deutschen Fliegerei, der 950 Meter hohen Wafser- fuppe, das altbeliebte Bergfest des Gaues 12 Hessen zum 28. Male durchgeführt. Die Wettkämpfe, die auch offen sind für die Gaue 6, 13 und 16, üben feit Jahren eine besonders starke Anziehungskraft auf die Turner und Sportler aus, bildet die Höhe der Wasserkuppe mit ihrem Flieger­lager doch einen der schönsten natürlichen Wett­kampfplätze Deutschlands.

Es werden volkstümliche Mehr- und Mann­schaftskämpfe ausgetragen, und zwar für die Tur­ner in Oberstufe und Unterstufe ein Vierkampf (100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenwurf), für die T u r n e r j u g e n d (15 und 16 Jahre) ein Dreikampf (75 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen), für die ältere Turnerjugend (17 und 18 Jahre) ein Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen), für die beiden Alters­klassen Dreikämpfe (75 Meter, Weitsprung, Steinstoßen). Die Turnerinnen (über 18Jahre) bestreiten ebenfalls einen Dreikampf (75 Meter, Hochsprung, Kugelstoßen), während der Dreikampf der Jugend turnerinnen aus 75-Meter-Lauf, Hochsprung und Ballwurf und der Dreikampf der Knaben aus 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballweitwurf besteht.

Dazu kommt noch ein Mannschafts-Mehr­kampf, der sich aus einem Wehrmarsch ohne Gepäck, Keulenzielwurf und Hindernislauf «zusam­mensetzt und zu dem alle Wehroerbände sowie alle dem Reichsbund für Leibesübungen angefchlossenen Vereine teilnahmeberechtigt sind. Bei den 4X100 = M est e r - S t a f f e l n der Turner und der Jugend und der 100-Meter-Scherzstaffel der Knaben win­ken wertvolle Wanderpreise als Siegespreise.

... und das 82. Feldbergfest.

Erstmals ein Fest der Turner und Sportler.

Das Feldbergfest, das älteste deutsche Bergfest, wird in diesem Jahre am 21. und 22. Juli auf der sagenumwobenen Taunushöhe zum 82. Male durchgeführt. Die volkstümlichen Wettkämpfe find in diesem Jahre nicht nur offen für alle Vereine der DT., sondern erstmals auch für alle Vereine, die dem Reichsbund für Leibesübungen angeschloffen sind. Obwohl die Meldefrist erst mit dem 14. Juli abläuft, liegen bereits fast 1000 Mel­dungen vor.

1. Gautennisturnier in Gießen.

Zugleich mit dem Gaufeste des Deutschen Reichs­bundes für Leibesübungen, das in der Zeit vom 2. bis 4. August in Gießen abgehalten wird, findet auch das 1. Gau-Tennisturnier statt. Das Turnier beginnt am Freitag, 2. August, um 10 Uhr, auf den städtischen Tennisplätzen hinter dem Schützenhaus. Zur Austragung gelangen je ein Einzelspiel für Frauen und Manner, ein Doppelspiel für Manner und ein Doppelspiel für Männer und Frauen. Die Leitung hat Gaufachamtsleiter Major S e e b o h m, Kassel-Wilhelmshöhe.

Heinrich Preiß, bei der Saumeister- fchast im Straßenfahren.

Am kommenden Sonntag wird in Kassel die Gaumeisterschaft im Einerstreckenfahren ausgetra­

gen. Heinrich Preiß, der am vergangenen Sonntag die Bezirksmeisterschaft errang, wird sein Bestes ^ergeben, um auch in diesem Rennen, wo nur die Besten des Gaues startberechttgt sind, einen ehrenvollen Platz zu belegen.

Woellke stößt 16,04 m!

In Wünsdorf wurde auf dem Sportplatz der Heeressportschule ein Leichtathletik-Trainingswett­kampf zwischen der Heeressportschule und dem Gau III im Fachamt für Leichtathletik ausgetragen. Hierbei gelang dem Berliner Woellke im Kugel, stoßen ein Wurf von 16,04 Meter. Damit stellte Wöllke den deutschen Rekord von Emil Hirschfeld ein.

Oie Auslosung zum Oaviskampf Deutschland - Tschechoslowakei.

Am Mittwoch wurde in Prag die Auslosung für den Davispokalkampf Deutschland' Tschechoslo­wakei vorgenommen, die folgende Paarungen ergab:

Freitag: Heinrich Henkel Roderich Menzel, Gottfried von Gramm Josef Gasca.

Samstag: Doppel.

Sonntag: Gottfried von Gramm Roderich Menzel; Heinrich Henkel Josef Gasca.

Deutsche Tenniserfolge in Holland.

Bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Holland in Noordwijk tarnen die deutschen Ver­treter zu schönen Erfolgen. Im Fraueneinzel schaltete Marieluise Horn die Holländerin Knotten- belt 6:2, 6:0 aus und Edith Sander siegte über Mechel-Holland 0.6, 6:2, 6:3. Nourney war im Männereinzel über den Holländer Boon 6:3, 6:0, 6:0 erfolgreich, dagegen unterlag der Mannheimer Dr. Buß seinem niederländischen Gegner Heynen in fünf Sätzen 6:4, 3:6, 7:5, 4:6, 6:4.

Die 6. Etappe derTour".

Nach einem Ruhetag in Evian wurde die sechste Etappe der Tour de France, die die erste Berg­prüfung brachte, nach Aix les Sains über 207 Kilometer ausgefahren. Der junge Franzose Vietto überragte in den Bergen und holte sich einen Vorsprung von fast vier Minuten vor einer über 15 Mann starken Gruppe, der ihm den Etappensieg einbrachte. Hervorragend schnitten die beiden Deutschen Thierbach und Umbenhauer ab, die in der von Le Greves angeführten Gruppe einkamen und zusammen den 11. Platz belegten. Thierbach rückte durch sein gutes Abschneiden in der Gesamt­wertung auf den neunten Platz vor.

Kurze Sportnotizen.

Die deutsche Schwimmer-Mannschaft, die am Sonntag in Paris gegen Frankreich ge­wonnen hatte, bestritt auf der Rückreise am Mon- tagabenö in Saarbrücken einige Wettbewerbe gegen SV. 08 Saarbrücken. Fischer, Heibel, Lenkitsch siegten glatt vor einheimischen Schwimmern. Die Wasser» ball-Nationalsieben errang einen überlegenen 16:3- (9 0)-Sieg gegen die Mannschaft von 08 Saar­brücken, Esser erhielt für feine Kunftfprung-Dar- bietungen starken Beifall.

Das Olympische Festspiel mit 10 000 Mitwirkenden wird bei den Spielen 1936 in Berlin die Olympiade eröffnen. Bei dem Festspiel, bas die Verherrlichung olympischen Menschentums zum