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Montag, y.8ebruarM5

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

ar. 35 Drittes Blatt

Wochendschulung des Vannes 116 in Lich

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Besichtigung des Spielmannszuges durch den Bannführer.

Unterbannführer Schulz spricht.

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ernährung zu sein hat.

Die übrige Zeit bis zum Mittagessen wurde durch sportliche Hebungen ausgefüllt. Nach dem Essen wurden durch die Abteilungsleiter wichtige Ver­waltungsfragen erledigt, und der Referent für

Wie jede Pflanze nur ihre volle Entfaltung zeigen kann, wenn sie auf dem Boden wächst, den sie braucht, wie jedes Tier nur dort leben und gedeihen kann, wo alle Vorbedingungen für sein Leben und Gedeihen auf natürliche Art gegeben sind, so ist auch der Mensch in seinem Leben und seiner Be­tätigung ein Ergebnis des Bodens, den er seine Heimat nennt. Das Wort von Blut und Boden ist deshalb auch kein Schlagwort, sondern eine ur­alt ewige Wahrheit, in dieser großen Gegenwart wieder hervorgeholt, damit in seinem Sinne die ewige Blutquelle unseres Volkstums, gebunden an Heimatscholle und Väterart, neu fließe.

Trägerin dieses neuen Volkstums ist und bleibt die deutsche Frau, und kraft ihres Bodenverwachsen­seins vor allen die deutsche Bäuerin. Wenn wir uns die Vielgestaltigkeit unserer Landschaft betrach­ten, dann wissen wir, daß diese, ausgehend von Bodengestaltung, Klima, Lebensweise usw. sich am reinsten ausprägt in der Form, deren Gestalterm und Trägerin die Frau ist, in der häuslichen Fa­milienpflege, in Sitten, Brauchtum, Volkstracht. Wo die Männer längst das Ueberkommene abgelegt, im Verkehr mit der Außenwelt andere ßeb#n*» gewohnheiten, Ausdrucksweise und Anschauung an- genommen haben, wurzelt die Frau im engen Kreis ihrer vielen Pflichten noch tief im Volkstum, dem sie entstammt, prägt es auch, gewollt ober ungewollt, der von ihr geleiteten und geführten Kinderschar ein. Auch hier 'wird immer wieder durch die Töchter die Mutterart festgehalten und weitergegeben. Wenn die neue Zeit und all das Schöne, Große und Erhebende, das sie uns gebracht, in unseren ver­kehrsfernen Landesteilen in den Kreisen der Frauen noch nicht so eingedrungen und von ihnen aus­genommen ist, so müssen wir Geduld haben und Träger oder Trägerinnen der neuen Zeit die Men­

schen werden lassen, die volksverbunden und Heimat, verwachsen von dem Menschen der Landschaft als seinesgleichen angesehen und bewertet werden. Wir wollen ja nicht die Eigenart der Landschaft und ihre Vielgestaltigkeit verwischen und auflosen, son­dern wir wollen den neuen deutschen Menschen noch stärker an die Heimat fesseln und binden, selbst wenn es, wie bei der Neubildung deutschen Bauerrn tums, eine Wahlheimat wird. Auch dort werden sich die starken gesunden Kräfte der Heimat auf neuem Boden in den alten Formen aufbauen, wie wir es als leuchtendstes Beispiel bei den Siebenbürger

sich, und der Tisch Gottes ist gedeckt, die üppige, bunte, nicht rationierte Wiese. Dort dürfen sie alle toben, spielen und springen, die Kälbchen, die Schafe, die Kühe und über Sonntag auch die Pferde.

Mit Schlitten quer durch Grönland.

Ing auf einem gemeinsamen Strohlager, um bereits ,m 6.30 Uhr mit der Fortsetzung der Tagung zu ieginnen. Wenige Minuten nach dem Wecken stand Hie Führerschaft zum Frühsport. Im Laufschritt ising es durch das noch schlafende Städtchen. Die Körperschule in frischer, klarer Frostluft vertrieb !iie Schlaftrunkenheit vollends und war der Garant lines aufgeweckten Arbeitsgeistes. Etwas durch- : efroren schmeckte der Morgenkaffee vortrefflich.

Anschließend wurde sofort die Schulungsarbeit aufgenommen. Der Bannführer gab einen üeberblick von der kommenden Arbeit. Insbesondere

1 pgen Metalls lagen bis 0,25 lagen ferner (fr. 75), Daimler mt i't 87 (86,90) uni K-129) Montan, zunächst fast ol)n: eichter, anberjeib ,50 (21,50) erhöbt Brauindustrie tn

ieberum sehr m bbrötfelnben Kun 13 (112,50), fpätt imunal - Umschub 1 je 0,13 v.H. zu- ii mit 89,75 bn lagen bprozentigi I v.h. leichter. Geschäft nicht bd 1 nur kleine Ben Jloenus Maschinen m. 56 (55,75), rben waren auf Kattien bei (fr« r Rapiere blii

Die später zur waren wenig erwecke mit mi= ftitt. Don Bank- ieiter gesucht und Großbanken lagen

Gutshof im Winter

Von Paul Eipper.

Der Pferdestall.

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^Auch die Kälber werden rationell behandelt, be­kommen ihre Nahrung nach vorgefchriebener Skala. Es beginnt mit zwei Litern süßer Milch am Tage, steigt bis zu acht Litern, wird dann durch Mager­milch schließlich durch festes Futter ersetzt. Aber binn kommt das Frühjahr, die Stallturen offnen

0643 58-29 0-196 3 053 54.55 81-40 12- 5.395 16-455 168-49 2J.34 0-713 5-661 61-40 40.05

1-09 62-98 80-88 34-08 10-41

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Arbeit in Kenntnis. Er behandelte die Aufgaben des Rundfunks in der JH., der uns in die Lage versetzt, Einblick zu geben in die gewaltige Schu­lungsarbeit der HI. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß wir bald in der Lage fein mögen, aus eigener Kraft einen Heimabend durch den Rundfunk zu bieten und fo Aufschluß zu geben über das Tun und Treiben der HI.

Der Bannführer gab dann nochmals einen Heberblick. Mit dem Siebe «ber HI. fanb bie Wochen- enbfchulung ihren Abschluß.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Frau und Landschaft.

Von Johanna Bopp,

Reichsbund Volkstum und Heimat Landschaft Rheinfranken - Nassau - Hessen.

oibuen: träge Hännnel, alte, verfaltete Tiere, pralle Mütter, Jährlinge unb Lämmchen.

Die Lämmchen sinb blütenweiß, ihr Fell fühlt sich an wie bicke, weiche Seibe. Klug imb gerabe stehen bie Ohren nach beiben Seiten; Zärtlichkelts- brang überkommt mich, ich w. die winzigen, sauberen Geschöpfe streicheln

In einem abgesonderten Verschlag steht ein Muttertier, das heute nach geboren hat. Zart und schmal ruht bas Tierkind, steht nach einiger Weile auf und saugt kräftig am Guter. Die Alte stellt (ich so, daß sie das Lamm mit ihrem Leib vor uns Menschen schützt.

Auch hier bekämpft eine Katze die Mauseplage. Eben springt sie auf das Hürdengelander und balanciert am schmalen Steg, schreitet, die Schwanz­fahne steil nach oben gereckt, über die Schafe weg. Es ist, als nehme eine graziöse Elfenkomgin Parade ab über ihr Volk, denn wo die gestromte Katze geht, wenden ihr alle Schafe die Häupter zu, beschnuppern ihre weichen Pfötchen, und weil nur Dämmerlicht herrscht, meine ich, bas edle Katzen­tier werde getragen von der rhythmischen Woge, wandle über eine Straße aus dunkelglanzenden Schäfchenaugen.

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hirfe der variab- so Altbesitz auf itungen auf 97,25 mngunb Zinsner- p gttyitten. Gold- -en Mi behauptet, eit E v.h. lagegen *

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Er liegt neben dem Herrenhaus, ist massiv Laut aus roten Ziegeln, mit einem Schuppen Die Leiterwagen, Kutschen, Pflüge und Eggen. Den schlanken Reitpferden (sie sind kein Luxus, «entbehrlich für Inspektor und Verwalter) wohnt «auch der Jagdhund. Er duldet drei rotgefleckte tKatzen in feinem Revier, erkennt sie als Ratten- iunb Mäusepolizei an. Frembe Katzen beißt er tot. !In einem Verschlag mit vielen Heuschlupfwinkeln lhaust ein großes, geblich-weißes Wiefel, halbzahm :Unb zur Kaninchenjagb abgerichtet. Vorsicht ist ijeboch geboten, man muß es mit geschicktem Griff iam Schwanz packen, sonst verwunbet es ben Men­schen, würgt Katzen unb Hunb. Sechzehn schwere Arbeitspferde stehen im zweiten Raum, zu vieren, so wie sie auch vor den Wagen gehen. Derbknochige Mulos sind ebenfalls vorhanden, besonders an­spruchslos und zäh. Im Winter arbeiten alle Zug­tiere sieben, im Sommer elf Stunden und es ist eine Freude zu sehen, wie wohlgenährt sie sind, wie sauber gehalten. Der Dorknecht ist em tier­liebender Mensch und hat seine Kutscher fest m ber

Der Schweine st all.

Es ist heute geschlachtet worben. Vier tote Rüssel­tiere liegen in großen Holzschalen, werben über­brüht unb rasiert. Nein, bas sinb keine Tiere mehr, Massen von Speck unb Fleisch, bie man aufhängen, aufschneiben kann. Aber in ben Zementboxen des Stalles grunzen unb leben sie, ber hänbelfuchtige schwarze Eber, bie kastrierten Mastschweine unb bie rosigen Ferkel mit ben gerounbenen Rmgel- ^Plötzl^h bezwingt mich eine Vision! Riesengroß, konturenlos, liegt bort ein Muttertier, ein atmender rötlicher Berg, bestürmt von dreizehn winzigen Jungen. Zwanzig Milchquellen sind an seinem Leib, zwanzigfach kann die Kreatur nach eigenem Willen Nahrung einftrömen lassen, so daß die Zitzen zu schweren, prallen Kugeln sich roolben. Das ist die üppige dämonische Fruchtbarkeit der tausendbrüstigen, indischen Gottheit, ist verschwen­derischer Reichtum der Natur.

DerKuhstall. ,

Der Kuhstall ist das längste Gebäude im Hof. Man betritt ihn durch die Milchkammern,,m denen Zentrifugen arbeiten, die Butter- und Kuhlmaschi- nen, die ©terilifationsapparate. Ein paar Stufen führen hoch zu einem langen Weg durch den eigent­lichen Stall. Ich stehe etwa in Kopfhohe über den 150 Milchkühen, die hier atmen, ruhen und die lebenswichtige Flüssigkeit erzeugen. Knechte, Schwei-

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Sachsen sehen.

Wir werden deshalb bei aller Arbeit, die wir ut irgendeiner Form am deutschen Volkstum leisten, diese beginnen, indem wir im Bauerntum die leben­digen Kräfte sich in natürlicher Folge entwickeln lassen, die uns Bürgen sind, daß bestes Kulturgut gewahrt und gepflegt wird. Schaffen wir alle iBor3 bebingungen, welche notroenbig sinb, bie bäuerliche Frau aus ber schwersten Arbeitsfron zu lösen, baß sie Zeit unb Kräfte gewinnt, ihre Eigenart zu ent­falten, Mittelpunkt bes Familienkreises unb ber häuslichen Kultur unb Geselligkeit zu sein, bie m ihrer Vielheit bes Kultur bes Dorfes gestaltet. Machen wir bie bäuerliche Frau körperlich und geistig stark und fähig, Trägerin und Erhalterin des Bluterbes zu fein für alle Zeiten, dann wird sie nicht nur lebendigste Trägerin des Volkstums ihrer Heimat und Landschaft, sondern des gesamten Reiches, des Großdeutschlands der Zukunft fein.

Abschluß ber Führertagung: Gemeinsamer Gesang bes Liedes der HI.

kampf bewegte. Alle Teilnehmer trafen sich zu einem Referat des Sozialamtsleiters, der darauf hinwies, daß die HI. nun auch immer mehr daran­gehen muß, für die Zukunft vorzubauen, durch Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Jugend und zur Betreuung und Schulung auf beruflichem Ge­biet. Dazu erläuterte anschließend der Jung- bauern-Referent im Sozialamt der HI. die Durchführung der fachlichen Schulung der Jung­bauern. Er betonte dabei, daß der Landjugend schon die agrarpolitischen Ziele des Nationalsozialismus nähergebracht werden müssen, damit sie zur Erkennt­nis kommt, daß sie der Garant der deutschen Volks-

VornoUzen.

Tageskalendrr für Montag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Ich für dich du für mich". Stickerei- und Spitzen-Werkfchau im Turmhaus am Brandplatz von 14 bis 18 Hhr. 15 Hhr Vortrag mit praktischen Vorführungen im Cafs Leib über: Selbstfärben, Entfärben, Entflecken, Entglänzen usw. Um 18.15 Hhr im Geologischen Institut, Braugasse 7b: Vortrag von Professor Dr. Hummel überPhosphorsäureversorgung Deutsch­lands". (Mitglieder des NSBDT. (früher KDAJ.j sind eingeladen.)

O b e r h e f f i f ch e r G e f ch i ch t s v e r e i n. Nächsten Donnerstag abend im Hörfal des Kunst­wissenschaftlichen Instituts Lichtbilder-Vortrag von Professor Dr. Frölich über:Steinerne Zeugen mittelalterlichen Rechtslebens, besonders auf hessi­schem Boden". (Siehe Anzeige vom Samstag).

Heist Hauöinschnsten sammeln!

Der Museumsverband für Kurhesfen und Waldeck betreibt zur Zent mit dem Ziel späterer. Ver­öffentlichung die möglichst vollständige Samm­lung hessischer Hausinschriften, d. h. aller Inschriften, die sowohl an Wohnhäusern als auch an öffentlichen Gebäuden im Regierungsbezirk Kassel, der Provinz Oberhessen und den Kreisen Biedenkopf und Wetzlar nachzuweisen sind. Den Grundstock der geplanten Veröffentlichung, deren volkskundlicher, auch familiengeschichtlicher Wert ohne weiteres einleuchtet, bildet eine von Amts­gerichtsrat v. Baumbach in Fronhausen (Lahn) in jahrzehntelanger Arbeit geschaffene Sammlung; diese wird jetzt ergänzt durch die Ergebnisse einer soeben unternommenen Umfrage in denjenigen Kreisen, die den Nachforschungen des Herrn von Baumbach und seiner Mitarbeiter noch nicht, ober nicht ausreichend zugänglich waren.

Bei dieser Sammelarbeit darf sich der Museums» verband vor allem in der Provinz Oberhessen weit­gehender Unterstützung durch den Hessischen Verein für Volkskunde erfreuen.

Trotz aller Bemühungen droht noch manche hes­sische Hausinschrift durch die Maschen des natur­gemäß weitläufigen Sammelnetzes zu schlüpfen. Aus diesem Grunde erbittet der Museumsverband die gütige Mitarbeit aller Heimatfreunde und -forscher unseres Bezirkes! Falls sie Sammlungen von Haus- inschriften innerhalb eines kleineren oder größeren Kreises angelegt haben, wäre der Verband für Mit­teilung bzw. leihweise Ueberlassung dieses Materials dankbar. Weiter ergeht an alle Hausbesitzer die Bitte, den Wortlaut der an ihrem Hause Vorhände» Inen Inschriften dem Museumsverband für Kur»

Der Führer des Bannes 116, Bannführer Ernst f e i m, hatte für Samstag und Sonntag eine vochenendfchulung in Lich angefetzt. Sämtliche Interbannführer, Gefolgschaftsführer, Sozialwarte, le PO.-Adjutanten sowie der gesamte Bannstab nahmen an dieser Tagung teil. Das Licher HJ.-Heim Leute als Tagungsraum. Für das leibliche Wohl |zr Teilnehmer war in vorbildlicher Weise gesorgt.

Der Spielmannszug der Licher HI. holte die Führer mit klingendem Spiel am Samstag an der Kahn ab und brachte sie in ihr Quartier. Nachdem >sr Bannführer die Tagung eröffnet hatte, unterbreitete er das Tagesprogramm der Schulung. Anschließend fand ein Heimabend unter dem Motto Hitlerjugend in der Kampfzeit" statt. Kampflieder |er HI. und Erzählungen einiger alter Kämpfer eftalteten den Abend zu einem Erlebnis und brach­en zum Ausdruck, daß der revolutionäre Geist der t h'd. nicht verlorengegangen ist. Nach einer kurzen Saufe fanden sich die Führer zu einem Kamerad- chaftsabend zusammen, der mit seinen Liedern und listigen Vorträgen verschiedener Hitlerjungen den fischen, fröhlichen Geist der neu heranreifenden lugend zeigte.

Alle Teilnehmer verbrachten die Nacht zum Sonn-

zer genannt, sind von 3.30 Hhr ab am Werk, reini­gen die Streu, füttern und melken. Von dem Lauf fteg gehen im rechten Winkel die Futtertische ab, zu denen von beiden Seiten her die Köpfe von je 13 schwarz-weißgefleckten Kühen symmetrisch aus­gerichtet sind. Jede Kuh hat vor sich ein keilförmiges Loch in der Raufe, eben groß genug, um mit dem Maul den für sie bestimmten Futterberg zu er­reichen. Durch eine Rinne vor ihrem Trog läuft zu gewissen Stunden ein genau bestimmtes Quan­tum Trinkwasser.

So ist die reale Situation, Zweckmäßigkeit herrscht, und manchmal habe ich gedacht, »ich könne nie mehr in diese Milchfabrik gehen. Doch zuweilen wischt mir die Dämmerung im Stall alle Sachlich­keit fort. Schattenhaft nur find die massigen Tier­leiber unter meinen Füßen. Daß Leben webt, höre ich nur am Gebrumm, riech ich am zärtlich milden Dunst, und meine Liebe zum Getier findet plötzlich wieder ihre unmittelbare Erfüllung. Frieden und Wärme ist im Raum. Ich sitze auf einem Futter­sack; meine Körperlichkeit geht ein in die Stall­wand, so wie auch die Knechte kaum noch zu sehen sind, als sie nach einiger Zeit auf großen Kiepen das Futter hereintragen. Wie durch eine tele­pathische Verbindung wissen alle Kühe eines jeden Futtertisches, daß ganz oben die Fütterung be­gonnen hat: Beschaulichkeit weicht verlangender Hnrast, lange Hälse winden und wittern, Gier dröhnt, muht, rumort. Unb schon beginnt das Schmatzen und das Zerknacken der runden Rüben.

Bis wieder die Stille schwingt und über ihr ein geheimnisvolles, dunkles Brausen. Als ob in weiter Ferne ein Nebelhorn summt. Das ist die Stimme vomKönig"; der Herrscherton des zwanzig Zent­ner schweren Bullen, der mitten unter den Kühen steht, gefesselt und mit einem großen Nasenrmg gesichert, ein Gebirge von Kraft.

Aus dem Milchkuhstall führt eine Tür zu den Kälbchen. Nur zwei Tage dürfen die Neugeborenen bei den Müttern bleiben; sie stören sonst die Milch- produktion. Aber in dieser kurzen Zeit sind die ' Kuhmütter besonders stolz, stehen wachsam mit pe= - drehtem Kopf gegen uns Menschen, und ihre oe- wegliche lange Zunge wascht das schwarz-weiße Etwas im Stroh. Am dritten Tage schreien sie un­unterbrochen nach dem plötzlich verschwundenen

Lindsay, der Führer der englischen Expedition, die im Sommer des vorigen Jahres Ms Inlandeis von Grönland überquert hat, hielt vor der Königlich Geographischen Gesellschaft in London einen Vor­trag, der aufschlußreiche Einzelheiten über die 103 Tage dauernde Schlittenreise der drei jungen Eng­länder über eine Strecke von fast 2000 Kilometer enthüllte. Die drei Mitglieder der Expedition, die ihre Kleider 15 Wochen lang nicht vom Leibe be­kommen haben, hatten sich die Aufgabe gesetzt, den unbekannten Teil be<? Landes in einer Ausdehnung von über 500 Kilometer hinter der Oftküste zu er­forschen und die beiden letzten Hauptumrisse des grönländischen Eisschildes zu bestimmen, die man bisher auf der Karte noch nicht genauer einzeichnen kannte. Die Engländer verließen am 24. Mai 1934 Jakobshavn an der Westküste Grönlands, von sieben Eskimos begleitet, so daß die kleine Expedition ins­gesamt aus zehn Menschen und 86 Hunden bestand. Zuerst machten die Eingeborenen wacker mit, aber schon am fünften Tag kehrten drei von ihnen um unb ließen sich auch durch eine Verdoppelung ihrer Löhne nicht zum Bleiben bewegen. Die Durchque­rung stellte an Mensch und Tier die größten An­forderungen, tagelang hatten die Europäer keinen trockenen Faden am Leibe. Häufig machte es große Mühe, die Hunde über kleine Wasserläufe hinweg­zubringen, die sich im Eis gebildet hatten. Hier be­währte sich die einzigartige Begabung des Expedi­tionsteilnehmers Andrew Eroft, mit den Tieren fertig zu werden und sie immer wieder zu den höch­sten' Leistungen anzuspornen. Lindsay behauptet, daß es in der ganzen Welt kaum ein halbes Dutzend Menschen gäbe, das mit diesen Hunden richtig um­zugehen verstehe. Die Forscher machten zwei sehr wichtige Feststellungen. Man stieß auf eine Eis- rinne von über sechs Meter Breite und oon ^urtfoe» fannter Tiefe, die mehrere Kfl-rm^tzr Idrfg P und die das Aussehen eines gewaltigen Kanals hat. Außerdem fand man ungefähr 160 Kilometer von der Küste entfernt, die frischen Spuren eines Fuch- fes. Mit einem Nahrungs mittelvorrat von zweiein­halb Tagen für die Menschen und von einem Tag für die Hunde kehrte bj(e Expedition zu den Es­kimos an der Küste zur ück. Trotz aller Schwierig­keiten zollt Lindsay den Hunden höchstes Lob und betont, daß ohne sie ein X Erfolg der Heberquerung . kaum möglich gewesen wirre.

§ Nebenan Schmiede und Stellmacherei. Es riecht herrlich nach Feuer, nach glühendem Eisen. Be­glückt sehe ich ben Funkenregen sprühen, wenn das Gebläse dem Kohlenhaufen Luft zufuhrt. Der Schmied im schwarzen Schurzfell schweißt eben das Bindeglied einer Zugkette. Weißglut wird rot, die Hammerschläge fingen ein wildes Lied, Sterne zischen in den Raum. Ich atme Kindheitserinne­rungen.

Der Schaf st all.

Eine halbstündige Wanderung ist nötig, denn die Schäferei liegt nicht im Gutshof, sondern draußen auf einem Vorwerk. Als ich zum erstenmal dort war, aus der Winterkälte in den langen, nteDrt Raum trat, empfand ich nur ein chaotisches Durch­einander. Soweit der . Blick reicht, drängen, stoßen, hüpfen und ballen sich Lebewesen, wohl dreihundert Schafe. .

Aber ich kam immer wieder, angezogen von Der animalischen Wärme, vom Zauber Der Kreatur und wieder von Kindheitserinnerungen! Man lernt balD unterscheiden. Zwar sind Schafe einheitlich grau, mit wenigen Varianten in hellgelb und dunkel: alle haben sie den milden, fast ägyptisch anmutenden Gesichtsausdruck; aber sie blöken m vielen Ton­höhen, und nach einiger Zeit scheiden sich die Jndl-

Ms 0U ^stammt ir e^renbe< geboren uir ^gestorben J l jMlin sich .A^lpaor buri Eher, sonnig»

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Dies er auf die Zeltlager hin, die in diesem Jahre w weit größerem Ausmaß, als es im Vorjahre möglich war, aufgezogen werden. Es muß in diesem Aahre gelingen, daß es allen Kameraden ermöglicht ft, mindestens 14 Tage ein Zeltlager mitzumachen, i m auf ber einen Seite Ausspannung und Erholung -m finden und um sich auf der anderen Seite welt- inschaulich zu schulen. Das Zeltlager ift die Grund­ige zur Erlangung der Einheit von Körper, Geist und Seele. Auch wurde nochmals die Heimbefchaf- img eingehendft besprochen und auf die Wichtigkeit t es Heimes für den Kameradschaftsgeist einer Ein- j eit hingewiesen. In einer Sondertagung der Sozial­warte wurden die neuesten sozialen Maßnahmen innerhalb der HI. durchgesprochen, die sich beson- -----,

)ers im Hinblick auf den kommenden Berufswett- Rundfunk setzte die Führerschaft von feiner

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