Ruhland einer der schärfsten Gegner des Freihandels. Trotzdem kann er nicht, wie von seinen Gegnern behauptet wurde, als Schutzzöllner bezeichnet werden. Ruhland sah im Schutzzoll ein wichtiges Mittel der Agrarpolitik, hielt aber viel umfassendere Maßnahmen für erforderlich, um wirklich eine Sicherung des Bauerntums auf die Dauer zu erreichen. Diese Sicherung hat, auf Ruhland aufbauend, erst die nationalsozialistische Bauernpolitik in ihrer Marktordnung verwirklichen können.
Von den Grundgedanken Ruhlands sei noch erwähnt, daß er die Mitwirkung des spekulativen Privatkapitals bei der Preisbildung ausschließen wollte. Er verlangte die öffentlich-rechtliche Organisation der Gesellschaft neben dem Staate — unter Beibehaltung des Privateigentums an den Produktionsmitteln — zur Durchführung einer Regulierung der Preise auf der mittleren Linie. Damit wollte Ruhland die Lösung der uralten Frage nach der gerechten Entlohnung der Arbeit durch die allgemeine Sicherstellung des „gerechten Preises" für alle Arbeitsprodukte wie für alle Arbeitswerkzeuge herbeiführen. Diese Gedanken finden wir heute ebenfalls im Aufbau der nationalsozialistischen Marktordnung verwirklicht, deren Grundsätze wir unter Berücksichtigung der heute anders gelagerten Voraussetzungen bereits vor der Machtübernahme im Amt für Agrarpolitik der NSDAP, erarbeiten konnten. Am heutioen Taae denken wir mit Dankbarkeit der gedanklichen Vorarbeit, die Gustav Ruhland für das deutsche Bauerntum und den Aufbau einer nationalsozialistischen Wirtschaftsverfassung geleistet hat.
Wieder mehr als 200000 Arbeitslose weniger. Günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Mai.
Berlin, 8.Juni. (DNB.) Die Arbeitslosigkeit ist, wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet, im Mai um 213 000 gesunken. Die Notstandsarbeiten sind planmäßig weiter gedrosselt worden, und 73 000 weitere Volksgenossen in der freien Wirtschaft untergebracht.
Bei den Arbeitsämtern wurden Ende Mai noch rund 2 020 000 Arbeitslose einschl. der Saararbeitslosen gezählt. Ohne die Arbeitslosen des Saarlandes wäre die 2-Millionen- Grenze der Arbeitslosigkeit bereits Ende Mai unterschritten worden. Der diesjährige Stand Ende Mai liegt bereits um über einer halben Million unter der Vor'ahrsziffer und um 4 Millionen unter dem Ausgangspunkt der Arbeitsschlacht im Frühjahr 1933. Gebietlich waren besonders die Landesarbeitsamtsbezirke großstädtischer und industrieller Struktur Träger der Entlastung. Van den überwiegend konjunkturabhängigen Berufsgruppen hoben sich die Gruppen der Eisen- und Metallindustrie und des Holz- und Schnitz- stoffgewerbes mit hohen Abaanasmblen heraus. Innerhalb der Außenberufe waren das Baugewerbe, die Baustoffindustrie und das Verkehrsgewerbe die vornehmlichen Träger der Entlastung.
Nie E>A. erkält ein Erbo'ungsheim.
Der in den Reichsbund Deutscher Beamten eingegliederte Reichsverband der Deutschen Post- und Telegraphenbeamten hat der SA. ein großes Erholungsheim bei Wyk auf der Insel Föhr geschenkt. Es ist ein herrliches Haus, in dem rund 120 Personen dauernd Aufenthalt finden können. Im Osten begrenzt die Insel die nordfriesische Halligwelt, im Norden Sylt und im Westen Amrum. So bieten sich den SA.- Männern zahlreiche Möglichkeiten, die Schönheiten der Nordsee in ihrer charakteristischen Art kennenzulernen. Das Heim steht allen SA. - Führern und -Männern offen, und zwar zu dem besonders günstigen Vollpensionspreis von 3 Mark pro Tag. Auch Familienangehörige können zu demselben Preis mitgebracht werden. Jede Gruppe hat außerdem das Recht, 4 Wochen laufend einen verdienten und alten SA. - Führer oder SA. - Mann in das Heim zur Erholung zu schicken, so daß das Heim im ganzen Jahr ununterbrochen mit 21 verdienten und bedürftigen SA.-Kämpfern besetzt fein wird. Das Heim auf der Insel Föhr ist eine Schenkung des Reichsoerbandes Deutscher Post- und Telegraphenbeamter, der ehemals 140 000 Beamte um- saßte und durch die Verfügung des Reichsministers Frick in den Einheitsverband der Deutschen Beamten übergeführt wurde. Der Reichsverbond Deutscher Post- und Telegraphenbeamter schenkte dieses Heim der SA. „zur Anerkennung und Würdigung der großen Verdienste der SA. um die Erneuerung des deutschen Vaterlandes". Nach Abschluß der notariellen Formalitäten wurde die Schenkungsurkunde durch die Abgeordneten des Verbandes dem Führer persönlich überreicht, der als Oberster SA.-Führer das hochherzige Geschenk für die SA. annahm und dem Stabschef zur weiteren Verfügung übergab. In einem besonderen Schreiben sprach der Führer allen Mitgliedern des Reichsverbandes Deutscher Post- und Telegraphenbeamter seinen Dank aus „für dieses Zeichen echter nationalsozialistischer Kameradschaft!"
Kleine politische Nachrichten.
Die deutsche Flottendelegation unter Führung von Botschafter von Ribbentrop traf in München ein. Botschafter von Ribbentrop erstattete dem Führer und Reichskanzler Bericht über den bisherigen Verlauf der Verhandlungen. Im Laufe dieser Woche wird sich die deutsche Delegation zur Weiterführung der Verhandlungen wieder nach London begeben.
Dem Ministerpräsidenten General Göring ist das Großkreuz des südslawischen Weißen Ad- lerordens verliehen worden.
In Nr. 281 der „Frankfurter Zeitung" vom 4. Juni 1935 gelangte die bekannte Verlautbarung des Generaloitariats Breslau, die in irreführender und unzutreffender Weise die deutsche Justiz im Zusammenhang mit den Devisenschieberaffären verdächtigte, ohne Kommentar zum Abdruck. Damit hat der für die Aufnahme dieser Notiz verantwortliche Schriftleiter Kämper sich eines schweren Vergehens schuldig gemacht. Er wurde daher auf Anordnung der Landesstelle Hessen - Nassau beurlaubt. Außerdem wird gegen ihn ein Berufsverfahren eingeleftet
Wir wollen sein, ein einzig Volk von Brüdern.
Reichserziehungsminister Rust auf der Königsberger Tagung des VOA.
Königsberg, 8.Juni (DNB.) Im Mittelpunkt der Arbeitstagung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland stand der große Festakt in dem Schlageterhaus, an dem 15 000 Personen teilnahmen. Der gewaltige Raum war mit grünen Lorbeer- girlanben, mit den Fahnen des Dritten Reiches und der Länder sowie den blauweißen Wimpeln des VDA. reich geschmückt. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man Reichsminister Rust, den Wehrkreisbefehlshaber von Königsberg, Generalleutnant von Brauchitsch, hohe Führer der SA. und SS. und als Vertreter des Oberpräsidenten den stellv. Gauleiter Großherr. Besonders bemerkt wurden auch viele Offiziere und Mannschaften des K r e u z e r s „ K ö n i g s b e r g ", der anläßlich der VDA.-Pfingsttagung zu Besuch in seiner Patenstadt weilte. Nach der Rienzi-Ouvertüre eröffnete Bundesleiter Dr. Steinacher den Festakt mit einer Begrüßungsansprache. Unmittelbar danach nahm
Reichsminister Rust
stürmisch begrüßt, das Wort zu einer packenden Ansprache, lieber 50 Jahre, so führte der Minister u. a. aus, war der Gedanke des deutschen Volkstums in Pflege gegeben an eine kleine Minderheit, die auf eigenen Auftrag sich berief. Ueber 50 Jahre richteten sich sehnsüchtig die Blicke der verschiedenen Deutschen über die Grenzen, die Deutschen, die-nicht hinausgezoaen sind, um fremde Volkstümer zu vernichten, sondern die hinausgingen, weil der deutsche Lebensraum ihnen keinen Platz bot für ihr tägliches Brot, und sie sind Segensbringer gewesen. Ihre Heimat aber, aus der sie auswanderten, das Reich, war kein völkischer Staat, und so blieb die Aufgabe des Vereins, des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, ein Sonderauftrag. Nun ist es anders geworden. Ich kann Ihnen, den Hütern des Gedankens damit, und allen jenen treuen Volksgenossen jenseits der Grenze heute d i e Grüße des Reiches bringen und auch d i e Grüße des Führers. (Stürmischer Beifall!) Ich bringe einen Gruß auch noch in besonderem Auftrage des treuesten Verbünd e t e n, der heute in alter Tradition an Preußens Spitze steht: Hermann Göring.
Als das deutsche Volk sich ermannte, als es den Schutz seiner Freiheit und Ehre mit der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in eigene Hände nahm, da erhob sich die bange Frage nach dem letzten i e I dieses nationalsozialistischen Staates, und mir finden es durchaus nicht ungewöhnlich, daß das Auferstehen des deutschen Volkstumsgedaükens in aller Welt eine neue Frage laut werden läßt: Werden diese Deutschen nicht zur Gefahr für jene Staaten, in deren Verbände sie heute beheimatet und als Staatsbürger vereinigt sind? Auf die Frage nach der ersten Gefahr hat der Führer nicht einmal, sondern häufig, am überzeugendsten und deutlichsten aber in seiner letzten großen Reichstagsrede Antwort gegeben:
Der nationalsozialistische Staat ift nicht Itn- perlatistisch, weit Imperialismus dem Volksdeutschen Denken nicht harmonisch einhüftigen ist. Lin Staat, der feine Aufgabe in der Entwickelung eigenen Volkstumes sieht, begeht nicht jene Wahnsinnstat, seine beste Auslese als deutsche Soldaten zu IHiüio- nen auf Schlachtfeldern verbluten zu taffen, um dann wenige Untertanen feinem Reiche einzuverleiben. Volksdeutsche und imperialistische Staatspolitik sind nicht auf einen Renne r zu bringen. Aber wir tnüffen unser eigenes Volk auf dieser Erde stark und groß machen. (Beifall.) Voraussetzung ist immer wieder die Geschlossenheit und darum rief der Führer den Staatsführungen der Erde noch einmal zu: Wir wollen den Frieden zwischen den Staaten, allerdings einen Frieden der Ehre und des Rechts.
Es wird gefragt, ob nicht das Deutschtum an unseren Grenzen es wert wäre, vorausgesetzt, daß wir die Macht besäßen, es mit Schwertgewalt In den Ring der Heimat zur tick - z u f ü h r e n. Wir wollen auch darüber ein ganz deutliches Zeugnis ablegen. Wir können uns nicht mehr den Fall denken, daß das Millionenopfer bester deutscher Jugend auf den Schlachtfeldern auch nur im entfernte ft en ausgewogen werden würde im Falle eines totalen Sieges. Die Erkenntnis, die uns aus unserer Weltanschauung folgerichtig erwachsen ist, legt es den verantwortlichen Männern der deutschen Reichsregierung nahe, von hier aus die Minderheitenpolitik auf deutschem Reichsboden neu auszurichten. Wir glauben nicht, daß uns damit gedient ist, wenn wir fremde Minderheiten mit den überlegenen Mitteln des Staates vergewaltigen. Wir glauben, daß Haß und Tränen die Ernte solchen Tuns sein werden und wir sind der Ueberzeugung, daß ein neuer Weg beschritten werden muß, gleich dem unseren ausgerichtet. So werden Wunden geheilt werden, die bisher als unheilbar angesehen wurden. (Zustimmung.) Die deutsche Dolkstums- beroegung ist nicht durchgeführt im Auftrage des Staates. Sie hat ihre Grenzen an den Grenzen des Reiches. Sie wird von jenen, die sich für sie einsetzten, im eigenen Auftrag durchgeführt.
Wie wäre es nun, deutsche Volksgenossen und volksgenosiinnen, wie wäre es, Ihr Volkstumskämpfer Europas, wenn ähnlich offen und freimütig unter Verabscheuung von Lügen auch hier die Vertreter der Volkstümer zufam- m e n t r e t e n würden, nicht klein und heimtückisch, um Vorteile herauszuholen, sondern in ehrlichem Kampfe unter gegenseitiger Achtung, hier liegt ein neuer Weg der Ehrlichkeit und Verständigung. Es ist bezeichnend, daß unter den Volkern Europas zuerst die alten Frontsoldaten sich die Hande gereicht haben, weil sie sich gradlinig miteinander ausgesprochen haben auf der Baffe gegenseitiger Achtung. Der Führer hat den Wut gehabt, gegenüber dem scheinbar geschichtlich unabwendbaren Zerwürfnis zweier großer Rachbarvölker — polen und Deutschland — einen neuen Deg zu gehen. And wir sind der felsenfesten Aeberzeugung, daß das neue Leben, das aus dieser Auffassung sich entwickelt, diesen Weg nicht beenden, sondern zum Ziele führen wird. Wie wäre es nun, wenn auch d i e
Kämpfer des Volkstums ebenso ehrlich und offen im freien Spiel der Kräfte sich treffen würden? Wögen es nicht nur die deutschen Volksgenossen, drinnen und draußen, mögen es nicht nur die Kämpfer für das deutsche Volkstum begreifen, sondern die ehrlichen Kämpfer auch für das Volkstum der anderen Völker Europas, daß der Versailler Vertrag nicht nur Staatsvölker ungleichen Rechtes geschaffen hatte, sondern daß dieser Vertrag auch dem Volkstumsgedan- ken in aller Welt einen Stoß verseht hat.
(Beifall.)
Ist es nicht das erstemal in der deutschen Geschichte, daß es einem Mann gelungen ist, nicht nur der Führer eines deutschen Regimes, nicht nur das Oberhaupt des Reiches, sondern auch die Verkörperung feines Dol- k e s zu werden und damit hinauszuwachsen über
heule unsere Parole heraus an die Völker und sagen: Es werde nicht nur Friede zwischen den Staaten, es werde Friede zwischen den Völkern. (Brausender Beifall.) Folgt nach, und eine wahrhaft neue Dell der Wahrheit wird Heraufziehen. Sie wird besser halten als das, was hinter uns liegt. Auge in Auge schauen wir uns an und reichen uns die Hand im Glauben
an das deutsche Volk.
Unterdessen hat ein unbekannter Frontsoldat, und zwar mit sieben Mann, das Riesenwerk eines neuen Volkes und Staates innerhalb der Grenzen aufgebaut. Dieser Glaube ist nicht allein im Herzen der Reichsdeutschen, er lebt bei euch allen, und so stellen wir an den Schluß dieses unseres Erinnerns, dieser unserer neuen Losung, dieser unserer neuen Entschlüsse, den Gedanken, daß diese unsere deutsche Volkstumsarbeit gegründet sein muß, genau wie das Werk Hitlers, auf einer nie zu erfchüttern-
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Unser Bild zeigt einen Blick auf die fahnengeschmückte Ehrentribüne. Im Vordergrund sieht man die Ehrenabordnung des Kreuzers „Königsberg", der aus Anlaß der Tagung im Königsberger Hafen feft- gernacht hatte. — (Weltbild-M.)
die Grenzen, überall dort Boden zu finden und Glauben zu erwecken, wo Angehörige des deutschen Volkes in der Welt leben? Adolf Hitler hat nicht nur über 60 Millionen Herzen, Hände und Stirnen wieder zueinandergeführt, um ein deutsches Staatsvo 1 k zu bilden und auf ihm den neuen nationalsozialistischen Staat zu errichten; Adolf Hitler hat mehr vermocht: nicht 65 Millionen Herzen, nicht 65 Millionen Hirne hat er zusammengefügt — hundert Millionen Herzen schlagen bei seinem Namen lauter, hundert Millionen haben in seinem Namen wieder das deutsche Gesicht gefunden. (Stürmischer Beifall.)
So lenken wir den Blick auf das Ende einer Politik der Unterdrückung des Volkstums und auf das Ergebnis einer neuen Auffassung. Ihr werdet Adolf Hitler diesen hundert Millionen niemals aus den Herzen reißen. (Stürmischer Beifall.) Verliert sie nicht, die treuen, fleißigen deutschen Männer und Frauen, die treue Staatsbürger Eurer Länder sein wallen. Stoßt sie nicht von Euch in die Nacht des Hasses! Laßt sie in Euren Staaten als fleißige Mitarbeiter leben und verbittert sie nicht, wie wir es nicht tun werden bei denen, die, fremdem Volkstum zugehörig, in Deutschland Gastrecht und Heimatrecht genießen! (Beifall.)
Es wird die Stunde kommen, da wächst eine neue Generation heran. Sie will schon heute nichts mehr wissen von jenem ewigen haß, sie will eine neue ID e U, hie auf Wahrheit und Ehre, aber auch auf Treue gegen das eigene Wesen aufgebaut ist. Darum geben wir
den Volksgemeinschaft, begründet aber auch auf dem Glauben, daß das deutsche Volt nicht allein auf dieser Erde lebt und diese Erde nicht allein in der Welt steht. Wir glauben, daß alles eingeordnet ist in e i n großes Werk der Ordnung, das einen großen Ordner zum Herrn, Schöpfer und Meister hat. Wir drücken uns die Hände, erheben sie zur ewigen Vorsehung und sprechen noch einmal in dieser Stunde das Glaubensgelöbnis. das- Schiller einst auf dem Rütli sprechen ließ: Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr. Wir wollen glauben an den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.
Ergriffen und begeistert sprachen die Tausende diesen Schwur mit. Dann setzte nicht endenwollender Beifall ein. Ein Marsch leitete dann über zu der Volksdeutschen Umschau Dr. Steinachers. Er gab darin ein umfassendes Bild der volkspolitischen gegenwärtigen Lage und eröffnete durch die vielgestaltigen Einzelfragen die Schau auf die wesenhaften Züge dieser Entwicklung. U. a. führte der Bundesleiter aus, das deutsche Volkstum fände sich im Sinne eines erlauchten Geistes der ostpreußischen Erde mit Johann Gottfried Herder zusammen. Seine Gedanken über Volkssprache und Literatur, über den nationalen Geist, wie über die arteigene Würde jeden Volkstums, seien uns heutzutage vertraut. Ein Chor sang anschließend M a • ria Kahles Worte „Ausländsdeutsche". Dann schilderte Maria Kahle ihre Eindrücke von der Südamerikafahrt.
Volksdeutsche
Gestunden.
Die Pfingsttagung des VDA. wurde am Pfingstsonntag nach Gottesdiensten in den Kirchen der alten Krönungsstadt mit einer Feierstunde auf dem Erich-Koch-Platz fortgesetzt. Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich Zehntausende von Jugendlichen aus allen Gauen unseres Vaterlandes und Ausländsdeutsche aus 20 verschiedenen Staaten versammelt. Weithin grüßte das Wahrzeichen des VDA., eine riesige Kornblume, flankiert von den Fahnen des Dritten Reiches. Vor der festlich ge- schmückten Tribüne standen Offiziere und Mannschaften des Kreuzers .Königsberg" in Reih und Glied.
Der Leiter des Außenamtes der evangelischen Kirche, Bischof Heckel- Berlin, sprach zu Herzen gehende Worte volksdeutschen Bekennens und gedachte der Märtyrer des deutschen Volkstums in der Welt. Für die katholische Kirche sprach Äonfi« ftorialrat Dr. Scherer, der die Besiedlung des deutschen Ostens als kirchliche und deutsche Tat feierte. Seine Rede klang aus in einem Treueschwur zum Führer.
Der stellvertretende Gauleiter Großherr überbrachte die herzlichsten Grüße des Oberpräsidenten und der ganzen Provinz Ostpreußen.
Er gedachte der Memelländer und der Sud e- tendeutschen und dankte zugleich allen, die auf dem weiten Erdenrund den Gefahren der Welt trotzten und ihr Deutschtum mit freier Stirn bekennen. Nachmittags wurden die sportlichen Wettkämpfe ausgetragen. Nach dem Aufmarsch der Wettkampfteilnehmer und der Abordnungen der Königsberger Vereine überbrachte der Vertreter des Reichssportführers Breitmeyer dessen Grüße. Die Olympischen Spiele im kommenden Jahre seien die beste Gelegenheit, das deutsche Turn- und sportliche Friedenswerk vor der ganzen Welt zu bekunden.
Den Abschluß des Pfingstsonntags bildete die Stunde Volksdeutschen Gedenkens auf dem Erich-Koch-Platz. Wieder war die gesamte deutsche DDA.-Jugend zur Stelle. Bundesleiter Dr. Steinacher gedachte der Opfer des Kampfes,
die für die Gemeinschaft gelebt, gestritten und ihr Leben gelassen haben. Es war eine lange Auszählung ergreifender und erschütternder Schicksale, die unsere Brüder und Schwestern um ihres Deutschtums willen in aller Welt erlitten und erduldet haben. Der Bundesleiter gedachte der Toten bei Weltkrieges, die hier in Der heiligen Erde Ostpreußens ruhen, und für alle diese Opfer senkten sich die Banner und Wimpel, gedachten Zehntaufende schweigend der Toten.
Im Gedenken an die Opfer sind wir stark und
glauben wir an die Zukunft Deutschlands,
glauben wir an den Führer Adolf Hitler,
glauben wir an das ganze deutsche Volk,
glauben wir, daß die Grenzen uns nicht trennen können, glauben wir an die Kraft dieser Stunde, daß wir niemals schlapp werden mögen. In der Verpflichtung dieser Stunde grüßen wir den Führer. Wir grüßen ihn und das ganze Deutschland mit dem Gruß, den die Ausländsdeutschen da draußen gebrauchen, wenn sie an das Ganze denken: Der Führer Adolf Hitler und das ganze deutsche Volk: Volk-heil!
Der Montag brachte die Stunde der Jugend im Königsberger Schloßhof. Fanfaren des Jungvolks eröffneten um sieben Uhr vorn Schloßturm herab die Feier. Ein auslandsdeutscher Jugendführer brachte nach einem Alt-Meraner Fahnenschwingen als „Sprecher von draußen" zum Ausdruck, wie sehr in der volksdeutschen Erneuerungsbewegung die Einheit des gesamten deutschen Volkstums auch jenseits der Grenzen vorwärtsschreite. Als „Stimme des Mutterlandes" antwortete ein Sprechchor des Königsberger Arbeitsdienstes. Hierauf dankte im Namen des Landesverbandes Ostpreußen Prof. Dr. Oberländer (Königsberg) allen Jungen und Mädel für das Bekenntnis zum. Osten, das sie durch ihre Fahrt nach Königsberg abgelegt hätten. — Schließlich sprach der Bundesleiter Dr. Steinacher Worte der Anerkennung für seine jugendlichen Mitkämpfer. Ein Vorbeimarsch sämtlicher Fahnen und Wimpel beendete die stimmungsvolle Morgenfeier.


