machen. Demzufolge setzte sich auch die Besucherschaft in der Hauptsache aus Juden und anderen staatsverneinenden Elementen zusammen.
Da das weitere Treiben dieser Unternehmen im Interesse des Ansehens des nationalsozialistischen Staates nicht weiter geduldet werden konnte, hat der Reichsminister für Volksaufklärunq und Pro- vaganda ihre Schließung durch das geheime Staatspolizeiamt veranlaßt. Einige Hauptmitwirkende wurden gestellt und einer polizeilichen Vernehmung unterzogen. In diesem Zusammenhang fand auch eine Reihe von polizeilichen Haussuchungen statt. Da ein Teil der Mitwirkenden an den politischen Darbietungen der Unternehmen, wie sich bei ihrer Vernehmung einwandfrei herausstellte, über wichtige Einrichtungen des neuen Staates, an denen sie zwar ihr kritisches Mütchen kühlten, zum Teil nur sehr oberflächlich, zum Teil überhaupt nicht orientiert war, wird ihnen Gelegenheit gegeben werden, das allzu lang Versäumte in anständiger und solider Arbeit in einem Lager nachzuholen.
Es wird bei dieser Gelegenheit nochmals betont, daß der neue Staat es nicht dulden kann, daß seine Einrichtungen, die nur dem Volke dienen, seitens einer kleinen, aber um so frecheren und anmaßenderen Clique einer ätzenden und zersetzenden sowie böswilligen Kritik unterzogen werden. Der Ratio-
Geschichten a
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Kleines Mißverständnis.
(ht) Charbin.
Ein europäischer Professor kam kürzlich nach Charbin. Er stieg im besten Hotel der Stadt ab, und als er sich zum Abendessen in den Speisesaal begab, hatte er seine Brille „auf" dem Zimmer vergessen. Infolgedessen konnte er trotz aller Bemühungen die englisch gedruckte Speisekarte nicht lesen, die ihm der würdige chinesische Oberkellner überreicht hatte. Wohl oder übel mußte also der Herr Professor die Karte dem Gelben wieder zurückgeben mit der Bitte, den Inhalt vorlesen zu wollen, auf daß sich eine Bestellung ermöglichen lasse.
Der Kellner nahm die Karte, betrachtete sie mit gerunzelten Brauen ein paar Augenblicke, und reichte sie dem Professor wortlos, aber mit einer leicht angedeuteten, bedauernden Verbeugung zurück.
„Nun? ..
„Verzeihung, mein Herr! Ich habe leider auch keine Gelegenheit gehabt, eine Schule zu besuchen." Eine Glocke wurde nach Sibirien verschickt.
(u) Tomsk.
Unliebsame Gegner und Störenfriede wurden in Rußland ‘ bekanntlich schon zur Zaren^eit in die kühlen Zonen Sibiriens verschickt, um dort in der Einsamkeit ungefährlicher zu sein. Jüngst hat man nun in Tomsk ein altes Archiv gefunden, das sich auf die ersten Zeiten der Zwangskolonisierung bezieht, das heißt, man fand hier die ersten Akten über Verschickungen nach Sibirien.
Die alte russische Stadt Uglitsch hat die zweifelhafte Ehre, die ersten Deportierten gestellt zu haben. Genau, wie man im Mittelalter selbst Katzen, Hühner und Schweine hinrichtete, so verschickte man auch in jenen Zeiten härtere Gegenstände nach Sibirien. Dazu zählte z. B. auch die große Kirchenglocke von Uglitsch, die seitdem irgenwo in Sibirien im Kalten stehen muß. Wo?, ist allerdings noch nicht festgestellt. Jedenfalls erfährt man zu dieser seltsamsten aller Verbannungen folgende Hintergründe: Am 15. Mai 1591 wurde der Zarewitsch Dimitri in eine Rebellionsaffäre verwickelt. Die Glocke von Uglitsch diente dazu, die Rebellen zu alarmieren. Diese Tatsache verzieh man der Glocke nicht und sie mußte, wie die Rebellen auch, einige Zeit später die Reise nach Sibirien antreten.
Zwei Kriegstauben picken ihr Gnadenbrot.
(th) Neuyork.
Im Militärlager von Monmouth im Staate New Jersey (USA.) befindet sich auch die Hauptniederlassung der Krieastaubenabteilung der amerikanischen Armee. Tausende von Brieftauben werden hier ausgebildet. Immer wieder muß der Nachwuchs in Tätigkeit treten, um die altgewordenen Tiere zu ersetzen. Aber keine Brieftaube wurde älter als „Spike" und „Mocker". Normalerweise glaubt man, daß Tauben nicht älter als neun Jahre werden. „Mocker" und „Spike" aber scheinen aus einer besonders langlebigen Rasse zu stammen, denn sie sind 16 bzw. 165L Jahre alt.
Die beiden „Alten" werden natürlich nicht mehr zum Dienst herangezogen. Sie picken ihr Gnadenbrot in Anbetracht der Verdienste, die sie sich in Europa im Kriege erwarben. „Möckers" Glanzleistung war ein Flug am 12. September 1918 bei Beaumont, als er eine wichtige Nachricht für die schwere Artillerie vom Alliierten-Kommando überbrachte. Bei dieser Gelegenheit verlor das Tier übrigens ein Auge, setzte aber dennoch den Flug fort. — „Spike" unternahm nicht weniger als 52 bedeutsame Flüge im Sektor Maas-Argonnen. Die beiden Kriegstauben sind noch heute flugfähig, und „Mocker" kämpft ab und zu sogar noch gegen andere Tauben. Wenn ihre Seelen eines Tages in das Tauben-Walhalla eingegangen sind, werden ihre kleinen Kadaver ausgestopft im Museum der Smith- sonian-Jnstitution Platz finden.
Alle — bis auf einen!
(th) San Franzisko.
Eine bekannte Kleinkunstbühne in San Franzisko beging kürzlich die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Für dieses Jubiläum hatte sich die Leitung etwas ganz „Besonderes ausgedacht": eine Wiederholung der Eröffnungsvorstellung vor 25 Jahren. In derselben Aufmachung und womöglich auch mit denselben zwölf Nummern und Kräften, die damals das Programm des Abends bestritten hatten. Schon seit längerer Zeit bemühte man sich daher, die zwölf Künstler, die inzwischen natürlich in alle Welt zerstreut worden sind, ausfindig zu machen und für die Jubiläumsveranstaltung zu verpflichten. Erstaunlicherweise hatte man mit elf dieser Künstler auch Erfolg, sie wurden in den verschiedensten Gegenden der Welt aufgetrieben und nach San Franzisko berufen. Alle elf, mit einer Ausnahme, waren noch in ihrem Berufe tätig. Diese eine Ausnahme ist der Italiener Sambardi, der damals als Trampolinakrobat auftrat, heute aber in San
nalfozialismus wird nicht die Fehler des Dorkrieqs- deutschland wiederholen, das der Verhöhnung seiner großen tragenden Einrichtungen, wie Armee, Schule, Staat usw., nicht Einhalt gebieten konnte, und deshalb auch in der Stunde der Gefahr zusammen- brach. Vor allem erachtet er es für gänzlich un- erträglich, daß deutsche Angelegenheiten von Juden oder Vorjuden lächerlich gemacht werden.
Sie „Koblenzer Volkszeitung^ beschlagnahmt.
Die Landesstelle Koblenz-Trier des Reichsmini- stenums für Dolksauiklärung und Propaganda teilt mit, daß die „Koblenzer Volkszeitung" vom 10. Mai 1935 wegen Verächtlichmachung der Gauleitung am heutigen Tage beschlagnahmt wurde.
Znstandsehungsarbeiten
mit Ueichszuschuß bis 30. Juni.
Berlin, 10. Mai. (DNB.) Der Reichs- und preußische Arbeitsminister weist darauf hin, daß Jnstandsetzungs- und Umbauarbeiten, für die ein Reichszuschuß in Aussicht gestellt ist, s p ä - testens am 3 0. Juni 1935 beendet sein müssen. Eine Hinausschiebung der Frist wird nicht eintreten.
US aller Well.
Franzisko selbst eine Weinstube besitzt. Bei der Vorstellung jedoch bewies er, daß er kaum etwas von feinem früheren Können eingebüßt hat. Auch die übrigen Kräfte erhielten lauten Beifall. Der einzige der zwölf damaligen Künstler, der durch kein Mittel der Welt mehr dazu zu bewegen war, bei der Iubiläumsaufführung mit aufzutreten, war „Poppy Myers", der damals als Clown angeblich wahre Lachsalven hervorgerufen hat. Er konnte nicht nach San Franzisko kommen, da er, wie einwandfrei festtzeftellt wurde, vor elf Jahren in Mexiko als Elfenbahnräuber erwischt und an den nächsten Baum aufgeknüpft worden ist!
Das Jubiläumsauto — deutsches Fabrikat.
(—) London.
König Georg V. von England hat sich zu seinem Thronjubiläum ein neues Auto beschafft, einen Staatswagen, den die Firma Stratstone, Limited, an der Pall Mall an ihn verkauft hat. Es ist ein Daimlerwagen. Das erste königliche Privatauto der Welt — das heute noch an minder offizieller Stelle seinen Dienst tut —, erwarb im Jahre 1899 König Eduard VII. als Prinz von Wales. Es war ein sechspferdiger Wagen derselben deutschen Firma. Don damals bis heute haben die Könige und Königinnen von England insgesamt 36 Automobile derselben Marke besessen. Der neue Wagen ist der größte Privatwagen der Welt und soll mir bei ganz außerordentlichen und festlichen Anlässen gebraucht werden.
Jean hat Schuhgröße 49!
(z) Cherbourg.
Nachdem man Jean nun einmal hier hat, muß man ihn auch behalten. Er ist als Poilu beim 8. Jn- fanterie-ReHiment eingeschrieben worden und erregt nicht nur in seiner Kompanie, sondern in ganz Cherbourg Aufsehen.
Genau genommen ist Jean nichts anderes als ein Soldat wie alle anderen auch. Aber er unterscheidet sich von seinen Kameraden dadurch, daß er 142 Kilo wieat und die Größe von 1,90 Meter hat. Dieser Riese steht auf Füßen, für die die Schuhgröße 49 eben paßt. Freilich ist dieser kuriose Soldat für die französische Armee nicht ganz billig, denn man hat ihm nicht nur eine Uniform nach Maß machen lassen müssen, sondern auch die Schuhe. Denn auf so großem Fuße hat in der französischen Armee noch niemand gelebt.
Der Schatz einer Kaiserin.
(r) Trie st.
Das Verzeichnis hat man zwar, aber der Schatz selbst fehlt. Er liegt irgendwo auf dem Meeresgrund, von Algen und Schlamm bedeckt und vermutlich dazu verurteilt, nie mehr das Tageslicht zu erblicken. Es handelt sich um den Schmuck der Kaiserin Charlotte von Mexiko, der unglücklichen Gattin Maximilians von Oesterreich. Maximilian wurde in Queretaro standrechtlich erschossen. Die Kaiserin konnte entfliehen. Sie starb, wie man sich erinnern wird, vor nicht langer Zeit in Belgien als eine Wahnsinnige.
Als sie damals nach Mexiko fuhr, sprach man an den Fürstenhöfen von den Juwelenschätzen, die sie mitnahm. Aber sie brachte diese Schätze nicht mehr zurück. Die Werte versanken nämlich mit einem Dampfer, der den Heimtransport dieser Kostbarkeiten übernommen hatte.
Aber was hat Triest mit dem allen zu tun? Die Journalistin Lina Gasperini sand kürzlich in einer Bibliothek eine Liste, auf der alle Schmuckstücke verzeichnet waren, die am Vorabend der Hochzeit durch den belgischen Hofjuwelier Duguer „neugefaßt und aufrepariert" abgeliefert wurden.
In diesem Verzeichnis findet man zuerst ein Brillantenkollier, dessen Wert mit 198 980 Franken angegeben wurde. Dann kommt eine Perlenkette von 100 Perlen. Ein Medaillon ist unter dem Namen „Auge Ihrer Majestät der Königin" aufgeführt. Gar nicht zu reden von den vielen Rubinen, Türkisen, hin auf der Liste zu finden sind.
auf der Liste zu finden sind.
Es ist zu erwarten, daß das Verzeichnis dieser verlorenen Schätze Abenteurer oder Taucher veranlaßt, sich mit noch größerem Eifer auf die Ermittlung der Schätze zu stürzen, die irgendwo auf dem Meeresboden vor der mexikanischen Küste ruhen...
Der Tenor auf dem Baugerüst.
(Da) Wien.
Zu dem Direktor der Wiener Oper kam sein jugendlicher lyrischer Tenor, ein hochbegabter Sänger, der sich aber mit feinem Herrn und Meister nicht gut verstand. Er erschien nur, um sich zu beklagen, daß er zu wenig beschäftigt würde. Ja, und außerdem wollte er natürlich wieder Vorschuß haben. Der Direktor war nicht gesonnen, sich von dem jungen Mann maßregeln zu lassen, ein Wort gab das andere, der Tenor benahm sich nicht mit der ihm zukommenden Höflichkeit und wurde
schließlich glatt auf die Straße gesetzt.
Zwei Tage später liefen die Leute auf der Straße in der Nähe eines Neubaues zusammen und hörten sich mit verklärter Miene die Arie des Lyvnel aus der Oper „Martha" an, die von einem jungen Anstreicher geschmettert wurde. Und wie geschmettert! Der Kerl stand auf dem Baugerüst, hoch oben, und sang mit betörendem Schmelz, und die Leute standen still und hörten ihm bewegt zu.
„Donnerwetter", dachte sich der Agent des Operndirektors, der sich zufällig unter der lauschenden Menge befand, „ein solches Talent!" Schnurstracks lief er in die Oper, berichtete dem Direktor seine Entdeckung und bekam den Auftrag, den
Aus all
Oie Untersuchung gegen den Knabenmörder Seefeldt. Die zur weiteren Aufklärung der Straftaten des Knabenmörders Seefeldt eingesetzte Sonderkommission hat die Untersuchung der Sittlichkeitsverbrechen und Morde an Knaben in Mecklenburg zu einem gewissen Abschluß gebracht. Das Beweismaterial, das zu einer vollkommenen Ueberführung des Seefeldt ausreicht, hat aber bisher, abgesehen von einigen Straftaten, in denen es sich um unzüchtige Handlungen an Knaben handelt, Seefeldt nicht zu einem G e - ftändnis bewegen können. Seine Verteidigungstaktik ist sehr geschickt, sein Erinnerungsvermögen ist ausgezeichnet, soweit es sich um harmlose Dinge handelt. Häufig versucht er die Rolle des Biedermanns, des netten alten Onkels, zu spielen.
Die Umstände unter denen sich Seefeldt an Knaben heranzumachen pflegte, sind der mannigfaltigsten Art. Dem einen Knaben wollte er im nahen Wald weiße Kaninchen zeigen, dem anderen irgendwelche Schätze. Die Vorgänge, die sich zwischen Seefeldt und seinen kleinen Opfern, soweit diese nachher tot aufgefunden wurden, abgespielt haben, sind ungeklärt, da Seefeldt jegliche Erörterung dieser Fälle ablehnt. Wenn sich auch in den 12 Mordfällen, die Seefeldt aus den Jahren 1933 bis 1935 zur Last fallen, der dringende Tatverdacht immer mehr verstärkt hat, in fünf Fällen sogar schon zur Gewißheit geworden ist, so bedarf es doch noch der weiteren Mitarbeit der Bevölkerung.
lieber den Rahmen der erwähnten Fälle hinaus ist es auch Aufgabe der Sonderkommiffion, ähnlich gelagerte Straftaten aus früheren Jahren einer Nachprüfung zu unterziehen. Man wird hierbei zunächst bis zum Jahre 1926 zurückgreifen, da Seefeldt in diesem Jahre seine letzte Zuchthaus- st r a f e wegen Sittlichkeitsverbrechen in Höhe von 10 Jahren verbüßt hatte. Es besteht aber bereits der dringende Verdacht, daß er ähnliche Taten bereits vor dem Jahre 1916 ausgeführt hat. Kennzeichnend für die von Seefeldt verübten Knabenmorde ist, daß sich die Todesursache nicht ohne weiteres erkennen läßt. Wenn also in der bis 1926 und noch weiter zurückliegenden Zeit Kinder, insbesondere Knaben, verschwunden sind, oder wenn später die Leichen der vermißten Knaben ohne erkennbare Todesursache aufgefunden wurden, so besteht durchaus die Möglichkeit, daß es fick um bisher nicht bekannte Verbrechen Seefeldts handelt.
Der äraffroagenbranb in der Jungfernheide aufgeklärt.
Der Brand des Personenkraftwagens in der Jungfernheide bei Berlin, wo, wie gemeldet, der Besitzer des Wagens, der Architekt Flohr, bis zur Unkenntlichkeit verbrannte, ist nunmehr aufgeklärt worden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben im Zusammenhang mit der Untersuchung des Wagens zu dem Ergebnis geführt, daß der Brand auf Unvorsichtigkeit Flohrs zurückzuführen ist. Bei der Beförderung von eisernen T-Trägern auf dem Waaen war der Benzintank durchstoßen worden. Das Loch hatte Flohr geweitet, ausgerundet und mit einem Holzstück verschlossen. Anscheinend hat sich an der Unfallstelle der Holzpflock gelöst, der Treibstoff muh dabei ausgelaufen fein. Auf welche Weise er in Brand geraten ist, hat sich nicht fest- tellen lassen.
Grubenunglück im Thüringer Wald. — Ein Toter, ein verletzter.
Bei Bad Liebenstein im Thüringer Wald verunglückten auf der Eisensteingrude Hohe Klinge der Gewerkschaft „Mommel" infolge Steinzusammenbruches zwei Bergleute. Trotz der sofort aufgenommenen Rettungsarbeiten konnte ein Hauer nur noch als Leiche geborgen werden, während der andere nach zehnstündigen Bemühungen lebend zutage gefördert werden konnte. Er wurde dem Krankenhaus zugeführt. Seine Verletzungen geben zu Besorgnis keinen Anlaß.
Riesiger Wald- und Heidebrand in England.
Im königlichen Parkgelände bei Windsor ist ein großer Wald- und Heidebrand ausgebrochen, dem bereits Tausende von Bäumen zum Opfer gefallen sind. 400 mit Gasmasken und Stahlhelmen ausgerüstete Soldaten sind zur Bekämpfung des Riefenfeuers eingesetzt worden, das in gefährliche Nähe des Schlosses des Herzogs von Con- naught vorrückte. Soldaten und Feuerwehrleute sind fieberhaft mit Ausheben von Gräben beschäftigt, um das Feuer einzudämmen.
Förderkorbabsturz in einer holländischen Kohlenzeche. Zahlreiche Bergleute verletzt.
In der Süd-Limburgischen Ortschaft Eysden ereignete sich auf einer Kohlenzeche ein schwerer U n - fall. Infolge Durchreißens eines Seiles stürzte plötzlich ein mit 40 Bergleuten bemannter Förderkorb aus größerer Höhe ab. Elf Bergleute erlitten hierbei so schwere Verletzungen, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. Von den übrigen Insassen des Korbes wurde noch eine ganze Anzahl leicht verletzt. Die Leichtverletzten konnten aber an Ort und Stelle verbunden und nach Hause entlassen werden.
Feierliche Begrüßung des Südpolarforschers Byrd in Washington.
Präsident Roosevelt, Abordnungen des Parlaments und Vertreter wissenschaftlicher Verbände begrüßten Admiral Byrd am Peer der Washing-
Mann zu engagieren. Der Agent raste zurück, hörte noch das Ende von „Wie eiskalt ist dein Händchen!" und drängte sich durch die beifallto» bende Menge, um den jungen unbekannten Sänger von feinem erhöhten Podium herabzuholen.
Der Anstreicher kam herab, farbenbekleckst, in einem alten schmutzigen Anzug und ging — wie konnte es anders sein? — schnell auf das Anerbieten ein. Nur bat er sich gleich ein paar hundert Mark Vorschuß und einen anständigen Vertrag aus. Beides wurde bewilligt, und am Abend erschien der jugendliche lyrische Tenor, diesmal ohne far= benbeklexten Kittel, bei seinem alten Direktor, der ihn wohl ober übel wieder einstellen mußte, und dazu unter weitaus günstigeren Bedingungen.
;r Welt.
toner Flottenstation. Präsident Roosevelt hielt bei ber Begrüßungsfeier eine Ansprache, in ber er bie Verbienste bes Polarforschers roürbigte. Byrb unb seine Mitarbeiter haben in ber Antarktis, wo sie anberthald Jahre zubrachten, wertvolle wissenschaftliche Feststellungen gemacht. Byrb selbst hat brei Monate auf vorgeschobenem Posten ganz allein gearbeitet, bis, er schwer erkrankte unb von ben Mitgliebern ber Expebition nur unter größten Schwierigkeiten zurückgeholt werben konnte. Die Expebition ist teils von der Nationalen Geographischen Gesellschaft und teils durch die Ausgabe besonderer Briefmarken finanziert worden. Die Geographische Gesellschaft wird Byrd in Washington eine besondere Ehrung bereiten.
Wolfsjagden in Masuren. — 40 gerissene Rehe.
Seit einiger Zeit werden in der Gegend von Arys in der Johannisburger Heide verschiedentlich Wölfe beobachtet. Bei wiederholten Treibjagden gelang es, einen Wolf zu erlegen und einen anderen anzuschießen. Man nimmt jedoch an, daß mindestens drei Wölfe in der Heide ihr Unwesen treiben, da in der letzten Zeit 40 gerissene Rehe aufgefunden wurden.
Der Herzog von Manchester zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.
Der Herzog von Manchester wurde von einem Londoner Gericht wegen Vorspiegelung falscher Tatsachen und Betrugsversuchs zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Der 58jäh- rige Herzog, der Mitglied des englischen Kronrates ist, hat Juwelen, über bie er nach ber Anklage kein Verfügungsrecht hatte, verpfändet, um wenigstens vorübergehend von seiner ständigen Gelbschwierigkeit befreit zu sein. Die Juwelen gehören seiner verstorbenen Frau. Die Klage würbe von bem Vermögensverwalter ber Herzogin angestrengt. Der Herzog von Manchester hat bereits zweimal seinen Bankrott erklärt, unb zur Zeit laufen 67 Zahlungsverfahren gegen ihn.
Motorrad gegen einen Traktor gerast. — Zwei Tote.
Auf ber Lanbstraße Erxleben—Hörsingen im Kreise Neuhalbensleben ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit zwei Personen besetztes Motorrab stieß in rafenber Fahrt mit einem bie Lanbstraße überquerenben Traktor zusammen. Die beiben Motorrabfahrer stürzten babei so unglücklich, baß sie von ben beiben Anhängern bes Traktors überfahren unb auf ber Stelle getötet würben.
Kunst und Wissenschaft.
Die feierliche Ehrenpromotion Bengt Bergs in Bonn.
In ber überfüllten Aula ber Universität Bonn würbe bem schwebischen Naturforscher unb Schriftsteller Bengt Berg, bem, wie bereits gemelbet, von ber philosopischen Fakultät ber Bonner Universität bie Würbe bes E.hrenboktors verliehen worben ist, im feierlichen Festakt bie Ehrenpromo- tionsurkunbe überreicht. Neben bem Lehrkörper und der Studentschaft der Universität hatten sich zahlreiche Ehrengäste eingefunden. Der Dekan der philosophischen Fakultät, Professor R o t h a ck e r, feierte den neuen Ehrendoktor der Universität Bonn nicht nur als großen Forscher, sondern auch als einen treuen und zuverlässigen Freund Deutschlands. Bengt Berg dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung in herzlichen Worten und gedachte seines früheren Lehrers, des bekannten Geheimrats Koenig- Bonn. Im Anschluß an bie feierliche Promotion würbe ber berühmte Film bes Forschers „Die letzten 21b l er" vorgeführt, wozu Bengt Berg erläuternde Worte sprach. — Vorher hatte sich der schwedische Gelehrte in das Goldene Buch der Stadt Bonn eingetragen.
Eberhard Wolfgang Möller bei Reichsminister Dr. Goebbels.
Reichsminister Dr. Goebbels empfing ben Dichter Eberharb Wolfgang Möller zur lieber« reichung bes Nationalen B u cf) p r e i f e s, ber biefem am 1. Mai zuerkannt worben war. Dr. Goebbels sprach bem jungen Dichter seine herzlichen Glückwünsche aus unb unterhielt sich mit ihm längere Zeit über seine weiteren Pläne.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Der Abbau des kontinentalen Hochdruckrückens hat sich weiter fortgesetzt, gleichzeitig ist ein erster Schub kälterer Luftmassen in Norddeutschland angekommen und hat dort zu Bewölkung, vereinzelt auch zu leichten Niederschlägen geführt. Die Entwicklung eines Hochdruckgebietes in der Gegend von Island und Grönland bei gleichzeitigem Druckfall über Süd- fkandinavien unU Mitteleuropa begünstigt die weitere Zufuhr kalter Luftmassen nach Deutschland.
Aussichten für Sonntag: liebergang zu mehr wechselnd bewölktem Wetter und überwiegender Schauerneigung, bei nördlichen Winden beginnende Abkühlung.
Aussichten für Montag: Unbeständiges Wetter mit Schauerneigung, weitere Abkühlung.
Lufttemperaturen am 10. Mai: mittags 22,4 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 11. Mai: morgens 9,4 Grad. Maximum 22,8 Grad, Minimum 4,7 Grad.— Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Mai: abends 16,5 Grad; am 11. Mai: morgens 12,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 14,1 Stunden.
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i lf> Dosen und Tuben !• von RM 0,15 bis 1.—
* P f e i I r i n g • Lanolin-Seife»
Stück 30 Pfg.
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